Autor Thema: Blitzhalterung für Konstruktion  (Gelesen 929 mal)

Viktoria Wegewitz

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Blitzhalterung für Konstruktion
« am: 2019-02-23 12:41:38 »
Hallo zusammen,

ich habe mit einem Freund eine Halterung gebaut, um zwei Schlitten stabil und konkret zu befestigen. Daran hängt ein MP-E 65 mit meiner Canon 80d.
Das Ganze lässt sich natürlich auch horizontal verwenden.

Als Einstelllicht, dachte ich, nehme ich einen Schwanenhals https://www.photostudio-equipment.com/Studio-Zubehoer/Klemmen-Halterungen/BRESSER-BR-21-Schwanenhals-50cm-1-Klammer-1-Schraubklemme.html und befestige daran eine Minitaschenlampe, sodass ich punktuell ausleuchten kann.

Je nach Vergrößerung, 1 bis 5 fach, verändert sich die Höhe des Objekts, was ich entweder durch Verändern des 1. Schlittens oder Anheben und Absenken der Minihebebühne erreichen kann. Zur Vereinfachung, denke ich, durch Letzteres zu fokussieren. Daraus ergeben sich verschiedene, am besten schräge, Positionen der Blitze. Hat jemand eine günstige! Idee für die Positionierung?

Grüße Viktoria

Nach der Spinne ist vor der Spinne!

Ulrich Kursawe

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #1 am: 2019-02-23 13:10:35 »
Hallo Viktoria,

ein schöner Aufbau, und auch relativ günstig zu realisieren. Die kleinen Laborhebebühnen sind ja nicht so teuer (wenn man nicht gerade die Schweizer Präzisionsausführung kauft), am flexibelsten wäre es sicherlich, jeden Blitz auch wieder auf eine solche Hebebühne zu stellen/legen, dann kannst Du die Höhe jeweils individuell einstellen.

Noch eine Offtopic-Frage zu Deiner Signatur(?) "As it wicked that way comes!":  ist das ein Filmzitat, oder ähnliches?

Viele Grüße, Uli

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #2 am: 2019-02-23 13:19:20 »
Hallo Uli,

vielen Dank für deine Einschätzung der Lage  :). Die Hebebühne hat 17 Euro gekostet, da werde ich mir noch zwei besorgen - ok.

Das Zitat stammt aus Macbeth (Shakespeare) - wir hatten das damals in der Schule und da hat es mich schon fasziniert.
Grüße Viktoria

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Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #3 am: 2019-02-23 15:28:06 »
Hallo Uli,

ich meine mit "wicked" nicht nur einfach "evil", sondern auch im Sinne von - so, wie es verworren (gesponnen :) ) ist, so wird es passieren.
Grüße Viktoria

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Ulrich Kursawe

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #4 am: 2019-02-23 15:49:27 »
Hallo Viktoria,

ich kannte das nur als "Something wicked this way comes", aber da gibt es ja einige Versionen in diversen Englisch-Varianten. Ich mußte das seinerzeit in der altenglischen Version lesen  ::).

Viele Grüße, Uli

Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #5 am: 2019-02-24 07:37:05 »
Ich benutze einen ganz ähnlichen Aufbau mit elektrisch gesteuertem Schlitten (Cognisys) mit einem Lupenobjektiv; nur eben ohne Hebebühne, die zum Funktionieren des Ganzen nicht erforderlich ist. Wofür braucht man die Hebebühne?

Als Fokussierhilfe nehme ich einen Schwananhalslampe (Ikea o.ä.).

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #6 am: 2019-02-24 08:31:56 »
Servus Viktoria,

bin aktuell auch am Bau einer Vorrichtung, ich hab mir diese Teile besorgt,
https://www.gumptrade.com/14010020801.html
https://www.gumptrade.com/14010002101.html
https://www.gumptrade.com/14120001701.html
https://www.gumptrade.com/14130002701.html
https://www.gumptrade.com/14130005701.html

die Verarbeitung ist gut und preislich in Orndung.

