Autor Thema: Zietschkuppe 09  (Gelesen 5383 mal)

Arno Grabolle

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Zietschkuppe 09
« am: 2009-04-05 21:04:58 »
Hallo,

Die paradisischen Bedingungen (Wochenende + Bombenwetter + PKW zur Verfügung) veranlassten mich gestern, mal wieder meinen Lieblings-Trockenhang/Felsen nordöstlich von Jena aufzusuchen. Wie jedes Mal mit dem Primärziel, Phaeocedus braccatus (eine sehr seltene ameisennachahmende Plattbauchspinne) wiederzufinden, die ich 1997 hier mal entdeckt, aber den Fund nur unzurechend dokumentiert hatte.

MapsLink: Die Zietschkuppe befindet sich direkt nördlich des kleinen Örtchens Löberschütz.

Aber auch diesmal fand ich keine Spur der Art. Ich wäre auch schon längst an dieser Aufgabe verzweifelt, wenn ich dafür nicht immer wieder andere bemerkenswerte Arten finden würde. Es mutet wie eine chinesische Weisheit an: Auf der Suche nach dem nie erreichen Ziel erreicht man andere, nicht minderwerte Ziele. Mit anderen Worten: Hätte ich damals (noch sehr unerfahren im Vergleich zu heute) nicht mit mehr Glück als Verstand diese Plattbauchspinne gefunden, hätte ich schon längst die Lust an diesem Hang verloren und mir wären einige Entdeckungen entgangen.

Vor zwei Jahren, bei meinem letzten Besuch, waren es Myrmarachne formicaria und Liocranum rupicola (Erst- bzw. Zweitnachweis für Thüringen). Diesmal sind es allem Anschein nach die Springspinnen Ballus rufipes und Neon levis (beide bisher sehr selten nachgewiesen in De. und in Thüringen überhaupt nicht). Es scheint sich hier in der Tat um eine Art Hotspot im Jenaer Muschelkalk-Gebiet zu handeln.

Auffallendste und optisch dominatnte Art war an diesem Tag die groß-Springspinne Asianellus festivus. An einer Stelle, an der sich besonders viele Männchen tummelten, habe ich interessehalber mal gezählt und kam auf einer Fläche von ca. 1 qm auf ca. 7 Männchen, einem Weibchen und zwei Jungtieren, die ich alle ohne zu suchen im Hocken und mit blosem Auge ausmachen konnte.

Die Kalssiker, Eresus kollari und Atypus spec. waren auch wieder zu finden. Ebenso Gnaphosa lucifuga und viele andere Arten, die in den nächsten Tagen ausgewertet werden wollen.

Die letzten zwei Stunden vor dem Dunkelwerden bin ich nochmal auf einen großen Tafelberg links neben der Zietschkuppe geklettert. Irgendwie vermute ich, dass hier der Hauptteil der Populationen seltener Arten zu finden ist und dass ich mit der Zietschkuppe immer nur ein „Randbiotop“ des eigentlichen Hotspots untersuche. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dieser ziemlich kleine Hang ein isoliertes Refugium für so viele seltene Arten ist.

Fotos:
1. Panorama: Der morgentliche Aufstieg – Zietschkuppe rechts im Bild, in der Mitte dann besagter Tafelberg, von dem aus das 3. Panorama aufgenommen ist.
2. Panorama: spätnachmittäglichenr 180°-Blick von der Zietschkuppe.
3. Panorama: Am Fuße des Tafelberges befinden sich etwas skurril wirkende Streuobstwiesen (fast alle Bäume scheinen schon seit Jahren tot). Beim Durchschreiten dieser Flächen stieß ich fast beiläufig auf Atypus-Startrampen. Auf einer war sogar noch ein Jungtier zugange.

Zum Atypus-Schlauch: der ist schon etwas freigelegt. So offensichtlich liegen die seltenst herum. Ich habe auch eine freigebuddelte Eresus fotografiert. Die Bilder sind aber leider vollkommen misslungen.

Zur Milbe: relativ groß – vielleicht 1,5 mm und immer mit Dreck behängt, so dass sie sich kaum bewegen können. Ich hoffe Walter kann die bestimmen.

Zwei Linyphiiden, zu denen ich noch gar nichts sagen kann.

