Autor Thema: Japan im Spätsommer  (Gelesen 2258 mal)

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Japan im Spätsommer
« am: 2016-09-22 09:35:08 »
Ende August hatte ich noch einmal Gelegenheit, mir die Spinnenfauna Japans ein bisschen genauer anzuschauen. Die meiste Zeit verbrachten wir wieder in Tokyo, wo sich die arachnologischen Exkursionen auf den schon früher vorgestellten Stadtpark beschränkten, diesmal aber mit einer richtigen Kamera. Es war interessant, wie sich das Artenspektrum verändert hatte. Die im Mai so auffallend häufige Phintella abnormis war nur noch als Jungtier vertreten, dafür gab es einige Phintella versicolor zu sehen. Auch die Nephila-Jungtiere waren bereits erwachsen und meistens als Pärchen zu finden. Insgesamt war die Artenvielfalt war für eine Grossstadt wieder enorm, auch wenn sich die spannendsten Arten des Frühlingsbesuchs natürlich nicht mehr sehen liessen. Wenn man bedenkt, dass der Park in Meguro-City liegt, wo die Bevölkerungsdichte mit mehr als 18.000 Einwohnern pro Quadratkilometer selbst die dichtestbesiedelten Bezirke von London oder Berlin übertrifft, ist das besonders beeindruckend.

Für ein paar Tage waren wir auch in Shimoda, einem historischen Hafenstädtchen etwa zwei Stunden südlich von Tokyo, wo sich ein paar ergänzende Funde ergaben (auf den Felsen am Strand gab es Heteropoda venatoria und, bis in die Spritzwasserzone, eine noch unbestimmte Springspinnenart, zusammen mit Unmengen von Krabben und Klippenasseln, und in der Vegetation darüber einige der grössten Nephila-Exemplare, fast doppelt so gross wie in Tokyo).

ShimodaBeach2016.jpg
*ShimodaBeach2016.jpg (742.42 KB . 800x800 - angeschaut 323 Mal)

Die Spinnenfotos warten noch auf ihre Bearbeitung; hier erst einmal eine kleine Übersicht der entomologischen Beifänge zur Einstimmung. Viele Formen sind auch von zuhause vertraut, aber ein tropischer Einschlag ist nicht zu übersehen. Für mich, der ich diesen Sommer in Manchester vergeblich nach Pfauenaugen oder dem Kleinen Fuchs Ausschau gehalten habe, waren vor allem die zahlreichen Schwalbenschwänze eine Freude (bei etwa 34 Grad im Schatten aber nicht leicht zu fotografieren). Und dann waren da natürlich die allgegenwärtigen Singzikaden, deren "Gesang" mich an eine Mischung aus Zahnarztbohrer und Kreissäge erinnert, vor allem, wenn sie meinen, bei Sonnenaufgang vor dem Schlafzimmerfenster musizieren zu müssen.

SelectedInsectsTokyoShimoda2016.jpg
*SelectedInsectsTokyoShimoda2016.jpg (749.22 KB . 800x800 - angeschaut 342 Mal)
SelectedInsectsTokyoShimoda2016_2.jpg
*SelectedInsectsTokyoShimoda2016_2.jpg (741.08 KB . 800x800 - angeschaut 349 Mal)

Das Foto der Tigermücke (Aedes albopictus) entstand, bevor ich wusste, dass diese Art nicht nur Gelbfieber überträgt, sondern auch Dengue- und Zikaviren. Da relativiert sich die Gefahr von Spinnenbissen dann doch ein wenig...

Beste Grüsse,
Rainer

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #1 am: 2016-09-22 09:52:38 »
Das ist ja klasse, auhja bitte mehr!!!!

Mit wem warst du denn dort?

LG,
Jonathan

PS: Vllt solltest du im Winter mal nach Japan? Dann erübrigen sich die Zikaden!
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Jörg Pageler

  • Gast
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #2 am: 2016-09-22 13:16:20 »
Hallo Rainer,

super Zusammenstellungen! Ich wurde sofort an das tolle Buch "Das Leben der Insekten" von Mitsuhiko Imamori erinnert (Link zu Amazon). Kennst Du das? Ist sehr sehenswert!

Viele Grüße,
Jörg

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #3 am: 2016-09-22 17:00:28 »
Hallo Jonathan,
Es war eine Familienreise. Einen Besuch im Winter habe ich schon überlegt - mal schauen, ob sich das verwirklichen lässt. Stiller ist es dann sicher, aber vielleicht auch weniger exotisch?

@Jörg,
Dieses Buch habe ich noch nicht gesehen. Aber in den grossen Buchhandlungen in Tokyo habe ich beim Stöbern in der Insektenabteilung (die gibt es da wirklich!) ein paar von Imamoris anderen Werken entdeckt. Ich erinnere mich vor allem an das Museum of Butterflies und das Museum of Stag Beetles. Beide sehr schön gemacht, aber man kann leider nicht den ganzen Koffer mit Büchern vollpacken: es muss ja noch Platz für die lokalen Leckereien bleiben :). Selbst auf "Exceptionally beautiful eyes", ein ganzes Buch nur über Springspinnen, musste ich schweren Herzens verzichten...

Beste Grüsse,
Rainer
« Letzte Änderung: 2016-09-26 10:25:23 von Rainer Breitling »

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #4 am: 2016-09-26 10:51:06 »
Die häufigste und auffälligste Spinne im Spätsommer war mit Sicherheit Nephila clavata, die in jedem Park und selbst in der innenstädtischen Strassenbegrünung in grosser Zahl zu finden war. Männchen und Weibchen waren bereits ausgewachsen und hatten nach einer Reifezeit von bloss etwa 4 Monaten eine eindrucksvolle Grösse erreicht, zu gross für ein Makroobjektiv.

Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2182S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2182S.jpg (196.59 KB . 800x600 - angeschaut 309 Mal)
Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2093S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2093S.jpg (140.05 KB . 800x600 - angeschaut 293 Mal)

In den meisten Netzen waren sie als Pärchen zu finden, das Männchen immer etwas höher als das Weibchen sitzend, und Bauch-an-Bauch auf der anderen Seite des Netzes oder im Barrierenetz.

Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1758_2S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1758_2S.jpg (318.55 KB . 800x600 - angeschaut 298 Mal)
Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1767S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1767S.jpg (301.71 KB . 800x600 - angeschaut 296 Mal)

Das Männchen scheint tagelang im Netz des Weibchens auszuharren; da ist ein kleiner Imbiss zwischendurch natürlich willkommen:

Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1707S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_1707S.jpg (218.79 KB . 800x600 - angeschaut 298 Mal)

Der Grössenunterschied der Geschlechter war übrigens viel weniger extrem als ich es erwartet hatte, und vor allem in der Spannweite standen die Männchen ihrer Partnerin kaum nach. Das war vor allem bei der Paarung zu beobachten. Dafür begab sich das Männchen auf die Netzseite des Weibchens, und näherte sich von hinten oben, betastete sie vorsichtig am ganzen Körper und kroch dann seitlich zwischen den Hinterbeinen auf die Bauchseite. Die beiden Tiere blieben einige Minuten in Kontakt, dann löste sich das Männchen plötzlich und zog sich wieder nach oben zurück, manchmal halbherzig vom Weibchen verfolgt. Kurz darauf ging das Spiel dann wieder von vorne los. Alles ganz entspannt und ohne die fast paranoide Vorsicht, die man bei anderen Spinnenmännchen oft bemerkt.

Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2316S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2316S.jpg (316.47 KB . 800x600 - angeschaut 298 Mal)
Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2318S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2318S.jpg (346.6 KB . 800x600 - angeschaut 294 Mal)
Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2336S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2336S.jpg (394.57 KB . 800x600 - angeschaut 292 Mal)

Im letzten Foto sieht man übrigens auch ein kleines Argyrodes-Jungtier, so winzig, dass ich es erst auf dem Foto entdeckte. Im Gelände hatte ich es noch für einen Lichtreflex gehalten...

Auch wenn die meisten Netze nur ein Pärchen enthielten, war das durchaus nicht immer der Fall. Nicht selten konnte man in der Peripherie des Barrierenetzes ein zweites Männchen entdecken, der dort auf seine Chance lauerte, und im Extremfall bemühten sich gleich vier Männchen um ein besonders stattlich gebautes Weibchen. Wie sie diesen Konflikt am Ende regeln, habe ich nicht beobachten können, aber ganz friedlich scheint es dabei nicht zuzugehen, wie man an der auffallend reduzierten Beinzahl der Konkurrenten erkennen kann.

Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2341S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2341S.jpg (406.56 KB . 800x600 - angeschaut 303 Mal)
Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2346S.jpg
*Nephilidae_NephilaClavata_IMG_2346S.jpg (348.82 KB . 800x600 - angeschaut 291 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #5 am: 2016-09-26 11:05:46 »
hallo Rainer,

das sind ja klasse Beobachtungen! Nephila scheint auch recht hohe Dichten auszubilden, oder?

Der Grössenunterschied der Geschlechter war übrigens viel weniger extrem als ich es erwartet hatte, und vor allem in der Spannweite standen die Männchen ihrer Partnerin kaum nach.

Das überrascht mich jetzt auch, zumal diese beiden Fotos ganz andere Verhältnisse zeigen:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/1/14/Nephila-clavata-f-eating-and-2-m.jpg/800px-Nephila-clavata-f-eating-and-2-m.jpg
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/19/Nephila-clavata-female-sevenlegs-Enoshima-2.jpg

Da das Opisthosoma auch ganz anders gemustert ist, vermute ich fast, dass du was anderes erwischt hast.

LG,
Jonathan
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #6 am: 2016-09-26 11:27:07 »
Hallo Jonathan,

Die Individuendichte ist nicht ganz so extrem wie bei Larinioides sclopetarius, das heisst die Netze berührten sich nicht, aber an geeigneten Stellen waren sie sehr zahlreich. Auf dem Strassenschild, an dem das erste Foto entstand, waren zum Beispiel etwa 8 Netze  gleichmässig verteilt.

Bei der Bestimmung bin ich mir recht sicher, aber ich habe eine andere Erklärung für den fehlenden Grössenunterschied vorzuschlagen. Es war noch ganz früh in der Paarungszeit (selbst ein paar subadulte Weibchen waren zu finden), und ich vermute, dass trächtige Weibchen nochmal ganz erheblich an Grösse und Volumen zulegen. Wenn die Männchen auch nach der Paarung das Netz bewachen, könnte das vielleicht die Internetfotos erklären.

Beste Grüsse,
Rainer

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #7 am: 2016-09-26 15:24:43 »
Hallo Rainer,

Es war noch ganz früh in der Paarungszeit (selbst ein paar subadulte Weibchen waren zu finden), und ich vermute, dass trächtige Weibchen nochmal ganz erheblich an Grösse und Volumen zulegen.

Genau das hatte ich auch schon im Kopf, aber die Beinspannweite müsste ja dieselbe bleiben. Selbst die ist auf den Wiki-Links sehr verschieden, und bei deinen Fotos wie du schon sagtest nur minimal. Irgendwie bin ich verwirrt, aber andere Arten scheint es ja in Japan nicht zu geben, oder?

Lg,
jonathan
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #8 am: 2016-09-26 16:54:35 »
Hallo Jonathan,

Es könnte sein, dass die Grösse bei dieser Art ganz besonders stark variiert. Tanikawa zeigt in seinem hübschen Fotobuch zu den japanischen Radnetzspinnen ein Bild, wo die Grössenverhältnisse ganz ähnlich sind, wie bei den von mir gesehenen Exemplaren.

Eine andere Erklärung wäre natürlich, dass die Männchen frühreif sind, und in manchen der Bilder ein subadultes Weibchen bewachen (zum Beispiel in dem Foto, wo sie sich die Biene teilen; dort sind sie ja wirklich fast gleich gross, nicht nur in der Spannweite). Aber dass ein Männchen mit einem subadulten Tier so hartnäckig und überzeugend kopulieren würde, wie in der gezeigte Fotoserie, halte ich für ausgeschlossen. In den Fotos sieht man übrigens links im Hintergrund einen Häutungsrest; das Weibchen ist also frisch gehäutet, perfekt für eine Paarung.

Beste Grüsse,
Rainer

PS: Und nein, eine andere Art kommt tatsächlich nicht in Frage, das habe ich nochmal überprüft.

