Autor Thema: Bestimmungsschlüssel  (Gelesen 10890 mal)

Martin Lemke

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #30 am: 2012-01-13 07:17:57 »
Die Tücken des Deutschen:

Finde ich gut, sehr übersichtlich. Es muss sofort eingängig sein.

rezipieren heißt so viel wie wahrnehmen, aufnehmen, empfangen. Der Rezipient ist er Empfänger einer Botschaft.

Ich musste das Wort im Wörterbuch nachschlagen. Soweit ich Katja verstanden habe, war es ihr auch nicht geläufig.

Lt.: Brockhaus (Ausgabe 1979) heißt rezipieren: aufnehmen. Wenn es um (Wort-) Inhalte geht, nehme ich an, es geht ums Verstehen. Wenn nicht, kann nur entweder Hörbarkeit (die scheidet hier aus) oder Sichtbarkeit gemeint sein. Eine weitere Möglichkeit des Aufnehmens von Worten ist mir fremd.

Zitat
„Verständlicher“ klingt für mich zu stark inhaltsbezogen. Man sagt: „verstehst du das?“, wenn man meint, „hast du den Sinn verstanden?“. Mir ging es aber hier eher darum, auszudrücken, dass es der Botschaft so leicht wie möglich gemacht werden sollte, in unser Gehirn vorzudringen.


Der Schlüssel soll eingängig sein, also unmittelbar verständlich. Das schriebst Du ja nun auch in verständlicher Weise.

Martin
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DAS waren noch Zeiten: Norwegen 2011.

Katja Duske

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #31 am: 2012-01-13 10:12:47 »
Ich musste das Wort im Wörterbuch nachschlagen. Soweit ich Katja verstanden habe, war es ihr auch nicht geläufig.

Nein, das Wort kannte ich wirklich nicht. Wenn es in Arnos Branche allerdings ständig benutzt wird, ist es klar, daß er es auch im täglichen Gebrauch hat.

Katja

Lars Friman

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #32 am: 2012-01-13 21:14:15 »
Moin Jörg und co.

Deine Bestimmungstabelle und der Schlüssel sind (m.E.) in der vorgestellten Form nicht optimal. Jeder der sich
das „Kleine Bestimmungsbuch“ anschafft, blättert es zunächst mindestens 10-mal durch und sieht die Bilder an.
Da der Anfänger (Zitat Martin) kein Idiot ist, merkt er sehr schnell die groben Unterschiede. Zudem wird er so-
wie-so zuerst die "gängigen" Arten finden und diese direkt bestimmen wollen.

Bestimmung der Familie in der Einleitung: Wie von mir vorgesehen, werden bereits in der Einleitung in dem
„Kleinen Bestimmungsbuch“ die in Deutschland vorkommenden vier (oder besser 3 + 1) Familien (im Sinne von
Wijnhoven 2009, Martens 1978) übersichtlich vorgestellt und mit lediglich 2 - 3 charakteristischen Merkmalen
nachvollziehbar definiert (spitz formuliert: was ist  1) klein, schwarz und rundlich oder 2) ist bräunlich, sieht aber
nicht direkt aus wie ein Weberknecht oder 3) ist dunkel bis schwarz und hat auffallend lange Chelizeren? oder 4)
ist anders als 1 - 3, und sieht aus wie ein Weberknecht). Als Hilfe benötigt man lediglich ein Bild je Familie. Wenn
man sich die Familien einmal verinnerlicht hat, braucht man sie nicht mehr zu „bestimmen“, so groß und optisch
deutlich erkennbar sind die Unterschiede zwischen den Familien. 

Bestimmung der Unterfamilie: Eine detailliertere Darstellung der Weberknechte erfolgt in den deskriptiven Teil
des «Kleinen Bestimmungsbuches» bei den jeweiligen (3+5) Unterfamilien. Da für die 1) bis 3) es nur eine Unter-
familie in Frage kommt, kann der wichtige Schritt – Bestimmung der Unterfamilie – quasi übersprungen werden.
Bei der Familie Phalangiidae ist die Bestimmung der Unterfamilie (insbesondere im Gelände) dagegen der entschei-
dender Schritt. Die Bestimmung der Unterfamilie muss auch mit 3-4 Fragen (und mit Hilfe der Bilder von einige
typischen Vertretern der jeweiligen Unterfamilie) ganz sicher sein und nicht erst nach 20 Dicho-Fragen. Das ist
machbar für die in Deutschland vorkommenden 3+5 Unterfamilien. 

