Autor Thema: Adaption Kamera - Mikroskop  (Gelesen 6386 mal)

Jürgen Guttenberger

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Adaption Kamera - Mikroskop
« am: 2016-01-06 18:46:41 »
Servus,
jetzt hatte ich mal etwas Zeit und bin an diese Aufgabe rangegangen.
Lothar hat mit vorab wertvolle Tipps gegeben, danke dafür Lothar.
Werner möchte ich ebenfalls danken, da ich von seinem System wertvolle Ideen abkupfern konnte.
Da für mich die kommerziell hergestellten Adaptionen zu teuer waren (ich hatte ein Angebot von 1045 Euro) habe ich hier meinen ersten Versuch unternommen. Das Material ist ein gewöhnlicher „Wald-und Wiesen-Stahl“ der rostet. Den Adapter zw. Kamera und Stahlrohr habe ich bei ebay für 7,49 Euro bestellt. Nikon-Anschluss auf der einen Seite, M42 Anschluss auf der anderen Seite. Diese Anschlüsse gibt es für viele (alle?) namhaften Fotohersteller für den gleichen Preis. Untere Seite wurde auf den Gewindedurchmesser meines Olympus-Mikroskops angepasst
Das Rohr wurde so gedreht, dass man es in sich verschieben kann und somit der genaue Abstand durch die vier Imbuss- Madenschrauben justierbar ist. Damit ist das System sehr flexibel. Gewicht beträgt 916 g und wird nach der Probephase mit Schlauchschellen und Gewindestange als zusätzliche Stabilisierung an die Bodenplatte geschraubt. Die Erschütterungen müssten somit auf ein Minimum reduzierbar sein. Das innere Stahlrohr werde ich noch durch ein zweites ergänzen, damit ich es auch für mein Bino verwenden kann, dass ein anderes Gewinde im trinokularem Ausgang besitzt.

Probephase beginnt ab jetzt. Erster Versuch …….und schon habe ich eine Frage an die Runde.
In welchem Kameraprogramm fotografiert ihr? Ich habe keine Zusatzoptik im Metallrohr, somit auch keine Blendenregulierung.
Erster Versuch wurde mit Modus M =Manuell getätigt. Gibt es andere Möglichkeiten, übersehe ich etwas?

Um viele Rückmeldungen, Anregungen, Verbesserungsvorschläge würde ich mich sehr freuen.

Gruß Jürgen

Dennis Rupprecht

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #1 am: 2016-01-07 21:13:13 »
Hallo Jürgen

Ende 2015 habe ich auch endlich ein Verbindungsstück zusammengebaut, bzw. mit meinem Vater damit es auch was wird.
Erst wollte ich so ein Rohr wie bei dir machen, da die Kameralinse den gleichen Durchmesser wie das Mikroskop-Okular hat.
Aber man muss die Kamera ein paar Millimeter versetzen, damit sie durch das Okular schauen kann. Deswegen wäre das schwierig.

Es ist ziemlich simpel: Zusammengeschraubte Holzstücke mit den richtigen Maßen. Oben wurde ein Teil einer Plastikleiste angebracht, worin die Kamera liegt. Die Leiste hat glücklicherweise genau die Breite der Kamera. Man musste nur ein Stück rausschneiden, um den Auslöser betätigen zu können. Und natürlich ist unten ein Loch reingebohrt.
Anschließend habe ich alles mit silberfarbenen Gewebeband verklebt.

Man muss es schon ein wenig justieren, es hält dann aber wenn man nicht zu sehr wackelt.

Grüße,
Dennis

Martin Lemke

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #2 am: 2016-01-08 07:47:45 »
In welchem Kameraprogramm fotografiert ihr?

Mit keinem.

Ich fotografiere mit Blitz. Nach jedem Foto verstelle ich den Fokus und warte bis der Blitz sich aufgeladen hat (Piep!). Dann drücke ich erneut den Kabelauslöser. So gibt es keine unterbelichteten Fotos, wenn der Blitz mal etwas länger braucht. Ein Programm macht es nicht besser, nur hat man noch mehr Kabelsalat.

Ein fast 1 kg schweres Stahlrohr als Fototubus ist schon ein ziemlicher Hammer. >1000 € für einen Fotoadapter auch. Da muss es doch auch eine andere Lösung geben.

BTW: Warum lässt Du denn den Nikon-Gurt dran? Da besteht doch die Gefahr, dass man da mal hängen bleibt und alles um reißt. Ich fotografiere auch draußen ohne diesen Gurt und finde das viel handlicher. Meine Fototasche hat ja einen.

Martin

Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #3 am: 2016-01-13 09:03:07 »
@ Martin, mit Kameraprogramm meinte ich zb. die Blendenautomatik, Zeitautomatik,  etc.. der Kamera, keine zusätzliche Software.
Da Mikroskopobjektive keine Blendenverstellung haben, kann ich hier auch keine Blende mehr regulieren, wie z.B. bei einen normalen Fotoobjektiv. Daher habe ich meine wenigen Versuche jetzt mit M = Manuelle Einstellung an der Kamera fotofgrafiert um überhaupt ein Ergebnis zu bekommen. Ich hatte jetzt aber auch noch keine Zeit gefunden um hier mehr auszutesten.

