Autor Thema: Trino-Fototechnik  (Gelesen 7840 mal)

Michael Hohner

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Trino-Fototechnik
« am: 2009-01-25 10:36:21 »
Ich habe z. Zt. sogar noch eine größere Anschaffung im Auge (gehabt): Ein Trino.

Bisher kann ich mit meinem Spezialmakro ein Objektfeld von ca. 6 x 4 mm bildfüllend abbilden. Das ist für kleinere Pedipalpen etwas groß. Das Ziel war, ein Objektfeld von ca. 2 mm zu erreichen. Außerdem ist der Arbeitsabstand recht gering, Manipulationen unter dem Objektiv sind da schon sehr schwierig.

Nach einigem Prospektwälzen findet sich eine Kombination, die ein Objektfeld von 2,6 mm ergibt mit einem großen Arbeitsabstand. Aber dann kommt der Haken: Der Fototubus hat üblicherweise nur eine 2x Vergrößerung. Da braucht man dann noch eine 2x Vorsatzlinse für eine brauchbare Gesamtvergrößerung. Am Ende komme ich dann auch wieder nur auf ein Objektfeld von 5 bis 10 mm bei einem fast ebenso geringen Arbeitsabstand wie beim Makro.

Das ist also ein Nullsummenspiel. Ich müsste einen vierstelligen Betrag ausgeben, um am Ende in etwa das gleiche zu erreichen. Deswegen liegt das erstmal wieder auf Eis.

Meinungen?

Arno Grabolle

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« Antwort #1 am: 2009-01-25 11:13:44 »
Das halte ich für eine gute Idee. Bei mir hat sich mit dem Trino der Spaß an den Spinnen und der Determination auch schwierigerer Arten noch einmal wesentlich vergößert.

Wie du auch rechnest, die Abbildungsleistung solch eines Mikroskops ist schon noch einmal ein ganzes Stück besser. Vergleiche mal die Bilder, die ich gestern vom Centromerus-sylvaticus-Pedipalpus gemacht habe mit deinem (Wiki). Ich kann dir auch mal die Originaldateien davon schicken.

Mit einer Tubusverlängerung hinter (über) dem Fotookular (2x) habe ich bei meinem Mikroskop auch schon experimentiert. Das brachte aber keine wesentliche Verbesserung mehr. Das Trino ist bei sehr kleinen Genilatien (z.B. Hahniiden) an seiner optischen Grenze.

Du hast es wahrscheinlich mitbekommen: Martin, Kevin und ich arbeiten inzwischen mit dem Novex RZ. Das ist relativ preiswert und ganz brauchbar. Ich wünschte mir zwar inzwischen manchmal, noch mehr Geld ausgegeben zu haben, aber ob es dann wesentlich besser würde, weiß ich auch nicht. Wahrscheinlich erst, wenn man noch eine 0 an den Betrag anfügt.

Gestern ärgerte ich mich ein wenig darüber, dass die Trino-Konstruktionen den Stereo-Effekt, den die Technik ja bietet, für den Fototubus völlig außer acht lassen (das wird preisliche Gründe haben). Wenn man fotografiert, muss man einen „Knopf“ drücken und schaltet damit das Bild des linken Okulars auf das Fotookular. Wenn es so einen Knopf auch für die rechte Seite gäbe, könnte man sich den Taster jetzt in Stereo anschauen, was bei solch komplizierten Konstruktionen wirklich sinnvoll wäre.

Du solltest den Kauf des Bild-Stack-Programms Heloicon Focus mit einkalkulieren. Nur damit bekommen die Fotos ihre Tiefenschärfe. Die Taster der Centromerus bestehen z.B. aus jeweils 4 bis 5 Schichten. Größere Objekte, wie Habitusaufnahmen von kleinen Spinnen in Flüssigkeit, können schon mal aus 10 Schärfeebenen aufgebaut sein. Das macht das Programm im Handumdrehen alles von selbst.

Auf dem Mikroskop sitzt meine Canon 400D (10 Mpx).

Arno

Michael Hohner

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« Antwort #2 am: 2009-01-25 11:36:02 »
Der Vergleich bei Centromerus sylvaticus hinkt etwas. Mein Bild ist eine Einzelaufnahme mit Blende 40(!). Das ermöglicht die große Schärfentiefe, aber die Beugungsunschärfe sieht man dann schon deutlich. Mit z. B. Blende 8 und mehreren Aufnahmen wäre mein Bild auch deutlich schärfer. Das habe ich bei Lepthyphantes minutus gemacht.

