Autor Thema: Begegnungen, 28. 2. 2010–01. 01. 2018  (Gelesen 83043 mal)

Sylvia Voss

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 6. 2017
« Antwort #450 am: 2017-06-04 23:07:11 »
Ja, sehr schöne Beobachtungen und Fotos Roman!
War jetzt wieder ein paar Tage unterwegs und nicht am PC...
Grüße in die heiße Schweiz aus dem gerad etwas abgekühlten Brandenburg
LG
Sylvia

Roman Pargätzi

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Endstation Rosenbusch 2, Misumena vatia am 6. 6. 2017
« Antwort #451 am: 2017-06-06 22:44:58 »
Salü Sylvia, salü Lothar,
salü zäma,

Vorbereiten tue ich mich auf die Fotos nicht gross, ausser dass ich fast täglich durch den Garten und den Keller pilgere und schaue, wo es etwas zu sehen gibt. So weiss ich derzeit z. B. von drei grossen Nuctanea umbratica-Netzen in Fotografierreichweite, habe die Tiere selbst aber noch nie gesichtet: da wäre mal eine Nachtschicht angesagt. Stativ brauche ich keines, versuche mich darum irgendwie irgendwo abzustützen; und mit der 50-mm-Makrolinse bin ich gezwungen, nahe an die Tiere heranzugehen. Das schränkt sicher ein, aber es hetzt mich ja niemand.

Die weisse Misumena vatia vom Rosenbusch hat innert vier Tagen ihre zweite Biene erwischt, bloss ein paar Zentimeter neben der ersten (Bild 01, die Leiche der ersten Beute links im Bild). Diesmal hat sie sich zum Aussaugen einen anderen dünnen Körperteil ausgesucht (Bilder 02, 03).

Herzlich, Roman

Sylvia Voss

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–3. 6. 2017
« Antwort #452 am: 2017-06-07 20:10:47 »
Salü Roman
Wieder sehr schöne Fotos aber irgendwie mag ich da die Natur nicht so sehr... hatte mal eine Enoplognatha im Garten, die hat jeden Tag !!!  im Helianthus eine neue Hummel gefangen und sie jeweils unter ein Blatt gehängt! Irrer Friedhof ! und so viel konnte sie gar nicht auslutschen! Nach einer Woche aber war sie verschwunden... das mit dem Herumpilgern und Gucken kenn ich irgendwie :-) mach ich hier auch jeden Tag und entdecke ständig Interessantes!
LG
Sylvia

Roman Pargätzi

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Zur Jahresmitte etwas von der Spinne des Jahres: Nuctenea umbratica
« Antwort #453 am: 2017-06-30 07:54:48 »
Salü Sylvia, salü zäma,

Netze von Spaltenkreuzspinnen hängen bei uns immer einige am Haus (Bild 01), doch die Tiere sieht man äusserst selten darin (Bild 02). Selbst nachts warten sie eher neben dem Netz an einer Wand oder an einem Balken, wenn sie sich nicht ganz verstecken; im Bild 03 ein Tier mit der namensgebenden Spalte. Porträts sind bisher mehr oder weniger misslungen, das Fokussieren im Dunkeln fällt schwer (Bild 04).

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Misumena vatia in Acanthus-Blüte, 16. 7. 2017
« Antwort #454 am: 2017-07-16 21:27:45 »
Salü zäma,

Diese Veränderliche Krabbenspinne hat sich besonders gut eingerichtet (Bild 01). Was sie verdeckt, zeigt das zweite Bild.

Herzlich
Roman

Eveline Merches

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–16. 7. 2017
« Antwort #455 am: 2017-07-17 20:21:41 »
Wow, Klasse, das sieht ja genial aus!

liebe Grüße
Eveline
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Sylvia Voss

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–16. 7. 2017
« Antwort #456 am: 2017-07-21 21:01:56 »
Salü Roman
Neulich hatte ich auch Glück, dachte, ich geh mal gegen Mitternacht zum Hauseingang und da hatte ich eine herrlich große Nuctenea, die hatte ihr Netz vor dem Regenfallrohr gespannt und war dort ziemlich entspannt, sogar als das Blitzlicht kam ;) Diese blütenbewohnenden Thomisiden finde ich auf der Insel bisher fast nie. Da bin ich von meinem anderen zu Hause sehr verwöhnt ;)
Schönes Beobachten in/an Haus und Garten!
LG
Sylvia

Roman Pargätzi

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Pholcus opilionoides, 5. 8. 2017
« Antwort #457 am: 2017-08-06 19:17:26 »
Salü Sylvia, salü zäma,

Tagsüber verschlauft, des Nachts auf festem Grund beim Netz, so finde ich die Spaltenkreuzspinnen auch meist. Irgendwie scheinen sie den Aufenthalt im Netz nicht sonderlich zu mögen.
Da sich derzeit ein paar Kleine Zitterspinnen an einem Regenwasserfass aufhalten, konnte ich eine davon zu porträtieren versuchen, ohne mich gross zu verrenken, wie das bei Kompostdach der Fall ist.

