Autor Thema: Begegnungen, 28. 2. 2010–1. 1. 2022  (Gelesen 155919 mal)

Roman Pargätzi

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Harpactea hombergi, 22. 5. 2016
« Antwort #390 am: 2016-05-22 22:06:11 »
Salü Lothar, salü zäma

"Rollstuhl" ist gut ... Ob Lothar für das «Offroad Dragrace Obersaxen Mundaun» übt?

Anbei zwei Fotoversuche mit dem Herrn Harpactea hombergi. Der Kerl scheint das Tageslicht nicht besonders zu mögen und ist ungeheuer schnell unterwegs.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Die zwei aus dem Zitronenbaum, 5. 6. 2016
« Antwort #391 am: 2016-06-06 22:38:13 »
Salü zäma,

Letzten Sonntag in der grellen Abendsonne nach Gewitterregen: Heliophanus cupreus (m) und Araniella opistographa (f) in einer unserer Zitronenstauden.
Beide Arten treffe ich seit Jahren im Garten an, die Letztere meist am Kirschbaum und am Mirabellenbaum, im Geissblatt-Gestrüpp.
Für die PunktezählerInnen: Araniella mit zehn seitlichen schwarzen Punkten.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Spiderlinge im Regen, 19. 6. 2016
« Antwort #392 am: 2016-06-19 17:57:07 »
Salü zäma,

Habe heute einen Unterbruch des Monsuns zum Spinnenfotografieren nutzen wollen, wobei es ziemlich rasch wieder nass geworden ist, wie Figura zeigt: eine junge Metellina segementata (Körperlänge ca. 1 mm, Bild 01 und 02) und eine junge Linyphia triangularis (Körperlänge gegen 2 mm, Bild 03 und 04) in einer Yukka im Sprühregen unter einem Vordach (weniger nass als ich, der nicht unter dem Vordach).

Herzlich Roman

Roman Pargätzi

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Pholcus opilionoides, 19. 6. 2016
« Antwort #393 am: 2016-06-19 18:14:00 »
Salü zäma,

Einigermassen wohlgenährt am Kompostdeckel, aber fast ohne Zeichnung.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Sitticus terebratus, 19. 6. 2016
« Antwort #394 am: 2016-06-19 19:12:08 »
Salü zäma,

Und hier noch der Hauptgrund für die Fotoexkursion zur Morgenseite des Hauses: die Sitticus terebratus an der Kellerwand. Sie sind nicht besonders gewachsen seit dem 21. Mai (zzt. gut 3 mm gross), scheinen aber wohlgenährt zu sein.
Und wie man am Bild 2 erneut erkennt: besonders zu interessieren scheinen die Tiere an ihrem Habitat Löcher, in denen sie sich verschlaufen können, ob in Holz (gemäss Wiki leben sie an Baumrinde und Holzwänden) oder Beton scheint ihnen egal zu sein.

Herzlich, Roman





sylvia #1

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
« Antwort #395 am: 2016-06-19 21:46:05 »
Salü Roman
Deine kleinen Berichte sehe und lese ich immer sehr gern, danke! Aber langsam habe ich ein Problem, wenn ich diesen Punkt aufrufe : weil er schon so unendlich lang ist, braucht mein PC immer eine ganz gedulderheischende Weile ehe er all die darin enthaltenden Bilder aufruft ;-(

Übrigens habe ich heute auch wieder meine Salticus scenicus beobachtet und endlich endlich mal beobachten können, dass sie sich selbst eine kleine Höhle weben und diese mit Steinchen vom brockelnden Zwischenfugenputz garnieren. Als sie dann drin verschwand hat sie -wie es auch Arctosa perita tut- (von der habe ich inzwischen wunderbare Beobachtungsserien mit Fotos) einen Teil des Gewebes wie einen Vorhang vor das Loch gezogen und schon war es für den der nicht wußte das da etwas ist einfach unsichtbar!
LG
Sylvia
« Letzte Änderung: 2016-06-19 23:39:21 von Sylvia Voss »

Lothar Gutjahr

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
« Antwort #396 am: 2016-06-19 23:36:03 »
Hallo Sylvia,

da vermute ich mal, dass das an einer Browsereinstellung in deinem Rechner liegt. Ich schaue auch häufig in diesen thread und habe trotz Vista dieses Problem nicht.

