Autor Thema: Schmieden 09  (Gelesen 9270 mal)

Arno Grabolle

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Schmieden 09
« am: 2009-03-15 17:16:13 »
Hallo,

gestern war schönes Wetter angekündigt worden und ich habe mir extra ein Auto geborgt um eine schöne Ganztagesexkursion an einen Ort zu machen, dem man mit dem Zug schlecht erreichen kann. Das Wetter war dann doch nur mäßig, aber die Exkursion trotzdem sehr schön und sehr spannend.

Ich habe wieder mal die Trockenhänge um den klitzekleinen Ort Schmieden aufgesucht. Hier war ich sonst immer nur im Herbst (z.B. hier). Es ist immer wieder ein idylisches Erlebnis, dort aus dem Auto zu steigen und durch das Dorf richtung Hang zu gehen. Das Dorf ist nur über eine(!) einspurige(!!) Straße zu erreichen. Auf einer Streuobstwiese, die ich überqueren musste, wurde gerade Holz verbrannt. Neben dem Feuer stand ein Motorrad aus Nachkriegszeiten, an das man hinten eine Ladefläche angebaut hatte. Die Leute wunderten sich über mich, nickten mir zu und fuhren fort ihren Obstbaumverschnitt zu verbrennen.

Vormittag schien noch etwas die Sonne und ich durchsuchte die Bodenstreu und Steine an einem kleinen Hang, der schon fast in einen Kiefernwald übergeht. Ich fand vor allem kleine Linyphiiden, Hahnia, Aulonia, Oxyptila und die Schwesterart zur von Bastian neulich präsentierten Scotina celans, S. palliardii. Gegen Mittag zog sich der Himmel zu, es wurde frisch und ich dachte schon fast ans Heimfahren.

Etwas weiter talabwärts (auf der Karte rechts) stieg ich dann aber doch nochmal auf einen anderen Hang hinauf. Im Vorbeigehen drehte ich ein paar Steine um und staunte nicht schlecht über eine große helle, langbeinige „Kugelspinne“, die ich nicht zuordnen konnte. Da mir die Theridiiden und ihre Verwandtschaft nicht so geläufig sind, dachte ich mir erst mal noch nicht viel dabei. Allerdings fiel mir sofort auf, dass ich die Spinne auf den ersten Blick als Höhlenbewohner angesprochen hätte – die bleiche Farbe, das letargische Verhalten, die langen Beine ...

Zuhause dauerte es dann trotzdem noch eine ganze Weile und einige Suche in der Literaratur, bis mir dämmerte, dass ich zum ersten mal in meinem Leben eine Nesticidae (Höhlenspinne) vor mir hatte. Ich muss mir aber zugute halten, dass man ja nicht unbedingt damit rechnen kann, eine Höhlenspinne auf einem Trockenhang zu finden. Die Literatur bestätigt aber, dass die Art (Nesticus cellulanus) seltener auch in Geröllhalden gefunden wird.

Das Exemplar ist ein sa. Männchen mit lädiertem linken Pedipalpus und in unterernährtem Zustand. Es frisst aber jetzt schon hier im Gefäß. Es ist reichlich 4 mm lang.
Auch wenn in der Gegend um den Fundort schon einige Nachweise existieren und ich solche Geröllansammlungen schon seit Jahren regelmäßig durchsuche, habe ich die Art bisher noch nie gefunden.

Froh bin ich auch über den (Wieder)Fund einer sehr kleinen Dictynidae(?) als Männchen. Neben Altella biuncata und Lathys stigmatisata (die ich beide auch nachweisen konnte) scheint es eine dritte winzige (um 2mm) Kräuselspinne zu geben, denn zu keiner der beiden Arten passt das Männchen äußerlich. Ich hatte solch ein Exemplar vor zwei Jahren schon mal im Nachbartal gefangen, aber nicht genital bestimmt.

Die Bilder sprechen für sich oder der Dateiname hilft.

Arno

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #1 am: 2009-03-15 18:20:40 »
Inquilina ist eine sehr schöne Spinne. Diese Dictyna-Art, ob das vielleicht D. latens sein könnte [wahrscheinlich nicht -- das hätte man an die großen Chelicerae sehen können, sehe ich gerade in der Fotogalerie]? Die Linyphiid hat mich natürlich auch interessiert. Leider fehlt mir noch die Erfahrung um zu sagen, was das sein könnte. Auffällig, finde ich, ist der breite Kopf (im Mundbereich).

