Autor Thema: Südfrankreich (Ostpyrenäen)  (Gelesen 3465 mal)

Arno Grabolle

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Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« am: 2015-09-26 00:08:40 »
Hallo Forum,

Vom 7. bis 16. September war ich mit meiner Freundin in einem kleinen Ferienhaus am Rande der Ostpyrenäen im Urlaub. Es war ausdrücklich keine Spinnenexkursion. Da aber vor allem beim Ablegen der Tasche im bodennahen Bereich immer wieder Tiere in meine Gefäße liefen, komme ich nicht umhin hier einen kleinen Bericht zu verfassen.

Das kitzekleine Dörfchen Saint Arnac liegt im Vorgebirge der nördlichen Ospyrenäen im von Weinanbau geprägten Departement Roussillon/Languedoc – etwa eine Stunde Autofahrt gen Süden würde man die Grenze zu Spanien passieren. Von hier aus konnte man zur nach Osten Mittelmeerküste fahren mit Sandstränden (und Dünen) aber auch gen Westen in die Pyrenäen mit einem der bekanntesten Berge dort, dem Pic du Canigou mit immerhin schon 2785 m Höhe. in der direkten Umgebung gab vor allem verbuschte Hartlaub-Wälder (eichenartige Pflanzen, Stechpalme und Buchsbaum) auf Sand- und Kalkstein, spektakulär tief eingeschnittene Schluchten, kleine Flüsschen mit Schotter und Feuchtbereichen und Quellen mit wohlschmeckendem Mineralwasser. Weiter oben im Gebirge wird das Klima gemäßigter und die Vegetation erinnert wieder mehr an unsere Bereiten. In wirklich montanen Bereichen waren wir leider nicht, weil es Zeit bzw. Wetter nicht zuließen.

Ich habe ab und zu (wenn ich daran gedacht habe) mal ein paar Landschaftsaufnahmen mit meinem Smartphone gemacht, um einen Eindruck von dem Gebiet zu vermitteln. Weitere Fotos können noch kommen – die liegen noch auf einem anderen Fotoapparat. Daneben habe ich natürlich schon ein paar der mitgebrachten Arten nachfotografiert.

Da das Gebiet recht vielseitig ist und in mittlferner Umgebung (1-2 Stunden Autofahrt) weitere spannende Lebensräume zu erreichen sind, könnte ich mir einen zweiten Besuch als offizielle Forums-Spinnenexkursion vorstellen. Das Häußchen gehört einer Kollegin von mir. Es ist noch zu 25% Baustelle und wird (noch nicht ) offiziell vermietet. Man könnte dort sehr günstig zu viert oder zu sechst (oder mehr) wohnen bei einfachem Standard (es gibt nur Betten für zwei Leute, zwei weitere Schlafräume sind noch nicht möbliert, könnten aber mit Isomatte als Schlafraum dienen). Es ist mit dem Auto von Deutschland aus in etwa 14 Stunden erreichbar.

Das Dorf vermietet auch zwei bessere Ferienwohnungen, in die z.B. Familien ziehen könnten. Die Umgebung bietet viel Unterhaltung und Unternehmungen für das „Rahmenprogramm“ (Schluchten, Canyoning, Wanderungen, Burgen/Klöster, Märkte, Strand, Carcassonne, Sauriermuseen) und alles ist durch meine Kollegin (die seit vielen Jahren dort immer wieder Urlaub macht) gut aufbereitet.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #1 am: 2015-09-26 00:11:53 »
... und nun die Spinnen.

Arno

Jonathan Neumann

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #2 am: 2015-09-26 00:24:18 »
Der Erste Einblick ist ja Klasse, vielen Dank Arno!

Was mich am Allermeisten begeistert ist diese Formulierung:

Zitat
Da aber vor allem beim Ablegen der Tasche im bodennahen Bereich immer wieder Tiere in meine Gefäße liefen, komme ich nicht umhin hier einen kleinen Bericht zu verfassen.

Getreu nach dem Motto, da sind die Spinnen doch selber schuld, wenn sie die Röhrchen auf- und wieder zuschrauben. Was hat denn deine Freundin während dieser kurzen momente (2-3 Stunden pro Tasche ablegen) gemacht?

