Autor Thema: Diskussion "plumose Haare"  (Gelesen 18932 mal)

Lothar Gutjahr

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Diskussion "plumose Haare"
« am: 2012-04-16 14:16:41 »
In diesem thread können Kommentare und Fragen zum Thema "plumose Haare" diskutiert werden.
Die Erfahrung ist wie eine Laterne im Rücken; sie beleuchtet stets nur das Stück Weg, das wir bereits hinter uns haben. Konfuzius

pfeiffer

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #1 am: 2012-04-16 16:34:10 »
Hi Lothar,

es gibt aber diverse Setae, nicht nur plumos (claviform, serrate, feathery, recumbant, usw.). Ein Zweck könnte es sein um kräftige Farben zu erzeugen. Ich denke Foelix spricht dieses Thema an in sein Biology of Spiders.

-K

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #2 am: 2012-04-16 19:18:09 »
Hallo Kevin,

da diese Dinge noch recht dürftig untersucht zu sein scheinen, habe ich mir das Thema zum Mikroskopieren gestellt. Erst recht interessant wird das natürlich, wenn man da auch die anderen Formen vorfindet. Meine Anlage zum Stacken erstreckt sich ja bis in den µ-Bereich, wenn es dann mal darum geht, solche Haare im Detail zu studieren.

Zumindest gedenke ich dem Forum meinen Beitrag an Fotos beizusteuern. Ich bin Ingenieur und kein Biologe. Daher bin ich dann auch recht dankbar wenn ihr ein wenig mit helft bei dieser oder jener Interprätation. So war mein erster Eindruck, wie ich dieser Haare ansichtig wurde der, daß es sich um ein ähnliches System handeln könnte wie bei den sogenannten Flimmerhaaren und daß dies bei der Häutung der Beine wesentlich sein könnte.

Aufgefallen ist mir dann, daß Spinnenbeine ohne plumose Haare stark behaart sind. Da diese bisherige "stochastische" Untersuchung nur ein ganz winziger Anteil an der Artenvielfalt zugänglich machte, will ich nun den  Versuch machen, das auf eine breitere Basis zu stellen.

Nebenbei :Ich habe dir zu deinem alten Mikroskop extra das FL 40 Objektiv spendiert, damit du problemlos in diesen Bereich vorstoßen kannst.

Lieben Gruß nach Berlin

Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #3 am: 2012-04-16 21:53:43 »
Welche Methoden willst du denn verwenden? Mit Lichtmikroskopie kommst du da nicht weit.
Als Physiker interessieren dich vielleicht besonders farbgebende Schuppenhaare, wie sie z.B. bei Salticiden zu finden sind.
Morphologische Untersuchungen gibt's übrigens zu den verschiedenen Seta-Typen. Bei Gelegenheit such ich mal was raus.

pfeiffer

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #4 am: 2012-04-17 07:18:21 »
Morphologische Untersuchungen gibt's übrigens zu den verschiedenen Seta-Typen. Bei Gelegenheit such ich mal was raus.

Das wäre gut, Jonas -- wollte ich auch schreiben, nur ich kenne mich in dem Bereich nicht so gut aus.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #5 am: 2012-04-17 10:34:26 »
Lieber Jonas,

ja das wäre schön, wenn du da zu der Morphologie ein paar Quellen auftun könntest. Zur Zeit bin ich dabei meine Mikroskopie durch Zukauf von besseren Objektiven aufzupäppeln. Für das große Leitz Metalloplan ist auch eine Stackingvorrichtung im µm Bereich einsatzfähig. Mit der NEX-5 habe ich eine"Mikroskopkamera" erworben, die auf dem sogenannten APS Sensor immerhin 14,4 Megapixel speichert. Leider beobachte ich eine starke Erschütterung durch den Verschluss und bekomme so durch die Hintertür kleine Unschärfen. Aber da kann man ja immer noch eine andere Wahl treffen.