Mein Aufbau sieht so aus.
Gruß Jürgen

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #7 am: 2019-02-24 08:39:50 »
Hallo Martin,

je nach Vergrößerung ändert sich die Focusebene - wenn die Kamera fixiert bleibt, sind das 7 cm. Zusätzlich müssen die seitlichen Blitze von schräg oben positioniert werden. Auch Jürgen - danke für die Infos, Jürgen - hat Schienen, auf denen er beweglich montieren kann.

Grüße Viktoria

Nach der Spinne ist vor der Spinne!

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #8 am: 2019-02-24 08:47:50 »
Hallo Jürgen,

die "Flip Flash Bracket Grip Camera", also die bewegliche Halterung für Blitze, ist das, wonach ich suchte. Nun habe ich erstmal die andere Lösung.
Grüße Viktoria

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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #9 am: 2019-02-24 08:56:20 »
Ich denke schon, ich würde zwei Langschienen (Nr.1) mit Holzschrauben links und rechts ans Brett befestigen, mit Nr. 3 hast du dann eine Verbindung zu der Flip Flash Bracket Grip Schiene oder zu Nr. 5 in Verbindung mit Nr. 2.

Das sind zwei mögliche Varianten, ich hab beide ausgewählt, mache später noch eine Aufnahme von der fertigen Konstruktion mit beiden Lösungen.

Gruß Jürgen

Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #10 am: 2019-02-24 09:26:23 »
Und hier der aktuelle Stand.

diese Flip Flash.... hat ursprünglich eine Blitzaufnahme mit dabei, die habe ich bei einigen durch eine Zwinge ersetzt damit ich wie hier einen Halogenstrahler, oder aber auch eine Taschenlampe etc. als Lichtquelle nutzen kann.
Ich habe nur zu meiner Nikon einen passenden Blitz, für meine Canon hab ich keinen, daher die Baustrahler.
Durch die Schienen ist man sehr variabel in der Lichtsetzung, beim Stacken ist das oft die wichtigste Komponente, man kann hier vorab Spritzlichter, etc.. vermeiden, indem man die Lichtführung vor der Aufnahme durch Positionsänderungen beeinflusst.

Gruß Jürgen

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #11 am: 2019-02-24 10:32:02 »
Hallo Jürgen,

sehr interessant! Welche Baustrahler verwendest du und welche Kelvinzahl haben die?
Grüße Viktoria

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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #12 am: 2019-02-24 11:57:09 »
https://www.ebay.de/itm/LED-Fluter-Flutlicht-20W-Garten-Lampe-Ausen-Strahler-Ultra-Dunn-Floodlight-IP65/312489787863?hash=item48c1d7c1d7:g:ekMAAOSwwmlcbR1S

so etwas in der Art, wichtig ist für mich, dass die Strahler ein kaltweisses Licht haben, warmweiss erzeugt einen hässlichen Gelbstich beim fotografieren.

Hier mein erster Versuch mit der obigen Anlage
4x 10W

Frage, willst du mit dem MP65 auf Epigynen/Palpen aufnehmen?
Denke mal, dass hier die Vergrößerung nicht ausreicht, ich verwende Mikroskopobjektive und ein Balgengerät.

Gruß Jürgen

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #13 am: 2019-02-25 19:29:35 »
Hallo Jürgen,

mmh, ich habe noch eine Raynox Dcr-250 Nahlinse, aber das habe ich noch nicht ausprobiert.

Im Laufe der Woche werde ich sehen.

Im Mikroskop-Forum wurde als optimale Blende bei 1:5 die 2.8 berechnet fürs Stacking, wenn da noch die Nahlinse vorsitzt, habe ich ja gar keine Tiefenschärfe mehr.