Eveline Merches

  • Kerngruppe
  • ******
  • Beiträge: 3580
  • Altötting, Südostbayern, TK 7742-3
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #9 am: 2016-09-26 21:07:58 »
Hallo Rainer,
tolle Reihe, schöne beeindruckende Bilder. Schade, dass wir die Art nicht im Wiki führen, Deine Bilder müssten sonst unbedingt da rein.

liebe Grüße
Eveline
Ahme den Gang der Natur nach. Ihr Geheimnis ist Geduld.

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #10 am: 2016-09-27 09:43:35 »
Ein Nebeneffekt der Nephila-Häufigkeit war das Auftreten von diversen araneophagen und kleptoparasitischen Arten, die vor nicht allzu langer Zeit alle gemeinsam in der Gattung Argyrodes untergebracht waren. Was sie ausser der Lebensweise gemeinsam haben, ist vor allem die für Vertreter der Kugelspinnen ganz seltsame Körperform.

Argyrodes bonadea war mir als Jungtier durch die geringe Grösse beinahe entgangen, aber kurz vor der Abreise liess sich doch noch ein ausgewachsenes Männchen sehen. Nicht viel grösser, aber immerhin eindeutig zu identifizieren durch die Färbung, Form und die typisch bizarre Kopfregion.

Theridiidae_Argyrodes_IMG_2359S.jpg
*Theridiidae_Argyrodes_IMG_2359S.jpg (328.35 KB . 800x600 - angeschaut 253 Mal)
Theridiidae_ArgyrodesBonadea_IMG_2544S.jpg
*Theridiidae_ArgyrodesBonadea_IMG_2544S.jpg (284.76 KB . 800x600 - angeschaut 263 Mal)

Während A. bonadea den ganzen Tag in den Nephila-Netzen verbringt, waren die beiden anderen Arten nur nachts zu finden, auf der Jagd im Gebüsch. Zum einen war Rhomphaea sagana sehr häufig, die ich im Mai beim Verzehr eines Nephila-Jungtiers beobachtet hatte, und deren Variabilität der Körperform mich zuerst zweifeln liess, ob hier wirklich nur eine einzige Art vorliegt.

Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2192S.jpg
*Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2192S.jpg (131.76 KB . 800x600 - angeschaut 251 Mal)
Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2195S.jpg
*Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2195S.jpg (252.61 KB . 800x600 - angeschaut 252 Mal)
Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2212S.jpg
*Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2212S.jpg (295.77 KB . 800x600 - angeschaut 253 Mal)
Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2207S.jpg
*Theridiidae_RhomphaeaSagana_IMG_2207S.jpg (284.79 KB . 800x600 - angeschaut 250 Mal)

Und schliesslich war da noch Ariamnes cylindrogaster. Ebenfalls nur nachts zu finden und tagsüber vermutlich durch die leuchtend grüne Farbe hervorragend getarnt. Das extrem verlängerte Opisthosoma ist flexibel und lässt selbst die schlankeste Tetragnatha plump aussehen.

Theridiidae_AriamnesCylindrogaster_IMG_2307S.jpg
*Theridiidae_AriamnesCylindrogaster_IMG_2307S.jpg (236.46 KB . 800x600 - angeschaut 254 Mal)
Theridiidae_AriamnesCylindrogaster_MG_2295S.jpg
*Theridiidae_AriamnesCylindrogaster_MG_2295S.jpg (126.73 KB . 800x600 - angeschaut 244 Mal)

Ich nehme an, dass diese beiden Arten gemeinsam ihren Teil dazu beitragen, dass auch die Nephila-Weibchen regelmässig beinamputiert in ihren Netzen sitzen.

Beste Grüsse,
Rainer

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #11 am: 2016-09-27 09:55:09 »
Wow Klasse Rainer!!!

Wenn ich das richtig verstanden habe, leben die letzten beiden Arten gar nicht in den Netzen selbstständig und "machen den Ero" ? Diesen langen Rattenschwanz halte ich für sehr riskant, da doch ja die Spinne, die ich angreifen will, schnell reinbeissen könnte.

Lg,
Jonathan
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Armen Seropian

  • **
  • Beiträge: 329
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #12 am: 2016-09-27 09:57:27 »
Hallo, Rainer!
Great report, very interesting to read! Keep it on!  :)

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #13 am: 2016-09-27 10:08:31 »
Wenn ich das richtig verstanden habe, leben die letzten beiden Arten gar nicht in den Netzen selbstständig und "machen den Ero" ? Diesen langen Rattenschwanz halte ich für sehr riskant, da doch ja die Spinne, die ich angreifen will, schnell reinbeissen könnte.

Ja, die beiden Arten scheinen tatsächlich eine Mimetiden-artige Strategie zu verfolgen. Der Rattenschwanz von Ariamnes hat vermutlich defensive Aufgaben gegenüber tagaktiven Fressfeinden. Die Beutetiere kommen ja auch bei Ero nur seltenst dazu zurückzubeissen. Die eigentliche Jagd konnte ich allerdings nicht beobachten, weiss also nicht, wie Ariamnes und Rhomphaea das nun genau anstellen.

Beste Grüsse,
Rainer

Armen Seropian

  • **
  • Beiträge: 329
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #14 am: 2016-09-27 10:20:16 »
Here's an article about hunting behavior of Argyrodes and Ariamnes. It's said, that "Ariamnes is only known to catch spiders and flies on its own
web, while Rhomphaea ventures onto foreign webs to capture prey" http://www.americanarachnology.org/JoA_free/JoA_v15_n3/%20JoA_v15_p355.pdf

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #15 am: 2016-09-27 10:45:55 »
Kann denn Ariamnes den Schwanz aktiv bewegen/krümmen? Auch als Vogel kann ich dort doch prima zupacken.
Auch interessant, dass das soweit hinter den Spinnwarzen noch weiter geht und dass die damit das Netz nicht zerstören :).

LG,
Jonathan
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #16 am: 2016-09-27 12:02:50 »
Thanks, Armen, very interesting. I guess in the first photo one can even see the sticky capture thread that is mentioned in the article. With this strategy the dangers for the spider are probably less severe than if trying to get at prey in their own webs.