Das hohe Gewicht wurde bewußt so gewählt, um mehr Stabilität zu erlangen, Stichwort Standfestigkeit. Natürlich könnte man hier auch Aluminium verwenden.

Die Kamera auf dem Foto ist eine Nikon D5300 und gehört mir nicht, darum ist der Gurt drann.
Sollte ich mit diesem Experiment gute Ergebnise erziehlen, werde ich mir eine Zweitkamera zulegen, die ich dann mit dem Mikroskop fest verbinde.

Mein Hauptproblem ist aber, wie geschrieben die Einstellung an der Kamera, um hier bessere Ergebnise zu bekommen.

Hat hier wer Abhilfe?
Jürgen

Martin Lemke

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #4 am: 2016-01-13 20:43:28 »
@ Martin, mit Kameraprogramm meinte ich zb. die Blendenautomatik, Zeitautomatik,  etc.. der Kamera, keine zusätzliche Software.

Ach, so! Ich dachte, Du meinst Thetering Software. Eveline benutzt sowas. Bei Helicon Focus ist auch sowas dabei. Ich habe schon einige Programme ausprobiert, finde aber, dass solche Programme nur alles komplizierter machen.

Welches Kameraprogramm (Modus) man nimmt, hängt stark von der Kamera ab. Die Kamera muss in dem Modus Analoge Objektive ohne CPU unterstützen (das Mikroskop hat ja keinerlei von der Kamera einstellbare Einstelloptionen). Das variiert bei Nikon zwischen den Modellen. Meine D90 konnte das gar nicht. Nur M (Manuell) war möglich, weshalb ich die D7000 kaufte. Inzwischen habe ich eine D810.

Du musst da in die Bedienanleitung schauen.

Zitat
Da Mikroskopobjektive keine Blendenverstellung haben, kann ich hier auch keine Blende mehr regulieren, wie z.B. bei einen normalen Fotoobjektiv. Daher habe ich meine wenigen Versuche jetzt mit M = Manuelle Einstellung an der Kamera fotofgrafiert um überhaupt ein Ergebnis zu bekommen. Ich hatte jetzt aber auch noch keine Zeit gefunden um hier mehr auszutesten.

Genau das meine ich. Etwas mehr Komfort ist aber wünschenswert.

Zitat
Das hohe Gewicht wurde bewußt so gewählt, um mehr Stabilität zu erlangen, Stichwort Standfestigkeit.


Ein die Standfestigeit förderndes Gewicht ist nach meinem mechanischen Verständnis im Fuß besser aufgehoben als an einer so empfindlichen Schnittstelle wie der fotooptischen Verbindung. Zudem dürfte kopflastigkeit in meinen Augen auf die Standfestigkeit eher abträglich wirken.

Zitat
Die Kamera auf dem Foto ist eine Nikon D5300 und gehört mir nicht, darum ist der Gurt drann.

Da solltest Du vielleicht lieber mit einem etwas besseren Modell liebäugeln. Z. B. der D7200. Mit der D5300 kannst Du nur im Modus M fotografieren, mit der D7200 mit M und A (Zeitautomatik). Die D5300 liegt derzeit bei 460 €, die D7200 bei 880 €. Das Vorgängermodell D7100 liegt bei 720 €, gebraucht bei Ebay vielleicht 500 €. Lieber ein wenig länger sparen und keine faulen Kompromisse machen.

Um Deine Frage zu beantworten: Ich fotografiere am Bino mit Zeitautomatik (A) bei voreingestellter Empfindlichkeit auf 160 ISO, weil bei diesem Wert bei meiner Kamera das Rauschen am geringsten ist. Und natürlich mit Spiegelvorauslösung (2s).

Wenn 's Dir hilft, könnte ich Dir mal meine D7100 ausleihen. Dann kannst Du die Ergebnisse beider Kameras vergleichen. Das Ergebnis würde mich bei einem Tüftler wie Dir auch sehr interessieren.

HTH

Martin

Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #5 am: 2016-01-16 06:27:22 »

Ein die Standfestigeit förderndes Gewicht ist nach meinem mechanischen Verständnis im Fuß besser aufgehoben als an einer so empfindlichen Schnittstelle wie der fotooptischen Verbindung. Zudem dürfte kopflastigkeit in meinen Augen auf die Standfestigkeit eher abträglich wirken.


Da solltest Du vielleicht lieber mit einem etwas besseren Modell liebäugeln. Z. B. der D7200. Mit der D5300 kannst Du nur im Modus M fotografieren, mit der D7200 mit M und A (Zeitautomatik). Die D5300 liegt derzeit bei 460 €, die D7200 bei 880 €. Das Vorgängermodell D7100 liegt bei 720 €, gebraucht bei Ebay vielleicht 500 €. Lieber ein wenig länger sparen und keine faulen Kompromisse machen.

Um Deine Frage zu beantworten: Ich fotografiere am Bino mit Zeitautomatik (A) bei voreingestellter Empfindlichkeit auf 160 ISO, weil bei diesem Wert bei meiner Kamera das Rauschen am geringsten ist. Und natürlich mit Spiegelvorauslösung (2s).

Wenn 's Dir hilft, könnte ich Dir mal meine D7100 ausleihen. Dann kannst Du die Ergebnisse beider Kameras vergleichen. Das Ergebnis würde mich bei einem Tüftler wie Dir auch sehr interessieren.