(bei 1:1 max. Blende 8, eine weniger wenn kein Vollformat)
« Letzte Änderung: 2019-02-25 21:16:56 von Viktoria Wegewitz »
Grüße Viktoria

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Wolfgang Schlegel

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #14 am: 2019-02-26 05:00:32 »
   Hallo Viktoria,

das Canon-Lupenobjektiv benutze ich auch seit drei Jahren. Ich habe ziemlich längliche Testreihen durchgeführt, um optimale Eiinstellungen fürs Stacking zu finden, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mit Blende 5.6 bei allen Vergrößerungen gut bedient werde. Wenn man die Blende weiter öffnet, werden die Bilder bei manchen Vergrößerungen eher schlechter. Wenn man die Blende weiter schließt, werden die Bilder unabhängig von der Vergrößerung sehr deutlich schlechter - vermutlich Beugungsunschärfe. Blende 16 benutze ich beispielsweise, wenn ich bei guten Lichtverhältnissen Videoaufnahmen mache und möglichst viel Schärfentiefe möchte. Einzelbilder mit Blende 16 sind fürs Stacken völlig unbrauchbar, aber auch nicht nötig - bei den Einzelbildern ist die Schärfentiefe unwichtig, da kommt es nur auf eine möglichst hohe Schärfe in einer einzigen Ebene an. Die Schärfentiefe des Endprodukts wird ja durch die Stacking-Software erzeugt.

Daraus folgt nun ziemlich zwangsläufig, dass man eine ganze Menge Einzelbilder braucht. Weniger als 10 habe ich sehr selten, allenfalls bei winzigen Spiderlingen; 30 ist ein häufigerer Wert - je nach der Tiefe des Objekts, das abgebildet werden soll. Letzten Herbst habe ich Stacks von der Eireifung in einem Eierball von Pholcus phalangioides gemacht - bei 5facher Vergrößerung bin ich da auf etwa 100 Einzelbilder pro Stack gekommen. Früher habe ich so etwas tatsächlich mit der Handkurbel gemacht, aber auf die Dauer ist das nicht gut fürs Nervenkostüm.

   Gruß aus Stuttgart
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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #15 am: 2019-02-26 07:37:41 »
Servus,

ich kenne das Canon Objektiv nicht, aber wie Wolfgang schreibt, sind es die Erfahrungswerte, die entscheident sind.
Die Optikspezialisten berechnen die Leistungsfähigkeit solcher Gläser aus, die unterscheiden dann in aufgenommen Linien pro Millimeter usw..
Für uns als Anwender ist das oft mal gar nicht so wichtig, die reizen halt das Optimum "voll" aus. Hier werden dann Qualitätsansprüche gefordert, die man bei einem Ausrdruck von 2 auf 3 Metern benötigt.
Ich kurble aktuell auch noch per Hand, was schon anstrengend sein kann. Bei dem Drassodes-Porträt waren es 297 Einzelbilder, dass ist dann schon grenzwertig. Hier sitzte ich ca. 30 min. und kurble im 5 sec. Takt eine Schrittweite von 1 mm ab.
Bei Übersichtsaufnahmen wie bei der Agyneta komme ich wie Wolfgang so auf die 30 +/- 10 Pro Stack.
Bei den Palpen bzw. Epigynen sind es die gleichen Werte, je nach Größe der Objekte.

Bei der Epigyne von kleinen Linyphiidae (Zwerg-/Baldachinspinnen) braucht man oft eine Vergrößerung weit über das 100 fache. Hier reicht mir ein 10er Mikroskopobjektiv nicht mehr aus. Aktuell verwende ich eine 200fache Vergrößerung, da wird es dann Vormatfüllend. Meine Objektive sind leider nicht sehr hochwertig, bzw. schon sehr betagt, was sich dann doch negativ auf die Abbildungsqualität auswirkt.

Probiere es einfach aus mit deinem Canon und fotografiere das selbe Objekt mit den unterschiedlichen Blendeneinstellungen, das beste Ergebnis nimmst dann einfach ;)

@Wolfgang, mit was stackst du?
Ich bin nämlich auch am Überlegen, ob ich mir nicht einen elektrischen Schlitten zusammenbaue oder einen kaufen soll!

