Forum europäischer Spinnentiere

Praktisches und Organisatorisches (Other topics) => Rund ums Sammeln und Bestimmen (Other aspects of collecting and determination) => Thema gestartet von: Martin Lemke am 2020-06-18 22:29:55

Titel: Genitalien von Opiliones
Beitrag von: Martin Lemke am 2020-06-18 22:29:55
Ich gebe zu, meist packe ich meisten Knechte ohne Bestimmung für "irgendwann später" weg. Grund: Ich habe Schwierigkeiten, die Genitalien zu präparieren.

Hat jemand Tipps für mich, wie man das macht, ohne das komplette Tier zu zerfleddern oder sämtliche Beine abzureißen? Ich hatte heute ein Tier, dessen Zeichnung irgendwo zwischen Nemasoma bimaculatum und Nemastoma lugubre lag (bisher in SH nachgewiesen sind nur N. lugubre und N. dentigerum, aber danach darf man ja nicht gehen). Zumal unter dem Klimawandel eine Verschiebung des Artenspektrums teilweise schon nachgewiesen wurde – auch für Spinnen.

Heute führte der Versuch, die Leegeröhre rauszuziehen dazu, dass zunächst ein Ei heraus kam und ich danach die bestimmungsrelevante Spitze der Legeröhre zerstörte. :-(. Ich musste das Tier wegwerfen, weil es keine entscheidenden Bestimmungsmerkmale mehr besaß.

Martin
Titel: Re: Genitalien von Opiliones
Beitrag von: Simeon Indzhov am 2020-06-19 00:15:05
Bei Eupnoi ist es einfach, da sie groß und weich sind. Man schneidet den Bauch von der Seite und extrahiert den Penis/Ovipositor. Bei Dyspnoi (Nemastomatidae, Teogulidae) ist es etwas schwieriger, es geht aber auch: man schneidet am Rand des Bauchs (das meist vom ventralen Scutum bedeckt ist), zwischen den Tergiten und den Sterniten, und hebt die ganze Sache. Man muss meist von den beiden Seiten schneiden. Ich muss aber zugestehen, dass ich bisher nur männliche Nemastomatidae (aber auch kleine wie Carinostoma ornatum) geöffnet habe. Vielleicht ist es bei Weibchen aber ähnlich. Bei Trogulus habe ich ja bisher nur Weibchen gehabt, dort ging es okay.
Simeon