LG Lothar
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sylvia #1

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
« Antwort #397 am: 2016-06-19 23:42:19 »
Hallo Lothar
Keine Ahnung woran das liegt aber das Problem habe ich mit diesem thread schon länger und es wird immer Geduld- erheischender... aber wenn ich demnächst wieder mal im Brandenburgischen weile, lass ich mal meine PC- Buben drauf gucken. Mein Laptop selbst ist ja auch nicht mehr der Jüngste inzwischen ;-)
LG
Sylvia, die sich freut mal wieder von Dir zu lesen aber derzeit selber auch nur ab und an punktuell "reinschaut"

Jonathan Neumann

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Re: Sitticus terebratus, 19. 6. 2016
« Antwort #398 am: 2016-06-20 11:24:32 »
Für die Nordlichter unter uns:

[...]in denen sie sich verschlaufen können[...]

Woher kommt dieses superlustige Wort wieder her? :D Ist das ne Mischung aus Verschnaufen und Verschlafen?

LG,
Jonathan
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Lothar Gutjahr

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–19. 6. 2016
« Antwort #399 am: 2016-06-21 22:02:50 »
Hallo Jonathan,

Ich denke das ist ein klassischer Tippfehler von Roman. Das Wort Verschlaufen gibt es schon, passt aber nicht in dem Kontext.
Verschnaufen im Sinne von Ausruhen schon eher. Über das Wort "verschlaufen" in all seinen Facetten und Varianten zu reden, bedarf es einer Professur in Deutsch. Aber eine Cirkaidee bekommst du auch über eine Suchmaschine.

LG Lothar
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Roman Pargätzi

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Sich hinter dem Vorhang verschlaufen
« Antwort #400 am: 2016-06-22 21:09:42 »
Für die Nordlichter unter uns:
[...]in denen sie sich verschlaufen können[...]
Woher kommt dieses superlustige Wort wieder her? :D Ist das ne Mischung aus Verschnaufen und Verschlafen?


Salü Jonathan, salü Lothar,

"Verschlaufen" ist zwar nicht Standard-Deutsch, aber auch kein Tippfehler. Es bedeutet «sich so gut verstecken, dass niemand einen findet», besonders angesagt im Vierfrucht-Tenu, wenn die Gärtner spinnen.

Und salü Sylvia,

Wirklich witzig, das Vorziehen des Vorhangs deiner Zebraspringspinne. Wenn man den Tieren nur lange und genau genug zuschaut, findet man Verhaltensweisen, die man ihnen gar nicht zugetraut hätte.
Ich musste letzthin den Kompostdeckel reparieren, verstärkte dabei zwei Ecken mit aufgeschraubten Brettchen. Plötzlich tauchte eine Grosse Rindenspringspinne auf, marschierte, ein paar Mal kurz innehaltend, auf die Schraube los, die ich gerade ins Holz drehte und sah aus einer Entfernung von einem halben Zentimeter zu, wie sich das Teil langsam ins Holz wand. Keine Ahnung, was die derart interessierte, aber sie sah zu, bis der Kopf im Holz versenkt war.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Allagelena gracilens und Agelena labyrinthica, 2. 7. 2016
« Antwort #401 am: 2016-07-02 18:28:46 »
Salü zäma,

Wie immer irgendwann im Sommer leben hier zzt. Allagelena gracilens und Agelena labyrinthica in den Hecken. Die Ersteren sind noch jung (Bilder 01 und 02), die Letzteren subadult (Bild 03) – und sehr scheu, dafür habe ich von zweien die Netze nach einem kurzen Regenguss fotografiert.

