Autor Thema: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus  (Gelesen 2345 mal)

Martin Lemke

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Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« am: 2009-06-30 08:38:37 »
Seit Anfang des Jahres besitze ich Helicon Focus [1]. Heute habe ich mal etwas experimentiert und festgestellt, dass Helicon Focus gewisse Schwächen hat, mit den Raw-Dateien von Nikon umzugehen (ich weiß nicht wie es hinsichtlich anderer Raw-Formate aussieht). Die Bilder wirken immer etwas gelbstichig. Um den Gelbstich zu eliminieren kann ich wähend der Nachbearbeitung den Blauanteil verschieben, was dazu führt, dass sehr dunkle Anteile dann bläulich schimmern, gelbliche Hintergründe aber dann weiß erscheinen. In Anbetracht der teuren Technik ist das irgendwie nicht hinnehmbar. Zumal ich zur Belichtung kaltweißes Licht benutze, welches für den Gelbstich nicht verantwortlich zu machen ist.

Außerdem sind oft die kombinierten Bilder unschärfer als das beste Einzelfoto (für dei Abbildung des Pedipalpus von Theridion pinastri im Wiki habe ich deshalb lieber das erste Einzelfoto genommen => Link). Auch wenn ich unter Helicon Focus die Methode zwischen A und B wechsle und die Werte Radius und Glättung variiere, finde ich die Ergebnisse über die Gelbstichproblematik hinaus nicht berauschend.

Die Gelbstichproblematik bekomme ich in den Griff, wenn ich die Nikon-Raw-Fotos (*.NEF) mit dem Open source-Tool UFRaw [2] nach TIFF konvertiere (bei der Gelegenheit kann ich auch gleich ein paar Parameter einstellen). Nur, dann kann ich auch gleich mit ZF Combine [3] arbeiten. Und in der Tat, der Vergleich der Resultate zeigt, dass ZF sogar etwas bessere Ergebnisse liefert (im ersten Test). Helicon Focus erzeugt deutlich mehr Artefakte (siehe Ausschnittbilder). Das heißt, ich hätte mir die Investition für Helicon Focus sparen können. Combine kann nämlich auch TIFF verarbeiten, unterstützt aber keine RAW-Formate.

Martin

[1] http://www.heliconsoft.com/
[2] http://ufraw.sourceforge.net/
[3] http://www.hadleyweb.pwp.blueyonder.co.uk/CZP/News.htm
« Letzte Änderung: 2009-06-30 08:48:46 von Martin Lemke »
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Arno Grabolle

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Re: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« Antwort #1 am: 2009-06-30 23:27:33 »
Hallo Martin,

Ich rechne immer die RAWs erst raus (mit Photoshop) Dabei kann ich in dem PS-eigenen RAW-Import-Filter so viele Einstellungen vornehmen, die die Bildqualität verbessern, dass ich keinem Programm mehr traue, dass vorgibt, RAWs verarbeiten zu können. Am Ende rendert Helicon die RAWs einfach mir den Einstellungen, die die Kamera mitliefert. Und das ist ja nicht Sinn der Sache. Dann kann ich auch gleich JPGs fotografieren.

Meiner Meinung nach muss man die RAWs immer mit einem Spezial-Tool in TIFs (oder ähnliches Format) konvertieren, bevor man irgendwas damit anfängt. Dabei werden Farbstiche entfernt, nachgeschärft usw.

Ich bin mit Helocon recht zufrieden, auch wenn ich keinen Vergleich habe. Die Bilder sehen hinterher nicht immer super aus, was ich mir aber eher mit den begrenzten optischen Möglichkeiten meines Mikroskops erkläre. Ich kann mir kaim vorstellen, dass der mathematische Algorythmus, der hinter den Programmen steckt so unterschiedlich sein kann.

Arno

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Re: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« Antwort #2 am: 2009-06-30 23:42:43 »
Martin, war das mit der Helicon-Focus-Methode A oder B?

-K

Martin Lemke

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Re: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« Antwort #3 am: 2009-07-01 00:10:04 »
Martin, war das mit der Helicon-Focus-Methode A oder B?

Das weiß ich nicht mehr. Ich hatte alles mögliche ausprobiert. Auch Methode A und B.

Martin
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Arno Grabolle

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Re: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« Antwort #4 am: 2009-07-01 08:07:09 »
Ich benütze eigentlich immer Methode B, auch wenn ich nicht genau weiß, worin der technische Unterschied liegt. Ich mag es einfach, zuzuschaun, wie sich das Bild langsam aus Graustufen aufbaut. Dabei beobachte ich, was geschieht. Wenn das graustufen-Bild schon relativ sauber aussieht und man das Objekt schon in diesem Zustand gut erkennen kann, dann wird das Bild hinterher gut. Wenn das Graustufen-Bild irgendwie zerfastert und fleckig wirkt und kaum ein gegenstand austumachen ist, dann setzt er das Endbild aus lauter Versatzstücken verschiedener Ebenen zusammen, was dem Bild nicht gut tut. Dann werden die Ergebnisse oft unschärfer, als die Einzelbilder.

Arno

Martin Lemke

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Re: Stacker-Software CombineZP und Helicon Focus
« Antwort #5 am: 2009-07-01 09:24:56 »
Ich benütze eigentlich immer Methode B, auch wenn ich nicht genau weiß, worin der technische Unterschied liegt.

Laut Hersteller kann das Ergebnis in Abhängigkeit von den Eigenschaften des Bildes (welche, wird nicht angegeben) jeweils mit Methode A oder B besser ausfallen. Da ich gerade nochmal ein paar Fotos machen will, habe ich da nochmal etwas experimentiert und festgestellt, dass oben geschriebenes nicht ganz korrekt ist. Ich hatte CombineZ nicht richtig bedient. Michael hat mit seiner Kritik am Benutzerinterface von CombineZ schon Recht. Die Bedienung ist ziemlich unorthodox und damit fehlerträchtig.

Ich habe nun den Pedipalpus von Ero aphana nochmal fotografiert, Raw in TIFF konvertiert und einmal mit CombineZ stacken lassen, sowie viermal mit Helicon Focus Methode A und B jeweils mit Standardwerten (Radius 8), sowie je einmal mit Radius 4 und Glättung 2.

Das Ergebnis von Combine Z ist etwas schärfer als das von A(R 4), B (R4) entspricht in etwa dem von Combine Z. Methode A (R 4) hat mehr Störungen als Methode A (R 8). Insgesamt würde ich sagen, dass das Ergebnis der Helicon Focus-Bilder in der Kombination B (R 4) am besten geworden ist. das kann beim nächsten Bild wieder anders sein, aber vie3lleicht kann man das als Standardeinstellung für Pedipalpen nehmen?

Die nun angehängten Details sind runterskaliert und auf Unscharf masklieren habe ich verzichtet.

Auf Jeden Fall braucht sich die Freeware CombineZ Hinter Helicon Focus nicht zu verstecken.

Martin
« Letzte Änderung: 2009-07-01 09:27:14 von Martin Lemke »
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