Das ganze Konzept meiner Adaption ist noch nicht fertig. Das hohe Gewicht des Tubus macht in meinen Augen schon Sinn, es kommt ja oben drauf noch eine Spiegelreflexkamera mit ca. 800-1000 g Eigengewicht. Wenn ich als Verbindung ein "leichtes Wackelteilchen" verwende, verstärkt es oben bei der Kamera das ganze um so mehr. Ich habe mir bei ebay vorab so ein Teil http://www.ebay.de/itm/Bresser-SLR-Mikroskop-Kamera-Adapter-/231471337366?hash=item35e4c44f96:g:Kk0AAOSw9N1Vw4Gm bestellt und musste feststellen, dass alleine durch die ungenaue Verbindung, aber auch durch das fehlende Eigengewicht keine feste und verwacklungsfreie Adaption möglich ist.
Meine weiteren Arbeitsschritte bzgl. der Adaption sehen so aus.
-das Mikroskop wird auf eine feste/schwere Stahlplatte geschraubt, die als Grundfläche hinter dem Mikroskop um ca. 10-20 cm über steht. Hier wird ein Stahlrohr angeschweißt, dass bis zur Oberkante der Adaption reicht. Eine Verbindung zwischen Adapter und Stahlrohr wird mittels Metallschlauchschellen und Gewindestange hergestellt. Mit dieser Konstruktion müsste eine sehr feste Verbindung zw. Mikroskop und Adapter/Kamera bestehen. Die Kamera könnte ich so jederzeit vom Bajonettverschluß nehmen bzw. wieder draufsetzen.

Wie gesagt, die D5300 war nur als Versuchszweick aufgesteckt. Ich probiere mal heute meine D300 aus, vielleicht kann die ja mit A (Zeitautomatik)?

Auf dein Angebot mit deiner D7100 komme ich vielleicht zurück, würde mich ggf. bei dir melden.

Jürgen

Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #6 am: 2016-01-16 13:29:18 »
Hier kommen mal die ersten Versuche mit meiner D300 und einer Vulva von Zelotes clivicola.
Erstes Bild mit A (Zeitautomatik) 1/60 und 14 Einzelaufnahmen.
Zweites Bild mit M (Manuel) 1/160 und 7 Einzelaufnahmen.
Beide Bilder sind geblitzt und nur sehr wenig bearbeitet (größte Schmutzpartikel entfernt)

Was positiv ist, die D300 kann in Position A und M fotografieren.
Was mich an den Bildern stört, ist dieser helle Bereich in der Bildmitte und der bläuliche Hintergrund. Kurz unter dem Objektträger hatte ich ein weißes Blatt Papier untergelegt, also am Hintergrund kann es nicht liegen.

Was mich noch stuzig macht, ist die Tatsache, dass ich meinen Adapter in jeglicher Höhenverstelleung verschieben kann und trotzdem ein scharfes Bild bekomme, wenn ich am Mikroskop am Grobtrieb die Höhe nachjustiere. Das ist mir irgendwie ein Rätsel?

Auf weiter Kommentare und Anregungen würde ich mich freuen.

Ps.
Die Epygine von Z. clivicola ist von der Größe her schon grenzwertig, sie passt mit dem kleinsten Objektiv = 4 gerade noch so auf den Sensor. Bei größeren Epyginen oder Palpen bräuchte ich wahrscheinlich ein 2er Objektiv. Ich probiere demnächst mal kleinere Epyginen z.B. von Erigone etc..bin gespannt wie hoch hier die Auflösungsqualität mit z.B. den 10er oder 40er Objektiv sein wird.

Jürgen

Martin Lemke

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #7 am: 2016-01-16 14:08:06 »
Anscheinend leuchtet der Blitz das Objekt nicht gleichmäßig aus. Da musst Du nochmal experimentieren. Dass der Hintergrund grau anstatt weiß ist, liegt am Weißabgleich. Das Problem hast Du immer, wenn Du eine schwarze Lavawand oder ein rein weißes Blatt fotografierst; das Ergebnis wir immer grau aussehen.

Was die Möglichkeiten der D300 bei Objektiven ohne Prozessor betrifft, solltest Du selber nochmal nachlesen. Ich steige da nicht recht durch; da musst Du anscheinen Lichtstärke und Brennweite an der Kamera eingeben. Falls Du kein gedrucktes Manual hast: Man kann es bei nikon.de (für beliebige Modelle) runter laden.

Martin

Arno Grabolle

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #8 am: 2016-01-16 16:47:04 »
Das sieht doch schon sehr gut aus! Die chromatische Aberration ist nicht mehr so stark wie beim ersten Versuch.

Woher der Lichtpunkt kommt, kann ich auch nicht erklären. Vom Blitz bestimmt nicht. Bei so einem kleinen Motiv kann der meines Erachtens gar nicht anders, als das ganze Motiv gleichmäßig ausleuchten.

Die Höheneinstellung an deinem „Rohr“ sollte meiner Meinung nach zu einem leicht veränderten Vergrößerungsfaktor führen. Die Scharfeinstellung machst du ja über den Vortrieb.

