Autor Thema: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai => Scotophaeus scutulatus  (Gelesen 1297 mal)

Walter Pfliegler

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Hallo, dieses Männchen habe ich bei einem kleinem See gefunden. Etwa 9 mm lang. Scotophaeus?
« Letzte Änderung: 2009-07-16 11:23:29 von Lars Friman »
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

Arno Grabolle

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #1 am: 2009-06-01 00:24:59 »
Scheint scutulatus zu sein. Das wichtigste Detail – die Tibialapophyse – ist leider unscharf. Mach mal ein Bild von vorne.

Arno

Walter Pfliegler

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #2 am: 2009-06-01 00:40:08 »
Grüss Arno, wieder im Forum (nach lange Reise, vermute ich). Ich werde ein Foto noch machen, leider hab ich kein Fixiersand und weiss nicht wie man das macht.
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

pfeiffer

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #3 am: 2009-06-01 08:29:48 »
Grüss Arno, wieder im Forum (nach lange Reise, vermute ich). Ich werde ein Foto noch machen, leider hab ich kein Fixiersand und weiss nicht wie man das macht.

Ein winziger ("less is more") Tupfen Vasoline (oder Haarwachs, wie Bastian vor kurzem berichtet hat) mit Stecknadel auf die Schale deponieren und darauf der Pedipalpus.

-K

Arno Grabolle

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #4 am: 2009-06-01 08:54:33 »
Hallo Walter,

Wenn du öfter mal einen Pedipalpus oder andere Details von Spinnen oder anderen Arthropoden fotografieren willst, kommst du über eine Möglichkeit zur Fixierung nicht herum.

Möglichkeit 2 wäre Fixiersand: feinen Vogelsand in der Zoohandlung kaufen. durch einen feinen Sieb etwas davon in ein leeres Marmeladenglas (oder ähnliches) geben, sodass nur die ganz feinen Sandkörner hineinkommen und Wasser einfüllen. Dann Deckel draufschrauben und kräftig schütteln. Dann das Wasser mit dem Schwebteilchen wieder abgießen. Diesen Vorgang wiederholt man sehr oft (10–20 mal), bis keine Schwebteilchen mehr im Wasser sind. So kann man den Sand dann verwenden. Am besten deponiert man ihn in dem Marmeladenglas mit Wasser drin.

Mit einem kleinen Löffel kann man eine kleine Portion in eine Blockschale geben und etwas abgestandenes Wasser nachfüllen. Abgestandenes Wasser ist Wasser, dass man schon mindestens einen Tag vorher aus dem Wasserhan abgefüllt hat. Am besten man füllt gleich eine alte 1,5-L Wasserflasche – so hat man immer etwas abgestandenes Wasser zur Hand. Wenn man das Wasser direkt aus der leitung nimmt, kommt es zu Bläßchenbildung an den Odjekten.
Man kann auch mit Akohol arbeiten.

Arno


Walter Pfliegler

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #5 am: 2009-06-01 23:34:18 »
Danke für dei Antworten, ich versuchte es mit Haarwax. Aber Sand möchte ich auch probieren - ich denke, dass es das Belichtung von unten mehr homogen macht. Also, das Bild:
Walter Pfliegler - Amateur Naturfotograf (und Molekular Biologe - Ungarn)

pfeiffer

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #6 am: 2009-06-02 08:54:08 »
Also Scotophaeus scutulatus... (sehe ich)

-K

Arno Grabolle

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Re: Scotophaeus sp? Gnaphosidae, O Ungarn, Mai
« Antwort #7 am: 2009-06-02 08:55:14 »
Ja, sieht immernoch nach scutulatus aus. Für letzte Sicherheit brauchte man ein gutes Foto von der Seite (siehe SpiMi). Am besten schaust du dir zuerst in den SpiMi an, in welhcer Position die Genitalien abgebildet sind und welche Merkmale wichtig sind. Dann versuchst du das Foto so ähnlich wie möglich hinzubekommen.

In diesem Fall ist das wichtigste Unterscheidungekriterium zwischen quadripunctatus und scutulatus die Spitze der Tibialapophyse.

Arno

Simeon Indzhov

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Zehn Jahre zu spät, aber immernoch ein richtiger Schatz: wenn man Levy G. (1999) öffnet, sieht man eben diese Art dort: laut Bosmans Scotophaeus peninsularis. Die sieht man eben bei Lecigne (sub blackwalli). Das hier wäre aber der nördlichste Nachweis der Art.

Desweiterem wirft der Fundort einen Schatten auf der Validität des Roewer'schen Namen selbst: Drassus immundus Kulczyński 1897, aus Ostungarn nach einem? Weibchen beschrieben und zZ ein Synonym von Scotophaeus blackwalli, hat eine gewisse Ähnlichkeit mit Scotophaeus peninsularis in der Form der lateralen Falten der Epigyne (den Abbildungen nach sind sie aufrecht und nahe der Mediangrube bei blackwalli und halbkreisförmig bei peninsularis). Ich weiß nicht ob für Roewers Namen die 25 Arbeiten aus mind. 10 Autoren erreicht worden sind, oder ob man den älteren Namen, wenn es sich um Synonyme überhaupt handelt, für ein Nomen oblitum auch so deklarieren kann.
Simeon

Tobias Bauer

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Ähm, die kurze Tibialapophyse passt nicht zu peninsularis, und auch Levy bildet diese so nicht ab. Außerdem muss man aufpassen, die Validität der Art (Eigenständigkeit) an sich wäre nicht das Problem, sondern die Synonymie der Namen

Tobias

Simeon Indzhov

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Hallo Tobias,
danke für Deine Anmerkungen. Ich wurde anscheinend von den Bulbusskleriten und der Basis der Tibialapophyse zu peninsularis geführt. Allerdings passt diese Merkmalenkombination zu keiner der anderen europäischen Arten so gut.

Ich verstehe auch die Anmerkung über die Validität: war meinerseits eine schlechte Wortwahl - ich meinte die Gültigkeit des aktuellen Namen, passt das? Ich korrigiere dies.


Tobias Bauer

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Letzteres dachte ich mir schon.

Zur ID an sich kann ich nichts sagen, ich habe nur gesehen, dass die TA nicht passt.

Tobias

Simeon Indzhov

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Danke!