Autor Thema: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva  (Gelesen 592 mal)

Martin Lemke

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H. rubicunda scheidet aufgrund der Bestachelung aus (Body length 8-12 mm; femur I and II 3-6 spines; coxa IV with 1-8 spines)

Konstellation:
Femur I & II: 2 Stacheln
Cox. IV: 1 Stachel
Body length: 6,3 mm
Epigyne kaum erkennbar, ich kann aber versuchen, sie zu präparieren, wenn nötig. Vielleicht ist es ja auch noch nicht richtig reif.

Ein weiteres Tier aus Laubstreu, das sehr ähnlich aussieht, hat folgende Konstellation:
Fem I: 2 Stacheln, Fem II: 3 Stacheln, Pt III: 1 Stachel, Cox IV: 1 und müsste somit H. saeva sein. Eichenlaubstreu käme als präferiertes Habitat auch hin.

Martin
« Letzte Änderung: 2018-08-25 20:04:27 von Martin Lemke »
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Simeon Indzhov

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea
« Antwort #1 am: 2018-08-25 16:12:12 »
Ohne Vulva kann ich nichts sagen (auch wenn saeva anhand des Fundortes sehr wahrscheinlich ist, Größe spricht auch dafür). Pass aber bei der Präparation auf, dass Du das Diverticulum nicht wegreißt, es befindet sich *hinter* der Epigastralfurche
Simeon

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea
« Antwort #2 am: 2018-08-25 20:04:06 »
Ich habe die Epigyne präpariert. Dire Zeichnungen auf araneae sind nicht gut, aber ich denke, die wichtigen Merkmale sind erkennbar. Damit ist H. saeva bestätigt.

Freihandzeichnung:
Harpactea_saeva_Vulva.jpg
*Harpactea_saeva_Vulva.jpg (65.42 KB . 300x400 - angeschaut 185 Mal)

Der kantige Absatz hinten, die rautenähnliche Verdickung vorn.

Martin
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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #3 am: 2018-08-25 20:32:36 »
Gut möglich eigentlich, aber diese anterior zeigenden "Hörner" des transversen Teils finde ich seltsam. Ich habe diese Vulva von H.saeva (mit einem schlechten Fotoapparat vor siniger Zeit aufgenommen, ich habe aber nichts Besseres :-/ )

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #4 am: 2018-08-25 20:38:55 »
Passt doch!

Harpactea_saeva_09.V.2018_BG_Kloster_St_Spas_Eichenlaubstreu-Vulva.jpg
*Harpactea_saeva_09.V.2018_BG_Kloster_St_Spas_Eichenlaubstreu-Vulva.jpg (91.53 KB . 800x534 - angeschaut 186 Mal)

In der Freihandskizze sind die Kanten zu hart (sie sind in Wahrheit gerundet) und die seitlichen "Hörner" überhöht – es ist nur eine angedeutete Wölbung.

Martin
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Simeon Indzhov

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #5 am: 2018-08-25 20:46:27 »
Jap, eindeutig. Schönes Foto.

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #6 am: 2018-08-25 20:51:44 »
Schönes Foto.

Schmeichler. Die Schärfe ist gut, aber dass seitlich Hautlappen hinein ragen und schwimmende Tröpfchen schmälern meine Begeisterung. Mit einem Deckgläschen hätte ich allerdings die Vulva zerstören können. Dann ist mir eine lupenreine Bestimmung wichtiger als der Versuch eines perfekten Fotos.

Wenn aber jemand Tipps parat hat, wie man solche Lappen vermeiden kann, bin ich gern Ohr.

Zur Entstehung der Fotografie:
1) Vulva (V) heraus operiert
2) V mit Milchsäure auf einen Hohlschliff-Objektträger gegeben und diesen über einer Spiritus-Flamme kurzzeitig gekocht, dabei ab und zu Milchsäure nach gegeben
3) V auf KY-Creme in einem Blockschälchen platziert
4) Mit 99% Alkohol aufgefüllt (daher wohl die Tröfchen mit Resten von Milchsäure)
5) Fotostack mit Stackshot und Blitz bei Schrittweite 5 µm
6) Stacken mit HeliconFocus (RAW-Fotos)
7) Nachbearbeitung mit Photoshop (Skalieren, Beseitigung von Störungen und Artefakten, Drehen, Ausschneiden, Aufhellen)