Bestimmung der Gattung: Weiter in der hierarchischen Abfolge erfolgt, nach dem die Unterfamilie gefunden wurde,
die Bestimmung der Gattungen. Die Gattungen werden analog zum Wijnhoven (2009) je Unterfamilie beschrieben.
Wieder sind für die Charakterisierung der meisten einzelnen Gattungen (innerhalb einer Unterfamilie!) überraschend
wenige Merkmale notwendig
(vgl. z.B. Gattungen Opilio: Augenhügel „normal“, nicht verbreitet bzw. ohne scharfe
Dornen und Opisthosoma ohne eine Sattelzeichnung). Sollten Schwierigkeiten bei der Gattungsbestimmung auf-
treten, kann man die angegeben Eigenschaften für die jeweilige Gattungen schnell mit den Eigenschaften der Arten
vergleichen (insbesondere an Hand der sog. hervorragenden Fotodokumentation) und dann die Bestimmung der
Gattung wiederholen.

Bestimmung der Art: Als letztes ist dann die Artbestimmung dran. Jede Art wird (wie üblich in Bestimmungsbüchern)
charakterisiert mit einer straffen Diagnose, nicht mit einer langen verwirrenden Beschreibung (vgl. z.B. M. morio in
dem Layout-Vorschlag für das „große Bestimmungsbuch“). Wichtig ist, dass in der weiterführenden Beschreibung
der Art  (nicht in der Diagnose) dann zusätzliche auffällige Einzelheiten der jeweiligen Art detailliert beschrieben werden
und zwar so wie man diese im Gelände (mit Lupe) oder zu Hause unter dem Mikroskop selbst sehen kann. In dem
„Kleinen Bestimmungsbuch“ wird nicht alles aus den bereits veröffentlichen Arbeiten kopiert, sonder anhand von
körperlich existierenden und katalogisierten Exemplaren detailliert  wiedergeben (inkl. Kat.--Nr, Ort und n= ..).
 
Ein aktuelles Beispiel: nach den o.g. System kann jeder bereits jetzt bestimmen, unter welcher Familie die Weber-
knechte aus dem „Teneriffa-Beitrag“ zu suchen sind OHNE einen langen Bestimmungsschlüssel: sie sind nicht schwarz/
klein, sehen aus wir Weberknechte und haben keine überdimensionalen Chelizeren!

Lars Friman (bitte Tippfehler entweder korrigieren oder ignorieren)

P.S. Selbstverständlich werden in dem „kleinen Bestimmungsbuch“ wichtige Hinweise/Fotos und Zeichnungen zur Bestimmung
der Weberknechte per Genitaluntersuchung gegeben.

Arno Grabolle

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #33 am: 2012-01-14 01:35:27 »
Lars, ich glaube, das was du beschreibst, ist fast das gleiche, wie Jörgs Vorschlag. Die Wege werden (das ist systeminhärent) nicht länger oder kürzer. Es müssen immer die selben optisch erfassbaren Merkmale abgefragt werden, egal wie man sie ordnet.

Der größte Unterschied scheint mir darin zu bestehen, dass du dich von Anfang an streng an der taxonomischen Hierarchie entlanghangeln willst. Jörg ist die nicht so wichtig.

Ich finde inzwischen, dass es die größere Herausforderung wird, das spröde Thema Weberknechte eben gerade nicht in einem klassischen (trockenen) Bestimmungsbuch für Fachleute bzw. Fachinteressierte abzuhandeln, sondern ein leckeres und interessantes Buch-Objekt zu entwickeln, welches den fehlenden Scharm der Tiergruppe konterkariert und dadurch Aufmerksamkeit erregt. Das hätte fast etwas ironisches, wenn die Informationen in dem Buch nicht so bestechend wissenschaftlich wären. Es darf halt kein Geschwafel drin auftauchen.