Die Kamera sollte manuell belichten, nicht zu lang (Verwackeln) aber auch nicht zu kurz (1/1000), weil dann der Blitz evtl. nicht im Zeitfenster liegt. Den Rest muss der Blitz machen  (entweder manuell oder per TTL-Automatik, also Lichtmenge von der Kamera gesagt bekommen).

Edit: Jetzt habe ich mir deine Konstruktion noch mal angesehen. Du blitzt wahrscheinlich von unten, also als Durchlicht. So entsteht wahrscheinlich der Lichtfleck. Kann man da unter dem Arbeitstisch noch eine Sammellinse vor dem Lich wegnehmen? Oder du musst es mit Diffusoren versuchen. Da musst du mal experimentieren.

Arno

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #9 am: 2016-01-18 10:11:36 »
Sorry,

zunächst blöde Frage. Jürgen, hast du deinen Zwischentubus innen gut geschwärzt ? Auch ein glänzender schwarzer Lack kann solche Lichtwirkungen in der Aufnahme zeigen. Frage 2 arbeitest du mit endlicher oder unendlicher Optik ? (Objektive vom Mikroskop) 20x/0.50 wäre unendlich. 20/0.50 dann endlich, das heißt normalerweise steht dann noch 160 oder 170 drauf.

LG Lothar
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #10 am: 2016-01-19 10:53:55 »
@  Arno, ich blitze nicht von unten, sondern ziemlich von der Seite. Zum "Scharfstellen" verwende ich aber eine Taschenlampe von "unten" so kommen die Strukturen wesentlich besser zur Geltung und ich tue mich hier wesentlich leichter zu fokusieren. Bei manchen Sachen ist Durchlicht aber sehr interessant, z.B. bei durchsichtigen Tieren.

@Lothar, ich denke mal du hast mit deiner Theorie recht. Ich habe am Sonntag mal ein paar Versuche gestartet. Mein Rohr ist momentan innen blanker Stahl.

Erste Bild mit meinem Rohr, hier ist die Spiegelung ziemlich in der Mitte des Bildes.
Zweites Bild mit dem oben als link eingefügten BresserAdapter. Hier erscheint die Spiegelung kreisrund um die Mitte herum.

Bei den Fotos habe ich an der Kamera und am Blitz nichts geändert.
Ich habe hier auch nicht auf Qualität geachtet, reine Vesuche, falls es einem interessiert. Heliophanus cubreus.

Was hältst du vom brünieren des Stahls? Ich könnte den Adapter zu unserem Schmid bringen, der lässt alle 4-6 Wochen was zum brünieren abholen.

Zu den Objektiven

4/0.1  160/-                                das Objektiv habe ich nachträglich gekauft, no-name
M6                                              Olympus
M10 0.25                                    Olympus
M40 0.65                                    Olympus
HI M100 1.30                              Olympus

Grüße Jürgen

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #11 am: 2016-01-19 17:53:10 »
Hallo Jürgen,

das Brünieren weist auch noch eine relativ glänzende Oberfläche auf, vermutlich wird es damit weniger, geht aber nicht ganz weg. Ich verwende ja die Balgengeräte welche bis jetzt keine solche Probleme aufweisen. Wenn du bei dem dritten Einblick die Gesamtlänge von 160 mm einhältst, bist du auf der sicheren Seite, da dein virtuelles Bild kleiner als der Rohrdurchmesser ist.
Vor dem sichtbar werden des einspiegelnden Lichtes befindet sich leider ein Bereich, der lediglich die Qualität der Aufnahme beeinträchtigt und das ist traurig genug. Wenn dein Rohr dick genug ist kannst du natürlich auch mit einer am Ende vor der Kamera sitzenden Blende Abhilfe schaffen.

Viel Erfolg !

LG Lothar
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Ulrich Kursawe

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #12 am: 2016-01-19 19:16:13 »
Hallo Jürgen,

ich habe mir in einem ähnlichen Fall mal mit einer selbstklebenden, schwarzen "Samtfolie" geholfen. Die gibt es für ein paar Euro, z.B bei ebay, und wenn man das Metall mit Alkohol gut entfettet, hält das auch eine Weile. Dieses Material ist ein sehr guter "Lichtschlucker", was ja in diesem Fall wünschenswert ist. Das innere Rohr in deiner Konstruktion (ich nehme mal an, dass das für die Probleme verantwortlich ist), hat allerdings einen relativ kleinen Durchmesser, das könnte dann etwas "fummelig" werden, scheint mir aber machbar.

Viele Grüße, Uli

Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #13 am: 2016-01-20 18:52:09 »
Servus Lothar und Uli,

ich lasse das Rohr bei der nächsten Gelegenheit brünieren, schaden kann es ja nicht, schon alleine wegen der Oxidation. Eine schwarze Samtfolie hab ich heute bei ebay erworben, ich probiere es mal aus wenn sie da ist. Wie ich die Folie in das Rohr bekomme ???????
Ein altes Novoflex-Balgengerät aus analoger Zeit habe ich auch noch irgendwo rumliegen, ich suche es mal und versuch was daraus zu basteln.

Was mir immer noch nicht ganz klar ist, ist der Abstand vom Sensor der Kamera zum fotografierenden Objekt. Ich kann mein Rohr unterschiedlich ausziehen und erreiche trotzdem immer ein scharfes Bild, wenn ich am Grobtrieb des Mikroskopes nachjustiere.
Wie sollte das "Mindestmaß" aussehen? Das Rohr könnte ich sehr schnell kürzen.

