Autor Thema: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen! => Pardosa saltans  (Gelesen 1546 mal)

Aloys Staudt

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 863
Hallo zusammen,
Diese Art ist bei uns im Südwesten gerade adult geworden. Sie ist
ein typischer Laubstreu-Bewohner und in der Regel massenhaft in
diesem Lebensraum vertreten. Bei dieser Ansicht sollte eine Bestimmung
bis zur Art möglich sein - wer traut sich?

Arno, Guido und Michael dürfen nicht mitraten!

_________
Aloys
 
« Letzte Änderung: 2010-04-15 09:30:08 von Lars Friman »

Guido Gabriel

  • ****
  • Beiträge: 1812
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #1 am: 2010-04-14 19:37:04 »
Ich sollte doch nicht... ich hatte das "nicht" überlesen (Beitrag aber schnell wieder gelöscht!)

Ich hatte mir auch zwei Männchen eingesammelt, waren noch nicht adult, ich dachte, sie brauchen nur noch eine Häutung, aber nein, auch nach der Häutung waren sie nicht adult. Also hinken sie hier im Gebirge eine Häutung hinterher.
« Letzte Änderung: 2010-04-14 19:40:00 von Guido Gabriel »

Jörg Pageler

  • Gast
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #2 am: 2010-04-14 19:42:38 »
Ich habe nichts zu verlieren: Ich sage: Pardosa saltans.

Jörg

Pierre Oger

  • ***
  • Beiträge: 771
    • Arachno site
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #3 am: 2010-04-14 20:08:44 »
Ich habe nichts zu verlieren: Ich sage: Pardosa saltans.

Jörg
Ich auch...

Aloys Staudt

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 863
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #4 am: 2010-04-14 21:39:16 »
Ich habe nichts zu verlieren: Ich sage: Pardosa saltans.
Ich auch...

Ich zieh den Hut vor euch, meine Herren
Chapeau, messieurs

Bei mir dauerte es ein ganzes Jahr bis ich eine gewisse Sicherheit
bei dieser Artengruppe erlangt hatte.

________
Aloys
« Letzte Änderung: 2010-04-14 21:42:41 von Aloys Staudt »

Jörg Pageler

  • Gast
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #5 am: 2010-04-14 21:49:51 »
Hallo Aloys,

ich gebe zu, was jeder hier schon geahnt haben wird: Bei mir war das weniger Bestimmung als vielmehr Kombination...

- nach der stinknormalen P. lugubris hättest Du bestimmt nicht gefragt
- P. alacris soll irgendwelche braunen Flecken an den Palpen haben
- viel bleibt da nicht
- manchmal hat man ja auch Glück

...schon ist man bei Pardosa saltans!

Jörg

Aloys Staudt

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 863
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #6 am: 2010-04-14 21:59:48 »
- nach der stinknormalen P. lugubris hättest Du bestimmt nicht gefragt

STINKNORMAL ist Pardosa saltans - versuche aber mal eine Pardosa lugubris s.str.
zum Vergleich aufzutreiben - das geht nicht so einfach!

_________
Aloys

pfeiffer

  • Gast
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #7 am: 2010-04-14 22:11:46 »
Diese Art ist bei uns im Südwesten gerade adult geworden.

Gibt es mehr als eine Möglichkeit? Wieso schwer? (Oder bin ich in die Falle gelandet?)

[Ach, ja, sehe ich jetzt.. P. lugubris... hat auch den weißen Kopf.]

-K
« Letzte Änderung: 2010-04-14 22:14:23 von Kevin Pfeiffer »

Michael Hohner

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4754
  • Wo ist nun der versprochene Wurm?
    • Meine Spinnenfunde in Bayern
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #8 am: 2010-04-14 22:17:35 »
In meiner Gegend ist es eher umgekehrt. P. lugubris s. str. habe ich öfter gefunden als P. saltans.

Aloys Staudt

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 863
Re: Lycosidae - häufig, aber schwer zu bestimmen!
« Antwort #9 am: 2010-04-15 07:39:11 »
In meiner Gegend ist es eher umgekehrt. P. lugubris s. str. habe ich öfter gefunden als P. saltans.