Herzlich, Roman

Sylvia Voss

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–5. 8. 2017
« Antwort #458 am: 2017-08-07 19:05:32 »
Salü Roman
Hübsch die Mama, auch ich finde es immer fantastisch wenn man sich bei solchen Beobachtungen in ganz entspannter Haltung hinstellen oder setzen kann ;-)))
LG
Sylvia

Roman Pargätzi

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Pholcus opilionoides, 13. 8. 2017, "Spinnenhausen" 20. 8. 2017
« Antwort #459 am: 2017-08-20 23:10:52 »
Salü Sylvia, salü zäma,

Hübsch auch von der Seite, diese Mama, deren Kinder inzwischen geschlüpft sind. (Auf dem Bild sind die Eihüllen schon gesprungen, ich habe dieses Jahr aber auf Nachtschichten zwecks Beobachten des Schlüpfens verzichtet.)

Und falls man mal Häuser aus Spinnseide bauen will: anbei ein paar Gestaltungsvorschläge aus unserem Spinnenreihenhaus am Kompostdach.

Herzlich, Roman


Roman Pargätzi

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Aus dem Kamasutra der Linyphia triangularis, 26. 8. 2017
« Antwort #460 am: 2017-08-27 00:11:59 »
Salü zäma,

Die zwei habe ich heute in einer Yukka beobachtet. Als ich sie bemerkt habe, waren sie schon in medias res. Der Herr hat zwar pausenhalber hin und wieder eine kleine Runde gedreht (Abb. 03, 08), aber als ich nach anderthalb Stunden immer mehr Muskeln am Körper gespürt und die beiden allein gelassen habe, ist er schon wieder auf sie zumarschiert. Anbei eine kleine Auswahl aus 100 Bildern.

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2017-08-27 19:49:39 von Roman Pargätzi »

Roman Pargätzi

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Zoropsis spinimana Nr. 7, 4. 9. 2017
« Antwort #461 am: 2017-09-05 22:17:24 »
Salü zäma,

Nachdem hier seit dem 9. Mai 2015 in der Wohnung, im Keller, am Haus und in einem Holderbaum vier erwachsene, ein subadultes und ein junges Tier dieser Art aufgetaucht sind, ist gestern am Deckel eines Regenfasses im Garten (scheint bei Spinnen verschiedener Arten beliebt zu sein; wegen Mückenflugverkehr?) ein Jungtier von 5–6 mm Körperlänge dieser Art herumspaziert. Im Gegensatz zu den älteren Tieren ist das Sternum noch unbehaart und sehr hell (Bild 05), andere Details wie die grossen Stacheln an der Unterseite der Schienen sind schon vorhanden (Bild 03) und die Färbung gleicht derjenigen der erwachsenen Tiere ziemlich (Bild 04).

Herzlich, Roman

Funde mit Fundort
  9.  5. 2015, Stubenboden, 1 M. adult
15.  5. 2015, Kellergang (nicht vom Wohnbereich des Hauses her zugänglich), 1 M. adult
13.  9. 2015, Holderbaum (an Beerenzatte), 1 W. subadult (reif am 27. 9. 2015)
13.  9. 2015, ebenda, 1 Jungtier
20.  3. 2017, Holzbalken, Zugangsbalkon zum Haus, 1 W. adult
30.  5. 2017, Kellerfensterleibung aussen, 1 M. adult
  4.  9. 2017, Wasserfassdeckel, 1 Jungtier

Roman Pargätzi

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Ero aphana oder: ein misslungener Beutezug, 14. 9. 2017
« Antwort #462 am: 2017-09-18 22:54:14 »
Salü zäma,

Neulich am Deckel des alten Wasserfasses, der sich in Bezug auf Spinnen als fast so interessant wie der Kompostdeckel erweist: eine Ero aphana-Dame zügig unterwegs  (Bild 01) – meist schleichen sie nur, wenn sie nicht einfach herumhängen – in Richtung einer Pholcus opilionoides-Kinderschar, bewacht von der Mutter (Bild 02, das grössere Jungtier in der Bildmitte gehört zur Nachbarin). Am Rand des Zitterspinnengespinstes hält die Ero inne, wartet, sich nun mit dem Rücken zum Deckel an den Spinnfäden haltend (Bild 03). Irgendwie erregt sie die Aufmerksamkeit der Pholcus-Kinder, von denen sich zunächst eines vorwagt (Bild 03), mit der Zeit sich zwei Kolonnen formen, die sich langsam auf die Ero zubewegen (Bild 05, oberes linkes Viertel. Als das vorderste der Pholcus-Kinder mit einem lang gestreckten Bein nach der Ero tastet, schreitet die Pholcus-Mutter ein, läuft auf die Ero zu, biegt aber kurz vor ihr ab (Bild 05 nach dem Abdrehen, da ich auf das Zusammentreffen gewartet habe …). Nach der zweiten Aktion dieser Art nimmt die Ero fluchtartig reissaus.