-K
« Letzte Änderung: 2009-03-15 18:51:54 von Kevin Pfeiffer »

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #2 am: 2009-03-15 21:40:13 »
Skuril wie der Embolus (nehme ich an) von Lathys stigmatisata einfach 'runterhängt, wie ein Telefonschnur (aus der Zeit wenn es noch Schnuren am Telefon gegeben hat)...



Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #3 am: 2009-03-15 21:53:14 »
Die Dictynide ist Brommella falcigera. Das Männchen ist 1,6 mm lang. In Deutschland sind nur 7 Nachweise der Art verzeichnet. Allerdings gibt es einen aus dem NachbarTK meines Fundes und da ich sie vor zwei Jahren ein TK weiter nördlich schon gefunden hatte, denke ich, dass die Art in der Gegend überall an den Hängen oder in den Kiefernwäldern zu finden ist.

Die Linyphiide ist etwas ganz bannales: Macrargus rufus (KL: 3,3 mm). Vor kurzem hatte ich das Weibchen der Art bestimmt. Hätte mir eigentlich auffallen müssen – die kräftigen Cheliceren hatte die auch.

Arno

Arno Grabolle

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Weitere Arten
« Antwort #4 am: 2009-03-17 23:41:50 »
1. In einem der Sammelgefäße entdeckte ich heute noch das Weibchen zur Brommella falcigera ... ich weiß nicht, als was ich sie mitgenommen hatte. Vielleicht als Hahnidae. Die beiden Familien sind bei diesen kleinen Arten kaum zu unterscheden. Körperbau, Augen und Behaarung ähneln sich sehr. Man beachte aber den im vergleich zu Hahnia flacheren Körper und die rel. langen Vorderbeine.

2. Die Bestimmung der vielen Hahnias, die ich mitgenommen hatte ergab eine weiter für mich neue Art: Hahnia candida (Zucker-Bodenspinne?). Das Grob-Sortierungs-Merkmal sollte der Abstand der Augen von der Vorderkante des Prosoma sein. Dieser soll bei der Artengruppe, zu der auch candida gehört, mehr als 2 x Durchmesser der vorderen SA betragen. Das Merkmal kann ich nicht ganz nachvollziehen. Die Epigyne stimmt aber und ein weiteres Merkmal scheint die Art zu charaktrisieren: eine kleine Borste distal auf der Unterseite der Metatarsi III und IV (siehe Bild).

3. Agroeca cuprea als Stereobild zum schielen.

Arno

Arno Grabolle

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Weitere Fotos
« Antwort #5 am: 2009-03-18 23:28:13 »
1. Die zweite winzige Dictynide aus den trockenen Kiefernwäldern und Hängen: Altella biuncata. Die ist sogar noch kleiner. Das Weibchen ist wohl kaum 1,5 mm lang.

2. Eine zierliche, schlanke Linyphiidae, die ich immer wieder im Moos oder unter Pflanzen auf den Hängen gefunden habe. Sie besitzt auffällige weißliche Flecken auf dem Opisthosoma.

3. Eine Ozyptila-Art (ich vermute ebenfalls pullata, wie am Ettersberg vor ein paar Wochen). Das Stereofoto ist vom Abstand her ziemlich gut gelungen. Diese 3D-Ansichten lohnen sich vor allem bei solchen monochromen Spinnen auf „Tarnuntergund“, weil sie dann erst dadurch den 3-dimensionalen Eindruck richtig sichtbar wird.

Ich will demnächst solche Fotos für Rot-Cyan-Brillen convertieren, damit man sie bequem betrachten, ohne schielen zu müssen. Falls jemand so eine Brille irgendwo hat, oder besorgen kann, kann er sie schonmal bereitlegen.

Arno

pfeiffer

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Re: Weitere Fotos
« Antwort #6 am: 2009-03-19 00:02:25 »
2. Eine zierliche, schlanke Linyphiidae, die ich immer wieder im Moos oder unter Pflanzen auf den Hängen gefunden habe. Sie besitzt auffällige weißliche Flecken auf dem Opisthosoma.

Hmmm, was spricht gegen Microlinyphia pusilla (Sundevall), for example? (Aber das hättest du gleich genannt, denke ich...)

-K

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #7 am: 2009-03-19 00:21:18 »
Hallo Kevin,

Ich habe mir den Pedipalpus noch nicht angeschaut und so gut kenne ich mich mit Linyphiiden nicht aus, um das so sehen zu können.