LG,
Jonathan

PS: Ja sone Forumsexkursion könnte ich mir sehr gut vorstellen!
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Martin Lemke

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #3 am: 2015-09-26 08:05:23 »
Für mich kannst Du schon mal eine Koje reservieren!

In Anbetracht der nicht unerheblichen Fahrtkosten sollte die Exkursion m. E. schon für eine volle Woche (im Mai?) angesetzt werden.

Im Biotop von Foto 2 (erstes Posting) kann ich mich vermutlich 2 Tage in Vollzeit beschäftigen:



Das wäre ein echtes Highlight für 2016.

Ich habe schon geschaut. Ich könnte nach Karlsruhe fliegen und von dort ein Car Sharing-Auto nehmen, falls ich mich nicht einer anderen Fahrgemeinschaft anschließen und die Kraftstoffkosten so teilen kann. Oder man fliegt nach Montpellier und nimmt sich einen normalen Leihwagen am Flughafen für eine Woche (vielleicht zu mehreren) – von dort sind es nur noch 190 km – ähnlich wie wir es 2011 auf dem Trip nach Norwegen machten. Letzteres scheint mir am vernünftigsten zu sein. Das kann man bestimmt schon von Deutschland aus buchen.

Ich habe mal geguckt (fiktives Datum). Ein anständiger Leihwagen (Jeep Renegade, Nissan Qashqai) in Montpellier kostet im Mai 2016 für eine Woche ca. 350 €. 2000 km mit Car sharing wäre teurer und erheblich strapaziöser.

Rechtzeitige Planung sollte im Januar 2015 beginnen, damit berufstätige wie ich ihren Jahresurlaub entsprechend planen können.

Martin
« Letzte Änderung: 2015-09-26 09:01:00 von Martin Lemke »

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #4 am: 2015-09-26 10:02:21 »
@Jonathan: das habe ich etwas übertrieben. Ich hatte schon ein paar Gelegenheiten, mal 1–3 Stunden am Stück zu sammeln. Z.B. als Katharina am Strand lag war ich in den Dünen oder als sie ein Thermalmalbad genoss, konnte ich im Wald drumherum oder im Flusskies sammeln.

Es war aber wie gesagt ein Urlaub und da wir uns sonst wirklich extrem wenig sehen, war es auch wichtig und schön mal so viel Zeit durchgängig miteinander zu verbringen.

@Martin: An der Stelle habe ich gar nicht gesammelt. Da sind wir nur vorbei gefahren und ich fand es hübsch und habe mal ein Foto gemacht.

Fliegen versuche ich immer eher zu vermeiden, weil ich mir da immer unsicher bin, ob jemand mal die gesammelten Spinnen konfisziert. Dazu kommt oft eine nervenaufreibende Anreise zum Flughafen, Wartezeiten, potenzielle Verspätungen etc.

Ich hätte hier eher an eine Anreise mit Privatfahrzeugen gedacht. Man sollte pro Auto nur drei Personen einplanen (Gepäck). Mit zwei Autos könnte man schon mal zu sechst hinfahren (mehr werden es gewiss nicht).

Wenn man sich in Süddeutschland trifft, ist die Strecke auch an einem Tag gut zu meistern. Und wenn man Sprit und Maut (Frankreich) durch drei teilt, wird es auch nicht all zu teuer.

Ende Mai/Anfang Juni wäre sicher eine gute Zeit.

Hier mal ein paar Bilder, die meine Kollegin Anfang April (Ostern) dort gemacht hat ...
Das erste zeigt das Haus, aber nur der vorstehende Teil gehört dazu. Das rechts etwas nach hinten versetzte ist schon die Nachbarin Marie-Rosè.

Arno

Martin Lemke

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #5 am: 2015-09-26 10:51:10 »
Mögliche Wartezeiten am Flughafen dürfte Fahrzeiten mit dem Auto und den damit verbundenen Stress allemal wett machen. Innerhalb der EU dürfte in den Koffern nicht allzuviel gewühlt werden (OK, ich nehme gewöhnlich auch keine lebenden Tiere mit, welche den Flug im Koffer wahrscheinlich nicht überstehen). Die einfache Fahrstrecke von Lübeck aus wäre 1700 km, die zweifache damit 3400 km. Dort noch 300 km umher fahren macht 3700 km mit voraussichtlichen Car sharing-Kosten von 950 € nur fürs Fahren. Da fliege ich lieber nach Montpellier und leihe mir notfalls allein ein Auto. Aber das können wir klären, wenn die Planung konkreter ist.