Zur Ballus: Sie kroch zwischen Moos am Hangkopf herum. Irgendwie wunderte mich, dass ihr das typische Muster fehlte. erst zuhause wurde mir klar, dass es sich um eine andere Art handeln könnte.

Zur Neon: Ich fand relativ viele dieser sehr kleinen subadulten Tiere zwischen Steinen und Bodenstreu. Ein Männchen scheint schon reif zu sein.
V.a. bei den jüngeren Tieren ist der helle Bereich des Prosoma ziemlich durchsichtig, so dass man die innere Augenapperatur der großen Frontaugen sehen kann (dunkle Schatten hinter den Frontaugen). Dieser innere Teil der Augen (Netzhaut/Glaskörper) wird – wie man bei Foelix nachlesen kann – von Muskeln hin- und herbewegt. Bei dieser Springspinne kann man das live unter dem Bino beobachten. Sie zucken in Sekundenbruchkeilen herum und loten von rechts nach links relativ extreme Wikel aus.

Weiter Arten folgen, wenn die Zeit es zuläßt ...

Arno

Walter Pfliegler

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #1 am: 2009-04-05 22:01:11 »
Sehr schöne und interessante Fotos - die Milbe ist Oribatida 99%, ich werde nachschauen. Bei Oribatiden ist ein Foto von Unterseite immer wichtig - aber diese Milbe ist ziemlich characteristisch.
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #2 am: 2009-04-05 22:27:30 »
Hallo Walter,

danke schon mal. Ich mache dann auch noch Mikroskop-Aufnahmen.

Meinst du man kann sie bis zur Art bestimmen?

Arno

Walter Pfliegler

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #3 am: 2009-04-06 11:11:54 »
Das ist nicht wahrscheinlich, leider. Zu Oribatiden habe ich das Buch Oribatid Mites Genera of the World - mit mehr als 300 Seiten, dieses Buch hat eine Zeichnung für alle Gattungen - das bedeutet 1000 verschiedene Gattung (Und untergattung). Art erkenne ich nur, wenn die Gattung nur eine Art hat. Das Problem mit dieser Milbe ist, dass es viel leichter wäre, wenn das Buch auch die Beine zeigte, aber das ist nicht der Fall. Oribatiden-Forscher benutzen die Charakters den Beinen und Klauen nur bei Art-Beschreibung, nicht Gattung-Beschreibeung.

Ich habe auch ein Buch über Mittel-Europische Oribatiden, aber nur Teil I wurde geschrieben, das ist über primitive Oribatiden. Obwohl dein Tier wie ein Dinosaur in der Welt der Milben aussieht, ist es nicht primitiv: die primitive Hornmilben haben ein Schild, das von Teilen besteht, das hier hat ein Schild das das ganze Körper schutzt. Auch, Primitive haben Feder-ähnliche Haaren. Es gibt aber solche primitive Oribtiden auch, die sehr dünn und hoch sind, und haben einen solchen Kopf, das wie die Klinge eines Taschenmessers zugemacht werden kann (zB Pthiracaridae). (diese werde ich auch ins Wiki schreiben, zu Anatomie der Hornmilben - die Zeichnungen nötig hab' ich selbst gemacht, wenn sie nicht schön sind, wäre es gut, dass du sie neu zeichnest).

Ich möchte was fragen: wie sagt man auf Deutsch, wenn ein Tier nicht primitiv ist? zB auf Englisch sagt man 'basal' für Primitive ud 'crown' für nicht-primitive Tiere, die verwandt sind. zB bei Chordata Fische sind primitiv und Tetrapoda sind die ?????
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #4 am: 2009-04-06 20:43:10 »
Ich mache trotzdem mal Fotos.

Zu nicht primitiv sagt man in diesem Zusammenhang glaub ich „höherentwickelt“ oder einfach z.B. „höhere Oribatidae“. Aber so weit ich das immer mal mitbekomme, ist das Konzept der Höherentwicklung umstritten. Vielleicht sollte man eher „komplexere ...“ sagen und im Gegensatz dazu „einfachere ...“.

Arno

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #5 am: 2009-04-07 23:41:37 »
Weitere Fotos: Namen (vorläufige Bestimmung) stehen drunter ...