Gruß Jürgen


Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #16 am: 2019-02-27 15:27:31 »
Hallo,

hier nur ein Schnappschuss - f/5.6 - aber man kann sehen, wo die Reise hingeht.  :)

Eine Reihe/Stacking - Versuche musste ich abbrechen, da die Batterien den Geist aufgegeben haben. Habe erstmal ordentlich Akkus bestellt.

Grüße Viktoria

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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #17 am: 2019-02-27 18:25:43 »
Das sieht doch schon mal sehr viellversprechend aus :)

geblitzt?

Gruß Jürgen

Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #18 am: 2019-02-27 20:03:57 »
Ja und der Air 1 Commander für kabellose Blitzsteuerung (Nissin) verbraucht viel Strom.
Grüße Viktoria

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Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #19 am: 2019-02-27 23:37:00 »
Diesen Thread habe ich vollkommen übersehen!

das Canon-Lupenobjektiv benutze ich auch seit drei Jahren. Ich habe ziemlich längliche Testreihen durchgeführt, um optimale Eiinstellungen fürs Stacking zu finden, und bin zu dem Ergebnis gekommen, dass ich mit Blende 5.6 bei allen Vergrößerungen gut bedient werde.[...]

Daraus folgt nun ziemlich zwangsläufig, dass man eine ganze Menge Einzelbilder braucht. Weniger als 10 habe ich sehr selten, allenfalls bei winzigen Spiderlingen; 30 ist ein häufigerer Wert - je nach der Tiefe des Objekts, das abgebildet werden soll.

Ich nutze das Lupenobjektiv für alles, das fürs LMSkope zu groß ist. Heute kam ich endlich mal wieder zum Fotografieren. Drepanotylus uncinatus hatte ich vor ca. 14 Tagen zum ersten mal gefunden. Der Stack ist leider ein wenig zu kurz gewesen (ein paar Gliedmaßen sind unscharf). Der Stack hatte 19 Bilder (Schrittweite 40 µm) bei Blende 3.5 und rauscharmen ISO 50 mit Blitz. Ich weiß gar nicht, warum Blende 3.5 eingestellt war/ist. Ich bin mit dem Bild zufrieden (nachbearbeiten muss man ja sowieso immer). Es gibt für mich keinen Grund, an der Blende herumzutüfteln.

Einen Baustrahler würde ich nicht nehmen. Genau wie meine Canon EOS 1 Mark III habe ich auch den Blitz (Canon 580EX) zu erträglichem Kurs gebraucht erworben. Vor einiger Zeit hatte ich mal einen Foto-LED-Strahler (Godox SL 60W) gekauft (der dient bei mir inzwischen mit Schirm als Zimmerbeleuchtung), aber das ist mir zum Fotografieren zu wenig Licht – wie ein 10 W Baustrahler reichen kann, verstehe ich nicht. An einem ordentlichen Blitz führt meiner Erfahrung nach kein Weg vorbei.

Allen, die in transparenten Gefäßen Fotos machen, kann ich nur empfehlen, eine Graukarte als Hintergrund zu nehmen, weil die Belichtungssteuerung der Digitalkameras sich an Neutralgrau orientierten. Das Bild von Viktoria sieht aus, als habe die Spinne lose in einem Gefäß gelegen. KY-Gleitcreme kann man auch diskret im Versand bestellen ;-). Damit hatte ich die Drepanotylus uncinatus in einem Blockschälchen fixiert und dann 99% Spiritus drauf gegeben.

@Jürgen:
Deine Konstruktion sieht ziemlich überkompliziert aus


Der Installierte Blitz hat sehr viel Abstand. Wirft der nicht Schatten?

Ich habe viel weniger Abstand (Canon, im Vordergrund Cognisys-Controller):
Fotoanordnung_EOS.JPG
*Fotoanordnung_EOS.JPG (176.06 KB . 450x600 - angeschaut 105 Mal)

Aufbau ähnlich wie Viktoria ihn neulich zeigte. Hinter dem Objektiv ist das LED-Licht zu sehen. Vor den Blitz habe ich einen Diffusor aus Transparentpapier geklebt. Der Blitz ist per Spiralkabel gekoppelt. Unter dem Objektiv liegt eine Graukarte.