Verwendest du eine Vorsatzlinse beim Fotografieren?

Arno Grabolle

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« Antwort #3 am: 2009-01-25 12:35:56 »
Hui, Blende 40 ... na dann erklärt sich die Unschärfe.

Verwendest du eine Vorsatzlinse beim Fotografieren?

Was meinst du, beim normalen Macro-Fotografieren oder beim Fotografieren durchs Trino?

Arno

Michael Hohner

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« Antwort #4 am: 2009-01-25 13:25:43 »
Was meinst du, beim normalen Macro-Fotografieren oder beim Fotografieren durchs Trino?
Ich meine beim Fotografieren durch's Trino.

Bastian Drolshagen

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« Antwort #5 am: 2009-01-25 14:29:11 »
jedes forum braucht einen querlulanten, der immer schnell meckert:
OFFTOPIC OFFTOPIC ^^

Fragen:
Wie sind eure Kameras am Bino befestigt?
Hat schonmal jemand versucht den Fokus auf undendlich zu stellen (macht man soweit ich weiß eh so - ich machs zumindest immer so), eine Serienaufnahme zu schiessen und dabei den Grobtrieb des Trinos/Binos zu bewegen, sodass die Bilder aus der Serie automatisch verschiedene Ebenen des Präparats scharf darstellen? Oder macht ihr da immer einzelne Aufnahmen?

Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #6 am: 2009-01-25 15:36:12 »
Ich kann zwar keine Meere teilen, aber Themen ;)) ... hmm, klappt ganz gut.

@Michael: Nein, keine Linsen, außer die Trino-Optik (+ zusätzliches Fotookular, welches ich gleich mitgekauft hatte).

@Bastian: Der Fotoapparat wird ohne Objektiv auf das Mikroskop montiert. D.h. das Mikroskop ersetzt das Objektiv. Es ist also sowas wie ein Riesen-Makro an einem Ständer.
Auf Unendlich stellen gibt es also nicht. Fokussiert wird allein mit dem Mikroskop. Und ja, genau so wie du es beschreibst macht man es. Man hat ja keine Blende zur Verfügung. Die Tiefenschärfe ist also ziemlich gering. Man fixiert das Objekt im Sand, schaltet auf den Fototubus um (siehe oben) und schießt ein paar Fotos. Am Display der Kamera kann man ungefähr sehen, ob man über oder unter dem Objekt fokussiert (mit der Zeit entwickelt man ein Gefühl dafür und erwischt gleich mit dem ersten Foto die richtige Stelle – liegt, abhängig vom Vergrößerungsmaßstab etwas mehr oder weniger über dem Fokus fürs Auge). Ich suche immer die oberste Schärfeebene und lasse das Mikroskop dann per Vortrieb in gaaaanz ganz kleinen Schritten nach unten gleiten (je nach Maßstab darf man das Vortriebrad nur Bruchteile von mm bewegen). Dann immer wieder ein Foto (per Drahtauslöser). So habe ich am Ende 5 bis 10 (auch schon mal 18) Ebenen, die ich per PS in von RAWs zu TIFs konvertiere (dabei korrigiere ich Helligkeit, Konrastumfang usw. Mit dem integrierten RAW-Konverter kann man das für alle Fotos einer Serie gleichzeitig machen). Diesen „TIF-Stapel” bekommt dann Helicon übergeben, der in ein paar Sekunden Rechenzeit ein tolles, sehr tiefenscharfes Bild draus zaubert.

Unten am Objektiv des Trinos habe ich meinen Ringblitz montiert. So kann ich mit einer 200tel verwacklungsfrei fotografieren. Bei voller Vergrößerung und dunklen Objekten braucht der dann aber manchmal schon volle Leistung. Als Einstellicht dient diese IKEA-Schwahnenhals-LED-Lampe.