Arno

Aloys Staudt

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #6 am: 2009-04-08 00:55:09 »
Hallo Arno,
mit diesen Funden wirst Du aber Arachnologen-Geschichte schreiben. Allein
der Nachweis von Ballus rufipes ist schon Spitze. Es gab ja bisher aus dem Osten
nur diese Uralt-Meldung aus der Lausitz. Wobei ich irgendwie im Hinterkopf hatte
auch GRAUL (GRAUL, R. (1969): Spinnen (Araneae) in Ostsachsen. - Abh. Ber.
Naturkundemus. Görlitz 44 (8): 1-14.) hätte sie gemeldet - scheint aber nicht so zu sein.

Auch Neon laevis ist natürlich super. Obwohl noch Jungtier kann man ja die
charakteristische Form des Bulbus bereits erkennen. Auch ich habe vor einigen Wochen
eine neue Stelle mit dieser Springspinne gefunden (hoffe ich jedenfalls, die Tierchen
waren noch zu jung um Genaueres sagen zu können: http://www.delattinia.de/GM/GM_Leienberg.htm)

Die Häufung echter Raritäten an der Zietschkuppe ist wirklich beeindruckend. Vielleicht sollte ich mal
einen "Naturschutzwert-Index" für Spinnen festlegen mit dem man solche Dinge quantifizieren könnte?

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Aloys
 

« Letzte Änderung: 2009-04-08 00:57:29 von Aloys Staudt »

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #7 am: 2009-04-08 08:43:12 »
Ich hatte mir nach dem Fund von L. rupicola die Theorie zurechtgelegt, dass durch den kleinen ehemaligen Steinbruch, der sich unterhalb des Felsens befindet, evtl. in der Vergangenheit ein reger Austausch von Fahrzeugen/Menschen/Material mit südlicheren Regionen Deutschlands stattgefunden hat und dadurch die ein oder andere Art eingeschleppt worden sein könnte. Allerdings sprechen meherere Erwägungen gegen diese Hypothese: 1. dürfte es in den letzten 50 Jahren ja aus politischen Gründen kaum irgendeinen Austausch nach sehr viel südlicheren (westlicheren) Bereiche Deutschlands/Europas gegeben haben. 2. Sieht der Steinbrucht wirklich viel zu klein und unbedeutend aus, als dass er nicht nur Material für die Umliegenden Bundesstraßen geliefert haben sollte.

Aloys, Hälst du die Bilder von Neon levis und Ballus rufipes so für „beweiskräftig“ genug? V.a. das subadulte Neon-Männchen scheint nicht so recht fressen zu wollen (ist halt auch nur 2 mm lang) und ich befürchte, ich werde es nicht schaffen, dass er sich reifhäutet. Die Ballus könnte reif sein. Ich habe mir noch nicht getraut, sie zu töten.

Noch eine Frage: Warum fehlt Ballus r. im Bestimmungsschlüssel der Uni Bern?

Diesen Index sollte man doch aus den Angaben der Roten Listen ermitteln können (Durchschnitt?). Allerdings schwankt der ja zwischen den einzelnen Regionen Deutschlands.

Arno

pfeiffer

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #8 am: 2009-04-08 09:41:35 »
Die Ballus könnte reif sein. Ich habe mir noch nicht getraut, sie zu töten.

Töten ist ziemlich dratisch. Probier mal ein Bisschen Ballus-Balzen -- die Arme ausstrecken, ein bisschen Ballusstepptanz usw.

-K

:-)

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #9 am: 2009-04-08 21:00:09 »
;)) ja ja, da gibts aber noch andere, weniger peinliche Methoden.

Zu dem Thema fällt mir wieder ein, dass ich am Samstag – als ich den vielen vielen Asianellus fetivus an dem Hang zuschaute – beobachten konnte, dass auch die Jungtiere unter sich und den erwachsenen Weibchen und den Männchen „flirteten“. D.h. sie geben immer irgendwelche Bewegungs-Signale ab, wenn sie auf eine andere Springspinne (ihrer Art?) treffen, egal ob gegen- oder gleichgeschlechtlich oder ob im gleichen Entwicklungsstadum. Meist wollen sie die andere Spinne wohl einfach nur vertreiben.

