Forum europäischer Spinnentiere

Sonstig Faunistisches (Other faunistic topics) => Sonstiges zu Spinnentieren (Other aspects of arachnids) => Thema gestartet von: Roman Pargätzi am 2010-03-06 22:12:36

Titel: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 9. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-06 22:12:36
Die Grosse Zitterspinne vom Gemüsekeller begegnet ihrer dritten Winkelspinne dieses Winters. Die Wirkung auf den Körperumfang ist nicht ohne und sie sieht äusserst zufrieden aus (Bilder 01 und 02).

Die Gewächshausspinne von der Bastelraumtür scheint wenig erbaut ob der zielstrebigen Annäherung einer Grossen Zitterspinne (Bilder 03 und 04).

Eine Pflanzenlaus kurz vor der innigen Begegnung mit einer jungen Fettspinne (Bild 05).

Dasselbe Abenteuer einer anderen Laus mit einer jungen Winkelspinne (Bilder 06 und 07).

Herzlich,
Roman
Titel: Begegnungen vom 8. März 2009
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-08 22:23:59
Eine Parasteatoda tepidariorum trifft zu ihrer grossen Freude auf eine Laus.

Die kleine Grosse Winkelspinne trifft auf eine verfrühte Schnake und muss sich eine Weile lang ziemlich festhalten, damit sie nicht zur "Helikoterpassagierin" wird.

Herzlich grüssend,
Roman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-03-08 22:53:52
... was sind denn das für Mischlicht-Experimente bei der Tegenaria. Sieht nicht schlecht aus.

Arno
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-08 23:16:39
... was sind denn das für Mischlicht-Experimente bei der Tegenaria. Sieht nicht schlecht aus.

Arno

Kellerimprovisation: An der Decke hängt eine Stromsparfunzel (Leuchstoffröhre) und da die zu wenig Licht hergibt, nehme ich dazu eine alte Bürolampe aus dem Bastelkeller, zusätzlich den Blitz. Die Kamera stelle ich auf zwei Holzklötze, sodass ich 1/10 s halten mag – und schon ist es  im "Unterholz" der Zitronenbaumtöpfe nicht mehr zappenduster. :-) Die Spinne kennt das Prozedere, kümmert sich nicht mehr darum.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-03-09 02:04:44
Das Bild mit der Schnake hat schon beinahe etwas unreales. Besonders gut gefallen mir daran die sichtbaren Halteren.

Grüße
Titel: Begegnung vom 10. 3.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-10 23:25:45
Ab einer gewissen Kleinheit empfiehlt es sich nicht, Spinnen über den Weg zu laufen, selbst wenn die ebenfalls winzig sind. Läuse sind offensichtlich ein wichtiger Bestandteil der winterlichen Spinnennahrung in unserem Keller. Ausser Kellerasseln, ein paar Mücken und anderen Spinnen gibt es z. Z. ausser den vielen Pflanzenläusen auch nicht viel zu futtern.

Roman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Jürgen Peters am 2010-03-11 18:49:16
Hallo, Roman!

Die Gewächshausspinne von der Bastelraumtür scheint wenig erbaut ob der zielstrebigen Annäherung einer Grossen Zitterspinne (Bilder 03 und 04).

Die kommen sich hier auch öfter in die Quere, doch bisher haben überraschenderweise immer die Parasteatodas bei Anpirschversuchen der Zitterspinnen nach hektischem gegenseitigem Vorderbeintasten und Zucken die Oberhand behalten (-> Rückzug des Pholcus).
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-11 22:34:00
Die kommen sich hier auch öfter in die Quere, doch bisher haben überraschenderweise immer die Parasteatodas bei Anpirschversuchen der Zitterspinnen nach hektischem gegenseitigem Vorderbeintasten und Zucken die Oberhand behalten (-> Rückzug des Pholcus).

Salü Jürgen,

Die Pholcus hier hat den Rückzug ebenfalls im Eiltempo angetreten, ist die ganze Wand hochgerannt bis zur Decke, nachdem sie sich eher vorsichtig genähert hatte. Die Gewächshausspinne hat sie mit ihren langen Vorderbeinen richtiggehend weggeprügelt.
Habe solches bei Parasteatoda-Weibchen letzten Sommer auch schon am Kompostdeckel beobachtet, gegenüber allen Spinnen, die ihnen ins Gehege kamen, auch gegenüber herumwandernden Parasteatoda-Männchen.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roland Egger am 2010-03-12 01:56:39
Salü Jürgen,

Die Pholcus hier hat den Rückzug ebenfalls im Eiltempo angetreten, ist die ganze Wand hochgerannt bis zur Decke, nachdem sie sich eher vorsichtig genähert hatte. Die Gewächshausspinne hat sie mit ihren langen Vorderbeinen richtiggehend weggeprügelt.
Habe solches bei Parasteatoda-Weibchen letzten Sommer auch schon am Kompostdeckel beobachtet, gegenüber allen Spinnen, die ihnen ins Gehege kamen, auch gegenüber herumwandernden Parasteatoda-Männchen.

Herzlich,
Roman
Grüß Dich Roman,
kann es sein, daß die Gewächshausspinne die Zitterspinne nicht vertreiben sondern eigentlich fangen/"erbeuten" wollte? Ich habe zwar nie einen erfolgreichen Angrif gesehen könnte es mir aber gut vorstellen. Ich habe aber einmal eine große Fettspinne gesehen, die eine unvorsichtige Zitterspinne gefangen hat.
Ade,
  Roland
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-12 22:01:27
Salü Roland,
Ich habe leider noch nie gesehen, wie eine Gewächshausspinne etwas Grösseres fängt, d. h. ob sie mit den langen Vorderbeinen die Beute zu fesseln versucht, bevor sie zubeisst. Ich habe schon eine an einer Wespe gesehen, eine andere an einem Ohrwurm: beide Beutetiere waren kaum eingewickelt.
Vielleicht weiss da ja irgendjemand etwas.
Herzlich,
Roman
Titel: Begegnung vom 14. 3.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-14 00:27:39
Eine der grossen Winkelspinnen im Keller begegnet mir.
Titel: Begegnung zweier Winkelspinnen, 17. 3. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-17 20:28:17
Die obige Winkelspinne hat heute Besuch einer Artgenossin. Dass Grosse Winkelspinnen im Keller die Netze von Artgenossinnen aufsuchen, ist mir inzwischen ein paar Mal aufgefallen. Keine Ahnung, weshalb die das tun, aber Unfreundliches in dem Sinn, dass die eine die andere überfallen und gefressen oder auch nur vertrieben hätte, scheint nie passiert zu sein.

Herzlich,
Roman
Titel: Keller-Begegnung vom 19. 3.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-19 19:30:24
Die Geduld dieser Spinne bei Porträtsitzungen ist jeweils an einem sehr kleinen Ort ...
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Lars Friman am 2010-03-19 20:08:57
Moin
So sieht sie richtig aus
Lars Friman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-19 20:49:03
Moin
So sieht sie richtig aus
Lars Friman

Salü Lars,
Es hat mich auch schon gedünkt, dass gewisse Spinnen meist verkehrt herum hängen, und die Dame da gehört eindeutig dazu. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass sie findet, sie sehe auf dem oberen Bild richtig aus und ich als Fotograf falsch, zumindest solange ich mich nicht wie eine Fledermaus an die Decke hänge ...
;-)
Titel: Pholcus phalangioides begegnet Tegenaria atrica
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-20 23:26:11
Da habe ich gestern Nacht die grosse Tegenaria atrica, die über der westlichen Kellertür haust, in einer interessanten Situation vorgefunden. Sie ist wieder einmal auf einem ihrer Ausflüge gewesen, etwa 3 Meter von ihrem Winkel entfernt. Die Zitterspinne ist von unten auf sie losmarschiert, hat sie mit einem der langen Vorderbeine betastet, ist schliesslich über sie hinweggestiegen und hat dann, an der Decke hängend, ein paar weitere Annäherungsversuche gemacht, sie einmal eine ganze Weile lang mit den Vorderbeinen "begrapscht".
Die Winkelspinne hat sich zeitweise in die Ecke gedrückt, allerdings auch zwei, drei Mal gewendet. Zurück an ihren Wohnort abmarschiert ist sie erst, als ich die Zitterspinne vertrieben habe.
Die Bilder sind leider nicht besonders scharf, da ich nur die Makrolinse dabeigehabt habe.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Jörg am 2010-03-21 11:47:49
Hallo Roman,

Bild 4 ist eindrucksvoll! Erstaunlich, daß die Pholcus aus solchen Konfrontationen oft als Sieger hervorgeht!

Dieses "begrapschen" beobachte ich bei meiner Pholcus auch oft. Die Spinne baggert sich ihre Beute quasi von der Wand: Insekten fliegen durch die Grabbelei auf und verheddern sich im Netz, anderen Beutetieren ergeht es genauso, wenn sie z.B. versuchen, sich fallenzulassen.

Viele Grüße,
Jörg
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-21 22:46:12
Salü Jörg,

Habe es mir gedacht, Deine Esmeralda habe Dir die Technik erklärt!
Da diese Tegenaria schon für so viele Fotos und noch mehr Fotoversuche hingehalten hat, wollte ich es nicht draufankommen lassen, dass die Pholcus sie erwischt.

Herzlich,
Roman
Titel: Begegnung mit Schneewittchen, 23. 3. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-23 22:54:08
Diese Spinne ganz speziellen Aussehens ist mir heute, gut getarnt,  im Treppenhaus begegnet.
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-03-23 23:02:34
Wieder Liocranum rupicola?

Arno
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-24 21:23:39
Wieder Liocranum rupicola?

Arno

So ist es. Das Tier ist teilweise sehr hell und ein Teil des Vorderkörpers sieht wie lackiert aus; der schneeweisse Schimmer rührt wohl auch von unseren Wänden her, die mit wenigen Ausnahmen mit Sumpfkalk gestrichen sind – diese Farbe ist hochweiss, kristallin, ohne Lösungsmittel, pflegeleicht –, nach einem Tag Herumrennen in einem Plastikbecken ist ein Teil des Schneewittcheneffekts weg.

Aber sehenswert finde ich das flinke Tier alleweil.
Titel: Re: Begegnungen
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-03-24 23:22:13
... eine ziemlich helle Variante.

Arno
Titel: Begegnung mit 1,5-mm-Spinne
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-25 23:47:29
Ein blitzgeschwindes Tier, gefunden heute vor dem Kellerfenster.
Titel: Begegnungen mit 2 weiteren Liocranum rupicola
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-27 23:47:44
Heute habe ich im Keller "Schneewittchens" schwarze Schwester angetroffen und eine weitere Liocranum rupicola, Letztere gut gesichert.
Offensichtlich gibt es nicht nur sehr helle bis sehr dunkle Tiere, sondern auch (auf dem Hinterleib) "positiv" und "negativ" gezeichnete, wobei diejenigen, die ich bislang im Haus und im Keller gesehen habe, bis auf zwei dunkle Winkel auf hellem Grund hatten.
Titel: Vorosterbegegnung, 28. 3. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-03-28 19:20:18
Da mir die Ero vom Keller immer noch ein Epigynenfoto "schulden", sich diesbezüglich geradezu verweigern, habe ich letzte Woche eine eingesammelt und mitsamt einer 4-cm-Fettspinne in ein Glas gesteckt. Die Fettspinne ist inzwischen halbwegs verspiesen, die Foto ist immer noch nicht geschafft, dafür hat die Spinne mir "ein Ei gelegt": seit heute Morgen hängt ein kleiner Kokon (halb so gross wie diejenigen beim Kompost) am Deckel des Glases.

Titel: Re: Begegnungen, 25. 3. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-03-28 20:28:35
Schön, diesen Kokon können wir später konkret einer Art zuordnen (dein Ero ist wahrscheinlich aphana). Wenn wir weiter sammeln könnten wir irgendwann feststellen, ob es Unterschiede im Aussehen der Kokons der einzelnen Ero-Arten gibt.

Arno
Titel: Begegnung vom 3. 4. 2010 am Kompostdeckel
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-05 23:24:17
Zwei Ozyptila praticola (Dank an Arno für den Schupf in die richtige Richtung) haben sich just an den Ort verirrt, den die letzte ganz grosse Parasteatoda tepidariorum vom Kompostdeckel wohl seit dem verflossenen Sommer als ihre Behausung betrachtet. Vor allem der grössere der beiden Eindringlinge passt der Gewächshausspinne überhaupt nicht und zieht nach etwa zwei Stunden plötzlich Leine, während das kleinere Tier am Abend immer noch in derselben Vertiefung der Teerpappe ausharrt.

Von den über 4 mm grossen Gewächshausspinnen sind am Kompostdeckel derzeit wieder acht Stück zu sehen, wobei im Winter eine Zeitlang keine mehr sichtbar gewesen ist, sie müssen sich unter den Holzlatten des Deckels verkrochen haben. Weitere haben einem Rotkehlchen als Futter gedient. Dafür findet man jetzt viele Jungtiere, deren Hinterleib gerade mal 1 mm misst.  Überdies hängen zurzeit je drei bis vier mittelgrosse Tiere vor den östlichen drei Kellerfenstern. Ihrem Namen zum Trotz überdauern diese Spinnen den Winter offensichtlich auch im Freien.

Roman, wieder mal begeistert von "seinen" Viechern.
Titel: WEM begegnete am 6. oder 7. 4. 2010 ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-08 22:28:33
... diese halbwüchsige Ero? Gefunden im Kellergang an einem Glasziegel, am Tag vorherher hing sie mit Bestimmtheit nicht dort.
In der Umgebung hausen Grosse Winkelspinnen, Fettspinnen aller Grössen (gehen z. Z. z. T. auf wie Küchlein), weitere Ero, Grosse Zitterspinnen.
Eine Gewächshausspinne lebt in der Nähe, aber die wandert nicht herum.
Grosse Zitterspinnen packen feiner und anders ein.
Übel, wie die Spinne zugerichtet ist, muss das Tier, dem sie zum Opfer gefallen ist, zubeissen können, z. B. Beine entzweibeissen ...
Grosse Winkelspinnen kauen zwar kräftig, aber packen kaum so ein, wenn überhaupt.
Also eine andere Ero? Oder weisen die Tropfen an den starken Fäden auf eine Fettspinne hin?

Gespannt auf Ideen, Erfahrungen,

Roman

Titel: Re: Begegnungen, 8. 4. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-04-10 13:32:30
Hallo Roman,

Ich habe gerade die Überreste einer kleinen Linyphiidae angeschaut, die ich gestern an eine Steatoda triangulosa verfüttert habe, die in einem meiner Vogelspinnenterrarien haust ( quasi eine WG). Das ganze sah schon so ein wenig wie deine Ero aus.

Grüße
Titel: Re: Begegnungen, 8. 4. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-04-10 21:11:55
Ich würde es aus meiner Erfahrung auch für ein Kugelspinnenopfer halten.

Arno
Titel: Weitere Fettspinnenbeute
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-11 00:41:49
Gestern Abend habe ich diese Überreste einer Laus und einer (höchstwahrscheinlich) jungen Steatoda bipunctata aus dem Netz einer grossen Steatoda bipunctata am oben genannten Glasziegelfenster genommen: genauso klebrig (hängt auf dem Bild an der Spitze einer Pinzette) und ebenso wüst zugerichtet wie die Reste der Ero oben.
Es weist also wie auch von Arno und Tobias vermutet, alles auf eine Fettspinne hin! Manchmal scheinen Eros an die falschen Spinnen zu geraten.

Roman
Titel: Kleine Tegenaria atrica begegnet Kellerassel ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-11 01:14:20
... dreht sie mit den Vorderbeinen auf den Rücken, wartet etwas zu und schlägt schliesslich einen der Zähne in ein Bein der Assel (Zufall? Bilder 01–03). Irgendwann habe ich das Gefühl gehabt, dass mich jemand von hinten anstarre: eine grosse Tegenaria atrica am oberen Rand des Kellertürfensters (Bilder 04–05).

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 10. 4. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-04-11 01:22:45
Interessante Fotos! Hat sie denn die Assel auch so zerkaut wie das atrica so macht, oder war das Tier noch ganz? ( Der Panzer einer Assel ist doch recht hart)

Grüße
Titel: Re: Begegnungen, 10. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-11 11:26:30
Interessante Fotos! Hat sie denn die Assel auch so zerkaut wie das atrica so macht, oder war das Tier noch ganz? ( Der Panzer einer Assel ist doch recht hart)

Salü Tobias,

Wie ein Augenschein heute Morgen ergeben hat, hat die Tegenaria bislang erst einen Fühler und ein paar Beine ab- bzw. angefressen. Das Tier ist allerdings klein, knapp 1 cm lang, und Hunger leidet es nicht, es hat immer wieder etwas Essbares im Netz. Allerdings hängen auch in den Netzen der grossen Tiere Kellerasselüberreste mit (flüchtig betrachtet) ganzen Panzern. Bin bisher noch nicht auf die Idee gekommen, einen solchen genauer anzusehen. Vielleicht saugen sie die auch aus.

Roman
Titel: Fettspinne frisst Fettspinne samt erbeuteter Fettspinne, 11. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-11 17:41:56
Diese drei Vertreterinnen der Art Steatoda bipunctata, von denen bloss die grösste sich des Resultats ihrer Begegnungen erfreut und nun 6 x 3 mm gross und satt gefressen im Kellergang hängt, habe ich heute Morgen gefunden.
Nicht nur der Keller ist bevölkert von solchen Tieren, auch am Kompost sind wieder welche aufgetaucht und in den Winkeln einer aus Betonblöcken bestehenden Treppe an der Hauswand sitzen sie nachts ebenfalls.

Roman

Titel: Tegenaria und Kellerasselpanzer
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-15 22:54:18
Interessante Fotos! Hat sie denn die Assel auch so zerkaut wie das atrica so macht, oder war das Tier noch ganz? ( Der Panzer einer Assel ist doch recht hart)

Heute habe ich es nicht lassen können und habe der kleinen Tegenaria eine mittelgrosse Kellerassel ins Netz geschmissen. Der Panzer ist wirklich zu hart, auch zum Zubeissen. Dies ist der Spinne erst gelungen, nachdem sie die Assel nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich auf den Rücken gedreht hatte.

Herzlich grüssend,
Roman
Titel: Zwei Begegnungen vom 15. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-15 23:01:14
Auch grössere Beutetiere stellen für eine Steatoda bipunctata oder selbst für eine kleine Parasteatoda tepidariorum von etwa 3 mm Körperlänge keine Probleme dar, wie sie hier mit einer Fliege bzw. einer Mücke (?) demonstrieren.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 4. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-04-15 23:04:02


Heute habe ich es nicht lassen können und habe der kleinen Tegenaria eine mittelgrosse Kellerassel ins Netz geschmissen. Der Panzer ist wirklich zu hart, auch zum Zubeissen. Dies ist der Spinne erst gelungen, nachdem sie die Assel nach mehreren vergeblichen Versuchen endlich auf den Rücken gedreht hatte.

Herzlich grüssend,
Roman


Das ist wirklich interessant. Ich habe mehrere atrica und domestica in Behältnissen und schon mit allerlei Dingen ( z.b harten Rüsselkäfern) gefüttert ( allerdings keine Asseln) und beinahe alles wurde regelrecht zerkaut oder wenigstens so stark von den Chelizeren in Mitleidenschaft gezogen, das es nicht mehr kenntlich war.
Das die Spinnen Tiere auch bloß aussaugen, hab ich noch nie gesehen.
Ich probiere das wohl am Wochenende auch mal aus :-)

Grüße
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-15 23:19:47
Das ist wirklich interessant. Ich habe mehrere atrica und domestica in Behältnissen und schon mit allerlei Dingen ( z.b harten Rüsselkäfern) gefüttert ( allerdings keine Asseln) und beinahe alles wurde regelrecht zerkaut oder wenigstens so stark von den Chelizeren in Mitleidenschaft gezogen, das es nicht mehr kenntlich war.
Das die Spinnen Tiere auch bloß aussaugen, hab ich noch nie gesehen.
Ich probiere das wohl am Wochenende auch mal aus :-)

Grüße

Vielleicht liegt es daran, dass die Tegenaria hier noch klein ist, eine Viertelportion sozusagen; oder die Panzer sind zu zäh ... Mit Rüsselkäfern habe ich auch schon eine erwachsene Agelena labyrinthica sich vergeblich abmühen sehen, sie konnte das runde Ding einfach nicht packen und liess es schliesslich davonkrabbeln.
Titel: Begegnung mit Pardosa, sich häutend, 17. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-17 22:05:58
Diese Spinne ist mir ihres ungewöhnlichen Benehmens wegen heute während der Gartenarbeit aufgefallen. Elegante Stacheln und hübsche Augen hat die Dame.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–17. 4. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-04-17 22:13:47
wow, tolle Fotoserie, Roman!

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–17. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-18 19:32:09
Jörg, hab Dank für die Blumen!
Die Fotos freuen mich auch.
Leider ist während des Fotografierens irgendwie eine kleine, sehr hübsch gezeichnete Anyphaena accentuata unter mich geraten, und die hat das nicht überlebt. :-(

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 4. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-04-20 18:43:32

Vielleicht liegt es daran, dass die Tegenaria hier noch klein ist, eine Viertelportion sozusagen; oder die Panzer sind zu zäh ...


So, habe heute nun mal reingeguckt was mit der mittelgroßen Assel ( Porcellio sp. ; Kl 6 mm) passiert ist, die ich am Sonntag an mein größtes Weibchen ( 18 mm Kl) verfüttert habe ... die Panzerplatten an sich sind noch vollkommen intakt, scheinen also wirklich zu zäh, allerdings hat das Tier alles andere vom Bauch her säuberlich zerkaut, so das die Platten sich teilweise voneinander lösten und nun auf einem kleinen Häufchen liegen. in den nächsten Tage verfütter ich eine Stufe größer ( 10 mm) und schaue wieviel dann noch übrig bleibt :-).

Viele Grüße Tobi
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-20 21:15:20
So, habe heute nun mal reingeguckt was mit der mittelgroßen Assel ( Porcellio sp. ; Kl 6 mm) passiert ist, die ich am Sonntag an mein größtes Weibchen ( 18 mm Kl) verfüttert habe

Daran mag es liegen: eine 6-mm-Assel für die 18-mm-Spinne und hier sind es 10-mm-Asseln-für eine knapp so grosse Spinne ... Die kleine Tegenaria atrica dreht jede Assel auf den Rücken, um zuzubeissen, aber in letzter Zeit steht sie mehr auf Nachtfalter (Bild 02) und eine Sorte Mücken (Bild 03), die gerade häufig ist. Von denen sehe ich nie Reste, wobei sie das Zeugs wohl zwischen das Buchenlaub im Topf fallen lässt. Manchmal kaut sie ein wenig, dann sitzt sie wieder still auf der Beute (und sabbert, dünkt mich).

Gestern habe ich eine ausgewachsene Assel fotografiert (Bild01), die im Netz einer der ganz grossen Tegenarias hängt: sieht auch nicht schön aufgegessen aus, obwohl die Spinne das Tier im Boden erbeutet und bis an die Kellerdecke hinaufgeschleppt hat.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–20. 4. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-04-20 21:21:16
Das letzte Bild gefällt mir sehr gut.

Und ja, das waren natürlich andere Verhältnisse als bei deiner, aber ich wollte mal klein anfangen :-).
Allerdings hat sie selbst bei einer so Kleinen Zu Beginn einige Anläufe gebraucht und erst als die Assel auf dem Rücken lag, sah ich wie die Spinne sie über längere Zeit mit ihren Chelizeren packen konnte.

Grüße Tobi
Titel: Honni soit qui mal y pense
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-20 21:46:18
Das Bild mit der Assel ist allerdings nicht gerade schön. :-)

Hier ein schöneres: eine Begegnung vom letzten Wochenende, als mich die Pardosa amentata beschäftigt haben.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–20. 4. 2010
Beitrag von: Lars Friman am 2010-04-21 20:32:14
das ist Pardosa amentata?
Lars Friman
Titel: Junge Agelena labyrinthica trifft auf jungen Ohrwurm, 25. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-25 23:08:29
Auf der (vergeblichen) Suche nach jungen Baldachinspinnen bin ich auf eine grosse Schar junger Orwürmer aufmerksam geworden, die zusammen mit einem erwachsenen Tier aus einer Röhre im Erdreich des Gartens hervorkrabbelten. Die 3 mm langen Tierchen verteilten sich ziemlich rasch, kletterten z. T. auf die Pflanzen, und einige landeten prompt in den Netzen junger Trichterspinnen.
Anbei ein paar Bilder dieser unerwarteten Begegnung.

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–25. 4. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-04-26 00:04:39
Coole Bilderserie. Sogar mit Bewegungsunschärfe.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–25. 4. 2010
Beitrag von: Schröder Pascal am 2010-04-28 20:02:16
sind deine Winkelspinnen auch getiegert???
weißt du wie man da das Geschlecht erkennt???
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–25. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-29 13:36:27
Getigert nicht gerade, aber auf dem Hinterleib mit beigen Winkeln gezeichnet. Und die Grosse Winkelspinne (Tegenaria_atrica) hat einfarbige Beine.

Das Geschlecht? Schau mal die Bilder da: http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Tegenaria_atrica (http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Tegenaria_atrica). Im Winter findet man wohl eh nur Weibchen, und wenn du einem ausgewachsenen mal unter den Bauch schaust, siehst du die Epigyne. Die Männchen haben, von Weitem gesehen, kleinere Körper im Verhältnis zu den Beinen oder viel längere Beine, wie man will ...

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–25. 4. 2010
Beitrag von: Schröder Pascal am 2010-04-30 14:48:25
ok danke
Titel: Spinnenfutter, 29. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-04-30 23:30:23
Die grosse Pholcus phalangioides vom Gemüsekeller, seit einem Monat von einem Zitterspinnenherrn umworben, hat erneut eine Winkelspinne erwischt. Da das immer etwa ähnlich aussieht, etwas anderes:

Im Netz der kleinen Winkelspinne vom Keller hat seit Tagen eine Schwebefliege gehangen. Da die Spinne dieser nun überdrüssig geworden ist, habe ich sie behändigt und genauer angesehen. Anbei ein paar Bilder (01–03). Die Winklespinne hat ganz offensichtlich den Hinterleib aufgebissen und ausgeräumt.

Dann habe ich eine der Keller-Eros fein eingepackt bei einer nun wohlgerundeten, jungen Pholcus phalangioides aufgefunden, deren Körper in Bezug auf das Volumen kleiner als derjenige der Ero gewesen ist. Das von den Ero des Öftern skizzierte Bild der listigen, immer erfolgreichen Spinnenjägerin scheint mir etwas überzeichnet zu sein (Bilder 04–05).

Hoffe, dass das Thema nicht allzu morbide ist,

Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 4. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-05-01 12:36:44
Naja, wenn aus so einem Ero-Kokon 50 Junge schlüpfen, müssen ja 48 drauf gehen im Laufe des Jahres. Bei solchen Unfällen mit Pholcus handelt es sich evtl. nicht um missglückte Angriffe, sondern einfach um einen Missgeschick, wie es jeder Spinne in einem Pholcus-Gebiet passieren kann.

Greift denn Ero Pholcus überhaupt an?

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 4. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-02 00:41:47
Keine Ahnung, was die Ero alles angreifen. Am Kompostdach kommen v. a. Steatoda bipunctata, Parasteatoda tepidarorum und Pholcus opilionoides vor, wobei ich dort noch nie einen Angriff einer Ero beobachtet habe.
Im Keller habe ich Angriffe auf ganz kleine Steatoda bipunctata (2 Mal) und auf eine ebenso kleine [/i]Parasteatoda tepidarorum[/i] gesehen. Die Ero bewegen sich normalerweise ziemlich bedächtig fort, wenn sie nicht einfach herumhängen. Bei zweien von drei Angriffen sind sie plötzlich losgerannt und haben sie sich richtiggehend auf die Beute gestürzt. In einem Fall bin ich erst darauf aufmerksam geworden, als die beiden Spinnen in ein ziemliches Getümmel verwickelt gewesen sind. Die Taktik, dass die Ero sich in einem Netz als Beute präsentiere, habe ich nie beobachten können, wohl aber, dass sie sich zusammenkugeln und still verharren, wenn eine andere Spinne vorbeimarschiert.
Titel: Unser Parasteatoda-tepidariorum-Pärchen, 1. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-02 00:50:29
An einem der Kellerfenster hocken seit gut einer Woche ein Gewächshausspinnenmännchen und ein Weibchen eng beieinander, jedenfalls jedes Mal, wenn ich vorbeischaue. Mehr als dass sie sich hin und wieder mit den Vorderbeinen betasten, habe ich bislang noch nicht gesehen.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-05-02 01:28:35
Hallo Roman,

ich war mal so frei: Parasteatoda tepidariorum (http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Parasteatoda_tepidariorum). (Den direkten Vergleich von Señoras y Señores finde ich immer gut)

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-05-02 18:10:56
Bei manchen Arten (z.B. Linyphia) bleiben die Männchen eine Weile im weiblichen Netz, um sich mehrfach mit diesem zu paaren (warum auch immer). Bei anderen Arten (z.B. Drassodes) suchten die Männchen die Weibchen schon vor der Reifehäutung auf und ziehen bei diesem ein um kurz nach der Reifehätung des Weibchens sofort loslegen zu können. Bei zweiter Hypothese wäre das Weibchen noch subadult.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-02 19:50:21
Linyphia triangularis habe ich letztes Jahr des Öftern zu zweit und zu dritt (2 Männchen) in einem Netz gesehen und auch ein paar Fotos davon gemacht. Die Männchen der Metellina segmentata scheinen ebenfalls sehr anhänglich zu sein.
Aber wie die zwei Gewächshausspinnen aneinander kleben, ist wirklich lustig anzusehen. Am Kompstdeckel ist mir letztes Jahr solches nie aufgefallen. Da sind die Männchen (die mit den roten Vorderleibern und z. T. ganz roten Beinen scheinen hier immer Männchen zu sein, wobei nicht alle Männchen so gefärbt sind), von Dame zu Dame gezogen und immer wieder weggeprügelt worden, aber das war später im Jahr. Mal sehen, ob sich auch dort solche Pärchen bilden.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-02 19:55:30
Hallo Roman,

ich war mal so frei: Parasteatoda tepidariorum (http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Parasteatoda_tepidariorum). (Den direkten Vergleich von Señoras y Señores finde ich immer gut)

Jörg

Salü Jörg,

Heute habe ich sie erwischt, wie sie die Köpfe noch näher zueinander stecken.

Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-05-02 20:27:53
Ich vermute in der Tat, dass das Weibchen noch subadult ist und das Männchen auf dessen Reifehäutung wartet.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-05-02 20:29:22
Moin Roman,

das ist ja richtig herzerwärmend, was sich da bei Dir abspielt ;-) (Bilder-Update (http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Parasteatoda_tepidariorum))

Jörg
Titel: Farbenfroghe Begegnung vom 4. 5.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-04 23:04:52
Die beiden Gewächshausspinnen hocken immer noch beisammen, und der Kerl hat wohl gute Gründe, die Angebetete nicht aus den Augen zu lassen, ist doch gestern ein Nebenbuhler aufgekreuzt.

Richtig hübsch ins Bild gesetzt hat sich heute dieser tiefgelegte Schwarze mit GT-Streifen. Diese Sorte Spinnen scheint unseren Bastelkeller zu lieben.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–4. 5. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-05-05 18:18:42
Hallo Roman,

wirklich schöne Bilder! Auf was für einer Unterlage hat sich denn der Kleine auf dem ersten Bild ablichten lassen?

Grüße
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–4. 5. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-05-05 18:42:09
Zitat
Auf was für einer Unterlage hat sich denn der Kleine auf dem ersten Bild ablichten lassen?

Bloß nicht verraten, Roman! So können wir uns schön einbilden, es sei irgendeine exotische Blüte (und nicht etwa ein ordinärer Plastikeimer oder so) ;-)

Jörg
Titel: Gewächshausspinnenduett
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-05 22:40:37
Salü Tobi, salü Jörg,

Mit Blumen hat die rosa Farbe der Unterlage insofern zu tun, als es sich um einen kleinen Plastikkübel handelt, den die Kinder früher im Sandkasten zum Spielen benutzt haben und der jetzt jemandem beim Umtopfen von Pflanzen als Behälter für Erde gedient hat. Die Spinne ist auf dem Rand gesessen, als ich sie entdeckt habe, hat sich nach zwei Blitzen, bevor ich ganz nah dran gewesen bin, aber abgeseilt  (Bild 02) und ist über den Griff einer Werkzeugkiste (Bild 03) im allgemeinen Durcheinander verschwunden.

Damit hier nicht nur Text steht: Unserer Gewächshausspinnenpärchen heute beim nächtlichen Jo-jo-Duett.

Herzlich,
Roman
Titel: Viel Arbeit für eine grosse Zitterspinne
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-06 22:34:30
Gestern habe ich wieder einmal ein paar Zitterspinnen im Kellergang zum Zittern bringen wollen, da die Zitterbilder immer noch nicht das sind, was sie sein sollten. Es wird allerdings je länger desto schwieriger: die einen Spinnen greifen inzwischen den Pinsel an, mit dem ich sie kitzeln will.

Und da habe ich eines der Weibchen mit einer Grossen Winkelspinne erwischt, auf halber Höhe eines Kellerfensterrahmens: die Beine der Tegenaria atrica haben schlaff heruntergehangen, die Pholcus phalangioides hat sie mit den beiden hintersten Beinen eingewickelt. Und dann hat sie begonnen, ihre Beute nach oben zu den Heizungsrohren zu transportieren: immer wieder ziehend, wickelnd, dazwischen einen neuen Faden noch oben ziehend, einen weiteren an die Winkelspinne ansetzend, wickelnd, ziehend. Zwei, drei Mal ist die Tegenaria "erwacht", hat dafür jeweils einen Biss kassiert. Nach einer Stunde Schwerarbeit ist die Strecke von einem halben Meter geschafft gewesen. Das Männchen, das bei der Dame herumhängt, hat dabei zugeschaut (Bild 13), und muss auch beim Essen zusehen (Bild 14).

In der Hoffnung, dass meine Pholcus-cum-Tegenaria-Geschichten noch niemandem zu Hals heraushängen,
Roman
Titel: Viel Arbeit für eine grosse Zitterspinne 2
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-06 22:36:44
Hier der Rest der Bilder.
Titel: Noch ein Spinnenpaar und ..., 7. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-07 20:37:10
Da es heute mal nicht windet, habe ich nach der grossen Gewächshausspinnendame vom Kompostdeckel geschaut, und siehe da: auch die hat einen Gefährten! Sieht so aus, als ob das bei den Parasteatoda tepidariorum Usus ist.

Ein kleine Überraschung bietet der Keller: nicht mehr die Pholcus-Dame, welche die Tegenaria erwischt hat, ist am Essen, sondern das Männchen, das bei ihr herumhängt. Vermutlich ist die so satt, dass sie gar nicht mehr mag ...
Titel: Tisch und Bett ... das dritte Gewächshausspinnenpärchen, 8. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-08 22:06:09
Heute bin ich auf das zweite Gewächshausspinnenpärchen am Kompostdeckel aufmerksam geworden, d. h. das dritte Paar insgesamt. Die anderen hocken immer noch beisammen.
Diese beiden teilen sich gar einen Käfer.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–8. 5. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-05-10 19:08:44
Hast du mal herausgefunden, ob die Weibchen schon reif sind?

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–8. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-10 22:03:35
Die drei Damen habe ich bislang nicht so genau angeschaut – habe ja nicht stören wollen –, aber von der Grösse her müssten sie erwachsen sein. Im Keller hat es welche von derselben Grösse, die reif sind, solange ich sie kenne, d. h. schon letztes Jahr. Das Paar vom Kellerfenster ist nun nicht mehr beisammen, sie hockt noch am selben Ort, hat sich auch nicht gehäutet, er ist einen halben Meter weitergezogen.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–8. 5. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-05-10 23:53:26
Paaren sie sich wenigstens ab und zu?

Arno
Titel: Doppelte Kinderstube
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-13 20:19:30
Paaren sie sich wenigstens ab und zu?

Wissen tue ich das als werktätiger Mensch, der unter der Woche meist bloss eine kleine Gute-Nacht-Tour zu den Spinnen unternimmt, nicht, aber anzunehmen ist es. Mal sehen, ob wir über kurz oder lang Kokons  wie die hier gezeigten vorfinden.

Die 6 von ursprünglich 7 Gewächshausspinnenkokons beim westlichen Kellereingang haben weitere Spinnenkinder entlassen, nachdem solche z. T. schon Ende Dezember oder Anfang Januar geschlüpft waren. Die Alte ist verschwunden, dafür ist eine Fettspinnendame, die ich zuvor des Öften in etwa 1 m Entfernung bemerkt habe, dort eingezogen und hat gestern ein Paket Eier gelegt. Es ist anzunehmen, dass ihr die kleinen Parasteatoda zum Fressen gelegen kommen.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–5. 1. 2010
Beitrag von: Thomas Rickfelder am 2010-05-15 00:59:48
Bei manchen Arten (z.B. Linyphia) bleiben die Männchen eine Weile im weiblichen Netz, um sich mehrfach mit diesem zu paaren (warum auch immer).

Höre ich da alt 68er Anwandlungen? (Wer zweimal mit der Selben pennt, gehört schon zum Establishment!).
Ich denke, das Stichwort ist Spermienkonkurrenz (sperm competition). Je öfter ich mich mit der Angebeteten paare, desto wahrscheinlicher werde ich Vater (und nicht einer der Nebenbuhler).

Gruss,

Thomas
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–12. 5. 2010
Beitrag von: Thomas Rickfelder am 2010-05-15 01:04:11
Wenn dieser Thread noch länger so weitergeht, wird sicher bald David Attenborough mit einem BBC Doku-Team in Romans Keller auftauche...
Titel: Rindenspringspinne mit zwei Leben
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-15 22:56:23
Wenn dieser Thread noch länger so weitergeht, wird sicher bald David Attenborough mit einem BBC Doku-Team in Romans Keller auftauche...

«The Blue Planet» und «The Life of Insects» hab ich gesehen. Vermutlich würde Sir A. auch über einen Keller etwas Spannendes fertigbringen. Interessante Schicksale finden sich da allenthalben, z. B. das der Rindenspringspinne, die hier die Kabelrolle inspiziert (Abb. 01 in vollem Lauf, 02). Aufgefallen ist die mir erstmals am 8. Mai, als ich auf einem Tisch eine Kartonschachtel verschoben habe: plötzlich ist das Tier dagelegen, der Hinterleib war um 180 Grad verdreht (Abb. 03). Habe ihr ein Blatt untergeschoben, sie damit kurz hochgeworfen, und sie ist, nun nicht mehr verdreht, auf dem Rücken gelandet (Abb. 04), beim nächsten Versuch dann auf dem Bauch. So ist sie liegengeblieben, hat sich nicht gerührt, auch wenn ich sie angestupft habe. Maustot, habe ich gedacht, wie könnte es anders sein, und sie in die Ecke des an der Wand stehenden Tisches geschoben.
Ein Stunde später, als ich nach ihr geschaut habe, ist sie weg gewesen, und seither begegnet sie mir fast jeden Tag.

Roman
Titel: Da Spinnenrätsel ..., Auflösung aus gegebenem Anlass, 18. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-17 21:51:16
Keine Ahnung, ob eh alle die Lösung des "Rätsels" gewusst haben oder ob der eine oder die andere gedacht hat, das sei schlichterdings nicht dieselbe Spinne, jedenfalls: da ich die Spinne heute tot vorgefunden habe, nachdem sie gestern noch putzmunter gewesen war, hier die Geschichte.
Der Grund der rapiden Gewichtsabnahme (von Bild 01 zu Bild 02) zeigt das Bild 03 vom 21. April. Dieses Gelege hat im Lauf der Zeit wegen Durchzug, Schmutz etc. zwar immer schlimmer ausgesehen, aber auch immer fester.
Heute ist mir zunächst die komische Haltung der Alten aufgefallen die neben dem Kokon hängt, tot, wie ich bald gemerkt habe, und dann der Kokon selbst: gelöchert. Im Weitern sich bewegende Punkte im Netz um den Kokon: ein gutes Dutzend frisch geschlüpfter Steatoda bipunctata.
Ob die Alte einfach durchgehalten hat bis zum Schlüpfen der Jungen?
Mal sehen, was sich diesbezüglich mit dem Gelege vor der Kellertür tut.
Anbei ein paar Bilder.

Roman

Titel: Mutterfreuden, 19. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-18 20:15:12
Pholcus-phalangioides-Mutter an der Kellerdecke, 19. 5. 2010 (Bild 01), aber auch der Vater trägt schwer ... (Bild 02).

Roman
Titel: Und sie fressen einander doch ..., 21. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-21 22:56:40
Die «Umzüge» der Araneus diadematus-Kinder habe ich dieses Jahr bislang verpasst, doch sitzen viele der Zwerge inzwischen schön verteilt in ihren eigenen Netzen an der Balkon-Pergola und vor den Wohnzimmerfenstern zwischen den für Kletterpflanzen gespannten Schnüren und fangen Geflügeltes, Ungeflügeltes sowie unvorsichtige Artgenossen (2 der heute gesichteten 4 Beutetiere; Bilder 05 und 06). Auffällig (durchs Makroobjektiv) ist, dass die Winzlinge schon verschieden gefärbte Sterna haben, gelbe oder braune.
Auch "Teenager" sind wieder eingezogen (Bilder 07, 08), wobei die eine sich durchaus eigenwillige Netznbaupläne auszeichnet (Bild 09).
Anbei ein paar Bilder.

Roman
Titel: Die Geigenspielerin, 24. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-24 21:50:34
Leider hat es heute des Öftern stark gewindet, und so ist es ein Wunder, dass man überhaupt etwas sieht: gerade, als ich eine unserer erwachsen werdenden Gartenkreuzspinnen beobachtet habe – eine zu der ich ein besonderes Verhältnis habe, hat sie doch in demselben "Kartoffelstrauch" im Keller überwintert, an dem sie jetzt ihr Netz aufgespannt hat, und mich mit der leuchtend orangen Farbe des Vorderkörpers und von Teilen ihrer Beine erstaunt, die sie jetzt noch aufweist –,  ist ihr einer der winzigen Rüsselkäfer, die auf der Stockrose daneben ein ziemliches Käferfest veranstalten (fröhliche Dreier eingeschlossen), ins Netz gefallen. Das Einwickeln der Beute hat sie für einen Moment wie eine Geigenspielerin aussehen lassen.

Und dann ist mir heute endlich einmal eine der zahlreichen Textrix, welche die Fugen vor der Kellertür und vor den Kellerfenstern auf der Ostseite des Hauses sowie den Zwischenraum, der sich zwischen den Betonklötzen der dortigen Aussentreppe und der Hauswand auftut, besiedeln, ganz im Freien begegnet, wenn auch nur für Sekunden: eine Ameise ist ihr durch den Vorgarten gestolpert (ein tödlichs Versehen) und hat sie aus der Wohnröhre gelockt!

Roman, der Pfingsten mit Spinnenschauen im Garten verbracht hat.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–24. 5. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-05-24 22:01:37
Hallo Roman,

Das Geigenbild ist wirklich genial. ist dir das schon beim Fotografieren aufgefallen oder erst später?

Die Textrix haben wirklich eine schöne Zeichnung. Ich habe hier im Umkreis inzwischen wahrscheinlich jede Mauer, jede löchrige Hauswand und jeden Steinhaufen abgesucht, doch ständig schauen mich nur Amaurobius und Tegenaria im Schein der Taschenlampe an.

Grüße Tobi
Titel: Textrix ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-26 23:27:47
Salü Tobias,

Im Fall der "Violinspielerin" bin ich zufällig gerade so davor gesessen, dass ich beim Käfer die Assoziation mit der Geige gehabt habe. Habe dann 5 Mal den Auslöser gedrückt, da es ziemlich gewindet hat, und ein Bild ist so geworden, wie es oben steht.

Von den Textrix sieht man hier tagsüber gerade so viel, wie die Bilder 01 und 02 von der östlichen Kellertür und einem der Kellerfenster zeigen ... Gegen Abend hocken sie öfters in den Röhreneingängen (Bilder 03 und 04), und manchmal schauen sie sogar heraus (Bilder 05–07). Die kleine Textrix von Bild 04 haust in einem Lichtschalter; ein und aus geht sie durch den Schlitz, der dazu dient, das Teil mittels eines Schraubenziehers aus der Halterung zu hebeln. Das ganz kleine Tier von Bild 05 und 06 wohnt mit einer ganzen Reihe anderer in dem 5 mm breiten und etwa ebenso tiefen Spalt zwischen dem Türgericht und der Betonwand (das Bild 03 zeigt einen Ausschnitt von 6 mm). Die dreieckigen Netzchen sind wohl alle von den Textrix gebaut, aber bewohnt werden sie z. T. von ebenso winzigen Steatoda bipunctata und Parasteatoda tepidariorum.