Arno 

ps: achso, jetzt verstehe ich, was du meinst. Die Serienaufnahme-Funktion der Kamera benutzen. Das halte ich für nicht nötig. Es funktioniert so sehr gut und ist flexibler. Ich habe ja zwei Hände (eine am Vortrieb, die andere am Drahtauslöser). Man muss ein wenig kontrollieren, wie weit man dreht. Bei geringeren Maßstäben kann die Schrittweite wesentlich weiter sein als bei Maximalvergrößerung.
« Letzte Änderung: 2009-01-25 15:40:22 von Arno Grabolle »

Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #7 am: 2009-01-25 16:35:56 »
d.h. mit dem Novex RZ und dem Fototubus hast du eine Vergrößerung von maximal 11,25x, Bildfeld ca. 18 mm. Deine Bilder kommen mir aber so vor, als ob sie mit wesentlich größerer Vergrößerung gemacht wurden.

Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #8 am: 2009-01-25 17:12:57 »
... wenn ich die 4,5x und die 2,5x vom Fotookular multipliziere komme ich auf deinen Wert. Ob wir das jetzt richtig rechnen, kann ich nicht genau sagen. Was ist mit dem Abstand, den die Kamera vom Okular hat? Da steckt noch ein relativ langer Tubus dazwischen.

Ich frage mich bei digitalen Bildern immer, an welcher Stelle ich das messen soll. Nehme ich einen 300-dpi-Ausdruck an, oder messe ich auf dem Chip?

Ich kann dir ja mal bei Maximalvergrößerung ein Lineal abfotografieren ...

Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #9 am: 2009-01-25 17:37:11 »
Hier ein Foto von einem Lineal. Diese beiden Striche behaupten einen Millimeter zu kennzeichnen. Ich weiß natürlich, dass das jetzt nicht sehr exakt ist.

Dieses Bild ist hier fürs Forum auf 1/4 (25%) seiner Originalgröße reduziert. Ich schicke dir (Michael) das Originalbild zu.

Arno

Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #10 am: 2009-01-25 17:50:22 »
Ist das jetzt das Vollbild? Das wäre dann ein Objektfeld von ca 2 mm, also wesentlich kleiner. Ich frage mich langsam, welche Zahlen die da eigentlich in die Prospekte schreiben...

Würde aber Sinn machen. Die Sensorbreite der Kamera ist ca. 24 mm, 24/11,5 ist etwa 2.

Das heisst dann auch, man kommt gut ohne Vorsatzlinse aus. Ist auch gut für den Arbeitsabstand.

Lars Friman

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #11 am: 2009-01-25 17:52:02 »
Moin moin an alle,
ich  muss auch in ein paar Tagen "nasse" Opilionen aus einer Sammlung
fotografieren (Gesamthabitus). Ich habe "nur" eine Canon powershot 720 IS,
kein Fixiersand und habe noch nie Spinnen/Opilionen unter Alkohol fotografiert (doch jetzt).
Worauf muss ich mindestens dabei achten, dass die Bilder gelingen?
Die haben dort (Museum) bestimmt Binos, aber da fehlt dann sicher der richtige
Anschlusstubus. Wer kennt brauchbare Tricks?
Grüße
Lars Friman

P.S. Hier noch eine Test (L. dentiger).
« Letzte Änderung: 2009-01-25 18:31:37 von Lars Friman »

Martin Lemke

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #12 am: 2009-01-25 18:56:34 »
Martin, Kevin und ich arbeiten inzwischen mit dem Novex RZ. Das ist relativ preiswert und ganz brauchbar. Ich wünschte mir zwar inzwischen manchmal, noch mehr Geld ausgegeben zu haben

Stünde ich heute nochmal vor der Kaufentscheidung, würde ich dieses Modell nicht kaufen.

Zu bemängeln ist vor allem die mechnanische Stabilität. Wenn ich die Spiegelreflex auf dem Fototubus aufgesetzt habe, sentzt sich das Trino langsam nach unten in Bewegung. Um einen eingestellten Fokus zu halten, muss ich die Höhenverstellung festhalten.

Martin
« Letzte Änderung: 2009-01-25 19:03:04 von Martin Lemke »
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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #13 am: 2009-01-25 19:09:05 »
Ich habe "nur" eine Canon powershot 720 IS,

Die kenne ich nicht. Eine kompakte? Zu den optischen Möglichkeiten dieser Kamera kann ich nichts sagen.

Bei Spiegelreflex erzielt man bei Weberknechten recht gute Ergebnisse mit Macro und Zwischenring. Stativ und Blitz ist dabei selbstverständlich. Ebenso Fernauslöser.

