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Xysticus lanio alpinus

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Michael Hohner:
Xysticus lanio alpinus wurde nun zu Xysticus alpinus erhoben:

https://wsc.nmbe.ch/reference/14558

Martin Lemke:
War die als Phantomart vorgemerkt?

Martin

Michael Hohner:
Ja, https://wiki.arages.de/index.php?title=Xysticus_alpinus&oldid=107762

Rainer Breitling:
Auch wenn die Art nun kein Phantom mehr ist, bleibt es interessant. Im Wiki stand bereits, dass dieser Fall komplizierter ist. Die Unterschiede in den Genitalien sind ja wirklich minimal, soweit ich das beurteilen kann. Aber wenn X. lanio und X. alpinus sich erst in jüngster Zeit voneinander getrennt haben, wie kam es dann zur erforderlichen geographischen Separation, wie sie der Artbildung vorangehen sollte?


XysticusAlpinusVerbreitung.png (385.61 KB . 900x450 - angeschaut 79 Mal)

X. alpinus ist mobil genug, sich über die ganze Breite der Alpen als einheitliche Art zu erhalten, wird aber in alle Himmelsrichtungen von X. lanio umgeben, der von Portugal bis Südschweden und von Irland bis in die Türkei zu finden ist (mindestens), und über dieses ganze Gebiet ebenfalls den Zusammenhalt als einheitliche Art bewahrt. Wie sieht das historische Szenario zur Evolution in so einem Fall aus? Gibt es vergleichbare Beispiele bei anderen nächstverwandten Artenpaaren?

Beste Grüsse,
Rainer

Tobias Bauer:
Wir haben Weibchen der Art in der Sammlung. Die sind genital doch sehr markant. Im Gegensatz zu lanio haben sie wirklich sehr deutliche, "anstatt einer Epigynengrube nur 2 voneinander unabhängige, vorgewölbte, länglich-eiförmige, vertikale, stark sklerotisierte Strukturen" (aus Araneae). Hier würde ich nicht unbedingt von minimalen Unterschieden sprechen wollen. Das ist auf Zeichnungen kaum zu vermitteln, springt einen aber durch das Mikroskop regelrecht an. Zudem ist die Art deutlich größer als X. lanio. Die größten X. lanio Weibchen sind absolut im untersten Bereich der X. alpinus-Weibchen. Bei den Männchen sieht das aber am Palpus und der Größe interessanterweise nicht so deutlich differenziert aus.

Zum Thema geografische Separation vor Artbildung, weil gerade passend und vorher gelesen: https://www.journals.uchicago.edu/doi/abs/10.1086/698302

Tobias

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