Autor Thema: The Gimp: Hochpassfilter  (Gelesen 304 mal)

Martin Lemke

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The Gimp: Hochpassfilter
« am: 2020-05-15 12:23:38 »
Ich habe erstmals den Hochpassfilter von The Gimp verwendet und war überrascht. Es werden nicht nur feine Strukturen geschärft, sondern es verschwindet auch die intensive Farbe, welche zumindest mich, bei Genitalabbildungen eher stört.

Bearbeitetes Bild aus Photoshop:
Arctosa_leopardus-Epigyne-CML3779.jpg
*Arctosa_leopardus-Epigyne-CML3779.jpg (106.6 KB . 800x611 - angeschaut 132 Mal)

Nach dem Hochpassfilter von TheGimp:
Arctosa_leopardus-Epigyne-(gimp)-CML3779.jpg
*Arctosa_leopardus-Epigyne-(gimp)-CML3779.jpg (94.06 KB . 800x611 - angeschaut 133 Mal)

Da muss man schon etwas schlucken. Das Bild aus Photoshop sieht harmonischer aus, aber als Bestimmungsvorlage, finde ich, ist das zweite Bild hilfreicher.

Leider was, wie ich jetzt feststellte, die Fotoperspektive nicht ganz optimal. Ich habe tatsächlich schon so lange keine Microaufnahmen mehr gemacht, dass ich gar nicht mehr so richtig weiß, wie das geht.

hier noch der Wegweiser zum Filter:
hochpassfilter.png
*hochpassfilter.png (290.84 KB . 795x492 - angeschaut 120 Mal)

Martin
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Jürgen Guttenberger

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #1 am: 2020-05-15 19:53:42 »
Servus Martin,

das mit den Farben ist wirklich ein Problem.
Meine Bearbeitung auf dem PC-Bildschirm sieht oft (für mich) gut aus, lade ich die Fotos hoch, kommt mir oft  ein Bild entgegen, dass ich verdammt noch mal nicht sehen möchte.
Auf den Tablets von meinen Söhnemännern siehts dann wieder ganz anders aus.
Da ist wohl die Kalibrierung mit Schuld daran, ich bin da aber Laie.

Gruß Jürgen

Martin Lemke

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #2 am: 2020-05-15 20:55:33 »
Auf meinem kalibrierten Eizo-Bildschirm (ColorEdge CS2420), mit dem ich die Bearbeitung durchgeführt habe, sehen die Bilder viel besser aus als auf diesem alten Acer-Bildschirm, an dem ich im Moment sitze. So ein ambitionierter Knipser wie Du, braucht eigentlich einen kalibrierten Bildschirm und einen guten Eizo-Bildschirm bekommt man schon um die 300 € (sicher kein schlecht investiertes Geld). Ich hatte meinen Eizo damals hier gekauft: www.pixelcomputer.de. Vermutlich musst Du ein Kalibriergerät gleich mit bestellen.

An meinem Foto-Stacking-Arbeitsplatz habe ich leider auch keinen guten Monitor, nämlich einen alten Samsung Sync Master (zum Surfen ind Textverarbeitung ist der gut genug), der Acer ist nur ein Zweitmonitor. Eizo ist schon eine andere Kategorie. Aber darum ging es mir in diesem Thread gar nicht. Allerdings hast Du Recht damit, dass Bildbearbeitung mit einem schlechten Monitor nur wenig sinnvoll ist.

Ich will mir auch einen Eizo für meinen Stacking-Arbeitsplatz kaufen. Andernfalls kann ich die Bildqualität nicht überwachen; z.B. Einstellung des Blitzes. Von meiner jetzigen Arbeitsstelle habe ich es schätzen gelernt, mit zwei Monitoren zu arbeiten. Das ist deutlich komfortabler; das heißt, man muss den alten Monitor nicht wegwerfen. Nur für Bildearbeitung muss er tabu bleiben.

Martin
« Letzte Änderung: 2020-05-16 00:45:54 von Martin Lemke »
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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #3 am: 2020-05-16 23:03:16 »
Das Problem mit den Farben verstehe ich nicht , in GIMP kann man doch die Farben - jede einzeln oder alle gleichzeitig im Verhältnis zueinander- hoch und runterregeln... unter Farben gibt es da verschiedene Möglichkeiten wie: Farbton /Sättigung etc.. auch mit der Kurvenfunktion (auch unter Farben zu finden) kann man Vieles zum Besseren regeln...
LG
Sylvia

Martin Lemke

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #4 am: 2020-05-16 23:28:13 »
Das Problem mit den Farben verstehe ich nicht

Wir haben ein paar Farbenprobleme erörtert; welches meinst Du? Die zu bunten Genitalien? Mit Sättigung runterregeln usw. habe ich auch schon gearbeitet, aber so richtig glücklich bin ich damit nicht. Als ich noch mein altes Bino hatte und an diesem fotografierte, hatte ich regelmäßig an Kanten blaue Farbsäume, die ich durch drastisches Runterregeln der blauen Farbe halbwegs eliminiert hatte. Ein Bildbearbeitungsprogbramm von Nikon hatte dann aber eine bessere Methode1. Inzwischen weiß ich, dass Binos zum Fotografieren nicht geeignet sind – ich würde mir nie wieder eine Trino kaufen.

