Forum europäischer Spinnentiere

Bestimmungsfragen (Determination) => Spinnen Europas bestimmen (Determining spiders of Europe) => Thema gestartet von: Viktoria Wegewitz am 2019-10-04 13:33:08

Titel: Agyneta affinis? => Microneta viaria
Beitrag von: Viktoria Wegewitz am 2019-10-04 13:33:08
Hallo,

24.7.2019 mit der Gesiebekiste im Buchenwald, Südharz, 1,4mm.
Titel: Re: Agyneta affinis?
Beitrag von: Rainer Breitling am 2019-10-04 21:33:01
Hallo Viktoria,
Vermutlich liegt mein Vorschlag völlig daneben, aber warum nicht auch hier M. viaria? Ein Zwergweibchen?
Beste Grüße,
Rainer
Titel: Re: Agyneta affinis?
Beitrag von: Martin Lemke am 2019-10-05 05:53:30
Angesichts dessen, dass A. affinis eine Offenlandart ist liegt es schon nahe, dass der Anfangsverdacht nicht richtig ist. Ich habe bisher nichts dazu gesagt, weil ich Agyneta affinis und M. viaria (beides sehr häufige Arten) in der Regel nicht präpariere und deshalb im präparierten Zustand nicht erkannte. Wenn man aber Viktorias Vulvenfotos mit ihren von M. viaria vergleicht, lässt die Diagnose allerdings keinen anderen Schluss zu, als dass es sich auch hier um Microneta viaria handelt, die in Laubstreugesiebe nahezu immer dabei ist; oft in sehr hoher Individuenzahl.

Beim Bestimmen von Gesiebeproben sortiere ich die Rohprobe in der Regel in 4–5 Blockschälchen vor: 1) sehr kleine Arten, 2) größere Arten, 3) sehr häufige Massenarten (z.B. Tenuiphantes sp, Bathyphantes sp, Erigone sp ... – je nach Standort sind das stets nur 1–3 Gattungen), 4) Weberknechte, 5) Käferbeifänge (für die habe ich einen Abnehmer).

M. viaria erkenne ich mit einem Blick und muss nur selten einen Blick auf die Genitalien  werfen, bzw. mache das nur bei den ersten Tieren. Den Rest – vorausgesetzt es ist nicht viel Dreck in der Rohprobe – sortiere ich gleich in die Reinprobe; das sind nicht selten über 50 Tiere einer einzigen Gesiebeprobe (=mindestens 3 Gesiebedurchgänge am selben Standort).

Martin