Autor Thema: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."  (Gelesen 1746 mal)

Simeon Indzhov

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...als letzter Satz in seinem letzten Post hier bezüglich Cybaeus. Jedoch hat es bei mir geklappt, nach mehr als einen Monat und zwei Häutungen ein reifes Männchen großzuziehen und sechs weitere Exemplare leben bei mir noch, wobei das Eine noch im August gesammelt wurde. Aber wie hat es geklappt?

Nach dem allerersten Misserfolg, bei dem ein Terrarium mit Moos und Erde eingerichtet wurde, entschied ich mich, das Fundhabitat der Spinnen möglichst nah zu schaffen. Deshalb wurden die drei beim Transport ungeschädigten Tiere von der August-Exkursion in drei Terrarien mit feuchtem Totholz gestellt - in einem großen (Durchmesser 13 cm und Höhe 13 cm wieder) und zwei kleinen (Schachtelchen mit Schraubendeckel mit DM um 2,5 cm und Tic-tac - Schachtel 5,5x4x1cm) . Das Tier im ersten Terrarium lebte bis Ende September und starb kurz nach einer Häutung, das zweite Tier wirde im großen Terrarium umgestellt und starb kurz darauf.

Am 1. Oktober wurden sechs Tiere im subsubadulten Instar von derselben Gegend gesammelt. Fünf davon bekamen Tictac-Schachteln
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Und das Sechste - ein Fliegenmadenbehälter mit DM um 3 cm mit querem Stück Totholz drin. Die Tictac-Schachteln wurden entweder liegend oder stehend gestellt, wobei einige Schachteln im Laufe der Zeit von vertikal zu liegend umgestellt wurden. Die Tiere machten kugelförmige oder tunnelförmige Netze seitlich, unter oder auf dem Totholz, wobei einige eine Zeit ohne Netze blieben.
In den ersten drei Terrarien wurden Collembolen freigelassen, aber das hatte sich bei den Tieren vom 1. Oktober als unnötig erwiesen. Das Futter bestand aus Stechmücken und Wintermücken, auch wurden jeder Spinne 1-2 Fliegenmaden gegeben. Die Beute wird entweder betastet und vorsichtig 1-2 mal gebissen oder, im Fall von Dipteren, die sich bewegen, auch schnell besprungen. Danach wird sie weggeschleppt. Die Tiere entfernen Beutereste und Exuvien sorgfältig vom Gespinst.

Zwischen den beiden Häutungen des Männchens hat es ungefähr drei Wochen gedauert, die genauen Daten schaue ich nochmals an.
Fortsetzung folgt
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Simeon

Simeon Indzhov

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #1 am: 2016-11-25 19:18:39 »
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Kugelgespinste des Tieres vom 14. August

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Gespinst oberhalb vom Totholz des subadulten Weibchens

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Fliegenmadenbehälter




Arno Grabolle

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #2 am: 2016-11-26 09:57:35 »
Oh, das habe ich gesagt? ... Das war 2010, das ist sehr lange her. Damals hatte ich noch nicht so viel Erfahrung mit dem Halten solcher feuchteliebenden Spinnen. Später hatte ich damit auch mehr Erfolg ;)

Aber schön, dass es geklappt hat. Meiner Erfahrung nach muss man in solch feuchten Milieus die Beutereste entfernen, weil diese sonst anfangen zu schimmeln. Oder war das kein Problem bei dir?

Gut, dass du das auch beobachtet hast: Manchmal bauen sie keine Netze und wenn sie Netze bauen, sind diese nicht sehr ausgeprägt (wesentlich weniger als bei Coelotinae) und wirken eher wie ein Unterschlupf. Deshalb habe ich überlegt, ob sie evtl. nachts das Netz verlassen und frei jagen.

Arno

Simeon Indzhov

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #3 am: 2016-11-26 12:12:07 »
Ich entferne die Beutereste in der Regel, wenn sie verschimmeln, aber manchmal werden diese geworfen an Stellen, wo ich sie nicht sehen kann. Bisher haben diese zu keinen Problemen geführt.

Ja, die Tiere gehen nachts auf Jagd, das war zu sehen im großen Terrarium wo das Tier schon anfangs ein Netz unter ein Rindenstück gebaut hatte. Nachts war die Spinne in der Regel draußen und lief herum, wenn ich die Lampe aus irgendwelchen Gründen gegen 3 Uhr zB anmachte.

Simeon

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #4 am: 2016-12-12 21:34:26 »
Da sich das Weibchen vom 1.10 überraschend als reif erwies, gelang mir eine Paarung mit dem ersten Männchen, das sich reifgehäutet hatte (inzwischen sind alle 5 vom 1.10 reif). Die Paarung selbst ist nichts Besonderes, also Weibchen zusammengekauert und Männchen darüber, in der Gegenrichtung stehend. Sie dauerte um 10-15 min und danach wurden die Beiden getrennt. Das Männchen bekam eine Schachtelchen von einer toten Amaurobius und ich konnte beobachten, dass es die nicht entfernten Beutereste (Goldfliegen), frisst.

Das Männchen in dem schwarzen Schachtel konnte sich problemlos trotz des stark verschimmelten Totholzes häuten und eine Weile auch leben. Es wurde jedoch im ursprünglichen Gefäß des ersten Männchens gestellt.

Simeon

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #5 am: 2017-01-18 09:55:20 »
Das Weibchen hat heute Morgen Eier in einem lockeren Gespinst an der Schachtelwand gelegt.
Simeon

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Re: Arno sagte: "Die Tiere sind also nichts fürs Terrarium."
« Antwort #6 am: 2017-01-19 13:30:28 »
...Hat sie jedoch am Abend entweder wieder gefressen oder umgestellt.
Simeon