Langer Rede kurzer Sinn: So lange die Strukturen sich nicht hinter Herrn Abeé und seinen Gesetzen verstecken, glaube ich schon, daß da mit dem Lichtmikroskop noch einiges zu holen ist. Stacking im µ-Bereich läuft bei mir über einen bis in den Nanometerbereich verstellbaren Piezoaktuator von Physik Instruments, wie solche auch bei den Rastertunnelmikroskopen Anwendung finden.

Einen schönen Tag und vielen Dank im Vorraus

Lothar
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Martin Lemke

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #6 am: 2012-04-17 13:36:57 »
Die NEX-5 hat keinen Spiegel. Woher rührt dann die Erschütterung?

Martin
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Michael Hohner

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #7 am: 2012-04-17 13:50:20 »
Die NEX haben keinen Spiegel, aber immer noch einen mechanischen Verschluss. Der produziert kleine Erschütterungen, die bei großen Vergrößerungen wohl noch sichtbar sind.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #8 am: 2012-04-17 19:17:13 »
Danke Michael,

ja Martin so ist es und das Ding lärmt fast wie eine alte Agfa Klack. Ich habe jetzt die Vorrichtung in das Wandregal verschwinden lassen um dann, wenn es darauf ankommt, so lange  belichten zu können bis die Vibration des Öffnens nicht mehr signifikante Auswirkung zeigt. Zuvor ging das nicht, weil während einer längeren Belichtungszeit selbst die Plattenzugriffe vom Rechner und erst recht Schritte in der Wohnung via Tischplatte zu Verwackelungen führen konnten. Jetzt habe ich bei einer Belichtungszeit von 0,8 bis einer Sekunde scharfe Bilder mit dem "Psychoterror" daß ich immer meine, es könnte noch besser sein, wenn der Schlitzverschluss nicht so hämmern würde.

Ich habe noch die Möglichkeit für besondere Ansprüche einfach ein anderes Objektiv zu nehmen. Aber es wäre natürlich toll, wenn man da mal durch ist und sagen kann, das wars. Gestern habe ich in Berlin das EL Nikkor 4/50mm gekauft, was ein Vergrößerungsobjektiv ist, aber im Macrobereich gerne verwendet wird. Einfach nur um mal zu schauen, ob die Vorschusslorbeeren berechtigt sind. Luminare, Photare und Co. sind ja unerschwinglich geworden.

So macht man sich Probleme wenn man sonst keine hat.

Gruß Lothar
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Jörg Pageler

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #9 am: 2012-04-17 19:35:12 »
Moin Lothar,

mal so am Rande und etwas offtopic: Es waren doch schon lange mal Kameraverschlüsse in LCD-Technik geplant (superkurze Verschlußzeiten, null Erschütterung). Weißt Du, was daraus geworden ist?

Jörg

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #10 am: 2012-04-17 20:58:03 »
Moin Jörg,

nein das habe ich nicht weiter verfolgt. Solche Äußerungen sind oft aus ganz einfachen Statements von Entwicklern hochgespielt worden. Da wird aus man könnte vielleicht, schnell eine Erwartungshaltung gebastelt. Das hatten wir schon mal in den 60.ern, wie die Sandia Labs. das PLZT entwickelt hatten. Das hielt dann in der Cockpitverglasung von Kampfbombern Einzug um Piloten vor atomaren Blitzen zu schützen der damals ebenfalls propagierte Kameraverschluss wurde das aber auch nie.
Was mich freute an der NEX waren die schnellen Bildfolgen von 2,3 Bilder pro Sekunde und ich dachte schon das löppt wie beim Video nur mit voller Auflösung. Mal programmiert und getestet. Klack,klack, klackediklack.... ich dachte mich trifft der Schlag. Da läuft das über den mechanischen Verschluss. Zumal ja die Frage im Raum steht, wieviel Arbeitszyklen kann ein solcher Verschluss. Mit dem Stacking kommt ja ohnehin schon sehr viel zusammen. So kann diese Spielerei ja auch noch teuer werden, wenn man die Lebensdauer so, wenn es blöd läuft auf wenige Monate zusammenzieht.