Martin
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Wolfgang Schlegel

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #20 am: 2019-02-28 01:36:33 »
   Hallo zusammen,

ich denke, man sollte schon verschiedene Einstellungen ausprobieren. Das Ergebnis hängt ja nicht nur vom Objektiv allein ab, sondern auch von der Stacking-Software; mein obiger 5.6-Erfahrungswert gilt genaugenommen nur für die "Do Soft Stack"-Makromethode von CombineZP, und man wird sich schwertun, ihn ohne Experimente zu berechnen. Also lieber etwas ausführlicher testen - wenn man erst nach zigtausend Stackingaufnahmen feststellt, dass man mit etwas anderer Parametereinstellung bessere Ergebnisse bekommen hätte, wird man sich gern irgendwohin beißen möchten.

Meine Aufbauten sind prinzipiell genauso wie bei euch. Die Kamera habe ich allerdings auf einem Stativ mit Querträger und darangeschraubtem Kugelkopf. Wenn man zum Stacken die Position des fotografierten Objekts verändert, muss das Stativ nichts weiter tun als die Kamera stillhalten. Mit dem Kugelkopf sorge ich dafür, dass Richtung von Kamera und Bewegungsrichtung des Objekts möglichst exakt fluchten. Häufig ist es praktisch, dass man den Haltearm der Kamera in der bodenparallelen Ebene drehen kann, und die Kurbel am Stativ benutze ich zur groben Einstellung des Objektabstands bei verschiedenen Vergrößerungen. Das funktioniert auch ohne die hochpräzise Mechanik der teuren Profistative.

Das Objekt liegt bei mir auf einem leicht modifizierten Mikroskoptisch. Den habe ich extrem billig bekommen, aber nur mit unverschämtem Glück - war mal in einer ebay-Auktion zum Startpreis von 1 Euro, und außer mir wollte ihn damals niemand haben. Mit dem Grobtrieb lassen sich die erforderlichen Höhenänderungen (nach meiner Praxis mit dem Lupenobjektiv zwischen 45 und 140 µm pro Schritt) sehr gut einstellen. Bei meinen frühesten Versuchen mit Kompaktknipse und Mikroskop habe ich noch beidhändig gearbeitet und auch die Kamera per Tastendruck ausgelöst. Als ich mir die EOS M angeschafft hatte, ließ ich diese per MagicLantern in passenden Zeitabständen von einigen Sekunden periodisch auslösen und musste nur noch mit einer Hand am Grobtrieb knechten. Wie man sich dabei vorkommt, muss ich Jürgen nicht erklären. Was ich gebaut habe, um mich aus der Sklaverei zu befreien, beschreibe ich mal in einem neuen Thread, damit dieser hier nicht ausufert.

Beleuchtung mache ich mit Schwanenhals-Klemmlampen, die auf Stativen sitzen, wie man sie mit dem Zusatzsuchwort "Baustrahler" bei ebay recht günstig findet. Höhenverstellbar und auch bodenparallel drehbar. Können allerdings wie alle Stative zusätzlich die Funktion des Tigerkopfs bei "Dinner for One" übernehmen, wenn man nicht aufpasst. Leuchtmittel sind 7-Watt-LED-Strahler mit 570 Lumen in kaltweiss, wenn grade kein diffuses Tageslicht zur Verfügung steht; Blitz benutze ich nicht. Als Diffusor eignet sich bei kleineren Objekten für alle Lichtquellen ein Stück Milchplexiglas-Rohr.

   Gruß aus Stuttgart
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Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #21 am: 2019-02-28 06:45:35 »
Ich glaube die Blende von 3.5 (bei mir) ergibt sich automatisch aus meinen Vorgaben (ISO 50 für rauscharme Bilder & Blitz). Ein Blitz ist wirklich das A & O. Automatisches Stacking will ich nicht mehr missen (elektrisch betriebener Schlitten & Controller).