@Jonathan: Ja, sie können den Schwanz in der Tat aktiv krümmen. Es wurde sogar einmal vorgeschlagen, dass sie damit Spannerraupen imitieren. Ich denke aber, es handelt sich vor allem um eine Form der Tarnung, ganz so wie bei Tetragnatha oder Tibellus. Das Netz von Ariamnes scheint sehr reduziert zu sein, so dass sich die Spinne nicht selber in die Quere kommt :)

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #17 am: 2016-09-28 16:09:32 »
Wie schon bei früheren Japan-Reisen war ich auch diesmal beeindruckt von der Artenvielfalt in der Gattung Cyclosa. Diesmal fand ich gleich 5 verschiedene Arten, davon alleine 4 im Stadtpark in Tokyo. Die Unterschiede im Netzbau, der Form des Stabiliments und wohl auch im Microhabitat scheinen stabil zu sein; manche Arten habe ich jetzt schon über Jahre immer an der gleichen Hecke gefunden, und auch immer in der gleichen Position in ihrem Netz.

Cyclosa argenteoalba immer mit dem Kopf nach oben, immer ohne Stabiliment.

Araneidae_CyclosaArgenteoalba_IMG_1915S.jpg
*Araneidae_CyclosaArgenteoalba_IMG_1915S.jpg (434.27 KB . 800x600 - angeschaut 242 Mal)

Cyclosa sedoculata dagegen kopfabwärts, und vor allem bei den älteren Tieren unter einer ausgeprägten Sammlung diverser Futterreste.

Araneidae_CyclosaSedoculata_IMG_1573S.jpg
*Araneidae_CyclosaSedoculata_IMG_1573S.jpg (307.53 KB . 800x600 - angeschaut 248 Mal)

Cyclosa japonica baut nur halbherzige Stabilimente, ohne Müllsammlung, dafür gleich eine Vielzahl in alle Richtungen, und dann sitzt sie da schräg dazwischen und kann sich nicht so recht entscheiden, ob sie nun nach oben oder unten schauen soll.

Araneidae_CyclosaJaponica_IMG_2154S.jpg
*Araneidae_CyclosaJaponica_IMG_2154S.jpg (225.82 KB . 800x600 - angeschaut 247 Mal)

Cyclosa octotuberculata treibt es auf die Spitze und versteckt sich inmitten ihrer Futterreste so erfolgreich, dass ich erst beim Blick auf das Foto entscheiden konnte, ob da wirklich eine Spinne im Netz sitzt, und selbst dann musste ich noch ein paarmal genau hinschauen, bis ich die einzelnen Körperteile korrekt zugeordnet hatte.

Araneidae_CyclosaOctotuberculata_IMG_2077S.jpg
*Araneidae_CyclosaOctotuberculata_IMG_2077S.jpg (270.38 KB . 800x600 - angeschaut 242 Mal)

Und schliesslich war da noch Cyclosa vallata, ebenfalls eine aktive Müllsammlerin, bei der besonders schön zu sehen war, wie sehr die Spinnen ihre Sammlung wertschätzen. Nach einem Regenguss musste das Tierchen sein Netz neu konstruieren; das Stabilimentum blieb aber unangetastet, und als der Bau fertig war, hätte man nicht mehr erkennen können, dass es sich hier um ein Recyclingprodukt handelt.

Araneidae_CyclosaVallata_IMG_1941S.jpg
*Araneidae_CyclosaVallata_IMG_1941S.jpg (324.82 KB . 800x600 - angeschaut 242 Mal)
Araneidae_CyclosaVallata_IMG_2056S.jpg
*Araneidae_CyclosaVallata_IMG_2056S.jpg (315.23 KB . 800x600 - angeschaut 243 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer

Jonathan Neumann

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 5567
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #18 am: 2016-09-29 00:26:06 »
Hallo Rainer,

Das wird ja immer besser!

Wenn ich das richig verstanden habe:
Einige Arten kommen direkt nebeneinander vor, an der gleichen Hecke? Oder meintest du damit unterschiedliche Hecken (eine Art pro Hecke)?

LG,
jonathan
CHAENA MONNA MOKOPUNG aus Afihla Majantja Vol 3.

Tinto von Matsieng, eines meiner Lieblingslieder

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #19 am: 2016-09-29 07:34:40 »
Eine Art pro Hecke :) Jetzt wo ich den Satz nochmal lese, sehe ich, dass man das tatsächlich missverstehen kann. C. argenteoalba an der Nordseite des Parks in recht schattiger Lage, C. sedoculata sonniger, neben dem Schildkrötenteich.
Beste Grüße,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #20 am: 2016-10-03 09:51:59 »
Und weiter geht's, mit den restlichen Radnetzspinnen. Insgesamt war die Vielfalt und Individuenzahl im Vergleich zu Nephila clavata und den Cyclosa-Arten sehr begrenzt. Aber ein paar Tiere liessen sich doch finden.

Zum Beispiel der elegant gezeichnete Araneus pentagrammicus:

Araneidae_AraneusPentagrammicus_IMG_1610S.jpg
*Araneidae_AraneusPentagrammicus_IMG_1610S.jpg (270.83 KB . 800x600 - angeschaut 209 Mal)

In Shimoda gab es auch Argiope amoena, die in Tokyo auf der Roten Liste steht. Leider war das einzige zugängliche Tier schon ein bisschen beschädigt:

Araneidae_ArgiopeAmoena_IMG_2357S.jpg
*Araneidae_ArgiopeAmoena_IMG_2357S.jpg (299.42 KB . 800x600 - angeschaut 211 Mal)

Ebenfalls in Shimoda die neon-grüne Neoscona mellotteei (selbst in ihrem Netz im Grün der Sträucher nicht immer auf den ersten Blick zu entdecken):

Araneidae_NeosconaMellotteei_IMG_2217S.jpg
*Araneidae_NeosconaMellotteei_IMG_2217S.jpg (311.57 KB . 800x600 - angeschaut 207 Mal)

Und dann war da noch die viel zurückhaltendere Neoscona subpullata, die sich nur nachts im Netz blicken liess. Die Art soll auf die Küstenregionen beschränkt sein, was zum Fundort an der Strasse zum Strand passen würde.

Araneidae_NeosconaSubpullata_IMG_2281S.jpg
*Araneidae_NeosconaSubpullata_IMG_2281S.jpg (331.94 KB . 800x600 - angeschaut 205 Mal)
Araneidae_NeosconaSubpullata_IMG_2285S.jpg
*Araneidae_NeosconaSubpullata_IMG_2285S.jpg (254.69 KB . 800x600 - angeschaut 207 Mal)

Nur der Vollständigkeit halber zeige ich auch noch dieses parasitenbefallene Araneiden-Exemplar. Vielleicht eine junge Neoscona scylla? Aber das ist pure Spekulation.

