Bestimmungsfragen (Determination) > Spinnentiere von außerhalb Europas bestimmen (Determining arachnids from outside of Europe)

Panama: Gasteracantha cancriformis? <=

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Jonathan Neumann:
Hallo Viktoria,

führt etwas weiter weg zur Bestimmungsanfrage aber Mario freut sich bestimmt genauso über Zusatzinfos:

zum Körperbau wüsste ich auf Anhieb nichts, aber Verhalten/Netzdeko:

Sich Dreck ins Netz hängen oder gerade ein eingerolltes Blatt, sowas gibt es öfter.
Bewusst 3 Beispiele, die nicht miteinander verwandt sind:
Parasteatoda lunata, Araneus alsine, Phonognatha graeffei.

Hoffentlich kann uns Tobias da noch weiter helfen.

LG,
Jonathan

Tobias Bauer:
Um mal zur wissenschaftlichen Bestimmung zurückzukehren, was ja die ursprüngliche Frage war:

Levi (1978, 1996, 2002) hat damals die vielen Synonyme der Art unter G. cancriformis gestellt, inklusive G. tetracantha mit vier Stacheln. Aufgrund der hohen phänotypischen Variabilität und extrem weiten Verbreitung gab es daher natürlich immer die Idee, dass es doch "kryptische" Arten unter diesem Namen (G. cancriformis) gibt.

Im Letzten Jahr wurde aber von Chamberland et al. untersucht/publiziert (sehr lesenswerter Artikel, ist OA), ob Levi's "single widespread New World species hypothesis" auch molekulargenetisch Bestand hat. Und die Antwort ist, mit etwas Einschränkung, ja. Obwohl einige Populationen/geographische Bereiche (Karibik, Mittel u. Südamerika) genetisch divergieren, scheint das nicht genug zu sein, um einen eigenen Artstatus dieser zu rechtfertigen. Vielleicht in 1-3 mio Jahren?

Interessant im Bezug auf Konvergenz ist auch folgender Satz:

"We found evidence that spine number was an important predictor of island locality and was highly specific to island. For instance, six-spined and four-spined Gasteracantha did not occur on the same island and neither are monophyletic."

Was ist der ökologische Hintergrund? Weniger Druck auf die Ausbildung von vielen Stacheln auf den einzelnen Inseln? Und zwei gehen dann verloren?

Der Locus Typicus ist übrigens: America   ::)

Chamberland, L., Salgado-Roa, F. C., Basco, A., Crastz-Flores, A., Binford, G. J., & Agnarsson, I. (2020). Phylogeography of the widespread Caribbean spiny orb weaver Gasteracantha cancriformis. PeerJ, 8, e8976.

Tobias

Mario Finkel:
Moin zusammen,

vielen Dank für die rege und interessante Diskussion! :)

Tobias, dir besonderen Dank für die interessanten Informationen und die Verlinkung zur Publikation! :) Sofern ich alles richtig verstanden habe, gibt es aktuell tatsächlich erstmal nur die eine Art am Fundort.

Viele Grüße,
Mario

Jutta Asamoah:
Hallo zusammen,

nur eine Laienbeobachtung.
In Ghana gibt es (mindestens) zwei Spinnenarten, die auch drei Stachelpaare haben und von den Proportionen her sehr ähnlich sind. Leider weiß ich nicht, ob es da eine Verwandtschaft gibt, vielleicht haben die sich auch parallel zu anderen Populationen entwickelt und gehören ganz anderen Familien an. Die Namen weiß ich auch nicht, beide sind synanthrop (zumindest kenne ich sie nur aus Städten) und bauen oft Netze an senkrechten Strukturen, wie z.B. Stangenbohnen. Sie sind klein, vielleicht 5mm. Eine Art ist rotbraun, die andere auch rot, aber mit gelben Flecken oder Streifen auf dem Opisthosoma.
Das war jetzt nicht wissenschaftlich, aber vielleicht interessiert es trotzdem jemanden.  :-\

LG
Jutta

Jonathan Neumann:
Mal kurz gegoogelt  mit spiny orb weaver ghana, passt das: Gasteracantha curvispina?

LG,
Jonathan

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