Autor Thema: Neuer Makroschlitten  (Gelesen 404 mal)

Jürgen Guttenberger

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Neuer Makroschlitten
« am: 2018-01-24 12:57:23 »
Servus,
diesen Schlitten hab ich mir gegönnt, um im Freiland auch Foto-Stacking betreiben zu können. Die Verarbeitung ist von sehr guter Qualität und wenn ich die Preise mit anderen Herstellern vergleich, ist der Schlitten ein echtes Schnäppchen.
Die Aufnahme entstand jetzt im Studio um den Schlitten mal zu testen. Die Verstellung der Kamera über die Spindel ist in sehr kleinen Schritten machbar, bei dieser Fettspinne musste ich sehr große Stellwege drehen um fertig zu werden.
Ich bin begeistert, kann ihn nur weiterempfehlen,Arno macht sowas natürlich freihändig ;), doch ich bin da wegen meiner fehlenden Feinmotorik auf dieses Hilfswerkzeug angewiesen.
Das Foto besteht aus 51 Einzelaufnahmen, leider hat das Tier nach 15 min. Fotoshooting die Stellung gewechselt, so habe ich das erste vordere Bein nicht mehr durchstacken können.

Gruß Jürgen

Martin Lemke

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #1 am: 2018-01-24 13:49:06 »
Wenn ich sehe, was Arno mit 5–7 Stackschritten hin bekommt, sind 51 Schritte eindeutig viel zu viele. Eine Spinne, die sich im Freiland 15 Minuten und länger nicht bewegt, dürfte auch nicht der Regelfall sein, denn da ist meist der Untergrund beweglich (dazu reich eine leichte Brise).

Das Resultat Deiner neuen Technik ist verglichen mit Arnos Stacks zudem nicht überzeugend; ob es an einer eigentümlichen Unschärfe liegt (zu kleine Blende? – die EXIF-Daten hast Du leider gelöscht) oder an der ungünstigen Perspektive (alle Beine sind im Weg) kann ich gar nicht so genau sagen.

Martin

Arno Grabolle

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #2 am: 2018-01-24 23:20:48 »
Wow Martin, du bist wieder mal „erfrischend direkt“ ;) ... naja ,ich schätze Jürgen (nach allem, was ich von ihm im Forum gelesen habe), als duldsam genug ein, das nicht krumm zu nehmen ...

Aber im Kern hat Martin natürlich Recht. Gerade für ein Makro (nicht Mikro-) Foto, ist das sicherlich viel zu viel. Aber das musst du halt mal austesten.

Was soll immer dieser Hinweis auf die freihändigen Fotos von mir. Als hätte ich Superkräfte. Ich mache die natürlich nicht im Stand auf einem Bein bei Sturmböen ... Bei solchen Fotos habe ich immer die eine Hand unter dem Apparat irgendwo aufliegen. Indoor sind das Kisten/Bücher, outdoor ein Stein, der Bodern, der Rucksack oder das Knie/Fuß ... oft muss man spontan erfinderisch sein.
So kann man dann mit der Hand die Vorwärtsbewegung relativ präzise und kontrolliert ausführen.

Micha (und andere Fotografen) haben immer einen Bohnenbeutel (oder ähnliches mit). Das ist auch eine praktische Hilfe. Der ist klein, leicht, passt in jeden Rucksack und kann auf verschiedensten Untergründen Stabilität für Fotoapparat oder Stativ bieten.

Die Präzision eines Stativs wird man mit beiden Methoden nicht hinbekommen. Aber das ist auch nicht nötig, Helicon kann die Verschiebungen der einzelnen Ebenen gut ausgleichen. Selbst wenn die Stackstufen nicht so ganz im Rhythmus sind, macht das meist nichts (eine gewisse Überlappung vorausgesetzt).