Jürgen

Ps. Dennis, wie sehen deine Erfahrungen aus?

Ulrich Kursawe

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #14 am: 2016-01-20 19:33:31 »
Hallo Jürgen,

die Folie in das Rohr zu bekommen funktioniert nach meinen Erfahrungen am besten so (gerade bei schmalen Rohren):

1.) Durchmesser mal π = Umfang, also ein Stück in dieser Länge von der Folie abschneiden, besser ein bisschen aufrunden.
2.) Papier abziehen und die Folie soweit rollen, dass sie in das Rohr passt. Das muss man halt hinkriegen, ohne das die Enden unwiderruflich zusammen pappen.
3) Einen dünnen Rundstab (Kochlöffel etc.) durch das Rohr stecken und die Folie mit dem Stab andrücken, am besten durch hin und her rollen. ich würde die Folie ruhig so bemessen, das oben und unten noch etwas übersteht, das kann man dann passend abschneiden. Von beiden Seiten offen müßte das Rohr ja sein, sonst kann man ja nicht durchgucḱen  :D .

Ich hoffe, Du hast Erfolg,
viele Grüße, Uli

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #15 am: 2016-01-20 21:29:41 »
Hallo Jürgen,

bei deinen Endlichobjektiven ist der maximale Abstand aufgedruckt / eingraviert. Da sollte 160 mm stehen. Bei älteren Geräten waren das 170 mm. Alles was über diese Länge hinaus geht, braucht unbedingt eine gute Schwärzung im Rohr, da Teile des Bildes aus denen du mit der Überlänge einen Ausschnitt bildest, auf die Rohrinnenwand trifft und dort unkontrolliert reflektiert wird.
Wenn du Probleme hast den "Plüschbezug" einzubringen, dann versuche diesen wenigstens in der zur Kamera gewandten Seite einzubringen, denn dort wird er gebraucht.
Den längeren Abstand zu nutzen ist also keineswegs schädlich, wie oft behauptet wird. Das Objektiv ist für den Abstand berechnet und teuer werden diese Objektive, weil sie alle 5 oder weniger ihre Scharfeinstellung und möglichst ihre Zentrierung beibehalten sollen, also konfokal sind. Gegen den "Plüschbezug" habe ich mich bislang gewehrt, werde aber doch mal einen Test fahren. Ebenfalls werde ich dann mit einem Adapterrohr mal meine "Nanodiamanten" testen. Das ist ein Pulver was sich Ultradiamondblend nennt und besteht aus Nanometerdiamanten und vermutlich den ebenfalls bei solchen mittels Explosion entstehenden Diamanten entstehenden C64 Partikeln aller Art. Ich befürchte nur, dass bei der Verwendung einer Dispersion das Ende der Fahnenstange wieder in weite Ferne rückt, weil die Teilchen in der Lack oder Bindermasse verschwinden, respektive von dieser umhüllt werden. Ein Beschichten durch schütteln mit dem Pulver auf beispielsweise fast trockenem Lack schließt aber  einen Fallout der Teile in die Optik nicht aus. So bleibt Ulis Idee wohl am nächsten drann.

LG Lothar
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #16 am: 2016-01-24 12:30:37 »
Ich habe jetzt mal beide Adapter (mein Rohr und das Bresser-Teil) am Bino ausprobiert. Die Verbindung wurde nur lose gesteckt, da die Gewindeanschlüsse nicht zusammenpassen. Es hat also eine sehr wackelige Grundlage. Ich musste beim fotografieren die Kamera mit dem Bino mit einer Hand zusammenjustieren, mit der anderen den Auslöser drücken. Hier wäre für die Zukunft ein Fußauslöser eine sinnvolle Anschaffung.

Die Spiegelungen tauchen hier nicht auf, warum?

Ist ein Bino anders aufgebaut als ein Mikroskop?
Was mir noch aufgefallen ist, ist der Vergrößerungsfaktor. Je mehr ich mein Rohr "auseinanderziehe" desto mehr vergrößert es das Bild. Leider hat mein Bino keinen Feintrieb, so wird das stacken in der Zukunft sehr "grob" ausfallen (Nachteil zum Mikroskop). Der Arbeitsabstand und die Helligkeit sind beim Bino wesentlich arbeitsfreundlicher im Gegensatz zur Mikroskopmethode.
Für mein Bino werde ich mir auch noch einen Adapter drehen, dass müsste dann ohne weitere Probleme funktionieren.

Jetzt hab ich aber immer noch das Problem mit dem Mikroskop, mh.