Herzlich, Roman

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Sitticus terebratus, 2. 7. 2016
« Antwort #402 am: 2016-07-02 19:03:52 »
Salü zäma,

Die heranwachsenden Sitticus terebratus scheinen sich an der östlichen Kellerwand wohlzufühlen. Heute ein Tier mit Beute. Aufessen scheint nicht angesagt zu sein, jedenfalls hat die Spinne die Beute plötzlich fallenlassen und ist davongelaufen.

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-07-13 13:22:05 von Roman Pargätzi »

Roman Pargätzi

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Zilla diodia2. 7. 2016
« Antwort #403 am: 2016-07-03 00:17:37 »
Salü zäma,

Hier noch ein paar Bilder der spätabendlichen Fotositzung mit einer Zilla diodia an einem Kellerfenster. Mit einer Körperlänge von mehr als 5 mm sollte das wohlgnährte Tier ausgewachsen sein, aber der Scapus der Epigyne ist kaum zu erkennen.

Herzlich, Roman

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Parasteatoda tepidariorum, frisch gehäutet, 5. 7. 2016
« Antwort #404 am: 2016-07-05 23:15:03 »
Salü zäma,

Da am Kompostdeckel derzeit ein halbes Dutzend Pholcus opilionoides-Mütter Eier hüten, schaue ich dort täglich vorbei, in der Hoffnung zufällig mal Junge schlüpfen zu sehen.

Heute hat mich jedoch eine Parasteatoda tepidariorum-Dame in den Bann gezogen: schwarz-silbern glänzend hat sie sich direkt neben dem «Nest» einer Pholcus opilionoides vom Häuten erholt (Bild 1). Ob sie sich den Platz extra ausgesucht hat? Normalerweie halten die Tiere etwa 10 cm Abstand voneinander, auch wenn der Deckel dicht besiedelt ist. Oder ob das Häuten die Spinnen einfach so überkommt, wo sie sich zufälligerweise gerade aufhalten?

Ich habe, dies seit Jahren, im Übrigen noch nie gesehen, dass die beiden Arten einander als Futter betrachtet hätten, wobei vor die Parasteatoden sonst ja wirklich alles fressen, was ihnen unterkommt.

Mal sehen, wann der erste Liebhaber bei der Hübschen auftaucht.

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-07-07 13:18:35 von Roman Pargätzi »

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Parasteatoda tepidariorum, 6. 7. 2016
« Antwort #405 am: 2016-07-06 22:15:18 »
Salü zäma,

Zur letzten Frage, die ich mir gestern gestellt habe: die ungebundenen Junggesellen sind offensichtlich auf Draht, der erste hat sich schon bis auf ein paar Zentimeter herangewagt (Bild 01).
Bloss ist er nicht der einzige. Morgen wird man weitersehen.
Der Pholcus-Mutter scheint die neue Nachbarin nicht ganz geheuer gewesen zu sein, sie ist ins nächste "Wellpappental" gezügelt.
Eine andere, noch subadulte Dame hat ganz andere Sorgen: das Essen muss gesichert und an die Decke hochgezogen werden (Bilder 02–05).

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-07-07 13:19:02 von Roman Pargätzi »

Roman Pargätzi

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Mehr vom Liebesleben der Parasteatoda tepidariorum, 9. 7. 2016
« Antwort #406 am: 2016-07-10 01:36:22 »
Salü zäma,

Weiteres von der Parasteatoda tepidariorum-Dame.
Wie oben gezeigt, häutete sie sich am 5. 7. abends, am 6. 7. abends sassen zwei Kerle im Umkreis von etwa 10 cm, desgleichen am 7. 7. Am 8. 7. abends war nur noch einer der Männer da, der andere muss weitergezogen sein.
Heute Morgen, am 9. 7., habe ich mich gefragt, ob ich die beiden in trauter Zweisamkeit vorfinden würde wie andere Paare (Bild 01). Die Dame ist allerdings allein im Pholcus-Nest gesessen (Bild 02), wobei in den letzten 2 Tagen eine Textrix denticulata ihr Netz unter diesem Standplatz hindurch ausgebaut hat