Habs mir mal in Aloys Galerie und in den SpiMi angeschaut ... ich denke eher nicht. Meine Spinne ist glaub ich nur halb so groß.

Arno

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #8 am: 2009-03-19 10:39:13 »
Meine Spinne ist glaub ich nur halb so groß.

Roberts nennt eine männliche Größe von 3-4mm für M. pusilla, also deine dürfte 1,5-2mm lang sein? Na, dann bin ich gespannt. Leider habe ich nur Roberts Bd. 2 hier bei mir in Ungarn und nicht 3 --- ich gehe davon aus, dass er so eine "alles anders als grau/schwarz" Art sicher abgebildet hätte. Nur ich kann mich an nichts (außer dem schon genannten Art) erinnern.

Mal sehen, dann was du für eine kleine schlanke (kleines, schlankes?) Linyphiid hast.

-K

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #9 am: 2009-03-19 23:56:01 »
Puhh, meine Linyphiide bereitet mir ganz schön Kopfzerbrechen. Ich kann diesen Pedipalpus einfach nicht finden, auch wenn ich den Eindruck habe, diesen langen Fortsatz schon einmal gesehen zu haben.

Nachdem ich jetzt den halben Abend mit Fotografieren und Suchen verbracht habe, muss ich erstmal aufgeben. Meine Ergebnisse bisher:

Das Männchen ist 2 mm lang. Die Seitenansicht zeigt einen etwas ausgeprägten Augenfügel. Der Pedipalpus ist mittelgroß und mäßig detailiert. Das auffälligste Merkmal ist ein sehr langer durchscheindender Fortsatz, der außen längs entlangläuft. Er endet spitz, wobei sich die Spitze scheinbar kurz unterhalb durch eine Art Hülle gebohrt zu haben scheint. Die „Hülle“ spaltet sich nach außen ab. Das ist nicht etwa ein Defekt oder so. Beide Seiten sehen so aus.

Nach der Beborstung der Beine und anderer nongenitaler Merkmale im Schlüssel der SpiMi gelange ich zu Poeciloneta, die aber sowohl genital, als auch habituell ausscheidet. Definiere ich den Femur I als nicht gleich lang wie Prosoma (was definitiv aber so ist), lande ich bei Centromerus. Das ist zwar eine große Gattung mit unterschiedlichen Arten, aber ich habe keine passende gefunden und die beiden Arten, die ich aus der Gattung kenne, haben auch ein anderes Erscheinungsbild.
[Hinweis: Eine der Borsten auf der Tibia IV ist auf den Fotos agebrochen, was mich auch erst in die Irre führte. Am andern Bein war sie aber noch dran -> siehe Dorsalfoto unteres Bein.]

Ich hoffe, ich habe am Samstag auch ein reifes Weibchen der Art dabei gehabt, oder ich finde bei nochmaligem Durchblättern des Roberts endlich die passende Zeichnung, sonst muss ich echt passen ...

Arno
« Letzte Änderung: 2009-03-19 23:59:21 von Arno Grabolle »

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #10 am: 2009-03-20 00:04:12 »
Ich glaube nicht, dass wir sowas im Roberts gesehen haben...   sehr interessant.

-K

Bastian Drolshagen

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Re: Schmieden 09
« Antwort #11 am: 2009-03-20 09:21:15 »
« Letzte Änderung: 2009-03-20 09:23:48 von Bastian Drolshagen »

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #12 am: 2009-03-20 09:49:17 »
Leptyphantes keyserlingi ;-)

In der Tat. Nachdem ich gestern das Robertsbuch mit ins Bett genommen habe, war Lepthyphantes schon ein Vermutung. Schön, Arno (und Bastian). Wir warten auf das Weibchen. :-)

-K

Aloys Staudt

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Re: Schmieden 09
« Antwort #13 am: 2009-03-20 10:22:26 »
Wir warten auf das Weibchen. :-)
-K

Vielleicht einfach mal hier nachschauen: http://www.spiderling.de/arages/Fotogalerie/species_fg.php?name=LEPKEY

________
Aloys

pfeiffer

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Re: Weitere Arten
« Antwort #14 am: 2009-03-20 10:38:38 »
2. Die Bestimmung der vielen Hahnias, die ich mitgenommen hatte ergab eine weiter für mich neue Art: Hahnia candida (Zucker-Bodenspinne?). Das Grob-Sortierungs-Merkmal sollte der Abstand der Augen von der Vorderkante des Prosoma sein. Dieser soll bei der Artengruppe, zu der auch candida gehört, mehr als 2 x Durchmesser der vorderen SA betragen. Das Merkmal kann ich nicht ganz nachvollziehen.