Bei den Handyfotos sieht man, dass echte Fotoapparate eine ganz andere Hausnummer sind. Da frage ich mich unwillkürlich, warum Adobe sein Photoshop-Flaggschiff nun auch zum Bearbeiten von Handyfotos empfiehlt...

Ist es Ende Mai dort nicht schon zu heiß?

Martin

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #6 am: 2015-09-26 11:06:07 »
Die Fotos von meiner Kollegin sind mit einem Tablett gemacht. Die Qualität der Smartphone-Kemeras kann inzwischen fast mit der der kleinen Pocket-Knipsen mithalten, welche damit wohl vom Aussterben bedroht sind.

Das Handy macht halt nur einfache JPGs. Wenn bei starkem Sonnenschein der Himmel weiß wegbricht, kann man zu Hause in der Nachbearbeitung auch nichts mehr dagegen tun. Da ist man auf intelligente Software auf dem Aufnahmegerät angewiesen. Die „professionelle Ausstrahlung“ der Fotos meiner Kollegin hat ihr Samsung Tablett automatisch addiert.

Wenn du mit dem Flugzeug anreisen würdest, könntest du ja trotzdem in einem der Fahrzeuge vor Ort mitfahren. Vielleicht gibt es ja einen Zug/Bus, der von Montpellier Richtung Perpignan fährt. Von dort könnten wir dich abholen, bzw. wieder hinbringen. Alles eine Frage der Logistik.

Arno

Martin Lemke

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #7 am: 2015-09-26 11:23:07 »
Bahnfahren hasse ich nun wieder ;-)

Wir werden eine Lösung finden, wenn es konkret wird.

Martin

Michael Schäfer

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #8 am: 2015-09-26 13:20:47 »
Zitat
Das Dorf vermietet auch zwei bessere Ferienwohnungen, in die z.B. Familien ziehen könnten.

Der Flori freut sich schon! Aber nur, wenn die Eveline auch mit kommt  :)

Gruß
Micha
Meine neusten Foto-Projekte zeigen Springspinnen aus Rhodos und Spanien .

Sylvia Voss

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #9 am: 2015-09-26 21:34:24 »
Ach ja, ich fand die Bemerkung mit den unvorsichtigen Spinnen und den Behältern auch klasse ;)

Und wenn ich könnte, würd ich ja sofort wieder in meine geliebten Pyrenäen aufbrechen... schön! Und sogar Eresus war bei diesem Abstecher dabei! Neid! Ich will die endlich auch mal finden! (dabei habe ich so tolle Ecken in Brandenburg, wo die sein müssten... hier auf der Insel könnte es denen auch super gehen aber da wurden die noch nicht erblickt)

Danke Arno, bin schon gespannt auf die Bilder all der weiteren Spinnen die sich zufällig in Deine Behälter verirrt haben ;)
LG
Sylvia

Eveline Merches

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #10 am: 2015-09-27 16:37:20 »
Zitat
Der Flori freut sich schon! Aber nur, wenn die Eveline auch mit kommt  :)

Dann sag ihm mal, dass die schon heftig überlegt. Ein Termin Ende Mai ist grenzwertig. Im Juni kann ich gar nicht. Als wir dieses Jahr Mitte Mai in Barcelona waren war es ziemlich heiß, aber wir hatten ja auch einen Ausnahme-Sommer. Anhand der Bilder könnte ich mir aber vorstellen, dass wir eher in etwas höheren Lagen unterwegs sein werden, da passen dann auch die Temperaturen.

