Autor Thema: Spinnensammeln in der Gluthitze  (Gelesen 240 mal)

Martin Lemke

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Spinnensammeln in der Gluthitze
« am: 2019-06-30 22:41:32 »
Ich war heute Morgen um 8:00 Uhr im NSG Heuckenlock (Hamburg) zusammen mit einem Studenten der Uni Hamburg, um Bodenfallen zu installieren. Wir mussten uns durch eine 2 m hohe Hochstaudenflur kämpfen (natürlich mit der behördlichen Auflage, keine Trampelpfade zu hinterlassen – ha ha ha!). Ich bin etwas stolz, dass es mir gelang, mich in dem Dickicht überhaupt zu orientieren. Angesichts der Hitze hatte ich mich aufs nötigste beschränkt und an jedem der beiden zeitweilig überspülten Standorte (Streuobstwiese & Feuchtwiese) nur eine Bodenfalle (á 4 Fallen) installiert. Um 10:00 Uhr waren wir fertig und ich fix und alle. Aufgrund des Wetters verzichteten wir auf eine weitere gemeinsame Exkursion im selben NSG, die zunächst geplant war. Zwischen 10:00 und 11:00 Uhr ist die UV-Belastung am höchsten.

Auf dem Heimweg nach Lübeck habe ich im Hamburger Hafengebiet noch zwei Zufallsstandorte beprobt. Ich hatte 2 Flaschen Mineralwasser mit und musste dennoch zum Tankstellentarif eine weitere hinzu kaufen. Ich war stehend KO und musste 3 Pausen auf einer Strecke von 75 km einlegen. Von Auswertung der kleinen Proben am selben Tag (wie sonst), war gar nicht zu denken. Ich war froh, nach einem ersten Schläfchen nochmal ein Bad in der Ostsee nehmen zu können. Bei so einem Wetter stößt man schneller als sonst an die Grenzen seiner Leistungsfähigkeit.

Wie geht es Euch?

Martin
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Michael Hohner

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #1 am: 2019-07-01 08:33:31 »
Wollte gestern eigentlich auch wieder mal los (habe in diesem Jahr kaum Exkursionen gemacht). Habe ich dann aber abgeblasen und auf nächstes Wochenende verschoben. Richtige Entscheidung, mein Thermometer hat dann auch am Nachmittag die 40° gerissen.

Martin Lemke

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #2 am: 2019-07-07 21:01:36 »
Jetzt das Kontrast-Wochenende. 14°C im Garten.

Martin
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Jonathan Neumann

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #3 am: 2019-07-07 21:42:48 »
Hallo MArtin,

deine Anfrage sehe ich jetzt erst:
Ich glaube wir alle hatten kaum Muße etwas zu unternehmen. Aufgrund der großem Trockenheit war auch kaum etwa aktiv, als ich nachts imer mal geschaut hatte.

OT: Ich habe gestern bei einem Umzug geholfen und alle waren froh, dass die Temperatur gefallen war.

LG,
Jonathan
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Eveline Merches

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #4 am: 2019-07-08 08:36:55 »
Hallo Martin,
wir hatten am 28. und 29. Juni unseren GEO-Tag. Die Temperaturen lagen Freitags bei 35 °C und Samstags noch darüber. Zum Glück waren wir in einem Waldgebiet und unser Basislager war zwar auf einer Wiese, aber in einem Baumkreis, der vor vielen Jahren extra so angepflanzt wurde, als Teil eines Waldlehrpfades. Dieser "Baumkreis" nennt sich "Grünes Klassenzimmer" dort war es von der Temperatur her sehr gut aushaltbar. Allerdings gab es Mücken ohne Ende (Fluss, Altarme und feuchte Senken im größeren Umgriff). Also einen Tod mussten wir sterben. Zum Glück hatten wir genügend "Anti-Brumm" dabei. Die Kinder wurden eingesprüht und haben 3 Stunden lang die Mücken stoisch hingenommen und waren überaus eifrig (23 versch. Spinnenarten). Insgesamt ist das Gebiet dort spinnenreich. Das Highlight ist vielleicht Oxyopes ramosus - Bodenbewohnende Linyphiidaehaben wir kaum gefunden, weil wir keine Laubstreu untersucht haben, die gab es auch im Umgriff der Wiese und den angrenzenden Waldgebieten nicht.

liebe Grüße
Eveline
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Martin Lemke

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #5 am: 2019-07-11 09:08:28 »
Allerdings gab es Mücken ohne Ende (Fluss, Altarme und feuchte Senken im größeren Umgriff).
[...]

Insgesamt ist das Gebiet dort spinnenreich. Das Highlight ist vielleicht Oxyopes ramosus

Komisch, ich habe von Dir dieses Jahr keine Viecher zur Nachbestimmung erhalten. Aber schön, von Deinen Aktivitäten zu hören. Ich bin in letzter Zeit im Forum auch kaum aktiv und versuche wenigstens sporadisch das Wiki zu unterstützen.

Oxyopes ist wirklich ein schöner Nachweis. Ich habe die in SH nur einmal gefunden, in Niedersachen aber ein paar Mal. Zum WE muss ich meine Bodenfallen wieder abholen und bin gespannt, ob da interessantes drin ist oder ob sie von den Wildschweinen vernichtet wurden – oder noch schlimmer: Sich darin zersetzte Wegschnecken verflüssigt haben und verfault sind (*würg!*).

Martin
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Eveline Merches

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #6 am: 2019-07-12 20:12:01 »
Hallo Martin,
diesmal gab es keine Bodenstreu. Wir haben hauptsächlich gekeschert und etwas geklopft, deshalb hatten wir kaum Linis, sonst hättest Du mit absoluter Sicherheit von mir gehört.

Ich bin hier auch weiterhin im Stress udn nur sporadisch im Forum. Aber die Zeichnungen von Harald schiebe ich immer wieder fürs Wiki dazwischen (im Moment habe ich auch wieder welche da). Ich bleibe dem Forum/Wiki auch weiterhin treu, wenn es auch manchmal nicht so aussieht.

liebe Grüße
Eveline
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Martin Lemke

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Re: Spinnensammeln in der Gluthitze
« Antwort #7 am: 2019-07-15 23:06:03 »
Nun die Ausbeute meiner Bodenfallen nach 14 Tagen Standzeit: Arthropodenfrei! Kein Käfer, keine Fliege, keine Spinne :-((

So ganz überflutungssicher war die Fangflüssigkeit wohl nicht (zumindest nicht für strömende Überflutung). Da die Naturschutzbehörde den Einsatz des Benzinsaugers nicht erlaubt, bleibt die Spinnenfauna hier mehr oder minder ein Geheimnis. Dafür enthielten 5/8 der Fallen je einen Krebs (Krabbe), 4 lebende und einen stinkenden toten. Ein untrügliches Zeichen dafür, dass die ursprüngliche Fangflüssigkeit durch Wasser ersetzt worden war.

Martin
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