Aber klappt hier doch gut oder? Ich sehe einen Abstand vom mindestens zweiundeinhalb Durchmesser -- oder sehe ich das falsch?

-K

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #15 am: 2009-03-20 10:43:32 »
Vielleicht einfach mal hier nachschauen: http://www.spiderling.de/arages/Fotogalerie/species_fg.php?name=LEPKEY

Danke, Aloys. Apropos Fotogalerie -- wenn in der Regel der Fotograf nicht genannt wird, bist Du derjenige?

-K

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #16 am: 2009-03-20 13:25:16 »
Aha, ja, das ist sie. Danke Bastian. Hatte heute früh vor der Arbeit begonnen, alle Lyniphiiden-Gattungen in den SpiMi durchzuschaun und war am Leptyphantes-Komplex hängengeblieben. Bis keyserlingi war ich noch nicht vorgedrungen.

@Kevin: Ich nehme an, dass man den Abstand bis zum Prosoma-Vorderrand messen soll und nicht bis zum Cheliceren-Rand. Diese sind durch aufquellen im Alkohol ziemlich weit nach untern verschoben. Der Prosoma-Vorderrand ist kaum zu sehen, aber – v.a. in der Mitte – viel weiter oben. Das ist höchstens ein Augenabstand.

Arno

Bastian Drolshagen

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Re: Schmieden 09
« Antwort #17 am: 2009-03-20 16:36:14 »
hi,
keine Ursache ;-)

Was muss man denn da laut Best.Schl. messen? Ich denke mal es geht um den Clypeus, oder? Falls ja: Normalerweise ist der Clypeus definiert als Abstand zwischen der vorderen Augenreihe und dem vorderen Carapaxrand.

In eurem Fall sollte man vom Carapax sprechen, da das Prosoma das Sternum und Labium etc. mit einschließt (sry für die klugscheißerei)

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #18 am: 2009-03-20 17:33:55 »
Ja, hast schon recht. Das Wort Carapax verwende ich zu selten ...

Es geht um folgenden Satz in den SpiMi: „Clypeus vorgewölbt, von oben sichtbar, von vorne mehr als 2 Durchmesser der vorderen Seitenaugen hoch” (Hahnia, Punkt 2), der positiv beantwortet zu H. candida führen soll.

... hmm, sie meinen wahrscheinlich die Gesamthöhe des Clypeus, nicht den Abstand der Augen vom Rand. Dann habe ich das wohl falsch interprätiert.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #19 am: 2009-03-20 22:05:01 »
Ich habe jetzt zuhause nochmal in Ruhe nachgeschaut. Es ist wirklich bitter. Ich war wie geasgt in den SpiMi online die Gattungen alphabetisch durchgegangen und hatte mir jeden Ped. angeschaut (was blieb mir anderes übrig). Dabei war ich bis Leptyphantes gekommen und dort bis zur mughi-Gruppe. Dann musste ich zur Arbeit. Die keyserlingi-Gruppe wäre die nächste gewesen ;))

Es ist aber auch ein ganz schönes Durcheinander dort. Alles ist aufgespalten, dann der Hinweis „Nach Revision der Artengruppen der Gattung Lepthyphantes verbleibt die keyserlingi-Gruppe in der Gattung Lepthyphanthes“ und dann heißt sie jetzt doch wie ...? Ipa keyserlingi?

Ich habe jetzt auch meinen Lapsus im Bestimmungsschlüssel entdeckt. Ich hatte zwei Beinglieder verwechselt.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #20 am: 2009-03-22 11:44:43 »
Die Genitalaufnahmen der beiden Kleinst-Dictyniden sind jetzt fertig. Unten habe ich die beiden Arten mal vergleichend nebeneinander gestellt.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #21 am: 2009-03-24 23:20:15 »
Noch ein Schwung Arten von dieser Exkursion:

1. Ozyptila pullata (wie oben schon vermutet)

2. Das Hahnia-Männchen hielt ich die ganze Zeit für das passnde Gegenstück zu den vielen H. candida-Weibchen, die ich eingesammelt hatte. War aber nicht so – es ist eine „bannale“ H. pussilla.