Arno

Lars Friman

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #34 am: 2012-01-14 07:47:54 »
Moin Arno,
ich verstehe zwar nicht wie man etwas "trocken" bezeichnen kann was
man nicht gesehen hat, aber wie Du willst. Ein dichotomer Bestimmungs-
schlüßel betrachte ich trocken und sehr altmodisch. So, ich werde mich
nun auf mein Projekt kümmern.
Lars Friman

Jörg Pageler

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #35 am: 2012-01-14 12:56:50 »
Moin Lars,

so wie Du es beschreibst, kommt mir Deine Lösung erstmal umständlicher und komplizierter vor. Man müßte Beispielseiten sehen.

Ich weiß nicht, ob es der richtige Weg ist, vorauszusetzen, daß der Leser das Buch erst zehnmal durchblättert und die Familien verinnerlicht, damit er schonmal weiß, wo er einsteigen muß.

Verstehe ich das richtig: Du willst ausschließlich Merkmale anführen und beschreiben, die der Bestimmung dienen? Dann würde z.B. bei Mitopus morio nichts über Färbung, Muster und Beinlänge erwähnt. Denn das sind keine 100%igen Bestimmungsmerkmale.

Zitat
In dem „Kleinen Bestimmungsbuch“ wird nicht alles aus den bereits veröffentlichen Arbeiten kopiert, sonder anhand von körperlich existierenden und katalogisierten Exemplaren detailliert  wiedergeben (inkl. Kat.--Nr, Ort und n= ..).

Ich weiß noch immer nicht, wie das funktionieren soll (wir hatten das schon angesprochen). Wie viele der 52 deutschen Arten kennst Du aus eigener Anschauung? Von welchen hast Du neuartige Erkenntnisse?
Gesicherte eigene Beobachtungen sollten natürlich in die Beschreibungen einfließen, aber man darf doch nicht das gesamte Bestimmungssystem darauf aufbauen.

Zitat
die in Deutschland vorkommenden vier (oder besser 3 + 1) Familien

Es sind doch mindestens 5:

Cladonychiidae (in Martens: Erebomastridae)
Trogulidae
Ischyropsalididae
Nemastomatidae
Phalangiidae

Und wie ist der aktuelle Stand der Taxonomie bei Sclerosomatidae? Eigene Familie, Unterfamilie? Das wird überall ganz unterschiedlich gehandhabt (Pinto-da-Rocha et al 2007: Familie, Wijnhoven 2009: Unterfamilie (?)). Da sollte wohl einer unserer Experten ein Machtwort sprechen.

@Arno:
Zitat
Das hätte fast etwas ironisches, wenn die Informationen in dem Buch nicht so bestechend wissenschaftlich wären. Es darf halt kein Geschwafel drin auftauchen.

Die Artseiten bzw. Beschreibungen sowie alles, was zur Bestimmung nötig ist, sollten so sachlich und "wissenschaftlich" wie möglich sein. Angaben über Pedipalpen oder Apophysen sind naturgemäß etwas trockener, aber daran wird sich auch niemand stören, solange sie trotzdem lesbar und gut verständlich sind. Man kann die Artseiten auch durch kleine Einschübe auflockern, z.B. zu Themen wie "Herkunft des Namens" etc. (wie ich das auf meiner Beispielseite schon kurz angedacht hatte).
Die allgemeinen Artikel zu Lebensweise, Fortpflanzung etc. könnten dagegen ruhig etwas "spritziger" geschrieben werden - aber natürlich darf das auch nicht auf Kosten der "Wissenschaftlichkeit" gehen.

Jörg

Katja Duske

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #36 am: 2012-01-14 14:28:53 »
So, ich werde mich nun auf mein Projekt kümmern.

Hallo Lars,

verstehe ich das jetzt richtig, daß Du Dich alleine um Dein eigenes Buch kümmerst und nicht mehr am Gemeinschaftsprojekt interessiert bist?

Katja

Lars Friman

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #37 am: 2012-01-15 10:07:32 »
Moin Katja,
na klar mache ich mit, das "Kleine Bestimmungsbuch" hat aber bei mir den Vorrang.
Lars Friman

Katja Duske

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #38 am: 2012-01-15 10:14:31 »
Ok, das hatte sich für mich anders angehört.