Zitat
kein Fixiersand und habe noch nie Spinnen/Opilionen unter Alkohol fotografiert (doch jetzt).
Worauf muss ich mindestens dabei achten, dass die Bilder gelingen?

Sehr wichtig ist eine schwebeteilchenfreie Flüssigkeit.

Wenn Du die Weberknechte nur von dorsal und ventral knipsen willst/musst, geht es auch ohne Fixiersand.

Martin
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Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #14 am: 2009-01-25 20:04:37 »
Stünde ich heute nochmal vor der Kaufentscheidung, würde ich dieses Modell nicht kaufen.

Zu bemängeln ist vor allem die mechnanische Stabilität. Wenn ich die Spiegelreflex auf dem Fototubus aufgesetzt habe, sentzt sich das Trino langsam nach unten in Bewegung. Um einen eingestellten Fokus zu halten, muss ich die Höhenverstellung festhalten.

Ja, das Problem habe ich auch. Ich dachte immer, es wäre ein Einzelfall. Ich werde Novex diesbezüglich mal eine Mail schreiben. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für solch ein einfaches mechanisches Problem keine Lösung gibt.

@Michael: Ja, das ist ein Vollbild.

Arno

Martin Lemke

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #15 am: 2009-01-26 01:05:08 »
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es für solch ein einfaches mechanisches Problem keine Lösung gibt.

Ich glaube, dieses Trino ist konstruktionsbedingt für schwere Kameras nicht geeignet. Bei kleinen Kompakten und USB-Kameras dürfte das Problem nicht auftreten.

Jetzt träume ich vom Nikon SMZ 1000 (PDF-Broschüre). Dort kann ich das Nikonbajonet direkt ansetzen und es gibt auch eine Aperturblende zur Erhöhung der Tiefenschärfe. Manko: Das Teil kostet sehr viel Geld. Fast so viel wie ein kleines Auto (in er Ausstattung für Nikon Spiegelreflex über 7 Kiloeuro).

Martin
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Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #16 am: 2009-01-26 07:12:05 »
Das ist ein Problem. Meine Kamera ist nochmal fast 150 g schwerer als die von Arno. Die möchte ich eigentlich nicht ständig festhalten. Das würde sicher auch zu Verwacklungen beitragen.

Bisher hatte ich genau auch das Novex RZ im Auge und als etwas teurere Alternative das Motic SMZ-168. Alleine vom Prospekt her ist natürlich schwer abzuschätzen, welches besser ist.

Die Teile von Nikon und Leica liegt preislich einfach jenseits von gut und böse. Abgesehen davon würde mir ein Nikon-Bayonett auch nichts bringen, und die Aperturblende erhöht zwar die Schärfentiefe, aber auch die Beugungsunschärfe.

Verwendet ihr nur das Standardokular oder auch noch höher vergrößernde?

Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #17 am: 2009-01-26 08:30:51 »
Um das nochmal ganz deutlich zu sagen: Bei mir schlupft der Vortrieb in einem gewissen Bereich (etwa in der Mitte) der Amplitude und zwar egal, ob die Kamera drauf ist, oder nicht. Dieses Problem besteht eigentlich schon seit Anfang an.

Ich vermute, dass man die Sache mit einem weniger viskosen Fett im Getriebe beheben könnte.

Zu Verwackeln führt das eigentlich nicht. Ganz im Gegenteil. Beim Herstellen von Schärfeebenen-Serien suche ich (wie beschrieben) das oberste Bild. Dabei halte ich das Vortriebrad ganz leicht fest. Wenn ich die Hand etwas lockerer lasse, rutscht es ganz von alleine und ohne Verwackeln etwas nach unten und ich kann es mit ein ganz klein wenig mehr Druck in der Hand wieder fixieren und ein Foto machen.

Sehr stöhrend ist es natürlich beim eigentlichen Mikroskopieren, wenn man beide Hände braucht. Dann muss ich das Rad irgendwie mechanisch von außen fixieren.

Nunja, ich habe gestern eine Mail an den Händler geschrieben. Mal sehen, wie die reagieren. Wie es aussieht, werde ich nicht der erste sein, der dieses Problem anspricht.

