Autor Thema: "Lebensraum Palpus"  (Gelesen 1456 mal)

Werner Oertel

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"Lebensraum Palpus"
« am: 2014-10-23 09:53:21 »
Hallo,
ich habe den seit Tagen trockenen Palpus von Eratigena(?) in ein Gel gelegt.
Darauf hin sonderten sich kleine Klümpchen ab. Beim Betrachten im Mikroskop hab ich sie für Milben gehalten.
In der Relation zur Größe des Palpus müsste die Größe dieser Milben bei Bruchteilen von Millimetern liegen.
Hat jemand schon ähnliche Erfahrungen gemacht?
Walter, kannst Du was dazu sagen?
Werner

Martin Lemke

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #1 am: 2014-10-23 13:32:09 »
Das ist wirklich irre! Das sind anscheinend wirklich milben.

Martin
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Werner Oertel

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #2 am: 2014-10-23 20:18:35 »
Ja, das ist irre.
Vor allem, wenn man sich die Palpen als sensible Organe vorstellt (Samenübertragung............), dann müssen die Milben da drinnen ganz schön kitzeln.
Und kratzen können sich die Spinnen da wohl auch nicht................
Werner

Jonas Wolff

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #3 am: 2014-10-23 20:32:58 »
Na ja,
A. ist es unklar, ob die Milben bereits im lebenden Tier dort gehaust haben (totes Material wird sehr schnell besiedelt, kann ich aus eigener Erfahrung sagen, selbst in vermeintlich steriler Umgebung).
und
B. sind männchliche Pedipalpen erstaunlicherweise ziemlich frei von Sinnesorganen (mit spricht z.T. von "tauben Genitalien"). Kitzeln wird da also gar nichts.

Werner Oertel

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #4 am: 2014-10-23 20:37:07 »
Jonas,
dann hab ich mir wohl umsonst Sorgen gemacht?
Werner

Martin Lemke

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #5 am: 2014-10-24 00:38:29 »
A. ist es unklar, ob die Milben bereits im lebenden Tier dort gehaust habe

Diesen Gedanken hatte ich auch, nahm aber an, dass Werner das ausschließe konnte.

Martin
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Arno Grabolle

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #6 am: 2014-10-24 07:58:52 »
Die sehen aus wie Hausstaubmilben.

Arno

Werner Oertel

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Re: "Lebensraum Palpus"
« Antwort #7 am: 2014-10-24 09:32:22 »
guten Morgen,
Martin, verschlossen hatte ich den Palpus nicht aufbewahrt, nachträgliche Besiedelung schon möglich - für mich dennoch erstaunlich.
Arno, ich weiß nicht wie Hausstaubmilben ausschauen (dunkler Punkt am Rücken?). gemessen an der Palpenlänge müssen die Viecher weit unter einem Zehntel-Millimeter sein.
Jonas, (jetzt im Ernst): gibt es zwischen Palpus und Epigyne ein Schlüssel-Schloss-Prinzip (die starke Variabilität der Epigynen bei manchen Arten ließe auch andere Schlüsse zu) und
           funktioniert das rein mechanisch? Wie findet der Palpus ohne Sensoren die Epigyne?
VGr Werner