2. Tenuiphantes flavipes: eher eine Allerweltsart.

3. Hier wurde es schon wieder schwieriger. Ich denke es ist Diplocephalus picinus. Die Epigyne stimmt zwar grob mit der von Roberts und anderen überein, ist aber doch etwas speziell. Die Epigynen-Platten sind wesentlich kantiger als in allen Zeichnungen und in der Mitte befindet sich ein deutlicher Grat. Roberts zeigt jedoch, dass die Epigyne der Art recht variabel ist ...

4. Hier musste ich wieder ganz schön suchen, wieder eine Art, die nicht im Roberts abgebildet ist: Mansuphantes mansuetus (früher Leptyphantes m.). Charakteristisch ist der breit abgestutzte Fortsatz in der Mitte (Lamella) und der lange Sporn, der sich zwischen den beiden Ästen des Paracymbium (große U-Förmige Struktur an der Basis des Bulbus vieler Linyphiiden).

Arno

Aloys Staudt

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Re: Schmieden 09
« Antwort #22 am: 2009-03-25 00:09:26 »
Hallo Arno,
mache dich nochmal an dein "picinus"-Weibchen. Es handelt sich m.E. um
eine der neu einwandernden Arten. Wurde kürzlich umbenannt und ist bei
mir im Südwesten bereits absolut gemein. Im Heimer&Nentwig ist sie noch
nicht drin - ob in der online-Version?
Mehr verrate ich nicht!
___________
Aloys

Aloys Staudt

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Re: Schmieden 09
« Antwort #23 am: 2009-03-25 00:10:25 »
Danke, Aloys. Apropos Fotogalerie -- wenn in der Regel der Fotograf nicht genannt wird, bist Du derjenige?
-K

Ja.

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Aloys

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #24 am: 2009-03-25 00:10:45 »
M. mansuetus wäre ein gutes Objekt für eine 3-D Probe. Ich kriege es fast hin mit den Augen, wenn ich die 2 Palpenbilder rechts anschaue...


-K

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #25 am: 2009-03-25 00:41:32 »
Mehr verrate ich nicht!

Ich dachte vielleicht Diplocephalus graecus, aber nachdem ich ein kleines Epigynenbildchen angeschaut habe, bin ich nicht so sicher...

http://www.naturalsciences.be/institute/associations/rbzs_website/bjz/back/pdf/BJZ%20132(2)/Volume%20132(2),%20pp.%20171-173.pdf

-K

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #26 am: 2009-03-25 08:36:11 »
Du bist gut, Aloys ... mit Roberts, den SpiMi-online und deiner Galierie sind meine Quellen ausgeschöpft. Ich konnte jetzt auch nur die von Kevin verlinkte D. graecus finden. Oder ist es etwa keine Diplocephalus-Art? Da ich in der Checkliste des Saarlandes keine anderen als die üblichen D.-Arten finde, muss ich das wohl annehmen.

Aber wo setze ich da an? Borsten zählen?

Ich sehe jetzt aber auch ein, dass es D. picinus nicht sein kann. Dieses starke nach oben (unten) biegen der „Flügel“ scheint picinus nicht zu zeigen.

Arno

Aloys Staudt

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Re: Schmieden 09
« Antwort #27 am: 2009-03-25 13:12:15 »
Oder ist es etwa keine Diplocephalus-Art?

Mir wären keine eingewanderten Diplocephalus-Arten bekannt.
Von deinem Fundstück gibt es zahlreiche Bilder in der Galerie der AraGes,
darunter auch eine Epigynenabbildung, nicht so perfekt wie deine Serie,
aber doch problemlos wiederzuerkennen.

D. picinus gehört zu den Winzlingen und kommt schon von daher nicht in
Betracht. Faustregel für D. picinus: winzig-gemein-Wald --> D. picinus

Auf zum d r i t t e n Versuch! In der online-Version des Heimer-Nentwigs ist
die Art bereits unter dem alten Namen vertreten, wie ich gerade feststelle.

_______________
Aloys



   
 
« Letzte Änderung: 2009-03-25 13:14:07 von Aloys Staudt »

Arno Grabolle

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Re: Schmieden 09
« Antwort #28 am: 2009-03-25 13:59:23 »
Ok, dann probier ichs heut Abend ...

Arno

pfeiffer

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Re: Schmieden 09
« Antwort #29 am: 2009-03-25 14:35:40 »
Ok, dann probier ichs heut Abend ...

Na dann, viel Erfolg! Welche kleine Art  -- und Größe hast du noch nicht angegeben oder -- ist hier eingewandert?

-K