Die Fotos habe ich heute wie oben beschrieben abgelichtet, für so eine Wackeldackel-Verbindung und als Bino ein Novex RZ sind die Ergebnisse schon annehmbar. Die Bilder mit dem bläulichen Hintergrund sind ohne Blitz fotografiert, die anderen mit Blitz. Die Bilder sind nicht gestackt.
Abgebildet wird Centromerus sylvaticus

Um weitere Hilfestellung bzgl. meiner Mikroskopadaption wäre ich dankbar..
Jürgen

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #17 am: 2016-01-25 21:23:06 »
Hallo Jürgen,

Das dürfte in erster Linie an der unterwegs befindlichen Lichtmenge liegen. Vermute mal diesbezüglich Unterschiede zwischen Mikroskop und Bino. Es dürfte schwer fallen solches Licht als Streulicht im Bild zu identifizieren. Die andere Frage wäre, kannst du mal "just for fun" die beiden Rohre in der Reihenfolge Tauschen ? Vielleicht hast du beim Bino den geschwärzten Teil gerade auf der richtigen Höhe gehabt.  Auch ist es denkbar, dass beim Bino eine Art Bildfeldbegrenzung stattfindet und beim Mikroskop der helle Hintergrund stärker durchschlägt. Dann müßte man eine zum Mikro passende Bildfeldblende einbauen um das zu verbessern. Das wäre ein Stück geschwärztes Blech mit einem rechteckigen Loch dessen Größe noch zu ermitteln wäre und in einem kleinen M42 Ring beinhaltet wäre.

Dann mal frohes Experimentieren

Lothar

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Arno Grabolle

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #18 am: 2016-01-25 22:58:38 »
Was mir noch aufgefallen ist, ist der Vergrößerungsfaktor. Je mehr ich mein Rohr "auseinanderziehe" desto mehr vergrößert es das Bild.

Das hatte ich weiter oben schon angedeutet: „Die Höheneinstellung an deinem „Rohr“ sollte meiner Meinung nach zu einem leicht veränderten Vergrößerungsfaktor führen.“

Arno

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #19 am: 2016-01-26 07:03:38 »
Zum Endlich-Objektiv:

Ja das ist so, bei endlich gerechneten Objektiven ist der Strahlengang so, dass das virtuelle Bild das Rohr unterhalb dem Okular ausfüllt. Ich habe mir ein kleines rundes Mattscheibchen an einen Zahnstocher geklebt und kann dieses in das Rohr eintauchen. Bei etwas abgedunkelter Beleuchtung sieht man darauf das zukünftige Bild.

Alles was länger als die genannte Tubuslänge von 160mm überschreitet, geht im selben Öffnungswinkel weiter und kann so zum Ausschnitt bilden, ja auf diese Art zu vergrößern herangezogen werden. So sind mit hintereinander geschalteten Balgen durchaus Tubuslängen bis zu einem Meter darstellbar. Dann muß aber auch die Qualität des Objektivs stimmen. Solche Abstände werden bei Lupenobjektiven ( bei mir der komplette Satz Luminare von Zeiss ) durchaus verwendet. Ebenfalls können ersatzweise zum Beispiel auch invers betriebene Vergrößerungsobjektive verwendet werden. Am großen Fotomikroskop von Zeiss ist ein Einschub als Spiegelkasten dabei mit welchemn man den Strahlengang auf etwa 80 cm verlängern kann, um das mitgelieferte 100mm und das sogenannte Zoom 5x zu betreiben.

Es versteht sich von selbst, dass einfache Mikroskopobjektive mit normalem Arbeitsabstand hier nicht mehr scharf gestellt werden können, weil die Schärfeebene dann im Glas der Frontlinse landet. Da sind lediglich die den Lupenobjektiven ähnlich gestalteten large und verry large workingdistance Objektive interessant. Der Durchschnittsmikroskopiker welcher seine Objektive kennt wird verblüfft sein, ein 50.er U.L.W.D. Objektiv mit etwa 2,5 cm Arbeitsabstand kennenzulernen, wo doch ein 50.er bei wenigen Zehntel mm Abstand liegt.

Ja, ja, es hat sich was mit den langgezogenen schwarzen Löchern  :D

LG Lothar
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #20 am: 2016-01-26 09:09:22 »
Danke für eure Erläuterungen. Der schwarze Samtstoff, den mir Uli empfohlen hat, ist gestern gekommen. Ich werde es die Tage mal ausprobieren und am Mikroskop testen.
Vorab nochmals die Vulva von Zelotes clivicola durch das Bino fotografiert. Wieder keine Spiegelungen sichtbar. Das sind Einzelfotos und nicht gestapelt.
Der Vergrößerungsfaktor den du ansprichst Lothar ist evtl. beim Binokular wünschenswert, da ich hier nur eine max. Vergrößerung von 45x habe. Beim Mikroskop ist er eher kontraproduktiv, da ich hier bei sehr kleinen Objekten ein anderes Objektiv am Revolver verwenden könnte 4er,,6er,10er,40er und 100er stehen zur Auswahl, wobei das 100er für Epi-Vulvafotos zu stark vergrößert.
Ich suche mal mein altes Balgengerät raus und werde es, wenn ich mal wieder Luft habe, ans Bino adaptieren.
Auf die Ergebnisse am Mikroskop bin ich schon gespannt.
Zu deiner Aussage mit den 160 mm nochmals. Wenn ich unter diesem Wert bleibe, verschwinden dann die Spiegelungen?

Jürgen

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #21 am: 2016-01-26 09:35:25 »
Hallo Jürgen,

bei einem geschwärzten Tubus ja.  Bei einem weniger gut geschwärzten normalerweise auch. Wenn aber keine ordentliche Bildfeldblende vorhanden ist, könnte zum Beispiel auch schon das projetzierte Licht vom Hintergrund um das Objekt herum  für Streulicht sorgen. Das wiederum hängt auch von der Qualität des jeweiligen Objektivs ab. Mußt halt mal probieren.