UnknownAraneidae_IMG_2082S.jpg
*UnknownAraneidae_IMG_2082S.jpg (261.67 KB . 800x600 - angeschaut 207 Mal)

An Tetragnathiden gab es nachts in Shimoda ein Pärchen der grossen Tetragnatha praedonia. Leider zog sich das Männchen bei der ersten Störung unzugänglich hinter das Netz zurück, und das Weibchen war zu gross für die Makrolinse... Aber es scheint keine ernsten Verwechslungsarten zu geben.

Tetragnathidae_TetragnathaPraedonia_IMG_2289S.jpg
*Tetragnathidae_TetragnathaPraedonia_IMG_2289S.jpg (44.36 KB . 800x600 - angeschaut 205 Mal)

Viel farbenprächtiger, tagaktiv und weniger kamerascheu war dafür Leucauge blanda, ein weiterer Shimoda-Fund, der den etwas tropischeren Einfluss in dieser Gegend bestätigt. Im ersten Bild sitzt das Tier im halbfertigen Netz, wo die Nabe noch vollständig ist. Im zweiten Foto ist das Netz fertig, die erste Beute bereits gefangen, und die Nabe ist Tetragnatha-typisch ausgebissen. Schön zu sehen sind auch die charakteristischen Trichobothrien auf den Femora des 4. Beinpaares.

Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2121S.jpg
*Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2121S.jpg (41.32 KB . 800x600 - angeschaut 206 Mal)
Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2144S.jpg
*Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2144S.jpg (49.04 KB . 800x600 - angeschaut 205 Mal)
Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2234S.jpg
*Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2234S.jpg (47.55 KB . 800x600 - angeschaut 208 Mal)
Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2241S.jpg
*Tetragnathidae_LeucaugeBlanda_IMG_2241S.jpg (44.08 KB . 800x600 - angeschaut 205 Mal)

Und zum Abschluss noch eine cribellate Radnetzspinne, mit einem besonders prachtvollen Stabiliment: Octonoba sybotides, aus dem Stadtpark in Tokyo, wo die Art auch im Mai recht häufig war:

Uloboridae_OctonobaSybotides_IMG_1591S.jpg
*Uloboridae_OctonobaSybotides_IMG_1591S.jpg (323.71 KB . 800x600 - angeschaut 208 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer

Armen Seropian

  • **
  • Beiträge: 329
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #21 am: 2016-10-03 18:52:54 »
Great pictures and interesting text!
Octonoba has won my heart - as far as I know there is Octonoba yesoensis in my country, but still I was not able to find the species.

Eckhart Derschmidt

  • ****
  • Beiträge: 1171
    • Meine Spinnenfotos auf pbase
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #22 am: 2016-10-07 14:49:48 »
Hallo Rainer,
da haben wir uns knapp verpasst, ich bin schon am 23. August wieder zurück geflogen.
Leider war meine spinnenmäßige Ausbeute diesmal - auch taifunbedingt - eher unspektakulär (und harrt noch der Aufarbeitung).
Meine Japan-Spinnen früherer Aufenthalte gibts hier zu sehen: http://www.pbase.com/ekke/japanspiders
LG, Eckhart

Arno Grabolle

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 14437
    • mein g+
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #23 am: 2016-10-08 10:24:32 »
Hallo Eckhart,

es ist immer schön, solche Exoten zu sehen. Aber auch ein deiner Sammlung scheinen die Netzspinnen zu dominieren ...

Wenn mit Labulla die Linyphiiden-Gattung gemeint ist, dann ist diese Art hier falsch bezeichnet. Das sollte eine Amaurobide bzw. Amphinectidae sein.

Arno

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #24 am: 2016-10-08 12:54:12 »
Hallo Eckhart,

Deine Bildersammlung war mir bei meinen Bestimmungsversuchen schon mehrmals sehr hilfreich. Wir scheinen da ja recht ähnliche Ecken besucht zu haben. Das Taifun-Wetter hat allerdings auch bei unserem Besuch manchmal dazwischengefunkt. Einmal hatte es aber auch positive Konsequenzen: Beim Versuch, den Balkon Taifun-sicher zu machen, fand sich unter den Blumenkästen eine kleine Kolonie von Oecobius navus:

Oecobiidae_OecobiusNavus_IMG_1927S.jpg
*Oecobiidae_OecobiusNavus_IMG_1927S.jpg (191.42 KB . 800x600 - angeschaut 172 Mal)

Ein paar Nicht-Netzspinnen gab es übrigens auch. Deren Aufarbeitung erfolgt hoffentlich in den kommenden Tagen.

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #25 am: 2016-10-10 13:21:31 »
Bevor die Nicht-Netzspinnen an die Reihe kommen, hier nochmal ein paar Netzbauer.

Eine sehr individuenreiche Gruppe waren die Achaearanea-Verwandten. Da ich wie immer keine Belegexemplare gesammelt habe, und nur Fotos im natürlichen Lebensraum gemacht habe, sind die Bestimmungen in diesem Fall besonders unsicher. Vielleicht haben die Experten ja noch die eine oder andere Korrektur anzubieten.

Besonders hübsch war Parasteatoda japonica, die inmitten ihrer auffallend grossen Netze meist in einem aufgerollten getrockneten Blatt versteckt zu finden war.

Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1633S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1633S.jpg (292.41 KB . 800x600 - angeschaut 158 Mal)

Manchmal mussten aber auch nur ein paar spärliche Pflanzenreste als Tarnkappe herhalten, was das Fotografieren ein bisschen einfacher machte.

Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1742S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1742S.jpg (50.81 KB . 800x600 - angeschaut 157 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaJaponicaIMG_1575S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaJaponicaIMG_1575S.jpg (47.59 KB . 800x600 - angeschaut 156 Mal)

Nur das Netz kam dabei immer in die Quere, so dass eine echte Nahaufnahme nur selten möglich war.

Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1570S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaJaponica_IMG_1570S.jpg (271.71 KB . 800x600 - angeschaut 156 Mal)

Eine zweite Art, die häufig im Stammbereich der Parkbäume zu finden war und auf Ameisenbeute spezialisiert zu sein schien, habe ich mit Vorbehalt als Parasteatoda culicivora identifiziert. Ob alle Exemplare auf den Bildern zu dieser Art gehören, wage ich aber nicht zu sagen.

Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1900S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1900S.jpg (248.04 KB . 800x600 - angeschaut 157 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1929S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1929S.jpg (315.69 KB . 800x600 - angeschaut 157 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1603S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1603S.jpg (222.13 KB . 800x600 - angeschaut 160 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1788S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_1788S.jpg (63.5 KB . 800x600 - angeschaut 155 Mal)

Vor allem bei diesem Pärchen, das gemeinsam im Netz sass, bin ich mir mit der Bestimmung nicht ganz sicher.

Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2097S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2097S.jpg (280.22 KB . 800x600 - angeschaut 157 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2103S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2103S.jpg (317.94 KB . 800x600 - angeschaut 158 Mal)
Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2100S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaCulicivora_IMG_2100S.jpg (311.65 KB . 800x600 - angeschaut 155 Mal)

In Shimoda fand ich ausserdem noch ein Weibchen bei der nächtlichen Kokonpflege, das ich für Parasteatoda tepidariorum halten möchte:

Theridiidae_ParasteatodaTepidariorum_IMG_2278S.jpg
*Theridiidae_ParasteatodaTepidariorum_IMG_2278S.jpg (67.12 KB . 800x600 - angeschaut 161 Mal)

Wie gesagt, Kommentare und Korrekturen zu den Bestimmungsversuchen sind jederzeit willkommen.

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #26 am: 2016-10-11 09:18:11 »
Und hier noch die letzten Netzspinnen-Nachträge, der Vollständigkeit halber, auch wenn sie wenig spektakulär sind, und vor allem den Eindruck bestätigen, dass Japan arachnofaunistisch doch nicht ganz so exotisch ist, wie man zunächst annehmen möchte.

Da gab es zum Beispiel Dictyna felis, die sich auf den ersten Blick kaum von den mitteleuropäischen Arten der Gattung unterscheidet und auch eine ganz ähnliche Lebensweise wie z.B. D. uncinata zu haben scheint, mit Netzen auf grünen Blättern.

Dictynidae_DictynaFelis_IMG_1979S.jpg
*Dictynidae_DictynaFelis_IMG_1979S.jpg (363.4 KB . 800x600 - angeschaut 145 Mal)
Dictynidae_DictynaFelis_IMG_2603S.jpg
*Dictynidae_DictynaFelis_IMG_2603S.jpg (361.68 KB . 800x600 - angeschaut 140 Mal)

Die einzige Linyphiide der diesjährigen Reise war Neriene oidedicata, ein ganz unauffälliges Tierchen in einer Nische eines Steinmäuerchens im Park. Interessant die Ameisenbeute, die mir sonst bei Linyphiiden noch nicht untergekommen war.

Linyphiidae_NerieneOidedicata_IMG_1985S.jpg
*Linyphiidae_NerieneOidedicata_IMG_1985S.jpg (231.81 KB . 800x600 - angeschaut 146 Mal)

Bei den Ageleniden war Agelena silvatica wieder sehr häufig, aber interessanter war der Fund einer Allagelena opulenta, die ihr Netz ganz frei auf einem Blatt gebaut hatte, ganz ohne Trichter und Versteckmöglichkeiten.

Agelenidae_AllagelenaOpulenta_IMG_2248S.jpg
*Agelenidae_AllagelenaOpulenta_IMG_2248S.jpg (364.33 KB . 800x600 - angeschaut 145 Mal)

Und schliesslich noch Tegecoelotes corasides, ein subadultes Männchen auf nächtlicher Wanderung am Swimmingpool. Eine Ähnlichkeit mit typischen Coelotes-Arten kann ich hier nur schwer sehen...

Agelenidae_TegecoelotesCorasides_IMG_2226S.jpg
*Agelenidae_TegecoelotesCorasides_IMG_2226S.jpg (291.18 KB . 800x600 - angeschaut 142 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #27 am: 2016-10-13 12:16:19 »
Und nun zu den Nicht-Netzbauern. Interessant war nicht nur, welche Arten zu finden waren, sondern auch welche Gruppen fehlten. Nur ein einziges Linyphiiden-Exemplar zu sehen, war ja schon auffällig, im Vergleich zur herbstlichen Linyphia-Schwemme in Europa. Und Wolfspinnen fehlten völlig. Vielleicht hätte man dafür tiefer im Unterholz stöbern müssen oder auch mal Laubstreu durchwühlen. Aber auch andere Gruppen waren im Vergleich zum Besuch im Mai auffallend spärlich vertreten. Zum Beispiel fand ich nur einen einzigen Oxyopes sertatus, ein schwerversehrtes Weibchen.

Oxyopidae_OxyopesSertatus_IMG_1989S.jpg
*Oxyopidae_OxyopesSertatus_IMG_1989S.jpg (328.18 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)

Die Philodromiden hatten ebenfalls nur Nebensaison. Ein junger Philodromus auricomus huschte wie ein bleiches Gespenst über das Brückengeländer, und auch von Tibellus japonicus liess sich nur ein Einzelexemplar auftreiben.

Philodromidae_PhilodromusAuricomus_IMG_1608S.jpg
*Philodromidae_PhilodromusAuricomus_IMG_1608S.jpg (331.53 KB . 800x600 - angeschaut 130 Mal)
Philodromidae_TibellusJaponicus_IMG_2635S.jpg
*Philodromidae_TibellusJaponicus_IMG_2635S.jpg (288.17 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)

Ein einzelnes Weibchen von Dolomedes sulfureus bewachte noch seine frisch geschlüpfte Brut, an genau derselben Stelle, wo schon im Mai ein Exemplar auf den Sumpfgräsern sass, und dank Zugangsverbot genauso schwierig zu fotografieren.

Pisauridae_DolomedesSulfureus_IMG_1646S.jpg
*Pisauridae_DolomedesSulfureus_IMG_1646S.jpg (456.2 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)

Ein einzelnes schon etwas älteres Jungtier aus der Nachbarschaft würde ich mit Vorbehalt ebenfalls zu dieser Art stellen wollen, aber vielleicht hat ja noch jemand einen besseren Vorschlag.

