Autor Thema: Tenuiphantes sp. Epigyne => T. tenuis  (Gelesen 237 mal)

Clemens Dönges

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Tenuiphantes sp. Epigyne => T. tenuis
« am: 2021-11-19 19:42:11 »
Hallo allerseits;

Habe heute ein arg ramponiertes Weibchen unter dem Bino gehabt. Offenbar Linyphiidae, ich würde sagen Tenuiphantes. Das Opisthosoma war geplatzt und komplett ausgelaufen; ich weiß also nichts über die Färbung die das Tier mal hatte, und auch die Epigyne könnte Schaden genommen haben.

Jedenfalls bin ich mit der Art nicht sicher; für mich sind noch T. tenuis, zimmermanni und mengei im Rennen, absteigende Präferenz.
Was würdet ihr sagen? Welche Details soll ich mir nochmal genau anschauen? Oder ist eine Artbestimmung in dem Zustand vielleicht gar nicht möglich?

Zeit: Sommer 2019
Ort: Dahlenburg (53.19989, 10.79796)
Habitat: Douglasien-Buchen Mischbestand
Aus Kreuzfenster-Falle (auf etwa 2,5 m aufgehängt).

Alles Gute,
Clemens
« Letzte Änderung: 2021-11-22 13:42:58 von Clemens Dönges »

Simeon Indzhov

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #1 am: 2021-11-19 20:30:12 »
Hmmm... da bin ich selbst unsicher :D eine leicht aberrante (oder nach posterior gedrehte) tenuis ist mein Favorit wegen der gerundeten Flügeln und der gewundenen Seiten des Ankers... sonst kommt nur zimmermanni in Frage. An den montanen jacksoni usw. glaube ich nicht.
Simeon

Martin Lemke

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #2 am: 2021-11-20 15:11:55 »
Bei nicht-räumlicher Begutachtung schwierig zu beurteilen; T. tenuis oder T. mengei.

Martin
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DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.

Clemens Dönges

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #3 am: 2021-11-20 16:08:21 »
Erstmal vielen Dank euch beiden;

Wahrscheinlich wird das Exemplar als T. tenuis im Datensatz enden. Ich schaue aber Montag nochmal drauf. Auf den mir zugänglichen Bildern (wiki und die Sammlung von Pierre Oger) scheinen

(1) die deutlichen, dunklen Ränder des schmalen 'Anker-Stiels'
(2) die Lücke zwischen vorderem Ende und Beginn der Flügel (Unterschied zu T. mengei?)
(3) die Größe und Rundung der Flügel und des 'Ankers'

relativ verlässlich zu sein. Anbei noch meine Verzweifelungs-Zeichnung mit (2) und (3) markiert.

Alles Gute euch beiden,
Clemens

Simeon Indzhov

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #4 am: 2021-11-20 18:13:44 »
Mengei ist das nie im Leben, diese Art hat basale Erweiterungen am Scapus, die hier offensichtlich fehlen.

Tobias Bauer

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #5 am: 2021-11-20 20:02:53 »
Bei zimmermanni sollten die inneren "Lappen" hinter dem Scapustiel eigentlich das t-förmige Ende nicht überlappen. Dies kommt aber sehr oft bei T. tenuis vor und erschwert die Diagnose. Hol das Ende mit einer dünnen Präp-Nadel raus, oft sieht man dann die typische, nach hinten geschwungene Form vom tenuis-scapus (ankerförmig).

Clemens Dönges

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #6 am: 2021-11-22 10:34:19 »
Hol das Ende mit einer dünnen Präp-Nadel raus, oft sieht man dann die typische, nach hinten geschwungene Form vom tenuis-scapus (ankerförmig).

Stellt sich raus, dass ich dafür weder fein genuge Nadeln noch die nötige Geschicklichkeit habe. Ich habe das Tier jetzt zerfetzt, bis die Epigyne einzeln war. Von innen / dorsal konnte ich aber auch nicht wirklich mehr erkennen. Aus einem schräg seitlichen Winkel meine ich, die Scapusform etwas erkannt zu haben. Weitere Fotos sind überhaupt nicht geworden (sogar für meine Verhältnisse sch***e), aber die Skizze ist updated:

Tobias Bauer

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Re: Tenuiphantes sp. Epigyne
« Antwort #7 am: 2021-11-22 12:24:33 »
Ja, sieht doch gut aus. T. tenuis kann man durch das Balloonen sowieso überall finden.