Herzlich,
Roman
Titel: Begegnungen vom 29. 5. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-30 00:15:23
Eine Ozyptila praticola begegnet in einem Astloch einer Haselstaude einer Kellerassel (Bilder 01 und 02), ein Käfer begegnet im Keller einer Steatoda bipunctata Bilder 03 und 04, dasselbe tun Parasteatoda tepidariorum-Spinnenkinder nach dem Verlassen ihres Kokons (Bild 05). Wie die letzteren Begegnungen ausgegangen sind, kann man sich vorstellen.

Roman
Titel: Zwei alte Bekannte …
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-05-31 22:50:53
… die ganz oben am 28. 2. schon vorkommen: die Grosse Zitterspinne aus dem Gemüsekeller und die junge Grosse Winkelspinne aus dem Blumentopf.

Das Bild der Letzteren (Bild 01) sieht "herziger" aus, als es gemeint ist: die Tegenaria atrica versucht die Assel auf den Rücken zu drehen, um zuzubeissen. Lieber hat sie darum eindeutig Mücken und Fliegen.

Die Pholcus-Dame vom Gemüsekeller hat es nun doch noch geschafft (Bild 02) ... Nachdem zuletzt wochenlang drei Verehrer um sie herum waren, die aber jedes Mal, wenn ich etwas zusah, miteinander beschäftigt zu sein schienen, habe ich mir gedacht, da passiert wohl nie etwas ...

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 5. 2010
Beitrag von: Thomas Rickfelder am 2010-06-01 20:46:30
Die mit der Geige gehört doch zu dieser Gattung oder?:

http://www.serienoldies.de/main/picture_show.php?id=114&pic_id=1524&PHPSESSID=9fb20cce41224f4554d3a90b56cac6f5

;-)
Titel: Winkende Pardosa amentata und Spinnen-Ikarus
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-06 23:04:40
Salü Thomas,

Meine Spinne muss die rote Mütze irgendwo verlegt haben ...

Heute ist heisses Wetter und, Gartenarbeit sei Dank, ein ziemlich spinnenreicher Tag gewesen. Leider habe ich, da ich eigentlich im Garten habe vorwärtsmachen wollen, weder den Fotoapparat noch irgendwas zum Spinnenfangen dabeigehabt, sonst hätte ich heute noch drei Tiere mehr zum Bestimmen. Allerdings habe ich am Morgen und am Abend je einen Foto-Rundgang durch den Garten gemacht.
Lustig finde ich immer noch die "winkenden" Pardosa-amentata-Männchen. Aus irgendwelchen Gründen scheinen die meine Kamera anzubalzen (Bilder 01, 02). Viele Weibchen der gleichen Art sind nun mit Kokons unterwegs, z. T. in grünschillernden Farbtönen (Bild 03).
In den Keller verirren sich in diesen Tagen geradezu riesige Schnaken. Eine von diesen musste die kleine Tegenaria atrica aus dem Blumentopf ziemlich gut festhalten (Bild 04), um nicht fliegen zu lernen. Zu guter Letzt hat mich eine Marpissa muscosa durch die Kellerfenstertür angestarrt (Bild 05).

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 6. 2010
Beitrag von: Michael Hohner am 2010-06-07 08:44:25
Die Schnake geht ja noch. Der folgende Fang ist ambitioniert:

(http://www.spinnen-in-bayern.de/pictures/8-04477.jpg)
Titel: Spinnenfutter
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-08 22:13:06
Salü Michael,

Genau so eine Mücke (?) hat unsere 7-beinige Rindenspringspinne von der westlichen Kellertür heute gefangen (Bild 01). Diese Mücken überwintern hier im Keller. Deiner kleinen Salticus scenicus ist die Anstrenung geradezu ins Gesicht geschrieben. :-). Mir gefällt das Bild: voll aus dem Leben gegriffen.

Zu den Grössenverhältnissen allerdings: hier eine unserer Schnaken im Vollbild (Bild 02). Die kleine Tegenaria atrica ist so lang, wie die schmale Leiste rechts neben der Fensterscheibe breit ist.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–8. 6. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-06-09 09:45:05
Hallo Roman,

warum die Schnaken so riesig sind, ist schnell erklärt: Es sind Riesenschnaken (Tipula maxima). Spannweite normalerweise so 50-60 mm. Die auf dem letzten Foto ist ein Herr.

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 6. 2010
Beitrag von: Karola Winzer am 2010-06-09 14:34:00
Die Schnake geht ja noch. Der folgende Fang ist ambitioniert:

So eine gierige Salticus scenicus habe ich neulich auch mal gesehen. Ich glaube, in diesem Fall ein Männchen.
Titel: "Familiennachrichten"
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-12 21:26:15
Salü Karola,

Auch das ein hübsches Bild! Verblüffend finde ich immer wieder, wie die Springspinnen ihre Beute treffen.

Heute ein paar "Spinnenfamiliennachrichten", hat sich bei meinen "Bekannten" doch einiges getan.

Bei den Pholcus opilionoides am Kompostdeckel hat man sich zum Teil zum Fressen gern (Bild 01).
Kein Familienbild (die Steatoda bipunctata-Dame sitzt zwischen den Kokons einer Parasteatoda tepidariorum, deren Junge sie nach Möglichkeit gefressen hat), aber das letzte Foto, das ich von ihr habe ist das Bild 02. Vom gleichen Tag, dem 4. 6. ein Bild ihres Geleges (Bild 03): im Gegensatz zu dem Gelege vom Keller, das infolge von im Durchzug verdrehten Spinnenfäden, Staub etc. mit der Zeit  wie ein Kokon ausgesehen hat, sieht dieses hier (es stammt vom 12. 5.) noch wie neu aus. Seit dem 9. 6. vermisse ich die Alte, und gestern Abend sind die Jungen z. T. geschlüpft. Während ich die Jungtiere im letzten Fall schon braun gefärbt vorgefunden habe, sind die gestern noch so blass wie die Eier gewesen (Bild 04, 05). Mal sehen, wie die heute aussehen.
Die Bemühungen der Parasteatoda tepidariorum-Männchen zeigen in 2 Fällen erste Erfolge (Abb. 06, 07). Interessant ist, dass die Damen auch nach dem Bauen eines Kokons für die Männchen weiterhin interessant sind (Bild 08). Im letzteren Fall sind gleich zwei Herren um die Dame herum. Inzwischen haben sich auch weitere Pärchen gefunden, z. B. das auf Bild 09 seit gut 2 Wochen. Die Dame hat den Herrn gestern immer wieder mit einem der Vorderbeine begrapscht, wobei mir nicht klar ist, was sie damit meint: Hau endlich ab! Oder: Nun komm schon! Der Umgang dieser Spinnen miteinander ist allerdings ein sehr pfleglicher, was man von den Steatoda bipunctata z. B. nicht sagen kann: in den zwei Fällen, wo ich Männchen sich um Weibchen bemühen sah, fand ich deren Überreste post festum bös zugerichtet vor.
Die Pholcus phalangioides vom Gemüsekeller schliesslich trägt noch immer ihre Eier herum, hält sich aber einigermassen versteckt auf (Bild 10).

Roman
Titel: Die ersten 12 Tage junger Fettspinnen: Übersicht
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-22 23:48:31
Nachdem aus dem ersten Fettspinnengelege, das ich beobachtet habe, die kleinen Spinnen "fertig gefärbt" aus dem zu einem zähen Ball verklebten "Kokon" geschlüpft und recht aktiv gewesen sind, hat das bei dem zweiten Gelege ganz anders ausgesehen. Die einzige Parallele: die Alte ist wohl auch etwa zu der Zeit gestorben, als die Jungen geschlüpft sind. Hier sind die Jungen ganz gläsern aus den Eihüllen gekommen, haben sich die ersten drei Tage kaum von der Stelle gerührt (Abb. 01, 03) und hocken jetzt, langsam Farbe annehmend, noch immer in dem Gespinnst.

Draussen lauern inzwischen eine Ero und ein Ohrwurm (Abb. 12).

Roman
Titel: Die ersten 12 Tage junger Steatoda bipunctata: Einzelporträts
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-23 00:00:45
Anbei noch ein paar nähere Ansichten: vom "gläsernen" Stadium über das Einfärben der Beine, des Vorderkörpers und schliesslich des Hinterkörpers scheinen die Tiere zunächst zu wachsen, dann aber wieder abzunehmen. Wie das letzte Bild zeigt, ist das eine oder andere von den Geschwistern gefuttert worden. Mindestens ein Ei ist immer noch intakt.

Roman
Titel: Der hochschwangere Keller, 28. 6. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-06-28 23:56:54
Die altbekannte Pholcus phalangioides-Dame im Gemüsekeller hat seit Längerem zwei Kolleginnen, die ebenfalls ein Paket Eier herumtragen. Die drei Damen wandern als Gruppe etwas unstet herum, interessanterweise begleitet von einem reifen Männchen, wobei die Tiere immer etwa eine Handlänge Abstand voneinander halten.
Wie das Bild 04 zeigt, dürften die Jungtiere aus 2 Eierpaketen bald schlüpfen.
Die bunteste Gewächshausspinne im Kellergang hat vor 2 Tagen ihren zweiten Kokon gebastelt (Bild 05) und ist weiterhin von zwei Verehrern "belagert", eine Artgenossin vom Kompostdach ist gestern mit ihrem zweiten Kokon beschäftigt gewesen, "leider" ist er schon fertig gwesen, ais ich dazugekommen bin. Und immer noch finden sich neue Pärchen der Gewächshausspinnen.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–28. 6. 2010
Beitrag von: Tim Walther am 2010-06-29 22:17:12
Hallo Roman.

Ich habe diesen Tread eben entdeckt und mit großer Begeisterung durchgeguckt.
Die Bilder sind ja der Wahnsinn.
Besonders beeindruckend finde ich die Pholcus phalangioides. Die scheint ja auch auf
riesige (Im Verhältnis zu ihrer KL) Spinnen los zu gehen.

Aber auch die anderen Bilder sind spitze.

Hoffe du hast noch viel mehr davon - weiter so!

:>)
Titel: Gewächshausspinnenpaarung, 1. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-01 22:38:35
Salü Tim,

Meine "Spinnen-Exkursionen" haben mich bislang zwar bloss durch den Garten und den Keller geführt, aber zu fotografieren gibt es alleweil etwas.

Schon einige Male habe ich mich gefragt, was Gewächshausspinnenweibchen mit dem heftigen, ruckartigen Ziehen an Fäden ihres Netzes in Richtung eines im selben Netz sitzenden Männchens ausdrücken: eine Drohung oder eine Einladung. Da die Tiere, soweit ich es bis anhin beobachtet habe, friedlich zusammenleben und Weibchen aufdringliche Männchen gegebenenfalls mit den Vorderbeinen "wegprügeln" (eine Beute wird hingegen mit den Hinterbeinen eingewickelt), habe ich eher Letzteres vermutet.

Heute habe ich diese Fadenzupferei wieder einmal gesehen, und was ist passiert? Das Männchen ist an seinem Ort geblieben, das Weibchen hat sich schnurstracks zu ihm begeben. Die Kopulation hat zwar bloss zwei, drei Sekunden gedauert, doch haben sie dasselbe drei Mal durchgespielt.

Anbei ein paar Bilder.

Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–1. 7. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-07-01 23:03:53
Wie jetzt. Beschreib das mal genauer. Das Weibchen zieht an den Fäden und geht dann zum Männchen hin?

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–3. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-03 23:11:53
Salü Arno,

Wie gesagt: kein Männchen, das am Netzrand zupft oder dergleichen, sondern in diesem Fall ist das Männchen etwa 5 cm vom Weibchen entfernt gesessen. (Sehr oft hocken bei den Gewächshausspinnen Männlein und Weiblein über Tage – bis zu 2 Wochen habe ich schon beobachtet – in nächster Nähe beisammen, berühren einander auch des Öftern.) Das Weibchen hat in der Richtung das Männchens geschaut und mehrmals heftig mit den Vorderbeinen am Netz gerüttelt. Auch solches habe ich schon mehrmals gesehen, wobei dann, jedenfalls solange ich den Tieren zugeschaut habe, nichts Besonderes vorgefallen ist. Diesmal ist das Weibchen plötzlich auf das Männchen zumarschiert, so rasch und zielstrebig, dass ich gedacht habe: hoppla, die ist jetzt ausgerastet und um den ist es geschehen ... Wie sich dann gezeigt hat, haben die anderes im Sinn gehabt. Das Weibchchen ist nach ein paar Sekunden etwa 2 cm zurückgewichen, hat wieder am Netz gerüttelt, ist wieder zum Männchen. Dasselbe ein drittes Mal, worauf das Weibchen an ihren alten Platz zurückgekehrt ist, während das Männchen an seinem geblieben ist.

Und damit hier nicht nur Text steht: Heute ist mir vor einem der Kellerfenster ein sehr spezielles Netz aufgefallen, ein Zwei-Drittel-Netz quasi, oben an der Lärchenverschalung des Hauses beginnend und etwa 80 cm weit nach unten gespannt, völlig asymmetrisch und mit 1 bis 3 cm breiten Zwischenräumen zwischen den rundum gespannten Fäden. Probehalber habe ich einen Grashüpfer ("Heuströffel" in meiner Muttersprache) in das Netz geschmissen, und was kommt unter den Lärchenbrettern hervor: ein Prachtsexemplar von Spaltenkreuzspinne, das erste, das mir bei uns aufgefallen ist (> Bilder).

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–3. 7. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-07-04 02:00:04
Ja, asymmetrische Netze mit großen Abständen der Fangspirale sind ganz typisch für die Art.

Arno
Titel: "Mutterfreuden" bei Ph. phalangioides und Ph. opilionoides 4. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-04 23:57:02
Nachdem am 1. Juli sich schon 4 Grosse Zitterspinnen mit Eiern im Gemüsekeller aufgehalten haben, möglicherweise der Kühle wegen, sind am 2. Juli die ersten Jungen geschlüpft. Überrschenderweise hat das Weibchen die Jungen nicht etwa herumgetragen, sondern im Gegenteil das Eierpaket an der Decke befestigt, allerdings weiterhin überwacht (Bild 01, 02). Inzwischen sind aus diesem Eierpaket alle Jungen geschlüpft, krabbeln bei der Mutter herum. Die drei anderen weiblichen Pholcus phalangioides tragen ihre Eierpakete unterschiedlicher Entwicklungsstadien weiterhin bei sich. Im Klartext heisst das für die wohl: 1 Monat lang weder essen noch trinken.

Am Kompost haben, soviel ich gesehen habe, 3 Kleine Zitterspinnen Eierpakete gehabt, wobei eines keinen guten Eindruck macht. Ein "Wurf" ist inzwischen geschlüpft, von der Mutter entlassen worden, steht aber weiterhin unter deren Bewachung (Bild 03, 04).

Schon als frisch geschlüpfte Jungtiere haben die Grossen Zitterspinnen im Vergleich zur Körpergrösse viel längere Beine als die Kleinen Zitterspinnen (Bild 04, 05).

Noch etwas zu den jungen Fettspinnen: am 30. 6. und 1. 7.  haben die angefangen, sich zu zerstreuen; heute sind bloss noch zwei am Ort zu finden. Für mich einigermassen verblüffend sind die zeitweise sichtbaren Dreiecksmuster auf deren Hinterleibern gewesen (Bild 06). An der Stelle des ersten Fettspinnenkokons ist im Übrigen noch einziges Jungtier zu sehen,  mit 3 mm Körperlänge jedoch tüchtig gewachsen.

Roman
Titel: I. S. ambitionierter Fang, 6. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-06 21:56:39
Oben haben Michael und Karola zwei Springspinnen mit grosser Beute vorgestellt; heute habe ich eine kleine Araneus diadematus bemerkt, die diesbezüglich den Vogel (oder besser gesagt: die Mücke) abgeschossen hat.

Seht selbst!

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 7. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-07-06 22:12:37
ja ja, was würden wir ohne die Spinnen machen... wahrscheinlich in Mücken ersticken.


Grüße
Titel: Frisch "verliebt", frisch geschlüpft, frisch gehäutet, 10. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-10 23:03:31
Im Gemüsekeller sind gestern die Jungen zweier weiterer Pholcus phalangioides geschlüpft. Leider habe ich es wieder verpasst, falls eine der beiden Mütter die Kleinen herumgetragen hat. Die vierte wandert noch immer mit ihrem Eierpaket herum. Zufällig bin ich dazugekommen, als zwei der Jungen des frühesten Wurfs sich gehäutet haben (Bilder 06 und 07).

Während viele Gewächshausspinnenweibchen nun einen Kokon hüten, haben je eine im Kellergang und am Kompostdeckel gestern Nacht ihren dritten Kokon gebaut, und gleichzeitig sind beidenorts die Jungen aus dem ersten Kokon geschlüpft. Anbei drei  Bilder (03–05) vom Kompostdeckel.

Und wiederum hat sich ein Pärchen Gewächshausspinnen gefunden. Die beiden hocken beieinander – und abwechslungsweise strecken sie einen Vorderfuss zum andern hin ... (Bilder 01, 02).
Titel: Die Stellung halten ..., 12. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-13 00:18:15
Nachdem das vorgestern vorgestellte Gewächshausspinnenpärchen gestern noch ungestört beisammengesessen ist, hat der kleine Don Juan heute alle Füsse zu tun gehabt, um einen etwas grösseren und äusserst hartnäckigen Nebenbuhler abzuwehren. Losgeworden ist er ihn in den zwei Stunden, während denen ich dieses Trios wegen im Regen gestanden bin, nicht. Der Neue hat mit verschiedensten Tricks versucht, zu dem Weibchen zu gelangen, etwa indem er den Verteidiger mittels Scheinrückzug ein Stück weit vom Weibchen weggelockt hat, um dann kehrtzumachen und auf sein Ziel loszurennen, indem er sich anzuschleichen versucht hat, indem er einfach forsch auf das Duo losmarschiert ist und die beiden immer wieder umkreist hat.

Ausgeartet ist die Sache allerdings nicht: die Männchen haben sich weder aufeinandergestürzt noch sich gebissen oder dergleichen, berührt haben sie sich höchstens mit den langen Vorderbeinen.

Das Weibchen hat sich völlig unbeteiligt verhalten.

Anbei ein paar Bilder.

Roman
Titel: Für einmal keine graue Maus! 18. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-19 23:07:26
Nun bin auch ich im Garten einmal einer bunten Spinne begegnet (Misumena vatia)! Die hat sich wohl extra deswegen gezeigt, weil ich wieder mal ein Jahr älter geworden bin ...
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 7. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-07-19 23:36:54
Menno, bei mir sind die nie so gut sichtbar. Ich muss immer jede Blüte einzeln absuchen, und dann finde ich sie doch nur, wenn eine ausgesaugte Biene oder ähnliches unter einer Blüte an einem Faden schwebt und darüber die dicke Krabbenspinne sitzt.


Viele Grüße und alles Gute,

Tobias
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 7. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-07-20 00:03:16
Hallo Tobias,

darüber wäre ich schon froh. Ich habe noch nie eine gesehen.

LG Katja
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-20 00:24:54
Salü Katja, Tobias,

Wie Figura zeigt, hat die Spinne mich geradezu angeschrien. Zurzeit muss ich die gutbürgerlichen Blumentöpfe einer Nachbarin giessen, und in einem solchen wohnt die Spinne. Selbst habe ich keine derart schrillen Bepflanzungen, dafür muss ich meine informellen Gartenteile auch nie giessen. :-)

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 7. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-07-20 10:54:38
Hallo Roman,

schöne, knallige Bilder! Der nächste Kalender kommt bestimmt!

Komischerweise habe ich Misumena vatia schon seit Jahren nicht mehr gesehen. Als ich Ende der 80er mit Fotografieren anfing, saßen die in meinem "Stammrevier" noch auf jeder zweiten Blüte.

Soso, und Du bist also ein Jahr älter geworden? Ich mach´ das anders: Ich altere alle 24 Stunden um einen Tag - so ist das nicht immer so viel auf ein Mal ;-)
Herzlichen Glückwunsch!

Jörg
Titel: Überraschung an der Hauswand, 28. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-28 00:54:10
Salü Jörg,

Je älter man wird, desto lieber schiebt man das Altern auf. :-D

Da die "Möblierungen", wie sie auf dem ersten Bild vor der Lampe zu sehen ist, bei uns im Keller, in den Fensterleibungen und an der Aussenwand des Hauses normalerweise von Parasteatoda tepidariorum stammen, habe ich dieser hier bislang keine grosse Beachtung geschenkt und heute eine kleine Überraschung erlebt: da haust eine Parasteatoda lunata (Bild 02). Und zwar nicht allein, sondern mit einer ganzen Kinderschar (Bild 03). Im Gegensatz zu den Gewächshausspinnen, die in ihrer frühen Jugend alle gleich auszusehen scheinen, ist dieser Kinderhaufen ziemlich bunt: von honiggelben über graue bis zu schwarzen Exemplaren scheint es alles zu geben, wobei die hintere Hälfte der Oberseite des Hinterleibs jeweils hell ist. Anbei eines der dunklen Exemplare (Bild 04).

Roman (einmal mehr überrascht, was Haus und Garten so hergeben)

Titel: MitesserInnen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-29 23:29:41
Der kleine Rüsselkäfer, der an der Libelle einer Gewächshausspinne teilhaben wollte (Bild 01), bezahlte dies schliesslich mit dem Leben: am nächsten Tag war er fest an den Flügel angebunden.

Der Kellerasselnachwuchs scheint sich an der Spinne nicht zu stören (Bilder 02 und 03).
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-07-30 11:03:50
Hallo Roman,

dann müssen die kleinen Asseln ja erst geschlüpft sein, nachdem die Mutter eingesponnen worden ist, und sich dann irgendwie befreit haben. Das ist ja schräg!

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Jürgen Scharfy am 2010-07-30 13:39:09
Das war keine Libelle, sondern eine Ameisenjungfer, behaupte ich.
Gruß,
Jürgen
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Thomas Rickfelder am 2010-07-30 19:45:50
Zitat
Das war keine Libelle, sondern eine Ameisenjungfer,

Das ging mir auch durch den Kopf als ich das Bild sah. War mir aber nicht sicher. Hat aber doch was von Netzflügler die Flügeläderung, oder?

Thomas
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Jürgen Scharfy am 2010-07-30 21:57:42
Die starke Äderung und die Flecken auf den Flügeln und, mehr noch, der Kopf zeigen eine Ameisenjungfer.
Schade drum, als Kind habe ich immer die Ameisenlöwen großgezogen, seither bin ich ihnen verbunden...
Gruß,
Jürgen
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-07-30 23:51:57
Salü Jürgen, Salü Thomas,

Allerdings, Ameisenjungfer nennen wir die hier auch. Die nächste mir bekannte Ameisenlöwenkolonie ist bloss etwa 100 m von hier entfernt. Dank Euch ist mir jetzt aufgegangen, dass diese Tiere ja gar nicht zu den Libellen zählen ... Dass ich als Nichtbiologe die zu jenem Haufen gezählt habe, kommt wohl daher, dass wir unter jenen auch welche mit "Jungfer" benennen. So hat es hier z. B. die schönen, grossen blaugrünen Mosaikjungfern, die blauen Hufeisenjungfern u. a. m.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–29. 7. 2010
Beitrag von: Lars Friman am 2010-07-31 09:10:35
Moin Roman,
und was ist mit der Aptypus (s. Amaisenlöwen)?
Lars Friman
Titel: Re: Atypus
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-10 23:14:35
Salü Lars,

Bis vor Kurzem sind mir diese Spinnen völlig unbekannt gewesen, und ich habe noch nie eine zu Gesicht bekommen. Nun habe ich mich etwas kundig gemacht, und siehe da: Sie kommen hier in der Gegend vor, wie der Artikel «‹Baby-Vogelspinne› im Garten» vom 15. Juli dieses Jahres im Lokalblatt «Nachrichten aus Greifensee» zeigt. Das Städtchen Greifensee, lokal bekannt durch eine unrühmliche Episode aus dem alten Zürichkrieg, liegt nicht weit von hier am gegenüberliegenden Ufer des gleichnamigen Sees.

Herzlich,
Roman
Titel: «Schöner Wohnen», 10. 8. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-10 23:27:15
Die Parasteatoda tepidariorum sind mir schon des Öftern dadurch aufgefallen, dass sie irgendwelche Gegenstände, seien es Blätter, Hölzchen oder Futterreste, in ihre Netze hängen und sich gerne bei diesen Objekten aufhalten. Anbei zwei Beispiele solcher «Wohnungseinrichtungen» (Bild 01, 02). Ein ausgesprochen hübsches Nest hat sich unsere Parasteatoda lunata von der Kellertreppe zusammengestellt (Bild 03). Ob beabsichtigt oder nicht: die Spinne muss etwas darin verbaut haben, was viele kleine Rüsselkäfer anlockt, und die sind ihr als Nahrung durchaus willkommen.
Eine unserer Gewächshausspinnen hat, bevor sie darob aus der Haut gefahren ist, ein wahres Esskunstwerk geschaffen (Bild 04).

Herzlich grüsst, Roman
Titel: Wahrhaftige und schröckliche Aventüren, 19. 8. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-20 00:35:07
Nach der Aufsehen erregenden Rorschacher Tapezierspinne und, vielmehr noch, wegen den das Ruhrgebiet schockenden Riesenweberknechten kann ich, der ich mich allnächtlich in unseren Keller wage, es nicht lassen, hier die Gefahren solchen Tuns kurz aufzuzeigen.
Für die ersten grauslichen Begegnungen sorgen derzeit juvenil bleiche Herbstspinnen. Sie lauern überall, an Fenstern, Türen, an Lichtschaltern gar (Bilder 1–3).
Und wenn man, nichts Böses ahnend, aus einem Fenster schaut, sucht bestimmt etwas Grösseres einen Weg ins Gebäudeinnere (Bild 04).
Die wirklichen Gefahren lauern heutzutage indes im Nanobereich. Man hört sie nicht, man riecht sie nicht, man sieht sie kaum; und doch sind sie da: die 2 mm kleinen Wichte mit ihren durchsichtigen Gliedern, mit Haaren, Stacheln, teils alienmässigen Köpfen ...

Noch immer leicht schaudernd, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 8. 2010
Beitrag von: sylvia Voss am 2010-08-20 17:08:13
Ja welch schauerliche Wesen sind da in unseren Lebensumfeldern...schöne Beobachtungen und Bilder von Dir ! Danke...aber wenn das manch anderer wüsste, den Leuten würden nicht nur die Haare zu Berge stehen...hatte gerade vor kurzem einen netten Disput mit einem Zeitungsjournalisten wegen der reisserischen Aufmachung zu einem Spinnenartikel in einer der häufigen Tageszeitungen hier...ist für die Leute richtig beängstigend welche giftigen Viecher doch hier leben...die Apothekerin , Frau Wichtigtuerin hatte ihn alarmiert und dann kam was kommen mußte...aber er hat glücklicherweise danach noch gute Leute vom Amt interwievt und so ist der Beitrag unter der reisserischen Überschrift mit einem Riesenfoto von den Cheliceren noch leidlich normal geweorden...er hat mir versprochen im nächsten Jahr mal einen sehr schönen und gut recherchierten Artikel über so manche Tierchen zu schreiben der Interesse wecken soll statt Angst...und darauf wieder einen Weberknecht - Absinth vom Lars ;-)
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 8. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-08-20 17:14:43
Ich glaube, die "Spinne auf Lichtschalter im Keller" dürfte auf der Hitliste der arachnophoben Horrorvorstellungen ziemlich weit oben zu finden sein...

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 8. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-21 01:13:25
Salü Sylvia, salü Jörg,

... besonders wenn die Spinne den Lichtschalter auch noch betätigen will. :-) (Bild 1)

... Das Problem mit den "schrecklichen" Spinnen besteht z. T. wohl darin, dass die Leute einfach irgendwelche Bilder im Kopf haben, die sie nie durch genaueres Hinschauen revidieren. So ist die Tegenaria atrica für viele einfach gross, hässlich und schwarz ... Und wer guckt schon einer jungen Herbstspinne von nah in die treuherzig blickenden Augen. :-) (Bild 2).

A propos: Die Spinne oben auf dem Bild 04, die mir beim Fotografieren des Zitterspinnen-Winzlings vor der Linse durchgelaufen ist, ist wohl keine Tegenaria, wie ich zuerst gedacht habe, sondern ein Allegelena-gracilens-Männchen.

Herzlich,
Roman
Titel: Beute klauen lohnt sich nicht immer ..., 22. 8. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-23 00:33:20
Zu dem Thema hatten wir schon was: http://forum.spinnen-forum.de/index.php?topic=4021.0

Unsere dicke Berta aus den Brombeeren hat heute allerdings etwas dagegen gehabt, dass ein Skorpionfliegenmännchen ihr ein Stück von der Beute abzwackt. Als ich dazugekommen bin, hat der Dieb noch heftig mit dem Schwanz gewedelt (Bild 01), die Zähne (Bild 03) der (im Übrigen äusserst fotogenen Dame), haben dem dann ziemlich schnell ein Ende bereitet.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–22. 8. 2010
Beitrag von: sylvia Voss am 2010-08-23 14:11:06
Bild drei ist echt genial...tolle Beobachtungen und Bilder !
Danke Roman
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–22. 8. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-08-25 21:53:44
Wenn man eine Gartenkreuzspinne findet, die ihr Netz an einer gut zugänglichen Stelle aufgespannt hat und sich mit der so weit anfreundet, dass sie auf die Kameralinse nicht mehr mit einem "Mich-siehst-Du-nicht-Zittern" reagiert, braucht es einfach Geduld. Bei der hier abgebildeten Dame habe ich wohl schon einige Stunden (in Brennnesseln unter Brombeerranken) gesessen.

Anbei noch ein paar Bilder, auf die sie sicher stolz wäre, sähe sie die. :-)

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–22. 8. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-08-25 22:29:45
Anbei noch ein paar Bilder, auf die sie sicher stolz wäre, sähe sie die. :-)

Herzlich,
Roman

Hallo Roman,

bei dem letzten wäre ich mir da nicht so sicher. ;-)

LG Katja
Titel: Warum die Nahrung mit Netzen fangen ..., 6. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-06 23:33:55
... wenn sie einem sozusagen in den Mund fliegt. Dies jedenfalls scheinen sich die Metellina segmentata zu sagen, die am Kompostdeckel aufgewachsen sind (Abb. 04–07 zeigen drei Exemplare, die gerade in Reichweite gewesen sind). Während andere draussen die "handbuchgemässen" schiefen Netze bauen, scheinen die KompostdeckelbewohnerInnen höchstens etwas am allgemeinen Fadengewirr der Gewächshausspinnen, Kleinen Zitterspinnen und Fettspinnen mitzubasteln.
Anpassungsfähig sind die Tiere sowieso: die zwei, drei Exemplare innen an den Kellerfenstern bauen ihre Netze senkrecht, d. h. parallel zur Scheibe, zum Teil etwas rudimentär (Bild 03) – nicht dass sie dies müssten: die Mauerecken direkt an den Fenstern würde schiefe, schön errichtete Netze durchaus erlauben.
Dieses Jahr scheint es vermehrt "Draussen-Spinnen" ins Trockene getrieben zu haben: während ein junge Kreuzspinne mal hier, mal da in der Stube und der Küche ihr Netz baut, hat sich eine erwachsene seit Wochen an der Innenseite eines Kellerfensters niedergelassen (Bild 01). Eine weitere haust im Kompostkasten, und im Gegensatz zu den Herbstspinnen baut sie ihr Netz stur immer wieder auf, wie oft es durch eingeworfenes Zeugs oder das Heben des Deckels auch zerstört wird (Bild 02; man sieht das Netz da zwar nicht, kann es sich aber vorstellen).

Herzlich,
Roman
Titel: Gartenkreuzspinnenbauchschau
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-07 19:47:39
Hallo Roman,

bei dem letzten wäre ich mir da nicht so sicher. ;-)

LG Katja

Salü Katja,

Böse angeschaut oder gar gebissen hat mich wegen solchen Fotos noch keine. :-)
Aufgefallen ist mir, dass diese Damen ziemlich individuell und veschieden aussehen. Anbei zwei Beispiele.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-09-07 19:59:20
Hallo Roman,

wie immer: die Variationsbreite. Ich hatte letztens eine total verschrumpelte.

LG Katja
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-07 22:06:38
Hallo Roman,

wie immer: die Variationsbreite. Ich hatte letztens eine total verschrumpelte.

LG Katja

... und bei dem Tier ist der Fortsatz gewachsen, wie Figura zeigt: Bilder vom 20. August und vom 6. September.

Herzlich,
Roman
Titel: Begegnung mit Marpissa-muscosa-Männchen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-08 23:00:00
Nachdem mir zuvor immer nur Rindenspringspinnen-Weibchen über den Weg gelaufen waren, hat mich letzthin dieser kleine Kerl mit seinen Sprungkünsten an einer Stockrose unterhalten. Die letzten Bilder habe ich, da er – schwups – aus dem Blickfeld des Suchers entschwunden war, einhändig aufnehmen müssen, und eines ist zufällig sogar scharf geworden.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-09-08 23:20:44
Sehr schöne Fotos. Die sind was fürs Wiki, dort gibt es nämlich einen leichten Mangel an Männchenbildern.

Tobias
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: sylvia Voss am 2010-09-08 23:20:54
Schööön...ich will auch mal welche sehen...Neid...wo findet Ihr die bloß immer...
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-09-08 23:25:05
Schööön...ich will auch mal welche sehen...Neid...wo findet Ihr die bloß immer...
LG
Sylvia

Am Haus, im Haus, im Garten, eigentlich überall.

LG Katja
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-09-08 23:27:01
Die sind was fürs Wiki, dort gibt es nämlich einen leichten Mangel an Männchenbildern.

Tobias

Hallo Tobias,

lädst Du welche hoch?

LG Katja
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-09-08 23:35:03
@Katja

jap, ich machs.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-09-09 08:29:10
@Sylvia und Katja: Das muss nicht sein. Bei mir in Thüringen gibt es die Art z.B. auch nicht.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–6. 9. 2010
Beitrag von: Katja Duske am 2010-09-09 09:00:58
Ich weiß. Aber hier gibt es Zeiten, ich glaube es war im Juni oder Juli, wo ich ihnen auf Schritt und Tritt begegnet bin. Jetzt sehe ich sie auch seltener.

LG Katja
Titel: Erntefreuden, oder: Xysticus-Zwerge, 11. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-11 23:38:10
Heute habe ich im Garten ein bisschen geerntet – und dabei gleich drei Xysticus-Winzlinge mit bekommen. Anbei die beiden fotogeneren.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–11. 9. 2010
Beitrag von: Arno Grabolle am 2010-09-11 23:56:34
Zumindest bei der zweiten würde ich mal X. lanio einwerfen.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–11. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-13 22:37:49
Salü Arno,

Weil es bei meinen erwachsenen Exemplaren jeweils bloss zu "cf.s" gereicht hat, habe ich bei diesen zwei, drei Mohnsamen langen Kerlchen gedacht, ich frage lieber gar nicht erst. :-)
Wenn ich im Garten die nächsten ausgewachsenen X.  finde, kann ich also neben den X. kochi auch X. lanio in Betracht ziehen.

Herzlich,
Roman
Titel: Und sie frass ihn nicht ..., Begegnung vom 19. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-19 23:13:31
Heute wurde ich beim Kompost zufällig Zeuge einer Gartenkreuzspinnen-Paarung. Die Dame hing zusammengekugelt am oberen Rand ihres Netzes, das zwischen den untersten Zweigen eines Kirschbaums und Himberstauden aufgespannt ist. Der Herr hangelte gerade einen Faden entlang von einem Zweig zu ihr herunter. Wie viele Male er das schon getan hatte, weiss ich nicht, unter meinen Augen tat er dies mindestens ein Dutzend Mal, kehrte immer wieder zum Zweig zurück, kletterte erneut herab, betastete sie (Bild 01). Irgendwann kehrte sie ihm das Hinterteil zu, er umschlang sie mit den Beinen. Die Paarung dauerte sicher eine Minute, jedenfalls konnte ich nach ein paar Bildern um das Netz herumgehen und von der anderen Seite weitere Fotos machen (Bilder 03–05, leider nicht besonders scharf wegen des Windes und der ungünstigen Lage). Plötzlich entfernte er sich blitzschnell, baumelte dann in einer Entfernung von etwa 20 cm einige Minuten lang wie tot an einem Faden (Bild 06). Ich dachte, er sei gebissen worden, und das sei es nun gewesen. Doch "wachte" er langsam auf, die Balzerei begann von vorn und 70 Bilder später paarten sie sich ein zweites Mal, allerdings so kurz, dass mein Blitzgerät nach dem Bild 07 nicht rasch genug erholt war. Wieder hing er nach der Flucht eine Weile wie totenstarr im Wind (Bild 08). Dann hangelte er zu einem Himbeerblatt hinauf. Sie folgte ihm ein Stück weit, doch schien ihr Interesse plötzlich verflogen zu sein. Etwa fünf Minuten lang sassen beide still (Bild 09). Er kroch schliesslich unter ein Himbeerblatt, sie verfügte sich in ihren Unterschlupf. Da ich ihn noch etwas porträtieren wollte (Bild 10), versuchte ich ein Himbeerbatt wegzubrechen, das den Blitz behinderte. Dabei fiel er vom Blatt ins Kraut hinunter – ohne einen Sicherheitsfaden –, und leider fand ich ihn nicht mehr.

Roman
Titel: Und sie frass ihn nicht, Begegnung vom 19. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-19 23:15:04
Hier noch die letzten fünf Bilder.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 9. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-09-19 23:30:24
Moin Roman,

ich lese Deine Berichte wirklich gerne, und auch die Fotos sind klasse - nur wird dieser Thread nach 144 Antworten nun wirklich etwas zu unübersichtlich. Ich glaube, es wäre besser, die Beiträge nach Arten zu sortieren. Das würde auch die nachträgliche Suche nach Informationen erleichtern.

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–19. 9. 2010
Beitrag von: sylvia Voss am 2010-09-19 23:39:20
Salü Roman
Klasse Bilder von einem sicher in freier Natur nur selten zu beobachtenden " Augenblick bei Spinnen
LG
Sylvia
Titel: Tegenaria atrica-Männchen, gestern und heute (23. 9. 2010)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-23 23:42:02
... etwas zu unübersichtlich. Ich glaube, es wäre besser, die Beiträge nach Arten zu sortieren. Das würde auch die nachträgliche Suche nach Informationen erleichtern.

Hm. Die Arten, die ich da bringe, sind ja nicht gerade spektakulär, sondern hundskommune Spinnen aus Haus und Garten. Die zwei Beispiele, die ich hier anhänge, sind als Bilder eines Tegenaria atrica-Männchens kaum von Interesse, aber sie zeigen zwei Momente aus dem Leben ein und desselben Tieres. (Ob das zeigenswert ist, ist eine andere Frage ...)

Herzlich,
Roman
Titel: GROSSE Beute ..., 24. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-25 00:15:34
Diese Grosse Zitterspinne hat sich etwas ganz Grosses angelacht.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–24. 9. 2010
Beitrag von: Tobias Töpfer am 2010-09-25 08:47:48
Die wird noch mal fett und kugelrund...
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–24. 9. 2010
Beitrag von: Lars Friman am 2010-09-25 14:08:09
Moin Roman, bei Dir ist aber 'was los.
Lars Friman
Titel: Die «Christo» unter den Kellerspinnen, 25. 9. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-09-26 21:45:46
Salü Lars,

Du sagst es.
Ein Festival der VerpackungskünstlerInnen. Diese da ist sozusagen die Christo der Kellerspinnenpopulation.

Herzlich grüsst,
Roman
Titel: Schneewittchen und das Monster 3. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-04 23:50:00
Eigentlich habe ich die diesjährigen Balkonkreuzspinnen hier aus dem Spiel lassen wollen. Wir haben wieder einmal eine sehr dunkle und eine sehr helle, Erstere ist inzwischen hochschwanger, Letztere noch ziemlich jugendfrisch aussehend (Bild 01).
Ich habe mich schon länger über das Netz über unserer Balkontür gewundert, in dem unser "Schneewittchen" sitzt oder eventuell: gesessen hat. Das Netz weist nicht eine Ebene auf, wie es sich gehören würde, sondern drei, die in in Winkeln von etwa 120 Grad zueinander stehen, was ich auf die spezielle Lage zurückgeführt habe.
Am Sonntag hat mich irgendetwas auf das Treiben im besagten Netz aufmerksam gemacht. Auf den ersten Blick habe ich gedacht: Aha, endlich, Herrenbesuch! Unser Schneewittchen ist an den Netzrand geflüchtet, eine kräftige Spinne ist ins Netz marschiert (Bild 02, 03). Dort sitzt sie heute noch, das Schneewittchen habe ich heute im Dunkeln nicht gefunden.
Die zweite Spinne ist zwar gross und kräftig, sieht auf den zweiten Blick mit ihrem geschrumpelten Hinterleib aber uralt aus; bloss ist das es vermutlich nicht (Bild 06). Der Hinterleib ist nicht nur "mager", sondern weist eine Reihe Ausbuchtungen auf, die schwarzglänzende "Beulen" zeigen. Irgendwie scheint mir auch der Vorderleib zu flach, die Augen sitzen quasi auf den Chelizeren.
Eine Spinne mit Geschwüren? Oder mit Parasiten? Oder "misswüchsig"? Hat sie einen Teil des Netzes gebaut, sodass das gewinkelte Netz eigentlich aus zwei Netzen besteht?

Anbei ein paar Bilder.
Roman

Titel: Voller Eleganz, 10. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-10 22:47:19
Pholcus phalangioides-Spiderling, trotz seiner Körperlänge von 2 mm schon voller Eleganz.

Roman
Titel: Pholcus phalangioides begegnet Araneus diadematus, 15. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-16 15:42:02
Eine Geschichte, die mich gestern Nacht ein paar Stunden im Keller hat verweilen lassen.

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-10-16 20:06:51
Und wie ist es ausgegangen? Happy End? Oder mal wieder "La Grande Bouffe" (was einem Pholcus-Happy-End entsprechen würde)?

Jörg
Titel: «La petite bouffe», 15. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-17 18:23:18
In diesem Fall endete es als das «kleine Fressen» der gösseren Spinne. Die Zitterspinne marschierte vier Mal in Richtung Kreuzspinne , das "klebrige" Netz schien sie dabei nicht im Geringsten zu stören, versuchte die Kreuzspinne zu begrapschen. Letztere reagierte mit Angriffen, hielt dabei aber drei Mal inne und kehrte in die Netzmitte zurück. Die Pholcus, viel langsamer als die Kreuzspinne, zog sich jeweils ebenfalls etwas zurück. Beim vierten Mal machte die Kreuzspinne kurzen Prozess. Irgendwie riss sie der Pholcus ein Bein ab, wickelte diese dann mit weit gespreizten Spinndrüsen ein. Es sah aus, als ob sie zur Haushaltfolie gegriffen hätte.

Anbei ein paar Bilder,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-10-17 19:49:32
Hallo Roman,

sehr schön! Eigentlich mag ich Pholcus sehr gerne, aber irgendwie ist es beruhigend zu wissen, daß sie auch mal den Kürzeren ziehen.

Bild 2 ist sehr eindrucksvoll: "Spinnwarzen at work".
Und Du hast recht, das sieht wirklich nach Haushaltsfolie aus - außen Toppits, innen Geschmack!

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Thomas Rickfelder am 2010-10-17 20:44:49
Ja,  Bild 2 ist klasse!

Gruss,

Thomas

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-17 21:31:25
Wie die Bilder im Einzelnen geworden sind, ist reiner Zufall. Man kann nur abdrücken, sobald und so viel  der Blitz es erlaubt. Dieses Tier ist ein Glücksfall in dem Sinn, dass es im Keller drinnen wohnt, dazu auf Nasenhöhe: ich muss mir jetzt weder bei 5 Grad den Hintern abfrieren noch auf die Zehenspitzen oder einen wackligen Stuhl stehen noch in den Brennnesseln sitzen, und genug Licht, dass man das Tier sieht, hat es auch.
Eine Unart hat das Tier indes: Wenn ich es von unten porträtieren will, kommt es mir jeweils entgegen ...

Den "folienartigen" Seidenfädenstrom habe ich so zum ersten Mal gesehen, und dass die Spinne schon beim Einwickeln der Beute sabbert auch ...

