Autor Thema: Gutachten der DeArGe zur geplanten Gefahrtierverordnung in NRW  (Gelesen 2915 mal)

John Osmani

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Anbei das Gutachten der DeArGe zum Gesetzentwurf der neuen Gefahrtierverodrnung in NRW

Es gibt, und es wird in Zukunft noch viele Diskussionen dazu geben. Es sind auch Europäische Arten davon betroffen, z.b. Arten der Gattung Latrodectus, Macrothele und Loxesceles

http://www.dearge.de/aktiv/Gutachten-zu-den-Spinnentieren-im-Gefahrtiergesetz-NRW.pdf

LG John

Sylvia Voss

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Danke John!
LG
Sylvia

Martin Lemke

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Die DeArGe vertritt in diesem Gutachten ziemlich vordergründig die Interessen ihrer Mitglieder.

Die im vorangestellten Brief aufgestellte Behauptung, humangifitige Gattungen wie Atrax, Hadronyche und andere seien in ihrer Gefährlichkeit der von domestizierten Hunden und Katzen vergleichbar, kann man doch wohl nicht wirklich ernst nehmen.

Martin
DAS waren noch Zeiten: Nowegen 2011.

Tobias

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Der Satz ist etwas unglücklich gewählt, das stimmt. Aber ich bin generell gegen Verbote. Ein Sachkundenachweis und Haltung unter Auflagen ist immer die bessere Alternative. Denn die schwarzen Schafe, denen solche Tiere abhauen, halten diese auch mit solchen Verboten, meiner Erfahrung aus Hessen nach. Da hilft kein Verbot der Haltung, jedoch sicherlich der Druck durch Kollegen, den es bei einer Sachkundeprüfung geben würde.

Tobias


Sylvia Voss

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Aber ich bin generell gegen Verbote. Ein Sachkundenachweis und Haltung unter Auflagen ist immer die bessere Alternative. Denn die schwarzen Schafe, denen solche Tiere abhauen, halten diese auch mit solchen Verboten Da hilft kein Verbot der Haltung, jedoch sicherlich der Druck durch Kollegen, den es bei einer Sachkundeprüfung geben würde.
Tobias

Genau, so sehe ich das auch.
LG
Sylvia

Harald Beck

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Dito.
Als Terrarianer der auch immer wieder giftige Tiere hält bin ich wie alle meine ernsthaften Kollegen auf jeden Fall für eine Sachkundeprüfung, sogar eine Kontrolle der Haltungsbedingungen und gegen ein Verbot.

Grüsse vom Bodensee

derHarry

Michael Hohner

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Die DeArGe vertritt in diesem Gutachten ziemlich vordergründig die Interessen ihrer Mitglieder.

Die im vorangestellten Brief aufgestellte Behauptung, humangifitige Gattungen wie Atrax, Hadronyche und andere seien in ihrer Gefährlichkeit der von domestizierten Hunden und Katzen vergleichbar, kann man doch wohl nicht wirklich ernst nehmen.

Martin

Warum nicht? Er hat doch recht klar dargelegt, dass Bissunfälle mit diesen Arten in Deutschland fast nicht vorkommen, insbesondere keine Todesfälle. In Vergleich dazu gab es 2012 fast 20 Tote durch Hunde.

Gefährlichkeit im Sinne von Risiko ist eben nicht nur die Schwere des möglichen Schadens, sondern auch die Wahrscheinlichkeit, dass der Schaden überhaupt eintritt.

Martin Lemke

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Natürlich ist eine an Bedingungen geknüpfte und staatlich kontrollierte Erlaubnis mit Sachkundenachweis eine Möglichkeit, aber auch bei einem Haltungsverbot würde es sicher Sondergenehmigungen für Forschungseinrichtungen geben. Darüber, dass Forschung und Pharmazie benachteiligt würden, braucht sich bestimmt niemand sorgen.

Mit der Argumentation, domestizierte Hunde und Katzen seien gefährlicher, rücken die Autoren ihr Gutachter in die Nähe von Polemik und beschädigen ihr Gutachten damit selbst. Im Gegensatz zu exotischen Tierarten gehören die in dem Gutachten erwähnten Hunde, Katzen und Bienen seit Jahrtausenden zu unserer Kultur und stehen daher hier gar nicht zur Diskussion. Und zwar nicht, weil sie nicht gefährlich sind.

Martin

DAS waren noch Zeiten: Nowegen 2011.