Wie gesagt, ich stacke die Tiere in Alkohol. Von allen hier, scheint mir, dass ich der jenige bin, der am wenigsten Platz zur Verfügung hat. Bei mir muss alles kompakt sein und auf den Schreibtisch passen.

MagicLatern ist zur EOS 1 nicht kompatibel. Was genau macht MagacLatern bei Dir? Das Lupenobjektiv ist ja ein manuelles Objektiv.

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #22 am: 2019-02-28 07:47:27 »
@Wolfgang, der Vergleich mit dem Tiger ist Klasse :D, deine Methode würde mich sehr interessieren!

@Martin, den Blitz habe ich nur als Anschauungsobjekt auf die Leimzwinge gesteckt, wenn ich blitze ist der Abstand ähnlich gering wie bei dir, sonst verliert man zuviel Lichtenergie. Für meine Canon habe ich noch keinen Blitz, werde mir aber wahrscheinlich so in die Richtung etwas zulegen, die Belichtungszeit kann man mit Blitz schon verkürzen. Mit den Baustrahlern erreiche ich Werte von ca. 1/6 sec. -1/60 sec. mit Blitz kann man da Zeiten z.B. von 1/125sec. einstellen, was das Verwacklungsrisiko minimiert, gerade bei sehr kleinen Gegenständen.
Platz braucht mein Aufbau eigentlich nicht sehr viel 70 cm breit, 100cm hoch (60wären ausreichen) und 40 cm tief. Er ist fix an die Wand montiert. Die einzelnene Komponenten sind in Sekundenschnelle an-abbaubar oder austauschbar, so kann ich die Belichtungseinheiten sehr individuell an das Objekt anpassen (ich fotografiere nebenbei noch etwas Produktfotografie). Ein 10 Watt LED-Baustrahler hat umgerechnet ca. 75 W Leistung eines herkömmlichen Halogenstrahlers. 75x4 =300W da braucht man eine Sonnenbrille zum arbeiten 8).

Gruß Jürgen


Viktoria Wegewitz

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #23 am: 2019-02-28 09:48:36 »
Hallo,

dankeschön für die detaillierten Ausführungen zu euren Konstruktionen!

nur eine kurze Zwischenfrage: Ich benutze Glas-Petrischalen, 60 x 15 mm. Bei Spinnen um die 10 mm ist das Handling mit dem Alkohol etwas schwierig und manchmal schwappt es sogar über. Gibt es eine Quelle für 60 x 20 mm oder etwas Ähnliches? Der Rand darf ja auch nicht zu hoch sein, wegen des Lichts und der Manipulation des Objekts.
Grüße Viktoria

Nach der Spinne ist vor der Spinne!

Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #24 am: 2019-02-28 12:15:43 »
Platz braucht mein Aufbau eigentlich nicht sehr viel 70 cm breit

Bei mir: 25 cm breit und passt gerade so noch da hin. Platz ist eben relativ.

Zum Yongnuo-Blitz: Für den selben Preis kriegst Du auch einen gebrauchten Canon 580EX und auf einem Stativ braucht man keinen Transmitter, wenn der Blitz so dicht an der Kamera sitzt; da reicht ein Kabel für 'n 10er. Ich würde immer Originalequipment vorziehen und auch Kabel, wenn ein Transmitter keinen Vorteil bietet (beim Kabel ist nie die Batterie leer, wenn man es gerade braucht). Von 3rd-Party Akkus bin ich auch geheilt. Nur wo simples unverschämt verteuert ist (Netzadapter, Fernauslöser ,...) greife ich zu Drittherstellern.

nur eine kurze Zwischenfrage: Ich benutze Glas-Petrischalen, 60 x 15 mm.

Ich nehme Blockschälchen. Einen Tupfen KY-Creme rein, Spinne oder Teil (z.B. Palpus) darin wie gewünscht ausrichten. Reinen Spiritus drüber, fertig. Das Schälchen muss nicht bis zum Rand gefüllt werden, aber deutlich das Objekt überdecken, damit der Alk durch Verdunstung nicht während des Stackens das Objekt freilegt.