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-10-17 21:55:22
Manchmal steigt ein Spinnenfoto aber im Wert, wenn man ordentlich dafür gelitten hat - sprich: wenn man sich den Hintern abfrieren oder mit demselben in den Brennesseln hocken mußte! Für mich ist das ein wesentlicher Bestandteil der Makrofotografie!
Allerdings schrecke ich etwas davor zurück, zu jedem Bild noch ein Beweisfoto meines abgefrorenen/gebrennesselten Hinterns abzuliefern. Und ich gehe mal davon aus, daß Ihr das auch nicht unbedingt sehen wollt... ;-)

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–15. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-17 22:19:51
In der eigenen Wertschätzung sicher, da stimme ich Jörg zu.
Und damit hier allen Interessierten klar ist, in was für Brennnesseln ich mich zu den brombeerrankenbewohnenden Spinnen setzen muss: hier ein Bild, des sonstigen Grüns wegen zur Verdeutlichung angeschrieben.
(Das dichte Gewächs im Hintergrund ist übrigens Teil unseres diversifizierten Gemüsegartens.)

:-)
Roman
Titel: Der erste Frost 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-22 22:48:28
Da heute Morgen die ganze Gegend weiss von Frost war, bin ich nach dem Kaffee hinaus in den Garten, um nach Spinnen zu suchen. Zunächst habe ich bloss eine Wanze gefunden, dann ein paar unter Blättern versteckte Linyphia triangularis, schliesslich eine, welche die wärmende Sonne zu einer Erkundigungstour benutzt hat.

Herzlich,
Roman
Titel: Es geht nichts über stabile Netze ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-27 23:53:37
... aus kostbaren Materialien!

Falls jemand potente InvetorInnen kennt, die gerne an meinem Start-up-Unternehmen teilhaben möchten: bitte melden! Selbstverständlich liegt es in der Natur solcher Unternehmungen, dass in der Projektphase v. a. Cash verbrannt wird; wir werden uns an diese Regel halten.

Anbei sei bloss kurz vorgestellt: Pholconus aurifer.

:-)
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–27. 10. 2010
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2010-10-28 19:05:14
Was ist denn das für eine Spinne? Diesen Namen habe ich noch nie gehört.

Liebe Grüße,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–27. 10. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-10-28 19:10:08
Hallo Jonathan,

ne, das ist kein offizieller Name. Mein schlechtes Latein verbindet aurifer mit Gold machen/bringen. Und Pholconus bezieht sich wohl auf den normalen Gattungsnamen Pholcus. Also ein versteckter Witz von Roman, vielleicht wegen dem goldfarbigen Gitter im Hintergrund.


Tobias
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–27. 10. 2010
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2010-10-28 20:02:03
Danke Tobias!

Ich denke eher, dass die ihren Namen wegen der Farbe hat. Die ist bestimmt aus Gold!
@Roman: Wie teuer ist denn so eine vergoldete Spinne? Etwa unter 300 AO?

Liebe Grüße,
Jonathan

PS: AO steht für Arachnolis, die gängige Währung der Spinnen.
Titel: Kuschelspinne, 30. 10. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-10-30 21:32:37
Salü zäma,

@ Jonathan. Wie Tobias sagt: eine Pholcus phalangioides, so schön silbern und golden daherkommend, weil sie das Licht der Umgebung reflektiert. (Vielleicht sollte ich derartige Scherze unterlassen ...)

Anbei eine hübsche Kuschelspinne für Tobias. Eventuell kann sich sogar Kevin für diese erwärmen. :-)

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–30. 10. 2010
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2010-10-31 06:00:01
Das wäre doch mal was als Schoßspinne!

Grüße,
Jonathan
Titel: Re: Kuschelspinne, 30. 10. 2010
Beitrag von: Tobias Bauer am 2010-10-31 16:07:31
@ Jonathan. Wie Tobias sagt: eine Pholcus phalangioides, so schön silbern und golden daherkommend, weil sie das Licht der Umgebung reflektiert. (Vielleicht sollte ich derartige Scherze unterlassen ...)

Ach, ich fand den ganz gut, es brauchte nämlich seine Zeit bis es "geklickt" hat :-).

Anbei eine hübsche Kuschelspinne für Tobias. Eventuell kann sich sogar Kevin für diese erwärmen. :-)

Joa, die is schön "fellig". Allerdings hat Araneus so borstige Beine, das kratzt bestimmt.

Tobias
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–30. 10. 2010
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2010-10-31 16:22:31
Ich fand den Witz auch gut.

Liebe Grüße,
Jonathan
Titel: Herbstspinne in "Herbstfarben", 1. 11. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-11-02 22:55:03
Bei eher trübem Wetter ist mir heute Abend im Garten diese Metellina segmentata aufgefallen. Ein derart leuchtend rotes Exemplar habe ich hier noch nie gesehen, obwohl es viele rot gefärbte hat.

Herzlich,
Roman
Titel: Eine Alte, Jungfrauen und ein(e) Flugschüler(in), 7. 11. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-11-07 23:07:52
Nachdem das Wetter letzte Woche mit bis zu 17 Grad einen ziemlichen Kontrast zur vorausgehenden Kälte gebildet hatte, sind am Samstag, den ich mit Gartenarbeiten verbracht habe, einige Spinnen unterwegs gewesen.
Dem Laubrechen knapp entgangen ist eine verhutzelte, alte Allagelena gracilens mit kaum gezeichnetem, dafür ziemlich schrumpeligem Hinterleib (Bild 01).
Als Gegensatz kann ich vielleicht die beiden Gartenkreuzspinnen aus unserem Keller anführen, die beide, obwohl längst erwachsen, auch jetzt noch ausgesprochen jungfräulich aussehen. Es ist zu vermuten, dass trotz häufig offenen Türen und Fenstern kein Kreuzspinnenmann den Weg zu ihnen gefunden hat. Die hier abgebildete hat z. Z. ein eher symbolisches, schräges Netz von etwa 20 cm Durchmesser zwischen Heizrohren und der Kellerdecke aufgespannt (Bild 05). Gespannt bin ich nun, ob die beiden den Winter überleben. Ausnahmsweise sollen Araneus diadematus ja drei Jahre alt werden.
Vermehrt anzutreffen sind im Keller nun auch wieder Tegenaria atrica, alles jüngere bis sehr junge Exemplare. Interessanterweise hausen sie an denselben Orten wie die Spinnen des letzten Winters. Ob die da so etwas wie Nachrichten der Vormieterinnen vorfinden?
Ebenfalls an genau derselben Stelle wie letztes Jahr habe ich die erste Ero im Keller gefunden, ein noch nicht erwachsenes Tier (Bild 03, 04).
Den Weg in den Keller hat auch Anyphaena accentuata wieder gefunden: zumindest ein kugelrundes Weibchen. Diese Spinnen scheinen im Gegensatz zu Grossen Zitterspinnen, Fettspinnen, Gewächshausspinnen und Vertretern von Liocranum rupicola, die alle das ganze Jahr über anzutreffen sind, den Keller nur in der kälteren Zeit zu besiedeln.
Das warme Wetter zu Versuchen der besonderen Art genutzt hat eine winzige Philodromus: Abheben zu neuen Gefilden unter den gestrengen Augen des Fluglehrers (Bild 02).

Herzlich,
Roman
Titel: Wenn Herr und Frau Pholcus sich mögen ..., 13. 11. 2010
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-11-13 22:34:30
Letzte Nacht habe ich versucht, eine Textrix denticulata, die sich im Keller an einem Türrahmen niedergelassen hat, zu porträtieren – und plötzlich habe ich das Gefühl gehabt, ich müsse im Erdkeller mal nach "meiner" Pholcus phalangioides-Dame sehen (der Spinne, die auf dem ersten Bild dieser «Begegnungen» und in einigen weiteren Folgen auftritt).
Nun ist sie nicht allein gewesen, und ich habe alles in allem fünf Dutzend Bilder geknipst. Als ich die beiden erblickt habe, hat sie sich gerade von einem sichtlich erregten Herrn mit dem Kopf unten in den vorderen Teil des Hinterleibs boxen lassen (Abb. 01). Dieses Tun hat einige Minuten gedauert, dann hat er sich etwa 10 cm weit zurückgezogen (Abb. 02), sie ist ihm gefolgt, und – der Begriff mag nicht besonders ädaquat erscheinen – man hat sich geküsst, minutenlang (Abb. 03, 04). Darauf ist man erneut zum Boxen übergegangen (Bild 05) und erst nach einiger Zeit «zur Sache» gekommen (Abb. 06–09). Die beiden haben sich dabei so viel Zeit gelassen, dass ich mir sogar einen höheren Stuhl – das ganze hat sich an der Kellerdecke abgespielt und für die Hälfte der Fotos habe ich mich auf die Zehenspitzen stellen müssen – aus dem Bastelraum habe holen können. Als sie endlich voneinander gelassen haben, hat so etwas wie ein wiegender «Tanz» begonnen (Abb. 10–13), wobei die beiden einander an Füssen gehalten haben (zu sehen auf Abb. 13). Auch dies hat ein paar Minuten gedauert, erst dann hat er den Rückzug angetreten, wobei er irgendwie desorientiert herumgelaufen ist.
Ich habe versucht, ihn noch etwas zu fotografieren, doch jedesmal, wenn ich unter ihm gestanden bin, hat er sich auf das Objektiv heruntergelassen (Bild 14). Und plötzlich ist ein weiteres Weibchen aufgetaucht, ist, aus was für Gründen auch immer, zielstrebig auf ihn losgesteuert (Bild 15) – und da hat er definitiv Reissaus genommen (Pholcus phalangioides können sehr schnell sein, wenn es sein muss).

Titel: Wenn Herr und Frau Pholcus sich mögen (Fortsetzung)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-11-13 22:37:31
Und hier der Rest der Bilder.

Nicht, dass ich hier mit Jörg in einer gewissen Sache in den Wettbewerb treten möchte ...,

herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–13. 11. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-11-13 23:38:51
Hallo Roman,

die Bilder sind genau nach meinem Geschmack! Toll getroffen!

Dieses "boxen" hatte ich auch beobachtet. Es sah etwas derb aus, aber die Dame schien drauf abzufahren.

Wie lange hat die eigentliche Paarung gedauert? Bei meinem Pärchen war es genau eine Stunde. Und der Herr ist danach auch recht unruhig herumgelaufen.

Viele Grüße,
Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–13. 11. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-11-21 23:56:33
Hallo Roman,

ich habe einige Deiner interessanten Balz-Bilder und zwei vom "Großen Fressen" mit der Tegenaria ins Wiki (http://wiki.spinnen-forum.de/index.php?title=Pholcus_phalangioides) hochgeladen.
Just for info...

Jörg
Titel: 10. 12. 2010, Araniella, die neuste "Kellerspinne"
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-12-11 22:40:52
Wie lange hat die eigentliche Paarung gedauert? Bei meinem Pärchen war es genau eine Stunde. Und der Herr ist danach auch recht unruhig herumgelaufen.

Salü Jörg,

Eine Stunde wird es nicht gewesen sein, ich trage nie eine Uhr. Allerdings bin ich insgesamt 1 1/2 Stunden im Keller gewesen und habe wohl mehr Zeit bei den Zitterspinnen verbracht als beim Versuch, die Textrix abzulichten.

Anbei die neuste "Kellerentdeckung". Gestern Nacht habe ich wieder einmal nach der kleinen Ero und der Kreuzspinne im Keller gesehen, und da sind mir Spinnfäden aufgefallen, welche die Spitzen der obersten Blätter eines Oleanders verbinden, und an einem der Fäden eine 2–3 mm grosse Spinne: eine Araniella.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–11. 12. 2010
Beitrag von: Jörg am 2010-12-12 11:29:25
Moin Roman,

nach der Pünktchen-Theorie wäre Araniella opisthographa am wahrscheinlichsten (volle Punktzahl).

Jörg
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2.–11. 12. 2010
Beitrag von: Lars Friman am 2010-12-12 12:56:51
es wäre schön wenn  die Spinne adult werden könnte.
Titel: Agelena labyrinthica und Alles Gute zum Neuen Jahr
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-12-31 22:57:19
Naheliegenderweise mit ein paar Bildern der europäischen Spinne des Jahres 2011 aus den Monaten März bis Juli (2008 und 2009 in unserem Garten):
– drei ganz kleine vom 28. 3., 3. 4. und 26. 4.,
– schöner Wohnen vom Juni,

...
Titel: Agelena labyrinthica (Fortsetzung)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2010-12-31 22:59:47
...

– zur Leibspeise und zur Fangtechnik vom Juli,

Allen von Herzen alles Gute zum kommenden Jahr wünschend,

Roman
Titel: Begegnet am 13. 2. 2011: Pisaura mirabilis
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-02-13 23:24:46
Es sind zwar nicht die ersten Spinnen, die mir dieses Jahr draussen im Garten begegnen – das waren beim Schneiden der Reben am 8. Januar bei 18 Grad (ÜBER null) zwei kleine Kreuzspinnen, die fleissig an ihren Netzen bastelten –, doch zwei besonders hübsche. Zwei Pisaura mirabilis heute beim Auslichten meines Taubnessel-Königskerzen-Majoran-Lungenkraut-Buschwindröschen-etc.-Hangs. Daneben tummelten sich dort bei 12 Grad Dutzende von Pardosa amentata.
Die letzte Nacht war seit Langem die erste ohne Frost.

Das eine Tier (Abb. 01 und 02) ist bloss etwa 3 mm lang, das zweite etwa 1 cm.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–13. 2. 2011
Beitrag von: Arno Grabolle am 2011-02-14 00:03:01
Ja, die ersten Pisauras im Frühjahr ... das hat mich früher auch immer fasziniert. Und auch heute erinnern sie mich mit etwas Wehmut an meine frühen – von der Neugier jugendlicher Ahnungslosigkeit begleiteten Exkursionen.

Arno
Titel: Begegnung mit einem Farbtupfer im Kellergang, 11. 3. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-03-11 23:12:43
... mit einer jungen Araneus diadematus von 4 mm Länge.

:-)
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–11. 3. 2011
Beitrag von: Lars Friman am 2011-03-12 09:30:11
Moin, auf den Wänden meiner berümten Garage läuft -außer einer P.m. von heute- 
aber nichts (bei T > + 2°C)?
Lars Friman
Titel: Endmärzenbild mit …spinne, 26. 3. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-03-26 22:05:33
Salü Lars,
und alle anderen hier,

Das hat sich jetzt vielleicht geändert. Hier ist es diese Woche richtig frühlingshaft gewesen, wenn auch mit Nachtfrost. Gestern hat die Temperatur 19 Grad betragen, heute 15 Grad, d. h. Gartenarbeit ist angesagt.

Dabei ist mir unter anderem der beigelegte 2-mm-Winzling aufgefallen (etwas unterhalb der Bildmitte, falls man ihn sieht).

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–26. 3. 2011
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2011-03-26 22:08:19
Ist das ein Spinnenfresser?

Liebe Grüße,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–26. 3. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-03-27 22:01:14
Ist das ein Spinnenfresser?

Liebe Grüße,
Jonathan

Jonathan, so ist es!
Anbei von näher besehen. Neben einigen Gewächshausspinnen in den äusseren Leibungen der Kellerfenster, vielen Wolfspinnen im Garten und einer kleinen Springspinne am Kompost ist mir gestern diese Ero am Kompostdeckel aufgefallen.
Neben zwei Gewächshausspinnenkokons haben dort elf Spinnenfresserkokons entweder den Winter überdauert oder sind eventuell neu hinzugekommen (jedenfalls ist mir im Herbst das Duo von Bild 02 nie aufgefallen).
Und bei einem dritten Kokon ist entweder etwas ausgeschlüpft oder hineingegangen (Bilder 03).

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–26. 3. 2011
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2011-03-28 19:19:46
Guten Abend!

Zu dem Loch im Erokokon fällt mir eine Fliege ein, die an Spinnenfresserkokons parasitiert (zumindest in Amerika). Ich habe echt nicht schlecht gestaunt, als ich im Bugguide dieses Phänomen kennen lernte:
http://bugguide.net/node/view/424991
Unten kommen weitere Bilder.
Vielleicht kommen sone Fliegen auch in ME vor.

Liebe Grüße,
Jonathan
Titel: Begegnung im Bastelraum, 29. 3. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-03-29 23:02:32
Jonathan, hab herzlichen Dank für den interessanten Link!
Vielleicht sollte ich den gelöcherten Ero-Kokon einmal behändigen ... Er sieht immer noch gleich aus.

Da ich heute Abend zwei Mal auf das Ende einer Maschinenwäsche habe warten müssen, habe ich mich im Keller etwas umgeschaut und unter anderen Keller-Spinnen auf dem Stahlschrank der Bohrmaschine im Bastelraum das hier vorgestellte Tier gefunden. (Nichtprofis dürfen raten …)

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–29. 3. 2011
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2011-03-30 14:04:50
zählt die mit zur Ero-Beute, wie du sie mal vorgestellt hast?

Liebe Grüße,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–29. 3. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-03-30 18:44:05
Salü Roman
Hört sie auf Ta... Ta Ta Ta Ta ?
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–29. 3. 2011
Beitrag von: Tobias am 2011-03-30 18:48:57
Ich glaube, die Lösung ist streng mit dem Bastelraum verbunden. :-P


Tobias
Titel: Re: Bgegnung im Bastelraum vom 29. 3. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-03-30 23:00:45
Salü zäma,

@ Jonathan: als Ero-Beute habe ich eine solche noch nie gefunden, was nicht heisst, dass es nicht vorkommen könnte. A propos Beute: gestern habe im Keller eine Tegenaria atrica tot und angebissen im Netz einer Steatoda bipunctata gefunden ...

@ Silvia: Ich habe schon zu Spinnen gesprochen, aber vorgesungen habe ich noch keiner. :-) Das mag daran liegen, dass ich seit Jahren eher krächzen würde statt singen.

@ Tobias: Nein, es ist keine Opifex mordax.

Anbei noch ein Bild einer wahrhaft herzigen Spinne aus dem Keller. (Mit der übe ich schon lange, und das Porträt ist immer noch nicht so, wie es sein sollte ...)

Herzlich,
Roman
Titel: Jungtiere der Spinne des Jahres, 9. 4. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-17 23:06:14
Nun wuseln und lauern sie wieder zu Aberdutzenden im Garten, etwa zwischen den Bollensteinen an der Hauswand, im Efeu, im Geissblatt des Zaunes, ... : 2–3 mm grosse Agelena labyrinthica. Anbei ein paar Impressionen der winzigen Kerlchen.

Herzlich,
Roman
Titel: Wenn der Osterbraten nicht in die Wohnung passt, 24. 4. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-24 12:30:10
Kampf einer jungen Agelena labyrinthica (etwa 3 mm lang) mit ihrer etwas gross geratenen Beute.

Herzlich allen frohe Ostern wünschend,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 4. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-04-24 15:02:44
Wow, tolle Aufnahmen Roman...vor allem wenn man bedenkt wie klein die sind! Tja mit manchem Osterbraten ist das eben nicht so einfach ;-)
Habe heute an unserem Osterstrauss, den wir vor gut 10d gegenüber aus dem Wald geholt haben mehrere grüne Raupen gefunden, die größeren waren von der Pyramideneule ((Amphipyra pyramidea) und dann waren noch zwei kleinere einer anderen Art...ich hatte die nur ganz kurz zusammen in ein Glas getan um sie meiner Enkelin zu zeigen und als ich mit dem Glas im Garten ankam, also innerhalb weniger Minuten hatten die beiden kleineren Raupen zwei der Pyramideneulen jeweils im "Nacken" gebissen? oder "verätzt" und dort quoll deren Inneres heraus...ziemlich gruselig sah das aus...habe so etwas noch nie zuvor gesehen...
Trotzdem guten Appetit beim Osterbraten oder Picknick im Freien was auch immer...;-)
Liebe Grüße
Sylvia
Titel: Asseln, Ostern, ich und eine Granitgartenmauer, 24. 4. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-24 17:06:41
Salü Sylvia,

Picknick im Garten ja, aber nicht für mich. :-) Die junge Tegenaria atrica, die sich die linke obere Ecke des Fensters einer Kellertür als Wohnsitz ausgesucht hat (Bild 01) – einigermassen interessant für eine Spinne, die an Glas nicht gehen kann –, und eine hübsche Assel (Bild 02) am «Bijou» einer Gartenmauer aus hellen Granitquaderchen, die Nachbarn im Garten aufschichten liessen,  eine Assel also, die heute nur knapp nicht zum Picknick einer weiteren Tegenaria atrica geworden ist (ohne mein Zutun, Bild 03), haben mich diese Mauer etwas genauer ansehen und die Netze zählen lassen lassen, die in den Ritzen zu finden sind. Dabei ist mir der unösterliche Gedanke gekommen, mittels ein paar Asseln auszuprobieren, wer da haust. Die ausgetesteten «unordentlichen» Netze gehören allesamt Tegenaria atrica (Bilder 04, 05, 08), die im Übrigen gleich gross sind, wie diejenigen, die im Keller überwintert haben. Einen Spalt habe ich fein säuberlich ausgekleidet gefunden (Bild 06), und wie vermutet, ist da keine Tegenaria, sondern eine Textrix denticulata zum Vorschein gekommen.
Die Mauer finde ich zwar immer noch potthässlich, als "70-Spinnen-Mauer" – mindestens so viele Netze sehen in Gebrauch stehend aus –, kann ich ihr allerdings schon etwas abgewinnen.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 4. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-04-24 22:20:27
Wow, tolle Aufnahmen Roman...vor allem wenn man bedenkt wie klein die sind! Tja mit manchem Osterbraten ist das eben nicht so einfach ;-)
Habe heute an unserem Osterstrauss, den wir vor gut 10d gegenüber aus dem Wald geholt haben mehrere grüne Raupen gefunden, die größeren waren von der Pyramideneule ((Amphipyra pyramidea) und dann waren noch zwei kleinere einer anderen Art...ich hatte die nur ganz kurz zusammen in ein Glas getan um sie meiner Enkelin zu zeigen und als ich mit dem Glas im Garten ankam, also innerhalb weniger Minuten hatten die beiden kleineren Raupen zwei der Pyramideneulen jeweils im "Nacken" gebissen? oder "verätzt" und dort quoll deren Inneres heraus...ziemlich gruselig sah das aus...habe so etwas noch nie zuvor gesehen...
Trotzdem guten Appetit beim Osterbraten oder Picknick im Freien was auch immer...;-)
Liebe Grüße
Sylvia

Hoppla Sylvia,

da wird vom Osterbraten gesprochen, dann vom Osterstrauss . Ich wollt schon fragen sind die nicht etwas zäh? Und wie groß muss die Familie sein- ach und ist der Backofen nicht zu klein- ja groß muss die Familie  sein.  Gegrillter Strauss mit Semmelknödel und Soß aus Rahm ohwe mir tropft der Zahn.

Weiterhin schöne Feiertage

Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 4. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-24 22:32:28
Salü Lothar,

Das mit dem Rahm und den Knödeln hast Du auch gewusst ...

Ich weiss nicht, ob das jetzt der Osterstrauss ist, aber das Rezept stammt von www.kirchenweb.at:

«Rezepte für 4 Personen: Geschmorter Straußenbraten
[…]
600 g Bratenfleisch vom Strauß
20 g Butterschmalz (Butterfett)
1 gelbe Rübe
1 Kartoffel
1 Knoblauchzehe
1 Lauchstange (Porree)
1 Petersilienwurzel
1 Sellerieknolle
1 Zwiebel
1/8 L Rotwein
1/8 L Brühe (Instant, Suppenwürfel)
2 EL Rahm (Schmant)
1-2 EL Johannisbeergelee

Zubereitung:
Im Bräter Butterschmalz erhitzen. Fleisch ringsum scharf anbraten. Heraus nehmen und warm stellen.
Klein geschnittenes Gemüse und Wurzelwerk im Bratensatz anschmoren. Mit Rotwein ablöschen, ein wenig einkochen.
Braten auf das Gemüse legen, zudecken und bei niedriger Hitze ca 90 Min braten. Gelegentlich mit Wasser aufgießen.
Braten heraus nehmen und in Alufolie einwickeln, während die Sauce zubereitet wird.

SAUCE:
Bratensatz und Gemüse mit Brühe aufgießen. Wurzelwerk hinein pürieren und mit Salz&Pfeffer würzen.
Etwas süßer Rahm gehört dazu – und ein wenig süßsauer muss auch sein. Deswegen kommt Johannisbeergelee hinein.»

Dazu Knödeln.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 4. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-04-24 23:38:41
Oh Roman, hmhm...da kriegt man ja richtig Appetit!
LG
Sylvia
Titel: Die Wiederkehr der Gartenzwerge
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-25 19:29:24
Salü Sylvia,

Beim Bahnhof Stadelhofen in Zürich gibt’s Emu zu essen.

Seit ein paar Tagen sind sie in unserem Garten wieder zu finden: kleine Linyphia triangularis (unten rechts auf Bild 01 und 02, die Samen in Bild 02 sind 2 mm lang), gut zwei Wochen früher als letztes Jahr (Bild 04).

Herzlich,
Roman
Titel: Vor 5 Minuten ..., 27. 4. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-27 22:30:31
... ist mir diese Anyphaena accentuata über den Rand der Tastatur gekrabbelt. (Es scheint nichts über einen alternativen Haushalt zu gehen. O. K., eigentlich habe ich heute Abend abstauben wollen, aber zunächst hat mich das Spinnenforum versäumt, und jetzt diese kleine Zartspinne.)

Die oben unter dem 29. 3. aus dem Keller ist übrigens keine solche!

Herzlich,

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–27. 4. 2011
Beitrag von: Arno Grabolle am 2011-04-27 23:05:44
Ach so, die vom 29.3. ... soll ich mal auflösen? Liocranum rupicula.

Arno
Titel: Die vom 29. 3.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-04-28 21:18:55
Dass Arno die kennt, da bin ich mir allerdings sicher gewesen. :-)

Anbei das Tier im Lauf über eine bedruckte Büchse und beim "Batteriestop".

Herzlich,
Roman
Titel: Pisaura mirabilis, 22. 5. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-05-22 22:35:29
Heute beim frühsommerlichen Grasmähen (von Hand) entdeckt.
Sind immer wieder schön, die Tiere.
Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–22. 5. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-05-22 23:16:00
Hallo Roman
Ja die Pisauras sind wirklich immer schön anzusehen. Aber Dein drittes Bild ist fantastisch !
Danke dafür!
Anbei ein Blick über "meine" blühenden Wiesen, die Gräser sind jetzt hüfthoch und im Wind wiegt alles wie Wellen dahin im Gesang der Heupferde /hüpfer...während sich das Gewitter zusammenbraut...
Liebe Grüße
Sylvia

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–22. 5. 2011
Beitrag von: Jörg am 2011-05-22 23:41:49
Moin Roman,

Zitat
Aber Dein drittes Bild ist fantastisch !

das wollte ich auch gerade sagen! :-)

Jörg
Titel: textrix denticulata auf Freiersfüssen, 5. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-06 00:01:12
Salü zäma,

Die Wiese in Tremsdorf ist aber auch schön!

Heute Morgen wollte ich wieder mal nach unseren Gewächshausspinnenpärchen an den Kellerfenstern schauen, und da fiel mir auf einer der Simse ein Textrix denticulata-Männchen auf: am hellichten Tag draussen, bewegungslos. Mein erster Eindruck war: dem ist etwas passiert und der ist maustot.
Allerdings bewegte er sich dann plötzlich, lief zielstrebig auf die Wohnröhre in der unteren Fensterecke zu, verharrte vor dem Eingang wieder, und das für eine lange Zeit. Innerhalb einer halben Stunde wagte er sich bloss ein paar Millimeter vor (Bilder 01–06). Die Dame des Hauses verharrte im Inneren. Irgendwann sah ich nochmals nach dem Gewächshausspinnenpärchen oben am selben Fenster, und da war der Textrix-Mann nicht mehr im Röhreneingang, dafür schaute da die Dame des Hauses heraus (Bild 08). Ihn fand ich im Spalt zwischen dem Fenster und der Mauer oberhalb der Wohnröhre wieder (Bild 09).
Nachdem ich bislang immer vom allgemeinen Aussehen unserer Textrix (es hat eine ganze Kolonie an der Ostwand des Hauses, im Winter sind sie z. T. auch im Keller; weitere hausen in einer Bruchsteinmauer im Garten) auf denticulata geschlossen hatte, zeigte der Kerl heute deutlich seine Pedipalpen (Bild 07).
Titel: Textrix denticulata auf Freiersfüssen, Fortsetzung, 5. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-06 00:07:34
(Die letzten drei Bilder wollten oben nicht mit.)
Da kann ich gleich noch ein Bild des Gewächshausspinnenpaars anhängen: Immer gut aufpassen, dass man einander nicht verliert (Bild 10)! (Man beachte die eingehakten Beine! :-))

Herzlich,
Roman
Titel: Herrenbesuch bei Frau Textrix zum Zweiten, 12. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-13 01:11:16
Als ich heute Morgen zum Kompost ging, staunte ich nicht schlecht: vor der Wohnröhre des Textrix-Weibchens in der Waschküchenfensterecke wartete ein Kerl. Hatte der jetzt eine Woche lang geduldig da ausgeharrt?
Ich holte den Fotoapparat, und der Vergleich mit den alten Bildern zeigte, dass es ein anderer Herr war, 7-beinig zwar bloss (Bild 01), aber voller Entschlossenheit, wie es sich zeigen sollte.
Immer wieder lange Pausen einlegend, arbeitet er sich langsam Richtung Eingang vor (Bild 02). Dabei lässt er sich weder durch mich beirren (Bild 03 durchs offene Fenster) noch dadurch, dass die Wohnungsbesitzerin sich im Eingang zeigt (Bild 04). Er rüttelt mit den Vorderfüssen sozusagen an der Eingangstür (Bild 05). Im Übrigen schaut noch jemand wie gebannt auf die Szene (Bild 06). Der Dame des Hauses scheint den Besuch alles andere als willkommen zu sein. Ihr Angriff treibt den Kerl vorerst vier, fünf Körperlängen zurück.
Aber Aufgeben kommt nicht infrage (Bild 07). Mit weit gespreizten Kiefern, mit den vorderen drei Beinpaaren, diese weit nach vorne gestreckt, am Netz rüttelnd und mit zuckendem Hinterteil dringt er in die Röhre ein. Die Dame des Hauses zeigt gleichfalls die Zähne (Bild 08). Dieser Zustand dauert an. Irgendwann gibt es ein kurzes Getümmel. ...
Titel: Herrenbesuch bei Frau Textrix zum Zweiten (Fortsetzung), 12. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-13 01:14:27
... Dann rast das Weibchen den Hinterausgang zwischen dem Fenstergericht und der Hauswand hoch, das Männchen hinterher (Bild 09). Das Weibchen springt oben heraus, rennt die Wand herunter und versteckt sich in der Wasserauffangrinne des Fensters (Bild 10). Die Rindenspringspinne ist ebenfalls weg. Das Männchen kriecht nun ebenfalls aus der Röhre, läuft stracks zum Vordereingang hinunter, geht dort wieder hinein, kommt oben wieder raus, vorne wieder rein, sucht und sucht und findet nichts. Schliesslich marschiert er oben rein und kommt unten raus (Bild 11). Da alles nichts hilft, setzt er sich endlich in den Wohnungseingang seiner nicht geglückten «Eroberung», die weiterhin in der Wassersammelrinne ausharrt.

Und ich hatte Hunger, da es inzwischen längst Mittag geworden war.
Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 6. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-06-13 08:12:03
Salü Roman
Wirklich schöne Beobachtung ! Und die Marpissa fand es ja zuerst auch ganz interessant bevor das Getümmel los ging ;-)
Schade, dass Du Hunger hattest und die Szene also dann ohne Dich weiterging. Gab es denn wenigstens dann auch was Feines , was für die entgangenen weiteren Beobachtungen entschädigt hat ?!
LG
Sylvia
Titel: Textrix denticulata, Herrenbesuch zum Dritten, 13. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-13 22:18:12
Salü Sylvia,

Vier Schnitten Ruchbrot mit Butter und Honig, dazu ein paar Blätter Salat aus dem Garten.

Gestern gegen Mitternacht ging ich mit der Taschenlampe mal nachschauen. Sie sass in ihrer Wohnröhre, von ihm keine Spur. Ich dachte, dass ihm das Warten doch zu langweilig geworden war, und schliesslich hausen innerhalb einer Distanz von 2 m weitere Textrix-Damen, mindestens ein Dutzend.

Heute Vormittag aber, wer wartet vor der Röhre? Derselbe Kerl. Heute ist er noch forscher als gestern. Ihren Angriff aus der Röhre heraus pariert er mit einem Gegenangriff. Sie flieht, diesmal unter ihren Netzboden, er verharrt kurz am Eingang (Bild 01). Dann marschiert er los, braucht nicht lange, um sie zu finden, und es beginnt eine wilde Jagd (Bilder 02 und 03). Manchmal hält er inne, "trommelt" mit den Pedipalpen. Schliesslich drückt sie sich in die Ecke der Fensterleibung, droht so lange mit gespreizten Kiefern, bis er kehrt macht. Sie bleibt unter dem Spritzschutzblech des Fensters (Bild 05). Und er? Begibt sich zurück in ihre Röhre und macht es sich im Eingang bequem (Bild 04). Und wer hat wieder nicht gefehlt (Bild 06)?

Herzlich,
Roman
Titel: Ero aphana, 14. 6–15. 6. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-06-16 00:06:48
Salü zäma,

Neben Textrixen, Grossen Winkelspinnen, Fettspinnen und Gewächshausspinnen hausen an den Kellerfenstern auch Ero aphana. Vor allem eine war in letzter Zeit auffällig füllig ..., heute allerdings nicht mehr.

=> Bild 01 minus Bild 02 gleich Bild 03.

Herzlich, Roman
 
Titel: Einem Gartenkreuzspinnenjüngling ins Nähkistchen geschaut
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-07 00:12:05
Salü zäma,

Gestern Vormittag bekam ich an einem Kellerfenster gerade noch mit, wie eine junge Gartenkreuzspinne ihr Netz fertigstellte. Das tragende Grundgerüst stand schon, zwei Drittel der feineren Fäden hingen auch schon an Ort und Stelle. Und unermüdlich legte der Kleine Runde um Runde zurück, bis er in der Mitte ankam. Dabei zog er jeweils zwei Spinnfäden über ein Hinterbein, sodass daraus ein einziger Faden entstand. Kaum war das Netz fertig, hing auch schon die erste kleine Beute drin.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: Arno Grabolle am 2011-08-07 00:18:03
Das sind schöne Aufnahmen. Naturlicht?

Das letzte Bild mit der Beute ich richtig ästhetisch ...

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-07 00:37:58
Salü Arno,

Die Sonne erreichte das Netz gerade noch, allerdings zogen Wolken im Minutentakt vorüber. Das Netz konnte ich leider nicht frontal fotografieren, da es schräg in der Fensterleibung hängt. Dafür liess sich das Fenster öffnen und die dunkleren Bereiche des Bastelraums gaben einen einigermassen geeigneten Hintergrund.
Da die Spinne im Eiltempo werkte und der grösste Teil der Arbeit schon getan war, hatte ich keine Zeit, Belichtungen auszuprobieren, die Spinne ist deshalb z. T. überbelichtet, aber die Fäden muss man ja auch sehen ... Und immer: alles freihändig, ich konnte aber sitzen.

Beute ist immer gut, hat sich auch eine unserer Keller-Gartenkreuzspinnen gesagt. :-)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-08-07 08:26:22
So eine schöne Bremse, grins. Aber so kommt Frau Spinne schon mal indirekt an Menschenblut. Wieso kann ich nicht sagen Roman, aber im Schwarzwald nennt man diese Bremsen "Schwizer Wiebli".  Wie immer schöne Fotos Roman.

Schene Sundig

Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-08-08 00:08:20
Ja, tolle Momentaufnahmen (besonders die 05,06, 08 und 09 haben mir sehr gefallen) bei unglaublichem Licht!
Ich hatte neulichs nach dem Regen auch so einen winzigen Augenblick mit ganz eigenartigem Sonnenlichteinfall, der ein Radnetz von Metellina s/m. regelrecht funkeln ließ, die Spinne war ganz schnell weg aber das Netz schwang noch von ihrer Bewegung (ich habs nicht richtig scharf bekommen...dieses fast bunte Aufleuchten des fast waagerecht gespannten Netzes war auch Sekundenbruchteile später nicht mehr zu sehen...
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-08-08 06:49:17
Hallo Sylvia,

Das hat mich an eine alte Geschichte erinnert. 1963 hatte ich mal eine kleine Haspel gebastelt und Spinnenseide einer T.domestica aufgewickelt um das bei einem Vortrag als Anschauungsmuster herumgehen zu lassen. Je nach Betrachtungswinkel und zum Einfallwinkel des Lichtes schimmerte das in allen Regenbogenfarben. Das war auch erstaunlich stabil geworden. Um die Fläche von etwa 4 x 8 cm² voll zu bekommen wurde das arme Vieh fast zwei Wochen lang gemolken.

Dazu auf Balsaholz befestigt und auf dem Rücken liegend mit Stecknadeln über Kreuz jedes Bein  gefesselt. Wenn die drann kommt reisst die natürlich  den Faden ab. Die Aufnahme des Fadens mit einem Zahnstocher und das übertragen des Anfangs funktionierte problemlos. Als Haspel dienten quadratisch abgeschnittene Bundesbahnfahrkarten welche mit Streichhölzern verbunden waren. Mittig eine Kurbel aus dünnem Massivdraht und zwei senkrecht stehende Fahrkarten mit V-Kerben bildeten die ganze Maschinerie.
Von der Festigkeit her konnte man da mit der Fingerspitze draufklopfen und ich mußte das Publikum regelrecht auffordern das zu tun, weil jeder Angst hatte das kaputt zu machen. Das gäbe sicher auch eine tolle Bespannung für einen Tennisschläger.

Wenn das Netz noch hängt, solltest du die Farben auch mit etwas ändern der Blickrichtung zum einfallenden Licht wiederfinden können.

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-08-08 16:02:59
Zitat
Wenn das Netz noch hängt,
Hallo Lothar
Interessantes Experiment ;-)
Heute hatten wir ein schweres Gewitter mit starken Sturmböen...das hat das Netz nicht überstanden (obendrüber ist ein kleiner Ast abgebrochen und hat es sozusagen zerschlagen, leider). Aber ich werde jetzt öfter drauf achten, wenn ich Netze seh ;-)
LG
Sylvia
Titel: Begegnung mit Herrn und Frau Linyphia triangularis, 6. 8. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-09 23:52:46
Salü zäma,

@ Lothar: die "Schwizer Wiibli" folgen wohl dem gleichen Muster wie die "Schwabenkäfer", "schwobakääfr", "Franzosenkäfer", "Preussenkäfer", "Deutschen Schaben", evtl. auch die "German Cockroaches", "blattes germaniques", die ja alle die Gemeine Küchenschabe meinen und nach den geliebten Nachbarn benannt sind. :-)

@ Sylvia: Das schillernde Netz ist wunderschön!

Am Samstag habe ich eine Weile ein Pärchen L. triangularis in der Hagebuchenhecke beobachtet. Ausser dass die Dame zuweilen etwas herumgelaufen ist und sich dann wieder zu dem Kerl gesellt hat, immer von im wegschauend, ist bis zum nächsten Regenguss nichts passiert. Ihn habe zwei, drei Mal mit einem Finger angestupft, aber er war so konzentriert, dass ihn das nicht gekümmert hat.

Weiters hatte ich eine Begegnung der skurrileren Art: wegen der Pseuodxysticus habe ich das Brombeerenlesen unterbrochen, um den Fotoapparat zu holen (Bild 02). :-D

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–6. 8. 2011
Beitrag von: Eveline Merches am 2011-08-11 09:15:40
Hallo Roman,
das ist ja richtig spannend, diese Liebesgeschichte mit Zuschauer. Ich mag Deine Berichte aus Deinem verwunschenen Garten-Haus-Umfeld sehr. Die Bilder sind so schön. Überhaupt hat dieser Thread viele schöne Fotos. Mir persönlich wäre es aber lieber, wenn die Posts kleiner blieben, da ich ungern 15 Seiten durchblättere. Meiner Meinung nach sind auch einige kalendertaugliche Fotos dabei. Da sich im Zweifelsfall keiner dort durchwühlt, um sie (noch einmal) zu finden, werden sie nicht berücksichtigt, was ich sehr schade fände.

liebe Grüße
Eveline
Titel: Mister Araneus diadematus Esslingen 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-11 23:29:56
Eveline, hab Dank für die Blumen!
Eigentlich sind es ja immer Bilder derselben wenigen Sorten Spinnen, die in unserem Garten und Haus vorkommen.
Gestern ist mir beim westlichen Kellereingang ein Araneus diadematus-Kerl aufgefallen, zielstrebig der Wand entlang hangelnd.
Weshalb auch jagen, wenn man die Beute feinst eingepackt erhält? (Bilder 02, 03) Die Stärkung braucht Zeit, aber irgendwann hat man genug und andere Bedürfnisse: eine ruhige Ecke für die Nacht. Der Weg führt zwar durch lauter Spinnennetzwerk (Bild 04), aber schliesslich wird man fündig, ein vielversprechendes Netz, bewohnt (Bild 05), jedoch schön möbliert (Bild 06). Da richtet man sich mal ein.

Herzlich, Roman
Titel: ... und ein paar Details für die Gartenkreuzspinnen-Damenwelt
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-11 23:32:41
u. a. mit "schaicha wia aicha" ...
Titel: Augenblicke – Blicke in die Augen, 14. 8. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-15 23:40:26
Salü zäma,
Da es im Garten von Linyphia triangularis wimmelt, habe ich am Sonntag wieder mal versucht, ein paar der Tiere zu porträtieren. Anbei ein Männchen (Bild 01) und ein Weibchen (02). Dabei hat mich aus einem Stock Katzenminze o. Ä. der kleine "Batman" – wohl ein Xysticus-Spiderling – derart angestarrt, dass ich in ebenfalls ins Bild gesetzt habe.
Leichte Hühnerhaut habe ich bekommen, als sich spätnachts der mir vom Tag zuvor schon bekannte, grosse Gartenkreuzspinnenkerl – auf dem Balkon habe ich ein Männchen gefunden, das im Vergleich zu ihm eine Viertelsportion, ein Nichts sozusagen, darstellt – vor der Linse aufgetaucht ist (04). Zwar hat ihm schon ein Bein gefehlt, ansonsten aber ist er putzmunter gewesen.
Am letzten Bild trage ich insofern Schuld, als ich den Marpissa muscosa-Spiderling nicht gründlich genug suchte, als ich der kleinen Clubiona vom Kornelkischenbaum eine Plastikdose als Behausung einrichtete. Ich war der Meinung, der/die Kleine sei unter dem Balkontisch verschwunden. Neben dem Glyzinienblatt gab ich der Spinne eine junge Kellerassel, eine junge Waldschabe, Wasser und ein paar Läuse in die Dose. Wie man sieht, war die der M. m.-Spiderling auch dabei, wohl im Blatt versteckt.
Die Clubiona steht offensichtlich auf Spinnen: als sich sie fand, hatte sie ebenfalls die Reste einer Spinne zwischen den Chelizeren.

Herzlich, Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–14. 8. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-08-15 23:55:30
Salü Roman,

muss es einfach loswerden: immer wieder tolle Fotis !

LG Lothar
Titel: Misumena vatia – meine erste Begegnung mit einem Männchen, 28. 8. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-08-28 23:59:53
Salü Lothar,

Da ist auch immer viel Zufall dabei, oder stundenlanges Hocken bei einer Spinne ...

Eines angesagten Unwetters halber (das Bild 00 zeigt einen Blitzeinschlag vom Donnerstagabend etwa 200 Meter von unserer Hütte entfernt) ernteten wir am Freitagabend einen Teil des reifen Korianders. Heute haben wir den sortiert, und unverhoffterweise ist dabei ein kleiner, grün-weiss-schwarzer Knirps von etwa 3 mm Körperlänge zum Vorschein gekommen: ein subadultes Misumena vatia-Männchen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–28. 8. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-08-29 00:55:32
Salü Roman,

Ja der ist putzig der Kleine. Apropopöchen Blitze; vorgestern gab es in unserer Nachbarschaft ein Gewitter. Beim Wetterleuchten zuckten die Blitze mit 3 bis 5 Blitzen pro Sekunde und von weitem hörte man ein nicht mehr unterbrechendes Grollen. In der Form habe ich das noch nicht erlebt. Langsam sollte man mal über Blitzableiter nachdenken ? Auf welcher Höhe wohnst du dort ? Ich bin jetzt durch den Umzug von 700 auf 450 runter.

