Autor Thema: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack => Odiellus spinosus  (Gelesen 1678 mal)

Martin Lemke

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Fundort:
Am Fuß eines gemauerten Zaunpfeilers vor verwildertem Vorgarten mitten in der Stadt.

Funddatum:
04.10.2009

Besondere Merkmale
* Kräftiger Dreizack (Foto 2)
* Dunkler "Lidschatten" (innerer Augenring)
* Sattelzeichnung ohne signifikante Einkerbung
* Gesamtlänge 7,10 mm
* Wenig Tuberkeln:
** lediglich einige wenige vor dem Dreizack
** und ein bis zwei Reihen Tuberkeln zum Körperende hin (Foto 3)

Auf was muss ich nun achten?

Martin
« Letzte Änderung: 2009-10-27 21:03:26 von Lars Friman »
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Lars Friman

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #1 am: 2009-10-20 13:55:41 »
Moin Martin,
den müsstest Du aber hin bekommen . Wenn Du die Arten abziehst,
die nicht in Frage kommen, bleibt eigentlich nur eine etwas pummelige
Art übrig. Die Art soll aber nicht übermäßig häufig in Deutschland vorkommen.
Grüße
Lars Friman
« Letzte Änderung: 2009-10-20 17:58:07 von Lars Friman »

Martin Lemke

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #2 am: 2009-10-20 21:19:46 »
Wenn Du die Arten abziehst, die nicht in Frage kommen, bleibt eigentlich nur eine etwas pummelige
Art übrig.

So sieht es vielleicht für den Experten aus. In meinen Augen kommt keines der ähnlichen Arten aus Hays Buch in die engere Wahl. Und von denen, die nicht enthalten sind, kenne ich nur L. dentiger; der ist es aber anscheinend auch nicht. Übrig bleibt bei meinem Kenntnisstand 0.

Dein Rätsel hilft mir also nicht weiter.

Martin
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Lars Friman

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #3 am: 2009-10-20 21:46:22 »
Moin Martin,

also er ist nicht klein (KL > 7 mm) und er hat mächtige 3Zähne (und das reicht), also kommen nicht in Frage:
Lophopilio palpinalis (kennst Du, ist mit 4 mm viel zu klein und die Apophysen, nee!)
Oligolophus tridens (na ja, aber: mit mäßig kleinen 3Zähnen viel zu schwach besetzt)
Oligolophus hanseni (auch schwach an 3Zahn, recht klein und zudem meistens dunkel blauviolett)
Paroligolophus agrestis (kennst Du, kommt also nicht in Frage)
Lacinius dentiger (kennst Du auch, Augenhügel hoch und mit langen, spitzen Tuberkeln, also nix)
Lacinius horridus (kennst Du so-wie-so, mehr als eine haarige Sache, also auch nix)
Lacinius ephippiatus (na ja, sehr interessant, aber 3Zahn viel, viel zu schwach, "nicht wirklich" zutreffend)
? Wie viele ("normale") deutsche 3Zähner bleiben nach Blick/Komposch (2004) übrig? => 1

Grüße
Lars Friman  

P.S. Du hast recht, die Fotos in Wijnhoven (2009) sind nicht besonders nützlich,
da sie - vermutlich wegen Druckkosten - viel zu klein geraten sind.  
« Letzte Änderung: 2009-10-20 21:51:58 von Lars Friman »

Martin Lemke

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #4 am: 2009-10-20 23:56:47 »
Wie viele ("normale") deutsche 3Zähner bleiben nach Blick/Komposch (2004) übrig? => 1

Diese Frage kann ein Experte vielleicht mal eben beantworten. Ich bin aber kein Experte und weiß nicht, wieviele Arten einen Dreizack haben.

In Hays Buch hat Odiellus spinosus einen sehr kräftigen Dreizack und Hays Sattelzeichnung kommt meinem Fund auch recht nahe (Größe passt auch, ebenso "relativ korte poten"), aber ich finde, dass er in der Dorsalansicht von den Tuberkeln her nicht passt.

Martin
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Lars Friman

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #5 am: 2009-10-21 09:36:13 »
Moin Martin,
es ist aber ein Odiellus spinosus.
Grüße
Lars Friman

Martin Lemke

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #6 am: 2009-10-21 10:20:40 »
es ist aber ein Odiellus spinosus.

Das wäre dann der Erstnachweis für Schleswig-Holstein. Das Tier habe ich während des Dienstes eingesackt, als ich tatsächlich mal ein Röhrchen Alk dabei hatte -- meistens habe ich das nicht.

Und zudem eine Art, die wir noch nicht im Wiki haben. Wenn ich mit meinem Determinationsrückstau durch bin, finde ich hoffentlich Zeit, mich dem zu widmen.

Martin
« Letzte Änderung: 2009-10-21 10:23:23 von Martin Lemke »
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Lars Friman

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #7 am: 2009-10-21 13:04:11 »
Ist jetzt im WIKI
Lars Friman

Martin Lemke

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #8 am: 2009-10-22 00:48:28 »
Was mich noch ein wenig stutzig macht: Hays Buch verstehe ich so, dass die Art in Dünenbiotopen vorkommt. Da passt mein synthroper Fundort irgendwie nicht wirklich hinein. Kann aber auch sein, dass ich Hay falsch verstanden habe. Meine Niederländischkenntnisse sind nicht so besonders gut. In was für Biotopen hast Du diese Art bisher gefunden?

Danke, dass Du den Wikiartikel auf den Weg gebracht hast. Ich habe im Moment etwas viel um die Ohren. Und unser Gemeinschaftsartikel muss ja auch mal fertig werden. Die Daten von Aloys sind inzwischen da.

Jetzt muss ich mich erstmal in die BfN-Vorgaben zum Erstellen Roter Listen einarbeiten (98 Seiten) und gleich anschließend Gefährdungsabschätungen für meine Funde erstellen. Dafür habe ich insgesamt kaum mehr als 2-3 Wochen Zeit während der ich auch noch beruflich arbeiten muss.

Martin
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Lars Friman

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Re: 7,10 mm mit kräftigem Dreizack
« Antwort #9 am: 2009-10-22 13:00:22 »
Moin Martin,
Hay hat es schon richtig für NL angegeben. Ich finde auch die meisten O. spinosus auf
sonnigen Wegeböschungen ("Unkraut", trocken, sandig), wo sie aber i.d.R. schwer zu
erkennen sind. Die wenigen (?) auffälligen/zufälligen O. spinosus-Exemplaren sitzen
allerdings gut sichtbar an hellen Garagenwänden.
Grüße
Lars Friman