Autor Thema: Heul doch!  (Gelesen 1416 mal)

Martin Lemke

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Heul doch!
« am: 2009-11-02 00:06:09 »
.. ich bin nahe dran.

Nabend, liebe Spinner. Ich muss einfach mal meinen Frust ablassen.

Wie einige von Euch wissen, bin ich mit dabei, eine neue Rote Liste der S-H Spinnen zu erarbeiten. Für solche Projekte sind die Leistungen engagierter Hobbyforscher von elementarer Wichtigkeit; das weiß auch das BfN (Bundesamt für Naturschutz). Also hat es eine ausführliche Anleitung zum Erstellen Roter Listen erarbeitet. Eine gemeinsame Anleitung zur Erstellung Roter Listen gefährdeter Tiere, Pflanzen und Pilze.

Nicht, dass es schon schwierig genug für jemanden wie mich ist, der so etwas noch nie gemacht hat, werden einem noch Hilfmittel an die Hand gegeben, die man benutzen soll!. Eine Exceltabelle, die alles vereinfacht. Die ist gespickt mit Macros.

Damit fällt für einen Linux-Anwender wie mir gleich ein unnötiger neuer Haufen von Problemen ist Haus. Excel-Lizensprobleme, nicht aktivierbare Macros, Inkompatibilitäten mit Openoffice.org und so weiter. Warum muss ich mir zu den rein fachlichen Problemen, Gefährdungsgrade hunderter Arten abschätzen zu müssen auch noch die Üblichen Problemen mit Microsoft-Software aufgehalst werden? Ich bin wirklich kein Idiot, aber diese, in meinen Augen vollkommen unnötigen Widrigkeiten, demotivieren mich vollkommen.

Ich habe gar keine Zeit zu ergründen, was für eine Frist für mich für Excel abgelaufen ist und ob sich die Macros, die alles vereinfachen sollen, die mir aber tatsächlich lastwagenweise Knüppel zwischen die Beine werfen, aktivieren soll. Bis Sonntag muss die Liste stehen. Ich habe gar keine andere Wahl als das vorgefertigte Excel-Formular zu ignorieren.

Mich ärgert aber, dass in so einer Selbstverständlichkeit davon ausgegangen wird, dass jeder a) unter Windows arbeitet und b) Excel lizensiert hat. In dem Punkt ist Umdenken wirklich wünschenswert. Das BfN hat nicht die Aufgabe, die Pfründe des reichsten Mannes der Welt (=Bill Gates) zu zementieren.

**grrr** Martin
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Arno Grabolle

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Re: Heul doch!
« Antwort #1 am: 2009-11-02 08:34:24 »
Um andere Wege zu suchen, bräuchte es technischen Verstand und ein über das geforderte Maß hinausgehendes Engagement auf Seiten des BfN. Aber das ist von einer Behörde wohl nicht zu erwarten. Es lindert deinen Ärger sicherlich nicht, aber ich halte das für sehr normal und nachvollziehbar.

Arno

Lars Friman

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Re: Heul doch!
« Antwort #2 am: 2009-11-02 08:50:28 »
Die kostenlose "Open office" hat eine "Exel-Version", die Exel-Dateien versteht und umwandelt.
Lars Friman

Karola Winzer

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Re: Heul doch!
« Antwort #3 am: 2009-11-02 08:54:28 »
Hallo Lars,

das Problem ist vermutlich weniger das Excel als solches sondern die Macros, die verwendet werden.

Karola

Martin Lemke

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Re: Heul doch!
« Antwort #4 am: 2009-11-02 22:35:46 »
Karola hat Recht. Die Exceltabelle funktioniert in Open Office nicht.

Letzendlich bearbiete ich die RL nun mit Openoffice, da ich keinen Nerv habe, mich mit Excel abzunerven.

Martin
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Guido Gabriel

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Re: Heul doch!
« Antwort #5 am: 2009-11-04 12:27:56 »
HAllo,

naja, einpaar Nachteile muß es ja für die Linux-Experten geben.

Der größte Teil arbeitet nun mal mit Windows und Excel und gerade die ganzen Behörden!
Also war ein solches Problem dann auch zu erwarten!

Windows wird noch über viele Jahre hinweg das marktführende Betriebssystem bleiben.

Und schon aufgrund dessen, sehe ich als Otto-Normal-Verbraucher auch gar keinen Grund Windows & Co. den Rücken zu kehren. Ich kann auch nicht klagen, mein System läuft nach wie vor stabil.


LG Guido

Martin Lemke

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Re: Heul doch!
« Antwort #6 am: 2009-11-04 22:13:16 »
Und schon aufgrund dessen, sehe ich als Otto-Normal-Verbraucher auch gar keinen Grund Windows & Co. den Rücken zu kehren.

Es gibt viele gute Gründe, Windows den Rücken zu kehren (einige Argumente unten). Aber das ist eine andere Baustelle.

Vollkommen unnötig ist es jedoch, für biologisch-wissenschaftliches Arbeiten, den Einsatz von Windows-Software zu erzwingen. Wenn ich mir anschaue, was ich für die RL an voll zu versteuernder Aufwandsentschädigung erhalte, habe ich netto nicht einmal so viel raus, wie mich eine Officelizens kosten würde. Es gibt einfach keinen zwingenden Grund, den Einsatz kommerzieller Software zu erzwingen und die bloße Annahme, dass diese Software sowieso jeder besäße, ist schlichtweg falsch.

Ich möchte niemandem sein Windows vermiesen, aber ich möchte nicht gezwungen werden, es benutzen zu müssen. Wenn man einen gewissen Komfort (Gnome hat vier Desktops, Windows einen einzigen, auf dem sämtliche Programmfenster geöffnet werden) und eine lockere Flottigkeit erstmal gewohnt ist (der Browser startet bei mir unter Linux erheblich schneller als unter Windows und mein 64bit-Linux nutzt meine vollen 4 GB installierten Arneitsspeicher, mein 32 Bit XP jedoch nur 3,5 GB. Windows ist anfällig für Würmer und Viren, Linux nicht, ...), dann kommt es einem wie eine Zumutung vor, zu Windows nur deshalb zurück kehren zu müssen, weil man ein paar Wochen lang eine Rote Liste bearbeitet.

Zu vertretbaren Preisen bekomme ich ein Officepacket nur, wenn ich einen neuen Rechner kaufe (dann bin ich "bloß" weitere 200 Euro los). Andernfalls bin ich mindestens 500 Euro los. Nur um eine RL zu bearbeiten, wohl gemerkt. Hätte ich nicht mal eine XP-Lizens, müsste ich auch die dafür erwerben.  Da hätte ich Kosten von ca. 600 Euro zu wuppen, nur um mit der Excel-Tabelle des BfN arbeiten zu können.

Martin
« Letzte Änderung: 2009-11-05 02:23:59 von Martin Lemke »
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Guido Gabriel

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Re: Heul doch!
« Antwort #7 am: 2009-11-08 21:11:13 »
Tja, irgendwelche Nachteile muß ja Linux haben...

Ich kenne kein einziges Öffentliches Amt, welches nicht mit Windows als Plattform arbeitet.

LG Guido

Martin Lemke

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Re: Heul doch!
« Antwort #8 am: 2009-11-18 01:35:10 »
Tja, irgendwelche Nachteile muß ja Linux haben...

Warum?

Zitat
Ich kenne kein einziges Öffentliches Amt, welches nicht mit Windows als Plattform arbeitet.

Ich auch nicht, bezweifle aber, dass das ein qualifizierendes Argument ist.

Martin
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