LG Lothar
Titel: Gruss vom Kompost ..., 3. 9. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-04 23:13:02
Salü Lothar,
Wir sind hier auf etwa 480 m Höhe über Meer. Das ununterbrochene Donnerrollen kommt bei uns des Öfteren vor: wir liegen auf einem Weg, den viele Gewitterzüge von Westen her über Luzern, Zug und den Zürichsee nehmen; werden auch jedes Jahr mindestens zweimal mit Hagel bedacht. Am tollsten ist es, wenn die Bäume im Sommer dadurch völlig entlaubt werden, dann blühen sie im Herbst nochmals ...
Anbei ein kleiner Herbstgruss vom Kompostdeckel: eines der Parasteatoda tepidariorum-Weibchen, mit einem Kokon beschäftigt (Bild 01); ein paar frisch geschlüpfte Jungspinnen derselben Art (Bild 02; die ersten sind schon im Juni geschlüpft). Ebenfalls wieder einmal eine Bande frisch geschlüpfter Pholcus opilionoides (Bild 03), im Weiteren die Grande Dame der Metellina segmentata (allein der Hinterleb misst mehr als 1 cm in der Länge; Bild 04; die meisten anderen Weibchen dieser Art am Kompostdeckel sind erst halb so gross) und zwei ihrer Verehrer (Bilder 05, 06).
Titel: ... und aus der Muschelblumenschale, 3. 9. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-04 23:15:07
Auf dem Balkontisch waren einige Salticus scenicus-Weibchen unterwegs, eine davon inspizierte eine Schale mit Muschelblumen und Teichlinsen. Offensichtlich gehören tief fliegende Ju 52 in ihr Beuteschema: als eine dieser Brummelkisten über uns auftauchte, drehte die Spinne sich blitzschnell um und sah dem Flieger nach ... (Bild 07, 08).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 9. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-09-05 03:51:08
Salü Roman,

danke für die erneut hochinteressanten Bilder. Das mit der Ju ist ja lustig. Mir ist das beim Fotografieren schon aufgefallen wie weit die "den Hals verdrehen" und dem Objektiv folgen. Von daher hat man ja meistens die schönen Aufnahmen von den Augen. >>> darfst halt nicht mit einer alten langweiligen Knipse aufwarten<<< sonst kuckt die wo anders hin, grins.

Weiterhin schöne Erlebnisse, bevor der erste Schnee kommt !

Lothar
Titel: Junge Clubione trifft Fliege, 10. 9. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-10 21:50:36
Salü zäma,

Da sprang die Spinne schneller, als die Fliege losfliegen konnte. Und die Clubiona liess nicht mehr los, so sehr die Fliege auch zog ...

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 9. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-09-10 21:56:09
Salü Roman,

da hat die Spinne ja die richtige Fliege erwischt. Das ist wiedereinmal der böse Wadenstecher S. calcitrans. Schönes Foto !

Gruß Lothar
Titel: Herbstspinnenmann trifft Herbstspinnenfrau, 11. 9. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-11 21:27:22
Salü Lothar, salü zäma,

Die Stallfliegen sind hier manchmal eine richtige Plage. Zum Glück hat es viele Spinnen.

Heute am Kompost: ein Metellina segmentata-Männchen nähert sich einem Weibchen derselben Art, ist richtig hartnäckig, der Kerl – und bekommt schliesslich, was er will ...

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 9. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-09-11 23:08:10
Salü Roman,

das schlägt dem Fass den Boden aus. Oder was soll man dazu sagen ? Der ist ja noch frivoler, als derjenige mit der gut eingewickelten aber bereits ausgesaugten Fliege, die als Geschenk mitgebracht wird, lach.

Der hat halt Kohldampf gehabt.

Gruß Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 9. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-09-11 23:16:07
Hallo Roman
Wieder tolle Bilder
LG
Sylvia
Titel: Tänzerin in der Nacht, Araneus diadematus-Jungtier, 14. 8. 2011
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-14 23:08:52
Salü Sylvia,
Hab herzlichen Dank für die Blumen.
Dieses aufgeweckte, wuschelige Jungtier benutzte dieselbe Aluminiumleiter wie ich.
Herzlich, Roman
Titel: Araneus diadematus-Männchen: Dorn an Coxa des 2. Beins
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-15 22:46:04
Salü zäma,

Da keine Spinne mich durchs Kellerfenster anstarrt (Bilder 01–03), ohne fotografiert zu werden, ist mir bei einem  Araneus diadematus-Männchen etwas aufgefallen: die Coxen des zweiten Beinpaares weisen je einen kräftigen Dorn auf.
Jetzt habe ich die Bilder der anderen beiden Männchen, die mir dieses Jahr schon begegnet sind zum ersten Mal (Bilder 05–07) angeschaut bzw. nochmals durchgesehen (die vom "Riesen vom Kellereingang; Bilder 08–09), und siehe da: auch diese beiden Kerle haben diese Dornen (Bilder 04, 07, 09; folgen gleich).
Auf die Schnelle habe ich nichts dazu gefunden, aber vielleicht hat hier jemand schon davon gelesen.

Herzlich, Roman
Titel: ... und hier nun die Araneus diadematus-«Dornen»
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-15 22:50:07
Ohne Text geht nichts, also nochmals herzlich grüssend,
Roman
Titel: Nachlese: Spinne des Jahres
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-09-30 22:52:17
Salü zäma,

Habe endlich wieder einmal etwas Zeit gehabt, in den unbesehen abgelegten Fotos zu stöbern.
Da ich seit zwei, drei Wochen rund ums Haus nur noch Allagelena gracilens finde, hier noch einmal eine
Agelena labyrinthica, schwer arbeitend (Bild 01 einmal aus einer anderen Perspektive).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–14. 9. 2011
Beitrag von: sylvia #1 am 2011-09-30 23:33:12
Salü Roman
Wunderschöne Bilder!
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–14. 9. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-10-01 00:02:38
Hallo Sylvia,

du wiederholst dich. Aber ich schließe mich dem voll an.

grüatzi Roman, danke.

Lothar
Titel: Das Neuste über die Haltung von Spinnen im Büro
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-12-24 21:05:29
... in Flachbildschirmen. Das hat den Vorteil, das man sie immer im Auge behält (oder die Spinnen uns).

Allen herzlich eine frohe Weihnacht wünschend,

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 12. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2011-12-25 00:39:44
Grüß dich Roman,

dir auch frohe Weihnachtsfeiertage und deiner Kamera und den Spinnen eine wohlverdiente kleine Pause.

Und einkleines Dankeschön, daß ihr mit euren Bergen uns in Südostbayern ds schlimmste Sauwetter fern haltet.

Liebe Grüße aus dem Berchtesgadener Land

Lothar
Titel: Weihnachtsspinnen 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-12-25 21:55:03
Salü zäma, salü Lothar,

Ja, der Joachim hat ziemlich gewütet hier ...
Nachdem der erste Schnee schon wieder weg ist, habe ich heute in Garten, Keller und Haus etwas nach Spinnen ausgeschaut. Am Kompostdeckel ist alles, was sich nicht verkrochen hat, inzwischen von den Rotkehlchen "geerntet" worden. Den ganzen Winter draussen zu finden sind Gewächshausspinnen und deren Kokons. Diesen Zuwanderern ist wohl noch nicht beigebracht worden, dass man sich im Winter zu verkriechen hat: Bild 01 von einer Fensterleibung aussen an der östlichen Kellerwand, Bild 02 vom  westlichen Kellerzugang, Bild 03 ebenfalls von dort. Wie hier häufig zu sehen, hängt ein Ero-Kokon bei den Kokons der Parasteatoda tepidariorum. Ebenfalls dort draussen unterwegs war erstaunlicherweise eine alte Herbstspinne (Bild 04). Im Keller auch heute zu finden waren Tegenaria atrica (Bild 05) und Pholcus phalangioides, vertreten hier durch ein 3 mm grosses Jungtier (Bild 06). In einem der Olivenbäume im Kellergang entdeckt habe ich eine Ero aphana (Bild 08 und 09). Die hausen da jahraus, jahrein, sind einfach nicht ganz leicht zu finden. An die Stubendecke verirrt hat sich eine alte Linyphia triangularis (Bild 09) und an einer Opuntie ist uns eine sichtlich abgemagerte junge Krabbenspinne aufgefallen, vermutlich eine Misumena vatia.

Herzlich, Roman
Titel: Weihnachtsspinnen 2011 (Fortsetzung)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-12-25 22:01:12
Und hier noch die weiteren Bilder.
Titel: Gewächshausspinnen-Sparkokons
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2011-12-31 23:14:23
Salü zäma,
Anfang Oktober fiel mir am Kompostdach ein Gelege einer Parasteatoda tepidariorum mit drei Kokons auf, die allesamt nur rudimentär eingehüllt waren (Bild 01). Der Entwicklung der Spiderlinge scheint dies keinen Abbruch getan zu haben, einige verliessen den Kokon allerdings kleiner als üblich (02).
Zufällig fand ich dann erstmals eine Gewächshausspinne beim Einwickeln des Geleges (03 und 04). Weiter fortgeschritten war diese Arbeit eines anderen Tieres (05).
Und wenn wir schon bei den Gewächshaussspinnen sind: anbei ein Tier mit einer (bei uns zumindest) sehr ungewöhnlichen Färbung (06).
Allen einen guten Rutsch bzw. ein gutes Neues Jahr wünschend,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–31. 12. 2011
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-01-01 00:34:26
Prosit Neujahr Roman !
http://www.lothars-wolke.de/mikroforum/mikrofoto/newyear.jpg (http://www.lothars-wolke.de/mikroforum/mikrofoto/newyear.jpg)
Titel: Spinnenexkursion in den Garten, 1. Januar 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-01 17:22:28
Dir auch, Lothar!

Gut gelötet ist halb gelebt. (Wobei "löten" in meinem Dialekt noch eine übertragene Bedeutung hat. :-))

Nachdem hier der zweite Schnee des vergangenen Jahres über Nacht im wahrsten Sinn des Wortes "Schnee von gestern" wurde, bin ich heute Morgen um 10 Uhr bei der frühlingshaften Temperatur von 7 Grad hinaus in den Garten, um Spinnen zu suchen (um 13 Uhr war es dann 12 Grad am Schatten ...).
Der erste Fund: ein Herbstspinnenmännchen (Metellina segmentata) ist langsam, aber beharrlich die östliche Kellerwand von der Treppe bis unter die Lärchenverschalung der Hauswand hochgekrabbelt (Bilder 01–04). Während des Fotografierens ist mir das erste Weibchen derselben Sorte aufgefallen: in einem kleinen Netz über einem Treppentritt ebendort (05). Das Absuchen der Wand hat dann den nächsten Fund einer weiblichen M. s. erbracht (06), und an einem der Kellerfenster ist eine weitere aus einer Spalte gekrochen und hat Position in ihrem Netz bezogen (07). Die Gewächshausspinne an demselben Fenster trotzt weiterhin Wind und Wetter (08).
Die Vermutung, dass das nicht alle Spinnen sein würden, hat sich dann bestätigt. Die Fortsetzung folgt.
Herzlich, Roman
 
Titel: Spinnenexkursion in den Garten, 1. Januar 2012 (Fortsetzung)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-01 18:08:09
Der "Jagdtrieb" ist also geweckt gewesen. Als Erstes habe ich die untere Kante der Lärchenverschalung der östlichen Hausseite abgesucht, zumindest dort, wo sie ohne Leiter erreichbar ist. Und wirklich: eine 4 mm grosse, junge Steatoda bipunctata ist da unter einem Geflecht aus Spinnfäden unterwegs gewesen (Bild 09). Das Absuchen der Fugen der Kellerfenster hat eine Ero zutage gefördert (10). Am Kompostdach  sind ausser 1–2 mm grossen Gewächshausspinnenspiderlingen keine Spinnen zu sehen gewesen. Aussen am Hasenstall: nichts.
Da ich vor einem Monat unter vertrocknetem Gilbweiderich an der Nordseite des Hauses zwei Dutzend junge Listspinnen und ein paar Wolfspinnen aufgescheucht hatte, habe ich dann solche gesucht, und wirklich: unter vertrockneten Storchenschnabelpolstern hat sich nicht nur eine Pisaura mirabilis von 1 cm Körperlänge versteckt (11), sondern auch eine halb so lange Xysticus (12); etwas ganz Winziges (< 1 mm) ist an einem Faden im Dickicht entschwunden.
Alles in allem eine leicht erstaunliche Ausbeute für einen 1. Januar, aber bei diesen Temperaturschwankungen weiss man bald nicht mehr was Herbst, Winter oder Frühling ist.
Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–01. 01. 2012
Beitrag von: Tobias am 2012-01-01 18:18:19
Hi Roman,

schöne Bilder und eine gute Ausbeute. Ich werde ein paar der Bilder von den G-Spinnen ins Wiki setzen. Das mit dem halbfertigen Kokon kenne ich von alten, etwas verbrauchten Weibchen. Deines sieht aber eigentlich noch taufrisch aus, so wird es wohl einen anderen Grund haben.

Konntest du die Ero identifizieren?

ein Gutes Neues wünscht,

Tobias
Titel: Ero
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-01 18:41:04
Salü Tobias,

Ich habe die Ero dort gelassen, wo sie hing, d. h. ich habe sie von hinten nicht gesehen. Wir haben hier Ero aphana (im Keller das ganze Jahr durch), Ero tuberculata habe ich erst eine eindeutig indentifiziert, es hat solche im Sommer am Kompostdach gehabt. Mich dünkt, dieses Tier sei E. tuberculata (grosse vordere Höcker, wobei die Höcker bei mageren Ero immer viel grösser erscheinen als bei wohlgenährten oder "schwangeren"; auch scheinen mir die einwärtsgebogenen "Hörner" auf dem Prosoma zu fehlen). Aber sicher ist nichts. Mal sehen, wenn sie morgen noch dort ist, hole ich sie; oder ich gehe jetzt mal suchen.

Die Ero weiter oben (von Weihnachten) ist aber eindeutig (von der Epigyne her) aphana (2 Bilder).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–01. 01. 2012
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2012-01-01 19:24:58
Guten Abend Roman!

Wegen der rotbraunen Farbe wäre ich auch für E. tuberculata!
Wie groß war die denn? E. aphana wird nur halb so groß.

LG,
Jonathan
Titel: Ero tuberculata, 01. 01. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-01 21:24:25
Salü Jonathan und Tobias,

Wie vermutet: es ist Ero tuberculata. Habe die Spinne mit einem Pinsel von der Fensterleibung gekitzelt, nun haust sie in einer "...-macht-Kinder-froh"-Dose. Anfangs etwas aufgeregt und dann plötzlich sehr beschäftigt, ruht sie sich nun satt und zusammengekugelt aus. Vielleicht gelingen morgen ein paar bessere Bilder.


Herzlich,
Roman

P. S. Und das Tier in spinnen-forum.de/smf/index.php?topic=9311.0 ist für mich immer noch E. tuberculata.
Titel: Mit Schlingen und Ösen, 01. 07. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-07 23:56:59
Fallenstellerin aus dem Keller (Parasteatoda tepidariorum). Kein Wunder, dass da alles hängen bleibt.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–01. 07. 2012
Beitrag von: Arno Grabolle am 2012-01-08 00:03:42
Schöne ästhetische Aufnahmen. Aber denk daran: Hochformat!

Arno
Titel: Wer schon immer mal ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-08 19:36:37
... einer Gewächshausspinne in die Augen schauen wollte, kann es hiermit tun. (Die haben die "Unart", ihr Gesicht meist hinter den Beinen zu verstecken.)

Herzlich,
Roman

Und Arno: Hab Dank für die Blumen!
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–01. 07. 2012
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2012-01-08 19:43:27
Hat der Spinnenfresser die Tegenaria überwältigt?
Wie viel blieb denn von der noch übrig?

Wunderschönes Portrait!

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–10. 01. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-01-17 21:07:00
Salü Jonathan,

Das war ein dummer Unfall, eigentlich habe ich die Tegnaria atrica porträtieren wollen und nur während des Abendessens schnell in der "...macht-die-Eltern-gar-nicht-froh"-Dose mit der Ero parkiert. Hätte nicht gedacht, dass so schnell etwas passiert.
Wie viel übrig geblieben ist? Fast alles. Die Ero hat der Tegenaria nur ein paar Löcher ins Fell "geätzt" (siehe Bild), danach hat sie sich nicht mehr dafür interessiert. Inzwischen hat sie dasselbe mit einer ausgewachsenen Herbstspinne gemacht. Grössere Beute wird offensichtlich nicht aufgegessen, wäre ja auch etwas viel ...

Herzlich, Roman
Titel: Heute Morgen zielstrebiger Damenbesuch ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-04-07 23:00:25
Salü zäma,

... an meinem Bett. Die dachte wohl: Die Fastenzeit ist vorbei!

Allen frohe, erfreuliche Ostern wünschend,

Roman
Titel: Misumena vatia, Ostermontag
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-04-10 22:22:55
Salü zäma,

Nach einer eiskalten Frostnacht und einem immer wärmer werdenden Nachmittag die Osterspinne im abendlichen Wind.

Anbei ein paar Bilder.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–09 04. 2012
Beitrag von: Tobias am 2012-04-14 00:18:35
Schöne Bilder und tolle Kontraste.

Das vorletzte setze ich ins Wiki, eine reingelbe fehlt uns noch.

Tobias
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–09 04. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-04-14 00:28:36
Salü Tobias,

Ich finde das Bild 03 schön, weil man da den gefurchten Hinterleib gut sieht.
Die Spinne hat eine interessante Technik, um sich von Blume zu Blume fortzuwegen: sie hat so lange einen Faden im Wind schweben lassen, bis der sich irgendwo verfangen hat, dann hat sie daran gezogen, wie um den Halt zu testen, und ihn dann als Brücke benutzt.
Ich bin auch ziemlich mit Faden bedacht worden.

Herzlich,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–09 04. 2012
Beitrag von: Tobias am 2012-04-14 00:36:17
Ja, das ist auch sehr schön, das kommt mit rein. Ich habe sowieso gerade beschlossen, die Gallerie der Art im Wiki umzustellen. Gefällt mir so nicht und wird der Vielfalt der Art nicht gerecht.

Tatsächlich habe ich über das von dir genannte Verhalten schonmal über Flickr mit einem Naturfotografen (http://www.flickr.com/photos/9560042@N05/) gesprochen, der das bei adulten Tieren beobachten konnte, von denen das eig. nicht bekannt war.

In seiner Arachnid-Gallerie (http://www.flickr.com/photos/wayuu/sets/72157624884969517/) sind tolle Bilder davon.

Tobias

Titel: "Jahr der Zecke" ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-04-21 22:32:43
Salü zäma,

Da ich in Haus und Garten bezüglich Spinnen zzt. bloss lauter Bekanntes finde, hier eine anderer Fund:
eine  Zecke; diesmal keine hungrige wie die letzte hier gezeigte, sondern eine sattgefressene.
Unsere Katze schleppt nebst Mäusen eine nach der anderen an ... Diese hier marschierte als "wandernde Bohne" über den Stubenboden.

Herzlich, Roman
(dem gerade der erste Hagelsturm des Jahres übers Dach donnert)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–17 04. 2012
Beitrag von: sylvia #1 am 2012-04-21 23:06:38
Jaa, das kenne ich auch ;-) ...manchmal finde ich die bei Lisou auch nicht schnell genug sondern erst in diesem Stadium.
Aber das, woran solche vollgesaugten Zecken mich ewig erinnern werden ist, dass mir mal von einem Hausarzt ein Patient mit "dringendem Verdacht auf blutendes Melanom" (Schwarzer Hautkrebs) an der Schulter in den Breitschaftsdienst geschickt wurde. Der hatte dort eine wirklich "zum Platzen" vollgesaugte Zecke und, weil er wegen des Juckreizes sich dort heftig gekratzt hatte war alles ganz blutverkrustet um diese Zecke herum (er hatte beim Kratzen offensichtig den bleeding pool den sich jede Zecke zum Blutgewinnen in der Haut anlegt angekratzt aber die Zecke hatte sich mit ihren Widerhaken sehr gut gehalten bei der Aktion).
Ich habe dann in der Notaufnahme diesem ganz verschreckten (wegen der vom Hausarzt gestellten niederschmetternden Diagnose) jungen Mann erklären dürfen, dass es nur eine Zecke ist, habe ihm diese entfernt und (weil er das wollte) ihm diese in einem Gläschen mitgegeben.Na, der war so was von glücklich über seine Zecke!
LG
Sylvia

ps und lieber Roman, könnte man diesen Thread nicht mal beenden ? Da drinnen verbergen sich nun schon soo viele interessante aber ganz verschiedene Begegnungen, dass man die besser wieder fände, wenn Du jedesmal ein neues Thema setztest (finde ich), habe gerade mal zurückgescrollt und die tollen "Frühlingsspinnen"bilder entdeckt...
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–17 04. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-04-22 20:07:05
In der Tat, die Zecke sieht gut aus.

Unglaublich, wie sich diese kleinen Tierchen vollsaugen können, besser wärs halt, wenn die keine Krankheiten mitbringen würden.
Hab dieses Jahr Anfang März schon die erste als lebendes Exkursions-Mitbringsel gesehen, die ist an meinem Rucksack mitgekommen.

Grüße,
Dennis
Titel: Spieglein, Spieglein an der Wand: ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-05-08 21:39:34
... Wer ist die Schönste am Aquarienrand?

Salü Dennis,

Ja, und leider sind wir hier in einem Hochrisikogebiet für Frühsommer-Meningoencephalitis; und borrelioseverseucht sind die Tiere auch.

Anbei eine Marpissa muscosa, die sich sehr für unsere Aquarien interessiert, wobei das immer wieder mal vorkommt. Vielleicht mögen die Tiere die Wärme.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–8. 5. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-05-08 22:39:37
Salü Roman,

für Studioaufnahmen von Spinnlein zukünftig einen Spiegel als Unterlage nehmen, dann hat man Ober und Unterseite aufs mal. Die Idee habe ich bei diesem Beitrag mitgenommen. Wird die Spinne von jemand gefressen, wenn sie im Aquarium landet ?

Lieben Gruß

Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–8. 5. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-05-09 19:55:58
Das die sich an der glatten Scheibe festhalten kann, sowas.

@Lothar: Wenn man große Fische im Aquarium hat, dann schnappen sie die Spinne bestimmt.
Wenn die Spinne ertrinkt, dann wird sie von Garnelen und Schnecken gefressen.

Grüße,
Dennis
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–8. 5. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-05-09 21:19:17
Salü Lothar und Dennis,

Ja, die Rindenspringspinne ist auch an Fensterscheiben gut zu Fuss. Wir sehen die hier sehr häufig am und im Haus, jahrein, jahraus. Plötzlich schaut eine beim Essen über den Tellerrand ... Und sie werden deutlich grösser, als das Handbuch sagt.

Ins Wasser fallen wäre ausser im Garnelenaquarium keine gute Idee: die Platys, die Trauermantelsalmler und die Rotflossensalmler würden da schnell zubeissen. Allerdings hat es sehr viele Schwimmpflanzen, darauf passierte der Spinne nichts.

Herzlich, Roman
Titel: Misumena vatia, Männchen, 19. 5. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-05-19 23:44:32
Salü zäma,

Nachdem ich am Ostermontag auf dem Balkon ein Misumena vatia-Weibchen beim Fadenfliegenlassen zwecks Fortbewegung beobachtet habe, ist mir heute ebenda ein Männchen derselben Art aufgefallen.
Und was hat es getan? Den Hinterleib in den Wind gehalten (Bilder 04 und 05), nach einer Weile an einem Faden gezogen, um dessen Halt zu prüfen (Bild 06) – und losgehangelt: am Tisch vorbei (Bild 07) und hinauf in die Glyzinie an der Pergola (Bild 08). Die beiden letzten Bilder sind des Windes wegen leider unscharf, aber es hat mich doch etwas erstaunt: der Faden muss mindestens 3 Meter lang gewesen sein und hat sich gut 2 Meter höher oben derart verfangen, dass er gehalten hat.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lars Friman am 2012-05-20 00:02:43
Moin Roman,
ich denke auch, dass wir diesen Betreff aus Gründen der Nachvollziehbarkeit jetzt beenden werden.
Lars Friman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-05-20 08:26:28
Guten Morgen Lars, hallo Forenuser,

das wurde vor Kurzem schon ein mal vorgeschlagen und Roman hat es zum Glück nicht getan. Ich habe so gut ich eben noch kann darüber nachgedacht. Inzwischen habe ich dazu folgendeErkenntnis gewonnen .:

 Die vielen schönen teils, lustigen Geschichtchen und Fotoberichte von Roman sind sehr wiederfindenswert. Selbst wenn ich hier nach einem Thema blättern muß, weil mir das passende Wort für die Suchmaschine nicht einfällt, ist die Chance es wiederzufinden vorhanden. Einzelbeiträge sind nach einigen Wochen ohne das passende Suchwort auf nimmer Wiedersehen im Archiv verschwunden.

Roman schreibt ja hier nicht  Bestimmungsanfragen rein, sondern seine Erlebnisse mit Spinnen an seinem Standort und die sind für mich kostbar. Vielleicht geht das dritten ähnlich. Der Thread ist ein lesenswertes Erlebnisarchiv geworden und sollte es auch bleiben.

Der letzte Beitrag war für mich darüber hinaus sehr lehrreich, da ich bisher davon ausging, daß die angesprochene Methode der Fortbewegung ausschließlich Jungtieren zwecks Verbreitung dienen. Ja lach ruhig, das habe ich vor 50 Jahren als Halbwissen verbreitet. Damals konnte man es sich nicht leisten so etwas zu studieren. Da stand am Anfang des Wirtschaftswunders bei der Berufswahl noch der Broterwerb im Vordergrund.

Ich hoffe, daß sich  noch Mitstreiter finden, die meinen Wunsch, Romans Aufzeichnungen in genau dieser Form zu erhalten, unterstützen.


In diesem Sinne allen einen schönen Sonntag

Lothar


Das kann es doch nicht sein oder?

Zitat
Moin Roman,
ich denke auch, dass wir diesen Betreff aus Gründen der Nachvollziehbarkeit jetzt beenden werden.
Lars Friman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-05-20 11:38:01
Salü Roman,

vielen Dank für diese schöne Beobachtung.

Zitat
aber es hat mich doch etwas erstaunt: der Faden muss mindestens 3 Meter lang gewesen sein und hat sich gut 2 Meter höher oben derart verfangen, dass er gehalten hat.

Hier bietet es sich an, daß man mal untersucht, ob am Anfang des Fadens eine Beleimung zu finden ist ? Das würde das "so verfangen" etwas plausibler machen. Und warum auch nicht, wenn andere Spinnen ein Stück Seide mit einem Leimkügelchen am Ende schwingen um Beutte zu machen, wäre das für obigen Zweck doch nur recht und billig,oder?

Einen schönen Sonntag

Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-05-20 16:56:53
Hui, wie man in der Statistik sieht ist dieses Thema das meist beantwortetste und wurde auch am meisten aufgerufen.

Ich hab noch gar nicht alles gesehen davon.

Grüße,
Dennis
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Tobias am 2012-05-20 17:02:36
Wieso sollte man diesen Thread beenden wollen? Stört das hier irgendjemand oder spielen hier andere Motive eine Rolle? Ich finde ihn hochinteressant, allein schon aus Gründen der Dokumentation synanthroper Arten.

Tobias 
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lars Friman am 2012-05-20 17:08:06
Moin Tobias,
eigentlich könnte man die ganzen Berichte als Einzel-Berichten aufschreiben. Keiner verliert etwas dadurch,
nur sind die Berichte später einfacher zu finden. Oder meinst Du nicht?
Lars Friman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-05-20 17:20:10
Hallo

Könnte man nicht auch ein neues Board daraus machen, wie etwa ,,Beobachtungen synanthroper Arten"
Wo es dann speziell um Spinnentiere im und am Haus geht.

Grüße,
Dennis
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lars Friman am 2012-05-20 17:26:53
Moin Dennis,
das ist eine gute Idee.
Lars Friman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: sylvia #1 am 2012-05-20 19:42:58
Hallo zusammen
Auch ich möchte auf gar keinen Fall die wunderbaren Berichte von Roman missen. Das ist aber auch nicht das, was Lars meinte.

Selbst wenn man ein neues Board - wie von Dennis vorgeschlagen - aufmachen sollte (wobei ich hier zu bedenken gebe, dass Leute, die wie ich mitten in der Natur wohnten und nun noch mehr wohnen reichlich Arten in den Gärten finden die man wohl nicht unbedingt unter synanthrop einordnen dürfte), so stellt sich mir dieselbe Frage wie Lars.

Ich fände es besser diese Rubrik Begegnungen zu teilen, um das, was man sucht besser wieder zu finden.
Das könnte Roman z.B. entweder zeitlich machen "Begegnungen von ---bis" oder wenn es um besondere oder sehr eindrucksvolle (wie meist bei ihm) Art- Aufnahmen geht unter :"Begegnungen mit Misumena vatia".
Diese wunderbaren Geschichten und Storys in so einer Endlosschleife aufzufinden ist nicht einfach sofern man sich daran nicht erinnert.

Wenn es - mit Artangabe - getrennt würde kann man das viel leichter über Stichpunkteingabe wieder finden...
Das ist meine Meinung dazu.


Salü Roman
Deine Beobachtungen und Bilder zu Misumena vatia sind fantastisch, Danke fürs Teilen! Ich hatte mal ein an meterlangen Fäden aufgehängtes Radnetz im Kiefernwald bewundert ...
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-05-20 22:47:16
Ja was sagt man dazu ?

Dann reißt mal eure Bücher in Stücke und bewahrt die Kapitel einzeln auf. Sylvia und alle die es interessiert. Wenn ihr mal reinschaut, so ist das ja chronologisch übers Jahr verteilt und man kann schnell schauen was war im Winter 2011. Lediglich ein wenig blättern. Und ich mag es da drinn zu schmökern- Ich hätte arge Schwierigkeiten das wiederzufinden, wenn man es in Stücke reißt.

Wenn da moderatorspezifische Gründe vorlägen wie haufenweise Spamposts oder ähnliches könnte ich das halbwegs verstehen. Aber es gibt wirklich keinen plausiblen Grund, dieses schöne Werk auseinanderzureißen. Es ist schon schade, daß wir es derzeit mit dieser tollen Diskussion anreichern. Aber das kann ja korrigiert werden.

@ Liebe Sylvia,

du enttäuscht mich ein bischen.

Zitat
Diese wunderbaren Geschichten und Storys in so einer Endlosschleife aufzufinden ist nicht einfach sofern man sich daran nicht erinnert.

Wenn du dich schon nicht erinnerst,kannst du immerhin hier blättern. Wenn das nicht mehr möglich ist, wird es nur verkompliziert. Soll ich vielleicht alle Beiträge von Roman auflisten und in die Suchmaschine eingeben: "ICH ERINNERE MICH NICHT"

Nein dein Argument ist unlogisch und du tust gut daran, meine kleine Initiative zu unterstützen. Denke bitte noch ein mal nach. Das einzige was zählen würde, wäre ein Inhaltsverzeichnis oder ein Kalendarium anstatt der Seitenzahlen. Und letztendlich wie von mir schon vorgeschlagen ein markanterer Titel des Threads um ihn für dritte atraktiver zu machen. Selbst ein e-book ist am Stück und nicht in Stückchen. Es gibt bei Büchern noch die Möglichkeit von Bänden.Aber selbst wenn man das immer mal wieder neu beginnt weiß man auch nicht in welchem Band habe ich das gelesen.

Eine weitere Variante wäre, daß Roman ein web daraus macht mit Inhaltsverzeichnis und Kalendarium und es dort fortsetzt.

Gemäß obiger Argumentation  führt der weiter oben gemachte Vorschlag auch nur ins Nirvana.:

Zitat
eigentlich könnte man die ganzen Berichte als Einzel-Berichten aufschreiben. Keiner verliert etwas dadurch,
nur sind die Berichte später einfacher zu finden. Oder meinst Du nicht?
Lars Friman

Wie soll ich die denn finden ?

Wenn es um den Platz auf dem Server geht, dann verbucht meine Spende am Jahresende bitte auf Romans thread.

Hat den außer mir schon mal jemand Seite 15 und früher aufgerufen und einfach mal mit Freude gelesen und geblättert ? Man könnte Zweifel bekommen.

So genug gelärmt; einen schönen Abend

Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: sylvia #1 am 2012-05-20 22:58:46
Hey Hey Lothar
Was meinst Du wie oft ich das "Blättern und Schmökern" schon selber in diesem Thread von Roman gemacht habe und immer mal hatte ich denselben Gedanken, den ich jetzt auch - wieder - geäußert habe. Was ist denn daran so schrecklich ? Du kriegst es unter "Begegnungen " und, wenn Du diese jeweilige Rubrik auch mit Artnamen versiehst bekommst Du gleich das, was Du gerade mal wieder suchst...Aber : insgesamt bin ich was die Form angeht hier zumindest leidenschaftslos, es kann meinetwegen auch bleiben wie es ist. Hätte es mich ständig und generell gestört hätte ich meine bedenken schon früher deutlicher artikuliert. Es tut mir leid, wenn Dich das emotional so berührt, das wollte ich nun wahrlich nicht. Aber Du kennst ja den Artikel 1 der mecklenbur- Vorpommerschen Landesverfassung ?!
;-))))
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-05-21 19:06:34
Hallo

Besser wäre es schon, wenn man das ganze zusammenlässt. Das sieht man gerade bei den Zeckeneiern, die hätten gut zu den Zecken dieses Threads gepasst, auf Seite 18.
Sonst werden auch die Themen auseinandergerissen und dann ist alles durcheinander. Ordentlich ist es doch am Schönsten.

Grüße,
Dennis
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 5. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-05-21 20:03:36
Ja Dennis,

du sprichst mir aus der Seele ! Für mich ist das wie ein schönes Buch zum schmökern. Ich wollte das mit dem Zeckenkaviar nur nicht noch einmal extra auf die Hörner nehmen. Lard wird mir ohnehin schön zürnen.

Sommerliche Grüße vom Alpenrand

Lothar
Titel: Begegnung von Herrn und Frau Sitticus terebratus, 27. 5. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-05-28 00:00:10
Salü zäma,

Da habe ich ja für Diskussionen gesorgt ...

An der Ostwand unseres Hauses sind in letzter Zeit wieder Sitticus terebratus unterwegs. Heute ist mir an einem Blumenkistenuntersatz eine aufgefallen, die, anstatt normal zu laufen, sich auf dem erhöhten Rand in "Seitensprüngen" vorwärtsbewegt hat: ein Sprung nach links, einer nach rechts, wieder nach links und so weiter. So hat er – wie es sich herausgestellt hat – sich langsam auf ein zweites Tier zubewegt, ein Weibchen, das auf der Ecke des Untersatzes gewartet hat (Bild 01, er unscharf, unten).
Als er sie erreicht hat, hat man sich zunächst "ein Weile in die Augen geschaut" (oder was auch immer, jedenfalls sind die Tiere Kopf an Kopf voreinander gestanden, er mit erhobenen Vorderbeinen (Bild 02, 03). Dann ist er auf sie geklettert, hat dabei mit dem hintersten Beinpaar unablässig auf sie eingetrommelt. irgendwann hat sie sich mit ihm auf dem Rücken um 180 Grad gedreht, und man ist zur Sache gekommen (Bild 05), wobei er weiter auf sie eintrommelt hat. Schliesslich hat er sich munter von dannen getrollt, über den Untersatz (Bild 06, 07), das Fensterbrett, einen Blumentopf (Bild 08) und schliesslich die Hauswand hinunter, während sie sich in die Spalte zwischen Fensterstock und Hauswand verzogen hat.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–27. 5. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-05-28 11:28:10
Hallo Roman

Das ist ja eine schöne Beobachtung, mit diesem Eintrommeln auf das Weibchen. Ein feuriger Liebhaber.

Ich finde, Springspinnen sind ziemlich neugierig, was wohl daran liegt, dass sie richtig den Kopf bewegen. Die schauen da beweglichen Sachen hinterher, wie Finger oder Kamera.
In einem Kölner Garten hatte ich mal eine Marpissa, die sehr an meiner Hand interessiert war. Die hat immer meinen Zeigefinger hinterhergeschaut, und dann hat sie einen Sprung auf die Hand gewagt.
Die Zebra-Springspinnen bei uns zuhause gucken auch darauf, aber die nehmen eher Abstand und flüchten lieber.

Grüße,
Dennis
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–27. 5. 2012
Beitrag von: sylvia #1 am 2012-05-28 21:05:55
Salü Roman
Das sind ja echt schöne Bilder und eine tolle Beobachtung dieses Rituals!
Danke!!
LG
Sylvia
Titel: Böses Ende einer Seilschaft, 2010–2. 6. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-06-02 22:42:30
Salü Sylvia,

Aber nicht immer gestaltet sich das Spinnenleben so nett. Überall im Garten sind jetzt wieder Seilschaften junger Araneus diadematus unterwegs, und eine hat defintiv einen falschen Weg gewählt: Endstation im Trichterspinnennetz.
Dass die Agelena labyrinthica fast alles, was ihnen ins Netz läuft, totbeissen oder das zumindest versuchen, ist mir schon einige Male aufgefallen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–2. 6. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-06-02 22:59:15
Salü Roman,

in dem Fall seit mer: Zum falsche Zitpunkt am falsche Platz ksi, odder ?

Sorry ich weiß, daß mein Schwitzerdütsch hinkt.

Ein schönes Wochenende zu euch

Lothar
Titel: Nigma und die Invasion der Blattläuse, 10. 6. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-06-10 23:01:07
Salü Lothar,

Etwa so, ja. Wobei es je nach Gegend grosse Unterschiede gibt. Das mit dem "oder?" hast Du aber schön getroffen.

Salü alle anderen, auch!

Anbei ein paar Blattläuse am richtigen Ort! Bei der Nigma bin ich mir immer noch nicht sicher: puella oder flavescens, vermutlich Letzteres.

Herzlich, Roman
Titel: Die Läusegarde mit dem Kreuz, 16. 6. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-06-17 22:21:57
Ein probates Mittel gegen Läuse: Kreuzspinnenbabys. Zzt. erhalten sie bei uns gerade ihre Kreuzzeichnung (Bild 01).

Herzlich, Roman

(Und was tut man, um das Haus insektenfrei zu halten? Man hat eine Wachspinne vor der Haustür [Bild 02].)
Titel: Parasteatoda tepidariorum und P. lunata, 29. 7. 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-08-01 23:25:26
Salü zäma,

Endlich hatte ich wieder mal etwas Zeit, um mit dem Fotoapparat ums Haus zu gehen ... Zwar habe ich noch nie eine Parasteatoda tepidariorum beim Eierlegen erwischt, aber dieses Exemplar war gerade dabei, einen Kokon zu fabrizieren (Bild 01, 02).
An der gegenüberliegenden Wand des Zugangs zum Keller haust eine Parasteatoda lunata, «Miss Bond» mit Hangglider sozusagen. Einige Jungtiere sind schon geschlüpft (Bild 03).
Und schliesslich ein Porträt unserer diesjährigen Kellergang-Araneus-diadematus (Bild 04, mit Wuschelfrisur). Ich habe mich schon gefragt, ob die Spinnen Netzansätze oder sonst eine Botschaft ihrer Vorgängerinnen vorfinden oder ob gewisse Plätze den Spinnen einfach besonders geeignet erscheinen, wobei einen die Innenseite eines Kellerfensters oder eine Bastelraumecke neben einem Fenster als Habitat für Gartenkreuzspinnen doch leicht erstaunt.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–29. 7. 2012
Beitrag von: sylvia #1 am 2012-08-02 00:03:04
Salü Roman
Wie immer schöne Bilder! Danke fürs Teilen dieser Augenblicke!
Aber sag mal "Wuschelfrisur" ist das nicht, das sind doch die Pedipalpen ;-)))) Aber echt hübsch anzuschaun!
LG
Sylvia
Titel: Kreuzspinne und Feldwespe
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-09-23 23:10:24
Salü zäma,

Hm, Sylvia, ich habe schon die Haare auf dem Kopf gemeint. :-)

Aber zur Feldwespe. Am 19. Juli ist mir das Bild, das unsere "Waschküchenfensterwächterin Ost" geboten hat, irgendwie seltsam vorgekommen (Abb. 01). Die Spinne hat unschlüssig dort gehangen, zusammen mit einer Feldwespe und einem Klumpen Gespinst (02). Die Wespe hat hin und wieder versucht, die Spinne mit dem Stachel zu erreichen. Normalerweise würde die Spinne die Wespe einwickeln wie eine Mumie. Was also? Näher ran, ohne das Netz, das die oberen zwei Drittel des Doppelfensters abdeckt, zu beschädigen (04). Und ein Blick von innen durch die Fensterscheibe (05; die Spinne gehört übrigens zu unserem "Stamm der Kreuzlosen" von der Ostseite des Hauses; der fehlende Querbalken scheint sich weiterzuvererben). Nun ahnt man es; und die Spinne hat langsam genug, will die Beute aufgeben (06), was allerdings nicht so einfach ist: die Feldwespe beisst weiterhin fest zu (07). (Fortsetzung folgt)
Titel: Kreuzspinne und Feldwespe (Fortsetzung)
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-09-23 23:17:38
Und sie lässt so lange nicht los, bis sie sich fast völlig von den Spinnfäden befreit hat (08, 09). Plötzlich ist die Wespe weg, der Spinne bleiben zwei Klumpen Gespinst (10). Noch etwas zerknittert ruht die Lehmwespe (?) auf dem Fensterbrett (11, 12), während die Spinne sich in ihre Ecke zurückgezogen hat (12). Wenig später ist die Wespe dann weggeflogen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 9. 2012
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2012-09-24 00:41:35
Salue Roman,

am besten gefällt mir die P.lunata. Die habe ich noch nie zuvor gesehen. Es macht immer wieder Freude in diesen tread zu schauen.

Liebe Grüße

Lothar
Titel: Weihnachtsspinnen 2012
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2012-12-25 16:31:01
Salü zäma,

Den Weihnachtsmann habe ich zwar nicht gefunden bei den heutigen 13 Grad am Schatten, dafür am Sauerkirschenbaum an einer vertrockneten Kirsche eine junge Philodromus dispar (Bild 01), und im Kellergang hält es immer noch eine Kreuzspinne aus (Bild 02). Draussen habe ich die letzte Kreuzspinne am 1. Dezember gesehen, aber inzwischen ist es doch ziemlich frostig gewesen. (Und auch schoin unterwegs: die Weihnachtsnacktschnecke [Bild 03]).

Allen eine frohe Weihnacht wünschend,
Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2012
Beitrag von: Dennis Rupprecht am 2012-12-25 17:21:29
Hallo Roman

Bei uns hing am 23.Dezember eine junge Kreuzspinne außen an der Hauswand.
Es ist ja recht frühlingsartig bei uns.

Grüße,
Dennis
Titel: Zilla diodia an Schwarzerle am 1. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-01 17:46:24
Salü zäma, salü Dennis

Das Wetter macht ja wirklich Kapriolen! Die 6–7 Grad Wärme haben mich auf die Idee gebracht, zu sehen, ob auch am heutigen 1. Januar die eine oder andere Spinne draussen unterwegs ist. Die Hauswand habe ich mal beiseite gelassen. An einer Schwarzerle sind mir auf Augenhöhe dann ein paar Spinnenfäden aufgefallen und plötzlich habe ich den Winzling entdeckt: klein, "schwarz" mit einem "weissen Rand" vorn am Hinterleib! Endlich etwas Neues? Leider nein, die Lupe und das Makroobjektiv haben ziemlich rasch ergeben, dass da ein subadultes Zilla diodia-Männchen unterwegs war, etwa 1,5 mm lang und eher mager.

Allen hier alles Gute zum Neuen Jahr wünschend, vor allem Gesundheit und Zufriedenheit,

Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 1. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-01-01 21:19:42
Salü Roman,

dir auch alles Gute zum Jahreswechsel und ein herzliches Vergelts Gott für dein schönes "Bilderbuch"
Auf daß 2013 ein "gut Jahr " werde !

Gruß Lothar
Titel: Linyphia triangularis, draussen am 2. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-02 17:53:48
Salü zäma, salü Lothar,

Heute habe ich an einem Kellerfenster wieder einmal eine erwachsene Spinne gefunden, die ihre Zeit deutlich überlebt hat: ein Linyphia triangularis-Weibchen. Der äusserst kleine Hinterleib deutet zwar auf wenige Reserven hin, aber das Tier war munter (Bild 01 und 02).

Die kleine Steatoda bipunctata (etwa 4 mm lang) auf den Bildern 03–05 ist an sich nichts Besonderes für unseren Keller, aber derart frei in "Tarnstarre" hängend erwischt man sie wohl selten.

Herzlich, Roman
Titel: junge Misumena vatia, am 4. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-04 22:57:41
Salü zäma,

Nachdem mir schon ein paar erwachsene Tiere dieser hübschen Art vor die Kameralinse geraten sind, hat mich gestern um Mitternacht im Keller dieses Circa-3-mm-Jungtier von der Spitze eines Oleanderblatts aus beäugt – jedenfalls habe ich seinen Blick bemerkt …

Herzlich, Roman
Titel: Metellina mengei, männlich, subadult, adult, 2. und 13. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-13 17:43:06
Salü zäma,

Nachdem ich im November am Fenster der Kellertür eine junge Metellina-mengei entdeckt hatte, hat es mich Wunder genommen, wie die sich entwickelt. Nachdem klar geworden war, dass es ein Männchen würde, habe ich mich gefragt, wann die typischen Beinstacheln sichtbar würden.
Wie die Fotos vom subadulten Tier vom 2. 1. (Bilder 01, 02) und von heute (Bilder 03, 04) zeigen, kennzeichnen sie erst das reife Männchen.