Tipp fürs Stacken: Gerade bei umfangreicheren Stacks mit unscharfen Hintergründen, entstehen in den homogenen Farbverläufen im Hintergrund unschöne Strukturen. Das liegt daran, dass Helicon bei leichten Helligkeitsunterschieden immer mal wieder Pixel aus einer der anderen Ebenen mit einbaut. Das kann man nur im Nachhinein mit der Nachbearbeiten-Funktion von H. beheben.
Dazu: Stack immer von hinten her aufbauen (Stapelreihenfolge kann man in einem kleinen Ausklappmenü unter den Dateinamen festlegen). Dadurch ist das einzige Bild, dass wirklich an allen Seiten bis zum Rand reicht, die hinterste Ebene (sie bestimmt das Bildformat). Dann im Nachbearbeiten-Screen einen schönen großen, weichen Pinsel einstellen und die Pixel aus der hintersten Ebene im Hintergrund nachmalen. Man sieht dann schon, wie die Farbverläufe wieder glatt werden.
(Ist das Verständlich? Einfach mal probieren ...).

Arno

Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #3 am: 2018-01-25 07:39:55 »
@Martin, ich lösche keine EXIF-Daten, wahrscheinlich wird das durch die Bearbeitung mit Helicon Focus überschrieben oder gelöscht, keine Ahnung. Meine Blende war die 5,6, bei der Stacktechnik macht eine offene Blende mehr Sinn als eine geschossene, da die Abbildungsleistungen der meisten Objektive ihr Maximum bei Offenblende besitzen.
Bei diesem Foto ist es mir nicht um die ästhetische Bildgestaltung (Beinstellung) gegangen, sondern nur um Darzustellen, was und wie man so ein Foto mit diesem Schlitten technisch umsetzen kann.

Bei der Vorstellung des Schlittens bzw. des Bildes geht es mir nicht darum, dass ich allen mitlesenden Menschen hier diesen neuen Schlitten aufdrängen will oder dass jeder meine Arbeitsmethode nachahmt, sondern darum, dass ich den Schlitten als Instrument vorstelle, den vielleicht der Eine oder Andere auch als Hilfsmittel nutzen will. Mir ist durchaus bewusst, dass bei einem Freilandstack diese große Anzahl an Bildern unrealistisch ist und auch nicht nötig, jedoch machbar und für manche Situationen durchaus als Alternative zu nutzen ist. Da ich fast täglich im Wald arbeite und dadurch meine Hände noch Stunden oder gar Tage lang zittern, kommt für mich die Freihandtechnik nicht in Frage, ich produziere nur Ausschuss. Daher arbeite ich schon immer beim Fotografieren mit Stativ um eben  das Verwackeln zu minimieren. Dieser Schlitten gibt mir jetzt die Möglichkeit, die Stack-Technik umzusetzen. Der Wind bläst ohne mein Zutun und die Tiere bewegen sich früher oder später  immer von der Stelle, doch meine zitterige Feinmotorik kann ich mit dem Schlitten austrixen.
Die Bildbearbeitung, ob mit Photoshop oder Helicon Focus nach dem Fotografieren ist eine eigene/andere Sache, da denke ich, muss ich noch einiges lernen. Arno kann mit diesen Techniken sehr gut umgehen, was man ja ohne Zweifel an seinen Bildern feststellen kann.
Ich denke aber, dass bei „mehr Einzelaufnahmen“ auch „mehr Informationen“ zu sehen sind. Hier müsste man mal Bilder vergleichen die z.B.  sehr vergrößert worden sind, so ab 80x 60cm bis hin zu 180x120 cm. Aber das hat dann nichts mehr mit Arachnologie zu tun, sondern mit Kunst. Ich sehe diese zwei Grundsäulen nicht getrennt sondern in einer Kombination, kommt halt immer auf die Sichtweise und den Anspruch drauf an.