Tobias

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Na ja, ob Hunde nicht gefährlich sind, darüber lässt sich streiten. Inbesondere in großen Städten mit ihren kleinen Wohnungen gibt es viel zu viele (große) unbeschäftigte Hunde, deren einzige Beschäftigung darin besteht, täglich die Grünstreifen zu eutrophieren. Das sind für mich alles potenzielle Gefahrentiere, die in der Öffentlichkeit herumlaufen. 20 Tote durch Hunde sprechen für mich eine klare Sprache. Dazu kommen noch allerhand Bissunfälle etc..

Die Hundelobby ist aber dermaßen stark, das erst nach extrem schlimmen Unglücken gehandelt wird (Kampfhundeverbot etc.).

Zudem ist die Bienenproblematik nicht zu vernachlässigen. Es ist einfach Fakt, das es Bienenstichallergiker gibt (soweit ich weiß, etwa 5 % der Bevölkerung, das bedeutet in Deutschland etwa 4 Mio. Menschen). Derzeit ist es aber Trend, sich ein oder zwei Bienenvölker auf den Balkon zu stellen (auch der deutsche Imkerbund ist von dieser Entwicklung nicht unbedingt überzeugt). Wäre ich oder mein Kind Allergiker, fände ich es nicht allzu toll, wenn meine Lavendel im Garten von den Bienen meines Nachbarn heimgesucht werden. Honigbienen treten durch diesen Trend nämlich in manchen Gärten in hohen, artifiziellen Dichten auf, inbesondere im Spätsommer, wenn es nur noch wenige Trachtpflanzen gibt.

Zum Thema unsere Kultur: Allein von diesem Standpunkt aus gehören arbeitlose Wach- Hüte- oder Jagdhunde mit einem Gewicht über 30 Kilo oder Bienenvölker mit zehntausend Mitgliedern eben genauso in unsere moderne, anthropogen völlig überformte und von Beton geprägten Stadt wie exotische Spinnentiere, bzw. haben das gleiche Daseinsrecht. Denn die Landschaft und Lebensart, der Schäferhund, Airedale-Terrier und Honigbiene entstammen, sind eben nicht unsere moderne Konsumgesellschaft der Städte, sondern extensive Landwirtschaft mit kleinen Dorfgemeinschaften, wie sie es nur noch selten gibt. Daher sind sie in der Stadt genauso exotisch wie ein tropisches Spinnentier.

Tobias


Guido Gabriel

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Es gibt für alles ein "Für und Wider".

Mit Verboten kann man nicht wirklich viel erreichen, die sogenannte Kampfhundeverordnung war von Anfang an ein totaler Flop und hat genau das Gegenteil bewirkt. Bestraft wurden lediglich die Leute, die ohnehin verantwortungsvoll mit ihrem "Kampfhund" umgegangen sind und diesen dann auch überhaupt erst einmal als das angemeldet haben, was sie tatsächlich waren. Ich kann da aus eigener Erfahrung reden.
Diejenigen, die "Dreck am Stecken" hatten, oder keine Kohle (aber alles haben wollen) oder die es nicht so genau nehmen mit den Gesetzlichkeiten, die haben ihren Hund von vorn herein als Boxer-Mischling angemeldet und haben damit die Verordnung spielend leicht umgangen.
Der ordentliche Hundehalter dagegen wurde massiv abgezockt. Hundeführerschein, die Erlaubnis zum Halten derartiger Hunde, der Wesenstest - alles in allem ca. 1000 Euro. Bei einer 4-köpfigen Familie ist dies natürlich dann auch 4 mal zu absolvieren, sonst dürfte rein rechtlich die Ehefrau und die Kinder mit dem Hund gar nicht auf die Straße gehen.

Und genau das selbe Problem wird auch bei anderen "gefährlichen Tieren" auftreten.
Wer dies umgehen will, wird die Tiere gar nicht erst anmeldetn, oder einfach unter falschem Namen laufen lassen.
Wer soll denn die Kenntnis haben und die Tiere alle kennen wollen und auch identifizieren wollen, ich meine damit flächendeckend.

Was nützen Verbote, wenn man sie nicht durchsetzen kann, mangels Fachwissen. Welcher Sachbearbeiter in den Landratsämtern soll bitte die ganzen aufgelisteten Arten kennen und vor allem erkennen?

Mit diesen Gesetzen wird man also in erster Linie die ordentlichen Tierhalter bestrafen.

Die "Lumpen" werden maximal dann zur Rechenschaft gezogen, wenn die Kacke am dampfen ist.