Katja

Jörg Pageler

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #39 am: 2012-02-05 01:07:39 »
Hier nochmal der Schlüssel im Ganzen. Die einzige Lücke tut sich noch bei Nelima auf - vielleicht fällt dazu noch jemandem was Schlaues ein? Die Diskussionen dazu bitte in den Einzelthreads.


Gruppe A: abgeplattet oder tropfenförmig, braun / kurzbeinig ………. Tafel 1
Gruppe B: mattschwarz mit oder ohne Fleckenzeichnung / kurzbeinig ……….Tafel 2
Gruppe C: mit Dreizack / kurzbeinig ………. Tafel 3
Gruppe D: ohne Dreizack / langbeinig ………. Tafel 4
Gruppe E: besonders auffällige Formen ………. Tafel 5

Tafel 1:

1. Körper: relativ flach, stark bedornt / vor dem Augenhügel: mit kräftigem Zentraldorn ………. Homalenotus quadridentatus
- Körper: relativ flach, stark bedornt / vor dem Augenhügel: mit zwei kleinen Zähnen ………. Astrobunus laevipes
- Körper: tropfenförmig, unbewehrt / Größe: 2,5 - 4 mm ………. Anelasmocephalus cambridgei
- Körper: stark abgeplattet, unbewehrt / Größe: 4,6 - 11 mm ………. 2
2. Abstand zwischen den Augen: ca. 2 Augendurchmesser / Größe: 4,6 - 5,8 mm ………. Trogulus tricarinatus
- Abstand zwischen den Augen: ca. 3 - 4 Augendurchmesser / Größe: 6 - 11 mm ………. 3
3. Glieder Tarsus Laufbein II: genau oder fast gleich lang ………. Trogulus tingiformis
- Glieder Tarsus Laufbein II: Endglied länger als Grundglied ………. 4
4. hinter den Augen: mit Y-förmigem Kiel ………. Trogulus martensi
- hinter den Augen: ohne Kiel ………. 5
5. Cheliceren-Kappe an der Basis: stark verengt ………. Trogulus nepaeformis
- Cheliceren-Kappe an der Basis: wenig verengt ………. Trogulus closanicus

Tafel 2:

1. Körpergröße: 1,2 - 2,7 mm ………. 2
- Körpergröße: 2,9 - 5,6 mm ………. 8
2. Bewehrung: dorsal zwei Reihen spitze Stabdornen ………. Histricostoma dentipalpe
- Bewehrung: dorsal unbewehrt ………. 3
3. Dorsalseite: mit weißen, silbrigen oder gelblichen Flecken ………. 4
- Dorsalseite: ohne Flecken (komplett schwarz) ………. 5
4. Flecken: eher weiß oder silbrig, außen meist nicht eingeschnitten / Cheliceren- Apophyse ♂ ohne Zahn ………. Nemastoma lugubre
- Flecken: eher gelblich, außen immer eingeschnitten / Cheliceren- Apophyse ♂ mit Zahn ………. Nemastoma bimaculatum
5. Patella Pedipalpus ♂: mit medianer Apophyse ………. 6
- Patella Pedipalpus ♂: ohne mediane Apophyse ………. Nemastoma triste
6. Femur Pedipalpus ♂: mit Dorn / Apophyse Cheliceren-Grundglied ♂: trapezförmig ………. Nemastoma dentigerum
- Femur Pedipalpus ♂: ohne Dorn / Apophyse Cheliceren-Grundglied ♂: nicht trapezförmig ………. 7
7. Femur Pedipalpus ♂: stark keulenförmig, mit 2-3 Tuberkeln / Apophyse Cheliceren-Grundglied ♂: groß, halbmondförmig ………. Nemastoma bidentatum bidentatum
- Femur Pedipalpus ♂: schwach keulenförmig, mit 2 Tuberkeln / Apoph. Cheliceren-Grundglied ♂: fast rechteckig ………. Nemastoma bidentatum sparsum
8. Dorsalseite: mit hellen Flecken ………. Paranemastoma quadripunctatum
- Dorsalseite: ohne Flecken (komplett schwarz) ………. Paranemastoma bicuspidatum

Tafel 3:

