Autor Thema: Bionik bei Spinnenseide  (Gelesen 267 mal)

John Osmani

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Eveline Merches

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Re: Bionik bei Spinnenseide
« Antwort #1 am: 2018-03-09 10:41:44 »
Na ja! Mensch meint  immer Gutes noch besser machen zu müssen, egal, ob es dem Tier taugt oder nicht. Warum füttert man einen Räuber mit Graphen und Nanopartikeln, bestimmt nicht, weil man die Biologie des Tieres verstanden hat!

Aber vielen Dank für den Link.
liebe Grüße
Eveline
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Rainer Breitling

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Re: Bionik bei Spinnenseide
« Antwort #2 am: 2018-03-09 12:01:30 »
Das Ziel ist hier ja nicht, den Spinnen bei der Jagd zu helfen, sondern von ihnen zu lernen, wie wir Spinnenseide als erneuerbaren Hochleistungswerkstoff einsetzen können. Dafür müssen die Seide-Eigenschaften aber erstmal an die menschlichen Anforderungen angepasst werden. Ein gerne genanntes hypothetisches Anwendungsbeispiel sind kugelsichere Westen; die reissfeste Spinnenseide fängt jede Kugel auf, besser als Kevlar, aber wegen ihrer Dehnbarkeit leider erst ein paar Meter hinter dem Körper... :) Aber auch für zivile Anwendungen (siehe hier) muss noch einiges verbessert werden: der schnellste Weg, ein Spinnenseide-Kleid dauerhaft zu ruinieren, ist ein kurzer Spaziergang im Regen, oder selbst ein bisschen erhöhte Luftfeuchtigkeit -- da geht ganz schnell alles aus der Form.

Das Fütterungsexperiment ist übrigens nicht einfach eine kuriose Idee, sondern ein cleverer Versuch ein Grundproblem der Seideforschung zu umgehen: im Moment sind Spinnen uns bei der Seideproduktion deutlich überlegen. Künstlich gesponnene Seide kommt längst nicht an die Qualität des Naturprodukts heran. Erstaunlich ist, dass das hier zu gut funktioniert und die Nanopartikel tatsächlich im gewünschten Endprodukt eingebaut werden.

Beste Grüsse,
Rainer

John Osmani

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Re: Bionik bei Spinnenseide
« Antwort #3 am: 2018-03-10 11:22:38 »

Danke für die sehr interessanten Infos Rainer!

Ich glaube da gibt es noch sehr viel zu entdecken in dem Bereich