Herzlich, Roman
Titel: Ero tuberculata am Feuerlöscher im Keller, 21. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-21 22:57:59
Salü zäma,

Eigentlich habe ich vor allem nach dem frühreifen M. mengei-Mann im Keller sehen wollen, ihn auch gefunden, und in seiner nächsten Nähe eine vollschlanke Steatoda bipunctata-Dame. Diese Nachbarschaft ist mir doch etwas gefährlich vorgekommen, und so habe ich den "Mengerich" mittels eines dürren Blattstängels auf einen unserer Olivenbäume verfrachtet (Bild 06).
Dabei ist mir am Feuerlöscher eine prächtige Ero-tuberculata-Dame aufgefallen. Anbei ein paar Bilder (01–05).
Schliesslich hat sie auch ein paar ihrer Masse preisgegeben, und weiss ich nun wohl, wie man auf die Grösse von bis zu 4 mm KL kommt: nicht über den "Rücken" gemessen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–13. 1. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-01-22 11:53:07
Salü Roman,

nennt man das dann "messtechnische Klimmzüge" was das Spinnlein da bestreitet, grins.

Komm mir gut über den Winter !

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–13. 1. 2013
Beitrag von: sylvia #1 am 2013-01-22 23:10:56
Salü Roman
Das sind ja wirklich schöne Begegnungen! Um die Ero beneide ich dich richtig, so eine bezaubernde Dame ;-)
Ich fotografier gerade meine letzte Entdeckung hier...auch klein und hübsch...muß jetzt bloß schlafen gehen, kommt morgen ins Forum mit Fotos...
Draußen ist hier momentan gar nichts an Spinnen zu sehen, wir sind dick eingeschneit.
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–13. 1. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-01-23 22:14:51
Salü Sylvia, salü Lothar,

@ Sylvia: Du findest ja viel mehr und verschiedenere Spinnen als ich! Die Theridion ist auch hübsch! Die E. tuberculata sind allerdings viel schöner als die E. aphana, die Letzteren hier im Keller jedoch häufiger.
Der kleine "Mengerich" stammt wohl aus dem Tobel und ist als blinder Passagier von dort mitgekommen und jetzt im Keller zu früh gross geworden. Im Garten haben wir nur die M. segmentata. Hier hat es zwar kaum noch Schnee, aber es ist eisig!

@ Lothar: Hab herzlichen Dank für den guten Wunsch! Dir wünsche ich dasselbe. Die "Klimmzüge" zeigen sehr schön, wie die Ero sich bewegen. Und meist tun sie es im Zeitlupentempo, ausser sie stürzen sich auf eine Beute.

Herzlich, Roman
Titel: Begegnung mit Scotophaeus auf der Treppe …
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-07-07 18:22:06
Salü zäma,

… im ersten Stock. Nachdem ich Scotophaen bislang nur im Keller gefunden habe, ist mir dieses Tier gestern im ersten Stock des Hauses begegnet – sich wacker durch Staub und Katzenhaare kämpfend. (Man merke: Im spinnengerechten Haus lässt man die Finger vom Staubsauger.) Mir scheint, dass eh immer mehr "Draussenspinnen" den Weg ins Haus finden, sei es, dass dieses verwildert, sei es dass die Spinnen den ständigen Regen und mehrfachen Hagelschlag nicht lieben. Neben den üblichen Marpissa muscosa – die lieben unseren Küchentisch und die Aquarien – und den nächtlichen Liocranum rupicola tummelten sich schon Pardosa amentata und Xysticen in der Stube ...
Anbei also der Scotophäus mit dem grauweissen Hinterleib.

Herzlich Roman
(Kann leider die Qualität der Fotos zzt. nur schwer beurteilen, das Fokussieren muss ich dem Apparat überlassen.)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–6. 7. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-07-07 19:53:40
Salü Roman,

wotch du säge du hesch probleme mit die Auge ? Dann wünsch ich dir ganz schnell guti Besserig !

Ja ich habe mich schon etwas gewundert, wo der Roman bleibt. Schön dich zusammen mit deinen Scotophäus hier zu lesen.

Liebe Grüße

Lothar
Titel: Draussen und drinnen, 13. 7. 13
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-07-13 23:21:31
Salü Lothar, salü zäma,

Dieses Jahr sind bei uns nicht nur die Frücjhte des Gartens fast einen Monat später dran als in den letzten Jahren, sondern auch die Spinnen: anstatt die Haube mit der Jungmannschaft zu bewachen, spaziert eine Pisaura-mirabilis-Mama noch mit einem Kokon herum (Bilder 04 und 05), und die jungen Allagelena gracilens müssen mit ihren gut 2 mm Körperlänge nocht tüchtig wachsen (Bild 03). Die Gartenkreuzspinnen sind alle noch "halbe Portionen". Und andere bleiben gleich in der Stube: Marpissa muscosa auf einem Aquarium (Bilder 01 und 02).

@ Lothar: Mein "Nahauge" sieht recht gut, aber das "Fernauge": die Umwelt sieht je nach Lichtverhältnissen gespenstisch aus. Zum Glück weiss ich, wo die mir bekannten Spinnen hausen, aber neue Arten finde ich so kaum.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–6. 7. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-07-14 16:21:25
Salü Roman,

danke für die schönen Aufnahmen ! Hier merkt man das "später drann" auch. Die Kirschen werden erst jetzt reif. Dann hüte deine Kinderstuben gut und berichte bald mal vom Nachwuchs.

Schönen Sonntag wünscht

Lothar
Titel: Wer stört denn da? Marpissa muscosa, 14. 7. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-07-14 19:57:27
Salü Lothar,

Nachwuchs ... Da müsste ich mal am Kompostdeckel suchen, die Kleinen Zitterspinnen sollten eigentlich so weit sein.
Heute habe ich an einem vertrockneten Efeublatt ein Wohngespinnst entdeckt, und es ist nicht lange gegangen, bis die Wohnungsbesitzerin nachgeschaut hat, was da für ein Getümmel ums Haus ist.

Herzlich, Roman



Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–6. 7. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-07-14 20:26:31
Salü Roman,

ja die M.muscosa ist schon fast ein schönes Kuscheltier. Merci fürs zeige !

Schönen Abend zu dir rüber.

Lothar
Titel: Pholcus opilionides mit Eiern, 15. 7. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-07-15 21:46:32
Salü Lothar, salü zäma,

Zwar noch keine Jungtiere – auch die Kleinen Zitterspinnen sind spät dran dieses Jahr – aber ein Weibchen mit Eiern an unserem Kompostdeckel.

Herzlich, Roman
Titel: 2013-07-21: Pholcus-opilionoides-Mama ...
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-07-21 15:01:04
.. zeigt  Bauch.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 7. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-07-21 17:41:06
Salue Roman,

ist das vielleicht ein Ablenkungsmanöver vom Gelege ? Andersherum gefragt: hat die Dame sich bei deinem Besuch so verhalten, oder macht sie das dauernd ? Eindrucksvolle Bilder, danke !

Gruß Lothar
Titel: Araniella-Spiderling, 22. 9. 2013
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2013-09-22 21:42:30
Salü zäma,

Heute habe ich zufällig eine 2 mm grosse Araniella an den Feuerbohnen entdeckt. Ob die Tiere zweijährig sind?

@ Lothar: Normalerweise hängen auch die Kleinen Zitterspinnen "Bauch zur Wand oder Decke", diese Turnerei war wohl Zufall.

Herzlich, Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–22. 9. 2013
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2013-09-22 22:40:12
Salü Roman,

nachdem ich den thread gerade mal bis Weihnachten und zurück gescrollt habe, muß ich dir einfach sagen da kommt Freude auf und daher wieder mal ein herzliches VERGELTSGOTT fürs zeigen !

Lothar
Titel: Spinnen am Kompost vom 1. 1. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-01-01 19:04:31
Salü Lothar, salü zäma,

Zunächst allen alles Gute zum Neuen Jahr.

Da hier heute wie schon seit Tagen sonniges "Gartenwetter" geherrscht hat – der Boden ist zwar gefroren, die Tageshöchsttemperaturen erreichen aber 5–10 Grad am Schatten –, habe ich mal den Kompost etwas auf Vordermann gebracht.
Und was für Spinnen findet man an dessen Dach am 1. Januar? Selbstverständlich Gewächshausspinnen. Die hausen zwar 365 Tage im Jahr bei jedem Wetter draussen an den Fensterleibungen und an anderen nicht allzu exponierten Winkeln der Hauswände, interessant an dem vorgestellten Exemplar ist (Parasteatoda tepidariorum, Abb. 01), dass es sich so "gebettet" wie die Kleinen Zitterspinnen (Pholcus opilionoides, Abb. 02, 03): in einem Kreis aus Spinnfäden. Letztere sind wie die Gewächshausspinnen einigermassen munter gewesen, z. T. auch regungslos. Ebenfalls am Kompostdeckel: eine etwas abgemagerte Metellina segmentata. Am witzigsten finde ich die junge Araneus diadematus, die sich auf einem grossen "Fresspaket" zur Winterruhe gesetzt hat. (Abb. 05)
Die vielen Kokons der Eros hätte ich wohl an Weihnachten bringen sollen.

Herzlich, Roman
Titel: Wer zerrt denn da? Begegnung vom 13. 4. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-12 22:34:53
Salü zäma,

... in unserer Stube an der Fensterfront hinter Blumentöpfen, fotografiert von aussen durchs Fenster. Man beachte den Fuss links im Bild.

Herzlich, Roman
Titel: Linyphia triangularis, 18. 4. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-18 15:57:14
Salü zäma,

Gestern Abend in der Stube an einem Tetsukabuto-Setzling entdeckt: einen Spiderling der Spinne des Jahres (Körperlänge gut 1 mm).

Herzlich, Roman
Titel: Linyphia triangularis II, 18. 4. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-18 22:21:42
Salü zäma,

Heute werkelt ein zweiter, sogar noch etwas kleinerer Linyphia-triangularis-Spiderling an den Kürbissetzlingen herum. Die Blätter bilden ja auch ein stabiles Regendach.

Herzlich, Roman
Titel: Osterstau 2014 umgehen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-20 23:57:28
Salü zäma,

Gewusst wie: Faden mit dem Wind fliegen lassen, bis er sich irgendwo verfängt, prüfen ob er hält, und ab auf den Faden, wie es hier eine junge Tetragnatha und ein Musumena-vatia-Mann vormachen. (Er tut auf Bild 03 nicht, was man denken könnte!) So ist man im Nu ein paar Meter weiter, selbst höher.

Herzlich, Roman
Titel: Neriene-montana-Damen vom Ostermontag, 21. 4. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-21 20:07:43
Salü zäma,

Heute waren beim Kompost gleich zwei Neriena montana in ihren Netzen, wo sie sich eher selten aufhalten. Anbei ein paar Fotos der beiden Hübschen: die Bilder 01–03 zeigen die grössere, die sozusagen mit ein paar Textrix-denticulata-Damen zusammenlebt, die Bilder 04–07 die kleinere.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–20. 4. 2014
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2014-04-25 20:19:21
Salü Roman,

wow tut das gut, mal wieder durch deinen thread zu lesen. Ich bin durch irgendeine kleine Änderung im administrativen Bereich nicht mehr ins Forum gekommen und habe Sylvia vorhin schon geschrieben, daß natürlich auch meine Dämlichkeit mit schuld ist.

Ich wurde mit dem vollen Namen begrüßt und sobald ich etwas anklickte als Gast behandelt der sich bitte registrieren möge.
Nun habe ich mich einfach neu angemeldet und das läuft wieder. Da ist wohl eine Änderung bei den Coockies oder so etwas mit schuld gewesen.
Dann erst mal alles Gute zu dir hinüber und mach weiter so.

Lothar
Titel: Männertag – und eine "kniende" Pisaura mirabilis, 28. 4. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-04-27 12:42:28
Salü Lothar, salü zäma,

Gut, haben sich die Tücken der IT als nicht unüberwindbar erwiesen! Ich habe einfach lange Zeit nichts besonders Interessantes bzw. Neues im Garten gefunden.
Gestern habe ich ein Exemplar recht bunter Wolfspinnen-Männchen, die hier herumwuseln, zum Bestimmen-(lassen) einfangen wollen, bin aber, wie es so geht, nicht fündig geworden. Aufgetaucht ist alles andere. Schon bei Aufstehen ist mir im zweiten Stock ein Herr Philodromus dispar am Türgericht ins Auge gestochen (Bild 01), am Scheitstock dann ein Ozyptila praticola-Kerl (02). An der Granitmauer der Nachbarn ist ein winziger Roter davongerast: Nigma flacescens bzw. N. puella (03). Den hätte ich liebend gern erwischt, ist leider missgelungen. Und dann sind mir in unserer griechischen Distel ein paar Pisaura mirabilis aufgefallen, darunter "mein" erster Jüngling überhaupt. Gewundert habe ich mich über die Stellung seiner vordersten Beine (04, der Distel wegen kein besseres Bild).

Herzlich, Roman
Titel: 2 Mal Clubiona terrestris, 7. 5. und 9. 5. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-05-09 22:08:51
Salü zäma,

Mausgrau hinten und ziemlich kahl auf dem Vorderkörper die eine (Abb. 01–03); mit Haaren auf dem Prosoma, dafür relativ kahl und rötlich am Hinterleib die andere (Abb. 04–05), wobei diese im Badezimmer aufgetaucht ist, zum Fotografieren aber auf dem Balkon freigelassen.
Die erste ist knapp 9 mm lang, die zweite knapp 8 mm.

Herzlich, Roman

(Bei einer dritten auf dem Stubenboden ist die Katze schneller gewesen: sie hat Spinnen zum Fressen gern ...)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–9. 5. 2014
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2014-05-09 23:08:17
Salü Roman.

Da hast du ja schöne Tiere erwischt. Falls da jemals eine Exuvie von verfügbar wäre ? Na ja du weißt schon, das Portrait der Hauerchen verlockt zum Stacken.

Schönes Wochenende !

Lothar

Titel: Tischlein deck dich! 11. 5. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-05-11 19:12:54
Salü Lothar, salü zäma,

Oder: "Muttertagstisch (Bild 01); Klettergarten (02); Kindchenschema (03), also doch etwas für Mütter; Mädchen und Buben (man beachte die Bäuche der drei Tiere unten, Bild 04)? Getümmel (05, 06). Jedenfalls besetzt seit gestern eine Araneus diadematus-Kinderbande einen Teil unseres Balkontisches.

@ Lothar: Die Exuvie ist vermerkt, falls ich je mal eine finden sollte.
Gartenkreuzspinnenbabys wären aber auch ein Herausforderung. :-)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–11. 5. 2014
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2014-05-12 07:42:42
Salü Roman,

das ist ja eine tolle Ansammlung dein Kindergarten ! Ich sehe schon, ich sollte doch mal etwas an die frische Luft gehen und mal ein Model anwerben. Was du da Getümmel nennst; ist das bereits der Anfang von jeder frisst jeden ?

Danke fürs Zeigen !

Lothar
Titel: Salticus scenicus, der "Klippenspringer", 25. 5. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-05-25 22:49:18
Salü Lothar, salü zäma,

@ Lothar: In Sachen "allgemeines Fressen" der Gartenkreuzspinnenspiderlinge wird zwar geschrieben, das passiere nicht, allerdings habe ich auch schon gesehen, dass einer den anderen verputzt hat (siehe hier weiter oben unter dem 21. 5. 2010).

Heute ist mir ein Salticus scenicus-Mann begegnet, hier vorgestellt beim "waaghalsigen" Sprung vom Kürbisblatt auf den Gartentisch, genau genommen vorher und nachher. Eine Springspinne im Flug abzulichten ist mir noch nie gelungen.

Herzlich, Roman
Titel: "Alternative" unter den Spinnen, 7. 6. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-06-08 00:41:38
Salü zäma,

Heute sind mir im Garten gleich ein paar Spinnen-Kuriosa untergekommen, wobei die Gartenkreuzspinne am Kompostdeckel, die es für unnötig findet, ein Netz zu bauen (Bild 01), schon lange dort ist: sie hat da schon überwintert. Aber wenn einem das Essen auch so zufliegt ...
Bis heute ebenfalls noch nie gesehen: eine Labyrinthspinne, die Baldachinspinne spielt. Keine Ahnung, was den Jüngling dazu veranlasst hat, sich kopfüber unter das Netz zu hängen (Bilder 02, 03).
Und dann in der jungen Eiche: eine junge Enoploghnata 0vata/latimana, die sich im Netz einer ebenfalls noch jungen Linyphia triangularis häuslich eingerichtet hat. Die beiden scheinen da recht erfolgreich Exemplare einer kleinen, pummeligen Ameisenart zu erbeuten (Bild 04, nicht besonders gut, die unzugänglich, aber man sieht die Tiere).

Herzlich, Roman

Titel: Die Spinne des Jahres, Linyphia triangularis an Pfingsten, 8. 6. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-06-08 09:04:33
Salü zäma,

Hier sind die Linyphia triangularis nun gut 3 mm gross, die schwarze Zeichnung auf den Hinterleib wird deutlicher, das Gäbelchen auf dem Prosoma ist da.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–8. 6. 2014
Beitrag von: Cornelia Müller am 2014-06-08 14:24:48
Roman dein Agelena Jüngling ist einfach hinreißend!
(gackergacker)

LG,
Cornelia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–8. 6. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-07-23 22:19:50
Salü Cornelia,

Der Labyrinthspinnenjüngling sah auch von oben ganz ansprechend aus.

Herzlich, Roman
Titel: Araniella opisthographa im Netz, 22. 6. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-07-23 22:48:37
Salü zäma,

Nachdem ich solche Spinnen im Garten bislang nur habe herumwandern bzw. -klettern sehen, im Pflaumenbaum und im Sauerkirschenbaum z. B., ebenso an Blumen, hat Ende Juni ein Weibchen am Balkon ein Netz ins Geissblatt gebaut.

Herzlich, Roman
Titel: Enoplognatha mit Kokon, 23. 7. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-07-23 23:23:13
Salü zäma,

Heute bei der Brennnesselernte im Garten sind mir nicht nur viele Herbstspinnenspiderlinge begegnet, sondern ist mir auch ein zusammengeschnürtes Blatt aufgefallen: drinnen eine Enoplognatha ovata/latimana-Dame mitsamt einem Kokon.

Herzlich, Roman
Titel: Linyphia triangularis, 24. 7. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-07-24 23:03:48
Salü zäma,

Und wieder mal ein Bild unserer Spinne des Jahres vom Balkontisch. Es ist dieselbe wie oben am 8. 6. und diejenige vom 17. 4. oder vom 18. 4. Welche dieser beiden weiss ich nicht: die eine habe ich mit dem Kürbissetzling auf den Kompost verpflanzt, die andere auf die Topfpflanzen umquartiert, wo sie heute noch lebt.

Derzeit etwa 5 mm lang (Körperlänge).

Herzlich, Roman
Titel: Die Kerle in der Waschküche, 27. 7. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-07-27 01:18:51
Salü zäma,

Es geht nichts über Befestigungstechnik (Araneus diadematus-Männchen an einem unserer Waschküchenfenster, Abb. 01–03), einen verführerischen Blick (04) sowie eine heisse Frisur und Bestachelung (05), ausser man brilliert mit tänzerischer Leichtigkeit (Pholcus phalangioides-Männchen am Netz einer Eratigena atrica ).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–27. 7. 2014
Beitrag von: Gabriele Wolf am 2014-07-31 19:25:06
Hallo Roman,

ich habe mir jetzt über mehrere Tage verteilt alle Bilder angesehen und den Text gelesen. Ist ja toll was du alles findest. Vor allem über deine "Keller-Tiere" bin ich begeistert. Das spront mich an auch mal in meinem Keller nachzusehen :)

LG Gabriele
Titel: Ist die Hausfrau ausser Haus, ... 2. 8. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-08-02 23:05:27
... lebt die Spinn’ in Saus und Braus!

Salü zäma, salü Gabriela,

Auch auf dem Küchentisch lohnt es sich manchmal, genau hinzuschauen, wie Figura (ein wuscheliger Gartenkreuzspinnen-Spiderling samt Netz) zeigt.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Ist die Hausfrau ausser Haus, ... 2. 8. 2014
Beitrag von: Gabriele Wolf am 2014-08-04 17:02:19
Auch auf dem Küchentisch lohnt es sich manchmal, genau hinzuschauen, wie Figura (ein wuscheliger Gartenkreuzspinnen-Spiderling samt Netz) zeigt.

Hallo Roman,

das wird bei mir niemals geschehen. Meine beiden Katzen futtern alles was nicht schnell genug die Wände hochklettern kann. Eine Spinne auf dem Küchentisch hätte also keine lange Lebensdauer ;)

LG Gabriele
Titel: Linyphia triangularis, 20. 8. 2014 und 24. 8. 2014
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-09-23 22:04:05
Salü zäma,

Mehr von unserer Balkonspinne des Jahres oder Fortsetzung vom 24. 7.: am 20. 8. kurz vor der Reifehäutung, wie sich später herausstellte (Bild 01); am 24. 8. fiel zunächst einmal die Exuvie auf (Bild 02), dann fand sich die etwas verschupft wirkende Dame (Bild 03); mit der Zeit wagte sie sich dann doch mehrmals Richtung Netzmitte (Bild 03), kehrte aber immer wieder in ihren "Blumenunterstand" zurück; den Grund für das etwas seltsam anmutende Verhalten zeigt das Bild 04.

Herzlich, Roman
Titel: Für Spinnenphobiker zum Angewöhnen: Pulloverkrabbler
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2014-09-23 22:16:37
das wird bei mir niemals geschehen. Meine beiden Katzen futtern alles was nicht schnell genug die Wände hochklettern kann. Eine Spinne auf dem Küchentisch hätte also keine lange Lebensdauer ;)

Salü Gabriele,

Unsere Katze liebt Spinnen zwar auch, aber solche, die etwas hergeben: Grosse Winkelspinne, Gartenkreuzspinne, Trochosa, Clubiona, ... und: den Küchentisch inspiziert sie nur, wenn kein Mensch es sieht, vergisst allerdings jeweils, die Spuren zu verwischen.

Anbei noch etwas für Spinnenphobiker: Spiderman inspecting sweater.

Herzlich, Roman
Titel: Soinnen vom 1. Januar 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-01-01 12:41:39
Salü zäma,

Nachdem es hier nach Weihnachten doch noch Winter geworden ist und die ganze Gegend unter einer Schneedecke liegt, hat sich mein Neujahrsspinnenrundgang auf den Keller und die östliche Aussenwand des Kellers beschränkt. Draussen an einer Fensterleibug trotzen Eis und Kälte eine wohlgenährte Parasteatoda tepidariorum-Dame samt Kinderschar (Abb. 01, 02), im Kellergang hat wieder einmal eine junge Araneus diadematus ihr Quartier samt Netz aufgeschlagen, anstatt sich in die Winterruhe zu begeben (03). Und am Feuerlöscher tummelt sich ein Jungschar Pholcus phalangioides von je etwa 2 mm Körperlänge. In den im Kellergang eingestellten Pflanzen sieht man zwar frische Spinnfäden, die dazugehörigen Tiere habe ich aber noch nicht entdeckt.

Herzlich allen ein gutes Neues Jahr wünschend, Roman
Titel: Re: Spinnen vom 1. Januar 2015
Beitrag von: Jürgen Peters am 2015-01-01 23:11:19
Hallo Roman,

die seit Jahren hier immer häufiger werdenden Parasteatoda tepidariorum haben sich 2014 komischerweise fast völlig verabschiedet. Habe seit dem Frühjahr keine einzige mehr gesehen.

War heute Abend nur mal (ohne Kamera) zum Müll Rausbringen vor der Tür. Erste Gliederfüßer (außen am Wintergarten): einige Anyphaena accentuata sowie Zygiella x-notata, junge Nuctenea umbratica und ein paar Kellerasseln (Porcellio scaber).

Zuletzt mit der Kamera draußen war ich Heiligabend. Die Achtbeiner gibt es hier: http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=72374
Titel: Erste Achtbeiner 2015
Beitrag von: Jürgen Peters am 2015-01-03 00:32:47
Hallo nochmal,

hier nun meine ersten Achtbeiner des neuen Jahres, heute Nacht aus dem Garten. Neben den üblichen, die ich schon Heiligabend abgelichtet hatte, gab es auch zwei, drei Überraschungen.
http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=72485

Und ein Weberknecht:
http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=72486
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 1. 2015
Beitrag von: sylvia #1 am 2015-01-03 17:10:52
Hallo Jürgen
Schöne "Ausbeute"... aber warum hast Du bei der kleinen Araneus aus "drei- tropfig" nur "zwei tropfig" gemacht ;) ? Von einer Umbenennung habe zumindest ich nix mitbekommen ... also Araneus tri - guttatus sollte es wohl weiterhin heißen (statt bi- guttatus) aber vielleicht war das ja nur ein Neujahrssekt bedingter Tippfehler ;) Ich hatte hier leider bisher weniger Glück aber die Spinnen mögen halt auch nicht unbedingt Sturm (beim Keschern bis auf juvenile tetragnathas und Tibellus hier nix im Dünenland)... und weil ich Louanne hier habe kann ich auch nicht Rinde pulen oder in Ruhe das Haus absuchen gehen... das mache ich dann nächste Woche mal, wenn es nicht regnet und genieße bis dahin die Zeit mit Mann und Hündin, die ohnehin immer viel zu schnell vergeht.Auch für Dich noch ein schönes neues Jahr mit vielen interessanten und schönen Erlebnissen in der Natur!
LG
Sylvia
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 1. 2015
Beitrag von: Jürgen Peters am 2015-01-03 18:39:27
Hallo Sylvia,

warum hast Du bei der kleinen Araneus aus "drei- tropfig" nur "zwei tropfig" gemacht ;) ?
öhmm... Da sieht man, daß es zu lange her ist, daß ich die mal gefunden habe. Da hat sich schon der Name im Kopf verflüchtigt...  :-\

Zitat
juvenile tetragnathas und Tibellus hier nix im Dünenland)...

Erstere hängen hier ebenfalls in großer Zahl am Wintergarten oder im Gesträuch, letztere würde ich auch gerne mal finden...

Zitat
Auch für Dich noch ein schönes neues Jahr mit vielen interessanten und schönen Erlebnissen in der Natur!

Danke, das gebe ich gerne zurück!
Titel: Begegnung mit Zoropsis spinimana, 9. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-09 23:21:52
Salü zäma,

Nachdem der Kerl gestern Abend durch unsere Stube marschiert ist und ich mich hier im Forum der Bestimmung versichern habe können, hier ein paar Bilder: ein Prachtskerl (Bild 1 und 2), der beim Essen aber ziemlich sabbert (Bild 3: die schwarzen Spritzer auf dem Blatt; im Dunkeln mit Blitz aufgenommen, deshalb nicht ganz scharf gestellt).
Da ich ihn nicht hungern lassen will, hat er heute die Gesellschaft einer Schnake bekommen. Tagsüber hat er eine Abwehrhaltung eingenommen, wenn die ihm zu nahe gekommen ist; habe schon gedacht: die mag er nicht. Aber jetzt im Dunkeln? Schnake erlegt, zerlegt, und er am Fressen.

Dann habe ich noch die Schweizer Boulvardpresse abgesucht. Was man da alles findet:

– "Gierig auf Menschenblut" (20min, 2007). Das bezieht sich zwar auf die Tigermücke, aber das Bild 1 der beigelegten Diashow zeigt was?
 
– Und auf Blick.ch unter "5 Fakten zu Spinnen" unter Punkt 4:
"Der Newcomer der Spinnen in der Schweiz heisst Zoropsis spinimana. Diese Art ist nachtaktiv und bevorzugt Städte. Sie ist vor zehn Jahren aus dem Mittelmeerraum per Anhalter eingewandert. Vermutlich mit Lastwagen, da die Verbreitung entlang der A2 begann. Die Spinne wird bis zu 2,5 Zentimeter gross, vermehrt sich schnell und beisst. Der Biss tut nicht weh, manche reagieren darauf wie auf einen Mückenstich." (http://www.blick.ch/life/wissen/5-fakten-zu-spinnen-darum-sorgen-8-beine-fuer-grosse-angst-id3670371.html)

Herzlich Roman
(vermehrt sich weder schnell noch beisst er :-)
Titel: Zoropsis spinimana am 10. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-10 22:41:26
Salü zäma,

Da hat einer eine Art, mich durchs Glas zu fixieren (neben dem Bildschirm) ...
(Das Ziel wäre, ihn so weit zu kriegen, dass er auch ohne Glas dazwischen sitzen bleibt.)

Herzlich, Roman
Titel: Zoropsis spinimana am 12. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-12 22:32:37
Salü zäma,

Der Herr entwickelt einen guten Appetit. Das Menü: vorgestern eine Schnake, gestern eine Tanzmücke, heute eine Goldfliege (siehe Bild).
Er hat Prinzipien: tagsüber versteckt er sich im Laub, gejagt wird im Dunkeln.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–9. 5. 2015
Beitrag von: Arno Grabolle am 2015-05-12 23:36:59
Ja, sie jagen von Natur aus im dunkeln, die Zoropsise. Wenn sie hungrig sind und die Beute auf sie zuläuft, nehmen sie aber auch an Tage Beute an.Wenn ich den Beutefang beobachte, habe ich immer wieder mal das Gefühl, dass sie sich auch optisch orientieren müssen.

Arno
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–9. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-14 22:31:02
Salü Arno, salü zäma,

Das Fangen habe ich bislang verpasst, sehe in immer erst beim Fressen, heute verputzt er wieder eine Schnake.

Praktischerweise schafft er die Wände eines Katzenklos nicht.

Anbei: Gut getarnt im Laub (Bilder 06–08), Spaziergang am Bambus (09) und Augen in Aug’ (10).

Herzlich, Roman
Titel: Ein weiterer Zoropsis spinimana, 15. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-15 22:38:00
Salü zäma,

Gerade habe ich im Keller etwas Futter für den "Bürotisch-Zorro" fangen wollen, und was läuft da über den Boden: keine Winkelspinne, sondern der zweite Zoropsis spinimana-Mann. Dies nachdem ich den Keller seit ein paar Jahren nächtens unsicher gemacht habe, ohne je einer derartigen Spinne begegnet zu sein.

Ein auffälliger Unterschied zum ersten Exemplar: die hellen Punkte im Schwarz der äusseren Beinglieder.
Anbei zwei Bilder.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–15. 5. 2015
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2015-05-15 22:39:30
Roman,

nu sach schon, wo sind die Damen dazu?

Also das ist ja echt stark und beweist einmal wieder:
Auch wenn man an einem Ort schon x-mal war: Es gibt immer wieder Neues zu entdecken.

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–15. 5. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-05-15 22:48:21
Salü Jonathan,

Keine Ahnung, wo die Damen stecken. Eigentlich müssten die von der Grösse her noch auffälliger sein, und dass nur Männchen da sind, ist wohl unwahrscheinlich. Vielleicht wandern die weniger herum als die Kerle.

Bin aber gespannt auf die erste. Wobei das ja dauern kann: Scotophäen z. B. sehe ich hier im Haus zwei, drei pro Jahr.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–15. 5. 2015
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2015-06-13 07:43:56
Salü Roman,

Nachdem ich seit über einem Jahr alle Interessen dem 3 D Druck gewidmet habe und mit kleinen Entwicklungen auch ein kleines Zubrot zur Rente einfahre, sind die Spinnen ganz im Hintergrund verschwunden. Um so mehr bin ich froh darum, dass wir uns gegen eine Zerstückelung dieses herrlichen threads gewehrt haben. Die letzte Stunde habe ich mal wieder darin gelesen und geschaut und ich danke daher auch nachträglich Sylvia als wehemente Mitstreiterin, die das mit ermöglicht hat.

Ja nach längerer Abstinenz war das Stöbern mal wieder eine Wohltat und ich bestätige dir auch gerne die wachsende fotografische Qualität und die immer wieder gern gelesenen Texte. Also ein herzliches Vergeltsgott und ganz liebe Grüße zu dir rüber.

Lothar
Titel: Junge Parasteatoda tepidariorum erbeutet Pardosa amentata
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-07-12 13:51:11
Salü Lothar, salü zäma

Lothar, Dir wird es ja wirklich nie langweilig! Sei herzlich zurückgegrüsst!

Dass die Gewächshausspinnen bei uns so erfolgreich sind, wundert mich nicht, die fressen ja alles: Raupen, Würmer, Asseln, Insekten, ... Und dass selbst mit Jungtieren dieser Art nicht zu spassen ist, hat in einer Kellerfensterleibung aussen an der Ostwand unserer Hütte gerade eine Pardosa erleben müssen.

Herzlich, Roman
Titel: Die Damen sind in den Holdern, 13. 9. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-09-13 20:27:37
Roman,
nu sach schon, wo sind die Damen dazu?
Jonathan

Salü Jonathan, salü zäma,

Heute war Holderkonfitüren- und Holdersirupmachen angesagt, weshalb ich etwa 6 1/2 Kilo Holderbeeren erntete. Neben unzähligen Waldschabenlarven und Ohrwürmern krabbelten viele Clubiona-Spiderlinge, Krabbenspinnenspiderlinge sowie – im Eiltempo – einige Anyphaena accentuata davon. Unter den Letzteren sind mir plötzlich ein paar aufgefallen, die eindeutig zu gross und – mit der schärferen Brille auf der Nase – sich auch nicht als richtig gezeichnet erwiesen. Ein zögerliches Tier erlaubte den Anblick durch den Fotoapparat, und siehe da: Zoropsis spinimana (Bild 01). Habe das Tier einpackt, und es scheint eine Dame zu werden. Ein Xysticus lanio-Dame, die die Beeren partout nicht verlassen wollte und mir lieber drohte, liess sich ebenfalls fotografieren (Bild 02) und zwecks Bestimmung mitnehmen.

Anbei die beiden Tiere,
Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 7. 2015
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2015-09-13 20:36:57
Hallo Roman,

fantastische Neuigkeiten!

Vielleicht sollten wir alle jetzt auch Holunder ernten gehen, um somit ein paar Neunachweise zu erbringen? Im Juni habe ich zweimal Blütensirup hergestellt, da waren leider keine Zoropsis spinimana dabei.

Ehrlich gesagt glaube ich kaum, dass die aus den Beeren stammt, sondern schon vorher in der Küche war. Andererseits hat Michael Schäfer aus Tenriffa ein junges Zoropsis rufipes-Mönnchen von einer sehr labbrigen Pflanze geklopft...

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–15. 9. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-09-13 21:29:39
Salü Jonathan,

Doch, doch, aus der Beerentraube, direkt vom Strauch. Ich habe die Beeren bei der Holderstaude von den Stielen gezupft.
(Nicht, dass wir keine Spinnen in der Küche hätten ...)
Aber ja, Spinnen hausen in den Beerentrauben zuhauf, wohl wegen der dichten Insektenpopulation. Um herauszufinden welche und wie viele müsste man aber die Beeren von Hand abzupfen: schütteln hilft wenig, klopfen geht gar nicht ...

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 7. 2015
Beitrag von: sylvia #1 am 2015-09-13 22:32:47
klopfen geht gar nicht ...

;-)
Geht schon aber dann haben die alle eine blaulila Färbung, eigene Klamotten eingeschlossen ;-))))
LG
Sylvia
Titel: Spinnen in die Augen schauen, 14. 9. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-09-14 21:42:15
Salü Sylvia, salü zäma,

Das Aus-den-Holderbeeren-Klopfen ergäbe völlige neue Farbvarianten verschiedener Spinnenarten ...

Auf dem Kellerspinnenrundgang von heute Abend habe ich wieder mal versucht, ein paar Spinnen in die Augen zu schauen. Und drei haben zurückgeschaut: gut bestachelt, aber ziemlich hager ein Metellina segmentata-Mann auf Freiersfüssen im Kellergang (Bild 01), die Zygiella-x-notata-Dame von unterhalb der Lampe in der westlichen Kellereinfahrt sowie deren Nachbarin, eine Steatoda bipuntata-Dame.

Herzlich, Roman
Titel: Liocranum rupicola, 18. 9. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-09-18 20:31:20
Salü zäma,

Nachts immer wieder mal im Haus oder Keller unterwegs: Liocranum rupicola.
Am Kellerhorizont (Bild 01); wenn man ganz klein wäre und sie einigermassen gross (Bild 02).

Herzlich, Roman
Titel: Im Kellergang unterwegs: Scotophaeus scutulatus, 20. 9. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-09-20 23:09:04
Salü zäma,

Wie von Liocranum rupicola finden sich Exemplare von Scotophaeus scutulatus bei uns vom Keller bis unters Dach, unterwegs immer nur nachts.
Auffällig an dem Herrn von heute ist die Missbildung am zweiten rechten Bein (Bild 02).
Ein anderes Tier im Gemüsekeller (Bild 04).

Herzlich, Roman
Titel: Die Zoropsis spinimana vom 13. 9. 14 Tage später
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-03 23:34:37
Salü zäma,

Gut genährt, hat sich die Dame am 27. 9. gehäutet. Anbei drei Bilder vom 20. 9., 26. 9. und vom 27. 9. (die leuchtend rotgelbe Farbe des Hinterleibs hat ist in der Zwischenzeit etwas verblasst).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 10. 2015
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2015-10-03 23:42:12
Klasse Roman!

Hier sehe ich das erste Mal die "Entstehung" der Epigyne, fantastisch!!!

Jetzt heisst es die beiden Männchen wieder zu finden und mehr Glück als ich damals zu haben!

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 10. 2015
Beitrag von: sylvia #1 am 2015-10-04 18:55:57
Wow , tolle Epigynenserie! Danke Roman! 
LG
Sylvia
Titel: Nach dem Essen Zähne putzen nicht vergessen, 5. 10. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-06 21:37:36
Salü zäma,

Gestern sah ich der Zoropsis spinimana-Dame eine gute Stunde lang beim Essen zu – durchs Macro-Objektiv.
Zunächst schön frisch und knackig (Bild 01), wurde die Fliege mehr und mehr zu einem schwarz glänzenden, unförmigen Klumpen.
Das letzte Stück, etwas kleiner als auf dem Bild 02 liess die Spinne fallen und fing an, ausgiebig die Chelizeren und die Pedipalpen zu putzen (Bild 03–06), wobei sie die Letzteren zwischendurch heftig schüttelte, um Speisereste loszuwerden (Bild 04).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 10. 2015
Beitrag von: sylvia #1 am 2015-10-06 22:08:05
Schöne Bilder eines eigentlich Spinnen- alltäglichen Vorgangs. ich hab das auch mal ganz fasziniert beobachtet, die (verschiedenen Arten) ziehen die Pedipalpen und Beine richtig durchdie Cheliceren, wieder und wieder...
Danke Roman!
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 10. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-08 22:09:57
Salü zäma, salü Sylvia,

Die Dame entwickelt einen gesunden Appetit auf Riesenschnaken, Fliegen, Ohrwürmer, Mücken, ...
Heute habe ich mich etwas gewundert, wie sie es geschafft hat, zwei Panzersegmente eines Ohrwurms auseinanderzudrücken (Abb.).
Die Art, wie sie sich bewegt ist ebenfalls interessant: manchmal sieht es aus, als ob sie Tai Chi üben würde, dann wieder sprintet sie urplötzlich los.

Herzlich, Roman
Titel: «Der Schrecken der Hausfrau», 17. 10. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-18 12:29:06
Salü zäma,

Eratigena atrica-Damen sitzen seit Jahren immer wieder an denselben Orten im Keller, die Herren sieht man eher selten; sie sind dann meist unterwegs. Der hier abgebildete hat sich die Spitze eines Stützstabs (Ø 6 mm) einer Orchidee als Ruheplatz ausgesucht, was ein paar Bilder seiner Pedipalpen ermöglicht hat.

Herzlich, Roman

Titel: Ballus chalybaeius, 18. 10. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-18 13:06:12
Salü zäma,

Aus einem Korb mit Gartenabraum für den Kompost, hier über den Rand eines Konservenglases kletternd: eine subadulte Ballus chalybaeius (Körperlänge gut 2 mm).

Herzlich, Roman
Titel: Springen oder nicht Springen, 25. 10. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-10-28 22:58:14
Salü zäma,

Gelungene Sprungdemonstrationen eines Marpissa muscosa-Herrn, aufgenommen etwas weniger gelungen: immerhin sieht man ihn auf der Abbildung 07 gerade aus dem Bild fliegen, auf dem Bild 05 knapp nach einer Landung.

Herzlich, Roman
Titel: Wuschelspinnchen aus der Stadt, 6. 11. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-11-06 22:20:15
Salü zäma,

Für einmal nichts "vom Land", sondern aus einem älteren Stein-Ziegel-Bau mit Holzböden in der Stadt Zürich: Pseudeuophrys lanigera. Falls es dort weitere Spinnenarten gibt, dann verstecken sie sich sehr gut. P. l. fällt einem trotz ihrer Kleinheit immer wieder mal auf.

Anbei ein ausgewachsenes Männchen von knapp 3 mm Körperlänge.

Herzlich, Roman
Titel: Adventsspinne, 1. 12. 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-12-01 22:04:16
Salü zäma,

Hübsch aus dem Kellerwinkel leuchtend ...

Herzlich, Roman
Titel: Weihnachtsspinnen 2015
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-12-26 23:39:51
Salü zäma,

Spät in der Weihnachtsnacht im Keller:
eine Metellina mengei-Dame am Wäscheständer und eine prächtige Scotophaeus scutulatus-Dame in einem Versteck im Gemüsekeller.
Die Metellina mengei-Dame (erwachsen), ist erst das zweite Tier dieser Art, das ich in unserem Haus und Garten gefunden habe; das erste, ein erwachsenes Männchen, ist mir ebenfalls im Keller aufgefallen. Normalerweise finde ich die Tiere in einem nahen Tobel, es könnte also sein, dass ich diese Tiere unbeabsichtigt von dort mitgebracht habe.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–26. 12. 2015
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2015-12-27 07:57:11
Salü Roman,

 merci für die schöne Fortsetzung ! Zu den Ohrwurmringen meine ich sagen zu müssen, die Spinne nutzt ihre Cheliceren als Zange. Sie haut ihre Hauerchen rein und drückt dann auseinander. Interessant so eine Beobachtung ! Erinnert etwas an eine Seegerringzange.

Wenn ich schon mal wieder im Forum bin, möchte ich die Gelegenheit nutzen Dir und allen ein GUT-JAHR zu wünschen, was ja kurz bevorsteht.

LG Lothar
Titel: Einen guten Sprung ins Neue Jahr: mit Misumena vatia
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2015-12-30 23:21:56
Salü Lothar, salü zäma,

Lieber Lothar und alle anderen, macht’s wie der hier gezeigte Misumene vatia-Jüngling: voller Mut ins Neue Jahr! (Das unterstelle ich dem gut gesicherten Heizungsrohrspringer vom Keller mal ...)

Alles Gute, vor allem Zufriedenheit und eine gute Gesundheit, den Studierenden Spass und Erfolg im Studium, den Werktätigen dasselbe bei der Arbeit, den ...!

Herzlich, Roman
Titel: High Noon an der Yucca, 4. 2. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-04-03 19:07:51
Salü zäma,

Gestern fiel mir im Keller beim Pflanzengiessen zunächst die junge Ballus chalybaeius auf. Und plötzlich war sie nicht mehr allein an dem Yucca-Blatt, sondern sah sich einer ebenfalls jungen Marpissa muscosa gegenüber. Man fixierte sich gegenseitig  (Bild), dann sprang die Rindenspringspinne das Pummelchen an, rannte aber weiter.
Beide haben das Zusammentreffen also heil überstanden.

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus-terebratus-Spiderlinge, 3. 4. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-04-03 21:49:25
Salü zäma,

Da seit Jahren jeden Frühsommer Sitticus terebratus an der Ostwand unserers Hauses auftauchen (siehe etwa eine Paarung oben, Ende Mai 2012), habe ich immer wieder mal nach Spiderlingen dieser Art Ausschau gehalten, und jetzt habe ich welche entdeckt. Sie sind zzt. etwa 1 1/2 bis 2 mm gross, scheinen in den Löchern des Betons Unterschlupf zu finden (Bild 03 ein Tier, das gerade in einem 3-mm-Loch verschwindet). Bei den grössern kann die spätere Zeichnung schon erahnen (Bild 01a und 01b). Witzig der Smiley (Bild 04a), im Bild 04b am Futtern.