Das ist sehr interessant - Kannst Du mal näher auf deine Beobachtungen eingehen, ich versuche
dann das Gleiche für den Südwesten.

____
Aloys
 

Michael Hohner

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4754
  • Wo ist nun der versprochene Wurm?
    • Meine Spinnenfunde in Bayern
Ich habe erst ab 2008 die Pardosa-Maennchen genital bestimmt, deswegen ist die Datenmenge eher gering. Die Stichproben aus Laubstreu, Trockenrasen und Wald waren dabei meistens P. lugubris s. str. Genaugenommen habe ich erst einmal P. saltans gefunden, und zwar auf Kalkstein (Umgebung Trockenrasen).

Guido Gabriel

  • ****
  • Beiträge: 1812
Also ich habe in der Chemnitzer Region ausschließlich Pardosa lugubris gefunden, Pardosa saltans hatte ich in Chemnitz überhaupt nicht. Ich habe aber keine Erhebungen über die Anzahl gemacht, kann nur für Pardosa saltans = 0 angeben.

LG Guido

Arno Grabolle

  • ******
  • Beiträge: 14437
    • mein g+
Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich um diese Arten bisher gedrückt habe. Am Woe. (so schönes Wetter) habe ich vor einen bekannten großen Kalkhang zu besuchen. Welche Art sollte ich da finden (neben hortensis und bifasciata?) P. saltans?

Arno

Michael Hohner

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4754
  • Wo ist nun der versprochene Wurm?
    • Meine Spinnenfunde in Bayern
P. alacris wäre da auch ein Kandidat (der Dritte im Bunde). Den haben wir z.B. am Riechheimer Berg gefunden.

Arno Grabolle

  • ******
  • Beiträge: 14437
    • mein g+
Aha, na dann wirds der sicherlich sein. Falls ich reife Männchen treffe, kann ichs prüfen.

Arno

Aloys Staudt

  • Aktive Mitarbeiter
  • *****
  • Beiträge: 863
Ich habe erst ab 2008 die Pardosa-Maennchen genital bestimmt, deswegen ist die Datenmenge eher gering. Die Stichproben aus Laubstreu, Trockenrasen und Wald waren dabei meistens P. lugubris s. str. Genaugenommen habe ich erst einmal P. saltans gefunden, und zwar auf Kalkstein (Umgebung Trockenrasen).

Nach meinem derzeitigen Kenntnisstand ist hier im Südwesten
Pardosa saltans DER Bewohner lichter, warmer Waldränder und
entsprechender Stellen im Wald. Falllaubbewohner und immer in
hoher Individuendichte vertreten.

Pardosa lugubris s.str. sind einzelne Tiere auf Trockenrasen im
Muschelkalk und auf Sand. Ganz vereinzelt eigentlich überall im
Offenland vertreten.

Wenn eure Beobachtungen stimmen, die ein völlig anderes Bild zeichnen,
scheint es sich hier um 2 sehr interessante Arten zu handeln, vielleicht
sogar mit einer Verbreitungsgrenze (bei saltans) in Deutschland.
Ich werde daher ab sofort bei jeder Exkursion auch "Pardosa lugubris"-Männchen
einsammeln und Notizen zur Individuendichte und zum Habitat machen, um meine
eigenen Eindrücke auf eine belastbare Basis zu stellen. Ich tendiere (leider) bei meinen
Aufsammlungen allzu gerne dazu gemeine, uninteressant erscheinende Arten zu
"übersehen".  

_______
Aloys
 

Michael Hohner

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 4754
  • Wo ist nun der versprochene Wurm?
    • Meine Spinnenfunde in Bayern
Kurzes Update:

Gestern habe ich zwar eine Menge Pardosa lugubris s.l. im Wald und Laubstreu gefunden, aber da war kein reifes Männchen darunter. Auf Blockhalden habe ich ebenfalls viele Pardosa gefunden, und die waren alle (wie ich schon im Feld vermutet habe) P. alacris.

Arno Grabolle

  • ******
  • Beiträge: 14437
    • mein g+
... bei mir gleiches Bild.

Arno