Da die Dame immer wieder mal mit den Vorderbeinen gewunken und auf den Untergrund geklopft hat (Bild 03), habe ich am Kompost ausgeharrt. Der verbliebene Kerl ist derweil in einem Umkreis von etwa 10 cm um sie herumgetigert und hat an einem Netz gebastelt (Bild 04). Nach rund 2 Stunden hat er sich etwa 5 cm vor ihr niedergelassen und angefangen, im Sekundentakt mit dem Hinterleib zu wippen. Nach einer Weile ist die Dame auf ihn zu marschiert, wobei er sie zunächst mit den Vorderbeinen abgeblockt hat (Bild 05). Er ist etwa 5 cm zurückgewichen, sie ihm nach einer Weile wieder auf den Pelz gerückt, wobei es zum ersten näheren Kontakt gekommen ist (Bild 06). Er hat sich dann wieder eine Beinlänge weit zurückgezogen, sie hat ihn mit ihren langen Vorderbeinen sozusagen wieder herangegrabscht (Bild 07). Das haben die beiden vier Mal praktiziert, wobei ich auf keinem einzigen Bild sehe, ob sie sich wirklich gepaart haben. Auf sämtlichen Bildern sieht man bloss, dass er seine Pedipalpen weiter vorn gegen ihren Bauch stösst (Bild 08).
Danach ist sie an ihren Platz zurückgekehrt, er hat sich ein paar Zentimeter vor ihr niedergelassen.
Am Abend habe ich beide genau gleich vorgefunden.

Klar scheint mir, dass bei den Parasteatoda tepidariorum die Damen bei der Paarung das Sagen haben. Das letzte Mal, als ich eine solche beobachtet habe, stürmte die Dame etwa eine Handlänge weit auf den Kerl zu, nachdem sie längere Zeit immer wieder am Netz gerüttelt hatte.

Wunder nimmt mich jetzt, was es mit dem wochenlangen Beieinandersitzen für eine Bewandtnis hat. Ob die Tiere sich mehrmals paaren?

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-07-13 13:23:45 von Roman Pargätzi »

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Pholcus opilionoides "am Schlüpfen", 12. 7. 2016
« Antwort #407 am: 2016-07-12 22:03:48 »
Salü zäma,

Da eine der Eier tragenden Pholcus opilionoides-Mütter sich an einem eingermassen gut einsehbaren Platz am Kompostdeckel eingefunden hat und seit ein paar Tagen dort verharrt, habe ich sie genauer beobachtet. Und siehe da: es haben sich Risse in den Eiern gezeigt. Gestern Abend habe ich mir gedacht, dass sich bald etwas tut, weil die Risse sich geweitet haben. Also bin ich alle zwei Stunden zum Kompost, des Regens halber mit Schirm ... Um 11.30 Uhr: alles beim Alten, den Wecker auf 0.30 Uhr gestellt, dann auf 3.30, 6.30, beschlossen, zu Hause zu arbeiten ... Den Zustand heute um 20.30 Uhr sieht man auf dem Bild 01. Die Tiere scheinen nicht zu "schlüpfen", sondern den Eiern ganz langsam zu "entwachsen". (Die bislang rund 200 gemachten Bilder muss ich erst sichten.) Eine zweite Nachtübung erspare ich mir, schaue morgen früh, was läuft.
Letzte Nacht habe ich mich zudem immer wieder mal leicht beobachtet gefühlt (Bilder 02 und 03).
Im Übrigen ist mir auch klar geworden, was es mit den Gewächshausspinnenpärchen u. a. auf sich hat: Heute früh waren die Kerle alle fleissig am Netze bauen, die Damen sassen still an ihrem Platz.