Pisauridae_Dolomedes_IMG_1892S.jpg
*Pisauridae_Dolomedes_IMG_1892S.jpg (332.59 KB . 800x600 - angeschaut 126 Mal)

Heteropoda venatoria war dagegen wieder regelmässig zu finden, fernab von menschlichen Behausungen. Bei dem Männchen handelt es sich um das oben erwähnte Tier aus den Klippen von Shimoda.

Sparassidae_HeteropodaVenatoria_IMG_2191S.jpg
*Sparassidae_HeteropodaVenatoria_IMG_2191S.jpg (77.36 KB . 800x600 - angeschaut 128 Mal)
Sparassidae_HeteropodaVenatoria_IMG_2265S.jpg
*Sparassidae_HeteropodaVenatoria_IMG_2265S.jpg (115.81 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)

Im Park in Tokyo gab es dagegen die ähnlich grosse und noch etwas eleganter gezeichnete Sinopoda forcipata, die vor dem Taifun (also bei etwas erhöhter Luftfeuchtigkeit) am hellichten Tag am Dolomedes-Tümpel zu finden war. Ein vorbeirennender Jogger unterbrach die Fotosession, und danach war das Tier leider nicht mehr aufzufinden. Erstaunlich bei dieser Grösse...

Sparassidae_SinopodaForcipata_IMG_1642S.jpg
*Sparassidae_SinopodaForcipata_IMG_1642S.jpg (79.36 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #28 am: 2016-10-13 13:15:25 »
Krabbenspinnen war auch diesmal in bunter Vielfalt zu finden.

Ein junger Coriarachne fulvipes-Mann hatte sich ins Netz einer Nephila clavata verirrt, schien dort aber kein grösseres Aufsehen zu erregen.

Thomisidae_CoriarachneFulvipes_IMG_1638S.jpg
*Thomisidae_CoriarachneFulvipes_IMG_1638S.jpg (51.28 KB . 800x600 - angeschaut 125 Mal)

Ein schwerbeschädigtes Diaea subdola-Männchen bestätigte den allgemeinen Trend, dass kaum ein Tier ohne Beinverlust den Herbst erreicht. Das war diesmal wirklich auffällig.

Thomisidae_DiaeaSubdola_IMG_2089S.jpg
*Thomisidae_DiaeaSubdola_IMG_2089S.jpg (78.38 KB . 800x600 - angeschaut 122 Mal)

Ein Highlight war auch bei diesem Besuch Oxytate striatipes, eine der grössten Krabbenspinnen der Gegend und besonders fotogen und gar nicht kamerascheu.

Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_1748S.jpg
*Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_1748S.jpg (441 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)
Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_2090S.jpg
*Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_2090S.jpg (355.12 KB . 800x600 - angeschaut 125 Mal)
Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_2594S.jpg
*Thomisidae_OxytateStriatipes_IMG_2594S.jpg (61.3 KB . 800x600 - angeschaut 124 Mal)

Thomisus labefactus schien sowohl in Tokyo wie auch in Shimoda Paarungszeit zu haben und sich in beiden Geschlechtern auf Wanderschaft zu begeben. In der klassischen Blütenlauerstellung habe ich kein Tier gefunden, sondern alle beim Klettern, gerne auch nachts an Laternenpfählen.

Thomisidae_ThomisusLabefactus_IMG_2069S.jpg
*Thomisidae_ThomisusLabefactus_IMG_2069S.jpg (49.46 KB . 800x600 - angeschaut 124 Mal)
Thomisidae_ThomisusLabefactus_IMG_2288S.jpg
*Thomisidae_ThomisusLabefactus_IMG_2288S.jpg (95.99 KB . 800x600 - angeschaut 128 Mal)

Ein ganz besonderer Fund war Ebelingia kumadai, eine kleine Spinne, die sich gerne an Baumstämmen unter der Rinde zu verstecken scheint und wohl aus diesem Grund lange übersehen wurde. Schon im Feld war klar, dass es sich hier um eine Art handeln muss, die in Mitteleuropa wohl keine näheren Verwandten hat (auch wenn sie bei der Erstbeschreibung vor 30 Jahren erstmal zu Misumenops gestellt wurde).

Thomisidae_EbelingiaKumadai_IMG_1971S.jpg
*Thomisidae_EbelingiaKumadai_IMG_1971S.jpg (363.3 KB . 800x600 - angeschaut 126 Mal)
Thomisidae_EbelingiaKumadai_IMG_1960S.jpg
*Thomisidae_EbelingiaKumadai_IMG_1960S.jpg (158.26 KB . 800x600 - angeschaut 127 Mal)
Thomisidae_EbelingiaKumadaiIMG_1957S.jpg
*Thomisidae_EbelingiaKumadaiIMG_1957S.jpg (131.47 KB . 800x600 - angeschaut 128 Mal)

Ich finde, diese Art ist ein gutes Beispiel, dass man bei Spinnen manchmal genau hinschauen muss, um die subtile Ästhetik ihrer Zeichnung wirklich schätzen zu können.

Beste Grüsse,
Rainer

Rainer Breitling

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 1658
Re: Japan im Spätsommer
« Antwort #29 am: 2016-10-13 16:25:17 »
Und schliesslich waren da noch die Springspinnen, manche davon sehr vertraut aus Europa.

An der Küste von Shimoda gab es zum Beispiel Tiere, die ich nur als Asianellus festivus einordnen konnte. Ob das so stimmt? In diesem tropisch feuchten Klima hatte ich die Art eigentlich nicht vermutet.

Salticidae_AsianellusFestivus_IMG_2136S.jpg
*Salticidae_AsianellusFestivus_IMG_2136S.jpg (75.16 KB . 800x600 - angeschaut 123 Mal)
Salticidae_AsianellusFestivus_IMG_2156S.jpg
*Salticidae_AsianellusFestivus_IMG_2156S.jpg (61.54 KB . 800x600 - angeschaut 122 Mal)

Auch Carrhotus xanthogramma (im weiteren Sinne) war wieder zu sehen, wenn auch nicht so häufig wie bei früheren Besuchen.