Ich habe nach Zug und Flug geschaut, da ich auf keinen Fall mit dem Auto fahren werde. Zug dauert mir zu lange, also bleibt der Flug nach Montpellier. Oder ich fahre bei irgendjemanden im Auto mit. Da würde ich mich als Zwischenstopp anbieten, sodass man am nächsten Morgen weiterfahren kann. Ich weiß aber nicht, ob das ein Option für potentielle Autofahrer ist.
Wenn doch, gilt das Angebot auch, wenn ich nicht mitfahre.

liebe Grüße
Eveline
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #11 am: 2015-09-27 16:55:13 »
Hallo Eveline,

wäre natürlich schön, wenn du mitkommen würdest. Ich hatte diesen Gedanken auch schon mal durchgespielt und herausgefunden, dass Altötting fahrtzeitlich kaum einen Vorteil gegenüber z.B. Weimar brächte. Aber danke für das Angebot und mal sehen, wie sich das entwickelt.

Natürlich will und soll niemand so eine lange Fahrt alleine stemmen. Aber, wenn jeder für sich plant, gehen die Vorteile einer gemeinsamen Autofahrt verloren. Ich würde erst mal bis Ende des Jahres warten, einen konkreten Termin finden und dann schauen, wer alles mitfährt. Dann kann man planen, wer wie mit dem Auto fährt. Verständlicherweise ist die Anreise per Flugzeug für Leute aus Lübeck oder Berlin wegen der großen Entfernung bzw. dem schnellen Zugang zum Flughafen sehr viel attraktiver.

Ich kann solche Strecken gerne auch mit dem Auto fahren (nicht unbedingt die ganze Strecke :o). Ein Plus sind die französischen Autobahnen, die sich wegen des Tempolimits bei 130 km/h sehr entspannt – fast stressfrei fahren lassen.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #12 am: 2015-09-28 19:28:20 »
Ausgesprochen häufig zu finden dort unten: Nomisia aussereri. Die Art ist dort so häufig, wie hierzulande D. lapidosus in einem Kalksteinbruch und in etwa auch so groß. Unter großen Steinen in günstiger Lage konnte man bis drei Weibchen finden, die ihre Kokons bewachten.

Zu dem attraktiven Xysticus-Mann (hatte ich oben schon mal gezeigt) habe ich das Weibchen leider nicht mehr gefunden.

Ein weißer Heriaeus. Die Gattung habe ich bisher etwas vernachlässigt und unser Wiki ist hier auch noch recht mager bebildert. Ich hoffe, ich bekomme sie reif.

Diese kleine (nur etwa 5–6 mm) Arctosa-Art lebte in einem Flussbett. Kann sein, es ist lacustris, die wir auf Sardinien schon einmal gefunden hatten.

... und ein Outtake zum Heriaeus-Foto.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #13 am: 2015-10-07 23:37:48 »
Weitere Bilder:

1. Eine kleine Eratigena-Art, die dort häufiger zu finden war.
2. Das subadulte Weibchen zum Männchen von oben. Die Art lebte im Geröll von Bergflüssen. Bin gespannt was es ist.
3. Ebenfalls häufiger unter Steinen in trockenen Lebensräumen gefunden: Poecilochroa cf. albomaculata

Arno

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #14 am: 2015-10-08 23:37:41 »
Diese Dysdera-Art habe ich häufiger gefunden, im Eichen-Buschwald aber auch an einem Haus im Dorf. Sie wird ziemlich groß (das fotografierte Exemplar ist schon > 1cm) und hat lange Cheliceren. Sie gehört zur Kategorie der „Unterschieber“, d.h. sie stößt mit beiden Cheliceren seitlich unter den Panzer der Asseln und beißt von unten in die Hüftsegmente.

Leider war kein Männchen dabei und die Jungtiere sehen alle nicht danach aus, als würden sich Männchen entwickeln.

Sorry, dass es immer wider der langweilige Kalkstein ist, aber nachdem ich einen Fotoabend ergebnislos in den Sand gesetzt hatte (auch mit Assel-Beute blieben die Spinnen nicht ruhig), habe ich wieder auf die bewährte Methode mit Stein im Wasser zurückgreifen müssen.

Arno

Tobias

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #15 am: 2015-10-09 16:00:53 »
Tolle Bilder. Falls du sie mal dabei erwischst, wie sie eine Assel frisst und dabei den Fotoapparat zur Hand hast, wäre das ein tolles Bild fürs Wiki und auch eine schöne Dokumentation des Verhaltens (es muss auch nicht perfekt sein  :P). Wie schnell geht das eigentlich? ich habe dazu überhaupt keine Vorstellung der Dynamik (z.B. wie schnell sich die Spinne dabei bewegt).