Ich kann den Schlitten auf  jedem Fall empfehlen, mir bereitet er Freude und ich sehe auch, dass ich für meinen Anspruch bessere Fotos hinbekomme.
Wenn sich jetzt ein Leser dieser Zeilen Gedanken über seine Arbeitsmethode  macht, habe ich mein Ziel hier erreicht!
Ich habe übrigens mit dem Messschieber nachgemessen, eine 360° Drehung hat einen Vorschub von gerade mal 1 mm. Und der Drehknopf ist so gearbeitet, dass man ihn auch sehr fein verstellen kann. Ich denke mal, dass man hier mindestens 200-300 Schritte pro Umdrehung per Hand einteilen kann.

Hier noch ein Auszug aus dem Foto, um mal zu zeigen, welche Informationen in dem Bild stecken….

Grüße Jürgen

Michael Schäfer

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #4 am: 2018-01-25 09:19:08 »
Hallo Jürgen,

eigentlich hatte ich mir - aufgrund schlechter Erfahrungen - vorgenommen hier mich in Zukunft aus Foto-Diskussionen rauszuhalten, aber ich versuche es trotzdem mal, auch weil Du in anderen Postings immer wieder auf das Stacken eingehst, aber scheinbar nicht wirklich weiterkommst mit der Technik.

Zunächst kann ich Dir nur zu der Idee gratulieren, Dir einen Makro-Schlitten angelegt zu haben, obwohl ich mir bei der Preisklasse nicht sicher bin, ob Du am Ende nicht 2x kaufst - so wie ich :)  Ich nutze nun schon seit Jahren einen Novoflex Castel und bin mit dem "Quasi-Standard Schlitten aller Makrofotografen" hoch zufrieden. Eine bessere Verarbeitung geht m.A. nach nicht. Aber vielleicht macht Dein Kauf da ja eine Ausnahme. Wollen wir es mal hoffen!

Nun zum Stacken. Also ich gebe Martin und Arno da völlig recht, für dieses Motiv brauchst Du nie im Leben 51 Schritte!

Bei so "großen" Motiven wie dieser Spinne fotografiere ich fast nie mit einer so offenen Blende. Bei derartigen Abbildungsmaßstäben hast Du auch (ein ordentliches Objektiv vorausgesetzt) bei Blende 11-16 keine Beugungsunschärfe. Nutze also immer die größt-mögliche Schärfentiefe aus! Die "Abbildungsleistung" der meisten Objektive ist auch nicht bei der offensten Blende am besten, wie Du schreibst, sondern sehr stark objektivabhängig.

Wenn ich mit meinem Lupenobjektiv fotografiere, dann mache ich dies allerdings auch meist mit Blende 5,6 - 6,3 - allerdings bei ABMs von 3:1 - 5:1, bei denen die Beugungsunschärfe sonst schon mehr oder weniger deutlich (je nach Anspruch  ;) ) zu Tage tritt. Dann fotografiere ich aber auch z.B. das nur ca. 1mm breite "Gesicht" einer Springspinne und brauche für einen schönen Stack dafür ca. 20 Fotos von hinter den Frontalaugen bis zum Ende des Tarsus des 1.Beinpaares - je nach Sitzhaltung der Spinne (siehe Bsp.1). Wenn ich im Gegensatz dazu aber ne kleine Raubfliege, die in der Größe ungefähr Deiner Spinne entspricht, lateral mit meinem 100mm Makro stacke, dann brauche ich bei Blende 16 höchstens 5 Bilder und die Fotos haben am Ende die selbe subjektive Schärfentiefe. Gerne fotografiere ich aufgrund des aufgelösteren Hintergrundes aber auch hier mit einer etwas offeneren Blende (siehe Bsp.2), aber auch da benötige ich keine 51 Fotos sondern maximal 10  :)

Dein Foto hat auch ein ziemliches Rauschen, was natürlich nicht gerade die Bildwirkung steigert und vor allem durch das Stacken noch verstärkt wird. Evtl. sind ja Deine ISO-Werte ja zu hoch. Ich fotografiere ohne Blitz und maximal mit ISO 800, was allerdings bei der Vollformat-Kamera auch etwas anders aussieht als bei einer Kamera mit APS-C Sensor.