Der Videomode läuft dann ohne den Verschluss, macht aber leider nur das HDMI welches ich mit Video de Luxe 7 als Film mit Einzelbildern als bmp ausgeben kann. Damit dann in den Stacker, mal schauen. Im Moment steht der Umbau auf Schrittmotor an, welcher dann mit Video das "automatische Staking" abfahren soll. Der Getriebemotor bis jetzt war auch zu unruhig und zu grob für feine Einzelschritte.

Hier bin ich eine Ablaufsteuerung am planen, welche dann den Motor kurz ansteuert eine Wartezeit vorgibt, den Verschluss der Kamera auslöst wieder dreht und so weiter. Es wird wohl doch noch aufs Blitzen hinauslaufen, was die Steuerung ja auch mit übernehmen kann.

Gruß in die 60.er Wahlheimat

Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #11 am: 2012-04-17 21:11:19 »
Hier mal was zu den schillernden Salticiden-Schuppen: http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/j.1096-3642.1979.tb01091.x/pdf
Zu den plumosen Haaren hab ich auf die Schnelle erst mal nichts gefunden, außer, dass sie in der Systematik als Merkmal bei bestimmten Familien eine Rolle spielen (z.B. Archaeidae). Habe diese Haare aber auch schon mal gesehen. Zur Funktion weiß ich nichts.

Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #12 am: 2012-04-17 21:17:53 »
Stacking im µ-Bereich läuft bei mir über einen bis in den Nanometerbereich verstellbaren Piezoaktuator von Physik Instruments, wie solche auch bei den Rastertunnelmikroskopen Anwendung finden.

Die Haare wirst du finden und fotografieren können. Aber vermutlich nicht besonders scharf. Stacking im µm-Bereich ist natürlich schon grenzwertig, wenn man die Maximalauflösung der Lichtmikroskopie (die ja von der Wellenlänge des Lichts abhängig ist) bedenkt. Nanometerbereich ist hier in jedem Fall irrelevant.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #13 am: 2012-04-18 00:55:57 »
Hallo Jonas,

danke für den Link. Mit den Nanometern, das mußt du so sehen, daß die Schrittchen beim Stacken eines sagen wir mal 8 µ Teilchens mit beispielsweise 30 Einzelaufnahmen schon im 250 nm Bereich landen. Wie man das am besten beleuchtet wird noch eine interessante Erfahrung werden. Ich will auch nichts versprechen, aber ich sage mal so, die Software muß sich aus dem ergebenden Nebel noch ein paar scharfe Pixel heraussuchen und verarbeiten. Ich bin da noch etwas optimistisch. Mit dem Auge sieht man wirklich nichts brauchbares mehr. Schau mer ma, sagen die hier unten.

Guts Nächtle

Lothar
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Martin Lemke

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #14 am: 2012-04-18 02:31:52 »
Der Getriebemotor bis jetzt war auch zu unruhig und zu grob für feine Einzelschritte.

Auch wenn er einen Schneckengetriebe antreibt?

Martin
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #15 am: 2012-04-18 08:37:31 »
Mit den Nanometern, das mußt du so sehen, daß die Schrittchen beim Stacken eines sagen wir mal 8 µ Teilchens mit beispielsweise 30 Einzelaufnahmen schon im 250 nm Bereich landen.

Wie gesagt, bei einem 8µm macht es keinen Sinn zu stacken, allenfalls noch mit 3-5 Schritten, aber jedenfalls nicht mit 30, weil du das Teilchen schon in einer Schärfeebene hast.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #16 am: 2012-04-18 16:56:23 »
Hallo Jonas,

das brauchen wir hier nicht ausdiskutieren. das Ganze kommt auf ein paar Experimente mehr oder weniger nicht an. Wir sprechen vom Grenzgebiet und von Dingen, die zuvor noch keiner getan hat, oder zumindest nicht bekannt gemacht hat. Der Translator macht einen Gesamtweg von 100 µ und ob dann unter Umständen Schritte von 250 nm bei über 1000 x facher Vergrößerung nicht doch sinnvoll sind, wird sich zeigen. Da so ein Tanslatorpärchen schon mal muntere 5 Kiloeuro kostet, ist die Wahrscheinlichkeit gering, daß da viele unbekannte Bastler mit spielen. ( vielleicht irre ich mich?)