Martin
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Simeon Indzhov

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #7 am: 2018-08-25 21:31:15 »
Die Buchlunge? links stört kaum, aber die "Inneren" auf der rechten Seite können ganz leicht mithilfe von zwei Nadeln oder einer dünnen, spitzen und harten Pinzette unter dem Bino relativ einwandfrei entfernt werden. Mit einer Nadel die Vulva fixieren und mit der Pinzette/zweiten Nadel das weiche Gewebe vorsichtig wegnehmen bzw "abkratzen". Es wird ein paar Minuten dauern, verläuft aber gut, mit kaum Risiko, so eine sklerotisierte Vulva zu beschädigen. Vorteil von zwei Nadeln ist, dass man sie abwechselnd, dem Bedarf nach, einsetzen kann (von links oder rechts zu manipulieren)

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #8 am: 2018-08-26 00:03:54 »
Nadeln scheiden zum Fixieren aus, weil das Präparat in einem Gel (KY-Creme) ausgerichtet wird. Die Lappen kann ich wohl abschneiden. Ich nutze zum Pläparieren feine Kanülen; die haben scharfe Kanten mittels deren ich die Vulva auch vom restzlichen Gewebe abschneide.

Eine andere Frage ist, wie ich die Reste der Milchsäure weg bekomme. Spülen? Bei einem so kleinen Teil, kann Spülen zu Totalverlust führen.

Aber da sind ja noch zwei Tiere, an denen ich das probieren kann. Die Harpactea von der Lichtung, wo die Bestachelung nicht ganz so gut auf H. saeva passt (auch 6,3 mm lang), aber trotzdem eine sein könnte und eine vermutlich Dysdera sp. nochmals aus der Eichenlaubstreu mit nach vorn ragenden Chelizeren und 9 mm Gesantlänge.

Martin
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Simeon Indzhov

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #9 am: 2018-08-26 00:30:31 »
Ja, Kanülen ersetzen Nadeln gut. Das verwendet Christo Deltshev zB und ich entsprechend dort auch. Die hatte ich unter "Nadeln" partim auch gemeint

Jürgen Guttenberger

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #10 am: 2018-08-26 09:07:38 »
@Martin,

nachdem ich die herausoperierte Vulva in Milchsäure eine Zeit lang "eingelegt" habe (kann schon mal einen Tag sein), ich erhitze sie nicht, versuche ich die Milchsäure mit Löschpapier abzusaugen. Ich schneide dazu das Papier in kleine ca. 1x1 cm große Stückchen, so kann ich gezielt alle 4 Seiten des Papieres verwenden. Die Saugfähigkeit ist erstaunlich gut und man kann sehr gut überprüfen ob noch Restfeuchte vorhanden ist, das Papier verfärbt sich dabei und der Unterschied ist deutlich zu erkennen. Danach kommt ebenfalls die Creme zum Einsatz, aber ohne Alkohol. Ich belasse die Vulva auf dem Objektträger (bei kleinen Vulven ohne Hohlschliff, bei größeren "dreidimensionalen" mit Hohlschliff.
Etwas Zeit vergehen lassen, da ich die Erfahrung gemacht, habe, dass bei der frich eingelegten Vulva sich die Position noch leicht verändern kann und so der Stack unbrauchbar wird. Oft fotografiere ich nur mit Creme, jedoch habe ich den Eindruck, dass Aufnahmen anschließend in Euparal und mit Deckglas "klarer" werden. Aber auch hier hat man das Problem der Bläschenbildung. Das Auflegen des Deckglases ist hier ausschlaggebend für den Erfolg. Schräg aufgelegt und dann die Kapilarwirkung von Euparal ausnützen, so klappt es meistens.
Außerdem ist beim fotografieren noch zu beachten, ob das Objektiv ohne oder mit Deckglas ausgelegt ist.
Objektiv ohne Deckglaskorrekutr haben die Bezeichnung  z.B. 3,2/0,10 160/- (in diesem Fall zeigt das rote Minus an, dass hier kein Deckglas verwendet werden braucht)
oder aber solche Bezeichnungen wie 40/0,65 160/0,17 ( hier deutet die rote 0,17 auf das Verwenden eines Deckglases mit der Stärke 0,17 mm hin.

Gruß
Jürgen

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #11 am: 2018-08-26 12:15:04 »
Bei mir muss alles mögllichst schnell gehen. Tage langes Einlegen stört meinen Workflow erheblich. Daher erhitze ich, um die Sache entscheidend abzukürzen.

