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Kräuseljagdspinne breitet sich in Deutschland aus

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Arne Willenberg:
Hier ein Bericht über Zoropsis spinima. Abgebildet ist allerdings Pisaura mirabilis:
https://magazin.deine-tierwelt.de/kraeuseljagdspinne-deutschland/.

Arne

Arno Grabolle:
... ich habe mal einen Kommentar geschrieben. Komplett daneben ist der Artikel ja nicht, da gibt es wesentlich schlimmeres.

Arno

Martin Lemke:
Ein Kollege von mir erzählte von dem Artikel und als ich ihn haben wollte, hat er mir ihn aus dem Altpapier gefischt.

Ich habe ihm das mit der Pisaura auch gesagt und hinzugefügt, dass sei typisch für Zeitungsartikel.

Ich hätte da keinen Kommentar geschrieben, weil den Zeitungsleuten keine Ente zu peinlich ist, um Klicks zu fischen oder Lücken zu füllen; kurzum: Die sind an Berichtigungen gar nicht interessiert. Das haben wir hier unzählige Male schon diskutiert. So breit dieser Artikel gestreut wurde, hat der Urheber anscheinend gut damit verdient. Allein für ein Foto in der Zeitung bekam man vor 20 Jahren schon 50 Mark, das sind es jetzt bestimmt 100 €. Der Text wird nach Zeichen- oder Wortzahl abgerechnet – so genau weiß ich das nicht mehr. Der Wochespiegel war sicherlich nicht die einzige Lokalpostille, welcher der Artikel angeboten wurde.

Wenn man für so einen Artikel 100 € bekommt und ihn deutschlandweit 150 Lokalblättchen anbietet (der Wochenspiegel ist so ein kostenloses Anzeigenblättchen) und 5 greifen zu, hat man mit nicht viel Ahnung und nicht viel Arbeit 500 € verdient, geifen 10 % zu, hat man 1500 € verdient. Thats it.

Martin

Eveline Merches:
Na Martin, da hast Du aber ein optimistisches Bild von den Verdienstmöglichkeiten der Autoren. Ich weiß zufällig hier von jemanden, der für die Presse arbeitet. Das sind ganz arme Säue. Die werden tatsächlich nach Zeile bezahlt und das liegt bei ca. 50 Cent! Bilder werden nicht extra bezahlt und schon gar nicht in der Höhe. Die Werbeblättchen leben von Werbung und kämpfen ums Überleben, da darf ein Artikel ggf. nichts kosten. Deshalb fragen sie auch nicht bei den Experten nach, wo sie tatsächlich was zahlen müssten.

Der Autor hat das sicher "frei" recherchiert und herzlich wenig dafür bekommen. Für den Lohn steigert er sich auch nicht rein, um ein "richtiges" Foto zu bekommen. Ob ihm das peinlich ist, weiß ich nicht, aber ich denke schon, dass ihm ein Kommentar hilft. Aber es nützt der Allgemeinheit nichts, weil es ja keine Richtigstellung gibt.

Informationen sind mittlerweile nichts mehr wert, weil man sie überall umsonst bekommt. Wer hat denn noch eine Tageszeitung oder kauft sonst Zeitungen?
Ein großer Teil der Journalisten muss sich mit mehreren Nebenjobs über Wasser halten.

liebe Grüße
Eveline

Rainer Breitling:
Der Text des (fachlich korrekten) Artikels wurde doch nicht von einem freiberuflichen Journalisten verfasst, sondern von der Redakteurin bei deine-tierwelt.de (Aufgabengebiet: Contentmanagement & PR), und den Wochenblättchen mit aller Wahrscheinlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt; die Rechnung, auf diese Weise Besucher (=potentielle Kunden) auf die Seite zu locken, ist sicher aufgegangen.

Die falsche Abbildung kann man der Autorin auch nicht anlasten: dieses Foto wird weltweit von den Fotoagenturen als Bild der Kräuseljagdspinne angeboten, und es ist einfach schöner, als die Bilder der echten Z. spinimana.

Beste Grüsse,
Rainer

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