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus terebratus, 10. 4. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-04-10 23:39:10
Salü zäma,

Die Sitticus terebratus-Jungtiere an unserer Keller-Ostwand verstecken sich wirklich in den Löchern der Betonwand (unverputzt, aber mit Betonfarbe gestrichen). Das Tier auf dem Bild 01 verrät sich durch einen Fuss (das Loch misst 3 mm im längsten Durchmesser), auf dem Bild 02 ist es, aufgescheucht, an der Wand unterwegs (Schande über mich, aber ich habe wissen wollen, wer da haust; es sind auch junge Marpissa muscosa unterwegs).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 4. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-04-11 07:45:58
Salü Roman,

merci für die schönen Fotos. Vieleicht solltest du mal schauen, ob dieses eine Bein an einem "Stolperfaden"klebt. Erinnert mich stark an den Signalfaden bei Netzspinnen. Dass da vielleicht eine Art Signalfaden auf der Wand liegt welcher der Spinne sagt:
"sotsch vielicht mol luge, wer do usse isch".Sorry vieleicht geht auch meine Phantasie mit mir durch.

LG Lothar
Titel: Sitticus terebratus, 21. 5. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-05-21 23:16:40
Salü Lothar, salü zäma,

Stolperfäden sind mir keine aufgefallen, aber auch heute haben sich die Tiere während des Fotografierens alle in die Löcher verzogen.
Nachdem die letzten paar Wochenenden nicht so Spinnenwetter herrschte, gab es heute an unserer "Spinen-Ostwand" ziemlich Betrieb, wobei ich mit Fensterputzen ein paar Exemplare aus den Fugen der Fensterleibungen und der Fenster aufgescheucht habe (1 x Drassodes cf. lapidosus [m|, einige Textrix denticulata, 1 Rindenspringspinne, mehrere Fettspinnen).
Und dann ist noch die erste Harpactea aufgetaucht.
Die S. terebratus sind nun 2-3 mm gross, wobei die grösseren die typische Zeichnung schon gut erkennen lassen.
Anbei zwei Bilder, einhändig geschossen, da ich mit der anderen Hand den Doppelmeter habe halten müssen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 5. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-05-22 07:52:21
Salü Roman,

schön zu sehen, dass der Nachwuchs an der Ostwand wächst und gedeit. Ich freue mich jetzt schon darauf deine Bild- Berichte vom kommenden Sommer zu studieren.
Ich hole gleich den Rollstuhl aus der Tiefgarage und werde etwas üben. Ist doch sehr gewöhnungsbedürftig so ein Vehikel (Blade 325) mit einem Motorradlenker zu bewegen. Speziell die Kurverei muss recht langsam erfolgen.Aber mein Aktionsradius im Gelände nimmt gewaltig zu, so dass man annehmen könnte es wird neben dem Bogenschiessen auch mal wieder nach dem einen oder anderen Spinnlein geschaut.

Bleib xund und munter und einen schönen Sommer sowie immer genug Licht vor der Linse!

Lothar
Titel: Harpactea hombergi, 22. 5. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-05-22 22:06:11
Salü Lothar, salü zäma

"Rollstuhl" ist gut ... Ob Lothar für das «Offroad Dragrace Obersaxen Mundaun» übt?

Anbei zwei Fotoversuche mit dem Herrn Harpactea hombergi. Der Kerl scheint das Tageslicht nicht besonders zu mögen und ist ungeheuer schnell unterwegs.

Herzlich, Roman
Titel: Die zwei aus dem Zitronenbaum, 5. 6. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-06-06 22:38:13
Salü zäma,

Letzten Sonntag in der grellen Abendsonne nach Gewitterregen: Heliophanus cupreus (m) und Araniella opistographa (f) in einer unserer Zitronenstauden.
Beide Arten treffe ich seit Jahren im Garten an, die Letztere meist am Kirschbaum und am Mirabellenbaum, im Geissblatt-Gestrüpp.
Für die PunktezählerInnen: Araniella mit zehn seitlichen schwarzen Punkten.

Herzlich, Roman
Titel: Spiderlinge im Regen, 19. 6. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-06-19 17:57:07
Salü zäma,

Habe heute einen Unterbruch des Monsuns zum Spinnenfotografieren nutzen wollen, wobei es ziemlich rasch wieder nass geworden ist, wie Figura zeigt: eine junge Metellina segementata (Körperlänge ca. 1 mm, Bild 01 und 02) und eine junge Linyphia triangularis (Körperlänge gegen 2 mm, Bild 03 und 04) in einer Yukka im Sprühregen unter einem Vordach (weniger nass als ich, der nicht unter dem Vordach).

Herzlich Roman
Titel: Pholcus opilionoides, 19. 6. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-06-19 18:14:00
Salü zäma,

Einigermassen wohlgenährt am Kompostdeckel, aber fast ohne Zeichnung.

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus terebratus, 19. 6. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-06-19 19:12:08
Salü zäma,

Und hier noch der Hauptgrund für die Fotoexkursion zur Morgenseite des Hauses: die Sitticus terebratus an der Kellerwand. Sie sind nicht besonders gewachsen seit dem 21. Mai (zzt. gut 3 mm gross), scheinen aber wohlgenährt zu sein.
Und wie man am Bild 2 erneut erkennt: besonders zu interessieren scheinen die Tiere an ihrem Habitat Löcher, in denen sie sich verschlaufen können, ob in Holz (gemäss Wiki leben sie an Baumrinde und Holzwänden) oder Beton scheint ihnen egal zu sein.

Herzlich, Roman




Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
Beitrag von: sylvia #1 am 2016-06-19 21:46:05
Salü Roman
Deine kleinen Berichte sehe und lese ich immer sehr gern, danke! Aber langsam habe ich ein Problem, wenn ich diesen Punkt aufrufe : weil er schon so unendlich lang ist, braucht mein PC immer eine ganz gedulderheischende Weile ehe er all die darin enthaltenden Bilder aufruft ;-(

Übrigens habe ich heute auch wieder meine Salticus scenicus beobachtet und endlich endlich mal beobachten können, dass sie sich selbst eine kleine Höhle weben und diese mit Steinchen vom brockelnden Zwischenfugenputz garnieren. Als sie dann drin verschwand hat sie -wie es auch Arctosa perita tut- (von der habe ich inzwischen wunderbare Beobachtungsserien mit Fotos) einen Teil des Gewebes wie einen Vorhang vor das Loch gezogen und schon war es für den der nicht wußte das da etwas ist einfach unsichtbar!
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-06-19 23:36:03
Hallo Sylvia,

da vermute ich mal, dass das an einer Browsereinstellung in deinem Rechner liegt. Ich schaue auch häufig in diesen thread und habe trotz Vista dieses Problem nicht.

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
Beitrag von: sylvia #1 am 2016-06-19 23:42:19
Hallo Lothar
Keine Ahnung woran das liegt aber das Problem habe ich mit diesem thread schon länger und es wird immer Geduld- erheischender... aber wenn ich demnächst wieder mal im Brandenburgischen weile, lass ich mal meine PC- Buben drauf gucken. Mein Laptop selbst ist ja auch nicht mehr der Jüngste inzwischen ;-)
LG
Sylvia, die sich freut mal wieder von Dir zu lesen aber derzeit selber auch nur ab und an punktuell "reinschaut"
Titel: Re: Sitticus terebratus, 19. 6. 2016
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2016-06-20 11:24:32
Für die Nordlichter unter uns:

[...]in denen sie sich verschlaufen können[...]

Woher kommt dieses superlustige Wort wieder her? :D Ist das ne Mischung aus Verschnaufen und Verschlafen?

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-06-21 22:02:50
Hallo Jonathan,

Ich denke das ist ein klassischer Tippfehler von Roman. Das Wort Verschlaufen gibt es schon, passt aber nicht in dem Kontext.
Verschnaufen im Sinne von Ausruhen schon eher. Über das Wort "verschlaufen" in all seinen Facetten und Varianten zu reden, bedarf es einer Professur in Deutsch. Aber eine Cirkaidee bekommst du auch über eine Suchmaschine.

LG Lothar
Titel: Sich hinter dem Vorhang verschlaufen
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-06-22 21:09:42
Für die Nordlichter unter uns:
[...]in denen sie sich verschlaufen können[...]
Woher kommt dieses superlustige Wort wieder her? :D Ist das ne Mischung aus Verschnaufen und Verschlafen?


Salü Jonathan, salü Lothar,

"Verschlaufen" ist zwar nicht Standard-Deutsch, aber auch kein Tippfehler. Es bedeutet «sich so gut verstecken, dass niemand einen findet», besonders angesagt im Vierfrucht-Tenu, wenn die Gärtner spinnen.

Und salü Sylvia,

Wirklich witzig, das Vorziehen des Vorhangs deiner Zebraspringspinne. Wenn man den Tieren nur lange und genau genug zuschaut, findet man Verhaltensweisen, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte.
Ich musste letzthin den Kompostdeckel reparieren, verstärkte dabei zwei Ecken mit aufgeschraubten Brettchen. Plötzlich tauchte eine Grosse Rindenspringspinne auf, marschierte, ein paar Mal kurz innehaltend, auf die Schraube los, die ich gerade ins Holz drehte und sah aus einer Entfernung von einem halben Zentimeter zu, wie sich das Teil langsam ins Holz wand. Keine Ahnung, was die derart interessierte, aber sie sah zu, bis der Kopf im Holz versenkt war.

Herzlich, Roman
Titel: Allagelena gracilens und Agelena labyrinthica, 2. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-02 18:28:46
Salü zäma,

Wie immer irgendwann im Sommer leben hier zzt. Allagelena gracilens und Agelena labyrinthica in den Hecken. Die Ersteren sind noch jung (Bilder 01 und 02), die Letzteren subadult (Bild 03) – und sehr scheu, dafür habe ich von zweien die Netze nach einem kurzen Regenguss fotografiert.

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus terebratus, 2. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-02 19:03:52
Salü zäma,

Die heranwachsenden Sitticus terebratus scheinen sich an der östlichen Kellerwand wohlzufühlen. Heute ein Tier mit Beute. Aufessen scheint nicht angesagt zu sein, jedenfalls hat die Spinne die Beute plötzlich fallenlassen und ist davongelaufen.

Herzlich, Roman
Titel: Zilla diodia2. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-03 00:17:37
Salü zäma,

Hier noch ein paar Bilder der spätabendlichen Fotositzung mit einer Zilla diodia an einem Kellerfenster. Mit einer Körperlänge von mehr als 5 mm sollte das wohlgnährte Tier ausgewachsen sein, aber der Scapus der Epigyne ist kaum zu erkennen.

Herzlich, Roman
Titel: Parasteatoda tepidariorum, frisch gehäutet, 5. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-05 23:15:03
Salü zäma,

Da am Kompostdeckel derzeit ein halbes Dutzend Pholcus opilionoides-Mütter Eier hüten, schaue ich dort täglich vorbei, in der Hoffnung zufällig mal Junge schlüpfen zu sehen.

Heute hat mich jedoch eine Parasteatoda tepidariorum-Dame in den Bann gezogen: schwarz-silbern glänzend hat sie sich direkt neben dem «Nest» einer Pholcus opilionoides vom Häuten erholt (Bild 1). Ob sie sich den Platz extra ausgesucht hat? Normalerweie halten die Tiere etwa 10 cm Abstand voneinander, auch wenn der Deckel dicht besiedelt ist. Oder ob das Häuten die Spinnen einfach so überkommt, wo sie sich zufälligerweise gerade aufhalten?

Ich habe, dies seit Jahren, im Übrigen noch nie gesehen, dass die beiden Arten einander als Futter betrachtet hätten, wobei vor die Parasteatoden sonst ja wirklich alles fressen, was ihnen unterkommt.

Mal sehen, wann der erste Liebhaber bei der Hübschen auftaucht.

Herzlich, Roman
Titel: Parasteatoda tepidariorum, 6. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-06 22:15:18
Salü zäma,

Zur letzten Frage, die ich mir gestern gestellt habe: die ungebundenen Junggesellen sind offensichtlich auf Draht, der erste hat sich schon bis auf ein paar Zentimeter herangewagt (Bild 01).
Bloss ist er nicht der einzige. Morgen wird man weitersehen.
Der Pholcus-Mutter scheint die neue Nachbarin nicht ganz geheuer gewesen zu sein, sie ist ins nächste "Wellpappental" gezügelt.
Eine andere, noch subadulte Dame hat ganz andere Sorgen: das Essen muss gesichert und an die Decke hochgezogen werden (Bilder 02–05).

Herzlich, Roman
Titel: Mehr vom Liebesleben der Parasteatoda tepidariorum, 9. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-10 01:36:22
Salü zäma,

Weiteres von der Parasteatoda tepidariorum-Dame.
Wie oben gezeigt, häutete sie sich am 5. 7. abends, am 6. 7. abends sassen zwei Kerle im Umkreis von etwa 10 cm, desgleichen am 7. 7. Am 8. 7. abends war nur noch einer der Männer da, der andere muss weitergezogen sein.
Heute Morgen, am 9. 7., habe ich mich gefragt, ob ich die beiden in trauter Zweisamkeit vorfinden würde wie andere Paare (Bild 01). Die Dame ist allerdings allein im Pholcus-Nest gesessen (Bild 02), wobei in den letzten 2 Tagen eine Textrix denticulata ihr Netz unter diesem Standplatz hindurch ausgebaut hat

Da die Dame immer wieder mal mit den Vorderbeinen gewunken und auf den Untergrund geklopft hat (Bild 03), habe ich am Kompost ausgeharrt. Der verbliebene Kerl ist derweil in einem Umkreis von etwa 10 cm um sie herumgetigert und hat an einem Netz gebastelt (Bild 04). Nach rund 2 Stunden hat er sich etwa 5 cm vor ihr niedergelassen und angefangen, im Sekundentakt mit dem Hinterleib zu wippen. Nach einer Weile ist die Dame auf ihn zu marschiert, wobei er sie zunächst mit den Vorderbeinen abgeblockt hat (Bild 05). Er ist etwa 5 cm zurückgewichen, sie ihm nach einer Weile wieder auf den Pelz gerückt, wobei es zum ersten näheren Kontakt gekommen ist (Bild 06). Er hat sich dann wieder eine Beinlänge weit zurückgezogen, sie hat ihn mit ihren langen Vorderbeinen sozusagen wieder herangegrabscht (Bild 07). Das haben die beiden vier Mal praktiziert, wobei ich auf keinem einzigen Bild sehe, ob sie sich wirklich gepaart haben. Auf sämtlichen Bildern sieht man bloss, dass er seine Pedipalpen weiter vorn gegen ihren Bauch stösst (Bild 08).
Danach ist sie an ihren Platz zurückgekehrt, er hat sich ein paar Zentimeter vor ihr niedergelassen.
Am Abend habe ich beide genau gleich vorgefunden.

Klar scheint mir, dass bei den Parasteatoda tepidariorum die Damen bei der Paarung das Sagen haben. Das letzte Mal, als ich eine solche beobachtet habe, stürmte die Dame etwa eine Handlänge weit auf den Kerl zu, nachdem sie längere Zeit immer wieder am Netz gerüttelt hatte.

Wunder nimmt mich jetzt, was es mit dem wochenlangen Beieinandersitzen für eine Bewandtnis hat. Ob die Tiere sich mehrmals paaren?

Herzlich, Roman
Titel: Pholcus opilionoides "am Schlüpfen", 12. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-12 22:03:48
Salü zäma,

Da eine der Eier tragenden Pholcus opilionoides-Mütter sich an einem eingermassen gut einsehbaren Platz am Kompostdeckel eingefunden hat und seit ein paar Tagen dort verharrt, habe ich sie genauer beobachtet. Und siehe da: es haben sich Risse in den Eiern gezeigt. Gestern Abend habe ich mir gedacht, dass sich bald etwas tut, weil die Risse sich geweitet haben. Also bin ich alle zwei Stunden zum Kompost, des Regens halber mit Schirm ... Um 11.30 Uhr: alles beim Alten, den Wecker auf 0.30 Uhr gestellt, dann auf 3.30, 6.30, beschlossen, zu Hause zu arbeiten ... Den Zustand heute um 20.30 Uhr sieht man auf dem Bild 01. Die Tiere scheinen nicht zu "schlüpfen", sondern den Eiern ganz langsam zu "entwachsen". (Die bislang rund 200 gemachten Bilder muss ich erst sichten.) Eine zweite Nachtübung erspare ich mir, schaue morgen früh, was läuft.
Letzte Nacht habe ich mich zudem immer wieder mal leicht beobachtet gefühlt (Bilder 02 und 03).
Im Übrigen ist mir auch klar geworden, was es mit den Gewächshausspinnenpärchen u. a. auf sich hat: Heute früh waren die Kerle alle fleissig am Netze bauen, die Damen sassen still an ihrem Platz.

Herzlich, Roman

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 7. 2016
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2016-07-13 11:32:06
Guten Morgen Roman,

Hochachtung, dass du deinen Schlaf und die Büroarbeit den Zitterspinnen opferst!
Nachtübung nennst du das, soso :D und sind se schon draussen?

Dass die Männchen der Gewächshausspinnen das Netz aktiv ausbauen, habe ich noch nie erlebt! Eigentlich spinnen die ihre Fäden nur, um dann "Gitarre" zu spielen.

Ja die Paarung verläuft recht kurz und stürmisch, die Fotos sehen doch recht eindeutig aus. Bei mir wurde ein Männchen danach sofort gefressen.

LG,
Jonathan
Titel: Pholcus Opilionoides und Parasteatoda tepidariorum, 13. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-13 22:56:12
Salü Jonathan, salü zäma,

Bei den kleinen Zitterspinnen hat sich in den letzten 24 Stunden sozusagen nichts getan (Bild 01 von heute, 18.30 Uhr). Ob der Temperatursturz von 32 auf 16 Grad da eine Rolle spielt?

Woran es liegen mag, dass ein Gewächshausspinnenmännchen, anstatt Nest und Futter mit der Mutter seiner Nachkommen zu teilen, in deren Magen endet? Falsche Chemie? Grosser Hunger damenseits?

Während die Kleinen Zitterspinnen weiter in den Eiern sitzen, ist man anderswo heute geschlüpft (Bilder 02–05, Porträt der Mutter in Bild 05)

Herzlich, Roman
Titel: Pholcus opilionoides beim Schlüpfen beobachtet, 17. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-19 23:24:39
Salü zäma,

Die Pholcus opilionoides, die seit dem 12. 7. in ihren aufgesprungenen Eiern stillgesessen sind, einen Teil der Eierschale wie eine Mütze auf dem Kopf tragend, sind am Sonntagnachmittag geschlüpft.
Nachdem am Morgen um 6.30 Uhr alles noch so ausgesehen hat wie tags zuvor um 10.30 Uhr (Bild 01), ist um 13.30 Uhr das erste Jungtier schon mit etwas "weichen Knien" dagestanden (Bild 02). Das zweite Tier hat sich aus einem der unteren Eiern befreit, da ist nicht viel zu sehen gewesen (links unten auf Bild 02). Das dritte Tier hat dann gezeigt, wie es geht: fast wie eine schnell spriessende Pflanze entwächst es der Schale, die im Ei aufgerollten Beine strecken sich, sich hin und her wiegend zieht es schliesslich die Füsse aus den Schalen, die Gelenke nehmen Form an (Bilder 03–08).
Um 15.30 habe ich leider fort müssen, aber die meisten der Jungtiere sind geschlüpft gewesen.
Unter den fast 300 Fotos, hat es vielleicht noch das eine oder andere sehenswerte Bild. Im Weiteren hat sich gleichzeitig ein Pholcus opilionoides-Männchen gehäutet, eine Gewächshausspinne hat Tausendfüssler erbeutet, ...
Die nächsten Pholcus opilionoides-Jungtiere sind "in den Startlöchern": die Eier sind seit drei Tagen offen. Mal sehen, ob das heisse Wetter die Sache nun beschleunigt. Alles in allem trägt am Kompostdeckel mindestens ein halbes Dutzend Weibchen Eier, zwei hüten "frei laufende" Jungtiere, weitere Damen sind ausgesprochene "Plus-size-Models", Halbwüchsige hat es ebenfalls ...

Herzlich, Roman
Titel: Weiteres zu den Pholcus opilionoides, 17., 18., 24. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-24 23:19:07
Salü zäma,

Anbei ein paar weitere Details zu den oben vorgestellten, frisch geschlüpften Kleinen Zitterspinnen: Gedränge an der Spitze des Eierpakets (Bild 09), kleine Augen (Bild 10), grosse Augen und kleine Augen (Bild 11), bis die Füsse aus dem Ei sind … (Bild 12), mit einem Bein draussen lässt es sich lange warten (Bild 13), Gesamtbild nach 2 Stunden (Bild 14, da musste ich weg), alle zusammen einen Tag später (Bild 15), nachdem am 23. 7. noch alle da waren, mitsamt der Mutter, haben die Jungtiere sich gehäutet, am 24. 7. ist die Kinderstube leer (Bild 16).
Im Übrigen sind die nächste Jungschar am Freitag geschlüpft, auch diese Tiere sind etwa 5 Tage in den aufgesprungenen Eiern gesessen, diesmal bei heissem Wetter.

Herzlich, Roman
Titel: Die Moritat von der Gewächshausspinn’, 24. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-25 00:28:51
Salü zäma,

Da unzählige dieser Tiere zu unseren Hausmitbewohnern zählen, kann man sie des Öftern beim Jagen beobachten.
Wie die Grossen Zitterspinnen pflegen sie die Opfer zuerst einzuwickeln, wobei sie im Gegensatz zu den Ersteren auf die Beute geradezu losstürmen und manchmal mitsamt dieser abstürzen, was wegen des Sicherheitsfadens kein Problem darstellt.
Anbei ein paar Beispiele von Beutetieren: Tausendfüssler (Bild 01), Textrix denticulata-Männchen (Bild 02), wobei im Netz noch eine kleine schwarze Wespe mit langem Legestachel und eine junge Ero als Vorrat gesichert sind. Nicht mehr Erwünschtes wird weggeschmissen. Rüsselkäfer (Bild 04 und 05), Clubiona (Bild 06), Assel (Bild 07, da ebenfälls sehr häufig vor allem am Kompost eine beliebte Beute).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
Beitrag von: sylvia #1 am 2016-07-25 20:12:03
Salü Roman
Toll!!!!!! Danke,vor allem für die Schlupfserie, das ist sehr beeindruckend und hat mich sehr gefreut.

Übrigens die Parasteatoda tepi fangen und fressen so ziemlich alles, zB auch Goldwespen! und hier gern größere Spinnen wie Pisaura und T.ferruginea!
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
Beitrag von: Eveline Merches am 2016-07-26 07:55:26
Hallo Roman,
wenn ich Ende August aus dem Urlaub wiederkomme schaue ich mal, ob das nicht in eine Entwicklungsserie im Wiki gegossen werden kann. Auch wenn wir zu Pholcus schon tolle Bilder von Jörg drin haben.
Sehr schöne aussagekräftige Bilder. Vielen Dank.

liebe Grüße
Eveline
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-07-27 00:24:29
Salü Sylvia, Eveline und all die andern,

Ja, die Gewächshausspinnen fressen wirklich alles, was ihnen unterkommt: im Kellereingang habe ich sogar mal einen Wurm als Beute angetroffen.

Bei den Gelegen der Kleinen Zitterspinnen stosse ich der geringen Grösse der Tiere leider an die Grenzen des mit meinem Objektiv Möglichen.

Jörg hat es eher mit den Pholcus phalangioides gehabt. :-) Solche leben bei uns auch (wo nicht …), sie wandern im Keller aber grössere Strecken, sind schneller und nervöser als die Kleinen Zitterspinnen am Kompostdach, und deshalb ist es schwieriger, sie zu verfolgen.

Anbei noch ein paar Einblicke ins Leben dieser Tiere: eine Dame in vollster Pracht (Bild 01), die Herrnbesuch bekommt (Bild 02; vorsichtshalber nähert er sich im Rückwärtsgang), eine Dame mit unreifen Eiern, dafür noch mehr Reserven (Bild 03), eine Mutter mit ihrer frisch geschlüpften Kinderschar im typischen "Nest" (Bild 04) sowie ein Männchen bei der Reifehäutung (Bilder 05–07).

Herzlich, Roman
Titel: Neottiura bimaculata mit Kokon, 1. 8. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-08-01 22:34:49
Salü zäma,

Eine Neottiura bimaculata-Dame, sichtlich abgemagert, aber mit einem Kokon Bilder 02-04). Vor 2 Tagen hat sie noch ganz anders ausgesehen (Bild 01)

Herzlich, Roman
Titel: Misumena vatia und Spinnenbaby, 1. 8. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-08-01 22:45:07
Salü zäma,

Immer wieder schön anzusehen ist die Veränderliche Krabbenspinne. Hier ein Weibchen auf einer Wintermajoranblüte (Bilder 01–03). Trotz katzenmässiger Frustrationstolaranz spinnen- und meinerseits: das Tier hat keine Beute erwischt, bloss drei potenzielle Opfer begrapscht.
(Die Haarpracht am Bauch der Dame hätte ich auch nicht erwartet ...)

Plötzlich ist mir ein etwa 1 mm grosses Jungtier aufgefallen (Bilder 04–07). junge Misumena vatia sind auch im Winter im Keller witzig anzusehen, aber einen derartigen Winzling habe ich heute zum ersten mal gesehen.

Herzlich, Roman
Titel: Parasteatoda tepidariorum: Eierlegen, Kokonbau, 23. 7.–1. 8. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-08-07 22:12:28
Salü zäma,

Darauf habe ich seit Jahren gewartet: einer Gewächshausspinne beim Eierlegen zuzusehen. Wobei der Eierball derart rasch grösser wurde – und die Spinne entsprechend magerer –, dass ich den Anfang fast verpasste, weil ich zunächst vermutete, dass der vorbereitete "Eierboden" aus Spinnfäden eine eingewickelte Beute sei (Abb. 01–03). Mit dem Einpacken des Eierpakets dauerte es dann, und – aus welchen Gründen auch immer – dieser Kokon ist nie fertig geworden (Abb. 04–06). Am Folgetag (24. 7.) sah es ein paar mal so aus, als würde die Spinne den Kokon weitermachen wollen, sie betastete ihn aber jeweils bloss (Abb. 07). Am 1. 8. war ein weitere Kokon da, diesmal wieder richtig verpackt (Abb. 08, das ganze Ensemble mitsamt dem dazugehörigen Herrn zeigend).
Interessant ist auch, dass fast sämtliche Jungen eines "Schlupfs" nach ein paar Tagen jeweils verschwunden waren, wobei mir noch nie ein Wanderzug junger Gewächshausspinnen in der Art junger Kreuzspinnen begegnet ist. Möglicherweise ziehen sie von dieser Fensterleibung hinauf unter die Holzverschalung der Fassade.

Herzlich, Roman
Titel: Zum Kokon vom 23. 7.: Jungtiere geschlüft am 13. 8. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-08-13 22:26:18
Salü zäma,

Eine Weiterung zum oben vorgestellten Kokon, den die Mutter am 23. 7. nicht fertigstellte: der Entwicklung der Jungtiere hat das offensichtlich keinen Abbruch getan, denn die Tiere sind letzte Nacht geschlüpft.

Da der Kokon unfertig geblieben ist, sieht man auch die Überreste der Eihüllen.

Interessant finde ich die "Springspinnenaugen" der Jungtiere (Bild 02, 03).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 8. 2016
Beitrag von: Jörg am 2016-08-13 22:52:06
Moin Roman,

die Serie vom Eierlegen ist phantastisch! In dieser Form und Qualität dürfte das einmalig sein!  :)

Viele Grüße,
Jörg
Titel: Begegnungen – weder mit Maratus speciosus noch mit Maratus splendens
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-09-02 22:56:48
Salü Jörg, salü zäma,

Zur eierlegenden Gewächshausspinne: Es handelt sich ja auch um eine kleine Auswahl aus mehr als 60 Bildern, da darf das eine oder andere schon gut sein. :-)

Zum obigen Titel: Als ich heute ein paar Clips mit Pfauenspinnen gesehen habe, ist mir eine Ballus chalybaeius in den Sinn gekommen, die ich am Abend des 18. Juli dieses Jahres aus unserem Mückenlarven- und Wasserflohreservoir gerettet habe. Auf den Bildern sitzt sie auf meinem linken Daumen, mal die einen, mal die anderen Beine hochhebend. Um schneller zu trocknen?
(Auf dem Bild 03 sieht man zudem einen winzigen "Passagier", den ich mitsamt der Spinne aus dem Wasser gezogen, aber erst auf den Fotos bemerkt habe.)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 8. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-09-13 07:09:54
Guten Morgen Roman,

im derzeit stetigen Stress des Auflösens meiner Labore bechäftigt habe ich gerade mal wieder die letzten zwei Seiten deines Fadens bewundert.  >> Danke vielmals, es macht einfach Freude !<<.

Mir fällt es schwer, mein "Lebenswerk" sozusagen wegzuschmeißen aber von deinem Faden kommend, freue ich mich auf Griechenland und werde dort versuchen viel Zeit für die Spinnlein zu haben. Wenn es mir Freude macht mit der Malerei, mag das Fotografieren und malen ja ein guter Ersatz für die geschlossene Spielwiese sein. Kameramäßig habe ich gut aufgerüstet. Neben den beiden Canons ist da eine Sony Alpha NEX mit Adaptern für allerlei Objektive, zwei Generationen Superzooms von Olympus und eine Nikon Coolpix 520.
 Die P100 ging an einen Sammler aus Salzburg, nur weil ich gesagt habe das ist meine Lieblingskamera, wollte er diese unbedingt haben. So habe ich ihm diese für 140 € überlassen und gleich für 200 € die als wenig genutzt beschriebene P510 gekauft. Habe mich so an dieses superzoom gewöhnt, dass ich die eben mit mir herumgeschleppt habe. Die P100 hat 26 x fach Zoom und die P510 42 x fach. Theoretisch kann ich dann Spinnen am Kirchturm fotografieren. Nur wird es   an der Auflösung fehlen. Werde das mal testen. Aber für scheue Spinnen  kann das schon interessant sein, diese aus größerem Abstand zu beobachten und zu fotografieren  ( 2m statt 20 cm). Unsere Fährekarten liegen schon hier für den 23. November (Venedig-Patras) Wird also noch ein paar Wochen dauern, bis die ersten Baldachinspinnenfotos aus unserem Vorgarten eintrudeln.

@Hallo Sylvia,

hast du deine P100 noch? Dein Posting über diese Kamera hat mich damals bewogen, die auch mal zu probieren.

LG Lothar

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 8. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-09-15 21:32:13
Salü Lothar, salü zäma

Lothar, dann warten wir auf die von Dir in Griechenland gemalten Spinnenbilder (Acryl? Holzschnitt?)! Fotografieren können viele, malen schon weniger Leute.

Anbei ein kleines Spinnenkunstwerk. Wunder nimmt mich immer noch, wer die Öffnung in den Kokon macht, durch welche die Jungen diesen verlassen. Auf dem Bild 02 verblüfft der ziemlich quadratische Grundriss, und mir scheint, man sehe daneben Bissspuren. Das würde auf die Mutter verweisen.

Herzlich, Roman

Titel: Allagelena gracilens als Architekten, 24. 9. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-09-25 17:41:39
Salü zäma,

Da wir gestern früh etwas Bodennebel hatten, zeigten sich die Netze der Allagelena gracilens in und auf den Hecken besonders deutlich. Weil die Hecken geschnitten werden, müssen die Tiere mit eingermassen speziellen Bauplätzen zurechtkommen, anders als in wild wuchernden Bodendeckern oder Sträuchern.
Anbei ein paar architektonische Musterlösungen:
1) Auf einer Fläche ohne herausragende Äste wird genauso fleissig gearbeitet wie anderswo mit dem Effekt, dass der "Bodenteppich" deutlich dichter gewoben ist als anderswo.
2) Ein dem Gärtner entgangener Zweig wird als Stütze für die Fanghaube genutzt.
3) Nischen in den Seiten der Hecken laden genauso zum Wohnen ein, die Fanghaube erscheint als Decke über und Vorhang vor dem "Bodenteppich".
4) Aus der Heckenfront herausragende Zweige werden zu Balkonen ausgebaut, die Fangfäden düber werden 1 Meter oder noch weiter an der Heckenwand hochgezogen.

Herzlich grüssend.
Roman
(der hier mal sein geliebtes Quadratformat aufgeben hat müssen)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 9. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-09-26 06:58:02
Salü Roman,

Interessant, ähnliche Netze sah ich auf einer Hecke bei unserer neuen Wohnung in Perachora. Bis wir runter kommen wird aber die Hecke schön geschnitten sein ?Aber nächstes Jahr gibt es die Netze dann ja sicherlich neu. Werde berichten.

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 9. 2016
Beitrag von: Michael Hohner am 2016-09-26 10:47:14
Das letzte Netz sieht aber eher nach Linyphiidae aus.
Titel: Pseudeuophrys lanigera IM Fenster, 14. 10. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-10-14 23:23:58
Salü Lothar, salü Michael, salü zäma,

Habe die Hecke ebenfalls trimmen müssen. Es hat zwar auch Linyphia triangularis in der Hecke, aber in den oben gezeigten Netzen keine. Zum Teil bauen die Linyphias ihre Netze in die Fangschnüre der Trichterspinnen ein, was eine Art Sandwichkonstruktion ergibt.

Und hier noch die Zürcher Mieterregel zum Oktober:

Krabbelt die Spinne im Fenster zwischen den Scheiben,
Wird der Ölhändler im Frühling die Hände sich reiben.

Herzlich, Roman


 
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–14. 10. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-10-15 07:33:26
Salü Roman,

hoffentlich gilt dein Sprüchle nicht bis nach Griechenland ? Lange Winter sind dort fast nicht bezahlbar. Wir haben mal ein Jahr in einem älteren Haus gewohnt, welches nur Kaminheizung hatte (war in den 50.ern Standard) Das bischen elektrisch zuheizen kam auf 3.500 €. Das sollte aber in unserer jetzigen Wohnung mit Gasheizung und superdichten modernen Fenstern nicht das Problem werden. Darüber hinaus ist es ja Souterain mit beheizter Wohnung als Dach darüber. :D Man wird sehen.

LG Lothar

Titel: Scytodes thoracica, 22. 11. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-11-22 21:41:03
Salü Lothar,

Zum Glück sind das nicht unsere eigenen Fenster, aber es ist einigermassen typisch, dass solche Lotterfenster viele VermieterInnen nicht gross kümmern, denn die Heizkosten zahlen ja die MieterInnen.

Salü zäma,

Nach nun über 20 Jahren habe ich hier heute Abend zum ersten Mal eine Speispinne entdeckt!
Entweder ziehen immer mehr Arten bei uns ein, oder es gibt solche, die sich gut vor unseren Blicken verbergen ...
Das Tier ist über den WC-Spülkasten im Badezimmer geschlichen und hat sich leider sofort hinter diesem versteckt. Sonst hätte ich dem gern ein Gurkenglas als zeitweilige Behausung spendiert.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–22. 11. 2016
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2016-11-24 00:43:29
Grandios Roman,

dein Bandwurm-Tagebuch ist für mich DER Beweis, dass es völlig egal ist, wie oft man an einer Stelle nach Tieren sucht, man kan IMMER was neues entdecken!

Was das Entwischen anbelangt:
Bei solchen "kritischen Tieren" versuche ich die meistens zu erst zu fangen und dann zu fotografieren, das ist wesentlich stressärmer (für uns). Bei sehr nervösen u. insb. flugfähigen Tieren mache ich es dennoch umgekehrt: Denn wenn der Einfangversuch misslingt, hat man immer noch die Fotos.

Vielleicht taucht sie ja wieder auf, also ruhig das Bad weiterhin kontrollieren...

LG,
Jonathan
Titel: Dezemberspinne am 16. 12. 2016
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2016-12-14 21:56:44
Salü Jonathan,

Die Speispinne hat mich mit ihrer Behändigkeit (Befüssigkeit?) überrascht.

Salü zäma,

Überrscht hat mich heute Morgen auf dem Weg in die Waschküche eine weitere Spinne: sie zeigt den Monatsnamen in ihrem Netz (–> Abb.).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–14. 12. 2016
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2016-12-15 07:13:32
Salü Roman,

Das ist ja ein toller Zufall mit der spinnengerechten alten römischen Schrift.

Aber sag mal, Eiskristalle im Netz ist bei dir wohl alltäglich, dass du da kein Wort darüber verlierst ?
Seit vorgestern habe ich wieder Internet und Telefon. Aber das Auspacken gestaltet sich schwierig, weil wir zuviele Kleinmöbel zurücklassen mußten. So wird es noch etwas dauern, bis die vollen Kartons weniger werden und auch das UFOMI wieder arbeitsfähig ist.

Dafür reifen die Zitrusfrüchte vor der Haustür. Jeden Tag baumfrische Mandarinen auf dem Tisch und demnächst die großen Orangen, die noch etwas dürfen. An sonnigen Tagen sieht man auch das eine oder andere Spinnlein auf Beute lauern. Den Karton mit der Phototechnik muß ich noch finden. Ist wie meist dann der letzte unter dem Stapel. Sonst  muß die alte Camedia E20 aktiviert werden, die mir zum wegschmeißen zu schade war, aber hier schon entdeckt wurde. Na ja ich will nicht mal daran denken, dass der Karton mit der Fototechnik anderweitige Interessenten gefunden haben könnte.

Beste Grüße aus Griechenland

Lothar
Titel: Frostnetze, 1. 1. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-01-01 16:41:33
Salü zäma,

Zunächst einmal wünsche ich allen ein freudvolles, erfolgreiches, gesundes und spinnenträchtiges 2017!

Die «Dezemberspinne», deren Netz ich oben gezeigt habe, scheint weiterhin aktiv zu sein. Das alte Netz ist unter Wind- und Eisdruck zwar kollabiert, nun hat sie ein paar wärmere Tage (tagsüber bis 6 Grad, nachts knapp unter 0) genutzt und ein neues gewoben, das sich auch heute wieder in Eiskristallen zeigt (Abb. 01, 02).
Was mag das für eine Spinne sein? Zygiella x-notata? Eine solche habe ich letzthin am Bahnhof bei einer Lampe in ihrem Netz hocken sehen.
Da es tagsüber oft trüb und neblig ist, die Temperaturen um 0 Grad schwanken, setzen die Spinnenfäden zum Teil beachtlich Eis an. Die Schicht am Sicherungsfaden auf Bild 3 misst etwa 2 mm. Am selben Pfosten sind weitere Eisnetze zu finden, etwa an einem kleinen Blatt oder im Geäst des Efeus (Abb. 04, 05, Ausschnitt 06). Eine Linyphiide ist immer noch in einem Buchsbaum aktiv, das Netz sieht neu aus (Abb. 07).

Herzlich
Roman
Titel: ... und die ersten "Draussenspinnen", 1. 1. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-01-01 16:47:49
Salü zäma,

... des Jahres dürfen natürlich auch nicht fehlen: zwei verlorene Männer der Arten Linyphia triangularis im Spalt der Waschküchenfensterleibung an der Ostfassade sowie Metellina segmentata an der Kittfuge desselben Fensters trotzen den kühlen Temperaturen.

Herzlich
Roman
Titel: Pisaura MIRACULIX, 2. 1. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-01-02 17:49:31
... oder die Spinne aus dem Eis.

Salü zäma,

Das Jahr fängt schon abenteuerlich an. Heute habe ich einen grossen Wassertopf mit Pflanzen und Getier kontrolliert, der einigermassen eingepackt draussen im Garten überwintert. Und siehe da: eine dünne Schicht Eis. Ich schlage es mit einer alten Pfanne ein, schöpfe Wasser, und was sehe ich: in einer «Eisscholle» steckt eine Spinne und bewegt die Beine (Abb. 01). Ich fische das Eisstück von 1 mm Dicke mit einer Wäscheklammer heraus (Abb. 02) und langsam kriecht die Spinne aus dem Loch, in dem sie festgesessen hat (Abb. 03, 04). Dies alles bei 2 Grad Lufttemperatur. Nach einer Weile steht sie auf den Beinen (Abb. 05). Ich lege das Eisstück neben das Bienenhotel unter dem Balkon, und die Spinne sucht sich eine neue Bleibe. (Abb. 06). Gefragt habe ich mich, wie die Spinne sich in diese Lage gebracht hat, und gestaunt, wie schnell das Tier sich aus dem Eis befreit hat. Vermutlich war das Tier nicht am Eis angefroren.

Herzlich
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–2. 1. 2017
Beitrag von: Jürgen Peters am 2017-01-03 21:19:06
Hallo miteinander und allen ein gutes neues Jahr!    8)

Ich war gestern zum ersten Mal im neuen Jahr draußen, abends im Garten und ums Haus. Spinnen gab es genügend, mehr als Insekten. Der erste gesichtete Gliederfüßer und der häufigste und aktivste überhaupt war Anyphaena accentuata. Zu Dutzenden liefen (oder besser: schlichen) sie überall am Wintergarten und Haus herum. Hier einige Bilder von Ende Dezember (gestern sah es dort genauso aus, doch ich habe mir keine Mühe gemacht, die "Aufreihung" insgesamt ins Bild zu bekommen), einige Anyphaena im "Gänsemarsch" an der Dachrinne:

http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&postID=344330#post344330

Und hier ein paar Aufnahmen von letzter Nacht (21.30-22.00 Uhr). An Spinnen gab es neben A. accentuata noch Nuctenea umbratica, Tetragnatha montana und Nigma walckenaeri.

http://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=83684

Vom 26.-29. Dezember habe ich auch noch jede Menge Zygiella x-notata, Linyphia triangularis (sehr alt...), Linyphia hortensis (sehr jung), Metellina segmentata, Eratigena atrica, Steatoda bipunctata, Parasteatoda tepidariorum, Araneus diadematus, Drapetisca socialis, Pholcus phalangioides sowie diverse kleine, schwarze Linyphiidae abgelichtet. Doch die Fotos liegen noch unbearbeitet auf Halde. Jedenfalls erstaunlich, was noch bei Temperaturen knapp über, um oder sogar unter dem Gefrierpunkt aktiv ist.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–2. 1. 2017
Beitrag von: Eveline Merches am 2017-01-04 08:28:06
Wow Roman,
das ist ja gigantisch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Spinne dort freiwillig im Eis saß - ich denke schon, dass Du sie gerettet hast. Das sie überhaupt noch gelebt hat, wundert mich total.

... und danke für Deinen Thread hier, in den ich immer wieder gerne schaue, auch wenn ich nichts schreibe...
liebe Grüße
Eveline
Titel: Zoropsis spinimana, 20. 3. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-04-02 22:14:47
Salü zäma,

Nachdem mir am 9. und 15. Mai 2015 zwei erwachsene Männchen dieser Art in der Stube und im Keller begegneten, am 13. 9. desselben Jahres zwei Jungtiere im Holderbaum (von denen ich eines fangen konnte, das sich am 27. 9. zu einer erwachsenen Dame häutete), im letzten Dezember ein recht grosses Tier im Keller über die Kartoffeln huschte, habe ich am 20. 3. dieses Jahres vor dem Haus ein prächtiges Weibchen gefunden. Es scheint also, dass sich da eine kleine Populaion angesiedelt hat.
Wohl etwas klamm von der Kälte (5 Grad), hat sie nicht die geringsten Anstalten zur Flucht gemacht. Anbei ein paar Bilder.
Zur Grösse: die Distanz von Kammmitte zu Kammmitte des Plastikteils beträgt 8 mm.

Herzlich, Roman
Titel: Mein erstes waagrechtes Radnetz, 20. 5. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-05-21 00:50:34
Salü zäma,

Unsere alte Regentonne (oberer Durchmesser innen 72,5 cm, halb mit Wasser gefüllt) ist jüngst von einer Spinne mit einem waagrechten Netz "verschlossen" worden. Anbei ein paar Bilder.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–20. 5. 2017
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2017-05-21 10:37:08
Hallo Roman,

da solltest du nach einem Gebrauchsmuster suchen und das vermarkten. Der jeweiligen Spinne muß man aber klar machen, dass sie keine größeren Löcher im Netz duldet. Zu Zeiten der Moskitoinvasionen wird das der Renner !

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–20. 5. 2017
Beitrag von: Jörg am 2017-05-21 15:28:04
Moin Roman,

Zitat
Zu Zeiten der Moskitoinvasionen wird das der Renner !

 ;D Lothar hat recht: Das ist noch eine Marktlücke, die es zu schließen gilt!

Das sollte ein Metellina-Netz sein, oder?

Viele Grüße,
Jörg
Titel: Die Spinne zum waagrechten Radnetz, 21. 5. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-05-21 21:56:34
Salü Lothar, salü Jörg, salü zäma,

Die Mückeninvasion bekämpfe ich, indem ich den Viechern Brutplätze zur Verfügung stelle und dann pro Jahr ein paar Tausend Larven rausfische und Aquarienbewohnern verfüttere. Die lieben das!

Genau, Lothar: Und wenn man die Spinne gross genug züchtete, könnte man deren Netze gleich als Kindersicherung für Hobbyteiche einsetzen ...

