Forum europäischer Spinnentiere

Bestimmungsfragen (Determination) => Knifflige Determination (Difficult determination) => Thema gestartet von: Arno Grabolle am 2016-11-05 19:59:28

Titel: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Arno Grabolle am 2016-11-05 19:59:28
Dieses Tier stammt noch von meiner Ostpyrenäen-Reise. Es lebte noch eine Weile bei mir und starb jetzt im Spätsommer. Ich hielt es immer für lugubris. Aber die Epigyne/Vulva ist nicht so eindeutig, wie erwartet ...

Gnaphosa-spec_MontVerges_16-07_01-female.jpg
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Gnaphosa-spec_MontVerges_16-07_03-Epig-Vulva.jpg
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Auch ja, KL: 11–12 mm, Prosoma.L: 5,3 mm

Arno
Titel: Re: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Tobias am 2016-11-07 08:59:29
Das wird sich ohne Männchen oder weitere Weibchen nur schwer auflösen lassen. Ich komme auch auf keine passende Art. Entweder passt die Vulva nicht oder der Scapus nicht.  Ich hatte erst letztens ein unbeschriebenes Gnaphosa-Männchen aus der Region unter dem Bino. Simon hat ja einige Arten aus Frankreich beschrieben, von denen nur die Weibchen bekannt sind und die sich wohl ohne den Typus anzuschauen nicht bestimmen bzw. zuordnen lassen.

Tobias
Titel: Re: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Arno Grabolle am 2016-11-07 13:37:23
Danke für die Rückmeldung Tobias. Dann kann das Thema wohl mit Recht in die kniffligen Bestimmungen verschoben werden und wir hoffen auf zukünftige Erkenntnisse.

Vielleicht nehmen wir es aber auch nur zu genau. Wenn ich mir eine schamatische Nachzweichnung der Vulva vorstelle, komme ich fast auf das Bild, dass ute Grimm gezeichnet hat. Allerdings zeigen diese Drüsen in der Mitte in eine andere Richtung und die Großen Receptaula sind etwas anders geformt.

Eine gewisse Hoffnung sehe ich in der immer noch locker geplanten Sammelexkursion in der Gegend.

Arno
Titel: Re: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Tobias am 2016-11-08 08:55:41
Kann gut sein. Allerdings glaube ich auch, das sich unter Gnaphosa lugubris eventuell mehrere Arten verbergen. Die Art kommt sowohl in sehr trockenen wie auch sehr feuchten Orten vor, fehlt aber irgendwie auf mittleren Standorten. Ich glaube, Grimm deutet so etwas auch an.

Tobias
Titel: Re: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Arno Grabolle am 2016-11-08 13:21:53
Ja, das habe ich gelesen. Auch diskutiert sie ja noch den Artstatus einer sehr ähnlichen Art aus Frankreich, die inzwischen Artstatus hat (Name vergessen).

Meine lugubrisse sind aber auch alle aus ähnlichen Kalk-Trockenhabitaten. Ich habe die Art noch nie in feuchten Lebensräumen gefunden. Ich habe allerdings in meinem Archiv keine Exemplare der Art gefunden (scheinbar lag die letzte Präparation noch vor dem Beginn meiner Alkohol-Archivierung).

Ich habe noch ein lebendes Exemplar zu Hause (Juntier im Frühjahr gesammelt). Die hielt ich eigentlich für lucifuga. Jetzt häutet sie sich aber nicht mehr weiter – kann sein, dass sie doch eine schon ausgewachsene lugubris ist. Muss mal nachschauen.

Arno
Titel: Re: Gnaphosa aus Südfrankreich
Beitrag von: Arno Grabolle am 2016-11-10 22:49:03
Ich habe noch ein lebendes Exemplar zu Hause (Juntier im Frühjahr gesammelt). Die hielt ich eigentlich für lucifuga. Jetzt häutet sie sich aber nicht mehr weiter – kann sein, dass sie doch eine schon ausgewachsene lugubris ist. Muss mal nachschauen.

Ich hatte doch Recht mit meiner Vorbestimmung. Es ist eine (jetzt sa.) G. lucifuga. Scheinbar machen sie Winterruhe und fressen in der Zeit nichts.

Arno