LG Lothar
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #22 am: 2016-01-26 09:56:33 »
Wegen der Schwärzung des Tubus nochmals. Was hältst du von einem schwarzmatten Hammerschlaglack?

Jürgen

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #23 am: 2016-01-26 10:12:00 »
Wenn er wirklich schön matt ist ? Muß man eigentlich ausprobieren. Ich verwende hier den CRC matt schwarz Spray mit recht gutem Erfolg. Auch für schwarze Messflecke auf Metall oder Glas bei IR-Strahlungsmessungen. Kannst auch mal nach Felgenspray schauen schwarz matt.

LG²
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #24 am: 2016-02-14 08:33:17 »
Die Samtfolie habe ich jetzt mal in das "Bresserrohr" geklebt, war eine ziemlich fummelige Arbeit.
Ergebniss: Spiegelung ist verschwunden  :)

Für mein Rohr ist dies aber leider keine Lösung, da es technisch (für mich) nicht funktioniert. Die Folie klebt mir immer wieder vorher zusammen. Ich probiere jetzt mal bei Gelegenheit einen matten Schwarzlack.
Jürgen

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #25 am: 2016-02-14 08:53:08 »
Hallo Jürgen,

da kann man nur noch schönen Sonntag wünschen! Ist doch schön, wenn man so ein direktes Erfolgserlebnis hat. Oftmals reicht es ja wenn man weiß, warum die Banane krumm ist. Vielleicht könntest du mit jeweils einer Hälfte in Längsrichtung diese Folie einbringen? Zum Beispiel um einen Rundstab wickeln, legen. Dann Einführen und sozusagen Aufwalzen. Danach noch einmal mit der anderen Hälfte. Ein sauberesLackieren ist auch nicht unbedingt banal.

Weiterhin viel Freude beim Experimentieren !

Lothar

PS: Mein Einstelllicht für das UFOMI istauch fertig und funktioniert prima.
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Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #26 am: 2016-02-24 05:48:56 »
Die empfohlene Samtfolie von Uli hatte ich jetzt mehrere Tage samt der Klebeschutzfolie (was für ein Wortspiel :))) im Rohr, damit es sich der Form anpasst. Es hat nun mit dem Einkleben einigermasen geklappt. Den oberen Rand, der etwas konisch gearbeitet ist, habe ich mit schwarzem Edding bemalt, hoffe die Spiegelungen sind damit verschwunden. Ergebnisse folgen heute.

Für den trinokularen Anschluss meines Binokulares habe ich gestern bei ebay ein Schnäppchen gemacht, der Durchmesser von 23,2 mm passt zu meiner Aufnahme. Wenn das Teil da ist muss ich mir nur noch für das obere Gewinde am Rohr einen Adapter drehen, um auf einen T2-Anschluss zu gelangen. Ich hoffe mal, dass dieses Rohr innen schon geschwärzt ist. Für diesen Preis brauche ich die Drehbank nicht anschmeissen ;). http://www.ebay.de/itm/222028425094?_trksid=p2057872.m2749.l2649&ssPageName=STRK%3AMEBIDX%3AIT

Jürgen

Jürgen Guttenberger

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #27 am: 2016-03-12 13:32:17 »
Das Rohr ist schon seit geraumer Zeit bei mir, hatte aber bis jetzt noch keine Zeit an die Arbeit zu gehen. Innen ist das Rohr matt geschwärzt, was die Sache zw. Spiegelungen doch sehr erleichterte. Für die Justierung auf dem "Bresserteil" habe ich noch ein M3 Gewinde in das Rohr geschnitten, um sie mit einer Schraube in beliebiger Position fixieren zu können. Dies erleichtert die "Geradeausrichtung" der Kamera ungemein, somit muss ich das Objekt auf dem Objektträger nicht verschieben, was ja oft eine fummelige Arbeit sein kann. Am trinokularem Anschluss vom Bino sitzt das Rohr momentan ohne Gewindeverbindung sehr fest, somit sehe ich augenblicklich keinen Bedarf hier ebenfalls noch eine Gewindejustierung vorzunehmen (kann aber jederzeit in 10 min. Arbeit nachgeholt werden).
Der Zeitaufwand bei der Vorarbeit am Bino geht wesentlich schneller von der Hand als das Vorbereiten am Mikroskop (größerer Arbeitsabstand; kein Objektivwechsel; schnelleres finden des Objektes; helleres Sehfeld). Für Aufnahmen von ganzen Spinnen ist es auch wesentlich besser geeignet als das Mikroskop, was am Vergrößerungsfaktor liegt. Bei Kleinspinnen unter 3 mm und deren Körperteilen ist dieses Bino nicht mehr geeignet.

Das größte Problem liegt aber darin, dass mein Bino keinen Feintrieb besitzt (ich glaube die Geräte von Arno u. Martin haben einen, oder?), somit kann ich momentan noch nicht stacken, da der Grobtrieb, wie der Name schon sagt, zu grob dafür ist. Abhilfe könnte man schaffen, indem man das zu fotografierende Objekt vertikal in sehr kleinen Schritten bewegt, evtl. mit einem Stelltisch mit einer Verstelleinheit einer Mikrometerschraube? Lothar hast du so was schon mal gemacht?

