Autor Thema: Kommt es auf den Duft an?  (Gelesen 517 mal)

John Osmani

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Kommt es auf den Duft an?
« am: 2018-03-02 13:53:56 »
Interessante neue Studie zum Balzverhalten von P.mirabilis

https://link.springer.com/article/10.1007/s00265-018-2454-1
« Letzte Änderung: 2018-03-02 18:48:27 von John Osmani »

Simeon Indzhov

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Re: Kommt es auf den Duft an?
« Antwort #1 am: 2018-03-02 14:13:41 »
Interressant, aber nicht unbedingt neu (habe nur den Abstract überflogen). Bereits Engelhardt in seiner Studie über Trochosa berichtet, dass die Männchen den Fäden der Weibchen folgen, und dass die Stärke des Signals mit der Zeit abnimmt, was schon für Duftstoffe sprechen wird.

Interresanterweise scheinen zumindest bei Pisaura die Stoffe nicht artspezifisch zu sein? (Oder zumindest gibt es keine Präkopulationsbarriere, bei postzygotischen Barrieren weiß ich nichts). Ich habe schon mehrmals (sprich mindestens 2 mal) Paarungen zwischen Pisaura mirabilis und Pisaura novicia beobachten können, wobei das Vorspiel nicht auffällig lang oder Sonstiges war. Schmidt berichtet eigentlich auch von einer erfolgreichen Kopulation zwischen Pisaura aus den Azoren und Deutschland.
Simeon

John Osmani

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Re: Kommt es auf den Duft an?
« Antwort #2 am: 2018-03-02 18:51:02 »

Ich glaube generell ist diese Thematik noch wenig gründlich erforscht, auch wenn es schon viele Untersuchungen und Beobachtungen dazu gibt. Die Biochemie wird hier in der Zukunft noch so manches Geheimnis entflüften

Danke jedenfalls für deine interessanten Anmerkungen Simeon

LG John

Rainer Breitling

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Re: Kommt es auf den Duft an?
« Antwort #3 am: 2018-03-05 11:13:52 »
Interresanterweise scheinen zumindest bei Pisaura die Stoffe nicht artspezifisch zu sein? (Oder zumindest gibt es keine Präkopulationsbarriere, bei postzygotischen Barrieren weiß ich nichts). Ich habe schon mehrmals (sprich mindestens 2 mal) Paarungen zwischen Pisaura mirabilis und Pisaura novicia beobachten können, wobei das Vorspiel nicht auffällig lang oder Sonstiges war.

Du erwähnst das so nebenbei, dabei ist das doch eine höchst interessante Feststellung! Kam es zu diesen zwischenartlichen Paarungen in der Gefangenschaft, oder sind das Freilandbeobachtungen? In letzterem Fall wäre es schon spannend, wie der entsprechende Nachwuchs wohl aussehen würde, und ob er seinerseits erfolgreich Nachkommen produzieren würde.

Beste Grüsse,
Rainer

Simeon Indzhov

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Re: Kommt es auf den Duft an?
« Antwort #4 am: 2018-03-05 12:12:16 »
Alles war Gefangenschaftbeobachtungen. Bei den Kokons war es leider nicht besonders erfolgreich: bei mehreren verpaarten Weibchen kam es doch nur zu drei gelegten Kokons, und davon keinen erfolgreichen. Zwei wurden direkt nach der Ablage gefressen (novicia f x mirabilis m, mirabilis f x cf mirabilis m), einer (novicia x novicia) wurde einen Tag nach der Paarung gelegt und wurde zwar zeitgemäß getragen, war aber infertil. Bezüglich Hybride kann ich nur Weniges sagen, aber die drei Exemplare aus der gestreiften Morphe (2 m 1 f) haben vergleichsweise seltsame Genitalia: die Männchen stehen irgendwie intermediär zwischen den beiden Arten (mit schmalem Palpus und relativ verdickte Tibialapophyse), wobei sie asymmetrisch sind, also die beiden Palpen unterscheiden sich ein wenig. Hier wird ein ähnliches Männchen abgebildet. Das Weibchen dagegen ist nahezu novicia-artig, mit vergleichsweise kleiner Epigyne (aber gut ausgebildet, Parasitierung schließe ich aus, da ich sie über Monate großgezogen habe). Eins der Männchen (das cf mirabilis im Paarungsversuch oben) sowie das Weibchen stammen von der Umgebung meines Gartens, wo ich fast nur novicia gesammelt habe (aber im Region auch mirabilis gesammelt habe), das zweite Männchen dagegen von einem Stadtpark, wo ich ansonsten ausschließlich mirabilis (1m 1f) fand.
Noch interressanter ist, dass ich weder den typischen mirabilis noch novicia mit gestreifter Zeichnung begegnet habe