Okulare: Nein. Ich hatte mir gleich noch ein 25x Okularpaar mitgekauft, verwende dieses aber eigentlich nie. Man kommt damit zwar noch näher ran, das Bild wird aber nicht besser (Licht/Schärfe), sodass es kaum Sinn macht. Auch für sehr kleine Epigynen/Palpen reichen die Standard-Okulare (10x) eigentlich aus.
Ich wünschte mir, statt dessen ein Messokular mitgekauft zu haben. Das wäre sicherlich häufiger im Einsatz.

Zum Fotografieren wünschte ich mir ab und zu eine größere Vergrößerung. Das wäre wohl nur mit Vorsatzlinse zu realisieren. Ich vermute aber auch hier, dass die Optik ausgereitzt ist und die Bilder nicht wirklich besser werden.

Arno

Bastian Drolshagen

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #18 am: 2009-01-26 10:16:40 »
hi,
@Michael: Ich habe schon am Motic SMZ 168 gearbeitet. So toll ist es nicht, da können das Novex RZ oder Novex AR (das ich mir gekauft habe - wegen der großen Basis; einziger Nachteil zum RZ ist der, dass es weniger Zusatzbauteile gibt. Habe am RZ auch schon gearbeitet) mithalten.

@Martin (und alle anderen): Wenn du/ihr ein richtig gutes Mikroskop haben willst/wollt empfehle ich das Leica MZ9.5, das ist bei weitem das Beste an dem ich bisher gearbeitet habe.

@Arno: Hehe, ich hab mir ein Messokular mitgekauft und das ist permanent im Einsatz ;-)
« Letzte Änderung: 2009-01-26 10:20:13 von Bastian Drolshagen »

Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #19 am: 2009-01-26 10:25:59 »
@Michael: Ich habe schon am Motic SMZ 168 gearbeitet. So toll ist es nicht
In welcher Beziehung? Optisch, mechanisch? Hat es diesen "Schlupf" wie das Novex?

Martin Lemke

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #20 am: 2009-01-26 10:53:24 »
Bisher hatte ich genau auch das Novex RZ im Auge und als etwas teurere Alternative das Motic SMZ-168. Alleine vom Prospekt her ist natürlich schwer abzuschätzen, welches besser ist.

Ich würde mich da nicht auf Abschätzungen verlassen.

Wegen des Stabilitätsproblems wäre Novex (zumindest mit diesem Modell) aus dem Rennen. Nun müsste man das Problem schildern und sich verbindliche Zusagen hinsichtlich Motic SMZ-168 geben lassen, sodass man das Gerät notfalls zurück geben kann.

Das Motic SMZ-168 (Link zu Bioform) ist mechanisch ähnlich aufgebaut wie das Novex.

Zitat von: Bastian
Wenn du/ihr ein richtig gutes Mikroskop haben willst/wollt empfehle ich das Leica MZ9.5, das ist bei weitem das Beste an dem ich bisher gearbeitet habe.

Manko: Der Trino-Kameraansatz ist noch ungünstiger konstruiert (Link mit Bild). Wenn man da eine schwere Spiegelreflex ansetzt, fällt das Ding wahrscheinlich um. Bei dieser Leica kann man definitiv nur mit einer USB-Cam arbeiten. Taugen die etwas?

Eine leistungsfähige USB-Cam kostet so viel wie eine gute digitale Spiegelreflex. Ich werde jetzt also fürs weitere mit meinem Novex arbeiten. Die optimale Lösung ist anscheinend noch nicht gefunden. Hat schon mal jemand mit einer hochwertigen USB-Cam gearbeitet? Taugen die etwas?

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #21 am: 2009-01-26 11:13:45 »
Bei dem Leica-Adapter sehe ich zwei Riesennachteile:

1. Fester Strahlenteiler, d.h. bei der Kamera kommt immer nur 50% des Lichts an.
2. C-Mount

Martin Lemke

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #22 am: 2009-01-26 11:34:16 »
2. C-Mount

Was ist eigentlich C-Mount und was ist der Nachteil davon?

Martin
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Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #23 am: 2009-01-26 12:28:00 »
C-Mount ist eigentlich ein Standardanschluss fuer Videokameras und Schmalfilmkameras. Der ist relativ klein und eigentlich nur fuer kleine Digicams sinnvoll adaptierbar. Fuer (D)SLRs braucht man eigentlich etwas groesseres, z.B. T2 oder M42.