Tobias

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #16 am: 2015-10-09 18:21:36 »
Interessanter Weise sind sie beim Angriff immer blitzschnell (alle Dysdera). Sie ertasten vorher sehr vorsichtig und oft nur oberflächlich und beißen dann stoßartig zu. Ich denke, es geht darum, unter den Panzer zu kommen, bevor er auf den Boden gedrückt wird, bzw. bei Rollasseln zuzubeißen, bevor sie sich zusammenrollen. Und das Umgehen der klebrigen Sekrete der Asseln scheint auch ein Grund zu sein.

Die Arten mit den kurzen Cheliceren scheinen sogar noch schneller/zackiger im Angriff zu sein.

Ich kann das mal versuchen, habe ja mehrere Tiere, die ich auch durchbrigen will.

Arno

John Osmani

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #17 am: 2015-10-11 15:21:29 »

Klasse Bilder und schöner Bericht! Danke dafür Arno!

In den Pyrinäen soll es ja auch eine Falltürspinnenart geben-hast du davon was mitgekriegt?

LG John

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #18 am: 2015-10-11 21:59:57 »
Ich habe einen einzigen Deckel gefunden (habe aber auch nicht so richtig die Zeit gehabt danach zu suchen). Die Ausgrab-Aktion verlief zunächst vielversprechend, ich fand aber nach einer halben Stunde nichts. Entweder es ging noch tiefer oder ich hatte einen abzweigenden Gang verpasst.

Das ganze fand gegen 23 Uhr statt und zu allem Überfluss wurschtelte sich dann auch noch eine Horde Wildschweine durchs Unterholz, was mich dazu veranlasste, schleunigst zum Auto zurückzugehen und mich in dieses zu setzen. Ich war völlig allein, ein ganzes Stück vom Ort entfernt. Es war keine ganz entspannte Situation ;)

Arno

Martin Lemke

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #19 am: 2015-10-12 01:44:58 »
Das sind ja geradezu anekdotische Einblicke in Arnos Exkursionsleben; Schwein gehabt! Nie im Leben hätte ich 30 Minuten Geduld für so etwas aufgebracht. Zumal zu dieser Uhrzeit.

Martin

John Osmani

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #20 am: 2015-10-16 07:51:04 »
Ich habe einen einzigen Deckel gefunden (habe aber auch nicht so richtig die Zeit gehabt danach zu suchen). Die Ausgrab-Aktion verlief zunächst vielversprechend, ich fand aber nach einer halben Stunde nichts. Entweder es ging noch tiefer oder ich hatte einen abzweigenden Gang verpasst.

Das ganze fand gegen 23 Uhr statt und zu allem Überfluss wurschtelte sich dann auch noch eine Horde Wildschweine durchs Unterholz, was mich dazu veranlasste, schleunigst zum Auto zurückzugehen und mich in dieses zu setzen. Ich war völlig allein, ein ganzes Stück vom Ort entfernt. Es war keine ganz entspannte Situation ;)

Arno

Klasse Einsatz Arno! :-) Die Wildschweine waren sicher auch sehr verwundert ;-)

Schade das du das Tier nicht gefunden hast-ich denke es war eine Nemesia-Art

LG John

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #21 am: 2015-11-20 15:24:02 »
Diese hübsche große Pardosa hat sich jetzt als P. morosa entpuppt ...



Arno

Arno Grabolle

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Re: Südfrankreich (Ostpyrenäen)
« Antwort #22 am: 2016-10-23 22:47:06 »
Die blasse Alopecosa hat nun einen Namen: A. laciniosa.


Alopecosa-laciniosa_Quéribus_16-10_01-male.jpg
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Ein frisch gehäutetes Weibchen hatte ich von dort mitgebracht, ein Jungtier entwickelte sich zum Männchen und häutete sich erst jetzt im September reif. In den tiefer liegenden Kalk-Vorbergen der Pyrenäen schien die Art gar nicht selten zu sein.

Die Verbreitung der Art scheint auf Südfrankreich und Spanien begrenzt zu sein. Warum zeigt unser Wiki auch Italien als Verbreitungsgebiet an und Araneae nicht?

Arno