Autor Thema: "Evangelische" Speispinnen  (Gelesen 1562 mal)

Jonathan Neumann

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"Evangelische" Speispinnen
« am: 2016-05-16 21:40:14 »
Guten Abend Forum,

Euch allen noch schöne Restpfingsten!

Dieses Jahr wollten wir uns Lutherstadt-Wittenberg ansehen (deswegen der Betreff) und im kleinen Dorf namens Rehsen untergebracht.

Große Aufregung kam spätabends des ersten Tages (13.5) noch auf, als ich im Bad ein Männchen fand!
Wahnsinn, nachdem mir vor 2 Jahren mein erstes Männchen aus Mülheim abhanden gekommen ist.

Da die Unterkunft dort einen Wintergarten besaß, erhoffte ich mir dort die größten Fund-Chancen und das ging auf:
Am nächsten Morgen hob ich ein paar Gegenstände an und fand unter einem Papierkorb ein winziges Jungtier. Am Abend saß an einer Wand des Wintergartens noch ein Weibchen. Das Weibchen-Foto ist von der Original-Fundstelle, das Männchen aus der Schüssel.

Auch wenn ich gestern und heute keine weiteren mehr fand, bin ich von der Ausbeute hochgradig begeistert: 3 Stück innerhalb 24 Sunden!
Vermutlich klebte an der Decke eines anderen Raumes noch eine ausgesaugte Gnaphoside. Eigentlich wollte ich die noch fotografieren aber das wollte ich dann doch niemandem zumuten.

Der Herbergsmutter habe ich vom sensationellen Fund berichtet und ihr die Scytodes thoracica gezeigt.
Als Sie erfuhr, dass die Art keine Netze baut freute sie sich: "Ach dann muss ich die ja gar nicht töten."

Besonders bemerkenswert fand ich das insofern, da das nicht in einer Großstadt war, sondern in einem kleinen Dorf. Wäre mal interessant zu wissen, ob Scytodes thoracica durch die Wirte oder durch Gäste dorthin kamen. Die Herbergsmutter meinte jedenfalls diese Spinne habe sie noch nie zuvor gesehen.
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Simeon Indzhov

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Re: "Evangelische" Speispinnen
« Antwort #1 am: 2016-05-16 22:58:10 »
Es ist mir sehr seltsam über solche Funde hier als etwas Besonderes zu lesen, da ich mich an diese Arten recht viel gewöhnt habe, da sie wirklich häufig hier in Bulgarien sind. Zum Beispiel kenne ich Holocnemus pluchei seit meiner Kindheit (natürlich wusste ich diesen Namen damals nicht, aber ich hatte schon bemerkt, die seien verschieden als die Langbeiner im Haus) und Scytodes ist auch relativ häufig hier. Aber die geografische Lage ist immer ein wichtiger Faktor haben wir in der Schule gelernt :) . Wer weiß jedoch was sich in den nächsten Jahren als häufige Art durchsetzen wird, sowohl in Süd als auch in Zentraleuropa.
Simeon 

Jürgen Peters

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Re: "Evangelische" Speispinnen
« Antwort #2 am: 2016-05-16 23:14:28 »
Hallo Simeon,

ich glaube nicht, daß Scytodes thoracica hier so selten ist. Doch wegen ihrer geringen Größe und nächtlichen Lebensweise ohne Netze wird sie sicher meist übersehen. Hier im und am Haus, Wintergarten, Garage und Stall (zur wärmeren Jahreszeit auch außen an den Wänden, einmal sogar mal im Februar) finde ich sie aber seit vielen Jahren immer wieder. Das letzte Mal war jetzt ein paar Monate her, aber zuletzt schlichen sie wieder im Treppenhaus, Abstellraum und Badezimmer herum  8):

http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=79881
Viele Grüße, Jürgen

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Jonathan Neumann

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Re: "Evangelische" Speispinnen
« Antwort #3 am: 2016-05-17 08:51:13 »
Wow die ist ja dürr Jürgen!
Wenn ich es richtog verstanden habe, siehst du ne Weile lang keine und dann mehrere auf einmal an verschiedenen Stellen?

@Simeon:
Ja Holocnemus ist auch sehr häufig, nur gewisst wo ;). Cornelias Beiträge zeigen ja, dass es die auch in Berlin gibt...

LG,
Jonathan

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