Autor Thema: Berliner Weibchen vom Wald => Centromerus sylvaticus  (Gelesen 485 mal)

Viktoria Wegewitz

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Wer bin ich? Gestern, Berlin, Wald, ca. 5mm.
« Letzte Änderung: 2018-01-30 00:21:08 von Arno Grabolle »

Viktoria Wegewitz

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Re: Berliner Weibchen vom Wald
« Antwort #1 am: 2018-01-29 15:32:32 »
Noch ein Portrait!

Simeon Indzhov

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Re: Berliner Weibchen vom Wald
« Antwort #2 am: 2018-01-29 17:28:24 »
Ein Centromerus-Weibchen. Ich denke an C.sylvaticus, hätte aber gerne von den anderen bestätigt haben.
Simeon

Arno Grabolle

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Re: Berliner Weibchen vom Wald
« Antwort #3 am: 2018-01-30 00:20:37 »
Ja, das ist C. sylvaticus.

Hi Victoria, danke für die kreative Benennung deiner Anfrage ;)

Wenn du die Bilder von Epigynen in die richtige Richtung drehst (Nord-Süd), dann würdest du uns hier Halsverletzungen ersparen. Bedenke, dass einiger der älteren Hasen hier tatsächlich schon nicht mehr die jüngsten Wirbel haben ;)

Arno

Viktoria Wegewitz

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Re: Berliner Weibchen vom Wald => Centromerus sylvaticus
« Antwort #4 am: 2018-01-30 08:30:02 »
Danke, für die Bestimmung. Was war ausschlaggebend? Der senkrechte Clypeus? Die Borsten? Was definiert die Zugehörigkeit zu den Linyphiidae? Warum Centromerus? Warum C. sylvaticus?

Martin Lemke

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Re: Berliner Weibchen vom Wald => Centromerus sylvaticus
« Antwort #5 am: 2018-01-30 11:10:58 »
Was war ausschlaggebend?

Für mich, die Epigyne.

Eine typische Winterart, übrigens.

Martin

Arno Grabolle

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Re: Berliner Weibchen vom Wald => Centromerus sylvaticus
« Antwort #6 am: 2018-01-30 13:29:47 »
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten. Wenn man Anfänger ist und gar nicht weiß, in welche Familie die Art gehört, muss man mit einem Familienschlüssel anfangen (z.B. bei Araneae, Uni Bern). Welche Merkmale da im Einzelnen abgefragt werden, kann ich nicht sagen.
Die Vertreter der Familie sind kaum eindeutig anhand weniger Merkmale zu identifizieren, wie es z.B. bei Springspinnen oder Krabbenspinnen der Fall ist. Im Schlüssel tauchen sie deshalb auch erst weit hinten auf, wenn man die meisten anderen Sachen ausgeschlossen hat.

Mit etwas Erfahrung, erkennt man vielleicht schon eine Linyphiidae. Für diese riesige unübersichtliche Familie gibt es seit ein paar Jahren einen eigenen, interaktiven Schlüssel (auch bei Uni Bern). Da werden Merkmale wie Borsten, Prosomalänge usw. abgefragt und man bekommt eine Auswahl infrage kommender Arten.
Oder man konsultiert den Roberts (Linyphiiden-Band). In dem sind sehr viele mitteleuropäische Arten abgebildet (Genitalien). Meist blättert man dann aber das ganze Buch von vorne bis hinten durch ...

In diesem Fall ist es aber eine ziemlich häufige Art und jeder/e, der/die schon mal Linyphiiden gesammelt und bestimmt hat, hat die schon mal dabei gehabt. Irgendwie erinnert man sich an die typischen Epigonen-Formen. Dann checkt man noch mal kurz gegen, vergleicht mit ein paar ähnlichen Arten und kommt schnell zum Ziel. Das ist aber in dieser Familie ein seltener Glücksfall.

Arno

Martin Lemke

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Re: Berliner Weibchen vom Wald => Centromerus sylvaticus
« Antwort #7 am: 2018-02-01 07:06:33 »
Die vereinfachteste Bestimmungsregel:

1) Es ist eine Linyphiide, wenn nichts dagegen spricht
2) Wenn man es parout nicht heraus kriegt, ist es Cicurina cicur

Martin ;)