1. Augenhügel: glatt, nur mit dünnen Haaren / Dreizack stumpf; bildet mit Extra-Tuberkeln einen hellen Kreis ………. Paroligolophus agrestis
- Augenhügel: 4-5 Dornen, 2. Dorn am längsten / Dreizack spitz; Dornen weisen schräg nach vorne………. Lophopilio palpinalis
- Augenhügel und Dreizack: anders ………. 2
2. Dreizack: etwa gleich lange Tuberkeln / Dorsalseite: rötlichbraun mit markantem schwarzen Sattel ………. Lacinius ephippiatus
- Dreizack: mittlerer Tuberkel länger / Dorsalseite: bräunlich mit dunklem Sattel ………. Oligolophus tridens
- Dreizack: mittlerer Tuberkel länger und robuster / Dorsalseite: steingrau mit undeutlichem Sattel ………. Oligolophus hanseni
- Dreizack: kräftige, nach vorn weisende Dornen / Dorsalseite: hell- bis mittelgrau mit schwarzem Sattel ………. Odiellus spinosus
- Dreizack: anders / Dorsalseite: rötlichbraun, grau oder grünlich mit undeutlicher oder ohne Sattelzeichnung ………. 3
3. Dorsalseite: rötlichbraun / Beine und Körper kräftig bedornt ………. Lacinius horridus
- Dorsalseite: steingrau, meist grünlich / Beine und Körper weniger stark bedornt ………. Lacinius dentiger

Tafel 4a:

1. Pedipalpen: gegabelt ………. 2
- Pedipalpen: nicht gegabelt ………. 3
2. Dorsalseite: mit breitem schwarzem Sattel / Verbreitung: nur in Hochlagen der Alpen ………. Dicranopalpus gasteinensis
- Dorsalseite: höchstens (selten) mit schmalem schwarzem Sattel / Verbreitung: bis in die Niederungen ………. Dicranopalpus ramosus
3. Augenhügel: groß und breit ………. 4
- Augenhügel: anders (normal proportioniert) ………. 5
4. Augenhügel: etwa so breit wie lang, nicht stark ausgehöhlt / Femur Pedipalpus: mit kurzen Zähnchen ………. Rilaena triangularis
- Augenhügel: breiter als lang, stark ausgehöhlt / Femur Pedipalpus: mit Zapfen ………. Platybunus bucephalus
- Augenhügel: breiter als lang, stark ausgehöhlt / Femur Pedipalpus: ohne Zapfen ………. Platybunus pinetorum
5. Bereich vor dem Augenhügel: mit Tuberkeln ………. 6
- Bereich vor dem Augenhügel: ohne Tuberkeln ………. Tafel D2
6. suprachelicere Lamellen: mit Zähnchen ………. Phalangium opilio
- suprachelicere Lamellen: ohne Zähnchen ………. 7
7. Dorsalseite: kalkgrau bis blaugrau marmoriert, Sattel undeutlich / Verbreitung: nur in den Alpen, über der Waldgrenze ………. Mitopus glacialis ♀
- Dorsalseite: fast ganz schwarz/grauschwarz, vorn mit weißen Feldern ………. Mitopus glacialis ♂
- Dorsalseite: mehrfach eingeschnürter Sattel, oft verwischt, sehr variabel / Verbreitung: sehr weit verbreitet ………. Mitopus morio
- Dorsalseite: anders ………. 8
8. Dorsalseite: mit hellen, kommaförmigen Flecken / Augenhügel: mit beiderseits 4-6 Tuberkeln ………. Opilio canestrinii
- Dorsalseite: mit heller Mittellinie / Femur Bein I+III auffallend verdickt ………. Opilio saxatilis
- Dorsalseite: mit heller Mittellinie / Femur Bein I+III nicht oder nur schwach verdickt ………. Opilio parietinus
- Dorsalseite: ohne helle Mittellinie, ohne helle, kommaförmige Flecken / Augenhügel: mit beiderseits 5-8 Tuberkeln ………. Opilio dinaricus

Tafel 4b:

1. Coxen der Laufbeine außen mit schwarzem Querband .......... Leiobunum religiosum
- Coxen der Laufbeine außen ohne schwarzes Querband .......... 2
2. Dorsalseite: ankerförmiger Sattel ………. Leiobunum rotundum ♀
- Dorsalseite: dreieckiger Sattel ………. Leiobunum blackwalli ♀
- Dorsalseite: breiter schwarzer Sattel, vor dem Augenhügel schwarz, hinten schwarze Querbinde ………. Leiobunum rupestre ♀
- Dorsalseite: undeutlicher Sattel, vor dem Augenhügel hell, hinten dunklere Querbinde ………. Leiobunum limbatum ♀
- Dorsalseite: dunkler, meist grünlich-metallischer Sattel, vor dem Augenhügel dunkel ………. Leiobunum sp. A ♀
- Dorsalseite: lyraförmige Zeichnung ………. Amilenus aurantiacus
- Dorsalseite: anders ………. 3
3. Zweites Beinpaar: auffallend dünn / vor dem Augenhügel: helle Zeichnung ………. Nelima sp. (?)
- Zweites Beinpaar: nicht auffallend dünn / vor dem Augenhügel: keine helle Zeichnung ………. 4
4. Dorsalseite: einfarbig rotbraun / Augenhügel: dunkel mit heller Mittellinie ………. Leiobunum rotundum ♂
- Dorsalseite: einfarbig rotbraun / Augenhügel: hell mit dunkler Mittellinie ………. Leiobunum blackwalli ♂
- Dorsalseite: mit angedeutetem Sattel / Augenhügel: dunkel mit heller Mittellinie ………. Leiobunum limbatum ♂
- Dorsalseite: anders ………. 6
6. Körpergröße: 3,6 - 4,9 mm ………. 7
- Körpergröße: 6,2 - 11,8 mm ………. 8
7. Trochanter: hell ………. Leiobunum rupestre ♂
- Trochanter: dunkel gefleckt ………. Leiobunum sp. A ♂
8. vor dem Augenhügel: schwarz / Augenhügel: schwarz mit heller Mittellinie ………. Gyas titanus
- vor dem Augenhügel: weißgelb / Augenhügel: weiß mit breiter schwarzer Umrandung ………. Gyas annulatus

Tafel 5:

1. Farbe: bernsteingelb ………. Holoscotolemon unicolor
- Farbe: schwarz ………. 2
- Farbe: anders ………. 4
2. Cheliceren: sehr lang (bis über Körperlänge) / Dorsalseite: unbewehrt ………. 3
- Cheliceren: deutlich kürzer als der Körper / Dorsalseite: mit zwei Reihen spitzer Stabdornen ………. Histricostoma dentipalpe
3. Bewehrung Cheliceren-Grundglied: mit 3 großen Dornen / Körpergröße: 3,8 - 6 mm ………. Ischyropsalis carli
- Bewehrung Cheliceren-Grundglied: mit zahlreichen kleinen Dornen / Körpergröße: 5,6 - 8,5 mm ………. Ischyropsalis hellwigi hellwigi
4. Dorsalseite: mit zwei Reihen stumpfer Dornen / Augenhügel: mit stumpfen Höckern ………. 5
- Dorsalseite: mit zahlreichen spitzen Dornen / Augenhügel: mit spitzen Dornen ………. Lacinius horridus
- Dorsalseite: mit Brückendornen / Augenhügel: mit Brückendornen ………. Mitostoma chrysomelas
- Dorsalseite: unbewehrt / Augenhügel: groß, mit zwei Reihen zu je 11-13 Dornen ………. Megabunus lesserti
5. vor dem Augenhügel: mit kräftigem Zentraldorn ………. Homalenotus quadridentatus
- vor dem Augenhügel: mit zwei kleinen Zähnen ………. Astrobunus laevipes
« Letzte Änderung: 2012-02-11 20:39:18 von Jörg Pageler »