HTH, Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #25 am: 2019-03-01 07:10:34 »
@ Martin, warum benutzt du deinen Studioblitz nicht mehr?

bei Übersichtsaufnahmen von kleinere Spinnen unter 4 mm fotografiere ich direkt auf einem Objektträger mit Messkala in zwei Einteilungen.
Ein OT hat die Skalierung bei 10 mm - 100 Teilstriche =0,1mm
Für den Palpus oder Epigyen verwende ich
einen weiteren OT, dieser hat die Skalierung von 1 mm - 100 Teilstriche = 0,01 mm
hierbei verwende ich nur das Gleitgel als Einbettungsmedium. Dabei kann ich dann gleich die unterschiedlichsten Abmessungen herausfinden, die ja oft nicht unerheblich für die Bestimmung sind.
Größere Spinnen ab ca. 5 mm fotografiere ich lebend mit einem Makroobjektiv 1:1 gegebenenfalls noch mit einer Vorsatzlinse raynox DCR-250 um auf etwa 2:1 bei der Vergrößerung zu kommen. Bei Spinnen über 7 mm reicht mir ein Makro ohne Vorsatzlinse aus. Wenn es zu viel Rand um die Spinne gibt, wird dieser mit Photoshop beschnitten.
Wichtig bei allen Aufnahmen ist das Vermeiden von Spritzlichtern, Martin hat direkt am Blitz einen Diffusor, ich verwende einen abgeschnittenen Trinkplastikbecher weiß, den ich über den OT oder Blockschälchen stülpe. Oder aber von Müller Milch (soll jetzt keine Schleichwerbung sein) einen abgeschnittenen Trinkbecher.
Die Duffusoren bewirken, dass das Licht weicher, gleichmäßiger auf das Objekt auftrifft.

Gruß Jürgen

Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #26 am: 2019-03-01 07:40:38 »
@ Martin, warum benutzt du deinen Studioblitz nicht mehr?

Doch, der ist fest am Arbeitsplatz des LMSkope installiert (derzeit mit Nikon 8101 bestückt), für größere Tiere nehme ich Canon EOS 1 mit Lupenobjektiv und derzeit Canonblitz. Im Moment habe ich keinen Platz, um dort auch noch einen Studioblitz zu installieren, aber das wäre sicher eine gute Option.

Allerdings klappte im Gegensatz zuden Herstellerangaben mit Nikon nicht die automatische Blitzsteuerung, sondern der Blitz muss manuell eingestellt werden, was problemlos funktioniert. Das integrierte Einstelllicht reicht allerdings nicht aus, da muss eine Ikea-Leuchte ran (auch kein Problem).

Martin


1: Mich juckt es, mal eine spiegellose zu probieren. Der Stack würde ohne Spiegelvorauslösung erheblich schneller durchlaufen. Die Nikon Z7 ist mir aber zu teuer und die Z6 hat leider einen Tiefpassfilter.
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Wolfgang Schlegel

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #27 am: 2019-03-01 21:56:02 »
@Martin: MagicLantern halte ich bei der alten EOS M für unverzichtbar. Nach der originalen Firmware zu urteilen ist diese Kamera von der Canon-Marketingabteilung für völlig anspruchslose Gelegenheitsknipser konzipiert worden. Ich habe mir die gekauft, weil ein Spiegel für die Stackerei überflüssig ist und allenfalls durch Schwingungen stören kann, und weil der Bildsensor der Kamera ziemlich gut ist. Tiefpassfilter hat sie natürlich, vermutlich kann man den ausbauen lassen, wenn man die letzten Reserven ausschöpfen will, aber das dürfte ein paar Hunderter kosten. Damit würde sich ein weiterer Vorteil des Geräts reduzieren: dass man es momentan für ca. 150 Euro bekommen kann.