Salticidae_CarrhotusXanthogramma_IMG_1854S.jpg
*Salticidae_CarrhotusXanthogramma_IMG_1854S.jpg (62.54 KB . 800x600 - angeschaut 122 Mal)
Salticidae_CarrhotusXanthogramma_IMG_2165S.jpg
*Salticidae_CarrhotusXanthogramma_IMG_2165S.jpg (65.79 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)

Und nach dem Taifun kam Hasarius adansoni in die Wohnungen, sowohl in Tokyo als auch in Shimoda. Ob es da einen Zusammenhang gibt?

Salticidae_HasariusAdansoni_IMG_2552S.jpg
*Salticidae_HasariusAdansoni_IMG_2552S.jpg (57.08 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)
Salticidae_HasariusAdansoni_IMG_2576S.jpg
*Salticidae_HasariusAdansoni_IMG_2576S.jpg (55.73 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)

Eine weitere vertraute Gattung war Myrmarachne, die sehr zahlreich und formenreich vertreten war. Ich nahm zuerst an, es müsse sich hier um mindestens vier verschiedene Arten handeln, denke aber inzwischen, dass es doch nur zwei waren.

Zum einen gab es ein Einzelexemplar, das ich zu Myrmarachne inermichelis stellen möchte, auch wenn es in den Büschen verschwand, bevor ein ordentliches Foto möglich war.

Salticidae_MyrmarachneInermichelis_IMG_2022S.jpg
*Salticidae_MyrmarachneInermichelis_IMG_2022S.jpg (60.32 KB . 800x600 - angeschaut 119 Mal)

Die anderen Tiere stelle ich trotz ihrer Farbenvielfalt alle zu der Art, die in der japanischen Literatur als Myrmarachne elongata bezeichnet wird, auch wenn sie wohl nicht artgleich mit der afrikanischen Art dieses Namens ist. Die Unterschiede zu Myrmarachne formicaria sind subtil, aber letztere soll weniger zahlreich sein und eher nördlich verbreitet.

Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_1735S.jpg
*Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_1735S.jpg (71.81 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)
Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_1803S.jpg
*Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_1803S.jpg (67.57 KB . 800x600 - angeschaut 120 Mal)
Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_2008S.jpg
*Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_2008S.jpg (63.9 KB . 800x600 - angeschaut 117 Mal)

Kurios war ein Exemplar, das sich mit nur vier Beinen durchs Leben schlug. Die Tatsache, dass es sich davon machte, bevor ich ein scharfen Foto machen konnte, beweist, dass selbst so ein extremer Verlust nicht unbedingt eine fatale Behinderung sein muss.

Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_2015S.jpg
*Salticidae_MyrmarachneElongata_IMG_2015S.jpg (305.61 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)

Ein paar exotischere Arten gab es aber auch zu sehen. Zum Beispiel meinen Favorit Siler cupreus (=S. vittatus), der dem Fotografen immer so freundlich zuwinkt.

Salticidae_SilerCupreus_IMG_2115S.jpg
*Salticidae_SilerCupreus_IMG_2115S.jpg (65.85 KB . 800x600 - angeschaut 120 Mal)

Und die knuddelige Rhene atrata, Männchen und Weibchen.

Salticidae_Rhene_IMG_1777S.jpg
*Salticidae_Rhene_IMG_1777S.jpg (59.55 KB . 800x600 - angeschaut 119 Mal)
Salticidae_RheneAtrata_IMG_1630S.jpg
*Salticidae_RheneAtrata_IMG_1630S.jpg (63.9 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)
Salticidae_RheneAtrata_IMG_2598S.jpg
*Salticidae_RheneAtrata_IMG_2598S.jpg (79.71 KB . 800x600 - angeschaut 116 Mal)

Die im Mai häufige Phintella abnormis war nur noch als winzigstes Jungtier zu finden.

Salticidae_PhintellaAbnormis_IMG_1599S.jpg
*Salticidae_PhintellaAbnormis_IMG_1599S.jpg (60.75 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)
Salticidae_PhintellaAbnormis_IMG_2086S.jpg
*Salticidae_PhintellaAbnormis_IMG_2086S.jpg (69.07 KB . 800x600 - angeschaut 119 Mal)

Dafür gab es die auffallend gezeichnete Phintella versicolor. Eine echte Plage für den Fotografen, denn diese Art scheint eine besondere Abneignung gegen Blitzlicht zu haben, und schon der Vorblitz reichte aus, um jedes Tier in Millisekundenschnelle aus der Fokusebene davonspringen zu lassen. Die Temperaturen über 30 Grad taten das Ihre, alle Bewegungen zu beschleunigen, was gerade bei den Salticiden-Fotos deutlich zu merken ist.

Salticidae_PhintellaVersicolor_IMG_2585S.jpg
*Salticidae_PhintellaVersicolor_IMG_2585S.jpg (313.66 KB . 800x600 - angeschaut 114 Mal)
Salticidae_PhintellaVersicolor_IMG_2586S.jpg
*Salticidae_PhintellaVersicolor_IMG_2586S.jpg (61.58 KB . 800x600 - angeschaut 116 Mal)

Und schliesslich gab es noch ein besonderes Highlight, die bereits im ersten Beitrag versprochene Springspinne von den Küstenfelsen Shimodas. Ich hatte Bedenken, dass sich so ein unauffälliges Tier nicht leicht identifizieren lässt, und dass es sich womöglich um eine triviale synanthrope Art handeln könnte, zumal auch Heteropoda venatoria die gleichen Felsen besiedelte. Aber die Sorgen waren unbegründet. Das auffällige weisse "Schwänzchen" ist charakteristisch: es handelte sich um eine Kolonie von Hakka himeshimensis, für die ich hier den inoffiziellen Trivialnamen Klippenspringer vorschlagen möchte. Die Art bewohnt tatsächlich ganz spezifisch die Felsen dicht über der Gezeitenzone und kommt bei Ebbe bis an den Rand der Gezeitentümpel, um dort nach Beute zu jagen. Gibt es ähnliche Spezialisten unter den Springspinnen Europas?

Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2257S.jpg
*Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2257S.jpg (431.53 KB . 800x600 - angeschaut 118 Mal)
Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2260S.jpg
*Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2260S.jpg (120.88 KB . 800x600 - angeschaut 117 Mal)
Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2262S.jpg
*Salticidae_HakkaHimeshimensis_IMG_2262S.jpg (93.77 KB . 800x600 - angeschaut 117 Mal)

Beste Grüsse,
Rainer