Jörg liegt mit der Vermutung der Spinnenart fast richtig: es ist eine Tetragnatha montana, wie die Bilder von heute zeigen. (Von oben habe ich es noch nicht geschafft. Jedesmal, wenn ich das versucht habe, ist sie ins Netz gerannt.)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–20. 5. 2017
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2017-05-21 22:28:21
Hallo Roman,

danke für die Fotos. Bei mir ist das Problem umgekehrt meine Probanden rennen aus dem Netz in ihre Trichter. Muss mal schauen, ob sich der Einbau einer kleinen "webcam" im Netzbereich als praktikabel erweist ? Größere Cams bekommen schon
Schwierigkeiten mit den Baldachinfäden. Jetzt bräuchte ich einen meiner alten PC´s mit XP für auf den Balkon. Aber die habe ich nicht mit umgezogen. Da schau mer mal.

LG Lothar
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–20. 5. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-05-24 22:26:49
Salü Lothar, salü zäma,

Dass netzbauende Spinnen bei Störungen wie Fotografierversuchen in ihren Unterschlupf verschwinden oder sich in anderen Tarntechniken üben, kommt mir auch bekannt vor, aber mich dünkt, man kann Spinnen daran gewöhnen, dass ihnen immer wieder mal ein Mensch mit Kamera sehr, sehr nahe kommt. Bei dem Textrix-denticulata-Baby  auf Bild 01) dauerte es etwa zwei Wochen, bis es nicht mehr floh; der Spaltenkreuzspinnen-Jüngling auf Bild 02 flieht jetzt nach dem ersten Bild nicht mehr in das Lampengehäuse, sondern bloss noch bis an den Spalt, durch den er darin verschwinden könnte.
Andere Spinnen scheinen sich für mich geradezu zu interessieren: bei den Fotografierübungen mit dem Textrix-Baby fühlte ich mich jedesmal beobachtet: von einer Grossen Winkelspinne (vorgestellt in Bild 03–05).
Die Tetragnatha montana war im Übrigen wie Lothar mit dem Zustand des Netzes auch nicht mehr zufrieden und hat ein neues gebaut (Bild 06). Ob die das alte Netz auch reziklieren?

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 5. 2017
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2017-05-27 11:11:24
Hallo Roman,

erstmal danke für die wie immer fantastischen Fotos! Was das Recyklieren von Netzen anbelangt, scheinen  die kleinen Baldachinspinnen keine größeren Aktivitäten zu planen. Sie verlassen das noch ganz flach gehaltene Netz und bauen nebendran ihr erstes Baldachingebilde. Flächenmäßig etwa 5 mal so groß und deutlich mit zeltähnlichen Inhalten angereichert.

Erste Phase flaches Netz;

zweite Phase dann flach plus Fäden nach oben bis zur zeltähnlichen Anordnung an Stengel von in der Nachbarschaft wachsenden Pflanzen oder auch Geländerstreben.

In Phase drei erwarte ich die Konstruktion einer zweiten und evtl. dritten Ebene.

Interessant dazu auch der Vergleich nach mehreren Häutungen. Da zeichnet es sich ab, dass die bei den Jungtieren noch vorhandene Zeichnung mit jeder Häutung verwaschener wirkt.
Ob eine Gewöhnung an "Besucher" möglich ist, werde ich sofort in mein Progi aufnehmen und berichten.

LG Lothar
Titel: Endstation Rosenbusch oder Misumena vatia, 3. 6. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-06-03 22:41:39
Salü zäma,

Heute Mittag bei 29 Grad am Schatten habe ich eigentlich bloss nachsehen wollen, wie es den Abertausenden von Läusen an der Rosenpergola so geht oder wie es die Rosen mit den Läusen zurechtkommen.
Aber weshalb hängt da eine Biene schwer beladen unter einer Blüte?

Herzlich, Roman
Titel: Und so geht’s, Misumena vatia Nr. 2, 23. 6. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-06-03 23:32:38
Salü zäma,

Den ganzen Nachmittag vor mir, habe ich beschlossen, eine Weile (es sind dann 2 1/2 Stunden geworden) einer zweiten Misumena vatia-Dame zuzusehen.

Die Fangtechnik besteht nicht einfach aus warten, nein: man spielt "Blütenteil" (Bild 03), versteckt sich hinter der Blüte (Bild 04), wechselt immer wieder mal die Position (Bild 05, 06), nett lächeln gehört nicht zur Taktik (Bild 07), aber das Wechseln auf eine frischere Blüte (Bild 08). Ein paar Pollen zur Stärkung? (Bild 09) Kleinzeugs lässt man passieren. (Bild 10)

Herzlich, Roman
Titel: Und so geht’s: Misumena vatia Nr. 2 (Fortsetzung), 3. 6. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-06-04 00:24:22
Salü zäma,

Das Warten in der Blüte war nicht erfolgreich, genauso wenig das Grabschen nach durchstartenden Bienen. Verstecken also auch hier (Bild 11). Und siehe da, eine Biene landet (12).
Die Biene scheint derart beschäftigt zu sein, dass die M. vatia die Sache langsam, wenn auch zielstrebig angeht. (Bilder 13–15). Erst als sie die Biene berührt, geht das Getümmel los. (Bild 16)
Schliesslich erwischt die Spinne, immer gesichert mit einem Faden, die Biene zwischen dem Brustteil und dem Hinterleib. (Bild 17). Gegessen wird aber wieder hinter dem Kopf (Bild 18, vgl. Bilder 01 und 02).

(Wenn da bloss keine Imker reinschauen …)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 6. 2017
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2017-06-04 09:47:04
Wow, gut vorbereitet und sehr gut getroffen, "spektakuläre Romanshots" ! DANKE !

Die Misumena vatia gibt es hier auch. Mein Problem ist, eine der Mikroskopkameras für draussen vorzubereiten. Das scheitert oft an einer raschen Objektivadaption und dem fast immer notwendigen Stativ. Aber irgendwann packt mich das auch noch.

LG Lothar

Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 6. 2017
Beitrag von: sylvia #1 am 2017-06-04 23:07:11
Ja, sehr schöne Beobachtungen und Fotos Roman!
War jetzt wieder ein paar Tage unterwegs und nicht am PC...
Grüße in die heiße Schweiz aus dem gerad etwas abgekühlten Brandenburg
LG
Sylvia
Titel: Endstation Rosenbusch 2, Misumena vatia am 6. 6. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-06-06 22:44:58
Salü Sylvia, salü Lothar,
salü zäma,

Vorbereiten tue ich mich auf die Fotos nicht gross, ausser dass ich fast täglich durch den Garten und den Keller pilgere und schaue, wo es etwas zu sehen gibt. So weiss ich derzeit z. B. von drei grossen Nuctanea umbratica-Netzen in Fotografierreichweite, habe die Tiere selbst aber noch nie gesichtet: da wäre mal eine Nachtschicht angesagt. Stativ brauche ich keines, versuche mich darum irgendwie irgendwo abzustützen; und mit der 50-mm-Makrolinse bin ich gezwungen, nahe an die Tiere heranzugehen. Das schränkt sicher ein, aber es hetzt mich ja niemand.

Die weisse Misumena vatia vom Rosenbusch hat innert vier Tagen ihre zweite Biene erwischt, bloss ein paar Zentimeter neben der ersten (Bild 01, die Leiche der ersten Beute links im Bild). Diesmal hat sie sich zum Aussaugen einen anderen dünnen Körperteil ausgesucht (Bilder 02, 03).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 6. 2017
Beitrag von: sylvia #1 am 2017-06-07 20:10:47
Salü Roman
Wieder sehr schöne Fotos aber irgendwie mag ich da die Natur nicht so sehr... hatte mal eine Enoplognatha im Garten, die hat jeden Tag !!!  im Helianthus eine neue Hummel gefangen und sie jeweils unter ein Blatt gehängt! Irrer Friedhof ! und so viel konnte sie gar nicht auslutschen! Nach einer Woche aber war sie verschwunden... das mit dem Herumpilgern und Gucken kenn ich irgendwie :-) mach ich hier auch jeden Tag und entdecke ständig Interessantes!
LG
Sylvia
Titel: Zur Jahresmitte etwas von der Spinne des Jahres: Nuctenea umbratica
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-06-30 07:54:48
Salü Sylvia, salü zäma,

Netze von Spaltenkreuzspinnen hängen bei uns immer einige am Haus (Bild 01), doch die Tiere sieht man äusserst selten darin (Bild 02). Selbst nachts warten sie eher neben dem Netz an einer Wand oder an einem Balken, wenn sie sich nicht ganz verstecken; im Bild 03 ein Tier mit der namensgebenden Spalte. Porträts sind bisher mehr oder weniger misslungen, das Fokussieren im Dunkeln fällt schwer (Bild 04).

Herzlich, Roman
Titel: Misumena vatia in Acanthus-Blüte, 16. 7. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-07-16 21:27:45
Salü zäma,

Diese Veränderliche Krabbenspinne hat sich besonders gut eingerichtet (Bild 01). Was sie verdeckt, zeigt das zweite Bild.

Herzlich
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–16. 7. 2017
Beitrag von: Eveline Merches am 2017-07-17 20:21:41
Wow, Klasse, das sieht ja genial aus!

liebe Grüße
Eveline
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–16. 7. 2017
Beitrag von: sylvia #1 am 2017-07-21 21:01:56
Salü Roman
Neulich hatte ich auch Glück, dachte, ich geh mal gegen Mitternacht zum Hauseingang und da hatte ich eine herrlich große Nuctenea, die hatte ihr Netz vor dem Regenfallrohr gespannt und war dort ziemlich entspannt, sogar als das Blitzlicht kam ;) Diese blütenbewohnenden Thomisiden finde ich auf der Insel bisher fast nie. Da bin ich von meinem anderen zu Hause sehr verwöhnt ;)
Schönes Beobachten in/an Haus und Garten!
LG
Sylvia
Titel: Pholcus opilionoides, 5. 8. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-08-06 19:17:26
Salü Sylvia, salü zäma,

Tagsüber verschlauft, des Nachts auf festem Grund beim Netz, so finde ich die Spaltenkreuzspinnen auch meist. Irgendwie scheinen sie den Aufenthalt im Netz nicht sonderlich zu mögen.
Da sich derzeit ein paar Kleine Zitterspinnen an einem Regenwasserfass aufhalten, konnte ich eine davon zu porträtieren versuchen, ohne mich gross zu verrenken, wie das bei Kompostdach der Fall ist.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2017
Beitrag von: sylvia #1 am 2017-08-07 19:05:32
Salü Roman
Hübsch die Mama, auch ich finde es immer fantastisch wenn man sich bei solchen Beobachtungen in ganz entspannter Haltung hinstellen oder setzen kann ;-)))
LG
Sylvia
Titel: Pholcus opilionoides, 13. 8. 2017, "Spinnenhausen" 20. 8. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-08-20 23:10:52
Salü Sylvia, salü zäma,

Hübsch auch von der Seite, diese Mama, deren Kinder inzwischen geschlüpft sind. (Auf dem Bild sind die Eihüllen schon gesprungen, ich habe dieses Jahr aber auf Nachtschichten zwecks Beobachten des Schlüpfens verzichtet.)

Und falls man mal Häuser aus Spinnseide bauen will: anbei ein paar Gestaltungsvorschläge aus unserem Spinnenreihenhaus am Kompostdach.

Herzlich, Roman

Titel: Aus dem Kamasutra der Linyphia triangularis, 26. 8. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-08-27 00:11:59
Salü zäma,

Die zwei habe ich heute in einer Yukka beobachtet. Als ich sie bemerkt habe, waren sie schon in medias res. Der Herr hat zwar pausenhalber hin und wieder eine kleine Runde gedreht (Abb. 03, 08), aber als ich nach anderthalb Stunden immer mehr Muskeln am Körper gespürt und die beiden allein gelassen habe, ist er schon wieder auf sie zumarschiert. Anbei eine kleine Auswahl aus 100 Bildern.

Herzlich, Roman
Titel: Zoropsis spinimana Nr. 7, 4. 9. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-09-05 22:17:24
Salü zäma,

Nachdem hier seit dem 9. Mai 2015 in der Wohnung, im Keller, am Haus und in einem Holderbaum vier erwachsene, ein subadultes und ein junges Tier dieser Art aufgetaucht sind, ist gestern am Deckel eines Regenfasses im Garten (scheint bei Spinnen verschiedener Arten beliebt zu sein; wegen Mückenflugverkehr?) ein Jungtier von 5–6 mm Körperlänge dieser Art herumspaziert. Im Gegensatz zu den älteren Tieren ist das Sternum noch unbehaart und sehr hell (Bild 05), andere Details wie die grossen Stacheln an der Unterseite der Schienen sind schon vorhanden (Bild 03) und die Färbung gleicht derjenigen der erwachsenen Tiere ziemlich (Bild 04).

Herzlich, Roman

Funde mit Fundort
  9.  5. 2015, Stubenboden, 1 M. adult
15.  5. 2015, Kellergang (nicht vom Wohnbereich des Hauses her zugänglich), 1 M. adult
13.  9. 2015, Holderbaum (an Beerenzatte), 1 W. subadult (reif am 27. 9. 2015)
13.  9. 2015, ebenda, 1 Jungtier
20.  3. 2017, Holzbalken, Zugangsbalkon zum Haus, 1 W. adult
30.  5. 2017, Kellerfensterleibung aussen, 1 M. adult
  4.  9. 2017, Wasserfassdeckel, 1 Jungtier
Titel: Ero aphana oder: ein misslungener Beutezug, 14. 9. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-09-18 22:54:14
Salü zäma,

Neulich am Deckel des alten Wasserfasses, der sich in Bezug auf Spinnen als fast so interessant wie der Kompostdeckel erweist: eine Ero aphana-Dame zügig unterwegs  (Bild 01) – meist schleichen sie nur, wenn sie nicht einfach herumhängen – in Richtung einer Pholcus opilionoides-Kinderschar, bewacht von der Mutter (Bild 02, das grössere Jungtier in der Bildmitte gehört zur Nachbarin). Am Rand des Zitterspinnengespinstes hält die Ero inne, wartet, sich nun mit dem Rücken zum Deckel an den Spinnfäden haltend (Bild 03). Irgendwie erregt sie die Aufmerksamkeit der Pholcus-Kinder, von denen sich zunächst eines vorwagt (Bild 03), mit der Zeit sich zwei Kolonnen formen, die sich langsam auf die Ero zubewegen (Bild 05, oberes linkes Viertel. Als das vorderste der Pholcus-Kinder mit einem lang gestreckten Bein nach der Ero tastet, schreitet die Pholcus-Mutter ein, läuft auf die Ero zu, biegt aber kurz vor ihr ab (Bild 05 nach dem Abdrehen, da ich auf das Zusammentreffen gewartet habe …). Nach der zweiten Aktion dieser Art nimmt die Ero fluchtartig reissaus.

Herzlich, Roman
Titel: Pholcus opilionoides mit interessanter Beute, 23. 9. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-09-24 21:18:00
Salü zäma,

Zumindest farblich trotz der geringen Grösse sehr auffällig, was die Pholcus opilionoides-Dame da erbeutet hat.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 9. 2017
Beitrag von: sylvia #1 am 2017-09-27 12:05:37
Salü Roman
Interessant, dass es die Spinnenfresser doch nicht so einfach haben ;) Aber die Pholcus sind ja wie die Parasteatoda tepidariorum ziemlich dominante Jäger und damit auch sehr verteidigungsstark . Dabei fressen sie ja auch ihren eigenen Nachwuchs, der hier gerade vehement vor dem Verspeisen durch Fremde geschützt wird (selber essen macht fett)... oder es ist doch noch so etwas wie der Mutter- Instinkt...
LG
Sylvia
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 9. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-10-16 22:01:50
Salü Sylvia,
salü zäma,

Ich habe schon ein paar verpackte, übel zugerichtete Spinnenfresserleichen gefunden, die wohl der einen oder anderen Kugelspinne (bei uns zumeist Steatoda bibunctata und Parasteatoda tepidariorum) in den Hammer gelaufen sind. Ganz ungefährlich sind ihre Beutezüge offenbar nicht.

Dass Pholcus opilionoides ihre Jungen fressen würden, ist mir hier noch nicht aufgefallen, aber der Tisch ist ja vor allem am Kompostdach mit anderem Getier reichlichst gedeckt.

Jedenfalls kümmern sich die Mütter um die Jungen: sie bewachen sie nicht nur, sondern reagieren heftig, wenn man ihnen diese wegnimmt. Zweimal habe ich den Grossteil einer solchen Jungmannschaft mit einem Blatt vom Wasserfassdeckel ans Kompostdach umgesiedelt, und beide Male haben sich die Mütter nicht etwa durch Schwingbewegungen tarnen wollen, sondern sind den verbleibenden, flüchtenden Jungtieren, nachgeeilt, haben an Spinnfäden gezupft, als ob sie die Jungen zurückziehen wollten.

Und wenn wir schon bei den Kleinen Zitterspinnen sind:
Wie heisst die Regel für den Fall der Begegnung mit einer Schnecke?

(Bild 01) Huch, da kunnt a schnägg!
(Bild 02) Jetz abr nüt wia wägg!

Herzlich, Roman
Titel: Die Spinne zum 1. Advent 2017: Anyphaena accentuata
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-12-03 19:43:35
Salü zäma,

Heute Nachmittag ist mir beim Verschieben einiger Blumenkisten mit Kräutern, Wildblumen und dergleichen in der Kiste mit Wintermajoran, Griechischem Basilikum und Thymian eine Bewegung auf der Laubschicht aufgefallen: eine Anyphaena accentuata von ca. 5 mm Körperlänge, munter trotz Temperatur um den Gefrierpunkt.

Herzlich, Roman
Titel: Weihnachtsgruss vom Kompostdach, 23. 12. 2017
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2017-12-23 17:41:48
Salü zäma,

Mit etwas "Weihnachtsdekoration" vom Kompostdach – Kokons von Ero tuberculata oder Ero aphana, beide Arten sind dort inzwischen aufgetaucht – wünsche ich Euch ein frohes Weihnachtsfest.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 12. 2017
Beitrag von: Jörg am 2017-12-23 20:32:56
Moin Roman,

ich glaube zwar nicht, daß "Spinnenfresser-Kokons am Kompostdach" irgendwann Lametta und Kugeln als beliebteste Weihnachtsdekoration verdrängen werden, aber mir gefällts!  ;D
Frohe Weihnachten!

Viele Grüße,
Jörg
Titel: Die letzte Spine von 2017, die erste von 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-01-01 20:26:09
Salü Jörg,
salü zäma,

Die Spinnenfresserkokons vielleicht als Biochristbaumschmuck für Koniferenbonsais ...

Mit der letzten Spinne des Jahres 2017, die mir gestern Abend zufällig am Estrichgiebel aufgefallen ist – ein subadultes Araneidenmännchen von 5 mm Körperlänge, gut gepudert mit Kalkfarbstaub –, und der Bewohnerin eines unserer Kellertürfenster, die ich heute Morgen aufgesucht habe, wünsche ich hier allen nebst dem üblichen Wünschbaren ein spinnenreiches, ungruseliges Jahr 2018.

Herzlich, Roman
Titel: Der einsame Araneiden-Mann aus dem Estrich, Januar bis März 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-04-28 22:37:47
Salü zäma,

Beim Kontrollieren der Wachsblume im Estrich – sie kommt demnächst wieder an ihren Sommerplatz über der Haustür – ist mir die vertrocknete Leiche des Araneidenmanns (Araneus triguttatus) in die Hände gefallen, der Anfang Jahr unzeitigerweise erwachsen wurde. Anbei ein paar Bilder aus seinem einsamen Leben. Schon in der ersten Februarwoche war er beträchtlich abgemagert (Bild 05), und nicht anders sah er Anfang März aus, als er mir das letzte Mal lebend unter die Augen kam.

Herzlich Roman
Titel: Zilla diodia, 29. 4. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-04-29 22:07:03
Salü zäma,

Anbei ein paar Bilder einer Zilla diodia-Dame, die ihr Netz unter dem Vordach des Südbalkons aufgespannt hat. Vielleicht gibt es mal noch bessere Fotos von einem nicht windigen Tag; dann werde ich die Leiter stellen, anstatt auf einem auf einer Sitzbank platzierten Schemel zu balancieren.
Keine Ahnung, was in dem Knäuel in der Mitte des Netzes steckt. Gut eingepackte Beute (Bilder 02, 03)? Auf dem letzten Bild ist sie auf Netzreparaturtour.

Herzlich, Roman
Titel: Zilla diodia, 1. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-01 18:31:26
Salü zäma,

Nachdem die Spinne ein neues Netzt gemacht hat, sitzt sie wenigstens mit dem Bauch zur Hauswand und dem Rücken zum Balkon, aber die stark reflektierenden weissen Stellen, vor allem ihr Markenzeichen (Bild 02), haben dazu geführt, dass ich heute Vormittag etwa hundert Fotos mit verschiedenen Belichtungsmessungsarten, aus verschiedenen Winkeln und Distanzen gemacht und zumeist wieder gelöscht habe. Das Tier ist zwar klein, leuchtet aber geradezu unter dem Dachvorsprung hervor. Anbei ein Porträt als Resultat dieses Tags der (Spinnen/-r-)Arbeit (Bild 01) ...

Herzlich, Roman
Titel: Ozyptila praticola, 10. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-10 22:56:17
Salü zäma,

Neben den üblichen Spinnen der Kellerostwand war heute der hier gezeigte kleine Herr von ca. 2,5 mm Körperlänge unterwegs: Ozyptila praticola.

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus terebratus, 12. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-12 23:53:32
Salü zäma,

Nachdem mich vorgestern ein erwachsenes Sitticus terebratus-Weibchen genarrt hat, habe ich heute an der Keller-Ostwand einige 2–2,5 mm grosse Jungtiere der Art erwischt. Dass gleichzeitig Tiere verschiedenen Alters auftauchen, ist mir schon in anderen Jahren aufgefallen. Weshalb den Tieren die unverputzte, bloss mit Farbe bemalte Betonwand gefällt, dürfte beim Betrachten der Bilder klar werden. Kennt jemand die Beutetiere auf den Bildern 03 und 05? Gleichzeitig an der Wand unterwegs waren ein halbes Dutzend Heliophanus cupreus-Männer (Bild 06), und – einer potenziellen Beute nacheilend – ein Textrix denticulata-Jungtier (Bild 07).

Herzlich, Roman
Titel: Nematogmus sanguinolentus, Kokon, 13.–15. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-15 22:51:07
Salä zäma,

Am Sonntag suchte ich nach den Winzlingen, welche die Sitticus terebratus-Jungtiere an unserer Keller-Ostwand erbeuten, allerdings vergeblich. Am Kompost fand ich ebenfalls nichts, aber da tauchte plötzlich eine kleine orange Kugel auf (Bild 01). Mittels eines Blatts spedierte ich sie in ein Konfitüreglas. Am Abend fing sie an, einen dichten Teppich zu weben (Bild 02). Am Montagmorgen sah das von aussen aus, wie das Bild 03 zeigt. Nach dem Öffnen des Deckel die Überraschung (Bild 04, 05). Und die Spinne mass anstatt 2,5 mm noch 2 mm und war drastisch abgemagert.
Heute sieht sie schon wieder besser aus, hängt kopfüber in einem Netz und frisst Läuse (Bild 06, 07).

Herzlich, Roman
Titel: Marpissa muscosa, Misumena vatia, 24. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-24 22:04:43
Salü zäma,

Heute hat meine Frau am Briefkasten verdienstvollerweise eine «grosse grüne Spinne» eingefangen und dies telefonisch angekündet. Zuhause ist mir dann als Erstes die «Grosse Stahlträgerspinne» auf dem Zugangsbalkon aufgefallen (Bild 01), und in einem Glas auf dem Küchentisch hat sich die grüne Spinne auf Efeu- und Geraniumblatt vom Fundort zwar nicht als etwas Neues entpuppt, aber doch als Misumena vatia-Dame mit einer Färbung, die ich bisher nur bei ganz jungen Tieren beobachtet habe: weisslichrün mit grauen Beinen (Bild 02–03). Interessanterweise ist das Sternum gelb (Bild 04).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 5. 2018
Beitrag von: Jürgen Guttenberger am 2018-05-24 22:22:10
Schöne Tiere, nette Frau ;)

Gruß Jürgen
Titel: Misumena vatia, 26. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-27 22:09:46
Salü Jürgen, salü zäma,

Sogar einen neuen Wohnsitz auf dem Balkon hat die Spinne spendiert bekommen.

Herzlich, Roman
Titel: Araniella- und Philodromus-Spiderling, 27. 5. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-05-27 22:23:45
Salü zäma,

Keiner zu klein, ein Fänger und Jäger zu sein: ein Araniella-Spiderling (4 mal 2 Punkte auf dem Rücken; ca. 1,5 mm Körperlänge) in einem waagrecht in ein gewölbtes Rosenblatt montierten Radnetz (Bild 01) und ein Philodromus-Spiderling (2 mm Körperlänge), dem eine Laus begegnet: die Laus nähert sich von hinten an dem aufrecht stehenden Pflanzenstängel (Bild 02), das Spinnlein dreht sich blitzschnell, packt die Laus (Bild 03), noch 5 Minuten später zappelt die Laus (Bild 04, «Tritte in den Bauch»), das Gift scheint nicht besonders wirksam sein.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 5. 2018
Beitrag von: Lothar Gutjahr am 2018-05-30 21:20:22
Sallü Roman,

wir sind wieder in Griechenland gestrandet. Und heute bin ich nach über einem Jahr mal wieder in deinem Thread.
Wie immer bleibt das Staunen an erster Stelle. Da wir gegenüber früher in die Zivilisation >>Perachora<< gezogen sind, fehlt leider die frühere Wildnis und die Anzahl der Fotomodelle ist drastisch zurückgegangen. Die derzeit kleiner werdende Fledermauspopulation, deutet ebenfalls auf einen Rückgang der Anzahl an Insekten. Zur Not miamer halt e Fliegezucht starten.

LG Lothar
Titel: Nematogmus sanguinolentus, 2. 6. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-06-03 22:53:17
Salü Lothar,

Schön, wieder einmal von dir zu hören! Anbei zwei Bilder aus der περίχωρα meines Schreibtischs. Hier hat immer noch die Nematogmus sanguinolentus von Mitte Mai Gastrecht, braucht sie mit ihren 2 mm doch wenig Platz und zeigt: auch im Kleinen erwischt’s gerne die Kleinen (Abb. 01 und 02).

Mit einem herzlichen Gruss nach Griechenland,

Roman
Titel: Parasteatoda tepidariorum mit speziellem Beuteschema, 10. 6. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-06-10 22:45:15
Salü zäma,

Dass die Gewächshausspinnen bei uns vom Regenwurm über Asseln bis zu Hundertfüsslern alles verspeisen, was in ihre Netze gelangt, ist mir schon zuvor aufgefallen; an Spinnen habe ich schon Clubionas und eine Pardosa als Beute entdeckt.
Die hier vorgestellte Dame scheint sich indes geradezu auf Spinnen spezialisiert zu haben, und sie ist dabei prächtig gewachsen (Bild 01 vom 4. 6.). Anbei die beobachtete Beute
Drassodes lapidosus/cupreus am 19. 5. (Bild 02)
Ozyptila praticola am 20. 5. (Bild 03)
Anyphaena accentuata am 27. 5. (Bild 04)
Drassodes lapidosus/cupreus am 28. 5. (Bild 05)
Am 27. 5. hatte sie Männerbesuch: einen derartigen Gewächshausspinnen-Spargeltarzan (Bild 06) habe ich zuvor nie gesehen. Am nächsten Tag war er nicht mehr zur Stelle, ganz im Gegensatz zum gewohnten Bild der P.-tepidariorum-Pärchen. Nun hat die Dame den ersten Kokon gemacht.

Herzlich, Roman
Titel: Odiellus spinosus vom 28. 7. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-08-25 17:30:32
Salü zäma,

Leider habe ich in den letzten Monaten kaum Zeit für Spinnen gehabt, aber am 28. Juli ist mir das hier vorgestellte stachelige Tier an der Balkonbepflanzung aufgefallen, nachdem ich zuvor schon zwei Exemplare der Art als Gewächshausspinnenopfer vorgefunden habe.
Die Tiere sollen ja wärmeliebend sein, und da kommt ihnen der diesjährige Sommer gerade recht. Auch Grosse Zitterspinnen tummeln sich dieses Jahr vermehrt ausserhalb des Kellers.

Herzlich, Roman
Titel: Scotophaeus scutulatus in Aquarium ersoffen, 1. 8. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-08-25 18:19:49
Salü zäma,

Wenn ich mich nicht irre, ist das der erste im Erdgeschoss unserer bescheidenen Hütte vorgefundene S. scutulatus , womit die Art vom Keller bis zum Dach unterwegs wäre, mit Vorliebe im Keller.
Wie das unschöne Bild zeigt, kommt die Art mit tieferem Wasser nicht besonders gut zurande: das Tier ist in einem der Aquarien ersoffen.

Herzlich, Roman

Titel: Nuctanea umbratica-Spiderling, 25. 8. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-08-25 18:34:20
Salü zäma,

Beim Ersetzen dreier Dachflächenfenster ist nicht nur jede Menge Gerümpel in der Dachkonstruktion zum Vorschein gekommen – Einbauen scheint bequemer zu sein als zu entsorgen –, sondern auch allerlei tierische Hinterlassenschaft, und viele Mitbenutzer des Hauses sind aufgescheucht worden. Einige sind deshalb im entsprechenden Zimmer unterwegs, so eine junge Cheiracantium von 3 mm Körperlänge, oder haben sich dort versteckt, wie die hier vorgestellte, in einer Schublade aufgefundene junge Nuctanea umbratica (3 mm KL).

Herzlich, Roman
Titel: Sitticus terebratus, 28. 8. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-09-05 23:26:26
Salü zäma,

Nachdem mir bisher an unserer Keller-Ostwand in der zweiten Jahreshälfte ein einziges Mal junge Sitticus terebratus begegnet sind, habe ich am 28. August wieder vier von denen gefunden, drei am Vormittag (Abb. 01–03), eine war abends um 10 Uhr unterwegs. Die Letztere habe ich zwecks "Bauchschau" eingesammelt, danach wieder freigelassen. Die Tiere "unserer" Kolonie bilden (nur in sehr heissen Sommern?) entweder zwei Generationen pro Jahr oder frühe und späte Tiere. Nachtaktiv sind sie offenbar auch.
Zudem ist mir an dieser Wand die zweite Zodarion durchs Blickfeld gerast. Das Bild ist leider etwas unscharf, und einfangen habe ich sie auch nicht können. Die Art ist deshalb immer noch unklar.

Herzlich, Roman
Titel: Zoropsis spinimana, 28. 8. und 4. 9. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-09-06 22:50:49
Salü zäma,

Nachdem uns vor gut 3 1/2 Jahren die ersten Tiere dieser Art im Haus aufgefallen waren, sind mir in den letzten Tagen die Exemplare Nr. 8 und 9 untergekommen: am 28. 8. fiel beim Kellerfensterputzen ein erwachsener Herr (vom Frühling?) mit gespaltenem Schädel aus einer Fensternut (Abb. 01); bei der Kontrolle des Wasserstands einer Regentonne entdeckte ich am 4. 9. eine weiteres Tier der Art ruhig auf dem vertrockneten Deckblatt einer Thunbergia-Blüte auf dem Wasser treibend (Abb. 02). Ein Windstoss nach dem Öffnen des Deckels trieb das Gefährt an den Rand, und ein subadulter Herr stieg gemächlich an Land (Abb. 03)

Die Art scheint sich bei uns etabliert zu haben und Wasser nicht zu scheuen (das Jungtier vor einem Jahr sass auf dem Deckel einer anderen Wassertonne (siehe oben unter dem 4. 9. 2017).

Herzlich, Roman
Titel: Die auf dem Wasser wandeln, 9. 9. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-09-11 22:43:05
Salü zäma,


Dank dem Heisshunger eines Teils unserer Mitbewohner auf Mückenlarven und -puppen habe ich am Sonntag die hier vorgestellten Tiere auf dem Wasser eines Regenfasses wandeln sehen: eine junge Drassodes lapidosus/cupreus Bild 01 und 02) und zwei rote Samtmilben (Bild 03). Die Erstere rannte reglerecht über das Wasser, schaffte es aber nicht, dessen Rand an der Gefässwand zu überwinden, da dort die Abstossung zu gross war; habe ihr darum mit einem dürren Blatt geholfen (Bild 02). Auch die Milben sind nicht geschwommen, sondern auf der Wasseroberfläche gelaufen.
Wie ertrunkene Spinnen zeigen, haben nicht alle Spinnentiere die hier gezeigte Fähigkeit.

Herzlich, Roman
Titel: Scytodes thoracica-Jungtier, 12. 10. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-10-13 23:00:28
Salü zäma,

Aus dem Bad es ruft:
Hier wartet eine Spinne
für den Spinner, schnell!

(Eine Scytodes thoracica, von 2 mm Körperlänge, vorgefunden im Badezimmer wie schon das erste Exemplar im Haus.)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Scytodes thoracica-Jungtier, 12. 10. 2018
Beitrag von: Jürgen Peters am 2018-10-13 23:57:04
Hallo Roman,

Eine Scytodes thoracica, von 2 mm Körperlänge, vorgefunden im Badezimmer wie schon das erste Exemplar im Haus.

Bei den momentanen Temperaturen (hier heute 28 °C!) schleichen die auch noch draußen rum. Diese junge fand ich vorgestern an der Hauswand.
Titel: Weihnachtsspinne 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-12-25 00:51:04
Salü Jürgen, salü zäma,

Die obige Speispinne ist erst die zweite gewesen, die ich hier gefunden habe, aber vielleicht ist unsere Hütte mit 23 Jahren noch zu jung für eine dichtere Population.

Heute habe ich nach ein paar Tagen Pause infolgen eher garstigen Wetters wieder einmal einen Blick auf die im westlichen Kellerzugang ausharrenden Gewächshaus- und Grossen Zitterspinnen (der heisse Sommer hat die wohl nach draussen gelockt) geworfen, und da ist mir ein erst vor Kurzem geschlüpftes Jungtier aufgefallen: ein kalter Start ins Leben! (Abb. 01) Auch wenn wir in den letzten Tagen tagsüber wieder Temperaturen bis 10 Grad hatten, hatten wir auch frostige Nächte (bis ca. -5 Grad). Dass die Gewächshausspinnen sich z. T. nicht um die Jahreszeiten kümmern, beobachte ich schon seit Jahren. Die Mutter hat erst im Herbst drei Kokons gebaut und sich bei keinem ans Handbuch gehalten, d. h. sie hat die äussere Schutz- oder Isolationsschicht weggelassen. (Abb. 02). Die Jungtiere des ersten Kokons sind geschlüpft, haben sich gehäutet und sich irgendwo verschlauft; im zweiten Kokon (Bild 03, rechts), sind noch ein paar Larven sichtbar. Keine Ahnung, ob die den Winter überleben.
Allen frohe Weihnachten wünschend, Roman
Titel: Re: Weihnachtsspinne 2018
Beitrag von: Jürgen Peters am 2018-12-25 18:26:03
Hallo Roman,

westlichen Kellerzugang ausharrenden Gewächshaus- und Grossen Zitterspinnen (der heisse Sommer hat die wohl nach draussen gelockt)
die Parasteatodas habe ich sowieso erst ein einziges Mal in der Wohnung gefunden, aber auch die Zitterspinnen finden sich hier in der wärmeren Jahreszeit eigentlich schon immer auch draußen am Haus, Stall, Garage oder Wintergarten. Bis vor zwei Jahren habe ich allerdings noch nie beobachten können, daß eine adulte P. tepidariorum hier den Winter übersteht. Doch dann hat eine zumindest bis März außen am Lagerhaus ausgehalten.

Zitat
und da ist mir ein erst vor Kurzem geschlüpftes Jungtier aufgefallen
Ist das nicht ein Zygiella x-notata-Spiderling? Ein bißchen hell zwar, aber vom Habitus her... Von denen gibt es hier im Spätwinter immer regelrechte Invasionen im Haus. Sie sind wirklich überall mit ihren 2 €-Stück-großen Netzen. Selbst im PC-Gehäuse habe ich sie schon gefunden (da der 24/7 läuft, ist es darin auch immer schön warm).
Anders als noch vor ca. 5-6 Jahren, wo die alle noch spätestens im tieferen Winter verschwanden, überleben hier seitdem aber auch jede Menge erwachsene Zygiella-Weibchen die kalte Jahreszeit. Ich habe jedenfalls keine Probleme, auch im April adulte zu finden.

Zitat
ein kalter Start ins Leben! (Abb. 01) Auch wenn wir in den letzten Tagen tagsüber wieder Temperaturen bis 10 Grad hatten, hatten wir auch frostige Nächte (bis ca. -5 Grad).
Hier waren die Nächte und Tage zuletzt eigentlich etwa gleich warm - immer so um die 5-8 °C. Letzte Woche waren es hier an einem Tag allerdings sogar mal über 12 °C. Allerdings bei Dauerregen und stürmischen Böen, nichts für Exkursionen...

P.S.: Diese kleine Steatoda cf. triangularis (https://forum.arages.de/index.php?topic=24752.msg148053#msg148053) hat hier noch bis vor ein paar Tagen in einem Netz unter einem Hängeregal im Bad gesessen, und ich hatte mir schon überlegt, wie ich sie über den Winter bringe. Genauer gesagt, ihr Beute verschaffe, wenn sie war noch kein bißchen gewachsen (das tut sie wohl in der kalten Jahreszeit auch nicht, aber sie hat durch gelegentliche Aktivität (nicht kalt genug im Haus) doch Energie verbraucht).
Das Problem hat sich dann in Form eines nur wenig größeren Pholcus phalangioides-Jungtiers erledigt  :'(. Dieses tauchte irgendwann fünf Zentimeter entfernt unter dem Regal auf und saß dort einige Zeit ohne Aktivität (länger, als ich Geduld für die weitere Beobachtung hatte). Am nächsten Tag war die Steatoda dann verschwunden und an ihrer Stelle saß der Zitterspinnen-Spiderling am selben Ort im Netz - bevor er einen weiteren Tag später dann auch wieder verschwunden war...
Ich stelle sowieso immer wieder fest, daß die Pholcus längst nicht so ortstreu sind wie die meisten anderen netzbauenden Spinnen. Ich finde sie immer wieder überall herumstreifend. Sicherlich auch Teil ihres Erfolgsrezepts.
An der Stelle mitten im kleinen Steatoda-Netz war einige Zeit vorher auch schonmal ein erwachsener Pholcus aufgetaucht, woraufhin diese sich fast ganz in eine kleine Ritze an der Wand gequetscht hatte. Aber für die viel größere Zitterspinne fiel der Winzling wohl nicht ins Beuteschema. Jedenfalls war sie kurze Zeit später wieder weg, und die kleine Steatoda hatte ihren üblichen Platz im Netz wieder eingenommen.

Auch ich wünsche allen hier ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins neue Jahr!  (https://www.cheesebuerger.de/images/smilie/xmas/z012.gif)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-12-25 20:07:31
Salü Jürgen,

Im Sommer findet sich bei uns am Haus in den (offenen) Autounterständen und unter dem Zugangsbalkon schon auch Grosse Zitterspinnen, aber dieses Jahr scheinen mir solche Tiere in auffällig grosser Zahl auch an nicht «höhlenähnlichen» Orten unterwegs gewesen zu sein (eine z. B. am Kirschbaumstamm); und vor allem habe ich im Winter noch nie welche draussen ungeschützt an Wänden hängen sehen (Abb. 01 und 02) wie jetzt, wobei der genannte Kellereingang mit einem Gitter abgedeckt ist. Vielleicht gibt das den Tieren genug Höhlengefühl ... Eines der Tiere habe ich in den Keller gesetzt, und es ist aus seiner Starre aufgewacht. Weitere lasse ich mal hängen, es hat eh zu viele von diesen im Keller, man darf sie der Spinnenvielfalt zuliebe nicht überhand nehmen lassen.

Das ungeschützte Verbleiben am Ort selbst im Winter ist hier ein typisches Merkmal der Gewächshausspinnen. Wird es wärmer, fangen sie an, sich zu bewegen, wird es kalt, erstarren sie wieder. Es scheint, dass sie nie gelernt haben, dass man sich im Winter an einen geschützten Ort begeben sollte. Das endet manchmal böse: weniger der Kälte als gewisser Vögel wegen.

Der Spiderling ist schon eine Gewächshausspinne. Viele von denen haben diese verkehrte Zygiella-x-notata-Zeichnung (das Mittelband auf dem Hinterleib, so vorhanden, ist dunkel, die Umgebung hell gefleckt). Ganz klein haben sie sogar auffällig grosse Mittelaugen wie winzige Springspinnen. (Siehe z. B. oben, https://forum.arages.de/index.php?topic=3046.390, unter dem 13. und dem 23 . 7. 2016)

Zygiellea x-notata sind mir am Bahnhof auch schon im Winter aufgefallen: an Lampen.

Ausser an klaren Nächten hatten wir diesen Herbst und Winter noch nie Minustemperaturen, und Minustemperaturen am Tag? 2 Mal? 3 Mal? Wenigstens regnet es endlich ...

Deine winzige Steatoda triangularis ist vielleicht doch eine S. bipunctata. Ich habe mal ein Gelege beobachtet, und da hat es eine Zeit gegeben, wo die Spiderlinge ähnliche Dreiecksmuster aufgewiesen haben.

Gestern habe ich den Luftentfeuchter in der Waschküche entsifft, und was habe ich da aus dem Apparat vertreiben müssen? Eine Eratigena atrica. Lärmempfindlich darf die nicht gewesen sein.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2018
Beitrag von: Jürgen Peters am 2018-12-26 20:16:41
Hallo Roman,

ich war gestern Abend nochmal draußen ums Haus und im Garten schauen, was da bei 4 °C noch nächtlicherweise kreucht und fleucht. Es waren jedenfalls arten- und individuenzahlenmäßig mehr Spinnen als Insekten. Auch 3 Weberknechtarten waren noch unterwegs. Nachzulesen (mit Fotos) alles hier:
https://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&postID=382931#post382931
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–31. 12. 2018
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2018-12-31 23:23:21
Salü Jürgen,

Da kreucht und fleucht ja noch allerlei bei Dir! Ob das vor einem halben Jahrhundert um diese Jahreszeit auch so war.

Salü zäma,

Mit den invaliden Esslinger Spinnen des Jahres wünsche ich Euch Hals- und Beinbruch fürs kommende Jahr: eine gute Gesundheit, Erfolg bei Euren Unternehmungen und viele spannende Spinnenfunde!

Der Zoropsis spinimana-Mann fiel mir am 13. Oktober auf, weil er das zweite rechte Bein aufrecht wie eine Fahnenstange trug. In der Gegend der Patella dieses Beins hingen Häutungsreste und ebendort wie am äussern Ende der Tibia befanden sich seltsame, klauenartige Auswüchse. Der Metatarsus und der Fuss fehlten. Äusserst seltsam sah auch der rechte Pedipalpus (siehe  https://forum.arages.de/index.php?topic=24853.0) aus. Hätte der linke Taster gefehlt, hätte ich eine neue Art entdeckt ...
Der 2 mm grosse Pistius truncatus , ebenfalls vom Oktober, war wirklich truncatus: die beiden linken Vorderbeine waren an den Koxen gekappt.

Herzlich, Roman
Titel: Wuschelbeinige Araneide mit auffälligem Hintersteven, 2. 4. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-04-07 00:13:03
Salü zäma,

Nachdem mir im Spinnenbereich monatelang nichts Auffälliges untergekommen war, entdeckte ich am letzten Dienstag an der Pergola eine für unseren Garten neue Art: eine junge Cyclosa conica. Zunächst fiel mir das vom Sturmwind zerzauste Netz mit der auffälligen Verstärkung auf (Abb. 01) und dachte an eine junge Wespenspinne, wobei das eventuell arg früh wäre. Am Draht, an dem das Netz oben befestigt war, wurde ich dann fündig (Abb. 02). Die Spinne zu porträtieren war eher schwierig, da sie den Vorderkörper meist mit Beinen verdeckte. Zur Grösse: der geflochtene Draht hat einen Durchmesser von 3 mm.

Heute ist mir beim Richten eines der Wildbienenholzstapel an der Kellerostwand eine Nematogmus sanguinolentus über den Weg gelaufen. Irgendwie scheinen die es mit dem Holz zu haben.

Von den an Weihnachten erwähnten beiden Grossen Zitterspinnen in der westlichen Kellerzufahrt hat die kleinere den Winter wirklich draussen überlebt, ohne sich gross von der Stelle zu bewegen. Die grössere hat sich mal verschlauft oder ist abhanden gekommen. Junge Gewächshausspinnen sind ebenfalls vor Ort.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 4. 2019
Beitrag von: Jürgen Guttenberger am 2019-04-14 08:56:11
Das Drahtseil mit seinem Akrobaten sieht klasse aus.....

