Autor Thema: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)  (Gelesen 1400 mal)

Karola Winzer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1606
Hallo,

grad wurde ich im Mammutbaumforum darauf aufmerksam gemacht. Dann musste ich aber erstmal die Google-Suche bemühen und bin zu diesem Artikel gelangt: http://www.welt.de/wissenschaft/article109878312/Weberknecht-mit-33-cm-Beinspannweite-entdeckt.html

Viele Grüße
Karola

Lothar Gutjahr

  • ****
  • Beiträge: 2056
    • United Plagrounds
Re: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)
« Antwort #1 am: 2012-10-16 18:38:35 »
Hallo Karola,

danke für den Link. So eine hätte ich gerne zur Haltung im Wohnzimmer. Da ist bestimmt das ganze Fenster zu mit dem Netz, wenn die erst mal loslegt.

Schönen Tag noch !

Lothar
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. Konfuzius

Karola Winzer

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 1606
Re: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)
« Antwort #2 am: 2012-10-16 19:14:37 »
Hallo Lothar,

vermutlich beziehst du dich auf die unten stehende afrikanische Riesenspinne Nephila komaci? Der Weberknecht wird dir wohl kaum das Fenster zuspinnen. ;-)

Viele Grüße
Karola

Martin Lemke

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 15275
  • TK 2130 Lübeck, Schleswig-Holstein, Germany
    • Spinnenerfassung in SH
Re: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)
« Antwort #3 am: 2012-10-17 07:26:25 »
Warum macht Peter Jäger solche Angaben? Oder haben die Journalisten sich überlegt, dass es plakativer wirkt, aus 11 cm Beinlänge (siehe Foto mit Zentimetermaß) 33 cm Spannweite zu machen? Zudem ist Körpermaß und Beinlänge nicht das selbe.

Zitat Peter Jäger:
"Es ist schade, dass wir so einen besonderen Fund nicht befriedigend – das heißt bis zur Art – identifizieren können", meint Jäger. Weil es an geschulten Taxonomen fehle

Diesem Problem und vor allem das, Artenkenner immer mehr schwinden, soll ja das internationale Barcode of Life-Projekt begegnen. Aber noch sind diese taxonomischen Kenntnisse unverzichtbar.

Zitat
vermutlich beziehst du dich auf die unten stehende afrikanische Riesenspinne Nephila komaci?

Das Filmchen habe ich mir auch angeguckt, aber das große Netz, das in dem Beitrag gezeigt wurde, gehört wohl eher einer Opuntienspinne anstatt Nephila, oder sehe ich das falsch?

Martin
Profil bei Researchgate.net – Spinnen-News aus SH

DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.

Jonas Wolff

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1449
Re: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)
« Antwort #4 am: 2012-10-17 08:38:26 »
Das Thema sprang einem ja gestern auch auf diversen Freemail-Anbieter-Homepages entgegen.

Warum macht Peter Jäger solche Angaben? Oder haben die Journalisten sich überlegt, dass es plakativer wirkt, aus 11 cm Beinlänge (siehe Foto mit Zentimetermaß) 33 cm Spannweite zu machen? Zudem ist Körpermaß und Beinlänge nicht das selbe.

Ich finde daran auch nichts außergewöhnliches. Lange Beine sind für Weberknechte doch keine Besonderheit und die Beinlänge kann stark variieren. Aber Jägers Strategie neue Funde spektakulär darzustellen und breit in die Presse zu streuen ist vermutlich erfolgreich um Aufmerksamkeit und Drittmittel zu erlangen.

Zitat Peter Jäger:
"Es ist schade, dass wir so einen besonderen Fund nicht befriedigend – das heißt bis zur Art – identifizieren können", meint Jäger. Weil es an geschulten Taxonomen fehle

Diesem Problem und vor allem das, Artenkenner immer mehr schwinden, soll ja das internationale Barcode of Life-Projekt begegnen. Aber noch sind diese taxonomischen Kenntnisse unverzichtbar.

Barcoding wird das Problem nicht lösen!!! Dazu ist die Biodiversität zu groß.
1. Eine Inventur aller Arten zu machen ist ein zu hoher finanzieller und zeitlicher Aufwand und daher nicht machbar.
2. Eine klare Differenzierung von Arten ist nur möglich, wenn sich die Sequenzen im gewählten Abschnitt klar unterscheiden und innerhalb der Art nicht/kaum variieren. Das ist aber nicht immer der Fall.
3. Um (bspw. im Feld) schnell Arten zu identifizieren sind Geräte vonnöten, die eine automatische Sequenz-Analyse schnell durchführen und mit der Datenbank abgleichen. So etwas steht aber noch in den Sternen.
4. Wenn es nur noch eine Datenbank mit Sequenzen gibt und das Wissen über die Klassifizierung aufgrund morphologischer Merkmale fehlt, werden dann Artbeschreibungen und Revisionen auch nur noch molekular erfolgen? Der Art-Begriff ist auf molekularer Ebeneäußerst unklar und schwer zu definieren (Dazu gab es einen guten Vortrag auf der ECA)

Ich bin daher skteptisch, dass Barcodes jemals über die Funktion eines teuren Hilfs-Toolsum bei der Bestimmung wichtiger Proben sicher zu gehen, hinaus wachsen wird.

Jörg

  • Gast
Re: "Riesen-Weberknecht" in Laos entdeckt (besonders langbeinig)
« Antwort #5 am: 2012-10-17 12:07:25 »
Hier kann man sehen, daß die Beinspannweite tatsächlich 33 cm beträgt: http://nachrichten.t-online.de/riesen-weberknecht-in-laos-entdeckt-/id_60381182/index.

Jörg