Ansonsten kann ich Dir nur noch ein STABILES Stativ empfehlen und nach jeder Drehung am Schlitten mindestens 1 Sekunde zu warten. Letzteres schaff ich - aufgrund meiner oder der Ungeduld des Motivs - zwar auch meist nicht, aber Schwingungen sind schlich und einfach eines guten Stacks Tod.

Gruß
Micha


 
Meine neusten Foto-Projekte zeigen Springspinnen aus Rhodos und Spanien .

Michael Schäfer

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #5 am: 2018-01-25 09:20:27 »
Und hier noch die Fliege als ein etwas größeres Motiv.
Meine neusten Foto-Projekte zeigen Springspinnen aus Rhodos und Spanien .

Martin Lemke

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #6 am: 2018-01-25 10:20:05 »
Wow Martin, du bist wieder mal „erfrischend direkt“ ;) ... naja ,ich schätze Jürgen (nach allem, was ich von ihm im Forum gelesen habe), als duldsam genug ein, das nicht krumm zu nehmen ...

Ich habe ja auch immer meine Schwierigkeiten vernünftige Fotos hin zu bekommen; meine Versuche fehlendes Talent durch bessere Technik zu kompensieren, waren nicht immer sehr erfolgreich. Wenn man neues ausprobiert, ist schonungslose Kritik hilfreicher als liebenswürdige Bauchpinseleien. Schließlich gilt es durch Ausprobieren und Korrektur von Fehlern den Weg zum guten Foto heraus zu finden.

Dass es einen Unterschied macht, von hinten nach vorn zu stacken, hätte ich nicht gedacht. Ich habe ewig nicht gestackt, geschweige denn fotografiert. Selbst ernsthafte Bestimmerei liegt bei mir Monate zurück.

BTW: Nach vielen Jahren mit Nikon (wie Jürgen) bin ich mittlerweile der Überzeugung, dass Canon das bessere System anbietet. Gerade die Quelloffene Betriebssoftware MagicLatern bietet AutoExposure, also automatisches Stacken. Das wäre praktisch die Lösung für alle, die es manuell nicht gut hin bekommen. Für Nikon gibt es nichts vergleichbares! Auf meiner Canon D1 läuft diese Software leider ausgerechnet nicht. :(.

Zitat von: Jürgen
Ich denke aber, dass bei „mehr Einzelaufnahmen“ auch „mehr Informationen“ zu sehen sind.

In diesem Beispiel nicht; beispielsweise die Beborstung der Beine kaum besser abgebildet als bei den üblichen Fotos anderer im Forum, die nur ein einziges Foto gemacht haben. Warum das Resultat nicht ist, wie erwartet, kann ich auch nicht sagen. An Blende 5.6 kann es also nicht gelegen haben1. Vielleich kommt die Unschäfe aber auch dadurch zustande, dass Du das Originalbild fürs Forum verkleinert hast und es ist in Wahrheit besser. Für die Beurteilung des Resultates wäre natürlich ein Link auf das Originalbild sinnvoll (Dropbox o.ä.).

2018-01-24 11-08-27 (C)_bearbeitet-1.jpg
*2018-01-24 11-08-27 (C)_bearbeitet-1.jpg (111.32 KB . 800x424 - angeschaut 132 Mal)

Noch etwas zu den Problemzonen:
rot: Starkes störendes Bildrauschen
blau: Schmutzpartikel an den Haaren müssen unbedingt weg gestempelt werden, wenn man sie nicht schon vor dem Fotografieren weg bekommt
grün: Artefakte im Bereich der Haare in Kombination mit dem Hintergrund (keine klare Abgrenzung)

Martin

1) Ergänzend zu dem, was Micha zum Thema Blende gesagt hat: In Fototest ist meist von der förderlichen Blende eines Objektivs die Rede. Und auch, bei welcher Blende die Abbildungsqualität am besten ist. Zumindest in meiner Lieblings-Fotozeitschrift Colorfoto, die ich aber nur gelegentlich kaufe.

