Autor Thema: Chernetidae  (Gelesen 3092 mal)

Andre Cerven

  • Beiträge: 20
Chernetidae
« am: 2011-01-27 22:37:23 »
Hallo,

ich heiße Andre ( auch unschwer am Nick zu erkennen ) & bin nur zufällig auf euer Forum gestoßen. Seit ca. 2 Jahren beschäftige ich mich nun schon mit den Pseudoscorpioniidae. Umso mehr hat es mich erstaunt, dass es doch noch einige Leute gibt die sich ebenfalls mit dieser Tiergruppe beschäftigen. In diesem Thread möchte ich euch eine Gattung zeigen, bei der ich mit der Determination nicht so recht voran komme. Nächste Woche kommt aber mein neues Mikroskop. Aber vielleicht kann sich bis dahin ja schon jemand zu meinem Tier äußer"n. Sicher bin ich mir, dass es sich um eine Art der Chernetidae handelt.So nach & nach werde ich auch noch Foto"s meiner anderen Tiere einstellen. Ich pflege meine Tiere nach Gattungen getrennt in Kleinstterrarien mit Sand & Wald/Humusboden als Bodensubstrat. Weiterhin befinden sich noch Moos, trockene Blätter und Rindenstücke im Terrarium. Gefüttert werden die Kleinen mit Springschwänzen, Ofenfischchen bis hin zu Drosophila. Die Temperaturen schwanken je nach Gattung, da es ja z.B.die Chthoniidae & Neobisiidae etwas kälter brauchen. Jetzt habe ich euch aber genug belästigt, nun folgen die Bilder. Ich wünsche euch noch einen schönen Donnerstag Abend.

Gruß Andre




Jörg

  • Gast
Re: Chernetidae
« Antwort #1 am: 2011-01-27 22:52:03 »
Moin Andre,

erstmal herzlich Willkommen im Spinnen-Forum!

Das wird interessant! Ich hatte auch schon immer mal vorgehabt, Pseudoskorpione zu halten, zu züchten und zu beobachten. Nur leider sind die Biester für meine Kamera und mich eine Spur zu klein, um ihre Verhaltensweisen etc. vernünftig zu dokumentieren (geschweige denn, sie bis zur Art zu bestimmen).

Freue mich auf detaillierte Berichte Deinerseits ;-)

Jörg

Guido Gabriel

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  • Beiträge: 1812
Re: Chernetidae
« Antwort #2 am: 2011-01-27 22:55:28 »
Hallo Andre,

welche Bestimmungsliteratur benutzt Du?

LG Guido

Andre Cerven

  • Beiträge: 20
Re: Chernetidae
« Antwort #3 am: 2011-01-27 23:22:11 »
Hallo ihr Beiden,

danke erst einmal für das herzliche Willkommen. Zur Determination verwende ich diverse Paper, die man so bekommen kann. Hauptsächlich aber Arbeiten M.Beier & L.Koch. Von Ludwig Koch ist gerade die Arbeit " Uebersichtliche Darstellung der europäischen Chernetiden" aus dem Jahre 1873 veröffentlicht worden. Die Beschreibungen sind ziemlich genau. Allerdings sind viele Arten nicht unter dem gültigen Gattungs,-und Artnamen beschrieben. Um herauszufinden um welche Art es sich handelt, benutze ich den "Catalogue of the Pseudoscorpionida" von Mark S.Harvey. Der wiederum hat den Nachteil, dass er keine Zeichnungen oder Bilder enthält. Zur allgemeinen Information über die Pseudoskorpione reicht m.E. das Buch "Moos und Bücherskorpione" von Dr.Peter Weygoldt vollkommen aus.

Gruß Andre

PS: für meine Bilder verwende ich ein ganz normales USB-Mikroskop, welches eine Vergrößerung von 10 bis 200fach ( 1,3 MP ) hergibt. Das hat nur 30,- Euro gekostet & erfüllt seinen Zweck. Für die Aufnahme von kleinen wichtigen Detail"s ist es allerdings ungeeignet.

Guido Gabriel

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  • Beiträge: 1812
Re: Chernetidae
« Antwort #4 am: 2011-01-28 00:28:45 »
Um herauszufinden um welche Art es sich handelt, benutze ich den "Catalogue of the Pseudoscorpionida" von Mark S.Harvey. Der wiederum hat den Nachteil, dass er keine Zeichnungen oder Bilder enthält.

Bei diesem Katalog war ja Mahnert auch beteiligt. Ich kenne das Buch allerdings nicht.

Mahnert hat ja dann nochmal einen Schlüssel für Pseudoscorpione herausgegeben in "Diversität und Biologie von Webspinnen, Skorpionen und anderen Spinnentieren".
Dieser ist allerdings auch unbebildert und daher auch schwer anwendbar, wenn man nicht wirklich weiß, worum es geht. Den könnte ich dir zukommen lassen.

Das Buch von M. Beier habe ich auch...

Allerdings sind meine Pseudoscorpion-Funde recht mager, so daß ich da nicht wirklich im Stoff stehe. Die Bestimmerei von Pseudoscorpionen gestaltet sich meines Erachtens nach schon recht schwierig. Ich wünsche aber maximale Erfolge.