Da lasse ich mich weder von Herrn Abeé noch von sonstigen Theoretikern abbringen, wenn ich so etwas selbst erproben will. Also nichts für ungut, wenn ich deine Meinung nicht sofort beherzige. Es kann ja passieren, daß ich selbst sehr schnell zu der Überzeugung gelange, daß ich zu sehr dem Wunschdenken gefrönt habe. ( bin auch alt und bockig geworden was sich in einer Art Beratungsresistenz äußert.)

Gruß Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #17 am: 2012-04-18 20:31:08 »
Ja, Lothar, ich wollte dich nicht von deinem Plan abbringen und erst recht nicht belehren, bin ja auch noch um einiges jünger...
Es waren nur ein paar Anmerkungen, aus eigener Erfahrung.

Martin Lemke

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #18 am: 2012-04-19 08:29:12 »
Nicht umsonst sagt man: Probieren geht über studieren. Und wenn es nur das bestätig, das die Theorie beschreibt. Die Theorie des Herrn Abeé ist mir fremd; davon habe ich keine Ahnung. Die ultimative Instanz über alle Theorie ist immer die Praxis.

Martin
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #19 am: 2012-04-20 18:44:37 »
Die Theorie des Herrn Abeé ist mir fremd; davon habe ich keine Ahnung.

Die Theorie besagt, dass die Auflösung bei der Lichtmikroskopie die halbe Wellenlänge des verwendeten Lichts nicht unterschreiten kann. Das sind ganz einfach die physikalischen Grenzen, die von den Gesetzen der Optik abhängen. Die Regel gilt für die konventionelle Lichtmikroskopie, in der modernen Fluoreszenzmikroskopie, die prinzipiell auch eine Form der Lichtmikroskopie ist, können heute mit speziellen Verfahren Auflösungen bis in den Nanometer-Bereich erreicht werden.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #20 am: 2012-04-21 01:30:34 »
Hallo Jonas,

ich sehe schon, das beschäftigt dich. Nur um die Antwort auf Martins Kommentar noch etwas zusätzlich zu deiner Antwort zu ergänzen: Das sichtbare Licht beginnt mit violett und endet mit dunkelrot, was einer Wellenlänge von 400 bis 750 Nanometer entspricht.  das menschliche Auge ist am empfindlichsten bei grün und einer Wellenlänge von etwa 530 nm. Das grüne Licht als Beleuchtung verwendet und monochrom gearbeitet heisst nach Abeé dann, daß bei der Hälfte davon Ende der Fahnenstange ist. Hier wäre also nach Adam Riese das Arbeiten im Nanometerbereich möglich.

>>>Wenn da nicht die Unzulänglichkeit der Objektive wäre<<<

Wir haben von Objektiven gelesen, die bis zu 1000 Linien pro mm auflösen. Da sind wir bei 1 µ oder 1000 nm, aber es gibt noch bessere. Betrachtet man nun das Stacking etwas genauer, so geht es darum, aus dem Nebel der nicht mehr vernünftig brauchbaren Bilder die wenigen scharfen Pixel herauszuklauben und dabei Schritt für Schritt durch den interessierenden Tiefenbereich zu schreiten. In der Praxis zeigt es sich, daß die Spitzenbilder mit sehr kleinen Schrittchen und entsprechend hoher Aufnahmeanzahl entstehen. Die Ebenen mit scharfen Pixeln sollten sich etwas überlappen.
Genau hier taucht nun die Frage auf, in wie weit sieht die Software mehr als du und ich wenn wir uns das durchs Okular ansehen. Garantiert viel mehr würde ich sagen. Und so wird es bereits im 2 bis 10 µ Bereich notwendig sein die Stackingschritte im  Nanometerbereich zu bewegen.