Sylvia Voss

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Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #40 am: 2012-02-05 11:20:44 »
Hallo Jörg
Da ich zu den Köchen (frei nach Kevin) hier gehöre, die nur in die Buch"macher" - Küche mit reinschaun, will ich Dir hier endlich mal sagen, wie toll ich Dein Engagement finde! Ich habe hier heute nach Deinen Schlüsseln mal versucht ganz unvoreingenommen meine Weberknechte (die wenigen die ich kenne) zu bestimmen. Dabei ist mir als absolutem Weberknecht - Laien erst mal dies hier aufgefallen :
Zitat
Gruppe C: mit Dreizack / kurzbeinig ………. Tafel 3
Gruppe D: ohne Dreizack / langbeinig ………. Tafel 4
Von der Logik her erschließt sich mir das nicht so ganz. Gibt es Knechte mit Dreizack die langbeinig sind oder welche ohne Dreizack die kurzbeinig sind ?
Warum heißt die Gruppe C nicht einfach Mit Dreizack und die D ohne Dreizack oder andersherum C kurzbeinig und D langbeinig ? Diese  Kopplung der beiden Merkmale irritiert mich als Laien.
Mach weiter so mit allen anderen, es wird ein tolles Buch!
LG
Sylvia

Jörg Pageler

  • Gast
Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #41 am: 2012-02-05 11:43:58 »
Moin Sylvia,

danke für die Kommentare :-)

Langbeiner mit Dreizack gibt es tatsächlich nicht, dafür aber Kurzbeiner ohne Dreizack, und zwar sind das alle Tiere aus Gruppe A und B und einige aus Gruppe E. Die haben aber andere Merkmale, die sofort ins Auge fallen (Plattheit, Farbe etc.) und die man dadurch gut gruppieren kann. Deshalb sollte man es bei der ersten groben Einteilung auch nicht nur bei einem einzigen Merkmal belassen.

Man muß sich zu diesen Übersichten, Schlüsseln und Tafeln auch immer vorstellen, daß sie reich (um nicht zu sagen: verschwenderisch ;-)) mit Fotos und Grafiken illustriert sind: In der ersten Übersicht werden eine Reihe Beispieltiere gezeigt, und auf den Tafeln reduzierte Grafiken, auf denen die abgefragten Merkmale markiert sind. Ich glaube, Arno kriegt das wirklich übersichtlich und benutzerfreundlich hin.

Jörg

Lars Friman

  • Gast
Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #42 am: 2012-02-05 17:52:31 »
Moin Jörg,
leider habe ich in der letzten Zeit wenig Zeit für Deine Anmerkungen gehabt, dass wird sich ändern:

Zitat Jörg: "Verstehe ich das richtig: Du willst ausschließlich Merkmale anführen und beschreiben, die
der Bestimmung dienen? Dann würde z.B. bei Mitopus morio nichts über Färbung, Muster und Bein-
länge erwähnt. Denn das sind keine 100%igen Bestimmungsmerkmale".

Das sehe ich anders, denn es sind keine Ausschlusskriterien und daher selbstverständlich Bestimmungs-
merkmale. Das ist ein sehr großer Unterschied!

Lars Friman

Lars Friman

  • Gast
Re: Bestimmungsschlüssel
« Antwort #43 am: 2012-02-05 18:25:46 »
Moin Jörg,

Zitat Jörg: "Wie viele der 52 deutschen Arten kennst Du aus eigener Anschauung? Von
welchen hast Du neuartige Erkenntnisse? Gesicherte eigene Beobachtungen  sollten
natürlich in die Beschreibungen einfließen, aber man darf doch nicht das gesamte Bestim-
mungssystem darauf aufbauen".

1) Du bringst die Diagnose (= Auflistung der Bestimmungsmerkmale für eine Gattung/
Art anhand des Holotypus und der eventuellen der Paratypen ) und eine Beschreibung
einer Art bzw. Gattung durcheinander.

2) Ich kenne aus eigener Anschauung eine Menge von den in Deutschland vorkommen-
den Weberknechten. Ich muss aber nicht die ganzen Exoten persönlich kennen, es reicht
wenn ich - neben den Formen (u.a. Phalangiidae), die man wirklich finden kann- die interes-
santesten und plakativen Formen wie Ischyropsaliden etc. kenne und von den ich eigene
Fotos habe (u.a. über Sammlung der Typen im Humboldt-Museum).

3) Da die wissenschaflichen Veröffentlichungen nicht in erster Linie für "Anfänger" gedacht
sind, könnte ich (und Du sicherlich auch) über die feinen morphologischen Merkmale der
Weberknechten, die ich zusätzlich gesehen habe, wortwörtlich Bücher (!) schreiben.

Lars Friman