Arno

Aloys Staudt

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #10 am: 2009-04-09 07:50:01 »
Aloys, Hälst du die Bilder von Neon levis und Ballus rufipes so für „beweiskräftig“ genug? V.a. das subadulte Neon-Männchen scheint nicht so recht fressen zu wollen (ist halt auch nur 2 mm lang) und ich befürchte, ich werde es nicht schaffen, dass er sich reifhäutet. Die Ballus könnte reif sein. Ich habe mir noch nicht getraut, sie zu töten.

Für Ballus rufipes würde ich meine Hand ins Feuer legen! Ich habe die Art ja inzwischen
hunderte Mal gesehen. Bei Neon würde ich noch etwas warten.

Noch eine Frage: Warum fehlt Ballus r. im Bestimmungsschlüssel der Uni Bern?

Keine Ahnung, vielleicht weil man sie genital nicht unterscheiden kann?

___________
Aloys



Aloys Staudt

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #11 am: 2009-04-09 07:55:55 »
Diesen Index sollte man doch aus den Angaben der Roten Listen ermitteln können (Durchschnitt?). Allerdings schwankt der ja zwischen den einzelnen Regionen Deutschlands.

Ich dachte eher an einen Index der nur auf der Nachweishäufigkeit basiert. Die Nutzung
der RL-Liste wäre ja ein Index dem die Gefährdung zugrundeliegt, die ich im übrigen für nicht
sauber (im wissenschaftlichen Sinn) ermittelt halte. Daher gibt es fürs Saarland auch keine RL Spinnen!

_________
Aloys
   

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #12 am: 2009-04-09 08:35:33 »
Ich weiß nicht, ob es dadurch besser würde. Mir scheint es immernoch so zu sein, dass aufgrund der häufig eingesetzten Fangmethoden bestimmte Arten über- und andere unterrepräsentiert sind in den Nachweiskarten. Mit solch einem Index wären stationär lebende Boden-Spinnen oder reine Rindenarten immer als „gefärdeter“ eingestuft, als andere.

Fließt die Nachweishäufigkeit nicht auch in die Beurtelung der Schutzwürdigkeit einer Art in der RL ein?

Arno

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #13 am: 2009-04-14 00:22:56 »
Es wird immer kurioser: Mir war schon beim Einfangen und Fotografieren aufgefallen, dass es einen merklichen Größenunterschied zwischen den meisten (sehr kleinen) Neons und einem etwas größeren Männchen gab. Auch in der Opist-Zeichnung unterschied sich das etwas größere Männchen. Ich hatte es zuerst auf einen Entwicklungsunterschied geschoben und gedacht, die kleineren sein einfach noch eine Häutung zurück.

Am Wochenende haben sich alle sa. Männchen reifgehäutet und nach allem, was ich am lebenden Tier bei einem Blick durchs Bino erkennen kann, handelt es sich nur bei dem größeren Exemplar (die letzten zwei Fotos im ersten Posting) um N. laevis. Dieses hatte auch im sa. Zustand schon diese typische Bulbus-Form. Die kleineren Exemplare (drittletztes Foto in ersten Beitrag) haben jetzt einen deutlich zu erkenneden Embolus-Kringel auf der Innenseite des Palpus und gehören wahrscheinlich zu N. rayi. Das scheint auch deshalb recht wahrscheinlich zu sein, weil die Art im Saaletal schon drei mal nachgewiesen wurde.

Arno

Martin Lemke

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #14 am: 2009-04-14 08:19:50 »
Mir scheint es immernoch so zu sein, dass aufgrund der häufig eingesetzten Fangmethoden bestimmte Arten über- und andere unterrepräsentiert sind in den Nachweiskarten.

Bei den Nachweiskarten fällt vor allem auf, dass nicht alle Regionen gleichstark untersucht sind. Deshalb ja auch die Forumsexkursionen in die "weißen" TKs. Ganz sicher ist aber die Fangmethode ein Faktor, der nicht zu unterschätzen ist. Viele meiner Neunachweise für Schleswig-Holstein waren typische Kescher- und Klopfschirm-Arten.

Zitat
Fließt die Nachweishäufigkeit nicht auch in die Beurteilung der Schutzwürdigkeit einer Art in der RL ein?

Sicherlich auch. Stärkster Faktor ist sicherlich der Bedrohungsgrad des Lebensraums.