Herzlich, Roman

« Letzte Änderung: 2016-07-13 13:19:34 von Roman Pargätzi »

Jonathan Neumann

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–12. 7. 2016
« Antwort #408 am: 2016-07-13 11:32:06 »
Guten Morgen Roman,

Hochachtung, dass du deinen Schlaf und die Büroarbeit den Zitterspinnen opferst!
Nachtübung nennst du das, soso :D und sind se schon draussen?

Dass die Männchen der Gewächshausspinnen das Netz aktiv ausbauen, habe ich noch nie erlebt! Eigentlich spinnen die ihre Fäden nur, um dann "Gitarre" zu spielen.

Ja die Paarung verläuft recht kurz und stürmisch, die Fotos sehen doch recht eindeutig aus. Bei mir wurde ein Männchen danach sofort gefressen.

LG,
Jonathan
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Pholcus Opilionoides und Parasteatoda tepidariorum, 13. 7. 2016
« Antwort #409 am: 2016-07-13 22:56:12 »
Salü Jonathan, salü zäma,

Bei den kleinen Zitterspinnen hat sich in den letzten 24 Stunden sozusagen nichts getan (Bild 01 von heute, 18.30 Uhr). Ob der Temperatursturz von 32 auf 16 Grad da eine Rolle spielt?

Woran es liegen mag, dass ein Gewächshausspinnenmännchen, anstatt Nest und Futter mit der Mutter seiner Nachkommen zu teilen, in deren Magen endet? Falsche Chemie? Grosser Hunger damenseits?

Während die Kleinen Zitterspinnen weiter in den Eiern sitzen, ist man anderswo heute geschlüpft (Bilder 02–05, Porträt der Mutter in Bild 05)

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-07-20 14:15:58 von Roman Pargätzi »

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Pholcus opilionoides beim Schlüpfen beobachtet, 17. 7. 2016
« Antwort #410 am: 2016-07-19 23:24:39 »
Salü zäma,

Die Pholcus opilionoides, die seit dem 12. 7. in ihren aufgesprungenen Eiern stillgesessen sind, einen Teil der Eierschale wie eine Mütze auf dem Kopf tragend, sind am Sonntagnachmittag geschlüpft.
Nachdem am Morgen um 6.30 Uhr alles noch so ausgesehen hat wie tags zuvor um 10.30 Uhr (Bild 01), ist um 13.30 Uhr das erste Jungtier schon mit etwas "weichen Knien" dagestanden (Bild 02). Das zweite Tier hat sich aus einem der unteren Eiern befreit, da ist nicht viel zu sehen gewesen (links unten auf Bild 02). Das dritte Tier hat dann gezeigt, wie es geht: fast wie eine schnell spriessende Pflanze entwächst es der Schale, die im Ei aufgerollten Beine strecken sich, sich hin und her wiegend zieht es schliesslich die Füsse aus den Schalen, die Gelenke nehmen Form an (Bilder 03–08).
Um 15.30 habe ich leider fort müssen, aber die meisten der Jungtiere sind geschlüpft gewesen.
Unter den fast 300 Fotos, hat es vielleicht noch das eine oder andere sehenswerte Bild. Im Weiteren hat sich gleichzeitig ein Pholcus opilionoides-Männchen gehäutet, eine Gewächshausspinne hat Tausendfüssler erbeutet, ...
Die nächsten Pholcus opilionoides-Jungtiere sind "in den Startlöchern": die Eier sind seit drei Tagen offen. Mal sehen, ob das heisse Wetter die Sache nun beschleunigt. Alles in allem trägt am Kompostdeckel mindestens ein halbes Dutzend Weibchen Eier, zwei hüten "frei laufende" Jungtiere, weitere Damen sind ausgesprochene "Plus-size-Models", Halbwüchsige hat es ebenfalls ...