digitalkamera.de: Förderliche Blende
Colorfoto: Beugungsunschärfe: Beugung begrenzt die Auflösung

Arno Grabolle

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #7 am: 2018-01-25 18:54:04 »
@Martin: bei den Artefakten in den Haaren musst du vorsichtig sein. Diese Borsten haben häufig solche Strukturen (Wellen bis fast Widerhaken), die man schnell als Artefakte missdeutet, wenn man sie nicht extrem vergrößert und scharf sieht.

eigentlich hatte ich mir - aufgrund schlechter Erfahrungen - vorgenommen hier mich in Zukunft aus Foto-Diskussionen rauszuhalten, […]

Warum (rhetorische Frage)? Du hast doch viel dazu zu sagen und viel Erfahrung und eine gut entwickelte Technik ...

Ich habe jetzt auch mal ein Beispiel herausgesucht. Zu den meisten Fotos habe ich die Rohdaten nicht mehr. Dieses Bild ist in Australien entstanden, ich denke auf einem Tisch, Spinne auf die Rinde gesetzt, Kamera in der Hand, Hand aufgelegt auf irgendeine Kiste etc. Es waren 11 Einzelaufnahmen. Canon EOS 5D MarkIII, Canon MP-E65, 1/125, ISO 100, f 7,1. Die Spinne (Euryopis elegans) dürfte um 3 mm lang gewesen sein.

unbeschnittenes Bild (verkleinert fürs Forum)
Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01b.jpg
*Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01b.jpg (530.41 KB . 1500x1000 - angeschaut 135 Mal)

unverkleinerter Ausschnitt aus dem fertigen Bild
Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01a.jpg
*Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01a.jpg (417.07 KB . 1500x1000 - angeschaut 133 Mal)

unverkleinerter Ausschnitt aus einem der Einzelbilder
Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01c.jpg
*Euryopis-cf-elegans_WashpoolNP_17-02_01c.jpg (209.35 KB . 1500x1000 - angeschaut 130 Mal)

Was ich noch sagen muss: Mein Ansatz (und der von Micha denke ich auch) ist inzwischen nicht mehr, möglichst die komplette Spinne von vorne bis hinten scharf abzubilden. Die Fotos sehen interessanter und natürlicher aus, wenn man einen Teil des Objekts in der Unschärfe lässt. Das geht so weit, dass einfache, ungestackte Einzelaufnahmen manchmal reizvoller aussehen, als perfekt durchgestackte.
Ich versuche mit dem Stacken eigentlich nur, die Sicherheit zu bekommen, dass ich die Augen (bzw. andere wichtige Stellen) scharf abbilde und einen gewissen Bereich davor und dahinter. Das ist natürlich auch ein etwas anderer Ansatz, als ihn Jürgen hier hat.

Arno

Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #8 am: 2018-01-26 08:02:35 »
Ich wollte eigentlich nur den Schlitten vorstellen, um zu zeigen, was damit möglich ist.
Einen Novoflex Castel L habe ich schon länger als Hilfestellung beim Fotografieren, jedoch im Vergleich zum neuen Schlitten kann man diesen nicht so fein betätigen. Für den Gebrauch im Freiland mit 5-10 Stacks pro Tier (Spinne oder Raubfliege in der obigen Größe) ist er natürlich sehr gut geeignet. Der neue Schlitten schafft hier wesentlich mehr. Ob man es im Freiland nutzen kann ist natürlich eine andere Frage und ich hab ja auch geschrieben, dass die 51 Bilder für diese Aufnahme nicht notwendig wären, das ist nicht das Thema, es geht ums “Machbare“!
Ein paar kurze Anmerkungen habe ich jetzt dann aber doch  noch bzgl. Eurer Rückmeldungen.
@Michael und Arno, ihr fotografiert beide mit dem tollen Lupenobjektiv Canon MP-E65 dieses geht bis zu einem Maßstab von 5:1. Ich sehe an euren Aufführungen, je höher ihr damit vergrößert, um so offener ist eure Blendeneinstellung, damit schwimmen wir eigentlich im selben Fahrwasser, mein Maßstab oben war 2:1
 Hier noch mal was zum Thema MTF-Kurven
1 http://userfiles.rf-webworld.de/ec8e1dcc...cial_mtf_01.pdf
2. http://lenspire.zeiss.com/en/wp-content/...rt2-2009-DE.pdf