LG Guido

Katja Duske

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Re: Chernetidae
« Antwort #5 am: 2011-01-28 09:46:49 »
Hallo Andre,

kannst Du bitte ein Foto von Dir persönlich einstellen oder das vorhandene Foto wieder löschen?

LG Katja

Arno Grabolle

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Re: Chernetidae
« Antwort #6 am: 2011-01-28 11:00:54 »
Hallo Andre,

Auch von mir herzlich willkommen im Forum. Du hast da einen außergewöhnlichen Interessensschwerpunkt, selbst unter uns Spinnentier-Freaks.

Ich hoffe, du kannst dauerhaftes Interesse an diesem Forum finden. Einen „Experten für Pseudoskorpione“ haben wir nämlich noch nicht.

Ich finde häufiger Neobisium, versuche sie aber meist aus Mangel an Literatur und Zeit gar nicht erst zu bestimmen.

So einen Chernetidae (denke ich) habe ich auch ein mal gefunden, klassisch am Bein eines Weberknechts (siehe hier).

Kennst du unser Spinnen-Wiki? Der Bereich Pseudoskorpione ist bisher noch recht stiefmütterlich behandelt worden. Die Ordnungsseite ist schon ganz ordentlich (wofür vor allem Walter zu danken ist, der sich gerne dieser kleinen Spinnentier-Gruppen annimmt). Da besteht noch einiger Aufholbedarf. Also, falls du dich ein wenig auskennst und etwas beitragen möchtest, ist Mitarbeit immer willkommen.

viel Spaß hier im Forum,

Arno

Jonathan Neumann

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Re: Chernetidae
« Antwort #7 am: 2011-01-28 11:30:51 »
Hallo Andre!

Auch von mir ein herzliches Willkommen!

Züchtest du die auch erfolgreich?
Wie lange ist denn die Entwicklungszeit bei denen?

Liebe Grüße,
Jonathan
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Walter Pfliegler

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Re: Chernetidae
« Antwort #8 am: 2011-01-28 21:06:22 »
Hallo Andre, wilkommen in Forum!

Ich beschäftige ab und zu auch mit Pseudos, und habe mehrmals versucht, Chernetidae zu bestimmen. Bisher war ich nur einmal ganz sicher mit der Bestimmung - die Art Chernes cimicoides fand ich mehrmals in Debrecen. Die Art und Fotos sind jetzt in Wiki.

Chernetidae sind nach den neuen Revisionen und Beschreibungen von cryptischen Arten jetzt fast unbestimmbar. Man muss die Examplaren immer in Milchsäure aufklären, die Serrula, Galea, Trichobotrien genau anschauen, und Glieder der Pedipalpen ganz genau messen.

Man braucht fast immer mehrere Examplaren (W und M), um die Art bestimmen zu können.

Ich habe Hans Henderickx gefragt, wie man Chernetidae bestimmen könnte, und er antwortete folgendes:

"In the book 'Pseudoscorpiones' of Max Beier is a determination guide to European Chernetidae, it requires a.o. exact measurements, count of external teeth on the fingers (I do this sometimes with the electron microscope) and observation of the serrula. Also, the observation of both sexes is strongly adviced." "and after determination it should be compared with true reference specimens".

Wenn Du in Mikropräparate interessiert bist, schau mal hier.

Also: man kann nur mit der Bestimmung von Lasiochernes pilosus sicher sein (weil es so eigenartig ist), und wenn man W und M zusammen hat, dann vielleicht is es möglich, noch einige andere Arten zu bestimmen (wie es mit Chernes cimicoides ist, ich habe M und W auch gefunden).

Man kann auch mit der Bestimmung von Neobisium nicht immer sicher sein, viele weit verbreitete Arten sind heutzutage als 'species complex' bezeichnet. Und wenn man die Pseudoskorpionenfauna des Mittelmeerraums auch in betracht zieht, ist es noch schwieriger: es gibt zahlreiche Arten und Unterarten, Formen, usw.

Aber wir wären natürlich sehr freu, deine andere Fotos von anderen Arten hier sehen zu können, in Bestimmungsforum oder in 'Sonstiges zu Spinnentieren'. Wenn eine Bestimmung ganz sicher ist, kann das Foto ins Wiki!

Grüsse, Walter
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

Andre Cerven

  • Beiträge: 20
Re: Chernetidae
« Antwort #9 am: 2011-01-28 22:15:18 »
Hallo,

die Nachzucht ist mir noch nicht gelungen ( jedenfalls nicht offensichtlich ). Für die Neobisiiden & Chthoniiden sind die Temperaturen in unserer Wohnung & sogar im Keller zu warm. Für eine sichere Determination fehlt mir das passende Mikroskop & Vergleichsmaterial. Bei einigen Arten bin ich aber schon der Meinung, dass man sie anhand ihrer Färbung unterscheiden kann. Bei den Chernetiden kann man anhand der Beborstung des Endtergites auch schon einige Arten ausschließen.

Gruß Andre