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Weiteres zu den Pholcus opilionoides, 17., 18., 24. 7. 2016
« Antwort #411 am: 2016-07-24 23:19:07 »
Salü zäma,

Anbei ein paar weitere Details zu den oben vorgestellten, frisch geschlüpften Kleinen Zitterspinnen: Gedränge an der Spitze des Eierpakets (Bild 09), kleine Augen (Bild 10), grosse Augen und kleine Augen (Bild 11), bis die Füsse aus dem Ei sind … (Bild 12), mit einem Bein draussen lässt es sich lange warten (Bild 13), Gesamtbild nach 2 Stunden (Bild 14, da musste ich weg), alle zusammen einen Tag später (Bild 15), nachdem am 23. 7. noch alle da waren, mitsamt der Mutter, haben die Jungtiere sich gehäutet, am 24. 7. ist die Kinderstube leer (Bild 16).
Im Übrigen sind die nächste Jungschar am Freitag geschlüpft, auch diese Tiere sind etwa 5 Tage in den aufgesprungenen Eiern gesessen, diesmal bei heissem Wetter.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Die Moritat von der Gewächshausspinn’, 24. 7. 2016
« Antwort #412 am: 2016-07-25 00:28:51 »
Salü zäma,

Da unzählige dieser Tiere zu unseren Hausmitbewohnern zählen, kann man sie des Öftern beim Jagen beobachten.
Wie die Grossen Zitterspinnen pflegen sie die Opfer zuerst einzuwickeln, wobei sie im Gegensatz zu den Ersteren auf die Beute geradezu losstürmen und manchmal mitsamt dieser abstürzen, was wegen des Sicherheitsfadens kein Problem darstellt.
Anbei ein paar Beispiele von Beutetieren: Tausendfüssler (Bild 01), Textrix denticulata-Männchen (Bild 02), wobei im Netz noch eine kleine schwarze Wespe mit langem Legestachel und eine junge Ero als Vorrat gesichert sind. Nicht mehr Erwünschtes wird weggeschmissen. Rüsselkäfer (Bild 04 und 05), Clubiona (Bild 06), Assel (Bild 07, da ebenfälls sehr häufig vor allem am Kompost eine beliebte Beute).

Herzlich, Roman

sylvia #1

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
« Antwort #413 am: 2016-07-25 20:12:03 »
Salü Roman
Toll!!!!!! Danke,vor allem für die Schlupfserie, das ist sehr beeindruckend und hat mich sehr gefreut.

Übrigens die Parasteatoda tepi fangen und fressen so ziemlich alles, zB auch Goldwespen! und hier gern größere Spinnen wie Pisaura und T.ferruginea!
LG
Sylvia

Eveline Merches

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
« Antwort #414 am: 2016-07-26 07:55:26 »
Hallo Roman,
wenn ich Ende August aus dem Urlaub wiederkomme schaue ich mal, ob das nicht in eine Entwicklungsserie im Wiki gegossen werden kann. Auch wenn wir zu Pholcus schon tolle Bilder von Jörg drin haben.
Sehr schöne aussagekräftige Bilder. Vielen Dank.

liebe Grüße
Eveline
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Roman Pargätzi

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–24. 7. 2016
« Antwort #415 am: 2016-07-27 00:24:29 »
Salü Sylvia, Eveline und all die andern,

Ja, die Gewächshausspinnen fressen wirklich alles, was ihnen unterkommt: im Kellereingang habe ich sogar mal einen Wurm als Beute angetroffen.

Bei den Gelegen der Kleinen Zitterspinnen stosse ich der geringen Grösse der Tiere leider an die Grenzen des mit meinem Objektiv Möglichen.

Jörg hat es eher mit den Pholcus phalangioides gehabt. :-) Solche leben bei uns auch (wo nicht …), sie wandern im Keller aber grössere Strecken, sind schneller und nervöser als die Kleinen Zitterspinnen am Kompostdach, und deshalb ist es schwieriger, sie zu verfolgen.