 
http://files.homepagemodules.de/b649264/f7t2499p19610n2_PgEdqxWs.png

Diese Auflistung gilt natürlich nur für „Normalobjektive“, bei Makroobjektiven verschiebt sich „in den meisten Fällen“ die förderliche Blende, bedingt durch den technischen Aufbau noch weiter nach links, es gibt natürlich Ausnahmen Micha.

Hier noch eine Aufnahme mit einem 8er Mikroskopobjektiv CarlZeissJena 8/0,20 160/- erworben für 7,50 + Versandkosten.
Gestackt wurde mit dem neuen Schlitten in 97 Aufnahmen in der Schärfenebene, ich schätze jetzt mal grob auf 1,5 max. 2 mm und das schafft der Novoflex Castel L definitiv nicht.
Und solche Vergrößerungen schaffe ich mit meinem normalen Makroobjektiv nicht, mit dem MP65 wahrscheinlich in der gleichen oder besseren Qualität mit 10-20 Aufnahmen machbar? Keine Ahnung?
Meine rudimentären Bildbearbeitungskünste und die Beschaffenheit des ca. 40 Jahre alten Objektivs mindern natürlich die Qualität der Aufnahme, zeigen aber doch, was man aus dem Schlitten rausholen kann.

Dankeschön an euch Alle für eure Tipps, die mich mit Sicherheit wieder ein Stückchen weiter bringen.
Und vielleicht hat ja der eine oder Andere auch was mitnehmen können, um seine Fotos zu verbessern. Es geht ja hier im Forum grundsätzlich um Spinnentiere, wahrscheinlich wirkt so ein Thema hier für einige befremdlich, das möchte ich aber damit nicht bewirken, sondern eben nur eine Möglichkeit aufzeigen, damit wir dies Tiere noch schöner und besser darstellen können!


Grüße Jürgen


Martin Lemke

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #9 am: 2018-01-26 08:23:07 »
Du hast zumindest bei mit die Lust geweckt, erneut mit Fotos 'rumzumachen'. Die jahrelange Fotografiererfahrung unserer Fotospezis Arno und Micha können wir natürlich nicht im Handstreich einholen.

Dein letzes Bild erweckte in mir im ersten Moment den Eindruck, Du hättest einen Bobtail abgebildet ;-).

Schärfst Du die Endergebnisse nach? Wenn ja, solltest Du es vielleich mit etwas weniger versuchen. Oder, wenn mit Deinen Softwaremöglichkeiten machbar, verschiedenen Schärfmethoden verwenden. Unscharf maskieren nur dezent. Deine Bilder sehen so hart aus, was mich stört. Die Abbildungsqualität ist aber schon ganz gut. So stark haarige Objekte sind natürlich zum Vorführen etwas undankbar.

BTW: Deine ersten beiden Links führen ins Leere.

Martin


Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #11 am: 2018-01-26 08:45:07 »
Wie schon mehrmals geschrieben, ich bin mit der Bildbearbeitung ganz am Anfang.
Meine Arbeitsschritte sind folgende:
Aufnahme in RAW
Bilder vom Chip auf den Rechner speichern
Alle Bilder zum stapeln in Helicon Focus einspeichern, Methode C einstellen, rendern lassen, fertig
Fertiges Gesamtbild mit Photoshop bearbeiten, dies funktioniert aber nicht mehr mit dem RAW-Werkzeug, da Helicon Focus das Format geändert hat????
Mir stehen dann im Photoshop nur die Verstellparameter zur Verfügung, als ob es ein jpeg.-Format wäre
Ich schärfe z.B. nur mehr das ganze Bild nach, keine Einzelheiten oder Hüntergründe, Vordergründe etc..
das kann ich (noch) nicht ::)
Ich lade meine Fotos manchmal in Fotoforen hoch und bin immer ganz erstaund, was die mit meinen Bildern anstellen, die schauen dann echt Klasse aus.