Bastian Drolshagen

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #24 am: 2009-01-26 12:33:27 »
hi,
in der uni haben wir Motic SMZ-168 mit C-Mount und USB Kamera. Ehrlich gesagt finde ich, dass bspw. eine Nikon CP 990 bessere Bilder macht, selbst wenn sie nur vors Okular gehalten wird (hat aber nix mit dem C-Mount zu tun).

Von der verbauten Optik ist das Motic SMZ-168 imo gleichwertig mit dem Novex RZ/AR (AR ist nur unwesentlich schlechter, bin sehr zufrieden). Bzgl. der Mechanik unterscheiden sie sich eigentlich garnicht.

Gibt euer Grobtrieb beim Novex RZ auch nach wenn ihr senkrecht auf den Bino/Trino Kopf drückt? Macht mein AR bspw. nicht... Vielleicht ist der Grobtrieb einfach zu gut geschmiert ^^

Nachtrag:
@Martin: Das ist nicht der orginal Leica Phototubus. Siehe hier: http://www.sbnature.org/collections/invert/entom/COP/COPmethods.php
Wird über einen Zwischentubus geregelt und nicht über das Okular. Ist allerdings bei Nikon Mikroskopen genauso, zumindest bei den SMZ.
« Letzte Änderung: 2009-01-26 12:46:46 von Bastian Drolshagen »

Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #25 am: 2009-01-26 12:55:23 »
In der uni haben wir Motic SMZ-168 mit C-Mount und USB Kamera. Ehrlich gesagt finde ich, dass bspw. eine Nikon CP 990 bessere Bilder macht, selbst wenn sie nur vors Okular gehalten wird (hat aber nix mit dem C-Mount zu tun).
Das kann aber auch an der Kamera liegen. Ich habe nicht vor, eine Kamera vom Mikroskophersteller zu kaufen.

Martin Lemke

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #26 am: 2009-01-26 13:07:32 »
Gibt euer Grobtrieb beim Novex RZ auch nach wenn ihr senkrecht auf den Bino/Trino Kopf drückt? Macht mein AR bspw. nicht... Vielleicht ist der Grobtrieb einfach zu gut geschmiert ^^

Ja, man kann es runter drücken. Aber ich bezweifle, dass es an der Schmierung liegt. Das ist wohl eher eine Frage der Mechanischen Konstruktion. Bei der Konzeption des Gerätes hatte man anscheinend so eine Belastung gar nicht im Hinterkopf. In diesem Sinne kann man getrost von einem Konstruktionsfehler sprechen.

Das ist auch der einzige Trieb, der vorhanden ist. Eine Teilung in Grob- und Feintrieb ist nicht vorhanden.

Martin

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Bastian Drolshagen

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #27 am: 2009-01-26 13:13:44 »
hi,
@Michael: Dachte ich auch nicht. Klar, die Qualität der Bilder ist sicher auf die Kamera zurück zu fohren - Moticam irgendwas.

@Martin: Habs bei mir nochmal getestet: Wenn ich auf den Binokopf an sich drücke passiert garnichts, nur wenn ich an der Halterung, kurz vor dem Grobtrieb (auch kein Feintrieb vorhanden) drücke, dann gehts runter.

Michael Hohner

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #28 am: 2009-01-26 14:31:35 »
In den Prospekten von Motic sieht es so aus, als ob es auf der Rueckseite der Fokusiereinheit eine Feststellschraube gibt. Damit sollte sich das Abrutschen verhindern lassen. Ich kann das nochmal nachfragen.
« Letzte Änderung: 2009-01-26 14:34:55 von Michael Hohner »

Arno Grabolle

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Re: Trino-Fototechnik
« Antwort #29 am: 2009-01-26 21:03:30 »
Hallo,

Also, ich habe Antwort von Beyersdörfer bekommen (Novex-Vertreiber in Deutschland – der Service ist ganz gut, war mir damals beim Kauf schon aufgefallen). Der einzige Konstruktionsfehler den das Mokroskop hat, scheint eine Nachlässigkeit beim Erstellen (oder lesen?) der Gebrauchsanweisung zu sein. Man muss nur die beiden Vortrieb-Knöpfe gegeneinander drehen und kann damit die Leicht-/Schwergängigkeit des Getriebes einstellen. Ich habs gleich gemacht, es funktioniert.

Nunja, dass es so einfach ist, hätte ich nicht gedacht ...

Arno