Jürgen
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 4. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-04-19 00:55:16
Salü Jürgen, salü zäma,

Eine Frostnacht hat das Tier wohl von dem Ort vertrieben. Aber vielleicht tauchen nun mehr Exemplare dieser Art auf, wie es in unserem Haus und Garten mit anderen Arten passiert. So fallen mir z. B. immer mehr Drassodes lapidosus/cupreus oder Heliophanus auf, auch wenn ich nicht danach suche.

Heute sind mir (beim Auswintern der Zitronenbäume) zwei weitere Zoropsis spinimana untergekommen: ein erwachsenes Weibchen im Kellergang zwischen Pflanzentöpfen, und ein 1-cm-Tier in einer Falte meiner Hose beim Pausemachen auf der Terrasse. Vermutlich stammt auch dieses Tier aus dem Pflanzenlager im Kellergang.

Die aktualisierte Auflistung der Zoropsis spinimana-Sichtungen bei uns:

  9.  5. 2015, Stubenboden, 1 M. adult
15.  5. 2015, Kellergang (nicht vom Wohnbereich des Hauses her zugänglich), 1 M. adult
13.  9. 2015, Holderbaum (an Beerenzatte), 1 W. subadult (reif am 27. 9. 2015)
13.  9. 2015, ebenda, 1 Jungtier
20.  3. 2017, Holzbalken, Zugangsbalkon zum Haus, 1 W. adult
30.  5. 2017, Kellerfensterleibung aussen, 1 M. adult
  4.  9. 2017, Wasserfassdeckel, 1 Jungtier
28. 8. 2018, 1 M. adult, tot an Waschküchenfenster
  4. 9. 2018, 1 M, subadult, in Wasserfass
 18. 4. 2019, 1 W, adult, Kellergang, versteckt  zwischen Pflanzentöpfen
 18. 4. 2019, 1 Jungtier von 1 cm Körperlänge, am Hosenbein (wohl auch aus dem Kellergang)

Herzlich, Roman



Titel: Ero aphana vs. Steratoda, 23. 4. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-04-25 00:00:04
Salü zäma,

Gestern konnte ich wieder einmal eine Ero aphana auf einem Beutezug beobachten, diesmal einen subadulten Herrn. Zwischen 16.33 (Abb. 01) und 18.40 Uhr (Abb. 07) bewegte sich der Spinnenfänger um ganze drei Körperlängen, wobei er ab 17.55 Uhr (Abb. 04) an etwa derselben Stelle wartete, bloss hin und wieder eines der Vorderbeine ganz langsam bewegte (Beinstellung bei Abb. 06 von 18.26 Uhr und Abb. 07 von 18.40 Uhr, während die Steatoda an Ort und Stelle verharrte, bloss etwas vor- oder zurückrückte. Wie schon einmal beobachtet (https://forum.arages.de/index.php?topic=3046.msg142030#msg142030), scheinen die Ero aphana ihre Beute aus der Reserve locken zu wollen. Allerdings sah ich vor Jahren einmal, dass eine solche Spinne sich auf eine etwa gleich grosse Steatoda bipunctata stürzte und das folgende Getümmel als Siegerin beendete.
Als ich gestern um gestern 18.45 Uhr nach dem Stand der Dinge sah, war die junge Steatoda verschwunden. Das lange Warten des Jägers hatte sich nicht gelohnt.
Dass solche Ereignisse sich immer an den zum Fotografieren unbequemsten Stellen abspielen (obere Ecke einer Fensterleibung, aussen an der Kellerostwand) scheint ein Gesetz zu sein. Die zeitliche Abfolge der Bilder: 16.33, 17.38, 17.41, 17.55, 18.06, 18.22, 18.40 Uhr)

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 4. 2019
Beitrag von: Jürgen Peters am 2019-04-26 20:40:21
Hallo zusammen,

darf ich hier auch mal was anfügen? Nichts Besonderes, doch ist für mich Harpactea hombergi eine der elegantesten Spinnen (hier ein Männchen). Habe ich sie früher nur selten mal am/im Wald unter Holzstücken oder Steinen entdeckt, finde ich sie in den letzten zwei, drei Jahren erfreulicherweise immer öfter nachts an den Hauswänden. Gestern liefen gleich mehrere herum (konnte leider nur die eine fotografieren).
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 4. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-04-27 22:55:40
Salü Jürgen, salü zäma,

«Meine» Harpactea hombergi habe ich ebenfalls an einer Hauswand, an derselben Keller-Ostwand wie die obigen Spinnen, gefunden, allerdings im unteren Bereich.
Ich habe den Verdacht, dass, je älter unsere Hütte wird, desto mehr Spinnen auftauchen respektive zurückkehren. Um Platz für den Bau zu schaffen, trug man seinerzeit einen Molassefelskopf teilwese ab.

Heute habe ich die zwölfte Zoropsis spinimana entdeckt, die erste auf der Wetterseite des Hauses: ein Herr von beachtlicher Grösse (Abb. 01), der wohl den Tag in der Fuge einer Zementwand verbracht hat. Sehenswert finde ich die Bestachelung dieser Tiere (Abb. 02) und die schimmernden Augen (Abb. 03). Nach dem Eindunkeln ist das Tier verschwunden.

Im Weiteren  fielen mir schon früher zwei Gespinste zuoberst an den nördlichen Seiten der Leibungen der östlichen Kellertür und eines benachbarten Fensters auf, die ich in Zusammenhang mit Rindenspringspinnen brachte. Inzwischen sind diese aber etwa 6 cm lang und 2 cm breit, also eindeutig zu gross dafür. Blicke durchs Makroobjektiv haben neben mehreren eingesponnenen Exuvien eine gelbliche, männliche Spinne mit dunklen Füssen und grossen Stacheln an einem Bein als Bewohnerin des ersten Gespinnstes erscheinen lassen (Abb. 04). Das zweite, dichtere Gespinnst ist ebenfalls mit Exuvien bestückt (Abb. 05). Da die Gespinste zwar möglichst wettergeschützt, zum Fotografieren aber an unbequemster Stelle angebracht sind, habe ich das zweite, unbewohnt erscheinende Gespinst zwecks genauerer Besichtigung der Exuvien entfernen wollen. Aus der dabei entstandenen Öffnung hat mich dann allerdings ein Tier angeguckt (Abb. 06). Da die Erweiterung der Öffnung kaum mehr Einsicht ergeben hat (Abb. 07), habe ich das Tier von hinten mit dem Grashalm etwas in meine Richtung bewegen wollen. Die Bewegung ist dann allerdings zur Flucht geraten, rasend und springend hinunter ins Bollensteinbett an der Hauswand. Auf einem dort liegenden Metallstock habe ich sie kurz erwischt (Abb. 08), bevor sie im Laub entschwunden ist: eine Cheiracanthium (Abb. 08). Erwachsene C. mildei habe ich bislang am nahen Kompost und im Efeu an Metallpfosten des Vordachs gefunden.

Herzlich, Roman

Titel: Nigma walckenaeri, 1. 8. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-08-02 18:40:54
Salü zäma,

Nach langer Zeit habe ich bei uns wieder einmal etwas Neues entdeckt: ein Nigma walckenaeri-Jungtier. Eigentlich versuche ich seit Wochen, herauszufinden, wo die Spaltenkreuzspinne sich versteckt, deren grosses Netz unter dem Zugangsbalkon zum Haus hängt. Dabei fiel mir gestern ein kleiner, vom Abendwind bewegter grüner Punkt auf (Bild 01), der sich hin und wieder selbständig bewegte (Bild 02). Leider verschwand das Tier rasch einer Spalte eines Holzbalkens, sodass ich es bloss zügig unterwegs oder vom Wind verweht fotografieren konnte.

Nigma flavescens habe ich im Garten hin und wieder gesehen. Nachdem ein Nachbar von grünen Spinnen in den Schwarzen Johannisbeeren gesprochen hat, muss ich dort wohl mal genauer schauen.

Herzlich, Roman
Titel: «Familienbilder» mit Grosser Winkelspinne, 2. 8. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-08-02 19:07:28
Salü zäma,

Nachdem wir letztes Jahr eine Gewächshausspinnen-Dame mit einer Vorliebe für Spinnenmahlzeiten an einem Waschküchenfenster hatten (siehe weiter oben, vom 10. 6. 2018), sind mir jüngst zwei solche Tiere mit je einer Eratigena atrica als Beute aufgefallen. Im einen Fall (im Lichtschacht eines Kellerfensters) hat sich heute gerade der Liebhaber der Dame vorsichtig der Beute genähert (Bild 01) und es sich schmecken lassen (Bild 02), während die Dame des Hauses bei ihren zwei Kokons gesessen hat (Bild 03), wobei es durchaus vorkommen kann, dass Männlein und Weiblein gemeinsam an der Beute sitzen. Ich nehme im Übrigen nicht an, dass der alles andere als stattliche Kerl die Beute gefangen hat. Der zweite Fall (im Mauerwinkel neben der westlichen Kellertür) betrifft eine prächtige Dame mit einem Kokon (Bild 04). Und wenn wir schon dabei sind: Während die einen ums Haus sichtbaren Parasteatoda tepidariorum-Damen schon bis zu sechs Kokons gelegt haben, Junge zum Teil schon geschlüpft sind, haben die zwei vom Bild 05 sich erst gerade gefunden.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–2. 8. 2019
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2019-08-02 20:15:31
Hallo Roman,

zur Nigma-Suche empfehle ich Efeu. Irgendwie mögen sie diese Pflanze und lassen sich auch gut auf der finden.

Von der Winkelspinne kann sie bestimmt nen Kokon produzieren!

LG.
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–2. 8. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-08-08 23:51:29
Salü Jonathan, salü zäma,

An Efeu mangelt es uns nicht, allerdings finde ich dort vor allem Linyphia triangularis.

Oben beim Bild 02 vom 2. August z. B. sieht man schon, dass die Eratigena atrica Teil eines Fresspakets ist, das weitere Komponenten enthält. Da dieses inzwischen auf dem Müll unter dem Netz gelandet ist, habe ich es (Bild 01) etwas genauer angesehen: angebunden an die Eratigena finden sich eine Kellerassel samt Jungen (Bild 02) sowie eine Lycoside (eventuell Trochasa, Bild 03). Ansonsten bestehen die Überreste der Mahlzeiten unserer Spinne derzeit vor allem aus gut einem Dutzend Kellerasselleichen, einem toten Ohrwurm und einer grünen Wanze (Bild 04).

Herzlich, Roman
Titel: Begegnungen, 9. 8. 2010: Gelege von Eratigena atrica
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-10-20 18:00:32
Salü zäma,

Grosse Winkelspinnen hausen bei uns zumindest im Keller, im überdeckten Kellerzugang und einem Lichtschacht im Westen des Hauses, im unteren Abschluss der Lärchenbretterfassade, am Kompost sowie in einer Bruchsteinmauer.
Ein Beispiel dafür, dass Vertreter dieser Art trotz ihrer Grösse manchmal Grossen Zitterspinnen zum Opfer fallen, sieht man oben etwa unter dem 6. Mai 2010; dass auch Gewächshausspinnen sie mögen, oben unter dem 2. des vergangenen Monats August.
In der Fensterleibung zum Lichtschacht im Westen unseres Kellers habe ich Anfang August das Gelege einer Eratigena atrica mit vier Kokons und einer Menge Spiderlinge verschiedener Grösse vorgefunden. Die Urheberin wird wohl das oben am 2. August vorgestellte Beutetier der Parasteatoda tepidariorum-Dame und ihres Liebhabers gewesen sein, hat doch die besagte Gewächshausspinnen-Dame zwei ihrer Kokons direkt ans Netz der Eratigena gehängt (verschwommen zu sehen in Abb. 01). Die Eratigena-Spiderlinge sind recht zahlreich unterwegs gewesen (Abb. 02), und sie gleichen schon verblüffend den erwachsenen Tieren (Abb. 03–05).
Im Lauf des Augusts sind die Spiderlinge nach und nach verschwunden, und vor ein paar Tagen hat sich eine erwachsene Eratigena atrica den Winkel als Bleibe ausgesucht.

Herzlich, Roman

Titel: Begegnungen, 2. 10. 2019: Zoropsis spinimana Nr. 15
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-10-20 19:01:27
Salü zäma,

Ein paar Neuigkeiten zu unserer «Nosferatuspinnen»-Population: Nachdem mir am 10. August in der Form eines subadulten Tiers, das sich bei Regenwetter unter einem Eimer verkrochen hatte, der dazu dient, Regenwasser eines Dachtraufs aufzufangen, die Nummer 13 an einem äusserst feuchten Ort untergekommen war – nach zwei Funden in und an einem Wasserfass keine Überraschung mehr –, sind mir am 21. September bei der Ernte von Weintrauben an unserer Pergola immer wieder Gespinste in den Trauben aufgefallen (Abb. 01), und ich habe mich gefragt, welche Spinnen da wohl hausen würden. Plötzlich ist mir eine subadulte Zoropsis spinimana über die Hand gerannt und hat sich zwischen den abgelesenen Trauben versteckt. Während des Abzupfens der Beeren ist sie erneut zum Vorschein gekommen, hat aber gleich wieder Schutz im Beerenhaufen gesucht (Abb. 02). Beim nächsten Wiederauffinden hat sie mich mit einem Sprung von über einer Handlänge überrascht: die Tiere kriechen und rennen also nicht bloss, sondern sie springen auch. Nach einem Fund zwischen Holunderbeeren ist das das zweite Tier dieser Art, das hoch über dem Boden in einem Strauch bzw. Baum aufgetaucht ist.
Vom bisher letzten Tier habe ich am 2. Oktober im oben vorgestellten Winkelspinnen-Gelege die frische Exuvie vorgefunden (Abb. 03). Der Grösse nach zu schliessen, muss das Tier jetzt erwachsen sein.

Herzlich, Roman
Titel: Zoropsis spinimana im Duo, 22. 10. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-10-22 17:40:58
Salü zäma,

Als ich heute Parasteatoda tepidariorum-Spiderlinge in unserem Kellerlichtschacht fotografierte, fühlte ich mich plötzlich selbst beobachtet, und mein Blick fiel auf zwei jüngere Zoropsis spinimana, die gemächlich an der Innenseite des Kippfensterrahmens unterwegs waren (Abb. 01, 02), die kleinere von etwa 7 mm Körperlänge (Abb. 03), die grössere von 9 mm (Abb. 04). Da ich mit der Zeit das Fenster wieder schliessen musste, scheuchte ich sie oben aus dem Fenster. Das ergab noch ein eher schlechtes Gruppenbild unserer «Zoros» Nummer 16 und 17 mit Ero-Kokon (Abb. 05).
Offenbar sind bei uns derzeit neben erwachsenen Tieren auch Jungtiere unterwegs.

Herzlich, Roman
Titel: Pholcus phalangiodes Kinderstube, 9.–16. 11. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-11-16 23:58:19
Salü zäma,

«Da hat eine Spinne es sich genau über deinem Essplatz gemütlich gemacht», wurde ich am 9. des Monats auf die Pholcus phalangiodes-Dame mitsamt Eierpaket an der Decke über unserem Küchen-/Stubentisch aufmerksam gemacht.
Die Bilder 01 bis 03 stammen vom 10. um 0.40 Uhr, vom 11. um 9.45 Uhr und vom 12. um 10.30 Uhr. Wie man sieht, dreht nicht nur die Mutter das Paket mit den Eiern, in denen die Jungen z. T. schon sichtbar sind, sondern die einzelnen Eier verschieben sich auch gegeneinander.
Am 12. um 22.15 Uhr waren zwei der Jungen geschlüpft (Abb. 04), am 13. um 0.30 Uhr erwischte ich das dritte beim Schlüpfen (Abb. 05), um 1.15 Uhr krabbelte es schon auf dem Eierpaket herum (Abb. 06), und ich war des Wartens müde. 7 Stunden später waren anderthalb Dutzend der Jungtiere auf den Überresten des Eierpakets unterwegs (Abb. 07). Abends um 8 Uhr hatten die meisten Jungen den Eiball schon verlassen und tummelten sich in der Nähe der Mutter (Abb. 08). In der Hoffnung, dass die Jungtiere an den Oleanderläusen auf einem unserer Aquarien Gefallen finden würden, verpflanzte ich ein halbes Dutzend der knapp einen Tag alten Tierchen dorthin (Abb. 09–10). Am Morgen des 14. lag der Eiball auf dem Tisch. Die Mutter und die nicht umgesiedelten Jungen (Abb. 11) sind auch heute Abend (16. 11.) noch an der ursprünglichen Stelle an der Decke zu finden.

Herzlich, Roman
Titel: Weihnachtsfunde vom 25. 12. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-12-26 19:32:41
Salü zäma,

Anbei die Weihnachtsspinne von der unteren linken Ecke des Fensters der östlichen Kellertür, eine Metellina mengei-Dame (Bild 01). Wie vor ein paar Jahren schon ein Männchen dieser Art (--> https://forum.arages.de/index.php?topic=3046.msg89707#msg89707), ist dieses Tier vermutlich mit Pflanzen in den Keller gelangt und hier zu früh reif geworden. Am selben Fenster oben links findet sich sozusagen das Weihnachtsspinnenkind, eine 1 mm grosse Steatoda (wohl bipunctata, da diese Art in unserem Keller heimisch ist). In der rechten oberen Ecke der Laibung der westlichen Kellertür ist mir schliesslich die Exuvie einer bei uns seit ein paar Jahren immer häufiger anzutreffenden neu eingewanderten Art aufgefallen. In die Ecke drückt sich im Hintergrund eine junge Parasteatoda.

Herzlich einen guten Rutsch ins Neue Jahr wünschend,
Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2019
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2019-12-26 20:45:20
Huhu Roman,


Deine Fettspinne ist eine Steatoda triangulosa.

Lg,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2019
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2019-12-26 23:43:37
Salü Jonathan,

Vielleicht, aber sicher ist das nicht. Ich beobachtete mal ein Gelege einer S. bipunctata, und da wiesen die Spiderlinge nach gut zwei Wochen auch ein triangulosa-mässiges Muster auf dem Hinterleib auf. Zudem finde ich S. triangulosa hier sehr selten, im Keller ist mir noch nie eine untergekommen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–08. 01. 2020
Beitrag von: Jürgen Peters am 2020-01-11 00:43:01
Hallo miteinander,

nur zum Anschauen für alle, die es interessiert, hier meine ersten Achtfüßer 2020, nachts am Haus und im Garten:
https://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=100406

(Insekten gibt es natürlich noch ein paar mehr:
https://insektenfotos.de/forum/index.php?page=Thread&threadID=100405)
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2019
Beitrag von: Jürgen Peters am 2020-01-11 17:46:18
Hallo nochmal,

sorry, der verlinkte Achtfüßer-Beitrag war versehentlich in einem nicht öffentlichen Bereich gelandet. Jetzt sollte er aber sichtbar sein.
Titel: Begegnungen im Mai 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-05-29 12:19:53
Salü Jürgen, salü zäma,

Nun habe ich seit Längerem wieder mal etwas Neues im Garten gefunden: auf der grünen Plastikabdeckung der Tomaten eine weisse Philodromus mit roten Rändern. Nachdem mir letztes Jahr eine sozusagen ganz weisse Philodromus am (ebenfalls grünen) Wasserfass entwischt war, habe ich das jetzige Exemplar (Abb. 01) einfangen können. Ob Philodromus albidus oder Philodromus rufus bleibt wohl ungeklärt, bis ich mal ein Männchen finde. Die. Verbreitungskarten von webfauna.cscf.ch zeigen für unserer Gegend zwei bzw. einen Fund der beiden Arten.
An Springspinnen sind derzeit neben Marpissa muscosa vor allem Heliophanus cupreus im Garten unterwegs. Da ist mir eine Dame mit einer zugekleisterten Epigyne aufgefallen (Abb. 02).
Und endlich habe ich mal eine Spaltenkreuzspinne in der Spalte gefunden, nicht zu Hause zwar, aber in der Nachbarschaft! Die ungewöhnlich kleinen Netze an einem Drahtzaun mit Maschen von etwa 30 x 15 cm sind mir schon letztes Jahr aufgefallen, die Tiere habe ich damals nie gesehen, da die Zaunpfosten aus alten Eisenbahnschwellen grosse Ritzen aufweisen (Abb. 03).
Ansonsten ist mir am 18. Mai die erste lebende Zoropsis spinimana dieses Jahrs in der Kellerzufahrt begegnet, am selben Tag hat dort die erste Parasteatoda tepidariorum ihren ersten Kokon des Jahres gemacht, und Lykosidendamen rennen auch schon mit Kokons herum.

Herzlich, Roman
Titel: 25. 6. 2020, sieben Mini-Nosferatus
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-06-25 11:56:06
Salü zäma,

Heute knapp nach Mitternacht sind mir an der östlichen Kellertür aufgrund ihres Bewegungsmusters ein paar Zoropsis spinimana-Winzlinge aufgefallen. Gezählt habe ich zunächst sechs Exemplare, alle am Fenster oder an dessen Rahmen. Die Körpergrösse beträgt circa 1,5 bis 2 Millimeter, das Zeichnungsmuster entspricht dem der erwachsenen Tiere, selbst die Fangstacheln an den Vorderbeinen sind ausgebildet. Die Abb. 04a und 04b zeigen dasselbe Tier, die Bauchseite durch die Fensterscheibe hindurch fotografiert. Das grösste der Tiere hat sich als Duo herausgestellt (Abb. 06).
Ansonsten ist der Fensterrahmen von jungen Gewächshausspinnen und Steatoden besiedelt.

Herzlich, Roman
Titel: Zoropsis spinimana-Spiderlinge 26./27. 6. 2020 u. a. m.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-06-28 00:39:11
Salü zäma,

Gestern nach Mitternacht und heute Mittag sah ich nochmals nach den Nosferatuspinnen-Winzlingen an der östlichen Kellertür. Am 26. waren fünf der Tiere am Fenster unterwegs, wobei das von Abb. 01 sich sehr für einen grösseren Artgenossen interessiert zu haben scheint, näher als auf dem Bild 02 gezeigt wagte es sich jedoch nicht heran. Ein anderes Tier versuchte ein paar Mal eine winzige Fliege im Sprung zu erhaschen, war aber immer zu langsam.
Heute habe ich für zwei der Tiere herausgefunden, wo sie tagsüber stecken: an der Gummidichtung zwischen Fensterglas und Tür (Abb. 03).
Da wir es gerade von Spiderlingen haben: junge Sitticus terebratus sind auch dieses Jahr an der  Kellerostwand unterwegs (Abb. 04), und am 19. des Monats ist uns auf dem Küchentisch der in Abb. 05 gezeigte Zwerg aufgefallen. Was das wohl werden soll? Eine Brückenkreuzspinne? Von denen ist mir erst ein einziges Exemplar in der Kellerzufahrt untergekommen. Eine Nuctenea umbratica?).
Im Weiteren habe ich mir heute die kleine Steatoden in den Fensterwinkeln genauer angesehen, und siehe da: die ersten zwei Steatoda triangulosa-Männchen in unserem Haus (Abb. 06). Die übersieht man wohl gern. Vor Jahren bemerkte ich einmal ein Weibchen in der Kellerzufahrt.
Titel: Zoropsis spinimana, 30. 6. 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-06-30 22:48:27
Salü zäma,

Nicht dass ich jetzt täglich Fotos der Nosferatuspinnenwinzlinge von der Kellertür posten möchte, bis ich sie aus den Augen verliere. Es sind immer noch fünf Stück. Meist sitzen sie an einer Stelle und drehen sich von Zeit zu Zeit in eine andere Richtung. Letzte Nacht, als eines der Tiere (Abb. 01) am oberen Fensterrand schräg noch unten schaute, versuchte ich, ein Porträt von ihm zu machen; aber jedesmal, wenn ich die Kamera an der Fensterscheibe ansetzte, marschierte es auf die Linse zu, so dass ich den haarigen Po scharf im Bild hatte. Der Zwerg verfolgte mich über die ganze Fensterscheibe bis an den unteren Rand, wo ich nach zwei Dutzend Fehlversuchen endlich mal die Gesichtspartie scharf erwischte (Abb. 02).

Rein zufällig habe ich entdeckt, dass Zoropsis spinimana sich netterweise im Info-Brett ankündigt (Abb. 03). :)

Herzlich, Roman (demnächst wieder in den Keller sich begebend)
Titel: Begegnungen, 13. 9. 2020, oder: 5 Jahre Zoropsis spinimana
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-09-13 18:30:03
Salü zäma,

Nachdem heute mir heute beim Traubenernten an der Pergola eine voluminöse Zoropsis spinimana-Dame über die Hand und während des Abstiegs auf der Leiter gemächlich den Arm hinauf marschiert ist, ist es vielleicht wieder mal an der Zeit, die gesammelten Sichtungen dieser Art in und bei unserem Haus vorzustellen. Fotografiert habe ich lange nicht mehr alle Exemplare, aber eines, das mir auf den ersten Blick ungeheuer gross vorgekommen ist, stelle ich trotzdem im Bild vor. Der Grund für dessen ausserordentliche Grösse hat sich auf den zweiten Blick gezeigt: das Tier war im Türfalz der Erdkellertür plattgedrückt worden. Die Tiere scheinen eine Vorliebe für den Aufenthalt an Tür- und Fensterfalzen zu haben.

Und hier die Liste der Beobachtungen:
  9. 5. 2015, Stubenboden, 1 M. adult
15. 5. 2015, Kellergang (nicht vom Wohnbereich des Hauses her zugänglich), 1 M. adult
13. 9. 2015, Holderbaum (an Beerenzatte), 1 W. subadult (reif am 27. 9. 2015)
13. 9. 2015, ebenda, 1 Jungtier
20. 3. 2017, Holzbalken, Zugangsbalkon zum Haus, 1 W. adult
30. 5. 2017, Kellerfensterleibung aussen, 1 M. adult
  4. 9. 2017, Wasserfassdeckel, 1 Jungtier
28. 8. 2018, 1 M. adult, tot an Waschküchenfenster
  4. 9. 2018, 1 M, subadult, in Wasserfass
 18. 4. 2019, 1 W, adult, Kellergang, versteckt  zwischen Pflanzentöpfen
 18. 4. 2019, 1 Jungtier von 1 cm Körperlänge, am Hosenbein (wohl auch aus dem Kellergang)
23. 4. 2019, 1 erwachsenes Männchen an Wand im westlichen Kellerzugang
10. 8. 2019, 1 Jungtier von ca. 1 cm Körperlänge unter Wasserkübel
21. 9. 2019, 1 Jungtier in Amerikanertrauben an der Pergola
 2. 10. 2019, 1 Exuvie (neu, war am Vortag nicht dort) von erwachsenem Tier in Fensterleibung an Lichtschacht
22. 10. 2019, 1 Jungtier von ca. 7 mm an Rahmen des Fensters zum genannten Lichtschacht
22. 10. 2019, 1 Jungtier von ca. 9 mm ebenda.
25. 6. 2020, 6 Spiderlinge am Fenster der östlichen Kellereingangstüre; das letzte Tier am 7. 7.
1. 7. 2020, 1 dunkles, erwachsenes Weibchen  an Erdkellertür, am 2. 7. zerquetscht in Türfalz.
1. 7. 2020, 1 dunkles, überaus voluminöses Weibchen auf dem Boden des Kellergangs.
8. 8. 2020, 1 dunkles, erwachsenes Weibchen an einem der Wasserfässer im Garten.
11. 9. 2020, 1 helles, erwachsenes Weibchen auf dem Boden des Kellergangs.
11. 9. 2020, 1 totes helles, erwachsenes Tier an der Kellerwand, verpackt auf Pholkusart.
13. 9. 2020, 1 dunkles, grosses erwachsenes Weibchen in einer Weintraube an der Pergola.



Titel: Allagelena gracilens mit Kokon, 21. 9. 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-09-21 22:40:58
Salü zäma,

Heute habe ich einen Teil der Hagebuchenhecke gestutzt und dabei neben einigen anderen Allagelena gracilens- und Linyphia triangularis-Damen das hier gezeigte Exemplar gefunden. Derartige Kokons in leicht gerollten Blättern sind mir im Lauf der Jahre in der Hecke schon einige aufgefallen, aber über die Zuordnung bin ich im Unklaren geblieben. Nun scheint das Rätsel gelöst zu sein.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 9. 2020
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2020-09-21 22:46:56
Danke Roman!

Die Kokons von Agelena labyrinthica hatte ich schon paar mal gefunden, die von Allagelena gracilens noch nie.

Interessant finde ich vor allem, dass die Labyrinthspinne noch ein Gespinst drumrum konstruiert und darin den kokon bewacht, die kleine Schwester dagegen scheint ihn frei zu bewachen.

Ob die Art in der Lage ist mehrere Kokons zu bauen?

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 9. 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-09-21 23:06:43
Salü Jonathan,

Eingesponnen ist das Blatt mit dem Kokon und der Dame zwar nicht, lag aber etwa zwanzig, dreissig Zentimeter von den Zweigenden entfernt im Innern der Hecke. (Die Hecke ist nicht glatt geschert, da ich immer mit Rebschere, Astschere und Baumsäge arbeite, an dieser Stelle, das letzte Mal im Frühling.) Der wohl dazugehörige, schon ziemlich beschädigte Trichter lag schräg oberhalb davon, bis an die äussersten Zweig-Enden der Hecke reichend.

Ein Agelena labyrinthica-Kokon ist mir eventuell auch schon mal untergekommen, ähnlich dem von Eratigena atrica, aber eingesponnen in den Ansatz der Astkrone der Hecke.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 9. 2020
Beitrag von: sylvia #1 am 2020-09-23 15:04:06

Interessant finde ich vor allem, dass die Labyrinthspinne noch ein Gespinst drumrum konstruiert und darin den kokon bewacht, die kleine Schwester dagegen scheint ihn frei zu bewachen.
LG,
Jonathan

Hallo zusammen
Ja , das finde ich auch sehr interessant! Hier habe ich bisher auch noch nie einen Allagelena gracilens- Kokon gefunden.

Die der Agelena labyrithica sieht man jetzt hervorragend in den Stechginsterbüschen...erinnern mich von weitem so als "weiße Wattebäusche" immer an die Gespinste vom Goldafter Euproctis chrysorrhoea die ich auf Borkum reichlich im Sanddorn sah... man kann die Agelena- Dinger gar nicht übersehen, das weiße Brutgespinst hat ja immerhin gut 7-8cm Durchmesser, ist ähnlich reißfest und blickdicht gewebt wie die Brutgespinste von Cheiracanthium punctorium. Durch das Eingangsloch sieht man drinnen den zentral platzierten Eikokon, der rundlich - oval ist und mit einer Art  sternenförmiger Ausläufer an der Innenseite des Brutgespinstes mehrfach fest verwoben ist... meist kann man die Bewachung drinnen gleich vor diesem Eikokon sitzen sehen... 

Roman , kannst Du mir das Foto (oder noch andere davon ) bitte schicken?!
LG
Sylvia
Titel: Begegnungen vom 22. 9. 2020; seltsames Verhalten einer Grossen Winkelspinne
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-09-24 00:02:20
Salü Sylvia, salü zäma,

@ Sylvia: Das Foto werde ich Dir senden.

Gestern begegneten mir gleich zwei der grössten Spinnen, die wir hier haben:

Morgens um 6 Uhr entdeckte ich neben der Steckdose des Wäschetrockners in der Waschküche zunächst die Exuvie einer Zoropsis spinimana, und während des Einfüllens der Waschmaschine fühlte ich mich derart beobachtet, dass ich mich nach dem Start des Waschgangs umdrehte und schräg nach oben sah: da sass er (Abb. 01).

Während des Heckenschneidens hatte ich zwar die Kamera dabei, aber bemerkte den ganzen Tag lang nichts Besonderes, bis mir um 4 Uhr auf dem Weg zum Kaffee eine weitere grosse Spinne begegnete. Ich dachte an ein Eratigena atrica-Männchen auf Brautschau, doch das Tier entpuppte sich als eine hübsche, wohl relativ frisch gehäutete (da recht bunte und sehr saubere) Dame dieser Art von beträchtlicher Grösse (18 mm Körperlänge), obwohl ihr Hinterleib dem eines Männchens glich. Dass das Tier am helllichten Tag über die Kellertürschwelle nach draussen strebte, immer wieder mal anhielt und mit den Vorderbeinen in der Luft herumruderte, zunächst einen Dolendeckel als Ruheplatz für gut befand (Abb. 02), ohne Deckung zu suchen auf dem Vorplatz der Tür herumlief (Abb. 03, 04), dann oben an den Begrenzungsplatten des Wegs herumhing, immer wieder mit den Vorderbeinen herumfuchtelnd, schliesslich auf einen Bollenstein kletterte und dort verharrte, erneut in der beschriebenen Position, erscheint mir seltsam. Zwecks Bauchschau bugsierte ich sie in ein Glas, liess sie darauf wieder frei. Und erneut kletterte sie auf einen Bollenstein, anstatt sich zwischen den Steinen zu verstecken. Selbst zwei Stunden später sass sie am selben Ort, zwei Beine in die Luft haltend (Abb. 05).

Herzlich, Roman, wieder einmal eine Lanze für den «Schrecken der Hausfrau» brechend; von wegen «schwarz und hässlich».
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–21. 9. 2020
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2020-09-24 00:04:08
Deine Texte sind immer wieder grandios Roman!
Titel: Begegnung mit der Weihnachtsspinne 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2020-12-25 23:01:57
Salü zäma,

@ Jonathan: Danke für die Blumen.

Gerade haben wir im 3. Stock am Rahmen eines Dachfensters eine Zoropsis spinimana-Dame entdeckt (Abb. 01). Sie sieht relativ frisch gehäutet aus, hat eine Körperlänge von 14 mm und ist erwachsen (Abb. 02). Da der Besitzer des Zimmers nicht besonders darauf erpicht ist, dieses mit ihr zu teilen, habe ich sie in den Kellergang-Dschungel verfrachtet. Als Weihnachtsspinnen Nr. 2 und 3 sind dort, wenig erstaunlich, eine Grosse Zitterspinne und eine Grosse Winkelspinne zu sehen gewesen, im Weiteren die Exuvie einer Anyphaena accentuata (Abb. 03).
So spät im Jahr habe ich noch keine Zoropsis spinimana gefunden, aber Carsten ist ja gerade dasselbe passiert; und wenn hier gegen Ende Oktober Jungtiere der Art auftauchen, ist es nicht besonders verwunderlich.

Herzlich ein geruhsames Jahresende und einen guten Rutsch ins neue Jahr wünschend,
Roman


Titel: Re: Begegnung mit der Weihnachtsspinne 2020
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2020-12-25 23:28:45
Da der Besitzer des Zimmers nicht besonders darauf erpicht ist, dieses mit ihr zu teilen, habe ich sie in den Kellergang-Dschungel verfrachtet.

Wurde Nosferatu nicht als Weihnachtsgeschenk gewertet?

Ich frage mich nach wie vor, wovon solch große Winterspinnen in Häusern leben.

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-02-23 19:02:19
Salü Jonathan, salü zäma,

Eine Antwort hat eine Zoropsis spinimana aus Riehen (Basel-Stadt) gegeben. Dort hatte am 10. Januar eine Nachbarin einer Bekannten von mir in der Dachwohnung eines Mehrfamilienhauses «drei grosse Spinnen» gefangen, in ein Marmeladeglas gesteckt und der besagten Bekannten gebracht. Zum Bestimmen hat man dann bloss noch ein Tier fotografieren können: eine kugelrunde Zoropsis spinimana. Diese hatte über Nacht die andern beiden verputzt.

Bei uns hat es im Keller wie im Haus den ganzen Winter über Spinnen und das eine oder andere Insekt. Wo der nächste Kuhstall nicht weit ist, sind die Fliegen nicht selten. Und hier hat gerade eine Eule auf einem Papierstapel gesessen (vermutlich Chrysodeixis chalcites, obwohl die nicht zu unserer Fauna gehört).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnung mit der Weihnachtsspinne 2020
Beitrag von: Tobias Bauer am 2021-02-23 22:40:11
Ich frage mich nach wie vor, wovon solch große Winterspinnen in Häusern leben.

Und ich bei Zoropsis. Bei uns gibt es fast nichts an Insekten (ganzer Block ist Neubau), aber im Herbst Zoropsis. Eventuell fressen die aber die ganzen Bernsteinschaben, die hier vorkommen.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2021-02-23 22:43:34
Hallo Tobias,

Mit "große Winterspinne" meinte ich genau Zoropsis.

Na wenn selbst du keine griffige Idee hast :), aber die Idee Bernsteinschabe gefällt mir. Allerdings gibt es die nicht überall, wo es Zoropsis gibt, oder?

LG,
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Tobias Bauer am 2021-02-23 22:45:37
Ach, ich hatte Winkelspinnen gelesen.
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Jonathan Neumann am 2021-02-23 22:49:22
Oder die jagen draussen und übrnachten nur in Wohnungen? Ach nee gesichtet werden die ja immer Gebäuden zu ihrer Aktivitätszeit (nachts).

Interessant wäre zu wissen, ob die Papierfischchen annehmen, dann wäre das ein Teil der Antwort.

LG
Jonathan
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-02-24 16:26:27
Salü zäma,

Die Bernsteinschaben treten hier im Sommer in Massen auf und verirren sich auch ins Haus. Selbst im Winter läuft einem drinnen hin und wieder eine über den Weg, was wohl an den vielen Zimmerpflanzen liegt und daran, dass bei strengem Nachtfrost ein paar Balkonpflanzen Asyl in der Stube bekommen. Da schauen wir jeweils nicht, was an Getier mit hereinkommt.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–25. 12. 2020
Beitrag von: Jürgen Peters am 2021-02-24 22:14:49
Hallo zusammen,

übrigens: neben vielen Salticus scenicus war hier bei der Wärme in den letzten Tagen (heute 19 °C) auch schon Ballus chalybeius am Haus aktiv (Foto vom 21.02.21).

Titel: Ostereier und Situationen, 4. 4. 2021.
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-04-07 23:50:33
Salü zäma,

Nach einigen warmen Tagen herrscht hier wieder Nachtfrost, heute Morgen lag gar Schnee. Eine Parasteatoda tepidariorum in der Aussenleibung der westlichen Kellertür hat uns trotzdem schon zwei Ostereier beschert (Abb. 01). Sie harrt auch in den Frostnächten dort aus, ganz nach ihrer Art. Erstaunlich ist, dass in der anderen Ecke eine halbwüchsige Pholcus phalangioides dem Frost zu trotzen sucht.

Nachdem mir am Ostersamstag um 10 Uhr abends aussen an der östlichen Kellertür eine erwachsene Zorospis spinimana aufgefallen ist, bin ich in den letzten Nächten mit der Kamera in den Keller. Am Osterabend ist mir die in der Abbildung 02 festgehaltene Situation aufgefallen. Die beiden Tiere haben sich auch heute Nacht wieder beäugt, bloss ist die Zoropsis dieses Mal oben an der Heizungsröhre gewesen. Vor Jahren wäre die eine der beiden Spinnen jeweils eine Eratigena atrica gewesen. Diese Art kommt im Keller zwar immer noch vor, auffällig ist vielleicht die körperliche Verfassung der beiden Arten. Während die beiden gesichteten Zoropsis spinimana wohlgenährt aussehen, sind die Eratina atrica derzeit recht mager, wie das Beispiel aus der Waschküche von Ostern zeigt (Abb. 03).

Im Weiteren waren ausgewachsene Männer der Arten Steatoda bipunctata und Pholcus phalangioides im Keller unterwegs.

Herzlich, Roman
Titel: Begegnungen, 8. 4. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-09-12 18:54:23
Salü zäma,

Da ich als Pensionierter etwas viel beschäftigt bin und dieses Jahr keine einzige neue Spinnenart in Haus, Keller und Garten gefunden habe, bin ich hier etwas nachlässig geworden.

Zwei, drei Sachen sind vielleicht trotzdem sehens- oder erwähnenswert: zunächst der Hungerhaken von Gartenkreuzspinne an der Pergola vom 11. 4. 2021 nach der Überwinterung. Die Hörner stechen richtig hervor (Abb. 01, 02).

Die oben erwähnte Zitterspinne hat die Frostnächte überlebt. Sich-an-dieWand_Drücken hilft wohl (Abb. 03).

Herzlich, Roman



Titel: Begegnungen, 28. 5. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-09-12 19:23:40
Salü zäma,

Ende Mai hat sich am Kompost-Deckel eine Textrix denticulata gehäutet. Erstaunt hat mich dabei, dass sie das frei an einem Faden hängend bewerkstelligt hat.

Herzlich, Roman
Titel: Begegnungen, 31. 5. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-09-12 20:01:39
Salü zäma,

Am 31. Mai entdeckte ich zunächst ein paar Zoropsis spinimana-Spiderlinge an der Scheibe der westlichen Kellertür, neun an der Zahl (Auswahl in Abb. 01). Die einen bewegten sich gemächlich an der Fensterscheibe , andere kletterten an Spinnenfäden herum (Abb. 02) Ein einzelnes Tier fand ich an einem daneben eingestellten Oleander (Abb. 03).
Beim Absuchen der Keller-Ostwand nach Sitticus terebratus, vermisste ich zwar die Gesuchten, aber sah vier weitere Zoropsis spinimana-Spiderlinge. Der erste fiel mir der typischen Beinhaltung wegen auf (Abb. 04). Ein weiterer war damit beschäftigt, einen Seidenfaden zwecks besseren Fortkommens in den Wind zu lassen – ein dritter vielleicht damit, eine solchen zu fassen zu kriegen (Abb. 05, 06).
Diese Tiere scheinen das Beisammensein zumindest eine Zeit lang zu lieben. Am 1. August krabbelte eine Schar von ihnen beim Ausreissen eines Löwenzahns aus der Ritze zwischen der östlichen Kellermauer und den Bodensteinen.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 26. und 28. 7. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-09-12 22:02:51
Salü zäma,

Salü zäma,

Nachdem mir Steatoda triangulosa zuvor nur in der Kellerzufahrt und im Keller untergekommen war, entdeckte ich vergangenen 26. Juli im 2. Stock an einem Bilderrahmen eine kleine Sinne, und siehe da: ein Männchen dieser Art (Abb. 01).

Zwei Tage später biss mich beim Ausreissen von Unkraut – ein Wort, das ich selten in den Mund nehme, aber der Stechapfel verbreitet sich unausgerissen übel und essen sollte man ihn vernünftigerweise nicht – im Garten eine bräunlich gemusterte, längliche Spinne von etwa 1 cm Körperlänge in den linken Mittelfinger, weil ich sie eingeklemmt hatte. Da ich keine Lesebrille auf der Nase hatte und das Tier ins Kaut flüchtete, kann ich nichts zur Art sagen, höchstens vermuten. Das Resultat: ein wespenstichartiger Schmerz, der nach ein paar Stunden nachliess, eine mückenstichartig beissende, verhärtete Stelle in der Art einer kleinen Warze, die noch etwa zwei Wochen lang spürbar war (Abb. 02, am ersten Tag).

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 9. 2021
Beitrag von: Martin Lemke am 2021-09-22 21:07:27
Gartenkreuzspinne? Die hätte das Zeug dazu und ist jetzt nahezu überall. Aber vielleicht stach Dich einfach die wehrhafte Pflanze? Durch Gartenarbeiten (https://www.gesundheitsstadt-berlin.de/wundstarrkrampf-vorsicht-bei-gartenarbeit-15330/) sind schon Leute an Wundstarrkrampf gestorben; da bist Du vergleichsweise glimpflich davon gekommen. ;-)

Martin
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 9. 2021
Beitrag von: Roman Pargätzi am 2021-10-10 23:41:39
Salü Martin, salü zäma,

Im ersten Moment habe ich an eine Rindenspringspinne gedacht, da das Tier davongesprungen ist. Aber da wären mir trotz Brillenlosigkeit wohl die kräftigen Vorderbeine aufgefallen. Der zweite Gedanke war Zoropsis spinimana. Von denen haben wir ja auch einige im und ums Haus. Die springen auch, wenn es sein muss; und schlank sowie bräunlich gemustert würde ebenfalls passen. Wenn ich solche Tiere schon im Holderbaum, in der Rebe an der Pergola, am Wasserfass und unter einem Blechkübel im Garten gefunden habe, können sie wohl auch im verkrauteten Gemüsebeet vorkommen. Aber vielleicht war es auch sonst etwas Ähnliches.

Am Stechapfel stechen bloss die Früchte, die Pflanze kann es nicht gewesen sein.

In Sachen gefährlicher Gartenarbeit finde ich die Vorstellung einer Pilzinfektion in der Lunge vom Kompost-Umschaufeln besonders toll. Gegen Starrkrampf bin ich seit Kindsbeinen geimpft, die letzte Auffrischung ist etwa fünf Jahre her.

Herzlich, Roman
Titel: Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 9. 2021
Beitrag von: Martin Lemke am 2021-10-11 20:28:13
Am Stechapfel stechen bloss die Früchte

Mist! Den meinte ich auch nicht, sondern die Stechpalme Ilex!

Verdammi
Martin