@Arno: Was ich Dir ans Herz legen möchte, ist für die Arachnologischen Mitteilungen einen Bericht zu verfassen. Gerade die Funde seltener Arten interessiert auch die Fachwelt. Und für einen selber ist so ein Artikel auch ganz schön. Auch wenn es einen Haufen Arbeit macht. Es ist irgendwie auch eine gewisse Krönung der eigenen Aktivitäten.

Ero spec. sieht in meinen Augen nach E. tuberculata aus. Wegen der nur sehr schwachen Konvexität des Opisthosomas.

Martin
« Letzte Änderung: 2009-04-14 08:26:56 von Martin Lemke »
Profil bei Researchgate.net – Spinnen-News aus SH

DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #15 am: 2009-04-14 08:35:03 »
@Arno: Was ich Dir ans Herz legen möchte, ist für die Arachnologischen Mitteilungen einen Bericht zu verfassen. ...

Ja, das habe ich auch vor. Aber, wie du sagst, es macht etwas Arbeit und – da ich es das erste mal machen würde – noch mehr. mal sehen wann und ob ich es schaffe. Es müsste sein, da hast du recht.

Der Ero hat sich kurz nach dem Shooting gehäutet, ist aber wohl nicht nicht reif (noch zu klein). Ich versuche ihn mal durchzufüttern. Nach meinen Erfahrungen mit dem Hang, bin ich inzwischen bei jeder Art vorsichtig.

Arno

pfeiffer

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #16 am: 2009-04-14 22:36:00 »
Am Wochenende haben sich alle sa. Männchen reifgehäutet und nach allem, was ich am lebenden Tier bei einem Blick durchs Bino erkennen kann, handelt es sich nur bei dem größeren Exemplar (die letzten zwei Fotos im ersten Posting) um N. laevis. Dieses hatte auch im sa. Zustand schon diese typische Bulbus-Form. Die kleineren Exemplare (drittletztes Foto in ersten Beitrag) haben jetzt einen deutlich zu erkenneden Embolus-Kringel auf der Innenseite des Palpus und gehören wahrscheinlich zu N. rayi.

Wir freuen uns auf neue Bilder. Für das Archiv: Neon levis (seit 1998)

-Kevin

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #17 am: 2009-04-14 23:42:21 »
Aha, ich wundere mich schon die ganze Zeit, ob das nun laevis oder levis heißt.

Arno

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #18 am: 2009-04-15 09:32:19 »
Aha, ich wundere mich schon die ganze Zeit, ob das nun laevis oder levis heißt.

Hier die lange Liste (auf Platnick 8,5 basiert):
Attus levis Simon 1871
Neon levis Simon 1871
Neon levis Simon 1876
Neon levis Dahl 1926
Neon laevis Simon 1937
Neon levis Tullgren 1944
Neon laevis Lohmander 1945
Neon laevis Wiehle 1967
Neon laevis Vilbaste 1969
Neon laevis Miller 1971
Neon laevis Ledoux 1972
Neon levis Prószynski 1979
Neon levis Flanczewska 1981
Neon levis Zhou & Song 1988
Neon levis Hu & Wu 1989
Neon laevis Heimer & Nentwig 1991
Neon levis Hänggi 1993
Neon levis Danilov & Logunov 1994
Neon laevis Fuhn & Gherasim 1995
Neon levis Zabka 1997
Neon laevis Logunov 1998
Neon levis Roberts 1998
Neon levis Metzner 1999
Neon levis Song, Zhu & Chen 1999
Neon levis Almquist 2006

Also die Chancen, dass es mal wieder zum "laevis" wird, sind nicht schlecht, denke ich. ;-)

-K

Bastian Drolshagen

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #19 am: 2009-04-15 11:19:04 »
hi,
wenn die ursprungliche Schreibweise "levis" lautet, dann heißt die Art auch so (siehe ICZN). Außerdem könnte man argumentieren, dass aus Gründen der "nomenklatorische Stabilität" "levis" anerkannt wird (die Publikationen von "levis" zu "laevis" stehen 16:9).

Arno Grabolle

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Re: Zietschkuppe 09
« Antwort #20 am: 2009-04-15 22:17:54 »
Ok, danke für die Aufklärung.

Arno