Autor Thema: Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere  (Gelesen 782 mal)

Martin Lemke

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Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere
« am: 2019-10-04 18:50:51 »
Ich frage mich seit einiger Zeit, ob Nachweise von inadulten Tieren vielleicht schädlich sind. Nämlich dann, wenn aufgrund von Verbreitungsdaten (Atlas) die Nachweisdichten unterschiedlicher Arten in Relation betrachtet werden. Es ist zu erwarten, dass habituell bestimmbare Arten dann viel stärker verbreitet erscheinen. Darum ignoriere ich beim Bestimmen inzwischen inadult identifizierbare inadulte Tiere (z.B. Mangora acalypha – die wäre viel seltener nach Atlas, wenn man sie nur adult bestimmen könnte) und verzichte auf Nachweise im Vorbeigehen (typisch: Gartenkreuzspinne). Aber andererseits wirft man damit gewonnene Erkenntnisse einfach weg. Eine Zwickmühle.

Denkbar wäre eine technische Lösung, nur Nachweise adulter Tiere anzuzeigen.

Gibt es zu diesem Themenkomplex Meinungen?

Martin
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sylvia #1

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Re: Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere
« Antwort #1 am: 2019-10-04 22:54:01 »
Hallo Martin
Also ich hielte es für nicht richtig subadulte Tiere wegzulassen
Weshalb alle Nachweise zählen sollten: da gibt es ja noch viele andere Parameter die eine Statistik in Nachweiskarten verfälschen können : eine recht heimliche Lebensweise z.B.  Ich selber habe das bei „meinen“ Dolomedes plantarius gesehen, die sind wahrscheinlich verbreiteter als wir denken und als es in den Karten steht… auch das Präferieren bestimmter Fangmethoden kann ein nicht komplexes Bild ergeben. Das habe ich auch bei den Borkum- Spinnen gesehen, weil ich eben eine ganz andere (zugegeben viel ineffizientere) Methode habe, draußen alles um mich herum zu beobachten und zu erfassen.
LG
Sylvia

Jürgen Guttenberger

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Re: Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere
« Antwort #2 am: 2019-10-05 09:16:12 »
Hier gibt es wohl so viele unterschiedliche Meinungen wie Sammler.

Wenn ich mir nur Pholcus phalangioides vorstelle, müsste sie, wenn jeder Hausbesitzer oder Mieter diese Tiere an den Atlas melden würde, die Art für Deutschland oder wahrscheinlich für ganz Mitteleuropa flächendeckend gelistet sein.
Da aber Spinnen nur von wenigen Bürgern beachtet werden, von den wenigen noch weniger eine Kentnis davon haben und sie hier oder im Atlas vorstellen bzw. melden, wird es immer eine Gewichtung haben, ob adult oder nicht.
Und dann gibt es ja noch ganz wenige, die mehr oder weniger aktiv hier ihr Augenmerk darauf legen, sei es hobbymäßig oder beruflich.
Bei den Käferleuten, Ornithologen oder den Schmetterlingen sieht es wohl etwas anders aus, da gibt es wesentlich mehr Menschen, die sich mit diesen Tiergruppen beschäftigen.

Im Atlas kann man das Alter ja angeben. Wenn man subadulte und adulte Tiere mit einem Mausklick trennen könnte, wäre natürlich eine tolle Sache.

Gruß Jürgen

Michael Hohner

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Re: Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere
« Antwort #3 am: 2019-10-05 17:54:58 »
Im Atlas ist ca. bei 2/3 der Nachweise nicht bekannt, was der Reifegrad war. In dem Zustand würde so ein Filter wohl nicht viel Sinn machen.

Martin Lemke

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Re: Verbreitungsdaten und Nachweise inadulter Tiere
« Antwort #4 am: 2019-10-06 08:20:30 »
Ihr habt mich überzeugt. Ich gebe jetzt wieder auch inadulte Tiere ein.

@Jürgen: Meiner Erfahrung nach halten viele, auch Leute vom Naturschutz, Pholcus für Weberknechte ... Will heißen, die allgemeine Artenkenntnis bei Spinnen ist eher schwach.

Martin
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