Hier mal ein paar Fotos der Testeinheit und nochmals die Vulva von oben zum Vergleich Mikroskopaufnahme-Binokularaufnahme.
Vielleicht hilft ja der Bericht den einen oder anderen von euch, die auch mit einer Adaption rumprobieren oder anstreben.
Für´s erste bin ich mit beiden Anpassungen zufrieden.
Als nächster Arbeitsschritt folgt die zusätzliche Verbindung Kamera -Mikroskop, Kamera Binokular über die Stativaufnahme der Kamera und ein fest mit dem Mikroskop/Binokular verbundenes Stativ als doppelten Verbindungsansatz um noch vorhandene Schwingungen/Vibrationen zu reduzieren.

Gruß Jürgen

Arno Grabolle

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #28 am: 2016-03-12 16:37:02 »
Gratulation! Nicht-Selbstbastler wie ich sind beeindruckt, so etwas zu sehen.

Ja, Martins und mein Trino haben Feinvortriebe. Bei Vergrößerungsfaktoren über etwa 20x ist das notwendig. Stative mit Feinvortrieb kann man im Fachhandel (bzw. Ebay) aber auch einzeln kaufen. Vielleicht ist das weniger kompliziert und wackelig, als einen zweiten vertikalen Bewegungsmechanismus einzubauen ..?

Arno

Lothar Gutjahr

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Re: Adaption Kamera - Mikroskop
« Antwort #29 am: 2016-03-13 00:44:32 »
Hallo Jürgen,

selbstverfreilich habe ich in der Anfangszeit solche Hubtischsysteme unterschiedlichster Art gebaut. Der anspruchsvollste ist ein Piezzoverstellbarer der mit 0 bis 1000Volt Verstellspannung einen Hub von 100 µm zurücklegt.In der Praxis werkelt hier jetzt eine Arduino- Schrittmotorgetriebene aufgetrennte Mikrometerschraube und kann 0,2µm Schritte pro Foto als mechanisches Minimum fahren. o,6µm sind allerdings die Mindestmenge um sie als Aktivität der Veränderung im Programm wahrzunehmen. In der Praxis fahre ich 10 bis 20µm Abstufungen welche bei entsprechender Optik und etwas Nacharbeiten optimale Fotos liefern. Klar müßte man jetzt mit RAR-Bildern arbeiten. Das ist mir halt zu blöd mit den sofort riesig werdenden Datenmengen und so arbeite ich nach wie vor mit ..jpg´s.

Ein abgebrochenes Projekt habe ich hier noch liegen. Will morgen mal schauen wieviel Aufwand es wäre da etwas für dich fertig zu stricken. Die Grundidee ist elektrodynamischer Art.
So kann ich die Spule eines elektrostatischen Lautsprechers mit einer Gleichspannung beaufschlagen und verfahre einen zuvor experimentell ermittelten Wert sagen wir mal 3 mm,  mit einer Spannung von 0 bis 5 Volt. Leider ist die Darstellung von Spannungen im Bereich von 0 bis 1 Volt fast nicht machbar. Man nimmt dann zum Beispiel 2 Netzteile und verwendet nur eine Diferenzspannung. Die Stabilität des Tauchspulsystems hängt direkt von der Stabilität der Spannungsamplitude ab.
So müßte diese Spannung sehr genau sein und den Nullpunkt nimmt man als gegeben an und wenn da schon 0,8 Volt anstehen
Aber das lasse mal meine Sorge sein. Ich werde den Tischhub mit einem kleinen Laser vermessen. Dein Problem wäre ob dieses aus dem Lautsprecher reduzierte Spulensystem eines 30 cm Lautsprechers unterbringen kannst? Das hat einen Durchmesser von 85 mm und ist etwa 45 mm hoch. Der verfährt aber dafür auch in eine Richtung bis zu 5mm. Dazu kann die Spannung im mechanischen Nullpunkt umgepolt werden um den gleichen Weg also 10 mm in die Gegenrichtung  verfahren zu können.

Weitere Vorschläge gehen in Richtung schwimmendem System, wo man durch Zutropfen von Flüssigkeit auch extrem kleine Schritte verfahren könnte.
 
Der  Weg für ebenso feine Schritte ist die Verwendung der Wärmeausdehnung. Das kann zum Beispiel ein PVC-Rohr mit Glühlampe darin sein. Nachteil, das erneute Aufheizen setzt ein Abkühlen voran. Aber dann braucht man nur noch das Zeitintervall für die Aufnahmen festlegen und hat pro Aufnahme x µm Weg. Der Möglichkeiten jibbet noch viele ! ;D

Aber das Tauchspulsystem liegt hier schon extrahiert aus so einem großen Lautsprecher und könnte mit einigen anderen noch anzubauenden Teilen durchaus bei dir stacken helfen. Überleg dir das mal. Reichen muß das allemal. Ich habe bis heute noch nie mehr als etwa 2mm gestackt. Solltest du an große Stackwege denken kann ich dir einen Laborboy anbieten. Das ist ein Tisch mit Scherenhebelsystem der nicht mehr direkt unter ein Bino passt, aber höhenverstellbar ist.

LG Lothar
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