Martin

1: Das besagte Nikon-Programm (den genauen Namen weiß ich nicht mehr) unterstütz leider nicht das RAW-Format meiner D810, also habe ich es gar nicht erst wieder installiert. Dieser spezielle Filter war das einig Gute an dem Programm. Diesen Filter gibt es jetzt auch (kostenlos) für Photoshop, ist dort aber nicht so gut implementiert und daher für diese Zwecke kaum zu gebrauchen. Schade. Er ist Bestandteil der Nik Collection und gibt es als Photoshop Plug-in; kostenlso ist anscheinend nur die Version von 2012. Aber da ich nicht mehr am Bino fotografiere, habe ich keine Frabsäume mehr; das ist die bessere Lösung.
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Rainer Breitling

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #5 am: 2020-05-17 09:09:00 »
Hallo Martin,
Wenn der Hochpassfilter die Farbsättigung verändert, heißt das dann nicht, dass Du den Filter falsch verwendest, dass er also seine Hauptaufgabe, das Schärfen der feinen Details, nicht erfüllen kann? Ein gut eingestellter HP-Filter produziert doch ein beinahe farbloses Bild der Kanten im Original, das dann zum Schärfen verwendet wird, ohne die Farbe zu beeinflussen.
Beste Grüße,
Rainer

Ulrich Kursawe

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #6 am: 2020-05-17 10:28:00 »
Servus,

dass Hochpassfilter das Bild etwas "ergrauen" lassen, ist normal. I.d.R. werden Hochpassfilter realisiert, indem man vom Originalbild das Tiefpassbild (z.B. ein Weichzeichner) subtrahiert. Dabei können "negative" Pixelwerte entstehen, was wiederum vermieden wird, indem man das ganze Bild um 127 Graustufen anhebt, also auf jedes Pixel 127 draufaddiert. Dadurch entsteht dieser Effekt.

Viele Grüße, Uli

Martin Lemke

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #7 am: 2020-05-17 23:07:23 »
Ich habe den Eindruck, dass TheGimp auf das Bild zunächst den Filter "Automatisch: Weißabgleich" anwendet. Daher der neue Eindruck, welcher mit dem Hochpassfilter eigentlich nichts zu tun hat.

Rein praktisch habe ich festgestellt, dass der gewöhnliche Scharfstellfilter von Photoshop schlussendlich ein besseres Ergebnis liefert als der Hochpassfilter von TheGimp. Ich werde den Hochpassfilter von TheGimp daher wohl doch nicht richtig in mein Herz schließen – zumal in der Grundeinstellung das Ergebnis schrecklich aussieht und man durch das Betätigen der Regler mehr schlecht als recht zu einem besseren Bild kommt1. Wie das alles auf andere Betrachter wirkt, ist dann die Frage des jeweiligen Monitors, vor welchem der Betrachter sitzt. Jürgen hat das ganz gut skizziert. Das letztere Problem scheint mir unlösbar. Leider ist damit auch die Bild-Qualitätsfrage (für den Betrachter) verknüpft.

Martin

1: Im oben erwähnten Programm von Nikon, führte die Anwendung des Hochpassfilters tatsächlich zur quasi selektiven Schärfung feiner Strukturen. Und zwar ohne das Foto sichtlich anzugrauen – danke, Uli für den Einblick in die technischen Hintergünde. Anscheinend kann man einen Hochpassfilter auch so implementieren, dass das Graueffekt-Problem eliminiert wird. TheGimp lässt dieses Problem auf den Anwender los.

Das Nikon-Programm kostete seinerzeit 199 € und hieß "Nikon NX" oder "Nikon NX2", heute gibt es nur noch "Nikon-NX-D", das den genannten Farbfilter nicht enthält; ob es einen potenten Hochpassfilter enthält, entzieht ich meiner Kenntnis. Mit Photoshop CS brauche ich Nikon NX-D nicht mehr.
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Rainer Breitling

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #8 am: 2020-05-18 09:45:07 »
Hallo Martin,
Das stimmt schon; der Effekt eines Hochpassfilters kann so ähnlich sein, wie bei einem automatischen Weißabgleich: die Durchschnittfarbe des Bilds wird Neutralgrau (durch die Addition von "127", die Uli beschreibt). Wichtig ist aber, dass der Filter an sich keinen Einfluss auf die Bildschärfe hat. Das musst Du als Gimp-Nutzer selbst erledigen, indem Du Hochpassbild und Original miteinander verrechnest. Das Hochpassbild dient dazu, die Kanten im Original zu identifizieren, die geschärft werden sollen. Es zeigt also bei korrekter Einstellung kaum Farben und sieht dem Original nur noch ganz entfernt ähnlich. Das "Graueffekt-Problem" ist kein Problem, sondern ein essentielles Feature des Hochpassfilters, denn nur so lässt sich vermeiden, dass der Filter die Farbe des geschärften Originals störend beeinflusst. Bei YouTube gibt es allerhand Tutorials zum Thema.
Beste Grüße,
Rainer

Martin Lemke

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Re: The Gimp: Hochpassfilter
« Antwort #9 am: 2020-05-18 14:39:11 »
Herzlichen Dank für die Erläuterungen. Dass das Ergebnis des Hochpassfilters lediglich ein Zwischenergebnis ist, hatte ich so nicht verstanden. Als Ebenen-Muffel bin ich mit den Ebenen-Features nicht so vertraut und was der Sprecher (herrliche Mundart, die erinnert an die Gruppe Badesalz), mal eben mit "und dann überlagern" klickt, um das nachzuvollziehen, musste ich das Video mehrmals anhalten und zurück gehen. Der Filter sich doch gar nicht so schlecht und verdient es doch, damit herum zu experimentieren.

Ein Bild der Epigyne von Centromerus levitarsis, das ich kürzlich ins Wiki hoch lud, sieht nach dieser Prozedur (Hochpassfilter mit 15) doch ein wenig besser aus:

Centromerus levitarsis CML 3919-Epigyne.jpg
*Centromerus levitarsis CML 3919-Epigyne.jpg (141.84 KB . 687x800 - angeschaut 35 Mal)

So ein durchsichtiger Scapus ist photographisch ein schwieriges Objekt.

Martin
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