Ich habe gestern einen ersten Versuch gemacht die Höhe einer Linie im Druckbild des 20 € Scheins mittels Stacking zu erfassen. Bei über 1000 x facher Vergrößerung ist das natürlich nur noch weiche Landschaft und somit als Objekt nicht gerade geeignet.

Als Einheitsmuster für kleine Vergrößerungen scheint Millimeterpapier recht dankbar. Unten ist eine Aufnahme mit einem Nikon Planachromaten 2/0.05 gezeigt. Da gibt es keine Verzerrung und auch keine Farbfehler, da kommt richtig Freude auf. In Kürze werde ich damit mal an Spinnenbeine gehen.

Gruß Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #21 am: 2012-04-21 11:22:37 »
In Kürze werde ich damit mal an Spinnenbeine gehen.

Ja mach' mal. Ich bin schon gespannt.
(Die Vergrößerung von dem Millimeterpapier ist ja noch nicht so gewaltig.)

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #22 am: 2012-04-21 15:26:03 »
Ja das ist auch "nur" ein 2.er und somit für Macros geeignet. Oder besser gesagt für ganze Tiere, Köpfe oder einen Überblick. Wird sich aber hoffentlich auch bei einem Spinnenbein bewähren. Heute Morgen habe ich jetzt erst mal die Grundbedingungen verbessert. Zwei kräftige Stahlkonssolen mit einem Stück Küchenarbeitsplatte an die Wand geschraubt hält Vibrationen von Tisch und Fußboden fern und ich kann beruhigt mit 0,8 Sekunden belichten.

Ich wollte mit dem Planachromaten auch nur darauf hinweisen, daß es nicht gleichgültig ist, was man da unten drannschraubt, grins.

Gruß Lothar
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Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #23 am: 2012-04-27 00:41:46 »
Hier nun mal eine Abbildung, auf welcher man die "plumosen Haare" in gefiederter Form erahnen/erkennen kann.

Das ist ein kleiner Ausschnitt eines Tegenaria spec. Beines. Vermutlich atrica



Zielsetzung dieses "Mini-Projektes" ist es zunächst, das Vorhandensein solcher oder ähnlicher Haare bei möglichst vielen Arten zu untersuchen.

Von daher bin ich auf die Mithilfe der Forenmitglieder angewiesen, mir verlorene einzelne Beine, Exuvien oder komplette Exemplare von bekannten Arten zuzusenden. Zur Zeit untersuche ich ob der Aufenthalt in Alkohol diese Haare verklebt oder gar ablöst. Bei einem kurzzeitigen Aufenthalt in hochprozentigem Ethanol konnte keine Veränderung festgestellt werden

Ich schlage vor, daß eine Portoerstattung von mir als zusammengefasste Spende ans Forum gehandhabt wird. Jede Sendung einzeln zu erstatten würde den Aufwand verdoppeln und mir unnütze Arbeit verursachen. Über eine rege Beteiligung würde ich mich freuen.

Liebe Grüße

Lothar
« Letzte Änderung: 2012-04-27 00:44:14 von Lothar Gutjahr »
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #24 am: 2012-04-27 09:11:10 »
Moin Lothar,
hattest du nicht auch ein kleines REM bei dir rumzustehen? Damit ließen sich die plumosen besser identifizieren...

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #25 am: 2012-04-27 09:44:42 »
Guten Morgen Jonas,

ja, habe ich rumstehen seit dem Umzug aber noch nicht wieder in Betrieb genommen. Und da sich ein weiterer Umzug abzeichnet, werde ich wohl auch damit warten. Die Frage ist da natürlich, ob man so etwas ohne zu sputtern sehen kann. Müßte man versuchen. Mein TESLA was ich nach der Wende in SA hatte war bei niedrigen Spannungen ganz gut auf nichtleitende Dinge. Mit dem Akshi Leitz habe ich noch nichts dergleichen getestet.

Nur sollte es auch kein Problem sein mit dem Lichtmikroskop. Die gezeigte Aufnahme entstand ja via "Videostacking" mit reduzierter Auflösung mit dem "Makromat". Werde spaßhalber mal schauen wie groß der Unterschied sein wird, wenn man höherauflösende Einzelaufnahmen stackt, oder gar über das Mikroskop arbeitet.

