Autor Thema: Cheiracanthium spec., Sardinien  (Gelesen 1576 mal)

Arno Grabolle

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Cheiracanthium spec., Sardinien
« am: 2014-02-23 18:07:46 »
Ich finde hier nichts so richtig passendes ...

Gefunden in der Krautschicht an einer Straßenkreuzung, Bach und Feld in der Nähe, kein besonderes Biotop.

Arno

Jose Carrillo

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #1 am: 2014-02-24 00:58:09 »
Have you discarded C. virescens?

Regards

Arno Grabolle

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #2 am: 2014-02-24 08:34:37 »
hmm, no. But I'm not really happy with this species. I think there are some differences. Pierre has a collection of Ch. virescens.

Arno

Rainer Breitling

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #3 am: 2014-02-26 12:03:04 »
Hallo Arno,
Mein erster Eindruck war, dass die Epigyne der von Ch. erraticum recht ähnlich ist, auch wenn der Habitus so gar nicht passen will. Könnte es sich um ein frisch gehäutetes und noch nicht ausgefärbtes Exemplar handeln?
Beste Grüße,
Rainer

Arno Grabolle

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #4 am: 2014-02-26 19:38:48 »
Das ist gewiss kein frisch gehäutetes Exemplar (vom 2. Sammeltag auf Sardinien bis ins heimische Fotostudio hat sie eine Reise von mindestens einer Woche hinter sich). Und auch dann würde man eine Zeichnung sehen.

Ich habe das Gefühl, dass die Ch.-Epigynen alle recht uncharakteristisch sind, ähnlich und (nach den Zeichnungen) doch sehr variabel. Eine richtig sichere Bestimmung scheint mir da mit einem einzelnen Weibchen kaum möglich.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #5 am: 2016-12-30 16:45:24 »
Auch dieses Thema möchte ich noch einmal kurz aufwärmen, auch wenn ich nicht wirklich neue Erkenntnisse erwarte.

Ich habe noch mal ein geklärteres Bild der Apigyne/Vulva gemacht. Habitus und Genutalien sprechen für virescens. Ich habe also mal mit zwei Exemplaren verglichen, die ich in meiner Sammlung habe. Das Exemplar von Sardinien ist kleiner und wirkt zierlicher, der Kopf schmaler, die Cheliceren sind dadurch im Verhältnis zur Breite länger. Der entscheidende Unterschied liegt aber in der Bestachelung der Beine. Die Sardinin ist stärker bestachelt. Die Femora haben alle distal zwei Stacheln (bei virescens nur ein einziger Ausrutscher bei einem Exemplar Bein 3 links). Andere Abbildungen von virescens im Netzt haben auch keine Stacheln an den Femora. Noch signifikanter scheint aber ein Stachelpaar in der Mitte ventral an der Tibia 1. Das gibt es bei virescens nicht. Auch die anderen Beinpaare sind distal stärker bestachelt als bei virescens.

Ch. virescens habe ich hier in De. schon an Standorten gefunden, die ich wirklich nicht als besonders wärmebegünstigt bezeichnen würde, keine Steppen- oder Heidestandorte, eher normale Wiesen etc. Es wäre schon eine Extreme Habitatbreite, wenn die selbe Art dort auf Sardinien leben würde, zumal es innerhalb der Gattung ja offenbar viele „Alternativen“ gibt. Das halte ich auch aus diesen Gründen für eher unwahrscheinlich.

Cheiracanthium-spec_Sardinien-Fluminimaggiore_13-04_03-Epig-Vulva.jpg
*Cheiracanthium-spec_Sardinien-Fluminimaggiore_13-04_03-Epig-Vulva.jpg (143.41 KB . 1000x1332 - angeschaut 234 Mal)

Vielleicht hat ja jemand noch eine Idee ...

Arno

Simeon Indzhov

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Re: Cheiracanthium spec., Sardinien
« Antwort #6 am: 2018-08-03 20:05:03 »
Ohne wirklich etwas mehr als eine Spekulation zu sein, aber das Weibchen dazu, meist nach Fundort und Ausschlussprinzip? (Und nicht vergessen, Habitus)

Cheiracanthium virescens ist das nicht, die Art sollte eine zusätzliche Windung der Gänge haben sowie nach vorne gerichtete schlanke Verlängerungen der Spermatheken (laut Wolf, Reimoser und Heimer&Nentwig; Stergiu bildet wahrscheinlich nochmal elegans unter diesem Namen ab). Dazu ist die anteriore Atriumsklerotisation bei virescens gerundeter als hier.

Simeon