Konkret erleichterte MagicLantern mein Leben zunächst dadurch, dass man mit der Intervalometer-Funktion die Kamera dazu bringen kann, in konstanten Zeitabständen periodisch auszulösen, bis man ihr sagt, dass sie wieder damit aufhören soll. So musste ich bei einer Stacking-Serie nur noch in den Zwischenpausen die Kurbel für die Abstandsänderung drehen. Später war dann wichtig, dass man die Kamera ohne MagicLantern nicht über ein Kabel auslösen kann, und eine Menge anderer Dinge wie Histogramme, Markierung der aktuell scharfen Ebene im Display, Überlistung der Begrenzung der Video-Aufnahmezeit usw.

   Wolfgang
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Martin Lemke

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #28 am: 2019-03-02 05:55:10 »
Kleiner Exkurs zur Canon M.

Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Modellpalette von Canon nicht richtig auskenne. Was die Canon M ist, musste ich erstmal nachlesen (Info Canon & Wikipedia), habe aber keine direkte Info über das Format gefunden. Vollformat ist es mit 22,3 x 14,9 mm anscheinend nicht – Vollformat wäre 24 x 36 mm, APS-C 22,5 x 15 mm; also geringfügig kleiner als APS-C.

Rein elektronisch scheint der Verschluss nicht zu arbeiten: "elektronischer erster Verschlussvorhang, mechanischer zweiter Verschlussvorhang" (Canon/Technische Daten).

Tiefpassfilter hat sie natürlich, vermutlich kann man den ausbauen lassen

Wohl eher nicht. Ist der nicht direkt auf den Sensor geätzt?

Zitat
Konkret erleichterte MagicLantern mein Leben zunächst dadurch, dass man mit der Intervalometer-Funktion ...


Diese Funktionalität bietet auch so mancher elektronische Fernauslöser.

Zitat
Später war dann wichtig, dass man die Kamera ohne MagicLantern nicht über ein Kabel auslösen kann, und eine Menge anderer Dinge wie Histogramme, Markierung der aktuell scharfen Ebene im Display, Überlistung der Begrenzung der Video-Aufnahmezeit usw.

Die Canon M kann ohne MagicLatern nicht durch einen Fernauslöser angesteuert werden? – Bei Amazon wird ein Infrarot-Fernauslöster für dieses Modell angeboten, Canon nennt als Zubehör für die M allerdings gar nichts (leere Liste).

Der Funktionsumfang MagicLatern ist sehr umfangreich, aber das Menü ist alles andere als Vorbildlich oder gar übersichtlich. Ich bin damit überhaupt nicht firm.

Zum ursprünglichen Aufbau von Viktoria:
Ich sehe gerade, Du arbeitest mit 2 Blitzen. Wie auf den Fotos von Jürgen und mir zu sehen, reicht in der Regel ein Blitz aus. Wenn man möchte, kann man ihm gegenüber einen Reflektor aufstellen, allerdings bringt der meiner Erfahrung nach keine Verbesserung. Es reicht einfach ein einseitiger Blitz.

Martin
DAS waren noch Zeiten: Nowegen 2011.

Jürgen Guttenberger

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Re: Blitzhalterung für Konstruktion
« Antwort #29 am: 2019-03-02 06:33:19 »
Canon M:
Ich hab mir die Canon M3 vor ca. 2 Jahren gebraucht, für kleines Geld gekauft und bin damit sehr zufrieden, im Gegensatz zu meiner wuchtigen Nikon D300 (die schon in die Jahre gekommen ist) liefert sie, da spiegellos, ohne großen Schnickschnack, gute Ergebnisse. Es funktioniert ein "Billiginfrarotfernauslöser" für 4€. Außerdem kann man die Kamera mit der kostenlosen App Camera Connect steuern.  Diese App müsste bei allen neueren Canon Typen funktionieren.
Es gibt aber wesentlich bessere Sensoren auf dem Markt.
https://www.canon.de/apps/canon-camera-connect/

Mit der neuen Nikon Z6 liebäugle ich auch.

Gruß Jürgen