Jürgen

Martin Lemke

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #12 am: 2018-01-26 08:46:31 »
Der erste Satz ist klasse!

„ Die Gesetze der Optik sind komplex und widerwärtig!“

Martin

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #13 am: 2018-01-26 08:49:24 »
Fertiges Gesamtbild mit Photoshop bearbeiten, dies funktioniert aber nicht mehr mit dem RAW-Werkzeug, da Helicon Focus das Format geändert hat?

Nach dem Stapeln im dng-Format speichern.

Zitat
Ich schärfe z.B. nur mehr das ganze Bild nach, keine Einzelheiten oder Hüntergründe, Vordergründe etc..
das kann ich (noch) nicht ::)

Da ist ohne Zweifel noch schöpfbares Potential vorhanden.

Martin

Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #14 am: 2018-01-27 17:24:39 »


Da ist ohne Zweifel noch schöpfbares Potential vorhanden.



oh ja


Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #16 am: 2018-02-18 11:37:25 »
Soeben nochmals ein Test mit 9 Einzelaufnahmen bei Blende 8, natürlich ein ruhiges Objekt beim verschnaufen. Es reicht hier auch die Anzahl, wenn man aber die Beine noch scharf haben möchte, bin ich mit Sicherheit bei über 20 Einzelbildern.
Auf jedem Fall bin ich mit dem Schlitten zufrieden....

Gruß Jürgen

Arno Grabolle

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #17 am: 2018-02-18 12:12:37 »
Nicht schlecht ... schön z.B., dass die Beine hinten schon unscharf sind.

Kannst du mal einen 100% Ausschnitt von einer scharfen Stelle zeigen?

Das Objekt scheint ein wenig tot-belichtet zu sein (bzw. es ist wieder dein HDR Filter). Solche transparenten Strukturen kommen immer gut zur Geltung, wenn das Licht etwas von hinten kommt.

Arno

Jürgen Guttenberger

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #18 am: 2018-02-18 13:08:50 »
Keine Ahnung wie das geht mit den 100% Ausschnitt, hab jetzt einfach mal was rausgeschnitte, hier wird´s schon Pixelig.
Vielleicht verwende ich ja irgendwo die falsche Bearbeitungsmethode :-[.

Die Aufnahme entstand im Lichtzelt, den Blitz hatte ich an die Decke geworfen, etwas zu hell, ja!

Jürgen

Arno Grabolle

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #19 am: 2018-02-18 15:28:30 »
Nicht zu hell. Etwas unplastisch, gleichmäßig. Das Licht kann viel beitragen zur plastischen Wirkung der Bilder und damit zur empfundenen Schärfe.

Hast du mal mit Methode B gestackt? Würde gerne mal den Unterschied sehen.

100% Ausschnitt heißt, dass du aus dem Bild in Originalgröße einfach einen Ausschnitt von 1000 px Breite suchst und den herausschneidest, ohne ihn zu vergrößern oder zu verkleinern.

Arno

Martin Lemke

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #20 am: 2018-02-18 19:23:20 »
Der Detailausschnitt sieht gedithert aus.

Martin

Arno Grabolle

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Re: Neuer Makroschlitten
« Antwort #21 am: 2018-02-18 19:32:07 »
Ja, das ist aber wahrscheinlich kein eigentliches Dithering, sondern die Artefakte, die beim Stacken in Helicon bei Methode C entstehen (wenn die Helligkeit der Einzelbilder nicht gleich ist).

Arno