Anbei noch ein paar Einblicke ins Leben dieser Tiere: eine Dame in vollster Pracht (Bild 01), die Herrnbesuch bekommt (Bild 02; vorsichtshalber nähert er sich im Rückwärtsgang), eine Dame mit unreifen Eiern, dafür noch mehr Reserven (Bild 03), eine Mutter mit ihrer frisch geschlüpften Kinderschar im typischen "Nest" (Bild 04) sowie ein Männchen bei der Reifehäutung (Bilder 05–07).

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Neottiura bimaculata mit Kokon, 1. 8. 2016
« Antwort #416 am: 2016-08-01 22:34:49 »
Salü zäma,

Eine Neottiura bimaculata-Dame, sichtlich abgemagert, aber mit einem Kokon Bilder 02-04). Vor 2 Tagen hat sie noch ganz anders ausgesehen (Bild 01)

Herzlich, Roman

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Misumena vatia und Spinnenbaby, 1. 8. 2016
« Antwort #417 am: 2016-08-01 22:45:07 »
Salü zäma,

Immer wieder schön anzusehen ist die Veränderliche Krabbenspinne. Hier ein Weibchen auf einer Wintermajoranblüte (Bilder 01–03). Trotz katzenmässiger Frustrationstolaranz spinnen- und meinerseits: das Tier hat keine Beute erwischt, bloss drei potenzielle Opfer begrapscht.
(Die Haarpracht am Bauch der Dame hätte ich auch nicht erwartet ...)

Plötzlich ist mir ein etwa 1 mm grosses Jungtier aufgefallen (Bilder 04–07). junge Misumena vatia sind auch im Winter im Keller witzig anzusehen, aber einen derartigen Winzling habe ich heute zum ersten mal gesehen.

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2016-08-18 22:24:06 von Roman Pargätzi »

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Parasteatoda tepidariorum: Eierlegen, Kokonbau, 23. 7.–1. 8. 2016
« Antwort #418 am: 2016-08-07 22:12:28 »
Salü zäma,

Darauf habe ich seit Jahren gewartet: einer Gewächshausspinne beim Eierlegen zuzusehen. Wobei der Eierball derart rasch grösser wurde – und die Spinne entsprechend magerer –, dass ich den Anfang fast verpasste, weil ich zunächst vermutete, dass der vorbereitete "Eierboden" aus Spinnfäden eine eingewickelte Beute sei (Abb. 01–03). Mit dem Einpacken des Eierpakets dauerte es dann, und – aus welchen Gründen auch immer – dieser Kokon ist nie fertig geworden (Abb. 04–06). Am Folgetag (24. 7.) sah es ein paar mal so aus, als würde die Spinne den Kokon weitermachen wollen, sie betastete ihn aber jeweils bloss (Abb. 07). Am 1. 8. war ein weitere Kokon da, diesmal wieder richtig verpackt (Abb. 08, das ganze Ensemble mitsamt dem dazugehörigen Herrn zeigend).
Interessant ist auch, dass fast sämtliche Jungen eines "Schlupfs" nach ein paar Tagen jeweils verschwunden waren, wobei mir noch nie ein Wanderzug junger Gewächshausspinnen in der Art junger Kreuzspinnen begegnet ist. Möglicherweise ziehen sie von dieser Fensterleibung hinauf unter die Holzverschalung der Fassade.

Herzlich, Roman

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Zum Kokon vom 23. 7.: Jungtiere geschlüft am 13. 8. 2016
« Antwort #419 am: 2016-08-13 22:26:18 »
Salü zäma,

Eine Weiterung zum oben vorgestellten Kokon, den die Mutter am 23. 7. nicht fertigstellte: der Entwicklung der Jungtiere hat das offensichtlich keinen Abbruch getan, denn die Tiere sind letzte Nacht geschlüpft.

Da der Kokon unfertig geblieben ist, sieht man auch die Überreste der Eihüllen.

Interessant finde ich die "Springspinnenaugen" der Jungtiere (Bild 02, 03).

Herzlich, Roman