Autor Thema: Tegenaria/Malthonica  (Gelesen 1243 mal)

Bastian Drolshagen

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Tegenaria/Malthonica
« am: 2009-09-08 16:16:27 »
hi,
ich habe mir eben mal den Artikel von Guseinov et al. (2005) zu Gemüte geführt und mir ist aufgefallen, dass Malthonica allein aufgrund männlicher Geschlechtsmerkmale von Tegenaria abgespaltet wurde. Betrachtet man allerdings die Epigynen der weiblichen Tiere solcher Arten, deren Männchen einen langem, dünnen und geschwungenem Embolus, welcher basal oder subbasal vom Bulbus entspringt, besitzen (das Unterscheidungsmerkmal), so fällt auf, dass die Weibchen dieser Arten Epigynen ohne laterale Fortsätze haben.
Dies führt allerdings wiederrum zu der Annahme, dass die o.g. Autoren wohl irgendwas falsch gemacht haben:
Malthonica pagana zeigt keinen geschwungenen Embolus und laterale Fortsätze - müsste also zu Tegenaria gestellt werden
Tegenaria parietina zeigt einen dünnen, geschwungenen Embolus, der (sub)basal entspringt und eine Epigyne ohne laterale Fortsätze müsste also eine Malthonica sein.

Tegenaria agrestris scheint eine Zwischenform zu bilden: Bulbus massig, mit dünnem, langen, geschwungenen Embolus der lateral entspringt.

Bei einer kladistischen Analyse könnte T. agrestris mit dieser Merkmalsausbildung durchaus dazu führen, dass Malthonica und Tegenaria in einer monophyletischen Gruppe enden.

Konstruktive Beiträge und eventuelle Mitarbeit an einer entsprechenden Publikation erwünscht ;-)