Schönen Tag zu dir  (Hier schon 22 Grad und Sonnenschein )

Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #26 am: 2012-04-27 09:57:37 »
Moin Lothar,
ob's ohne Sputtern geht, kommt auf den Versuch an. Allerdings sind solche haarigen Strukturen um einiges schwieriges als, z.B. technische Oberflächen. Das Problem ist, dass sich die Haare schnell aufladen, wenn sie unter starken Elektronenbeschuss stehen. Dann gibt es Artefakte und unausgewogene Kontraste. Wenn die Haare dicht stehen fangen sie zudem an sich zu bewegen, weil es Anziehungen und Abstoßungen gibt.

Das LM-Bild oben ist schon mal ganz gut für den Anfang, aber um die plumosen Setae eindeutig zu identifizieren, brauchst du ein besseres Bild, weil viele taktile und chemorezeptive Setae auch mit solchen "gefiederten" Fortsätzen (sogenannten Setulae) besetzt sind, bei diesen im Ggs. zu den plumosen aber um den ganzen Schaft herum (also nicht wie eine Feder). Das kann man auf einem Bild wie oben nicht klar differenzieren.

Ist das ein Alkoholpräparat oder ist es luftgetrocknet? Tier oder Exuvie?

Gruß,
Jonas

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #27 am: 2012-04-27 12:16:01 »
das war luftgetrocknet und ich habe das wegen der Bedenken als Test für 15 Minuten in Ethanol absolut liegen und gleich nach dem Trocknen forografiert. Ich meine auch etwas Unordnung in der hellen Stelle auszumachen, die vom "Baden" kommen könnte. Fotografiert aber trocken an Luft. Ich habe auch das Glück an meinem großen Leitz von 5X bis 100X lauter trocken Objektive ohne Deckglaskorrektur zu besitzen. Das Gerät wurde bislang für metallographische Zwecke genutzt. Von daher bin ich guter Dinge, daß sogar einzelne Härchen darstellbar sind.

Gruß Lothar
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Jonas Wolff

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #28 am: 2012-04-27 13:38:09 »
Mein Tipp: Nimm entweder Alkoholpräparate und fotografiere diese in Alkohol oder nimm luftgetrocknete Proben und halte diese fern von Flüssigkeiten. Wenn du Alkoholproben an der Luft trocknest, verkleben die Haare.
Alternative: Du machst eine Kritisch-Punkt-Trocknung.

Lothar Gutjahr

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Re: Diskussion "plumose Haare"
« Antwort #29 am: 2012-04-27 19:46:59 »
Hallo Jonas,

nein CO2 Flaschen passen nicht auch noch in mein Arbeitszimmer. Von daher nichts mit "Kritisch-Punkt-Trocknen. Aber das Fotografieren in der Brühe kann ich mal testen. Das habe ich bisher gefühlsmäßig abgelehnt, weil ich mir sage, daß die Sichtbarkeit dieser winzigen opaken wenn nicht gar transparenten Härchen im wahrsten Sinne des Wortes baden geht.

Hier nun mal ein  Ausschnitt von einem Einzelfoto eines Trockenpräparates :

Leitz NPL 20X/0,35 auf Metalloplan mit NEX-5


Man sieht, daß selbst bei etwas über 200 x facher Vergrößerung die Tiefenschärfenprobleme enorm sind, da die Härchen nicht paralell zum Bein liegen.
Aber hier zu stacken bedarf vermutlich schon des Umbaues auf den Piezotranslator.

Hier noch das nass gewesene Präparat aus Einzelfotos mit höherer Auflösung gewonnen:



Auf dem linken größeren Haar sind Beleuchtungsartefakte zu sehen. Das Bild wurde partiell gestackt um ein Verschmieren mit den darüber befindlichen Haaren zu vermeiden.

Gruß Lothar
« Letzte Änderung: 2012-04-27 19:58:16 von Lothar Gutjahr »
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