Darüber, wie mein Objektiv gerechnet ist, habe ich mir nie Gedanken gemacht. Da es als Fotoeinrichtung verkauft wurde, gehe ich davon aus, dass man es ohne Deckgläschen verwendet. LMScope erwähnt in der Beschreibung auch nirgends eines. Mit Alkohol (98%) fülle ich auf, um eine glatte ebene Oberfläche zu haben, damit der Blitz nicht alle möglichen Richtungen reflektiert.

Ablöschen mit Papier probiere ich mal aus. Löschpapier habe ich zwar nicht im Haus, aber bei der geringen aufzunehmenden Menge reicht vermutlich das Papier meiner Notizzettel-Box dafür vollkommen aus. Die schwimmenden Tröpfchen hatte ich beim Fotografieren gar nicht bemerkt, sondern hinterher erst im Foto gesehen. Vor dem Fotografieren achte ich nur darauf, dass keine Schwebteilchen oder Fussel den abzubildenden Bereich stören. In hochkonzentriertem Alkohol gibt es aber kaum Schwebteilchen – im Gegensatz zu 70 % Alkohollösung.

Danke für die Tipps!

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #12 am: 2018-08-26 12:19:25 »
Da kommst du weit mit einem Blatt ich bekomme immer die Löschblätter von den Schulheften meiner Söhne.

Nachtrag:

auf deinem Link kann man die Objektive mit ihren Beschrifungen gut erkennen.
Das 4er Objektiv ist ohne Deckglas auskorrigiert, das 10 und 40er mit einer Deckglasstärke von 0,17 mm.

Kommt jetzt darauf an was du hast?

Jürgen

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #13 am: 2018-08-26 20:50:14 »
Das 4er Objektiv ist ohne Deckglas auskorrigiert, das 10 und 40er mit einer Deckglasstärke von 0,17 mm.

Ich habe das 10er. In einem Blockschälchen kann ich kein Deckgläschen drauf setzen. Ich denke, es geht gut ohne Deckgläschen. Ich weiß, Du hattest mal irgend wo erklärt, aber so richtig einleuchten tut es mir dennoch nicht.

Das zweite Tier ist übrigens auch H. saeva:
Harpactea_saeva_BG_St._Spas_Lichtung-Vulva_scale_0.5mm.jpg
*Harpactea_saeva_BG_St._Spas_Lichtung-Vulva_scale_0.5mm.jpg (104.75 KB . 800x534 - angeschaut 158 Mal)
Skala: 0,5 mm

Löschpapier brauchte ich nicht.

Beim dritten Tier, einer Dysdera sp., ist die Epigyne verpufft :-((

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #14 am: 2018-08-29 07:45:19 »
hier eine Erklärungsgeschichte wie und warum mit oder ohne Deckglas.

Jürgen

Martin Lemke

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #15 am: 2018-08-29 09:16:53 »
Hi Jürgen,

in dem von Dir verlinkten Thread heißt es im wesentlichen, dass die Bilder ohne Deckglas unscharf werden; so lange ich scharfe Bilder ohne machen kann, habe ich aber anscheinend kein Deckglas-Problem. An einer Stelle in dem Thread heißt es:

Zitat von: Guppy (Moderator)
- Bis zu einer Apertur von 0.3 ist die Deckglasdicke unkritisch, es kann sogar weg gelassen werden, selbst wenn eines gefordert ist.
- Je nach Objektiv wirkt sich bis zu einer Apertur von 0.4 eine Abweichung der Deckglasdicke oder das Weglassen nicht negativ aus.
- Ab einer Apertur von 0.5 muss das Deckglas entsprechend des angegebenen Wertes sein, wenn ein Wert vorhanden ist und dies sehr exakt.
/ 0 bedeutet kein Deckglas, ein Deckglas vermindert die Auflösung
/ - bedeutet, dass das Objektiv, Deckglas unempfindlich ist, es kann also ohne oder mit beliebiger Deckglasdicke verwendet werden.

Ich weiß nicht, was für eine Apertur mein Objektiv hat, aber anscheinend führt das Weglassen des Deckglases nicht in jedem Fall zu Problemen. Mein Objektiv liegt mit 495 € auch nicht gerade im Billigsegment (Preise werden in dem Thread auch diskutiert).

Ich gehe davon aus, dass ich nichts falsch mache. Zumal das LMScope nicht einfach eine Röhre ohne Optik ist.

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: [BG] Kloster Spas, Lichtung: Harpactea => H. saeva
« Antwort #16 am: 2018-08-30 10:17:10 »
Wenn es funktioniert ist es ja super, war nur als Info gedacht.

Gruß
Jürgen