Herzlich, Roman
« Letzte Änderung: 2017-09-19 21:17:56 von Roman Pargätzi »

Roman Pargätzi

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Pholcus opilionoides mit interessanter Beute, 23. 9. 2017
« Antwort #463 am: 2017-09-24 21:18:00 »
Salü zäma,

Zumindest farblich trotz der geringen Grösse sehr auffällig, was die Pholcus opilionoides-Dame da erbeutet hat.

Herzlich, Roman

Sylvia Voss

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 9. 2017
« Antwort #464 am: 2017-09-27 12:05:37 »
Salü Roman
Interessant, dass es die Spinnenfresser doch nicht so einfach haben ;) Aber die Pholcus sind ja wie die Parasteatoda tepidariorum ziemlich dominante Jäger und damit auch sehr verteidigungsstark . Dabei fressen sie ja auch ihren eigenen Nachwuchs, der hier gerade vehement vor dem Verspeisen durch Fremde geschützt wird (selber essen macht fett)... oder es ist doch noch so etwas wie der Mutter- Instinkt...
LG
Sylvia

Roman Pargätzi

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 9. 2017
« Antwort #465 am: 2017-10-16 22:01:50 »
Salü Sylvia,
salü zäma,

Ich habe schon ein paar verpackte, übel zugerichtete Spinnenfresserleichen gefunden, die wohl der einen oder anderen Kugelspinne (bei uns zumeist Steatoda bibunctata und Parasteatoda tepidariorum) in den Hammer gelaufen sind. Ganz ungefährlich sind ihre Beutezüge offenbar nicht.

Dass Pholcus opilionoides ihre Jungen fressen würden, ist mir hier noch nicht aufgefallen, aber der Tisch ist ja vor allem am Kompostdach mit anderem Getier reichlichst gedeckt.

Jedenfalls kümmern sich die Mütter um die Jungen: sie bewachen sie nicht nur, sondern reagieren heftig, wenn man ihnen diese wegnimmt. Zweimal habe ich den Grossteil einer solchen Jungmannschaft mit einem Blatt vom Wasserfassdeckel ans Kompostdach umgesiedelt, und beide Male haben sich die Mütter nicht etwa durch Schwingbewegungen tarnen wollen, sondern sind den verbleibenden, flüchtenden Jungtieren, nachgeeilt, haben an Spinnfäden gezupft, als ob sie die Jungen zurückziehen wollten.

Und wenn wir schon bei den Kleinen Zitterspinnen sind:
Wie heisst die Regel für den Fall der Begegnung mit einer Schnecke?

(Bild 01) Huch, da kunnt a schnägg!
(Bild 02) Jetz abr nüt wia wägg!

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Die Spinne zum 1. Advent 2017: Anyphaena accentuata
« Antwort #466 am: 2017-12-03 19:43:35 »
Salü zäma,

Heute Nachmittag ist mir beim Verschieben einiger Blumenkisten mit Kräutern, Wildblumen und dergleichen in der Kiste mit Wintermajoran, Griechischem Basilikum und Thymian eine Bewegung auf der Laubschicht aufgefallen: eine Anyphaena accentuata von ca. 5 mm Körperlänge, munter trotz Temperatur um den Gefrierpunkt.

Herzlich, Roman

Roman Pargätzi

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Weihnachtsgruss vom Kompostdach, 23. 12. 2017
« Antwort #467 am: 2017-12-23 17:41:48 »
Salü zäma,

Mit etwas "Weihnachtsdekoration" vom Kompostdach – Kokons von Ero tuberculata oder Ero aphana, beide Arten sind dort inzwischen aufgetaucht – wünsche ich Euch ein frohes Weihnachtsfest.

Herzlich, Roman

Jörg Pageler

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Re: Begegnungen, 28. 2. 2010–23. 12. 2017
« Antwort #468 am: 2017-12-23 20:32:56 »
Moin Roman,

ich glaube zwar nicht, daß "Spinnenfresser-Kokons am Kompostdach" irgendwann Lametta und Kugeln als beliebteste Weihnachtsdekoration verdrängen werden, aber mir gefällts!  ;D
Frohe Weihnachten!

Viele Grüße,
Jörg

Roman Pargätzi

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Die letzte Spine von 2017, die erste von 2018
« Antwort #469 am: 2018-01-01 20:26:09 »
Salü Jörg,
salü zäma,

Die Spinnenfresserkokons vielleicht als Biochristbaumschmuck für Koniferenbonsais ...

Mit der letzten Spinne des Jahres 2017, die mir gestern Abend zufällig am Estrichgiebel aufgefallen ist – ein subadultes Araneidenmännchen von 5 mm Körperlänge, gut gepudert mit Kalkfarbstaub –, und der Bewohnerin eines unserer Kellertürfenster, die ich heute Morgen aufgesucht habe, wünsche ich hier allen nebst dem üblichen Wünschbaren ein spinnenreiches, ungruseliges Jahr 2018.

Herzlich, Roman